Montag, 25. September 2006

Je weniger Ausländer, desto mehr Ja-Stimmen?

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Stimmverhalten Asylgesetz
Originally uploaded by emeidi.

Als am gestrigen Abstimmungssonntag die endgültigen Resultate aus Downtown Switzerland eingetrudelt waren und die Tabellen der Volksbefragung komplettierten, versuchte ich mich für einmal als Claude jun. resp. Politwissenschaftler.

Denn gerade die hohe Ja-Stimmenzahl in den rückständigen Kantonen unseres Landes erstaunte: Aus dem Bauchgefühl heraus hätte ich gesagt, dass sich gerade in die innerschweizerischen Kantonen wie Schwyz oder Uri kaum ein missbrauchsgeiler Asylant verirren würde. Was will er dort schon? Einerseits treiben sich dort kaum Abnehmer für weisses Puder herum, andererseits herrscht eine – sagen wir – leicht xenophobe Atmosphäre.

Meine Forschungshypothese lautete also: Aus Urängsten, die sich wohl im dunklen Mittelalter ausgebildet und danach genetisch weitervererbt hatten (okey, das ist sehr populärwissenschaftlich), stimmen vor allem Bürger innerschweizerischer Kantone (unter anderem) sehr xenophob ab, obwohl sie pöhse, pöhse Missbräuche durch unsere ausländischen Gäste nur durch’s Hörensagen kennen. In Kantonen, wo der Ausländeranteil an der Bevölkerung hoch ist, sind die Ja-Stimmen deutlich tiefer.

Datengrundlage

Für die Abstimmungsresultate (hauptsächliches Interesse: Prozentanteil Ja-Stimmen Verschärfung Asylgesetz) bediente ich mich auf der Web-Site der NZZ, speicherte das Dokument als HTML-Datei ab und importierte es danach in Microsoft Excel.

Danach benötigte ich logischerweise Angaben über die Bevölkerungszahlen der Kantone sowie dem (prozentualen) Anteil an ausländischen Einwohnern. Und wo findet man das? Mit viel Mühe und Not auf der Web-Site des Bundesamtes für Statistik: Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit und Geschlecht, nach Kantonen und Städte (via: Bevölkerungsstand und -bewegung – Analysen. Aktuellste Daten)

Zwischenresultat

Als Zwischenresultat dient die obenstehende Grafik. Auf den ersten Blick ist leider keine klare Aussage zu machen, eine weiterführende Untersuchung bietet sich an.

SPSS, anyone?

Kollegen mit volks- oder betriebswirtschaftlichem Hintergrund sollten wissen, wie man mit SPSS & Co. nun die Korrelation berechnet. Ist wirklich Fleisch am Knochen? Die Excel-Datei findet sich hier: abstimmung-2006-09-24.xls.

Kritik

  • Die Zahlen müssten viel eher auf Gemeinde-Ebene erhoben werden, denn in Kantonen wie Bern werden Ausschläge wie in der Stadt Bern durch das Stimmverhalten ländlicher Regionen geglättet.
  • Eventuell müsste die Korrelation mit Asylbewerberheimen und deren Insassen hergestellt werden. Ich bin mir nicht sicher, ob diese vom BfS auch unter ‚Ausländer‘ geführt werden.

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