Mittwoch, 6. September 2006

KOSA: Wo bleibt die dritte Option?

Heute war wieder einmal Training angesagt. Und für einmal lag nicht das von mir vielgelesene FACTS auf, sondern die Weltwoche. Genauer gesagt: Nr. 35/2006.

Eigentlich finde ich in diesem Druckwerk ja leider nur noch selten lesenswerte Artikel (falls es mir noch dann und wann überhaupt in die Hände fällt), doch heute, wenige Wochen von der „Mutter aller Abstimmungen“ (okey, ich übertreibe), fand die Polter-Postille zum alten Glanz zurück:

Robin Hoods Verrat

Kurz vor der Volksabstimmung heisst es, die Nationalbank dürfe nicht zum Selbstbedienungsladen werden. Welch ein hohles Getöse! Sie ist’s doch, leider, längst.

Quelle: Robin Hoods Verrat

Markus Schär Schneider erläutert darin, wieso die Bürgerlichen in der Abstimmung zur KOSA-Initiative den Linken vorwerfen, was sie, die selber bereits längstens tun: Das Volksvermögen „regelwidrig“ abzuzweigen. Während die Linken die Gewinne neu der AHV zufliessen lassen wollen, haben die Bürgerlichen bereits vor Jahren die Weichen gestellt: Das Geld der Nationalbank fliesst auf ihr drängen hin zu einem Drittel an Bund, zu zwei Dritteln an die Kantone.

Schär schlussfolgert, dass es – wenn es allen Politikern jeglicher Couleur – wirklich um den „richtigen“ („ehrlichen“?) Einsatz des Volksvermögens ginge, man es uns direkt auszahlen solle. Jahr für Jahr, pro Kopf, bar auf den Laden. Das gäbe für jedermann einen Zustupf von ca. 340 SFr., schön egalitär verteilt. Was man dann damit anstellen würde, bliebe dahingestellt. Und nicht – wie es die Linken im Sinn haben – für die mehrheitlich gut situierten Pensionäre, oder – wie es die Bürgerlichen bis anhin gepflegt haben – für Bundesbern und die Kantone.

Für einmal gefällt mir Schärs pragmatischer Vorschlag sehr. Schade, dass es auf dem Abstimmungszettel neben ‚JA‘ und ‚NEIN‘ keine andere Wahl gibt …

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