Freitag, März 31, 2006
Urtümliches GUI
Apples Dreissigster muss gehörig gefeiert werden. Natürlich machen auch die namhaften IT-News-Sites mit und haben bereits vor dem Jubiläumstag 1. April (kein Scherz!) erste Artikel veröffentlicht:
Ganz spannend finde ich Polaroid-Fotos von dem ersten von Apple entwickelten GUI für seine Lisa:
Zwei Erkenntnisse: a) Menus unterhalb des Applikationsfensters? Scrollbars links?
Der "Durchbruch" kam dann mit der Idee, die Menuleiste nicht am Applikationsfenster selbst, sondern immer am oberen Bildschirmrand anzuzeigen:
Dieses Konzept wird von vielen Usability-Experten demjenigen von Windows vorgezogen (das Menu haftet dort immer noch am Applikationsfenster selbst).
Nebenbei bemerkt: Ist meinen Lesern schon aufgefallen, dass ab Windows 95 bei Microsoft im Vergleich zu Mac OS immer alles spiegelverkehrt abläuft? Tjach, das ist halt das Problem, wenn man abkupfern muss. So befindet sich das Apfel-Menu (in Form eines Windows-Logos und "Start"-Aufschrift) wie auch die Uhrzeit bei Windows am unteren Bildschirmrand. Die Icons auf dem Desktop beginnen bei Apple rechts oben, bei Windows links oben. Die Knöpfe, um Windows-Fenster zu schliessen, sind in der Titelleiste rechts angeordnet, während man sie bei Mac OS X links antrifft. Der Mauszeiger unter Windows ist weiss ausgefüllt und schwarz umrahmt, bei Mac OS ist die Darstellung gerade umgekehrt.
Dank: Kollege Liechti
Freitag, März 31, 2006
Muslime und Weltherrschaft
Ich, als Antwort auf einen doofen Artikel in einem Blog, das eigentlich alles über die Sci-Fi-Serie Battlestar Galactica besprechen sollte:
Let's have a closer look:
"Muslims to spread their religion through war" - Well, they kill people who don't believe in Islam. But I'm not sure whether this can be called SPREADING a religion? I don't recall anyone converting to Islam because of recent attacks. I wouldn't even say "muslims", since it's only a minority of Muslim believers, also known als fundamentalists, who actually kill people. As long as they don't have the means to kill billions of humans, i don't see a threat. Does anyone have figures how much westerners actually have been killed by muslim fundamentalists?
"... but most are secular and don't seem to spend a lot of time thinking much about it. This sounds like the United States." - In my eyes, those of a European citizen, I see the US as a very religious country. Well, at least your current ruling elite is know for its affection to Christianity. And since someone has to have voted for them, I assume voters tend to be religious too. Maybe I am wrong?
"This is similar to the Islamic belief that those who die in war will ascend to Paradise." - The belief you continue "living" after death is common to Christian religions as well. Actually, I see the Cylons behaviour more as a reincarnation, aligning it with Buddism and other Asian religions, not primarily with Islam.
"The resurrection ship isn't exactly Paradise, but the point is that for both Muslim and Cylon, death in battle doesn't mean the end of existence." - I don't remember a religion at all which states: "When you die, you vanish. No more consciousness, nothing. Finito".
"Obviously similar to how the Muslims use suicide bombers to attack their enemies." - True, but: The Muslims didn't invent it (well, in fact they did, but some centuries ago as a result of the crusades). Bombing is/was also common to the IRA in Ireland or the ETA in Spain. Both terrorist groups consisting of people with Christian belief.
"Similarly, the Muslims have a plan to take over the world by spreading all over and gradually edging out the other religions." - I guess the US is much closer to fulfill this "plan" ;-) The US sports a well trained army, weapons of mass destruction and even the money to get closer to "ruling the world" than any other power in history ever has.
"But the Muslims see it as part of their long-term plan to take over the world." - I guess there you really misinterpretatet the situation: I'm not sure at all whether you can even call them "the Muslims" expressing they're acting as a whole. Muslims aren't lead centrally and most of them (maybe ... 99%?) aren't even aware of such a plan. Muslims are spread over the world, living in a lot of different countries, some not democratic at all. They're not homogenous, but heterogenous and even form different religious movements like Sunnites or Shi'its.
But, of course, it is true that the numbers keep growing in the West. I'm just saying this growth isn't based on an evil plan to take over the world. Reproduction, stupid. It just happens, but the outcome isn't sure. Let's hope for the good.
Conclusion: Your thesis doesn't work out for me since it's biased.
Mittwoch, März 29, 2006
Marsgesicht - Erdgesicht
Vor einigen Jahren gab es ja diesen Hype um das Gesicht auf dem Mars in der Cydonia-Region (hier etwas wissenschaftlicher und kritisch), das sogar Spielentwickler inspiriert hat. Damals, als Games noch Spass machten ...
Dank Wikipedia auch noch gleich zwei Links auf Zak-Memorabilia:
- ScummVM - Wer die Disks noch irgendwo rumliegen hat, kann sich mit der ScummVM (Script Creation Utility for Maniac Mansion Virtual Machine) eine unter Windows und Mac OS X lauffähige Version der Games basteln. Geht übrigens auch mit vielen anderen Lucasfilm-Games (heute: Lucasarts)
- Der Soundtrack
Space Quest III wäre ein weiterer Kandidat - im Gegensatz zu meinen jungen Jahren würde ich dann endlich auch verstehen, was die englischen Befehle bedeuten, die ich aus dem Walkthrough abgetöggelt habe ...
Zurück zum Mars-Gesicht: Wieso in die Ferne schweifen, wenn es dasselbe auch hier, auf unserem Planeten, gibt? Und das Hilight kommt erst noch: Er hört iPod - unverkennbar, dank diesen massiven Ohrstöpseln.
A propos "stöpseln": Da ich nun endlich das Berater-NZZ-Folio gelesen habe, hat dieser Begriff für mich eine völlig neue Bedeutung (vgl. S. 30) ...
Via: 'iPod schlurfen' und der Weltwunder-iPod
Labels: iPod
Mittwoch, März 29, 2006
Ctrl-Alt-Del auf der Fernbedienung
[Komplexität grosser System] Es ist ein Problem. Sehen Sie, bei vielen Anwendungen, die wir bedienen, ist der Kunde sehr viel weniger tolerant als der durchschnittliche Computer-User. Wir wir zu sagen pflegen: Auf einer Ferbedienung [sic!] will man keine Control-Alt-Delete-Tasten. Die Software sollte fehlerlos arbeiten, einfach zu installieren sein und ein intuitiv bedienbares User-Interface besitzen. In den High-End-Fernsehern haben wir bereits jetzt Megabytes an Software.
Mittwoch, März 29, 2006
Raubkopieren: 3 Jahre
Wer in Deutschland als Privatanwender zum nicht-kommerziellen Gebrauch über P2P-Netze Raubkopien herunterlädt, kann künftig mit bis zu 3 Jahren Haft bestraft werden.
Zum Vergleich: Eine "schwere" (?) Vergewaltigung wird mit einer Freiheitsstrafe von 3 bis 5 Jahren geahndet.
Einen Benutzer des heise-Forums riss es zu einer ähnlichen Aussage hin:
wenn die Kontroll-Beamten aus versehen dabei erschossen werden gibt's auch 3 J.
Quelle: Beitrag
"versehen" ist aber sehr wichtig. Die Juristen kennen ja fahrlässige Tötung, Totschlag, vorsätzliche Tötung/Mord und was weiss ich alles. Einiges ist ganz niederträchtig böse, anderes dagegen nicht weniger schlimm ...
Nun gut, ran an den Speck:
Mein Name ist Guybrush Threepwood und ich möchte Pirat werden!
Quelle: Beitrag
Dienstag, März 28, 2006
Entwarnung: Patriarchat, welcome back!
Gestern noch war ich durch den Vaterschafts-Artikel im Magazin verunsichert, heute streicht man mir Balsam auf die Wunden:
Entgegen allen bisherigen Tendenzen weiblicher Emanzipation in den Industriestaaten stehe die "Rückkehr des Patriarchats" bevor. [...] "Von wegen", meint Longman, "gerade die Gesellschaften, die am weitesten säkularisiert und am großzügigsten mit Wohlfahrtsstaaten ausgestattet sind, werden in dem Maße anfällig für religiöse Erneuerungen und eine Wiedergeburt der patriarchalen Familie sein, in dem die öffentliche Wohlfahrt nicht mehr finanzierbar ist.
Quelle: Die Rückkehr des Mannes. Mach's noch einmal, Macho!
Andererseits haben die Nazis auch dann - oder gerade deswegen - noch an ihre Wunderwaffen und den Endsieg geglaubt, als die Russen schon auf dem Reichstag herumtanzten. (Ich hoffe, der Vergleich ist nicht zu makaber ...)
Dienstag, März 28, 2006
Wir haben zu viele Juristen
Nur so ist solcher Schwachsinn zu erklären:
Markenstreit zwischen Bild-T-Online und Volkswagen
Quelle: Skurriler Markenstreit: Dein Volk? - Mein Volk!
Ich hege immer mehr den Verdacht, dass sich durch derartige Kunststücke ein ganzer Stand seine Daseinsberechtigung schafft und zu seinem täglichen Brot kommt. Aber dies ist wirklich nur eine unbewiesene Vermutung.
Dienstag, März 28, 2006
Bullshit Bingo
Gestern schrieb der Jürg endlich etwas über die Intranet-Fachtagung von letztem Mittwoch, vergass dabei aber, mich als anwesenden Blogger zu erwähnen (wir Narzisten sind ob solcher Dinge sehr, sehr gekränkt *zwinker*). Wie dem auch sei: Danke für die Gastfreundschaft und das Zugbillet - "es het gfägt"!
Per Zufall strauchle ich heute nun über eine Headline in meinem RSS-Reader:
Genau diesen Begriff habe ich an der Fachtagung aus Jürgs Mund gehört und notiert, um es später in einem Blog zu verarbeiten. Natürlich habe ich die Notizen bis heute nicht mehr hervorgeholt, weshalb Bullshit Bingo relativ schnell aus meinen grauen Hirnzellen verdrängt wurde.
Was, also, ist jetzt Bullshit Bingo? Wie die Web-Site bereits proklamiert:
Do you keep falling asleep in meetings and seminars? What about those long and boring conference calls? Bullshit Bingo is a way to change all of that! [...] Check off each block when you hear these words during a meeting, seminar, or phone call. When you get five blocks horizontally, vertically, or diagonally, stand up and shout BULLSHIT!
Quelle: Bullshit Bingo [Random!]
Aus dem Stegreif würde ich meinen, dass das Bingo vor allem von den Kollegen Wittwer und Zwahlen gespielt werden könnte. Alle anderen Kollegen arbeiten/studieren/vegetieren zur Zeit in (vorerst noch) Buzzword-Resistenten Umgebungen. Ausser vielleicht die Betriebswirte ...
Dienstag, März 28, 2006
Osthilfe-Referendum
Verschiedene Parteien sammeln zur Zeit die 50'000 Unterschriften, die nötig sind, um das Referendum gegen die Milliardenzahlung an die östlichen EU-Staaten zu ergreifen.
Die SVP betont zwar, dass es ihr nicht um die Verweigerung der Zahlung geht, sondern viel eher darum, dass klar spezifiziert wird, aus welcher Departementskasse der Betrag geleistet werden muss.
In einem Kommentar zum Artikel im SVP-Blog habe ich eine Frage gestellt, leider aber (bisher noch) keine intelligente Antwort erhalten:
Frage: Sammelt die SVP also separat Unterschriften, die für eine andere Vorlage gelten als diejenige der Lega/SD? Die Vermengung beider Referenden fände ich unklug, da das Volk die Wahl haben sollte zwischen:
- Wir folgen den Räten
- Wir folgen der SVP und begrenzen die Ausgaben nach oben hin und legen klar fest, aus welchen Departementen die Milliarde herkommen soll
- Wir folgen der Lega/SD und wollen gar nichts zahlen
Falls b) und c) als Paket daherkommen, möchte ich bei der Elefantenrunde dann keine Interpretation der Abstimmungsresultate hören, denn diese ist dann schlichtwegs unmöglich.
Quelle: SVP-Referendum gegen das Osthilfegesetz
Unmöglich deshalb, weil der eine das Nein als Nein zu EU, Geldzahlungen ins Ausland etc. deuten wird, der andere aber der Meinung ist, dass das Volk nur darauf pocht, die Zahlungen einem bestimmten Departement anzulasten.
Labels: Politik
Dienstag, März 28, 2006
Blocher kommt!
Die Vorlesung Einführung in die politische Kommunikation des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft Bern wird am 25. April von keinem geringeren als unserem Bundesrat und Justizminister Christoph Blocher beehrt.
Dienstag, März 28, 2006
Männer.ch
Sogar mit Nackten:
Motto: Männer aller Länder, vereinigt euch. Spass bei Seite: Gut gemacht, aber wohl einfach noch zu wenig bekannt. Der ist gut:
Was wir nicht wollen: Männer anprangern, die Prostiuierte aufsuchen oder Sex in audio-visuellen Medien konsumieren.
Männern ermuntern, Prostiuierte aufzusuchen oder Sex in audio-visuellen Medien zu konsumieren.
Quelle: mann und sexualität (ist ja klar, dass ich das als Erstes ansurfe).
Ja was denn jetzt? ;-)
Dank: Kollege Liechti (hoffentlich wird das nicht zur Tagesordnung? *grins* -- Nachtrag: Nein, nicht das Audiovisuelle und so, sondern die Hinweise auf interessante Web-Sites)
Dienstag, März 28, 2006
Geisterwolke über der Elbe
[...] mysteriöse Himmelsphänomene in Norddeutschland
Da hat man X-Files eben doch zu früh abgesetzt! I Want To Believe.
Montag, März 27, 2006
Mail.app - Top oder Flop?
Das Blog Hawk Wings hat einige "Promis" aus der Mac-Szene zu Mail.app (oder Apple Mail) befragt und die Interviews nun übersichtlich und leicht zugänglich online gestellt.
Jawohl, auch ich bin - entgegen den Versuchen von Kollege Liechti, der mich auf die dunkle, thunderbirdige Seite der Macht ziehen will - immer noch ein Mail.app-Fan. Fan? Na gut, Benutzer, auf jeden Fall. Um ein Fan davon zu werden bräuchte die Applikation wirklich noch eine umwerfende Politurmischung.
Was mich an Mail.app (10.3.9) stört:
- Manuelle Signaturen. Ich kann (ohne Plug-Ins von Dritten?) nicht festlegen, dass Mails von einem bestimmten Account eine bestimmte Signatur zugewiesen bekommen.
- Nichtbeachten der .mailboxlist Obwohl ich ursprünglich den (proprietären) Mail-Server unserer Uni verdächtigt hatte (juhu, er wird bald gegen etwas Quelloffenes ausgetauscht), liegt es doch tatsächlich an Mail.app. Thunderbird hat nämlich keine Probleme. Meinen Workaround habe ich im Netz veröffentlicht. Leider befürchte ich, dass mein Gebastel bei der Migration zu Problemen führen wird.
Folgenden Kritikpunkt erstaunt mich dann doch aber sehr:
When it comes to writing, its mail composition environment is clumsy and primitive.
Quelle: Talking Mail.app: John Gruber
... sowie ...
The text editor is weak. I’d love it if I could edit using an external editor (as in pine and mutt) or if a really great text editor was part of the app (as in Mailsmith).
Quelle: Talking Mail.app: Brent Simmons
Als fortgeschrittener ITler bin ich Plain-Text-Fetischist. Das ist mit Mail.app perfekt möglich. Schliesslich ging damals im Vorläufer von Swissnex (wie hiess das bloss schon wieder? Da dieses Bulletin-Board, auf das ich via die altehrwürdige Bümplizer Box mit 2400-Baud-Modem zugegriffen habe ...) noch kein HTML durch die Leitung. Dort habe ich auch gelernt, wie man richtig quotet. Wenn ich ehrlich bin: Ich hasse TOFUs! Alle! Jeden einzelnen, der so verschwenderisch mit der Bandbreite umgeht.
Item. Das Quoting. Perfekt gelöst - eigentlich der Grund, wieso ich (noch) nicht auf Thunderbird umgestiegen bin. Normalerweise kopiere ich aus dem Quote diejenige Abschnitte "nach oben", die ich gerade beantworten möchte. Mit Thunderbird gibt es im Plain-Text-Modus dann immer komische Umbrüche, wie ich sie gar nicht will. Mail.app dagegen verhält sich schön brav - 99% der Zeit, jedenfalls. Manchmal aber ...
Another one is that weird vertical-bar-quotation thing. When I’m writing a reply, that bar sometimes gets stuck in odd locations and I can’t figure out how to delete. What’s wrong with >, like every other email app?
Quelle: Talking Mail.app: Brent Simmons
Ha! Genau darunter leide ich auch manchmal. Ich scheine also nicht der Einzige zu sein, der dieses Problem am eigenen Leibe erfahren hat.
Schluss
Etwas Politur täte wirklich gut. Vielleicht liegt's ja daran:
[...] In general, my impression is Mail.app is lumped in with a group of other apps which a larger team is responsible for.
In some cases, that’s meant one guy is working on it in addition to other projects, or a group hopping from project to project is, or no one is. Even when someone is working on it, what they’re doing is primarily handed down from management and marketing rather than a group of guys who live and breathe the app.
Quelle: Talking Mail.app: drunkenbatman
Montag, März 27, 2006
Probleme heutiger Väter
[...] An was erinnern sich erwachsene Männer, wenn sie an ihre Väter denken? Was war das Wichtigste, was einem der eigene Vater mitgegeben hat?
Am besten, man fragt in seinem Freundeskreis nach. Was auffällt ist, wie banal oder pathetisch manche dieser Geschichten sind. In vielen Erinnerungen tauchen die Väter als tragikomische Gestalten auf, als eine Mischung aus Grand Guignol und Tyrann. «Ich erinnere mich», erzählt ein Freund, «wie mein Vater mir mal feierlich im Zug gezeigt hat, wie man eine Zeitung so faltet, dass man sie mit einer Hand lesen kann.» Ein anderer: «Er gab mir einen einzigen Satz mit auf den Weg: Wenn du schwul bist, mache ich dich kaputt.» Noch ein anderer: «Ich erinnere mich an den grossen Löffel, der während des Essens immer in meine Richtung geflogen kam.» Oder: «Er konnte zu meinem grossen Vergnügen auf Kommando furzen.» Nick: «Im einzigen wirklich persönlichen Gespräch, das mein Vater je mit mir geführt hat, erklärte er mir, warum er meine Mutter verlassen hat.»
Quelle: Mütter zweiter Klasse
Gelerntes
a) Ich muss wieder vermehrt Das Magazin lesen.
b) Nach der Lektüre des gesamten Artikels bin ich das, was den Männern von heutzutage immer wieder vorgeworfen wird: verunsichert.
Die dann folgenden Vorwürfe sind Klassiker: Mal ist die Wohnung zu klein (95 Quadratmeter), dann das Auto (VW Golf), dann Nicks Lohn (100 000 brutto). Auf einem Spaziergang treffen die beiden ein befreundetes Paar, ebenfalls mit Baby. Und mit Bugaboo. Der Bugaboo, muss man wissen, ist statusmässig so was wie der BMW X5 unter den Kinderwagen – und deshalb für Zürcher Szenenmamis ein absolutes «must have». Verglichen damit, lag Gabriel in einem zwanzig Jahre alten VW Passat. «Den ganzen Abend musste ich mir anhören, was für eine blöde Idee es gewesen ist, auf Ebay diesen Schrotthaufen von einem Kinderwagen zu ersteigern», sagt Nick.
Oh Gott! Das könnte morgen auch mir passieren. Aber es kommt noch schlimmer:
Der Dämon schlich sich in Form eines einzigen Satzes in die Wohnung. Nun schlängelt er sich durch den Alltag der Eheleute, wetzt nachts sein schärfstes Messer. Der Satz lautete: «Ich liebe dich als Hausmann, erotisch finde ich dich in dieser Rolle aber nicht mehr.»
Ende, aus. Spätestens jetzt hätte ich die Reissleine gezogen. Erzeuger, Financier - und als Dank ein warmer Händedruck? Gescheitert an den überhöhten Anforderungen der Partnerin? Rückenschuss? Jetzt krieg' ich wirklich langsam Angst.
Ist die Rollenteilung des 21. Jahrhunderts vielleicht doch nicht das gelbe vom Ei? Dabei war ich gerade bis vor Kurzem noch Fan der Vorstellung, im Haushalt anzupacken. Scheitert eine Ehe/Konkubinat/Partnerschaft mit Kind dann schon nach drei statt zwanzig Jahren? Was ist dann besser für das Kindeswohl, abgesehen, dass das Vater- (und aus meiner Sicht: ferner) das Mutterwohl ja auch nicht zu vernachlässigen ist?
Handelt es sich hierbei um einen Kampf, den der "moderne" Mann (die Neandertal-Rolle gefällt mir eigentlich aber auch nicht schlecht, wenn ich ehrlich bin ...) schlichtwegs nur verlieren kann? Düstere Aussichten!
Das Magazin weiss leider auch nicht weiter:
Die zentrale Frage ist jedoch offen geblieben: Wie funktioniert eine moderne Familie am besten?
Ich hoffe und bete, dass man es bis in etwa fünf Jahren herausgefunden hat.
Dank: Kollege Stuker (ohne Nachwuchs).
Montag, März 27, 2006
Dateien per scp kopieren
Da ich mein Blog ab und zu als meine öffentlich zugängliche Knowledgebase verwende, hier wieder einmal ein Tipp, wie man Linux-Tools zur Produktivitätssteigerung einsetzt:
scp -r * user@server:/path/to/destination/dir
Einsatzzweck: An der Universität haben wir einen Institutsserver, auf den die Dozenten Unterrichtsmaterialien hinterlegen. Als Webmaster habe ich die Aufgabe, diese Unterrichtsmaterialien über den Web-Server der Universität (passwortgeschützt) den Studenten zugänglich zu machen.
Da ich zu 99% von zu Hause aus arbeite, verschob ich die teilweise Megabyte-Grossen Dateien bisher folgendermassen:
- Einwahl via Cablecom Hispeed ins Uninetz mittels VPN
- Mounten des SMB-Shares auf dem Instituts-Server (Mac: Apfel-K, danach smb://130.92.x.y/sharename)
- SFTP-Login auf den Web-Server mittels Transmit
- Drag-and-drop der Files vom Finder-Fenster in das Transmit-Fenster
Nachteil: Die Daten wurden auf diese Weise immer zuerst vom Fileserver auf meinen Client heruntergeladen und danach gleich wieder auf den Web-Server hochgeladen. Aufgrund der VPN-Verschlüsselung und dem lahmen Upload-Speed von max. 40kBit/s bei Cablecom war dies oft ein langwieriges Unterfangen.
Mit der neuen Methode scp können die Dateien remote kopiert werden, verlassen also das Universitäts-Netzwerk nicht. Der Geschwindigkeitsgewinn ist enorm, die Arbeit schneller erledigt. Produktivitätssteigerung eben - der Grund also, wieso man im Laufe der Zeit mit weniger Mitarbeiter mehr leisten kann. Nebenbei: Spricht man eigentlich auch von Produktivitätssteigerung, wenn die Qualität einer Dienstleistung sinkt?
Dank: Kollege Liechti.
Sonntag, März 26, 2006
"Politische Agitation gegen den Rechtsstaat"
Demonstrationen in Pariser Vororten oder auch jene betender Muslime vor dem Bundeshaus haben gezeigt, wie gross das Potenzial für politische Agitationen gegen den Rechtsstaat ist.
Quelle: Ausländerkriminalität nach Nationalitäten erfassen
Seit wann gelten die freie Meinungsäusserung, Demonstrationen als Ausdruck dieser (notabene ohne ganz klar gesetzeswidrige Krawalle - das unterstütze ich genau so wenig wie jeder andere hier) und das Beten vor dem Bundeshaus als "politische Agitation"?
Was ist Christoph Blochers Albisgüetli-Rede, in der er gegen zwei vom Bundesgericht geschützte angeblich gefährliche Asylbewerber wettert, anderes als "politische Agitation gegen den Rechtsstaat"? Wo ein Bundesrat, und gerade noch der Justiz-Minister, die Gewaltentrennung in Frage stellt und sich über Entscheide des Bundesgerichts stellt?
Labels: Politik
Sonntag, März 26, 2006
"Muesch tschaupe!"
Heute, als ich vom Bahnhof Flamatt nach Hause trödele:
(Vater und seine ganz junge Tochter auf Drahteseln)
Vater: "Muesch tschaupe wede schautisch!"
Tochter: "Werum?"
Jeder fängt einmal klein an - nur vergisst man all zu oft, dass Selbstverständliches eben doch nicht so selbstverständliches ist.
PS: Viel Spass bei den ersten Fahrstunden mit dem Auto. Dann während dem Schalten Gas zu geben, wird den Fahrlehrer entzücken ... *smile*
Samstag, März 25, 2006
Auch Schweizer ausweisen!
Beim tobenden Autofahrer handelt es sich um einen 44-jährigen Schweizer aus dem Luzerner Seetal. Er war alkoholisiert und lenkte das Auto trotz Führerausweisentzug.
Quelle: Autofahrer geht auf Polizei los
Hatten wir doch diese Woche bereits einmal - da empörten sich die SVP-Blogger über Türken, die Basler Polizisten spitalreif geschlagen haben. Auch ich empörte mich einerseits über den mangelnden Respekt vor unseren Freunden und Helfern, aber auch über die Ausländerhetze der SVP.
Ich war damals der Meinung, dass in der Schweiz der Respekt vor der Polizei generell quer durch alle Bevölkerungsschichten rapide abnimmt. Es spielt dabei keine Rolle, ob man den Pass nun hat oder nicht:
Ich sage: Es muss hier hart durchgegriffen werden (wirklich!). Wer Widerstand gegen die Staatsgewalt leistet, soll dementsprechend bestraft werden. Mir ist dabei aber eigentlich egal, welcher Hautfarbe und welcher Herkunft jemand ist. Repression ist das eine - aber wir alle, Einwohner der Schweiz, ob Eidgenosse oder nicht, sollten uns auch überlegen, wie wir den Respekt vor den Bullen wieder generell heben können.
Quelle: Ausländer verhauen unsere Polizisten.
Es ist nämlich überhaupt nicht so, dass wir Schweizer uns ehrfurchtsvoll vor der mit Blaulicht eintrudelnden Bullerei verbeugen und kein Wort mehr rausbringen. Heute regt sich doch jederman bis zur Weissglut auf, wenn er Parkbussen erhält, wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen gebüsst wird - sprich die "letzte Freiheit" der Bürger im 21. Jahrhundert, das Autofahren, eingeschränkt wird. Ein bekannter SVP-Politiker und Bundesrat befürchtet hier sogar die "Kriminalisierung der Gesellschaft". Dass er damit indirekt aber selbst die Polizei und die Durchsetzung von Gesetzen anprangert, vergisst man lieber schnell wieder ...
Sie wollen mehr Selbstverantwortung und mehr Freiheit, keineswegs mehr Freiheit herrscht im Strassenverkehr, oder?
Blocher: Nein, das habe ich ja öffentlich gesagt – ich bekämpfe die zunehmende Kriminalisierung der Gesellschaft, die dadurch entsteht, indem man Bagatellvergehen bestraft.
Quelle: "Ich bin ein Verfechter des Kollegialitätsprinzips"
Liebe SVP, was machen wir jetzt? Die Türken könnte man schlimmstenfalls ausweisen, wenn ihr euer Vorhaben durchbringt - diesen Affen hier aber, mit rotem Pass und Schweizerkreuz darauf, der besoffen Auto fährt, den Ausweis aber schon entzogen hat, unsere Landsleute und Gäste aus dem Ausland gefährdet und danach auch noch kein Respekt vor der Staatsgewalt aufweist - den sollte man doch gleich als erstes ins Meer kippen ... Aber eben, er ist Schweizer und darf sich deutlich mehr erlauben, richtig?
Labels: Politik
Samstag, März 25, 2006
iPod, done right
Once a company devises a great product, he says, it has a monopoly in that realm, and concentrates less on innovation than protecting its turf. "The Mac-user interface was a 10-year monopoly," says Jobs. "Who ended up running the company? Sales guys. At the critical juncture in the late ’80s, when they should have gone for market share, they went for profits. They made obscene profits for several years. And their products became mediocre. And then their monopoly ended with Windows 95. They behaved like a monopoly, and it came back to bite them, which always happens."
Daring Fireball geht in diesem exzellent Artikel darauf ein, wieso Apple mit dem iPod (bisher) nicht denselben Fehler begangen hat, wie damals mit dem Windows deutlich überlegenen Mac OS. Kurz und bündig: Apple sitzt nicht herum und streicht mit dem iPod saftige Gewinne ein, nein, Apple bringt in einem Innovationszyklus von 6-12 Monaten immer neue, verbesserte Geräte heraus, verkauft diese billiger als möglich und lehrt der Konkurrenz das fürchten (Konkurrenz? Welche Konkurrenz? Etwa Creative? Oder diese 64MB-MP3-Player, mit denen sich minderbemittelte Gangster-Pimps brüsten).
Es ist schön zu sehen, dass Microsoft in diesem Markt für einmal kein Monopol einrichten konnte (dagegen Apple, mit ihrem iPod-Ökosystem aus Player und Musicstore). Wer weiss, vielleicht hat Microsoft den Gipfel seiner Popularität bereits überschritten?
Labels: iPod
Freitag, März 24, 2006
Microsoft, Microsoft ... *tz*
Zuerst müsst ihr eingestehen, mit Windows Vista nicht rechtzeitig fertig zu werden und verschiebt die Produktveröffentlichung (für Heimanwender) ins nächste Jahr. Anstelle "late 2003" wird Vista voraussichtlich mehr als drei Jahre später als geplant veröffentlicht. Bis zu besagtem Januar wird niemand das neue Windows benutzen, da Unternehmen, die bereits im Oktober 2006 auf Vista zugreifen könnten, sich normalerweise hüten, Microsoft-Betriebssysteme vor dem Erscheinen des ersten Service Packs in den produktiven Einsatz zu entlassen. Und wer es trotzdem tut - Gott stehe euch bei.
Einen Tag später verschiebt man auch die Veröffentlichung von Office 12 2007 nach hinten und kündigt einen Umbau der Betriebssystemsparte an. Ein weiters Zeichen mehr, dass Microsoft zur Zeit grosse Probleme hat, und diese in den nächsten Monat noch grösser werden könnten.
Das mit der Firma seit längerem etwas nicht stimmt, veranschaulicht folgende Microsoft-Dokumentationssendung in BBC-Qualität:
Okey, Apple muss sich nicht verstecken, hat die Firma in ihrer knapp 30-jährigen Geschichte (am 1. April ist es soweit - kein Scherz) auch einige Glanzszenen produziert:
Freitag, März 24, 2006
Regierungsratskandidaten in Laupen
Heute Donnerstag-Abend war ich in Laupen und wohnte einer Wahlkampf-Veranstaltung für die kommenden Regierungs- und Grossratswahlen bei. Alle neun RegierungsratskandidatInnen standen sich selber, dem Moderator Otto Zutter (Berner Zeitung) und schlussendlich auch uns Politikinteressierten Red' und Antwort.
Konkurrenzkampf
Auf die Frage meines Vaters, ob Wirtschaftsförderung bedeute, dass Gemeinden sich untereinander mit Steuervergünstigungen etc. die Unternehmen abjagen, gab es interessante Voten. Denn schliesslich möchte man sich nicht nur gegenseitig die Arbeitsplätze abjagen, sondern auch neue schaffen. Da waren sich alle einig.
(Aus meiner Sicht) Die Bombe platzen liess darauf Eva Desarzens (Boll, FDP), ihreszeichen doktorierte Historikerin (wir sind halt doch noch zu etwas nütze). Die FDP, die sonst doch immer den Wettbewerb über alles lobt und als Allheilmittel sieht, worauf Lahme plötzlich Weltmeister über 100-Meter werden - sie als Mitglied dieser Partei schlug vor, Steuern juristischer Personen auf kantonaler Ebene einzufordern. Unternehmen könnten in unserem schönen Kanton also hinziehen wo sie wollten - sie bezahlten überall denselben Steuersatz. Der Anreiz, alle paar Jahre in neue Gemeinden zu ziehen und dabei individuelle Steuerermässigungen auszuhandeln, entfiele.
Den Nuggi jagte es mir aber endgültig raus, als selbst Urs Gasche (Fraubrunnen, SVP) (ausgerüstet mit einem ständig blinkenden Smartphone) vorschlug, die Steuern nicht nur ausschliesslich in der Wohnortsgemeinde, sondern auch in der Gemeinde zu entrichten, in der der Arbeitsplatz liegt. So, wie Gasche ausführte, würde es einem Herr Ospel (nicht explizit beim Namen genannt) dann eben rein gar nichts mehr bringen, wenn er sich in den steuergünstigen Kanton Schwyz absetzen würde. Einen Teil seiner Steuern würde er weiterhin an seinem Arbeitsort, wohl also in Basel oder Zürich, entrichten. Als anderes Beispiel wurde auch eine Person erwähnt, die in Bern arbeitet, aber im steuergünstigeren Kanton Aargau wohnt und so jährlich 10'000 SFr. sparen könne. Auch ein solches Verhalten würde durch eine Revolution des Steuersystems keinen Profit für den Einzelnen mehr einbringen.
Liebe Leute - folge ich diesen Erläuterungen und skaliere sie auf eine höhere Ebene, handelt es sich hierbei ganz und gar um eine Absage an ein heterogenes Steuersystem, das sich aus 26 Kantonen zusammensetzt ...
Auslaufmodell Kanton
Spät kam es, aber umso mehr erfreute es mich, dass quer durch die ganze Parteienlandschaft Personen das heutige förderale System der 26 Kantone in Frage stellen. Für einmal denken Politiker nicht nur an die nächste Legislatur, sondern über ihren eigenen Nasenspitz hinaus, in die Zeit, in der ich noch lebe, die Alt-Regierungsräte dann wohl aber zu Grabe getragen werden.
Natürlich geschieht die Abkehr von den Kantonen nicht über Nacht - es begeistert mich aber, dass sich langsam, aber sicher der Mut breit macht, althergebrachte Gebilde in Frage zu stellen. Leider im typisch schweizerischen Tempo - aber he, immerhin macht sich überhaupt einmal jemand Gedanken darüber.
Feinheiten
Sind Personen derart der Öffentlichkeit ausgeliefert wie die Kandidaten, erlaube ich mir immer wieder, auf Nebensächlichkeiten zu achten. Heute Abend beispielsweise auf die Fussbewegungen. Mit Blick auf das Gefuchtel oder eben die Totenstarre unter dem Tisch erkennt man sehr genau, wer angespannt, und für wen das ganze "a piece of cake" ist. Auch die Schuhmodelle sind nicht ohne: Egger-Jenzers Cowboy-Stifeli hatten es mir ganz besonders angetan *grins*
Labels: Politik
Donnerstag, März 23, 2006
Party-Photographen abwerben?
Eigentlich freuen wir uns ja über Mitbewerber, oder solche welche es gerne sein würden. Sie spornen uns an, noch besser zu werden und hart für unsere treuen Lautundspitz Fans zu arbeiten! Doch wenn ein "Filmlidrüller" plötzlich auf die Idee kommt, kurzerhand einfach alle unsere Fotografen anzuschreiben und versucht abzuwerben, dann finden wir das nicht nur ethisch bedenklich, sondern, da er das ganze noch über Lautundspitz.ch gemacht hat, einfach nur noch dämlich!
Quelle: Lautundspitz Newsletter 12/2006, 23. März 2006.
Sorry, wenn es wieder einmal so weit ist: Da stecken doch nicht etwa die von Partyguide dahinter, oder?
Sobald ich von Lautundspitz mehr über diese Story erfahre, poste ich meine Erkenntnisse hier.
Nachtrag: Doch nicht. Das kommt halt davon, wenn man den PG-Reflex schon fest einprogrammiert hat. In Tat und Wahrheit war es ein findiger Kopf von Videooo.ch:
Video ist keine Konkurrenz zu Partyfotos, sondern ein neues, spannendes Medium. Wir suchen dringend Leute, die Lust haben, hin und wieder auch mit einer Profi-Videoausrüstung aus Zürich, Bern, Basel, Luzern oder der Ostschweiz von der Partyszene zu berichten. Falls Du jemanden kennst, der sich für Video interessiert, freue ich mich über ein Mail an team@videooo.ch Bernhard Seiffert, Gesamtleitung videooo.ch
Quelle: Mail von Saxer an Mario Aeby, 23. März 2006.
Jungs, sorry, aber das will kein Mensch. Es gibt zwar auch Videodokumente von eMeidi ausser Rand und Band - aber daraus gleich einen abendfüllenden Spielfilm zu produzieren? Näää. Mal schauen, ob sich das Konzept - analog zu Handy-TV - dennoch durchsetzen wird ...
Demnächst in einem Kino in Ihrer Nähe:
Foto-Wars!
Wie kürzlich ein unerkannt bleibender Kenner der Party-Photographen-Szene süffisant im Gespräch mit bemerkte:
Wenn 50% unserer Photographen nicht mal ihre Kameras bedienen können, wie sollen Sie je von RSS gehört haben?
Dennoch: Ist das Party-Photographen-Handwerk derart kompliziert, dass man nicht etwa neue Leute mit ihrem Aldi-Kompaktkameras anwirbt (O-Ton: Blitz? Für was brauch' ich mitten in der Nacht einen Blitz?), sondern der Konkurrenz die Leute "abzugrasen" versucht?
Komische Welt ... *kopfschüttel*
Labels: Partyguide
Donnerstag, März 23, 2006
Hübsche Politikerinnen
Sie sind rar gesät, hier aber meine kleine persönliche Auswahl an Politikerinnen, die nicht nur politisieren, sondern dazu auch noch hübsch sind. Inspiriert durch die Entmachtung Masonis:
Marina Masoni (TI, FDP)

Quelle: Masoni teilweise entmachtet
Pascale Bruderer (AG, SP)

Quelle: Pascale Bruderer
Offizielles Foto (Parlament.ch)
Doris Leuthard (AG, CVP)

Quelle: CVP-Frauen Schweiz
Offizielles Foto (Parlament.ch)
Jasmin Hutter (SG, SVP)

Quelle: Willkommen bei Jasmin Hutter
Offizielles Foto (Parlament.ch)
Maya Lalive d'Epinay (SZ, FDP)

Quelle: SwissICT: Beirat
(Okey, eine gehört nicht in die Liste - welche es wohl ist?)
Nachtrag
Die Web-Site des Parlaments bietet ja 300dpi-Aufnahmen all ihrer Mitglieder an - die mühsame Bilder-Suche via Google hätte ich mir ersparen können.
Labels: Politik
Mittwoch, März 22, 2006
Ausländer verhauen unsere Polizisten
Die SVP berichtet in ihrem Blog, das heute übrigens Erwähnung in der BZ fand (Dank: Mami - ja, auch Blogger haben eine Erzeugerin), über Türken, die eine Polizeistreife bös vermöbelten (kommt davon, wenn man bei der Ausbildung unserer Freunde und Helfer spart, liebe SVP!).
Natürlich finde ich solche Vorkommnisse erschreckend, möchte aber trotz linker Manier nicht gleich rufen "Aber die Schweizer machen das ja auch!" und die Diskussion so gleich an einen toten Punkt führen. Im Gegenteil: Es muss offen darüber geredet werden und - wichtig - Lösungsansätze miteingebracht werden. Manchmal vermute ich fast, dass die SVP bei Ausländerthemen gar nicht wirklich darauf hoffen mag, dass dort auftretende Probleme gelöst werden. Wie sonst kann man dann noch lustige Wahlkämpfe schmeissen? Eben.
Ich sage: Es muss hier hart durchgegriffen werden (wirklich!). Wer Widerstand gegen die Staatsgewalt leistet, soll dementsprechend bestraft werden. Mir ist dabei aber eigentlich egal, welcher Hautfarbe und welcher Herkunft jemand ist. Repression ist das eine - aber wir alle, Einwohner der Schweiz, ob Eidgenosse oder nicht, sollten uns auch überlegen, wie wir den Respekt vor den Bullen wieder generell heben können.
Soviel zu meiner Position. Ich musste mich natürlich auch ins Kommentar-Kampfgetümmel stürzen und habe folgendes Pfund hinter feindlichen Linien liegen gelassen:
Davon ausgehend, dass der Bericht der Wahrheit entspricht, bin ich mir sicher, dass die beteiligten Personen mit aller Härte (aber gesetzeskonform, liebe Ausländerfreunde des SVP-Blogs!) angefasst werden.
Klar ist: Der Polizei als Staatsgewalt wird heutzutage kaum mehr Respekt entgegengebracht - nicht nur von jugendlichen Ausländern, notabene.
Wenn man nun die Ausweisung der besagten Personen herbeiwünscht - was machen wir in einem hypot[h]etischen Falle, wenn die Täter Schweizer sind? Die können wir ja nicht vor die Türe stellen und müssen diese ein ganzes Leben lang in unserem mehrheitlich friedlichen und anschaulichen Land ertragen. Ist das nicht fürchterlich? Wie steht die SVP zu einem solch hypothetischen, wenn auch unrealistischen Fall (wir Schweizer wissen uns ja noch zu benehmen, verkiffen nicht jährlich Millionen von Franken oder saufen uns die Birne weg)?
Ich fordere deshalb: Die Gesetze müssen wieder kompromisslos eingehalten werden. Mit drakonischen Strafen werden Verfehlungen belangt. So z.B. auch Geschwindigkeitsüberschreitungen. Gerade hier könnten wir anfangen. Denn sind es nicht nur Ausländer, die diese begehen? Wir würden diese dort an einem empfindlichen Nerv treffen.
(Wer Sarkasmus findet, darf ihn behalten)
Quelle: Nach Unfall: Junge Türken verprügeln drei Basler Polizisten
Gelungen ist meine Frage nach den bösen Schweizern. Die sollten wir eigentlich auch ausschaffen können - auf hoher See über Bord werfen. Oder lässt man bei denen nur aufgrund ihres Passes Rücksicht walten? Nicht doch!
PS: Etwas ketzerisch, aber dennoch - was machen die Polizisten eigentlich in der Ausbildung? Wie man effizient Rapporte schreibt? Nahkampfausbildung sollten die doch nicht nur vom Hörensagen kennen *wunder*
Labels: Politik
Mittwoch, März 22, 2006
Der Franzmann
War on Terror keeps Cheese-eating surrender monkeys at bay
Quelle: French struggle to get US visas
Wieso gerade die Franzosen mit Käse in Verbindung gebracht werden - keine Ahnung. Dabei weiss doch jeder, dass wir ihn erfunden und bereits im Ersten Weltkrieg dank Exporten vergoldet haben. Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Franzosen nicht einfach gewöhnlichen Käse, sondern ganz abartig komischen Kreationen ...
Das "surrender monkeys" dagegen ist ganz einfach zu deuten.
Was sagt die Wissenschaft?
Cheese Eating Surrender Monkeys ... Nein, natürlich nicht. Hier die richtig ernste und sachliche Version des Franzmann-Bashings.
Montag, März 20, 2006
iSight-Klon
Jetzt müssen auch Wintel-Nutzer nicht mehr abseits stehen und können sich eine der Apple iSight täuschend ähnlich sehende Web-Cam leisten ...

Quelle: PEARL.
Sonntag, März 19, 2006
Journalismus zensiert SVP!
Ich bereue es keine Sekunde, das Junge SVP Stammtisch-Blog abonniert zu haben. Aus den dort veröffentlichen Artikeln wird es für einen Linken wie mich möglich, den (zugegebenermassen abstrusen) Gedankengängen der "rechten" Autoren zu folgen. Erstaunt bin ich vor allem von der sprachlichen Qualität - in dieser Partei gibt es also tatsächlich einige Leute, die mehr als nur einfache Sätze hinkriegen.
Wie bereits in vorhergehenden Artikeln beschrieben, zeichnet sich der typische SVPler in meinen Augen durch seine paranoiden Züge auf, die durch das Gefühl, dauernd zu kurz zu kommen und unterdrückt zu werden, verstärkt werden.
Nun schiessen die Autoren drüben am Stammtisch erneut den Vogel ab - dieses mal mit einer Fundamental-Kritik am Mediensystem. Die vorgängig genannten Charaktereigenschaften tauchen auch in diesem Artikel zu Genüge auf.
Um was es geht: Die JSVP stört sich daran, dass Armin Walpen, Generaldirektor der SRG idée suisse, Gebühren auf den Internetanschluss erheben will, sobald über das Internet TV-Live-Streams in genügender Zahl empfangen werden können. Das ganze artet danach - in gewohnter SVP-Manier - zu einem Rundumschlag auf. Jeder, der irgendwie mit Medien zu tun hat, fällt dem Sperrfeuer zum Opfer. Am Ende des Artikels weiss man: Ohne diese Scheiss-Medien, die die SVP belächelt und nicht genügend Wahlkampfintensiv erwähnt, gänge es uns allen besser. Denn dann, ja dann könnte die SVP ihre Meinung allen einhämmern, ohne nervende Fragen aus dem Teil der Gesellschaft, der ob der SVP-Phrasendrescherei noch nicht ganz verblödet ist.
Pflücken wir die erzürnte Reaktion der JSVP auf diesen Vorschlag doch mal auseinander:
Damit würde die SRG nebst dem Fernsehmonopol faktisch auch das Internetmonopol zugesichert erhalten.
SRG - Fernsehmonopol? Gibt es in der Schweiz nur das Staatsfernsehen? Ich denke nicht. War da nicht was von RTL, Sat.1, Pro Sieben, Tele Bärn ... etc.? Meint der Schreiber vielleicht doch eher das Gebührenmonopol? Dasjenige Monopol, mit dem die SRG idée suisse ihre Aktivitäten in allen vier Landesteilen über die Medien TV und Radio finanziert erhält? Auch dieses "Monopol" bröckelt: Wie der National- und Ständerat erst kürzlich entschieden haben, werden künftig 4% (zur Zeit 44 Millionen SFr.) der Gebührengelder an Privatradios und das Privatfernsehen verteilt:
Der Ständerat gibt dem Nationalrat nach: Die privaten Radio- und Fernsehstationen erhalten damit jährlich 44 Millionen Franken aus dem SRG-Gebührentopf.
Quelle: Vier Prozent für Privatstationen
Gut, da wir dies nun geklärt hätten - was zum Teufel ist ein "Internetmonopol"?! Kann mir das am Stammtisch mal jemand erklären? Das Internet ist in seiner dezentralen Funktionsweise schlecht monopolisierbar. In der Schweiz gibt es zwei grosse Infrastrukturanbieter, Swisscom (ADSL) und Cablecom (Cable-Internet). Diese stellen den technischen Zugang ins Netz der Netze her. Hier spricht man also wennschon von einem Oligopol.
Inhalte bezahlt man - wenn überhaupt - bei den Inhalte-Anbietern im Internet selbst. Könnten die JSVPler das Inhaltemonopol gemeint haben? Wie geht das jetzt, wenn das Internet dezentral aufgebaut ist und von Millionen unabhängiger Web-Sites besteht? Die JSVP sieht jedenfalls die freie Meinungsäusserung im Internet in Gefahr, weil die SRG Gebühren auf Internetanschlüsse erheben will. Denn, so die Argumentation Walpens, wenn SRG-Inhalte über das Internet empfangen werden können, sollen die Leute dafür auch bezahlen. Pauschal, wie bereits beim Kabelanschluss, ob man die SRG-Sender nun überhaupt im Gerät speichert und gelegentlich konsumiert, oder nonstopp RTL schaut.
Meine Meinung: Es gibt nun mal keine Möglichkeit, solch qualitativ hohen Journalismus, wie ihn die SRG produziert, anderweitig zu finanzieren. Und ja, liebe JSVP, die Qualität unseres Journalismus' kann sich international sehen lassen.
Dennoch - ich stehe einer Besteuerung des Internet-Anschlusses skeptisch gegenüber. Aus meiner Sicht kann das Internet im Gegensatz zu einem TV-Anschluss und -Gerät deutlich vielfältiger genutzt werden, weshalb überhaupt nicht mehr auf der Hand liegt, dass jedermann über das Internet TV-Sendungen guckt.
Ich bin mir ganz sicher, dass die Billag nur dann Gebühren einfordern kann, wenn ein Benutzer noch nicht Billag-Kunde ist, er also weder Radio noch TV zu Hause stehen hat und sein Kabel-Anschluss plombiert ist. Wer dagegen bereits jetzt Billag-Gebühren bezahlt, deckt damit auch den zukünftigen Bezug von Inhalten per Internet.
Weder der Rundfunk noch die Printmedien können jene Meinungsvielfalt und publizistische Qualität bieten, die das Internet bietet.
Veto! Blogs sind eine gute Sache, sind aber komplementär zum professionellen Journalismus zu sehen. Blogs sind für mich primär die persönliche, nicht-objektive und gefärbte Meinungsäusserung im Internet. Gerade euer Artikel ist ein Beispiel dafür: Schlecht recherchierte Stimmungsmache. Ein Journalist könnte sich damit schlecht sehen lassen, verstiesse er doch gegen eine Menge selbstauferlegter Berufsprinzipien.
Aber an Blogs finde ich gerade die Amateurhaftigkeit gut - jedermann kann seinen Senf zu einem Thema abgeben. Für fundierte, gut recherchierte, objektive Artikel bleiben aber Zeitungen, Radio und TV weiterhin nötig! Weitwerzweigte Korrespondentennetze, wie sie bspw. die NZZ betreibt, wären durch Blogs nur schwer zu ersetzen. Hier braucht es Lohnzahlungen, die es Korrespondenten erlauben, von ihrer Arbeit zu leben und diese 24h am Tag zu betreiben.
Landesweite Konzessionen für privaten und damit nicht-staatlich kontrollierten Fernseh- und Radiostationen werden fast nie vergeben. Durch das Konzessionierungsmonopol beim UVEK (Bundesamt für Umwelt, Verkehr und Energie) dürfen nur Sender aufs Netz gehen, die den Machthabern und insbesondere Departementsvorsteher Bundesrat Leuenberger genehm sind.
Traurig, aber wahr. Dies aber weniger, weil es dem - gemäss euren Aussagen - von Linken dominierten Staat (Hallo, hab ich den Machtwechsel verpasst?!) und insbesondere dem bösen, bösen Moritz nicht gefällt, wenn unkontrollierbare Stationen auf Sendung gehen, sondern - wieso wohl? Genau. Die Fernseh-Produktion verschlingt Unsummen von Geld. Es kann sich in der Schweiz schlichtweg niemand leisten, private TV-Sender auf die Beine zu stellen, resp. es finden sich kaum Geldgeber, die das grosse Risiko auf sich nehmen. Man erinnere sich an die Schicksale von TV3 und Tele 24. Ob dies an einer allmächtigen SRG liegt, wage ich zu bezweifeln. Privatsender konkurrenzieren primär nicht mit der SRG, sondern mit ihren ausländischen Pendants. Dort liegt der Hund begraben. Der Markteintritt ist schlichtweg zu teuer und zu risikobehaftet.
Im Gegensatz zu Deutschland oder den USA, wo private Sender in meinungsbildender Konkurrenz zueinander stehen, [...]
Klar doch - in den USA ist alles besser. Mit Fox, dem Quasi-Staatsfernsehen. Oder haben die in letzter Zeit jemals etwas gegen die Bush-Administration gewettert? JSVP, habt ihr eigentlich überhaupt einen Millimeter Ahnung von der Medienindustrie? Ein Wunder, dass ihr nicht noch gerade Italien in den Olymp der optimal funktionierenden Mediennationen hebt ...
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Printmedien, die heutzutage durch das Staatsfernsehen in der Themenwahl beeinflusst werden. Es kommt dabei gar nicht mehr darauf an, wie die Zeitungen über ein bestimmtes Thema berichten. Vielmehr wird schon allein dadurch Meinungsmanipulation betrieben, indem die Zeitungen nur Themen bringen, die zuvor im Fernsehen zu sehen waren. Alles andere wird verschwiegen.
*muhahahaaa* Langsam aber sicher wird euer Artikel wirklich lächerlich. Ich schlage vor, dass ihr einmal Studien über die Themenwahl von Zeitungen, Radio und Fernsehen von Instituten der Medien- und Kommunikationswissenschaften hier in der Schweiz studiert. Ah, geht ja nicht, auch die Institute sind von linken Genossen infiltriert. Und sowieso: Für die Bildung wollt ihr ja auch kein Geld locker machen, abgesehen von wirtschaftlich gewinnversprechenden Studiengängen alles abschaffen. Ob das die Zahl der kritisch-mündigen Bürger steigert?
Kein vernünftiger Geschäftsmann wird seine Firmenwerbung im Tagi publizieren, wo das Verfahren bürokratisch und kompliziert ist, wo doch im Internet auf Google sehr viel günstiger geworben werden kann.
Ja, das Zielpublikum ist ja auch deckungsgleich. Dilettanten!
Diese [Publigroupe AG] wiederum profitiert davon, indem sie für Drittpersonen unsichtbar die Finanzen der Medienkonzerne steuert und so wiederum die Redaktionsbüros beeinflusst.
Da ist es wieder, dieses unterschwellig paranoide Konspirationspalaver. Aber selbstverständlich ist klar, dass in der Zeitungsbranche die privatwirtschaftlichen Verlage dem Markt unterworfen sind. Sie können nur solange ein Produkt anbieten, wie es durch Inserate und Abonnemente finanziert werden kann. Für einmal erblickt ihr einen gewissen Zusammenhang, zieht aber die falschen Schlüsse daraus.
Die SRG, die Grosskonzerne Ringier und Tamedia, das Departement Leuenberger sowie Zensurparteien aus dem linken Lager gehören zu den Verliern der Informationsgesellschaft.
Mumpitz. Die Blogosphäre ist - wie die von euch derart gescholtene Schweizer-Presse - linkslastig. Wie sagte es Augstein so schön:
Im Zweifelsfalle links.
Dieses Motto wird in alle Ewigkeit bestand haben!
(Viel Stuss später ...)
Deshalb gibt es nur eines: sämtliche staatskritischen Kräfte der Schweiz werden und müssen die Streaming-Gebühren bekämpfen, um die Medien endlich zur Räson zu bringen. Zensur hat in einer Demokratie nichts verloren. Wir werden nicht eher ruhen, bis in der Schweizer Presse endlich Meinungsfreiheit herrscht.
Meinungsfreiheit im Sinne der SVP: Die Medien schreiben nur noch das, was die SVP auch für richtig hält. Die linke Staatspropaganda wird der Bevölkerung vorenthalten, weil diese schädlich für den Geist des Volkskörpers wäre ...
Labels: Politik, Wirtschaft
Sonntag, März 19, 2006
Ch.ch Kinowerbung
Adrian Kamer hat - angestossen durch meinen Artikel IT-Bundesbeamte machen Ernst - ausgerechnet, wieviel uns Steuerzahler die Werbung für das Schweizer Portal Ch.ch gekostet hat:
Ausgegangen von den 36 Tagen Werbedauer in deinem Post und einer Cliplänge von 1 Minute ergibt sich folgende grobe Rechnung:
(5 Wochen * 60 Sekunden * 2278 Januar Sekundentarif ) + 7.6% MwSt. = 735'338 CHF
Dazu kommt ja dann auch noch die Herstellung des (das hochglanz Attribut passt doch wirklich!)
Quelle: Mail von Adrian Kamer an mich, 4. Februar 2006.
Danke für die Berechnungen!
Irgendwie ist es in letzter Zeit arg still geworden um das Portal. Läuft da noch was? Kann man den Anstieg der Benutzerzahlen mit dem Werbe-Effort korrelieren? Fragen über Fragen. Warten wir's ab.
Sonntag, März 19, 2006
Menstruation revisited
15. September 2005
NEPALdas oberste gericht hat die in verschiedenen teilen des landes ausgeübte "tradition", nach der frauen während der menstruation in einen kuhstall gesperrt werden, dort altes essen bekommen und zusätzlich verbale mißhandlungen erleiden müssen ,als "böse" verurteilt.die regierung hat einen monat zeit das zu verbieten und zu unterbinden.
Quelle: against repression - against prisons
So als Addendum zu meinem Artikel Gebrauchte Tampons spenden.
Dank: frischgebachener Pappi Kure
Sonntag, März 19, 2006
Partyguide - ach Wunder - lahmt
Sonntag-Abend. Die gesamte Schweizer Partyszene versammelt sich auf ihren bevorzugten Party-Portalen und schaut sich die digitalen Schnappschüsse des gestrigen Abends an.
Alle Partygänger? Nein, leider nicht alle. Benutzer von Partyguide sind sich daran gewöhnt, statt Bildern zuerst einmal gaaanz lange nichts zu sehen. Ist es nicht erstaunlich, wie sich dieses Spiel von Sonntag zu Sonntag wiederholt und die Benutzer anscheinend immer wieder zurückkehren? Ausdauer scheint eine positive Eigenschaft des durchschnittlichen Partyguide-Fanboys zu sein ...
Ein Test von heute Sonntag, 19. März 2006, 19:44 Uhr zeigt: Um von der Startseite auf die Informationsseite des Events This is it! @ Eclipse Bar, Bern zu gelangen, benötigt der ausdauernde Partyguide-Surfer 72.294 Sekunden (gemessen mit der Firefox-Extension Fasterfox).
Mehr als eine Minute vergeht also, bis eine neue Seite geladen ist. Gemäss dem WEMF-Rating sei Partyguide diejenige (von WEMF beglaubigte) Web-Site der Schweiz, auf der die Benutzer am Längsten verweilen. 20 Minuten im Schnitt. Gemäss Adam Riese macht dies an einem Sonntag wie diesem sagenhafte 20 Seiten, die sich ein Benutzer anschaut. Fast wie damals, als man noch mit einem 56k-Modem unterwegs war ...
Labels: Partyguide
Sonntag, März 19, 2006
Privatisierung - die Kritik
[...] Theoretisch hält Veerkamp an der Arbeitswerttheorie fest [...]. Das grundsätzliche Dilemma einer auf Lohnarbeit beruhenden Wirtschaftsform besteht darin, dass gesteigerte Produktivität immer auch lebendige Arbeit überflüssig macht und damit Arbeitslosigkeit erzeugt. Das Argument, der Markt werde schon alles richten, begreift Veerkamp als religiösen Appell, der Unterwerfung fordert. Mit dem Neoliberalismus seien Markt und Konkurrenz endgültig zu Göttern erklärt worden.
Quelle: NZZaS, 19. März 2006, "Freier Markt und Globalisierung als neue Religionen" (Rezension), S. 79.
Jede Epoche hat ihre eigenen Götter und jede Religion weist Fundamentalisten auf. Beim Liberalismus wären das dann wohl die "Neoliberalen". Verkamps Buch Der Gott der Liberalen habe ich mir auf jeden Fall gleich einmal bestellt.
Sonntag, März 19, 2006
Swissmedic und die Bürokratie
[...] Hinzu komme übertriebene Bürokrate. Ein Beispiel? Bei Swissmedic gibt es gar Vorgaben, wie sehr man einen Bundesordner füllen darf. "Es muss bis zum Beginn der Wölbung des Haltebügels mindestens 1cm frei sein, damit die Halteklammer arretiert werden kann", teilte Swissmedic 2005 einer Firma mit.
Quelle: NZZaS, 19. März 2006, "Breite Front gegen Swissmedic", S. 16.
Solange es sich die Bundesverwaltung leistet, solche schwarzen Schafe weiter amten zu lassen, muss man sich nicht verwundern, wenn liberale und rechte Kreise gleich den ganzen Laden abschaffen möchten. Dabei - das hoffe ich zumindest - gibt es Verwaltungseinheiten, die tagtäglich den Dienst am Kunden erbringen, professionell, effizient und schnell. Selbstverständlich finden solche Einheiten aber kaum Medienecho.
Samstag, März 18, 2006
Tokio Hotel bei Beni
Soeben sind bei Beni im Benissimo Tokio Hotel aufgetreten. Fürchterlich. Vor allem dieser stockschw... Sänger. Was wird der mal von sich sagen, wenn er seinem zarten Alter entsprungen ist und mit 25 auf seine Teenie-Jahre zurückblickt? Wie erklärt der das seinen Grosskindern?! Naja, vielleicht wird er vorher Drogenexzessen erliegen ...
Dann doch lieber die im Vergleich schon fast konservativ anmutenden Grup Tekkan.
Samstag, März 18, 2006
Botellon - bald auch in der Schweiz?
Soeben gerade kam auf den eigentlich süffig-oberflächlichen News-Meldungen auf Radio BE1 die Meldung über die momentan in Spanien stattfindenden "Botellons" resp. deren Steigerung in Form von "Macro-Botellons".
Dieser Spontan-Event wird von Studenten in grösseren spanischen Städten angekickt - mittels SMS und anderen Kommunikationsmitteln verarbreden sich tausende von Personen an einem festgelegten Ort. Mit im Gepäck: Harter Alkohl und "Verdünner". Und dann wird gesoffen und das öffentliche Ärgernis erregt - und am Schluss bleibt ein verwüsteter, mit Abfall übersäter Platz zurück.
Gestern war es wieder einmal so weit, um die 5000 Personen fanden sich beim grössten Event in einer der Grossstädte ein.
Unser Aussenkorrespondent Kollege Sedlacek d. Ä war am 4. März in Madrid vor Ort und stellt uns Pics zur Verfügung:
Bei Tom brannte ein Auto ("Jemand hat eine brennende Zigarette in ein Cabrio geworfen" - naja?), darauf gab es den obligatorischen Aufmarsch der Polizei inkl. Polizei-Helikopter. Nach der Auflösung der Versammlung "lauerte" ein Besoffener in einer engen Gasse in ein fahrendes Auto hinein. Wie dieser "Zusammenstoss" ausging, entzieht sich unserer Kenntnis.
Nachtrag: Auch die heutige Tagesschau hat sich des Themas angenommen. Einige Screenshot nun auch auf Flickr:
Gleich nachdem ich von dem "lustigen" Event erfahren habe, sicherte ich mir
www.botellon.ch
Ob man das in der Schweiz auch hinkriegen würde? Beispielsweise auf dem Helvetiaplatz in Bern? Oder gar auf dem Bundesplatz? Ich frage mich nur, wer dann für die Abfallentsorgung aufkommen würde - und ob die Polizei einschreiten müsste?
Samstag, März 18, 2006
SVP bloggt aus Deutschland!
Schön - die SVP hat die Zeichen der Zeit erkannt und verbreitet ihr Gedankengut in Zukunft auch per Blog. Komisch nur, dass die Parolendrescher ihren Senf auf Blog.de zum Besten geben.
Wieso aus Deutschland? Wieso verbreitet man Propaganda von einem im EU-Raum stehenden Server aus? Jetzt sind die vollends übergeschnappt. Schweizer Provider, fasst euch ans Herz - es kann doch nicht sein, dass die Rechten den Service aus dem bürokratischen EU-Ausland in Anspruch nehmen. Zeigt denen einmal jemand, wie man bei Hostorama einen Server mietet und darauf Wordpress o.ä. installiert?
Lächerlich, einfach nur lächerlich! Schämt euch, ihr falschen Patrioten.
Zwei Erklärungsversuche:
1) Die SVP anerkennt mit diesem mutigen Schritt, dass das Preisniveau gegenüber Europa in der Schweiz um 40%33% höher liegt - grundlos. Alles nur wegen anderslautenden Spezialvorschriften, Kartellen mit Preisabsprachen und dem Verbot von Parallelimporten. Oder so.
2) Die SVP plant, in ihrem Blog Inhalte zu publizieren, die gegen Schweizerisches Recht verstossen. Nun hoffen die Entscheider, sich mit der Flucht ins Ausland aus der Griffweite der von Linken unterwanderten Justiz zu begeben.
Via: Weblogs: Nun bloggt auch die Mutterpartei
Labels: Politik
Freitag, März 17, 2006
Das Kölner-Ghetto
Erschreckende TV-Reportage aus Köln:
Die Jugend von Heute!
Mit der Anwesenheit der TV-Kamera potenziert sich das Gewaltpotential, aber dennoch: "Meine Fresse!". Demnächst auch in der Schweiz?
Dank: pixeljunkie
Donnerstag, März 16, 2006
PS/PDFs in LaTeX importieren
Um die dafür nötigen "Box Boundaries" ausfindig zu machen, existiert das Command-Line-Tool ebb:
beta:~/Documents/Studium/Geschichte/Arbeiten/Missernte mario$ ebb eu-giub-1917-02.pdf beta:~/Documents/Studium/Geschichte/Arbeiten/Missernte mario$ cat eu-giub-1917-02.bb %%Title: ./eu-giub-1917-02.pdf %%Creator: ebb Version 0.5.2 %%BoundingBox: 0 0 612 792 %%CreationDate: Thu Mar 16 18:35:09 2006
Mit diesen Angaben fügt man die Datei in das .tex-Dokument ein:
\includegraphics[angle=270,bb=0 0 612 792,width=\linewidth,keepaspectratio=true]{eu-giub-1917-02}
Donnerstag, März 16, 2006
Februar 1917
Eiskalt! Die Temperaturen in halb Europa lagen 3° C unter dem Mittelwert für den Monat Februar der Jahre 1901-2000.
Diese Grafik verwende ich in meiner (hoffentlich) bald beendeten Seminararbeit bei Christian Pfister mit dem Titel "Missernte in der Schweiz 1916/17".
Donnerstag, März 16, 2006
AlchemyTV DVR und iSight
Wessen Schuld es auch immer ist - wer eine AlchemyTV DVR in seinem System stecken hat und gleichzeitig auf eine alte, externe iSight zugreifen möchte, muss APE installieren, damit dies möglich ist. Sonst gibt es bei iChat AV und anderen Programmen, die auf das Videosignal von iSight zurückgreifen nur ein schwarzes Bild zu sehen.
Da ich APE aber vor einigen Tagen ins Nirvana geschickt habe (das Gebastel ist mir suspekt), war meine iSight faktisch unbrauchbar. Bis jetzt, denn ich hatte die geniale Idee (*schulterklopf*), doch einfach den AlchemyTV-Treiber temporär zu "entladen". Und es funktioniert!
cd /System/Library/Extensions sudo kextunload AlchemyTV.kext/
Nun konnte ich zwar kein TV mehr schauen, aber die iSight funktionierte wieder. Wenn die Chat-Session vorüber ist, reicht ein
cd /System/Library/Extensions sudo kextload AlchemyTV.kext/
um den status quo ante wiederherzustellen.
APE, endgültig Goodbye!
Donnerstag, März 16, 2006
Swisscom auf Kundenfang (Bluewin TV)
Ich staunte vor etwa 14 Tagen nicht schlecht, als ich einen Anruf von der Swisscom erhielt und man mir eröffnete, dass eine "Kundenberaterin" gerne einmal in unseren Haushalt zu Besuch käme. Diese würde uns neue "Technologien" vorstellen. Ich willigte skeptisch ein - und heute war es endlich soweit: Frau Bauder stand vor der Türe.
Schnell wurde mir klar, dass es nicht etwa darum ging, die Kunden zu "beraten", sondern um ihnen ganz klassisch neue Geräte zu verkaufen, um ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Die "Verkäuferin" (diese Bezeichnung finde ich besser) interessierte sich kaum für unsere Situation beim Fixnet (ISDN mit 3 Rufnummern via Sunrise) und zückte nach dem kurzen Geplänkel den Prospekt eines Produktes, um das es sich in den nächsten zehn Minuten das Gespräch drehen sollte:
Wie ich während des Gespräches durch nachbohrende Fragen erfuhr, handelt es sich hierbei schlicht um einen Harddisk-Rekorder, den man von der Swisscom, resp. wohl eher deren Tochter Bluewin, zur Miete erhält. Das Angebot lautet folgendermassen:
- Mietkosten: 25.-- SFr./Monat
- Aufschaltgebühr: 95.-- SFr. (wird zur Zeit erlassen)
- Kündigungsfrist: 3 Monate
- Rückgaberecht in den ersten zwei Wochen
Die technischen Finessen des Gerätes hauen mich nicht gerade aus den Socken:
- 200GB Festplatte (~100 Videokassetten)
- Analoges Eingangssignal vom bisherigen Cable-TV-Anbieter (die Bluewin Betriebswirte hatte sich zu hohe Ziele gesetzt, was die Auslieferung des TV-Streams über ADSL betrifft)
- EPG über das Kabel-Signal (kriegt man das eigentlich auch mit anderen HD-Rekordern zu Gesicht? Anscheinend JA. Und per Zufall findet sich eine Bestätigung eines Neueneggers, dass es auch in unserem Dorf EPG gibt.)
- ... und all die anderen Features, die man solchen Geräten gewohnt ist (Time-Shifting, Serien-Aufnahme ...)
- PC-Anbindung? Habe ich leider bei der kurzen Frageminute vergessen.
Fazit
Nur ein Feigenblatt für das Bluewin-Kader. Wieso sollte uns Bluewin hundsnormale HD-Rekorder verkaufen? Das ist nicht deren Kerngeschäft. Die Marketing-Fuzzis haben wohl das Ruder übernommen und sich gesagt: Wir positionieren uns mit Blick auf das künftige TV-Abo via ADSL bereits jetzt als "TV-Anbieter". Auch wenn der Content noch von Cablecom (oder dem örtlichen Kabelnetzbetreiber stammt) und unser Gerät rein gar nichts mehr kann, als die der Konkurrenz.
Der Preis muss in Relation gesehen werden: Kaufe ich mir lieber einen HD-Rekorder in der nächsten Interdiscount/Media Markt-Filiale, oder beziehe ich doch lieber das Mietgerät von Bluewin? Für meiner einer ist der Fall klar: Miete und Leasing kommen mir nicht ins Haus, ich will die Geräte besitzen, die ich (täglich?) benutze.
Das billigste Geräte bei Interdiscount ist ein DVD-Recorder mit 160-GB-Festplatte SKY DVD E160 für 429.-- SFr..
Labels: Wirtschaft
Donnerstag, März 16, 2006
Session-Handling auf Party-Sites
Als Hilfe für die Partyguide-Sicherungsspezialisten hier ein kleiner Überblick, wie es die anderen Schweizer Party-Sites denn so machen:
Partyguide
Hier bereits zu Genüge diskutiert:
- PHPSESSID: Eindeutige ID der Session
- c_ip: IP-Adresse des Benutzers
- c_plz: Postleitzahl
- sess_psw: Passwort
- sess_member_id: Benutzer-ID
- sess_login: Benutzernamen
Vor noch nicht allzulanger Zeit hatte man in den Cookies auch noch das Geschlecht, das Geburtsdatum und den Kanton gespeichert. Aus "Performance-Gründen", wie man mir gesagt hat. Wieso speichert man das nicht in die Session?! Wurde jetzt wohl auch als bessere Lösung entdeckt.
Tilllate
Kurzkritik: Fürchterliches Design, Urgestein der Party-Sites, gesponsert von Sony, in Zürich weit verbreitet, kürzlich Medienpräsenz bei Schweiz Aktuell.
Session-Variablen:
- tilllateAutoLogin: Ein 56-Zeichen langer String, urlcodiert, der bei mir neben Buchstaben und Zahlen auf ein /, + und zwei == enthält. Ich werde nicht ganz schlau daraus. Ob die Sonderzeichen benutzt werden, um Hashes von Userid und Passwort voneinander zu separieren?
- tlsid: Die eigentliche ID, um den User während seiner Sitzung zu identifizieren (verfällt am Ende der Session).
Die anderen zwei Cookies, track_cookie und tilllate_stat2, dienen meiner Vermutung nach dazu, das Benutzerverhalten für Werbezwecke aufzuzeichnen. Sie laufen erst im 2007 resp. 2008 ab.
Usgang.ch
Kurzkritik: Sehr frisches und ansprechendes Design (IMHO das beste hier in der Schweizer Szene), Ursprünglich Schwerpunkt auf Zürich, danach Expansion, deshalb Unterteilung in Regionalsites (guter Ansatz!), grösste und schärfste Fotos im Vergleich zu den anderen Anbieter (bezogen auf Fokus, nicht die Frauen! *grins*). Sponsor: Canon, wohl als Gegenpol zu Sonys tilllate.
Session-Variablen:
- PHPSESSIONID: Nach dem Login wird der User durch diesen 32 Zeichen langen String identifiziert.
- cautologin: Enthält den Usernamen und den MD5-Hash des Passwortes, getrennt mit einem Komma.
Lautundspitz
Kurzkritik: Ansprechendes Design, zusammen mit Usgang.ch deutlich vor Tilllate und Partyguide, ursprünglich auf Nord- und Ostschweiz beschränkt, nun 7 Regionen.
Session-Variablen:
- PHPSESSID: Nach dem Login wird der User durch diesen 32 Zeichen langen String identifiziert.
- lus_last_visit: Unixtime des letzten Logins - falls dies beim nächsten Autologin wirklich auch beachtet wird (indem man auf dem Server dieselbe Unixtime auch in die Datenbank speichert) - Chapeau. Sehr gute Idee, wieder etwas gelernt.
- lus_access: 20 Zeichen langer String. Evtl. Zusammenfassung von Usernamen und Passwort? Müsste näher erforscht werden.
Man bemerke den Unterschied des Variablen-Namens im Vergleich zu Usgang.ch - PHPSESSID ist der Default-Name von PHP.
Ferner liefen ...
- Lidahun.ch für Deutsch-Fribourg
- Partyzone24 im Raume Bern (?)
Kennt noch jemand mehr Nischen-Seiten?
Fazit
Partyguide, wie ihr seht ist kein Entwickler der anderen Communities auf die Idee gekommen, das Passwort im Klartext in ein Cookie zu speichern und es bei jedem Zugriff zu übermitteln. Aus gutem Grund - als PHP-Profi macht man das einfach nicht.
Nebenbei ist es natürlich interessant, das Schicksal der Communities weiter zu verfolgen. Gibt es einen Markt für vier grosse Sites? Wird es vielleicht gar einmal Fusionen geben? Können die Produkte längerfristig Geld generieren? Wird es bald ein zweigeteiltes Modell geben, bei dem der Benutzer für Zusatzfunktionen bezahlen muss? (In Skandinavien bereits der Fall). Sehr spannende Fragen. Ich bleibe dran :-)
Labels: Partyguide
Donnerstag, März 16, 2006
Die Verschwörung vom 9/11
Wer sich "think different" auf die Brust schreibt, ist hier vollkommen richtig. Eine über Google publizierte eineinhalb Stunden lange Self-Made-Doku (vom ewigen Zoomen ist mir jetzt immer noch schlecht ...) zeigt Ungereimtheiten auf:
Mittwoch, März 15, 2006
Der Partyguide-Hack
Partyguide, die Web-Site mit der "grössten Verweilzeit der Schweiz", ist ja im Laufe meiner kurzen Blog-Karriere so etwas wie mein Steckenpferd geworden. Leute, die sich meine sprachlichen Ergüsse zu Gemüte führen, wissen dies ja bereits längst - und fragen desöfteren, was der Antrieb dahinter ist. Meine Antwort: Kampagnenjournalismus à la Blick. Man beisst sich, einem Rottweiler gleich, in ein Thema fest und lässt nicht mehr los. So füllt man eine Zeitung, deren Titelblatt und die Schlagzeilenaushänge während einer ganzen Woche. Ich habe an dieser Form der Informationsvermittlung Freude gefunden, möchte mich aber hier wieder einmal bei den Machern von Partyguide höchstpersönlich bedanken - sie sind es nämlich, die (unter anderem) den "täglichen" Stoff für dieses Blog liefern.
In unzähligen Artikeln bin ich über die mangelhafte Umsetzung der genialen Idee "Partyföttelis im Internet" hergezogen. Selten hat sich etwas zum Guten gewendet, und wenn dann, betrafe es nur kleine Details. ohne dass sich gross etwas geändert hätte. Immerhin habe ich kürzlich herausgefunden, das Mitglieder der "Partyguide-Familie" mein Blog frequentieren und ihren Senf dazugeben.
Doch nun ist der Zeitpunkt gekommen, wo es nicht mehr um schlechtes HTML oder überlastete Server geht. Nun wird es ernst. Sehr ernst. Und für einige verantwortlungslose Möchtegern-PHP-Entwickler sehr peinlich und brenzlig.
Die Anklage
Bis letzten Montag-Abend standen bei Partyguide persönliche Daten von 190'000 Accounts sperrangelweit offen. Mit dem Know-How eines Script-Kiddies konnte sich jedermann Zugang zu Namen, Postanschriften, Mobiltelefonnummern und sogar Passwörtern aller Partyguide-Benutzer machen. Hinzu kamen die persönlichen Nachrichten, die zwischen Mitgliedern der Community ausgetauscht wurden. Die Ausrufezeichen erübrigen sich wohl bei einer solchen Aussage.
Der "Hack"
Ich schreibe das Wort "Hack" deshalb in Anführungszeichen, weil das Vorgehen derart trivial ist, dass es aus meiner Sicht kaum mehr als Hack durchgeht. Nein, ein Schelm würde wohl gar behaupten, dass es die PHP-Entwickler bei Partyguide geradezu herausgefordert haben - den Schlüssel sozusagen im Schloss der Villa stecken liessen und sich mit dem Fotoapparat bewaffnet in das Nachtleben das Samstag-Abends eintauchten.
Voraussetzungen
- gültiger Partyguide-Account (in 5 Minuten mit komplett falschen Angaben eingerichtet)
- Mozilla Firefox 1.5
- Extension Add N Edit Cookies
- Minimale Kenntnisse von HTTP, Cookies und PHP
Wer obige "Zutatenliste" liest und etwas vom Web vermutet wohl schon, wo der Angriffspunkt lag. Richtig - man loggte sich mit dem eigenen Account ein. War man "drin", veränderte man zwei (der vielen) Cookie-Werte:
- sess_login
- sess_member_id
sess_login entspricht dem zu "kapernden" Benutzernamen, sess_member_id der Benutzer-ID. Beides konnte man für jeden beliebigen Benutzer über die Community-Such-Funktion in weniger als einer Minute ausfindig machen.
Zusätzlich - und das verstehe ich bis heute noch nicht - musste man noch das PHPSESSID-Cookie löschen. Erst jetzt funktionierte die Übernahme eines fremden Accounts. Beim nächsten Request an den Server schlüpfte man in die Rolle des ausgesuchten Opfers.
Ich kann mir dieses Verhalten im Grund nur so erklären, als dass auf dem Server eine Session-Variable $bolLoggedIn lag, die bestätigte, dass sich der Sender der Cookies bereits eingeloggt hatte. Nach meinem Kenntnisstand wird die Session-Variable aber eben gerade demjenigen User zugeordnet, der die entsprechende PHPSESSID mitschickt ... Anyone? chregu als PHP-Entwickler vielleicht?
Obwohl als Cookie auch sess_psw mitgeschickt wurde, "vergass" man anscheinend, dieses auszuwerten. Galt jemand erst einmal als authentifiziert, konnte er sich nach vergnügen andere Identitäten überstülpen. Eine Fährlässigkeit sondergleichen!
Der grösste Fehler, welcher übrigens immer noch nicht gefixt ist, ist aus meiner Sicht aber die Preisgabe des Benutzerpasswortes im HTML-Quelltext. Auf der Seite "my Settings" gibt es ein Passwort-Feld, das mit dem Passwort aus der Benutzerdatenbank gespiesen wird. Da das input-Feld den Typ password trägt, offenbart sich dem Benutzer (auf den ersten Blick) aber nur einige Sternchen. Wenn man sich aber die Mühe machte, den Quelltext zu Rate zu ziehen, las man da:
... type="password" name="passwort_neu" value="supersicherespasswort" size="20" maxlength="50" ...
Im Browser gerendert also etwa so:
Fantastisch, Jungs! Der branchenübliche Standard sieht anders aus (man beachte die leeren Felder, die alle drei vom Benutzer selber gefüllt werden müssen):
Nicht nur Windows-Benutzer werden dieses Schema zu genüge kennen (Ctrl-Alt-Del - "Kennwort ändern") - es hat sich in der IT-Industrie überall eingebürgert.
Wie lange schon?
Aufmerksam auf den "Hack" wurde ich - erstaunlicherweise, kann man sagen - nicht aus eigenem Antrieb. Sondern durch einen anonymen Tippgeber - ihm gebührt also die "Ehre", der eigentliche Entdecker der Lücke zu sein. Ohne dessen Hinweis, der Aufgrund meiner im Netz publizierten Partyguide-Zerrisse den Weg zu mir fand, wäre ich nie auf die Idee gekommen, aktiv nach Löchern zu suchen. Dank gebührt natürlich auch dem Authentifizierungs-Spezialisten bei PG, der mich nicht lange auf die Folter spannen liess. Viel länger hätte ich mir nämlich nicht die Zähne ausgebissen.
Es darf aufgrund der Art des Hinweises angenommen werden, dass das Wissen um diese Sicherheitslücke wohl kurz auf dem Weg dazu war, "eidgenössisches Allgemeingut" zu werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass die "Neuigkeit" in der Computer-Szene gerade begann, seine Kreise zu ziehen.
Wie lange die Sicherheitslücke aber bereits bestand, weiss niemand. Wohl nicht mal die Entwickler selber. Das Absichern ihres Produkts stand, wie vom Tippgeber süffisant vermutet, wohl auf Seite 200 ihrer "To-Do"-Liste.
Funkstille
Bis heute wurde kein einziges Mitglied der Community informiert, dass seine persönlichen Daten gefährdet waren. Man will sich ja nicht blossstellen. Der Fakt, dass auch die Passwörter frei zugänglich waren, würde mich aber erschaudern lassen. Wieviele KV-Stifte, die Partyguide von morgens bis abends im Büro geöffnet haben, verwenden für den Firmenrechner dasselbe Passwort? Oder für ihre E-Mail-Accounts? Abgründe tun sich auf ...
Nie wieder!
Ich überlege mir, in der Blogosphäre eine Sammelaktion zu starten und mit dem gesammelten Geld dem Partyguide-Team das Buch Essential PHP Security zuzusenden. Ohne Gebete nützt das Buch alleine wohl nichts. Wenn solchen Leuten PHP und ein Server in die Hand gedrückt wird, verwandeln sie dieses in wenigen Minuten zu einer tödlichen Waffe.
Dilettanten
Als ich mit meiner Serie/Kampagne im August 2005 startete ("Partyguide sucks"), konnte ich nicht wissen, dass im März 2006 der endgültige Beweis erbracht werden sollte, dass Partyguide entweder vom Netz genommen oder von Grund auf neu programmiert werden sollte.
Wann wacht ihr endlich auf?!
Übrigens
Auch ganz nett: Persönliche Einstellungen.
Labels: Partyguide
Mittwoch, März 15, 2006
Gebrauchte Tampons spenden
Mal schauen, wieviele Hits dieser schon fast obszöne Titel generiert ... Das Feigenblatt dafür:
They were able to obtain about 30 times more stem cells from menstrual blood than from bone marrow [...]
Quelle: Menstrual blood yields stem cells
Wie das Abzapfen genau funktioniert, mag und will ich mir gar nicht so recht vorstellen - wobei, es ist ja nur Blut! In vielen Kulturen ist es aber auch heute noch so, dass dieses Zeichen von Fruchtbarkeit stark negativ behaftet ist:
Erstaunlich hartnäckig hält sich der Jahrhunderte alte Aberglaube von der Schädlichkeit von Menstruationsblut oder dem Schweiß von menstruierenden Frauen. [...] In Japan benutzen viele Frauen beim Einführen eines Tampons noch heute Einweghandschuhe, damit sie nicht mit dem Blut in Berührung kommen. [...] Der Kontakt mit "Menstruationsblut" macht laut Altem Testament Gegenstände und Lebewesen für einen fest definierten Zeitraum unrein. "Wenn ein Weib den Monatsfluss hat, so bleibt sie sieben Tage lang in ihrer Unreinheit"
Dienstag, März 14, 2006
Disks klonen mit OSS
Für einen Bekannten habe ich heute einen Laptop (Acer Travelmate 250 Series) repariert, dessen Festplatte das zeitliche gesegnet hatte. Im PC Hai in Bern habe ich mir dafür eine Ersatzplatte gekauft und sie danach in den Laptop eingebaut (Tipp: Die Festplatte befindet sich leicht zugänglich hinter dem Akku).
Nachdem ich das Windows XP-Image von den Restore Disks zurückgespielt hatte, musste ich den ganz alltäglichen Windows Update-Wahnsinn über mich ergehen lassen: Service Pack 2 (260MB) und danach weitere 100MB an Patches und Hotfixes, wobei das .NET Framework den Bärenanteil ausmachte (dies ist nicht zwingend nötig, aber "nice to have"). Nach der Installation von Microsoft Office 2003 gab es als Geschenk erneut ein grösseres Service Pack zum Download und zur Installation.
Da ich Windows-Installationen per se nicht traue, wollte ich mich im Falle eines erneuten Absturzes absichern. Deshalb wollte ich ein Image des fertig konfigurierten Systems anfertigen und hier lagern. Doch wie? Auf der Arbeit verfüge ich dazu Powerquests DriveImage (welches leider von der gelben Pest aufgekauft wurde) - doch hier zu Hause findet sich dieses Produkt mangels Lizenz nicht.
Ich erinnerte mich an ein handliches Linux-Tool namens partimage. Da ich noch eine etwas ältere Knoppix 3.4-Scheibe herumliegen hatte (diese Linux-Distro darf in keinem gut ausgerüsteten PC-Support-Schrank fehlen!), nahm mich wunder, ob Knoppix auch dieses Tool mitbringt. Etwas Googeln später dann genau die Anleitung, nach der ich gesucht hatte:
Knoppix and PartImage to the rescue
Genial! partimage kommt mit einer handlichen Benutzeroberfläche, die den Benutzer durch die Konfigurationseinstellungen führt. Es steht den kommerziellen Imager in keiner Weise nach - im Gegenteil: Dank Linux als Grundlage bootet die CD von fast jeder Mühle, und jetzt kommts, stellt auch Netzwerksupport für exotischere Hardware zur Verfügung.
Gerade jetzt verglüht der Pentium IV-Prozessor das Laptops - den Lüftergeräuschen nach zu urteilen - während partimage flotte 200MB/min durch die Leitung bringt (Laptop - ATA100-Festplatte - Ethernet - 100MB/s Switch - Ethernet - Powermac G5 - SATA-Festplatte). Mit aktivierter gzip-Kompression auch kein Wunder. Intel, o geheiligt seist du, alter Ofenbauer du!
Hinweis: Knoppix 3.




