Donnerstag, 19. Januar 2006

Ch.ch – die Odyssee geht weiter

Heute Morgen hat der Bundesrat entschieden,wie es mit dem „Schweizer Portal“ weitergehen soll:

… die gemeinsame Internet-Einstiegsseite von Bund, Kantonen und Gemeinden [wird] bis 2010 weitergeführt werden.

Das Projekt hat bisher 25 Millionen Franken und mehrere Jahre Aufbauarbeit gekostet. Der Bundesrat lehnt deshalb die Einstellung des Portals ab.

Quelle: Die Internetadresse www.ch.ch wird weitergeführt

Die katastrophalste Argumentation, die ich seit langem hören musste. Weil die unfähige Bundeskanzlei viele Millionen verschleudert hat, sollte sie nun gerade jetzt nicht aufgehalten werden, dies auch weiterhin zu tun. Wieso haben wir dann die Swiss an die Deutschen verkauft? Dort haben wir sage und schreibe 2 Milliarden verlocht (die Arbeitslosengelder wären billiger gekommen).

Doch eMeidi hat genau dies schon vor langer, langer Zeit prophezeit:

Das ursprüngliche Konzept hat nicht funktioniert, es kommt uns aber in gar keinem Fall in den Sinn, jetzt schon aufzugeben. Im Gegenteil, jetzt geht’s erst richtig los. […] Auf der Titanic hat man bei einem Neigungswinkel von 30° nicht mehr versucht, das Schiff wieder gerade zu kriegen, sondern hat die Leute in die letzten Rettungsbote gesteckt.

Quelle: Guichet Virtuel zum Dritten

Im aktuellen Newsletter des Beschäftigungsprogrammes lesen wir […]

Quelle: Herr Sigg, die Schweiz braucht kein (weiteres) Portal!

Am treffendsten habe ich es aber bereits im September 2005 ausgedrückt:

Es ist aber wohl halt einfach so, dass die Bundesverwaltung, wie wohl jede öffentliche Verwaltung sonst auch, niemals ein Projekt einfach so absterben lassen würde. Lieber repariert und bastelt man jahrelang daran herum, mit der Hoffnung, dass „irgendwann einmal“ doch noch was rechtes draus wird. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Quelle: Die Schweiz liegt nur noch knapp vor Osteuropa (war: Ch.ch)

Kriege ich jetzt auch einen Teil des Millionenkuchens? Biddööö! Ich jedenfalls würde mich gerne empfehlen, für … sagen wir … 1 Million Jahressalär die Site in Schwung zu halten:

[Es] konnten die Betriebskosten gesenkt werden und lagen unter den im Budget vorgesehenen 2,4 Millionen Franken. Zurzeit teilen sich mehrere Mitarbeiter 560 Stellenprozente […]

Quelle: Die Internetadresse www.ch.ch wird weitergeführt

Aus meiner Sicht haben die Verantwortlichen dort nur eines gezeigt: Das „Steuerverschwendungs-Projekt“ hat reüssiert, ohne dass diejenigen, die die Zeche bezahlen, je einen handfesten Nutzen erhalten hätten. Selbst in Zeiten der angespannten Finanzlage nicken als sparwütig bekannte Bundesräte einfach alles ab, was nur im entferntesten mit Zukunft, Moderne und Internet zu tun hat!

Via: Kollege Zwahlen. Merci!

Dossier

Zum leidigen Thema sind auf think eMeidi bereits erschienen:

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