Samstag, 1. April 2006

Unser grünes Haus

Heute nun, nach 20 Jahren in den alten Gemäuern hier an der Stritenstrasse, habe ich endlich begriffen, wie unser Haus energietechnisch funktioniert. Otto hat uns heute nämlich beim Abendessen erklärt, wie fortschrittlich unser Haus in solchen Belangen konzipiert wurde.

Wie bereits in einem früheren Blog-Artikel erwähnt, verfügen wir über zuerst einmal über keinen Erdöl-Tank und sind deshalb von den Preisschwankungen auf den Erdölmärkten unabhängig. Wir müssen uns also nie überlegen, zu welchem Zeitpunkt der Einkauf des schwarzen Golds nun am Optimalsten ist. Als netter Nebeneffekt fliesst aus unserem Haushalt auch keine finanzielle Unterstützung an suspekte Regimes im Nahen Osten. Liebe muslimkritischen SVPler, denkt mal darüber nach, ob unsere Franken in Saudi Arabien wirklich günstig angelegt sind!

Wie aber funktioniert also die erdölfreie Heizung in unserem Haus?

Boiler

Unser Boilerwasser wird mit folgenden Techniken warm gehalten:

  • Wärmekollektoren auf dem Dach: Wer bereits einmal von der Autobahnausfahrt her Richtung Striten gefahren ist, wird aufgefallen sein, dass sich unser Dach von denjenigen unserer Nachbaren unterscheidet. Wir haben neben den Ziegeln auch zwei grössere Flächen ausgespart, die Sonnenlicht „einfangen“ und eine darunterliegende Kupferplatte erhitzen. An der Platte sind Röhrchen angebracht, in der eine alkoholische Flüssigkeit zirkuliert. Diese wird mittels einer Pumpe in das Erdgeschoss transportiert und wärmt das Wasser im Boiler auf.
  • Thermostat im Boiler: Ein mittels Strom betriebener Thermostat im Boiler wärmt das Wasser zusätzlich (vor allem im Winter). Dazu wird normalerweise Nachtstrom verwendet.
  • Potager: Im Winter kann der (Wasser)speicher auch „aufgeladen“ (sprich: erhitzt) werden, indem wir im Potager im ersten Stock Holz verbrennen. Das Holz lagern wir im „Hinterhof“ unseres Hauses.

Lüftung

Fenster öffnen sich bei uns i. d. R. nicht. Wir verfügen über eine Lüftung, weshalb wir Frischluft nicht durch das Öffnen eines Fensters ins Haus holen müssen. Die Lüftung sitzt auch im Estrich und tauscht die Luft mittels elektrisch betriebenen Wärmepumpen aus. Die Luft wird unter den Ziegeln angesogen resp. über einen zusätzlichen Kamin in die Natur entlassen.

In „Nassräume“ (Bad und Dusche sowie die Wäschküche) wird die Luft angesogen und im Estrich daraus die Wärme entzogen, sprich im Kreislauf behalten. Aus dem Kamin entflieht die abgekühlte Luft. Die eingesogene Luft wird mit dieser Restwärme weiter erwärmt und in alle anderen Zimmer geblasen.

Bruder und Schwester, wie auch die Freundin sind zwar der Meinung, dass sie ohne gelegentliches Lüften nicht in den vier Wänden überleben könnten, mich aber stört die Luft nicht. Wahrscheinlich bin ich in dieser Hinsicht weniger sensibel *grins*

Fazit / Kritik

Wichtig ist, wie bereits erwähnt, die Unabhängigkeit vom Erdöl. Wir bezahlen deutlich weniger Geld an Erdölkonzerne und komische Regimes (nämlich nur Benzin für unsere Autos). Zusätzlich ist der Strompreis nicht so volatil (ha, Klugscheisser-Wort!) wie der Erdölpreis. Wenn Schwankungen auftreten, dann sicherlich solche in der Grössenordnung wie auf dem Ölmarkt: Der Preis für ein Barrel hat sich seit 2000 (25USD) mehr als verdoppelt und bewegt sich zur Zeit auf ungefähr 66USD.

Wie den Ausführungen aber zu entnehmen ist, benötigen wir dagegen deutlich mehr Strom als andere Haushalte, um das Wasser zu erwärmen und die Lüftung zu betreiben. Der Strom stammt aus schweizerischen und europäischen Kernkraftwerken (in unserer Nähe: Mühleberg), deren verbrauchten radioaktiven Brennstoffe die nächsten 24’000 Jahren (Plutonium) noch einiges Kopfzerbrechen bereiten werden. Andererseits wird der Strom im Wasserschloss Schweiz auch von Stauseen generiert. Auch hier gibt es (umweltschützerische) Kritik.

Ohne Strom läuft auch in Zukunft nichts. Ich fände es aber sehr wichtig, unser Land so unabhängig wie möglich von fernen Rohstoff- resp. Energiequellen zu machen. Würden aber alle Häuser sofort umgerüstet, gäbe dies – abgesehen von untragbaren finanziellen Aufwänden, auch Probleme mit der Energieversorgung. Es müssten wohl oder übel neue Kernkraftwerke und Stauseen gebaut werden.

Wie auch immer – irgendeinmal werden wir diesbezüglich vor grossen Problemen stehen (ausser jemand erfindet eine günstige, umweltschonende Energiequelle, was ich persönlich aber als nicht möglich erachte). Je mehr wir uns bereits so früh als möglich mit den Fragen befassen und mit unseren exzellenten technischen Hochschulen Grundlagenforschung betreiben und Erkenntnisse dann auch umsetzen, desto einfacher werden wir den Übergang meistern können.

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Ein Kommentar Kommentare

heiz sagt:

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