Freitag, 13. Januar 2006

Museen im Web – besuchenswert!

Obwohl ich mich als Web-Veteranen bezeichnen möchte, gibt es doch immer wieder Tage, an denen man neues kennenlernt. So auch gestern Mittwoch Abend, als ich (wieder einmal) in der Veranstaltung Virtuelle Welten? Die Realität des Internets, veranstaltet vom Collegium Generale der hiesigen Universität (Bern) teilnahm. Diese Veranstaltung ist für alle offen, deshalb den Aufruf an die Schweizer/Berner Blogosphäre: Aufmarschieren, Präsenz markieren *smile*

An besagtem Mittwoch war der Kunstgeschichtler Dr. Harald Krämer auf Platz, der uns die vielfältigen Möglichkeiten präsentierte, wie Museen sich das neue Medium zu Nutze machen. Er betonte aber, dass das Medium dem Austellungsobjekt nicht die Show stehlen dürfte, sondern nur als Vermittlungsinstanz auftreten sollte, um (nötige) Hintergrundinformationen zu Objekten an den Mann zu bringen.

Unter anderem präsentierte er so auch ein Projekt, an dem er selber mitgearbeitet hatte:

Virtual Transfer

Eigentlich dazu gedacht, das Landesmuseum in Zürich und dessen „Schätze“ während der geplanten Schliessung anderweitig verfügbar zu machen, steht das Projekt nun etwas verlassen im Raum – aus Geldmangel (ohne Gewähr, soweit ich es verstanden habe) ist der Umbau und die Renovation des Landesmuseums um einige Jahre verschoben worden.

Die Site ist trotzdem besuchenswert – eben auch gerade für unsereiner Museums-Muffel.

Kunst – für wen?

In der anschliessenden Diskussion fragte eine Teilnehmerin dann aber pointiert, wieso der Normalsterbliche von solchen Seiten nie erfahre. Krämers Aussage war dann gleich faktisch die (versteckte) Antwort auf die Frage: Er verstand sie nicht und sprach davon, wie sich Museen immer öfters neuer Medien bedienten, um Inhalte virtuell zugänglich zu machen. Meine Befürchtung: Erotik-Angebote im Web haben eine tausend Mal grössere Anziehungskraft als solche Museen-Präsenzen. Aber man tut ja auch nichts dagegen – ich hatte bei seinen Erläuterungen das Gefühl, als hätten die Museen gar kein Interesse, ihre (teuer eingekauften?) Web-Angebote einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Als wäre das Web-Angebot nur dazu gedacht, diejenigen zu beglücken, die sowieso auch am Sonntag Ausflüge ins Museum machten. Falsch! Irgendwie sollte man doch auch an Otto Normalverbraucher herankommen? Museen, die ihr derart „Kreatives“ ausstellt – werdet selbst kreativ und pirscht euch an die neue Zielgruppe an. Lieber ein Besucher „nur“ auf dem Web-Angebot, als gar kein Besucher im Museum.

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