Dienstag, Februar 21, 2006
Minarett in Olten?
Aus der Stube dröhnt gerade der soeben beginnende Ziischtigs Club in mein Arbeitszimmer herüber.
In Wangen bei Olten will der Türkisch-kulturelle Verein ein Minarett bauen und weckt die dörfliche Opposition. Die Baukommission lehnt den Bau ab. Der Fall wird weiter gezogen und erregt nationales Aufsehen.
Ich frage mich, wieso mit dem Thema eine ganze Sendung gefüllt wird. Schliesslich haben wir in jedem grösseren Dorf einen Kirchturm stehen (in Zollikofen (BE) übrigens sogar einen weitherum sichtbaren Mormonentempel), über die man sich kaum aufregt (abgesehen von dezibelstarken Glockengeläut). Die muslimischen Antragssteller haben aber klar deklariert, dass keine Lautsprecher am Minarett angebracht werden - es soll also nur als optisches Erkennungszeichen dienen.
Wie ich in der NZZ lese, sind in Olten (oder gar der ganzen Schweiz?) "Sakralbauten" in Gewerbezonen nicht erlaubt. Diese müssen in Zone für "öffentliche Bauten und Anlagen" errichtet werden ... Wieder etwas gelernt! Immerhin:
Bauverwalter Max Zülli betonte, dass sich die Baukommission rein baurechtlichen Kriterien gewidmet habe und sich vom öffentlichen Druck nicht habe beeinflussen lassen.
Quelle: Kein Erlaubnis für ein Minarett.
Schliesslich aber besteht - meiner Meinung nach - auch keine "Gefahr", dass nun die Minarette bald überall aus dem Boden spriessen. Auch wenn es in der Schweiz eine stattliche Anzahl Muslime gibt, braucht nicht jede Moschee auch ein Minarett - und das wollen die Gläubigen sicherlich auch nicht. Mein ketzerischer Vorschlag: Bauen wir doch die leerstehenden katholischen und reformierten Kirchen um ...
Blick
"Das Bild" auf Blick Online, mitsamt einem gut geschriebenen Artikel, der alle Parteien zu Wort kommen lässt.
Das Volk hat gesagt, wir wollen das nicht.
Quelle: Streit ums Minarett
Lieber Vize-Gemeindepräsident Kissling von der SVP, nicht das Volk entscheidet, ob gebaut wird oder nicht, sondern das Gesetz. Für etwas ist unser Land ja mit dem Begriff "Rechtsstaat" verbandelt. Wenn ihr Minarette partout nicht haben wollt, dann ändert das Gesetz. Entweder auf Gemeinde-, Kantons- oder Bundesebene (den über dem Gemeinderecht stehen die anderen beiden Ebenen). Für das haben wir die Initiative nämlich erfunden!
"Zum Islam und seiner Kultur haben wir keine Liebe", sagt Kissling, stellt aber klar: "Sehen Sie, wir haben nichts gegen Ausländer: meine Frau geht ins Tai-Chi."
Super, wieder mal eine Knüller-Aussage aus dem Mund eines bodenständigen SVPlers. So nach dem Motto: Schliesslich fahre ich auch Toyota, esse mindestens einmal im Monat McDonalds, ja sogar Kebaps mag ich, einen Wok steht auch in meiner Küche. Ich bin ein richtiger Kosmopolit, nicht? Fremdenfeindlich, ich? Niemals.
Labels: Politik
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Kommentare
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Ich würde die Sache ein bisschen aussenpolitisch anpacken - wenn Christen in Riad eine öffentliche Kirche bauen dürfen, wird in Wangen auch ein Minarett erlaubt.
Wenn nicht dort, dann auch hier nicht.
Wenn der Islam eine Religion der Toleranz ist, erträgt er das. Wenn nicht, hat er sich als das entpuppt, was er laut seiner Glaubensschriften ist. Und schmeichelhaft ist das nicht.
Umgekehrt wird auch ein Schuh draus:
Wenn das Christentum eine Religion der Toleranz ist, erträgt es das. Wenn nicht, hat es sich als das entpuppt, was es laut seiner Glaubensschriften ist. Und schmeichelhaft ist das nicht.
Obwohl der Hinweis auf die Kirche in Riad natürlich ein gewisser Reiz aufweist - man darf nicht vergessen, dass in Saudi Arabien 100% Muslime leben (CIA World Factbook) und dieser Staat - soweit ich weiss - die Religionsfreiheit nicht kennt, wie übrigens auch keine Verfassung.
In der Schweiz dagegen leben 4.3 Prozent Muslime (CIA World Factbook), diese also die drittgrösste Glaubensgruppe nach den Protestanten und Katholiken bilden (wobei die letzteren beiden sehr viele Mitglieder haben, die dies nur noch auf Papier sind - was ich bei den Muslimen weniger annehme). Wir verfügen über eine Verfassung, die als Grundrecht in Art. 15 die Glaubens- und Gewissensfreiheit definiert.
Wie interessant auch ein geplanter Bau in Riad wäre - ich glaube nicht, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden können.
Bei den Muslimen geht es nicht einfach um "Ausländer", denn diese Personengruppe nimmt ihre Religion als ihr Lebensgesetz wahr und lebt auch danach. Die Muslime unterwandern unseren Rechtsstaat, denn sie setzen ihre Religion vor unsere Gesetzesgrundlage, dem muss entgegengewirkt werden. Die Schweiz wird in absehbarer Zeit als solche nicht mehr existieren. Das muss jedem Schweizer ins Bewusstsein treten. Das Theater mit gegenseitigen Pöbeleien hilft da auch nicht. Den Muslimen müssen Grenzen gesetzt werden!
Jawohl, Jenny.
Bist du auch für die Markierung aller Muslimen mit einem weissen, stoffenen Halbmond, der auf die Kleidung genäht werden muss? Wer das Haus ohne Abzeichen verlässt, wird schwer gestraft.
Gleichzeitig wäre ich auch für die Schaffung von Lagern, wo wir alle suspekte Personen festhalten können, bis wir die "Endlösung" der Muslim-Frage gefunden haben.
Wer Sarkasmus findet, darf ihn behalten.
warum islam? Wer in der Schweiz leben will hat die Kultur der Schweiz zu alzeptieren, sonst soll er wieder gehen! In Saudi Arabian habe ich als nicht Muslem KEIN Recht! Also wo ist hier das Problem! Sollen Sie Ihre Moscheen in ganz Saudia Arabien bauen aber nicht in der Schweiz! Was heisst den Toleranz? Der Islam hat auch keine Toleranz für andere Glauben in Islamischen Ländern. In der Schweiz und den westlichen Ländern wird niemand gezwungen dem Christentum bei zu treten. Und wenn jemand vom Islam austretten will in einem islamischen Land? Wird er verfolgt oder getötet. Also soll mir niemand was vom Islam predigen!
warum islam?
Weil in der Schweiz die Glaubensfreiheit herrscht.
Wer in der Schweiz leben will hat die Kultur der Schweiz zu alzeptieren, sonst soll er wieder gehen!
Hier Ansässige Muslime akzeptieren meiner Erfahrung nach unsere Kultur. Unsere Kultur verpflichtet sich mit ihrer Verfassung zur Glaubensfreiheit für alle Ansässigen. Also solltest du auch unsere schweizerische Verfassung akzeptieren und andere als die christliche Religion tolerieren.
Falls dir die Religionsfreiheit nicht gefällt - feel free und starte eine Initiative. Ich glaube aber nicht, dass dieses Menschenrecht aus der Verfassung gestrichen werden kann.
In Saudi Arabian habe ich als nicht Muslem KEIN Recht!
Saudi Arabien ist kein demokratischer Staat. Ich finde es gefährlich, die Schweiz mit solchen Regimes gleichzusetzen und nach deren Grundsätzen zu handeln. Was unterscheidet uns dann noch von denjenigen, die wir so sehr kritisieren? Unser Erfolgsrezept war/ist die Aufklärung mit all ihren fortschritten Errungenschaften. Sprich Menschenrechte und die Demokratie.
Sollen Sie Ihre Moscheen in ganz Saudia Arabien bauen aber nicht in der Schweiz!
Doch, das dürfen sie sollen - s. oben, "Glaubens- und Religionsfreiheit". Wenn eine Religionsgemeinschaft eine Kirche bauen will, dann gilt für diese genau dieselben Gesetze wie für jemanden, der ein christliches Gotteshaus aufstellen will. Oder ein jüdisches. Oder ein mormonisches. Sind die gesetzlichen Auflagen erfüllt, darf die Moschee gebaut werden.
Ansonsten sprichst du bestimmten Bevölkerungsgruppen grundlegende Menschenrechte ab, was dich in der Folge kein Deut besser macht als diejenigen, die du hier zu kritisieren glaubst (Al-Qaida und all die anderen Fundamentalisten).
Was heisst den Toleranz? Der Islam hat auch keine Toleranz für andere Glauben in Islamischen Ländern. In der Schweiz und den westlichen Ländern wird niemand gezwungen dem Christentum bei zu treten. Und wenn jemand vom Islam austretten will in einem islamischen Land? Wird er verfolgt oder getötet. Also soll mir niemand was vom Islam predigen!
Vielleicht ist dies gerade mit ein Grund, wieso viele Muslime in unsere Länder einwandern? Weil wir freiheitliche Staaten geschaffen haben, die einem jeden - egal welcher Religion, Hautfarbe und Geschlecht - gewisse Grundrechte garantieren!
PS: Ein aufrechter Schweizer beherrscht die deutsche Sprache einwandfrei - egal ob gesprochen oder geschrieben. Das ist bei dir eindeutig nicht der Fall! Ausserdem empfehle ich dir, etwas langsamer zu tippen. Flüchtigkeitsfehler sind nur schwer zu "alzepieren".
Stimme mit Jenny voellig ueberein.
Nun emeidi,du hast recht mit der Religionsfreiheit; aber in der schweizerischen Bundesverfassung als eines der ersten Worte " im Namen Gottes " (auf das Christentum bezogen) das heisst, unsere Gesetze wurden nach christlichen, abendlaendische Werten geschrieben und nicht im Namen Allah's. An diese Gesetze und hiesige Kultur hat man sich zu halten.
Im Uebrigen waere der Islam, wenn's soweit kaeme, nicht die erste Religion(nicht Sekte)die in der Schweiz mit einem Verbot belegt werden wuerde.
Im uebrigen, es gibt genuegend andere Laender mit " Unglaeubigen " die schleichend bekehrt werden wollen. Wenn du dich ja so einsetzt fuer die Sache, dann missioniere gefaelligst dort!
Amen
Ps: Wenn du Rechtschreibefehler findest, darfst sie du gerne behalten.
emeidi, mir scheint, dass du keine Ahnung von der realen Gefahr des Islam hast. Lies doch mal, was ehemalige Muslime selber über ihre Religion sagen:
http://www.geocities.com/koraninfo/aufruf.htm
Warum willst du so etwas unterstützen?
[...] dass du keine Ahnung von der realen Gefahr des Islam hast.
Du dagegen schon, he? Jemand, der seine Meinung anonym äussert, ist mir seeehr suspekt.
halo zusammen,
ich selber als muslim denke das jeder mit jedem in frieden leben soll und seine religion leben darf das steht auch im koran auch in der türkei leben 2.3 Prozent christen diese haben eigene kirchen mit kirchentürmen, pfarreien, klöster usw. aber in der schweiz mit 4.2 prozent muslimen gibt es vielleicht nur zehn moscheen mit minaretten das finde ich jetzt typisch westen nachdem vorbild der USA.
Das Problem ist die Religionsfreiheit: Da die Kirchenglocken mitten in der Nacht jede Viertelstunde die Glocken läuten dürfen, möchte der Muezzin natürlich auf sein morgentliches Singen ebenfalls nicht verzichten - um 5.00 fängt das normalerweise an!