Dienstag, 18. April 2006

JSVP und die linke Presse (wieder einmal)

Ich, in einem (bisher noch unveröffentlichten) Kommentar auf einen – wieder einmal – fantastischen Artikel der Jungen SVP, die dem Tölpel vom Land erklärt, wie das mit der Presselandschaft in der Schweiz in Wirklichkeit aussieht. Eigenes Denkvermögen scheint langsam Mangelware zu werden:

Jungs, ich finde es ja super, wie ihr die Medienlandschaft wöchentlich charakterisiert: Link, linker, am Nettesten. Die Leser haben es mittlerweile wohl begriffen, wie die Medienwelt insgeheim von der SP regiert wird … Inwiefern dies der Wahrheit entspricht, sollte nicht von einer politischen Partei, sondern von neutralen Wissenschaftlern untersucht werden. Oder habt ihr schon mal etwas von „Bias“ gehört? Nein, wohl nicht …

Spätestens wenn man das Qualitätsblatt 20 Minuten als Retter der seit jeher von einer linken Diktatur geführten Presselandschaft preist, hat irgend jemand etwas schlicht nicht begriffen.

20 Minuten kämpft nicht als rechte Stimme im im linken Blätterwald, sondern hat ausschliesslich (und das unterschreibe ich!) den kommerziellen Erfolg im Hinterkopf. Klartext: Money, money, money. Und das aus dem Anzeigemarkt. Damit die Rendite stimmt, kann man auch kaum professionelle Journalisten anstellen, sondern kauft Agenturmeldungen ein. Als Folge davon vermischen sich bei dieser Zeitung zunehmend Anzeigen und Redaktioneller Teil. Ist 20 Minuten der Prototyp einer der SVP genehmen Zeitung? Wieso nicht die NZZ, die auf mehr als 200 Jahre zurückblicken kann? Die tagtäglich von einem Grossteil der Entscheider unseres Landes gelesen wird (sehr wahrscheinlich sogar der Christoph B.?). Kennt jemand einen Entscheider, der sich als Leitzeitung 20 Minuten ins Haus holen lässt? Eben.

Und wenn nun das Pendlerblog links angehaucht ist: Könnte man ein Pendlerblog füllen, würden die Autoren täglich die NZZ, den Tagi, den Bund oder sonst eine der Abonnentenzeitungen unter die Lupe nehmen? Könnte es sich hier nicht eher um eine Koinzidenz handeln, ein Zufall? Aber nein, in den Augen des JSVPlers gibt es an jeder Hausecke Verschwörungen, und dies ist eine davon.

Ich lade die JSVP ein, in Zürich oder Bern oder Fribourg an einer oder mehreren Veranstaltungen der Medien- und Kommunikationswissenschaften teilzunehmen, um für einmal die wissenschaftlich-fundierte Meinung von gestandenen Professoren zu erfahren … Die Welt ist manchmal doch nicht derart schwarz-weiss, wie sie hier dargestellt wird. Think about it.

Gruss
Mario

Quelle: 20Minuten: Linke erklären der Pendlerzeitung den Krieg

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Labels: Politik

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