Montag, September 04, 2006
Wider dem Wachstum
"Es geht vielmehr um die so genannte Nutzenmaximierung - also dass man das macht, was für einen am besten ist. Dieser Nutzen kann aber nicht quantifiziert und verglichen werden, weshalb Wirtschaft und Politik mit dem blutleeren Nutzenbegriff nie viel anfangen konnten. Daher hat man ihn einfach durch Wachstum ersetzt - und stillschweigend angenommen, dass die Menschen mit immer mehr Gütern und Dienstleistungen auch einen immer höheren Nutzen erreichen. So ist in der Wirtschaft heute auch nie vom Glück der Menschen, sondern immer von Wachstum die Rede. [...]"
Quelle: "Viele hätten lieber mehr Freizeit" (Interview mit Mathias Binswanger), Der Bund, 4. September 2004, S. 9.
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Schön und gut, aber Herr Binswanger hätte auch lieber Philosophie studiert, und seine Habilitation darüber geschrieben, "Was ist Glück?".
Denn seine Theorie ist meiner Ansicht ziemlich auf sich und seinesgleichen bezogen: im mittleren Lebensabschnitt, keine finanziellen Sorgen, den höchsten akademischen Titel erhalten,...etc.
Da stellt sich zwangsläufig die Frage nach Glück und weiteren Herausforderungen im Leben.
Für den Grossteil der Menschheit ist dieser Zustand allerdings nicht zutreffend, nicht mal in der Schweiz. Da geht es immer noch um so triviale Wünsche wie ein schöneres Auto, teurere Ferien, grösserer Garten...etc.
Klar ist es fraglich, ob mehr Geld glücklicher macht als weniger. Aber Fakt ist halt einfach, dass jeder lieber mehr Geld hat als weniger. Und solange das so ist, wird das Wachstum auch die entscheidende Grösse bleiben.
Das stimmt eigentlich. Nur begeht Herr Binswanger offenbar denselben Fehler, in dem er "weiss" bzw. behauptet, viele hätten lieber mehr Ferien. Warum überlässt er diese Entscheidung nicht einfach dem Einzelnen, ob er mehr Geld oder Freizeit möchte? Es braucht keine Politiker oder Intellektuelle, die "wissen", was die Menschen wollen und was sie glücklich machen soll.