Mittwoch, 5. Juli 2006

Tempo 80? Nein, Fahrgemeinschaften!

Kollege Sommer wird beim Lesen des Titels zwar einer akut allergischen Reaktion erliegen, doch ich meine es ernst:

Am Dienstagmorgen durfte ich zwecks Prüfung seit langem wieder einmal so einen richtigen Stau bei der Ausfahrt Forsthaus geniessen. Kein Wunder: Kurz vor Acht ist bei den Eingängen zur Stadt die Hölle los. Dichtgereiht steht Personenwagen hinter Personenwagen. Und immer bietet sich dasselbe Bild: In Reih und Glied tuckern überdimensionierte Kombis, in der genau eine Person sitzt. Schon rein nur von der Platzverschwendung her liesse sich der Stau gut und gerne halbieren, wäre jedermann mit einem Smart unterwegs.

Und doch: Vereinzelt erblickt das geübte Auge – einem Lichtblick gleich – zwei oder ganz ausgefallen: drei Personen, die den heute so vergötterten Individualismus über den Haufen geworfen und sich zu einer Fahrgemeinschaft zusammengeschlossen haben. Schon erstaunlich: Der Rest steht irgendwie dennoch genau zur gleichen Zeit individuell gemeinsam im Stau …

Für mich ist es unlogisch, wieso Öko-Verbände nun Tempo 80 fordern, um den alljährlichen Schadstoffemissionen im Hochsommer Herr zu werden. Da müssen viel drastischere und effektivere Massnahmen her.

Ich fordere deshalb:

  • Freie Fahrt für Fahrgemeinschaften! Sind Fahrzeuge mit mehr als einer (oder zwei?) Person beladen, gibt es freie Fahrt mitten in die Stadt. Wer dagegen unbedingt den Individualisten heraushängen will, darf dies gerne tun. Einerseits werden die Individualisten aber auf eine eigene, halt etwas überfüllte Spur verfrachtet, anderseits ….
  • Roadpricing Wer es nicht lassen kann und zwingend per Auto in die Stadt brennt, bezahlt halt eine Einlassgebühr. Moderne Wegelagerei des Staates, sozusagen. Individualisten werden hier deutlich stärker zur Kasse gebeten, vor allem wenn sie mit überdimensionierten Fahrzeugen unterwegs sind. Natürlich gelten Ausnahmen für beruflich genutzte Fahrzeuge (den Maler kann man ja nicht für seine Farbkessel im Fonds bestrafen).

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