Freitag, März 31, 2006
Urtümliches GUI
Apples Dreissigster muss gehörig gefeiert werden. Natürlich machen auch die namhaften IT-News-Sites mit und haben bereits vor dem Jubiläumstag 1. April (kein Scherz!) erste Artikel veröffentlicht:
Ganz spannend finde ich Polaroid-Fotos von dem ersten von Apple entwickelten GUI für seine Lisa:
Zwei Erkenntnisse: a) Menus unterhalb des Applikationsfensters? Scrollbars links?
Der "Durchbruch" kam dann mit der Idee, die Menuleiste nicht am Applikationsfenster selbst, sondern immer am oberen Bildschirmrand anzuzeigen:
Dieses Konzept wird von vielen Usability-Experten demjenigen von Windows vorgezogen (das Menu haftet dort immer noch am Applikationsfenster selbst).
Nebenbei bemerkt: Ist meinen Lesern schon aufgefallen, dass ab Windows 95 bei Microsoft im Vergleich zu Mac OS immer alles spiegelverkehrt abläuft? Tjach, das ist halt das Problem, wenn man abkupfern muss. So befindet sich das Apfel-Menu (in Form eines Windows-Logos und "Start"-Aufschrift) wie auch die Uhrzeit bei Windows am unteren Bildschirmrand. Die Icons auf dem Desktop beginnen bei Apple rechts oben, bei Windows links oben. Die Knöpfe, um Windows-Fenster zu schliessen, sind in der Titelleiste rechts angeordnet, während man sie bei Mac OS X links antrifft. Der Mauszeiger unter Windows ist weiss ausgefüllt und schwarz umrahmt, bei Mac OS ist die Darstellung gerade umgekehrt.
Dank: Kollege Liechti
Freitag, März 31, 2006
Muslime und Weltherrschaft
Ich, als Antwort auf einen doofen Artikel in einem Blog, das eigentlich alles über die Sci-Fi-Serie Battlestar Galactica besprechen sollte:
Let's have a closer look:
"Muslims to spread their religion through war" - Well, they kill people who don't believe in Islam. But I'm not sure whether this can be called SPREADING a religion? I don't recall anyone converting to Islam because of recent attacks. I wouldn't even say "muslims", since it's only a minority of Muslim believers, also known als fundamentalists, who actually kill people. As long as they don't have the means to kill billions of humans, i don't see a threat. Does anyone have figures how much westerners actually have been killed by muslim fundamentalists?
"... but most are secular and don't seem to spend a lot of time thinking much about it. This sounds like the United States." - In my eyes, those of a European citizen, I see the US as a very religious country. Well, at least your current ruling elite is know for its affection to Christianity. And since someone has to have voted for them, I assume voters tend to be religious too. Maybe I am wrong?
"This is similar to the Islamic belief that those who die in war will ascend to Paradise." - The belief you continue "living" after death is common to Christian religions as well. Actually, I see the Cylons behaviour more as a reincarnation, aligning it with Buddism and other Asian religions, not primarily with Islam.
"The resurrection ship isn't exactly Paradise, but the point is that for both Muslim and Cylon, death in battle doesn't mean the end of existence." - I don't remember a religion at all which states: "When you die, you vanish. No more consciousness, nothing. Finito".
"Obviously similar to how the Muslims use suicide bombers to attack their enemies." - True, but: The Muslims didn't invent it (well, in fact they did, but some centuries ago as a result of the crusades). Bombing is/was also common to the IRA in Ireland or the ETA in Spain. Both terrorist groups consisting of people with Christian belief.
"Similarly, the Muslims have a plan to take over the world by spreading all over and gradually edging out the other religions." - I guess the US is much closer to fulfill this "plan" ;-) The US sports a well trained army, weapons of mass destruction and even the money to get closer to "ruling the world" than any other power in history ever has.
"But the Muslims see it as part of their long-term plan to take over the world." - I guess there you really misinterpretatet the situation: I'm not sure at all whether you can even call them "the Muslims" expressing they're acting as a whole. Muslims aren't lead centrally and most of them (maybe ... 99%?) aren't even aware of such a plan. Muslims are spread over the world, living in a lot of different countries, some not democratic at all. They're not homogenous, but heterogenous and even form different religious movements like Sunnites or Shi'its.
But, of course, it is true that the numbers keep growing in the West. I'm just saying this growth isn't based on an evil plan to take over the world. Reproduction, stupid. It just happens, but the outcome isn't sure. Let's hope for the good.
Conclusion: Your thesis doesn't work out for me since it's biased.
Mittwoch, März 29, 2006
Marsgesicht - Erdgesicht
Vor einigen Jahren gab es ja diesen Hype um das Gesicht auf dem Mars in der Cydonia-Region (hier etwas wissenschaftlicher und kritisch), das sogar Spielentwickler inspiriert hat. Damals, als Games noch Spass machten ...
Dank Wikipedia auch noch gleich zwei Links auf Zak-Memorabilia:
- ScummVM - Wer die Disks noch irgendwo rumliegen hat, kann sich mit der ScummVM (Script Creation Utility for Maniac Mansion Virtual Machine) eine unter Windows und Mac OS X lauffähige Version der Games basteln. Geht übrigens auch mit vielen anderen Lucasfilm-Games (heute: Lucasarts)
- Der Soundtrack
Space Quest III wäre ein weiterer Kandidat - im Gegensatz zu meinen jungen Jahren würde ich dann endlich auch verstehen, was die englischen Befehle bedeuten, die ich aus dem Walkthrough abgetöggelt habe ...
Zurück zum Mars-Gesicht: Wieso in die Ferne schweifen, wenn es dasselbe auch hier, auf unserem Planeten, gibt? Und das Hilight kommt erst noch: Er hört iPod - unverkennbar, dank diesen massiven Ohrstöpseln.
A propos "stöpseln": Da ich nun endlich das Berater-NZZ-Folio gelesen habe, hat dieser Begriff für mich eine völlig neue Bedeutung (vgl. S. 30) ...
Via: 'iPod schlurfen' und der Weltwunder-iPod
Labels: iPod
Mittwoch, März 29, 2006
Ctrl-Alt-Del auf der Fernbedienung
[Komplexität grosser System] Es ist ein Problem. Sehen Sie, bei vielen Anwendungen, die wir bedienen, ist der Kunde sehr viel weniger tolerant als der durchschnittliche Computer-User. Wir wir zu sagen pflegen: Auf einer Ferbedienung [sic!] will man keine Control-Alt-Delete-Tasten. Die Software sollte fehlerlos arbeiten, einfach zu installieren sein und ein intuitiv bedienbares User-Interface besitzen. In den High-End-Fernsehern haben wir bereits jetzt Megabytes an Software.
Mittwoch, März 29, 2006
Raubkopieren: 3 Jahre
Wer in Deutschland als Privatanwender zum nicht-kommerziellen Gebrauch über P2P-Netze Raubkopien herunterlädt, kann künftig mit bis zu 3 Jahren Haft bestraft werden.
Zum Vergleich: Eine "schwere" (?) Vergewaltigung wird mit einer Freiheitsstrafe von 3 bis 5 Jahren geahndet.
Einen Benutzer des heise-Forums riss es zu einer ähnlichen Aussage hin:
wenn die Kontroll-Beamten aus versehen dabei erschossen werden gibt's auch 3 J.
Quelle: Beitrag
"versehen" ist aber sehr wichtig. Die Juristen kennen ja fahrlässige Tötung, Totschlag, vorsätzliche Tötung/Mord und was weiss ich alles. Einiges ist ganz niederträchtig böse, anderes dagegen nicht weniger schlimm ...
Nun gut, ran an den Speck:
Mein Name ist Guybrush Threepwood und ich möchte Pirat werden!
Quelle: Beitrag
Dienstag, März 28, 2006
Entwarnung: Patriarchat, welcome back!
Gestern noch war ich durch den Vaterschafts-Artikel im Magazin verunsichert, heute streicht man mir Balsam auf die Wunden:
Entgegen allen bisherigen Tendenzen weiblicher Emanzipation in den Industriestaaten stehe die "Rückkehr des Patriarchats" bevor. [...] "Von wegen", meint Longman, "gerade die Gesellschaften, die am weitesten säkularisiert und am großzügigsten mit Wohlfahrtsstaaten ausgestattet sind, werden in dem Maße anfällig für religiöse Erneuerungen und eine Wiedergeburt der patriarchalen Familie sein, in dem die öffentliche Wohlfahrt nicht mehr finanzierbar ist.
Quelle: Die Rückkehr des Mannes. Mach's noch einmal, Macho!
Andererseits haben die Nazis auch dann - oder gerade deswegen - noch an ihre Wunderwaffen und den Endsieg geglaubt, als die Russen schon auf dem Reichstag herumtanzten. (Ich hoffe, der Vergleich ist nicht zu makaber ...)
Dienstag, März 28, 2006
Wir haben zu viele Juristen
Nur so ist solcher Schwachsinn zu erklären:
Markenstreit zwischen Bild-T-Online und Volkswagen
Quelle: Skurriler Markenstreit: Dein Volk? - Mein Volk!
Ich hege immer mehr den Verdacht, dass sich durch derartige Kunststücke ein ganzer Stand seine Daseinsberechtigung schafft und zu seinem täglichen Brot kommt. Aber dies ist wirklich nur eine unbewiesene Vermutung.
Dienstag, März 28, 2006
Bullshit Bingo
Gestern schrieb der Jürg endlich etwas über die Intranet-Fachtagung von letztem Mittwoch, vergass dabei aber, mich als anwesenden Blogger zu erwähnen (wir Narzisten sind ob solcher Dinge sehr, sehr gekränkt *zwinker*). Wie dem auch sei: Danke für die Gastfreundschaft und das Zugbillet - "es het gfägt"!
Per Zufall strauchle ich heute nun über eine Headline in meinem RSS-Reader:
Genau diesen Begriff habe ich an der Fachtagung aus Jürgs Mund gehört und notiert, um es später in einem Blog zu verarbeiten. Natürlich habe ich die Notizen bis heute nicht mehr hervorgeholt, weshalb Bullshit Bingo relativ schnell aus meinen grauen Hirnzellen verdrängt wurde.
Was, also, ist jetzt Bullshit Bingo? Wie die Web-Site bereits proklamiert:
Do you keep falling asleep in meetings and seminars? What about those long and boring conference calls? Bullshit Bingo is a way to change all of that! [...] Check off each block when you hear these words during a meeting, seminar, or phone call. When you get five blocks horizontally, vertically, or diagonally, stand up and shout BULLSHIT!
Quelle: Bullshit Bingo [Random!]
Aus dem Stegreif würde ich meinen, dass das Bingo vor allem von den Kollegen Wittwer und Zwahlen gespielt werden könnte. Alle anderen Kollegen arbeiten/studieren/vegetieren zur Zeit in (vorerst noch) Buzzword-Resistenten Umgebungen. Ausser vielleicht die Betriebswirte ...
Dienstag, März 28, 2006
Osthilfe-Referendum
Verschiedene Parteien sammeln zur Zeit die 50'000 Unterschriften, die nötig sind, um das Referendum gegen die Milliardenzahlung an die östlichen EU-Staaten zu ergreifen.
Die SVP betont zwar, dass es ihr nicht um die Verweigerung der Zahlung geht, sondern viel eher darum, dass klar spezifiziert wird, aus welcher Departementskasse der Betrag geleistet werden muss.
In einem Kommentar zum Artikel im SVP-Blog habe ich eine Frage gestellt, leider aber (bisher noch) keine intelligente Antwort erhalten:
Frage: Sammelt die SVP also separat Unterschriften, die für eine andere Vorlage gelten als diejenige der Lega/SD? Die Vermengung beider Referenden fände ich unklug, da das Volk die Wahl haben sollte zwischen:
- Wir folgen den Räten
- Wir folgen der SVP und begrenzen die Ausgaben nach oben hin und legen klar fest, aus welchen Departementen die Milliarde herkommen soll
- Wir folgen der Lega/SD und wollen gar nichts zahlen
Falls b) und c) als Paket daherkommen, möchte ich bei der Elefantenrunde dann keine Interpretation der Abstimmungsresultate hören, denn diese ist dann schlichtwegs unmöglich.
Quelle: SVP-Referendum gegen das Osthilfegesetz
Unmöglich deshalb, weil der eine das Nein als Nein zu EU, Geldzahlungen ins Ausland etc. deuten wird, der andere aber der Meinung ist, dass das Volk nur darauf pocht, die Zahlungen einem bestimmten Departement anzulasten.
Labels: Politik
Dienstag, März 28, 2006
Blocher kommt!
Die Vorlesung Einführung in die politische Kommunikation des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft Bern wird am 25. April von keinem geringeren als unserem Bundesrat und Justizminister Christoph Blocher beehrt.
Dienstag, März 28, 2006
Männer.ch
Sogar mit Nackten:
Motto: Männer aller Länder, vereinigt euch. Spass bei Seite: Gut gemacht, aber wohl einfach noch zu wenig bekannt. Der ist gut:
Was wir nicht wollen: Männer anprangern, die Prostiuierte aufsuchen oder Sex in audio-visuellen Medien konsumieren.
Männern ermuntern, Prostiuierte aufzusuchen oder Sex in audio-visuellen Medien zu konsumieren.
Quelle: mann und sexualität (ist ja klar, dass ich das als Erstes ansurfe).
Ja was denn jetzt? ;-)
Dank: Kollege Liechti (hoffentlich wird das nicht zur Tagesordnung? *grins* -- Nachtrag: Nein, nicht das Audiovisuelle und so, sondern die Hinweise auf interessante Web-Sites)
Dienstag, März 28, 2006
Geisterwolke über der Elbe
[...] mysteriöse Himmelsphänomene in Norddeutschland
Da hat man X-Files eben doch zu früh abgesetzt! I Want To Believe.
Montag, März 27, 2006
Mail.app - Top oder Flop?
Das Blog Hawk Wings hat einige "Promis" aus der Mac-Szene zu Mail.app (oder Apple Mail) befragt und die Interviews nun übersichtlich und leicht zugänglich online gestellt.
Jawohl, auch ich bin - entgegen den Versuchen von Kollege Liechti, der mich auf die dunkle, thunderbirdige Seite der Macht ziehen will - immer noch ein Mail.app-Fan. Fan? Na gut, Benutzer, auf jeden Fall. Um ein Fan davon zu werden bräuchte die Applikation wirklich noch eine umwerfende Politurmischung.
Was mich an Mail.app (10.3.9) stört:
- Manuelle Signaturen. Ich kann (ohne Plug-Ins von Dritten?) nicht festlegen, dass Mails von einem bestimmten Account eine bestimmte Signatur zugewiesen bekommen.
- Nichtbeachten der .mailboxlist Obwohl ich ursprünglich den (proprietären) Mail-Server unserer Uni verdächtigt hatte (juhu, er wird bald gegen etwas Quelloffenes ausgetauscht), liegt es doch tatsächlich an Mail.app. Thunderbird hat nämlich keine Probleme. Meinen Workaround habe ich im Netz veröffentlicht. Leider befürchte ich, dass mein Gebastel bei der Migration zu Problemen führen wird.
Folgenden Kritikpunkt erstaunt mich dann doch aber sehr:
When it comes to writing, its mail composition environment is clumsy and primitive.
Quelle: Talking Mail.app: John Gruber
... sowie ...
The text editor is weak. I’d love it if I could edit using an external editor (as in pine and mutt) or if a really great text editor was part of the app (as in Mailsmith).
Quelle: Talking Mail.app: Brent Simmons
Als fortgeschrittener ITler bin ich Plain-Text-Fetischist. Das ist mit Mail.app perfekt möglich. Schliesslich ging damals im Vorläufer von Swissnex (wie hiess das bloss schon wieder? Da dieses Bulletin-Board, auf das ich via die altehrwürdige Bümplizer Box mit 2400-Baud-Modem zugegriffen habe ...) noch kein HTML durch die Leitung. Dort habe ich auch gelernt, wie man richtig quotet. Wenn ich ehrlich bin: Ich hasse TOFUs! Alle! Jeden einzelnen, der so verschwenderisch mit der Bandbreite umgeht.
Item. Das Quoting. Perfekt gelöst - eigentlich der Grund, wieso ich (noch) nicht auf Thunderbird umgestiegen bin. Normalerweise kopiere ich aus dem Quote diejenige Abschnitte "nach oben", die ich gerade beantworten möchte. Mit Thunderbird gibt es im Plain-Text-Modus dann immer komische Umbrüche, wie ich sie gar nicht will. Mail.app dagegen verhält sich schön brav - 99% der Zeit, jedenfalls. Manchmal aber ...
Another one is that weird vertical-bar-quotation thing. When I’m writing a reply, that bar sometimes gets stuck in odd locations and I can’t figure out how to delete. What’s wrong with >, like every other email app?
Quelle: Talking Mail.app: Brent Simmons
Ha! Genau darunter leide ich auch manchmal. Ich scheine also nicht der Einzige zu sein, der dieses Problem am eigenen Leibe erfahren hat.
Schluss
Etwas Politur täte wirklich gut. Vielleicht liegt's ja daran:
[...] In general, my impression is Mail.app is lumped in with a group of other apps which a larger team is responsible for.
In some cases, that’s meant one guy is working on it in addition to other projects, or a group hopping from project to project is, or no one is. Even when someone is working on it, what they’re doing is primarily handed down from management and marketing rather than a group of guys who live and breathe the app.
Quelle: Talking Mail.app: drunkenbatman
Montag, März 27, 2006
Probleme heutiger Väter
[...] An was erinnern sich erwachsene Männer, wenn sie an ihre Väter denken? Was war das Wichtigste, was einem der eigene Vater mitgegeben hat?
Am besten, man fragt in seinem Freundeskreis nach. Was auffällt ist, wie banal oder pathetisch manche dieser Geschichten sind. In vielen Erinnerungen tauchen die Väter als tragikomische Gestalten auf, als eine Mischung aus Grand Guignol und Tyrann. «Ich erinnere mich», erzählt ein Freund, «wie mein Vater mir mal feierlich im Zug gezeigt hat, wie man eine Zeitung so faltet, dass man sie mit einer Hand lesen kann.» Ein anderer: «Er gab mir einen einzigen Satz mit auf den Weg: Wenn du schwul bist, mache ich dich kaputt.» Noch ein anderer: «Ich erinnere mich an den grossen Löffel, der während des Essens immer in meine Richtung geflogen kam.» Oder: «Er konnte zu meinem grossen Vergnügen auf Kommando furzen.» Nick: «Im einzigen wirklich persönlichen Gespräch, das mein Vater je mit mir geführt hat, erklärte er mir, warum er meine Mutter verlassen hat.»
Quelle: Mütter zweiter Klasse
Gelerntes
a) Ich muss wieder vermehrt Das Magazin lesen.
b) Nach der Lektüre des gesamten Artikels bin ich das, was den Männern von heutzutage immer wieder vorgeworfen wird: verunsichert.
Die dann folgenden Vorwürfe sind Klassiker: Mal ist die Wohnung zu klein (95 Quadratmeter), dann das Auto (VW Golf), dann Nicks Lohn (100 000 brutto). Auf einem Spaziergang treffen die beiden ein befreundetes Paar, ebenfalls mit Baby. Und mit Bugaboo. Der Bugaboo, muss man wissen, ist statusmässig so was wie der BMW X5 unter den Kinderwagen – und deshalb für Zürcher Szenenmamis ein absolutes «must have». Verglichen damit, lag Gabriel in einem zwanzig Jahre alten VW Passat. «Den ganzen Abend musste ich mir anhören, was für eine blöde Idee es gewesen ist, auf Ebay diesen Schrotthaufen von einem Kinderwagen zu ersteigern», sagt Nick.
Oh Gott! Das könnte morgen auch mir passieren. Aber es kommt noch schlimmer:
Der Dämon schlich sich in Form eines einzigen Satzes in die Wohnung. Nun schlängelt er sich durch den Alltag der Eheleute, wetzt nachts sein schärfstes Messer. Der Satz lautete: «Ich liebe dich als Hausmann, erotisch finde ich dich in dieser Rolle aber nicht mehr.»
Ende, aus. Spätestens jetzt hätte ich die Reissleine gezogen. Erzeuger, Financier - und als Dank ein warmer Händedruck? Gescheitert an den überhöhten Anforderungen der Partnerin? Rückenschuss? Jetzt krieg' ich wirklich langsam Angst.
Ist die Rollenteilung des 21. Jahrhunderts vielleicht doch nicht das gelbe vom Ei? Dabei war ich gerade bis vor Kurzem noch Fan der Vorstellung, im Haushalt anzupacken. Scheitert eine Ehe/Konkubinat/Partnerschaft mit Kind dann schon nach drei statt zwanzig Jahren? Was ist dann besser für das Kindeswohl, abgesehen, dass das Vater- (und aus meiner Sicht: ferner) das Mutterwohl ja auch nicht zu vernachlässigen ist?
Handelt es sich hierbei um einen Kampf, den der "moderne" Mann (die Neandertal-Rolle gefällt mir eigentlich aber auch nicht schlecht, wenn ich ehrlich bin ...) schlichtwegs nur verlieren kann? Düstere Aussichten!
Das Magazin weiss leider auch nicht weiter:
Die zentrale Frage ist jedoch offen geblieben: Wie funktioniert eine moderne Familie am besten?
Ich hoffe und bete, dass man es bis in etwa fünf Jahren herausgefunden hat.
Dank: Kollege Stuker (ohne Nachwuchs).
Montag, März 27, 2006
Dateien per scp kopieren
Da ich mein Blog ab und zu als meine öffentlich zugängliche Knowledgebase verwende, hier wieder einmal ein Tipp, wie man Linux-Tools zur Produktivitätssteigerung einsetzt:
scp -r * user@server:/path/to/destination/dir
Einsatzzweck: An der Universität haben wir einen Institutsserver, auf den die Dozenten Unterrichtsmaterialien hinterlegen. Als Webmaster habe ich die Aufgabe, diese Unterrichtsmaterialien über den Web-Server der Universität (passwortgeschützt) den Studenten zugänglich zu machen.
Da ich zu 99% von zu Hause aus arbeite, verschob ich die teilweise Megabyte-Grossen Dateien bisher folgendermassen:
- Einwahl via Cablecom Hispeed ins Uninetz mittels VPN
- Mounten des SMB-Shares auf dem Instituts-Server (Mac: Apfel-K, danach smb://130.92.x.y/sharename)
- SFTP-Login auf den Web-Server mittels Transmit
- Drag-and-drop der Files vom Finder-Fenster in das Transmit-Fenster
Nachteil: Die Daten wurden auf diese Weise immer zuerst vom Fileserver auf meinen Client heruntergeladen und danach gleich wieder auf den Web-Server hochgeladen. Aufgrund der VPN-Verschlüsselung und dem lahmen Upload-Speed von max. 40kBit/s bei Cablecom war dies oft ein langwieriges Unterfangen.
Mit der neuen Methode scp können die Dateien remote kopiert werden, verlassen also das Universitäts-Netzwerk nicht. Der Geschwindigkeitsgewinn ist enorm, die Arbeit schneller erledigt. Produktivitätssteigerung eben - der Grund also, wieso man im Laufe der Zeit mit weniger Mitarbeiter mehr leisten kann. Nebenbei: Spricht man eigentlich auch von Produktivitätssteigerung, wenn die Qualität einer Dienstleistung sinkt?
Dank: Kollege Liechti.
Sonntag, März 26, 2006
"Politische Agitation gegen den Rechtsstaat"
Demonstrationen in Pariser Vororten oder auch jene betender Muslime vor dem Bundeshaus haben gezeigt, wie gross das Potenzial für politische Agitationen gegen den Rechtsstaat ist.
Quelle: Ausländerkriminalität nach Nationalitäten erfassen
Seit wann gelten die freie Meinungsäusserung, Demonstrationen als Ausdruck dieser (notabene ohne ganz klar gesetzeswidrige Krawalle - das unterstütze ich genau so wenig wie jeder andere hier) und das Beten vor dem Bundeshaus als "politische Agitation"?
Was ist Christoph Blochers Albisgüetli-Rede, in der er gegen zwei vom Bundesgericht geschützte angeblich gefährliche Asylbewerber wettert, anderes als "politische Agitation gegen den Rechtsstaat"? Wo ein Bundesrat, und gerade noch der Justiz-Minister, die Gewaltentrennung in Frage stellt und sich über Entscheide des Bundesgerichts stellt?
Labels: Politik
Sonntag, März 26, 2006
"Muesch tschaupe!"
Heute, als ich vom Bahnhof Flamatt nach Hause trödele:
(Vater und seine ganz junge Tochter auf Drahteseln)
Vater: "Muesch tschaupe wede schautisch!"
Tochter: "Werum?"
Jeder fängt einmal klein an - nur vergisst man all zu oft, dass Selbstverständliches eben doch nicht so selbstverständliches ist.
PS: Viel Spass bei den ersten Fahrstunden mit dem Auto. Dann während dem Schalten Gas zu geben, wird den Fahrlehrer entzücken ... *smile*
Samstag, März 25, 2006
Auch Schweizer ausweisen!
Beim tobenden Autofahrer handelt es sich um einen 44-jährigen Schweizer aus dem Luzerner Seetal. Er war alkoholisiert und lenkte das Auto trotz Führerausweisentzug.
Quelle: Autofahrer geht auf Polizei los
Hatten wir doch diese Woche bereits einmal - da empörten sich die SVP-Blogger über Türken, die Basler Polizisten spitalreif geschlagen haben. Auch ich empörte mich einerseits über den mangelnden Respekt vor unseren Freunden und Helfern, aber auch über die Ausländerhetze der SVP.
Ich war damals der Meinung, dass in der Schweiz der Respekt vor der Polizei generell quer durch alle Bevölkerungsschichten rapide abnimmt. Es spielt dabei keine Rolle, ob man den Pass nun hat oder nicht:
Ich sage: Es muss hier hart durchgegriffen werden (wirklich!). Wer Widerstand gegen die Staatsgewalt leistet, soll dementsprechend bestraft werden. Mir ist dabei aber eigentlich egal, welcher Hautfarbe und welcher Herkunft jemand ist. Repression ist das eine - aber wir alle, Einwohner der Schweiz, ob Eidgenosse oder nicht, sollten uns auch überlegen, wie wir den Respekt vor den Bullen wieder generell heben können.
Quelle: Ausländer verhauen unsere Polizisten.
Es ist nämlich überhaupt nicht so, dass wir Schweizer uns ehrfurchtsvoll vor der mit Blaulicht eintrudelnden Bullerei verbeugen und kein Wort mehr rausbringen. Heute regt sich doch jederman bis zur Weissglut auf, wenn er Parkbussen erhält, wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen gebüsst wird - sprich die "letzte Freiheit" der Bürger im 21. Jahrhundert, das Autofahren, eingeschränkt wird. Ein bekannter SVP-Politiker und Bundesrat befürchtet hier sogar die "Kriminalisierung der Gesellschaft". Dass er damit indirekt aber selbst die Polizei und die Durchsetzung von Gesetzen anprangert, vergisst man lieber schnell wieder ...
Sie wollen mehr Selbstverantwortung und mehr Freiheit, keineswegs mehr Freiheit herrscht im Strassenverkehr, oder?
Blocher: Nein, das habe ich ja öffentlich gesagt – ich bekämpfe die zunehmende Kriminalisierung der Gesellschaft, die dadurch entsteht, indem man Bagatellvergehen bestraft.
Quelle: "Ich bin ein Verfechter des Kollegialitätsprinzips"
Liebe SVP, was machen wir jetzt? Die Türken könnte man schlimmstenfalls ausweisen, wenn ihr euer Vorhaben durchbringt - diesen Affen hier aber, mit rotem Pass und Schweizerkreuz darauf, der besoffen Auto fährt, den Ausweis aber schon entzogen hat, unsere Landsleute und Gäste aus dem Ausland gefährdet und danach auch noch kein Respekt vor der Staatsgewalt aufweist - den sollte man doch gleich als erstes ins Meer kippen ... Aber eben, er ist Schweizer und darf sich deutlich mehr erlauben, richtig?
Labels: Politik
Samstag, März 25, 2006
iPod, done right
Once a company devises a great product, he says, it has a monopoly in that realm, and concentrates less on innovation than protecting its turf. "The Mac-user interface was a 10-year monopoly," says Jobs. "Who ended up running the company? Sales guys. At the critical juncture in the late ’80s, when they should have gone for market share, they went for profits. They made obscene profits for several years. And their products became mediocre. And then their monopoly ended with Windows 95. They behaved like a monopoly, and it came back to bite them, which always happens."
Daring Fireball geht in diesem exzellent Artikel darauf ein, wieso Apple mit dem iPod (bisher) nicht denselben Fehler begangen hat, wie damals mit dem Windows deutlich überlegenen Mac OS. Kurz und bündig: Apple sitzt nicht herum und streicht mit dem iPod saftige Gewinne ein, nein, Apple bringt in einem Innovationszyklus von 6-12 Monaten immer neue, verbesserte Geräte heraus, verkauft diese billiger als möglich und lehrt der Konkurrenz das fürchten (Konkurrenz? Welche Konkurrenz? Etwa Creative? Oder diese 64MB-MP3-Player, mit denen sich minderbemittelte Gangster-Pimps brüsten).
Es ist schön zu sehen, dass Microsoft in diesem Markt für einmal kein Monopol einrichten konnte (dagegen Apple, mit ihrem iPod-Ökosystem aus Player und Musicstore). Wer weiss, vielleicht hat Microsoft den Gipfel seiner Popularität bereits überschritten?
Labels: iPod
Freitag, März 24, 2006
Microsoft, Microsoft ... *tz*
Zuerst müsst ihr eingestehen, mit Windows Vista nicht rechtzeitig fertig zu werden und verschiebt die Produktveröffentlichung (für Heimanwender) ins nächste Jahr. Anstelle "late 2003" wird Vista voraussichtlich mehr als drei Jahre später als geplant veröffentlicht. Bis zu besagtem Januar wird niemand das neue Windows benutzen, da Unternehmen, die bereits im Oktober 2006 auf Vista zugreifen könnten, sich normalerweise hüten, Microsoft-Betriebssysteme vor dem Erscheinen des ersten Service Packs in den produktiven Einsatz zu entlassen. Und wer es trotzdem tut - Gott stehe euch bei.
Einen Tag später verschiebt man auch die Veröffentlichung von Office 12 2007 nach hinten und kündigt einen Umbau der Betriebssystemsparte an. Ein weiters Zeichen mehr, dass Microsoft zur Zeit grosse Probleme hat, und diese in den nächsten Monat noch grösser werden könnten.
Das mit der Firma seit längerem etwas nicht stimmt, veranschaulicht folgende Microsoft-Dokumentationssendung in BBC-Qualität:
Okey, Apple muss sich nicht verstecken, hat die Firma in ihrer knapp 30-jährigen Geschichte (am 1. April ist es soweit - kein Scherz) auch einige Glanzszenen produziert:
Freitag, März 24, 2006
Regierungsratskandidaten in Laupen
Heute Donnerstag-Abend war ich in Laupen und wohnte einer Wahlkampf-Veranstaltung für die kommenden Regierungs- und Grossratswahlen bei. Alle neun RegierungsratskandidatInnen standen sich selber, dem Moderator Otto Zutter (Berner Zeitung) und schlussendlich auch uns Politikinteressierten Red' und Antwort.
Konkurrenzkampf
Auf die Frage meines Vaters, ob Wirtschaftsförderung bedeute, dass Gemeinden sich untereinander mit Steuervergünstigungen etc. die Unternehmen abjagen, gab es interessante Voten. Denn schliesslich möchte man sich nicht nur gegenseitig die Arbeitsplätze abjagen, sondern auch neue schaffen. Da waren sich alle einig.
(Aus meiner Sicht) Die Bombe platzen liess darauf Eva Desarzens (Boll, FDP), ihreszeichen doktorierte Historikerin (wir sind halt doch noch zu etwas nütze). Die FDP, die sonst doch immer den Wettbewerb über alles lobt und als Allheilmittel sieht, worauf Lahme plötzlich Weltmeister über 100-Meter werden - sie als Mitglied dieser Partei schlug vor, Steuern juristischer Personen auf kantonaler Ebene einzufordern. Unternehmen könnten in unserem schönen Kanton also hinziehen wo sie wollten - sie bezahlten überall denselben Steuersatz. Der Anreiz, alle paar Jahre in neue Gemeinden zu ziehen und dabei individuelle Steuerermässigungen auszuhandeln, entfiele.
Den Nuggi jagte es mir aber endgültig raus, als selbst Urs Gasche (Fraubrunnen, SVP) (ausgerüstet mit einem ständig blinkenden Smartphone) vorschlug, die Steuern nicht nur ausschliesslich in der Wohnortsgemeinde, sondern auch in der Gemeinde zu entrichten, in der der Arbeitsplatz liegt. So, wie Gasche ausführte, würde es einem Herr Ospel (nicht explizit beim Namen genannt) dann eben rein gar nichts mehr bringen, wenn er sich in den steuergünstigen Kanton Schwyz absetzen würde. Einen Teil seiner Steuern würde er weiterhin an seinem Arbeitsort, wohl also in Basel oder Zürich, entrichten. Als anderes Beispiel wurde auch eine Person erwähnt, die in Bern arbeitet, aber im steuergünstigeren Kanton Aargau wohnt und so jährlich 10'000 SFr. sparen könne. Auch ein solches Verhalten würde durch eine Revolution des Steuersystems keinen Profit für den Einzelnen mehr einbringen.
Liebe Leute - folge ich diesen Erläuterungen und skaliere sie auf eine höhere Ebene, handelt es sich hierbei ganz und gar um eine Absage an ein heterogenes Steuersystem, das sich aus 26 Kantonen zusammensetzt ...
Auslaufmodell Kanton
Spät kam es, aber umso mehr erfreute es mich, dass quer durch die ganze Parteienlandschaft Personen das heutige förderale System der 26 Kantone in Frage stellen. Für einmal denken Politiker nicht nur an die nächste Legislatur, sondern über ihren eigenen Nasenspitz hinaus, in die Zeit, in der ich noch lebe, die Alt-Regierungsräte dann wohl aber zu Grabe getragen werden.
Natürlich geschieht die Abkehr von den Kantonen nicht über Nacht - es begeistert mich aber, dass sich langsam, aber sicher der Mut breit macht, althergebrachte Gebilde in Frage zu stellen. Leider im typisch schweizerischen Tempo - aber he, immerhin macht sich überhaupt einmal jemand Gedanken darüber.
Feinheiten
Sind Personen derart der Öffentlichkeit ausgeliefert wie die Kandidaten, erlaube ich mir immer wieder, auf Nebensächlichkeiten zu achten. Heute Abend beispielsweise auf die Fussbewegungen. Mit Blick auf das Gefuchtel oder eben die Totenstarre unter dem Tisch erkennt man sehr genau, wer angespannt, und für wen das ganze "a piece of cake" ist. Auch die Schuhmodelle sind nicht ohne: Egger-Jenzers Cowboy-Stifeli hatten es mir ganz besonders angetan *grins*
Labels: Politik
Donnerstag, März 23, 2006
Party-Photographen abwerben?
Eigentlich freuen wir uns ja über Mitbewerber, oder solche welche es gerne sein würden. Sie spornen uns an, noch besser zu werden und hart für unsere treuen Lautundspitz Fans zu arbeiten! Doch wenn ein "Filmlidrüller" plötzlich auf die Idee kommt, kurzerhand einfach alle unsere Fotografen anzuschreiben und versucht abzuwerben, dann finden wir das nicht nur ethisch bedenklich, sondern, da er das ganze noch über Lautundspitz.ch gemacht hat, einfach nur noch dämlich!
Quelle: Lautundspitz Newsletter 12/2006, 23. März 2006.
Sorry, wenn es wieder einmal so weit ist: Da stecken doch nicht etwa die von Partyguide dahinter, oder?
Sobald ich von Lautundspitz mehr über diese Story erfahre, poste ich meine Erkenntnisse hier.
Nachtrag: Doch nicht. Das kommt halt davon, wenn man den PG-Reflex schon fest einprogrammiert hat. In Tat und Wahrheit war es ein findiger Kopf von Videooo.ch:
Video ist keine Konkurrenz zu Partyfotos, sondern ein neues, spannendes Medium. Wir suchen dringend Leute, die Lust haben, hin und wieder auch mit einer Profi-Videoausrüstung aus Zürich, Bern, Basel, Luzern oder der Ostschweiz von der Partyszene zu berichten. Falls Du jemanden kennst, der sich für Video interessiert, freue ich mich über ein Mail an team@videooo.ch Bernhard Seiffert, Gesamtleitung videooo.ch
Quelle: Mail von Saxer an Mario Aeby, 23. März 2006.
Jungs, sorry, aber das will kein Mensch. Es gibt zwar auch Videodokumente von eMeidi ausser Rand und Band - aber daraus gleich einen abendfüllenden Spielfilm zu produzieren? Näää. Mal schauen, ob sich das Konzept - analog zu Handy-TV - dennoch durchsetzen wird ...
Demnächst in einem Kino in Ihrer Nähe:
Foto-Wars!
Wie kürzlich ein unerkannt bleibender Kenner der Party-Photographen-Szene süffisant im Gespräch mit bemerkte:
Wenn 50% unserer Photographen nicht mal ihre Kameras bedienen können, wie sollen Sie je von RSS gehört haben?
Dennoch: Ist das Party-Photographen-Handwerk derart kompliziert, dass man nicht etwa neue Leute mit ihrem Aldi-Kompaktkameras anwirbt (O-Ton: Blitz? Für was brauch' ich mitten in der Nacht einen Blitz?), sondern der Konkurrenz die Leute "abzugrasen" versucht?
Komische Welt ... *kopfschüttel*
Labels: Partyguide
Donnerstag, März 23, 2006
Hübsche Politikerinnen
Sie sind rar gesät, hier aber meine kleine persönliche Auswahl an Politikerinnen, die nicht nur politisieren, sondern dazu auch noch hübsch sind. Inspiriert durch die Entmachtung Masonis:
Marina Masoni (TI, FDP)

Quelle: Masoni teilweise entmachtet
Pascale Bruderer (AG, SP)

Quelle: Pascale Bruderer
Offizielles Foto (Parlament.ch)
Doris Leuthard (AG, CVP)

Quelle: CVP-Frauen Schweiz
Offizielles Foto (Parlament.ch)
Jasmin Hutter (SG, SVP)

Quelle: Willkommen bei Jasmin Hutter
Offizielles Foto (Parlament.ch)
Maya Lalive d'Epinay (SZ, FDP)

Quelle: SwissICT: Beirat
(Okey, eine gehört nicht in die Liste - welche es wohl ist?)
Nachtrag
Die Web-Site des Parlaments bietet ja 300dpi-Aufnahmen all ihrer Mitglieder an - die mühsame Bilder-Suche via Google hätte ich mir ersparen können.
Labels: Politik
Mittwoch, März 22, 2006
Ausländer verhauen unsere Polizisten
Die SVP berichtet in ihrem Blog, das heute übrigens Erwähnung in der BZ fand (Dank: Mami - ja, auch Blogger haben eine Erzeugerin), über Türken, die eine Polizeistreife bös vermöbelten (kommt davon, wenn man bei der Ausbildung unserer Freunde und Helfer spart, liebe SVP!).
Natürlich finde ich solche Vorkommnisse erschreckend, möchte aber trotz linker Manier nicht gleich rufen "Aber die Schweizer machen das ja auch!" und die Diskussion so gleich an einen toten Punkt führen. Im Gegenteil: Es muss offen darüber geredet werden und - wichtig - Lösungsansätze miteingebracht werden. Manchmal vermute ich fast, dass die SVP bei Ausländerthemen gar nicht wirklich darauf hoffen mag, dass dort auftretende Probleme gelöst werden. Wie sonst kann man dann noch lustige Wahlkämpfe schmeissen? Eben.
Ich sage: Es muss hier hart durchgegriffen werden (wirklich!). Wer Widerstand gegen die Staatsgewalt leistet, soll dementsprechend bestraft werden. Mir ist dabei aber eigentlich egal, welcher Hautfarbe und welcher Herkunft jemand ist. Repression ist das eine - aber wir alle, Einwohner der Schweiz, ob Eidgenosse oder nicht, sollten uns auch überlegen, wie wir den Respekt vor den Bullen wieder generell heben können.
Soviel zu meiner Position. Ich musste mich natürlich auch ins Kommentar-Kampfgetümmel stürzen und habe folgendes Pfund hinter feindlichen Linien liegen gelassen:
Davon ausgehend, dass der Bericht der Wahrheit entspricht, bin ich mir sicher, dass die beteiligten Personen mit aller Härte (aber gesetzeskonform, liebe Ausländerfreunde des SVP-Blogs!) angefasst werden.
Klar ist: Der Polizei als Staatsgewalt wird heutzutage kaum mehr Respekt entgegengebracht - nicht nur von jugendlichen Ausländern, notabene.
Wenn man nun die Ausweisung der besagten Personen herbeiwünscht - was machen wir in einem hypot[h]etischen Falle, wenn die Täter Schweizer sind? Die können wir ja nicht vor die Türe stellen und müssen diese ein ganzes Leben lang in unserem mehrheitlich friedlichen und anschaulichen Land ertragen. Ist das nicht fürchterlich? Wie steht die SVP zu einem solch hypothetischen, wenn auch unrealistischen Fall (wir Schweizer wissen uns ja noch zu benehmen, verkiffen nicht jährlich Millionen von Franken oder saufen uns die Birne weg)?
Ich fordere deshalb: Die Gesetze müssen wieder kompromisslos eingehalten werden. Mit drakonischen Strafen werden Verfehlungen belangt. So z.B. auch Geschwindigkeitsüberschreitungen. Gerade hier könnten wir anfangen. Denn sind es nicht nur Ausländer, die diese begehen? Wir würden diese dort an einem empfindlichen Nerv treffen.
(Wer Sarkasmus findet, darf ihn behalten)
Quelle: Nach Unfall: Junge Türken verprügeln drei Basler Polizisten
Gelungen ist meine Frage nach den bösen Schweizern. Die sollten wir eigentlich auch ausschaffen können - auf hoher See über Bord werfen. Oder lässt man bei denen nur aufgrund ihres Passes Rücksicht walten? Nicht doch!
PS: Etwas ketzerisch, aber dennoch - was machen die Polizisten eigentlich in der Ausbildung? Wie man effizient Rapporte schreibt? Nahkampfausbildung sollten die doch nicht nur vom Hörensagen kennen *wunder*
Labels: Politik
Mittwoch, März 22, 2006
Der Franzmann
War on Terror keeps Cheese-eating surrender monkeys at bay
Quelle: French struggle to get US visas
Wieso gerade die Franzosen mit Käse in Verbindung gebracht werden - keine Ahnung. Dabei weiss doch jeder, dass wir ihn erfunden und bereits im Ersten Weltkrieg dank Exporten vergoldet haben. Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Franzosen nicht einfach gewöhnlichen Käse, sondern ganz abartig komischen Kreationen ...
Das "surrender monkeys" dagegen ist ganz einfach zu deuten.
Was sagt die Wissenschaft?
Cheese Eating Surrender Monkeys ... Nein, natürlich nicht. Hier die richtig ernste und sachliche Version des Franzmann-Bashings.
Montag, März 20, 2006
iSight-Klon
Jetzt müssen auch Wintel-Nutzer nicht mehr abseits stehen und können sich eine der Apple iSight täuschend ähnlich sehende Web-Cam leisten ...

Quelle: PEARL.
Sonntag, März 19, 2006
Journalismus zensiert SVP!
Ich bereue es keine Sekunde, das Junge SVP Stammtisch-Blog abonniert zu haben. Aus den dort veröffentlichen Artikeln wird es für einen Linken wie mich möglich, den (zugegebenermassen abstrusen) Gedankengängen der "rechten" Autoren zu folgen. Erstaunt bin ich vor allem von der sprachlichen Qualität - in dieser Partei gibt es also tatsächlich einige Leute, die mehr als nur einfache Sätze hinkriegen.
Wie bereits in vorhergehenden Artikeln beschrieben, zeichnet sich der typische SVPler in meinen Augen durch seine paranoiden Züge auf, die durch das Gefühl, dauernd zu kurz zu kommen und unterdrückt zu werden, verstärkt werden.
Nun schiessen die Autoren drüben am Stammtisch erneut den Vogel ab - dieses mal mit einer Fundamental-Kritik am Mediensystem. Die vorgängig genannten Charaktereigenschaften tauchen auch in diesem Artikel zu Genüge auf.
Um was es geht: Die JSVP stört sich daran, dass Armin Walpen, Generaldirektor der SRG idée suisse, Gebühren auf den Internetanschluss erheben will, sobald über das Internet TV-Live-Streams in genügender Zahl empfangen werden können. Das ganze artet danach - in gewohnter SVP-Manier - zu einem Rundumschlag auf. Jeder, der irgendwie mit Medien zu tun hat, fällt dem Sperrfeuer zum Opfer. Am Ende des Artikels weiss man: Ohne diese Scheiss-Medien, die die SVP belächelt und nicht genügend Wahlkampfintensiv erwähnt, gänge es uns allen besser. Denn dann, ja dann könnte die SVP ihre Meinung allen einhämmern, ohne nervende Fragen aus dem Teil der Gesellschaft, der ob der SVP-Phrasendrescherei noch nicht ganz verblödet ist.
Pflücken wir die erzürnte Reaktion der JSVP auf diesen Vorschlag doch mal auseinander:
Damit würde die SRG nebst dem Fernsehmonopol faktisch auch das Internetmonopol zugesichert erhalten.
SRG - Fernsehmonopol? Gibt es in der Schweiz nur das Staatsfernsehen? Ich denke nicht. War da nicht was von RTL, Sat.1, Pro Sieben, Tele Bärn ... etc.? Meint der Schreiber vielleicht doch eher das Gebührenmonopol? Dasjenige Monopol, mit dem die SRG idée suisse ihre Aktivitäten in allen vier Landesteilen über die Medien TV und Radio finanziert erhält? Auch dieses "Monopol" bröckelt: Wie der National- und Ständerat erst kürzlich entschieden haben, werden künftig 4% (zur Zeit 44 Millionen SFr.) der Gebührengelder an Privatradios und das Privatfernsehen verteilt:
Der Ständerat gibt dem Nationalrat nach: Die privaten Radio- und Fernsehstationen erhalten damit jährlich 44 Millionen Franken aus dem SRG-Gebührentopf.
Quelle: Vier Prozent für Privatstationen
Gut, da wir dies nun geklärt hätten - was zum Teufel ist ein "Internetmonopol"?! Kann mir das am Stammtisch mal jemand erklären? Das Internet ist in seiner dezentralen Funktionsweise schlecht monopolisierbar. In der Schweiz gibt es zwei grosse Infrastrukturanbieter, Swisscom (ADSL) und Cablecom (Cable-Internet). Diese stellen den technischen Zugang ins Netz der Netze her. Hier spricht man also wennschon von einem Oligopol.
Inhalte bezahlt man - wenn überhaupt - bei den Inhalte-Anbietern im Internet selbst. Könnten die JSVPler das Inhaltemonopol gemeint haben? Wie geht das jetzt, wenn das Internet dezentral aufgebaut ist und von Millionen unabhängiger Web-Sites besteht? Die JSVP sieht jedenfalls die freie Meinungsäusserung im Internet in Gefahr, weil die SRG Gebühren auf Internetanschlüsse erheben will. Denn, so die Argumentation Walpens, wenn SRG-Inhalte über das Internet empfangen werden können, sollen die Leute dafür auch bezahlen. Pauschal, wie bereits beim Kabelanschluss, ob man die SRG-Sender nun überhaupt im Gerät speichert und gelegentlich konsumiert, oder nonstopp RTL schaut.
Meine Meinung: Es gibt nun mal keine Möglichkeit, solch qualitativ hohen Journalismus, wie ihn die SRG produziert, anderweitig zu finanzieren. Und ja, liebe JSVP, die Qualität unseres Journalismus' kann sich international sehen lassen.
Dennoch - ich stehe einer Besteuerung des Internet-Anschlusses skeptisch gegenüber. Aus meiner Sicht kann das Internet im Gegensatz zu einem TV-Anschluss und -Gerät deutlich vielfältiger genutzt werden, weshalb überhaupt nicht mehr auf der Hand liegt, dass jedermann über das Internet TV-Sendungen guckt.
Ich bin mir ganz sicher, dass die Billag nur dann Gebühren einfordern kann, wenn ein Benutzer noch nicht Billag-Kunde ist, er also weder Radio noch TV zu Hause stehen hat und sein Kabel-Anschluss plombiert ist. Wer dagegen bereits jetzt Billag-Gebühren bezahlt, deckt damit auch den zukünftigen Bezug von Inhalten per Internet.
Weder der Rundfunk noch die Printmedien können jene Meinungsvielfalt und publizistische Qualität bieten, die das Internet bietet.
Veto! Blogs sind eine gute Sache, sind aber komplementär zum professionellen Journalismus zu sehen. Blogs sind für mich primär die persönliche, nicht-objektive und gefärbte Meinungsäusserung im Internet. Gerade euer Artikel ist ein Beispiel dafür: Schlecht recherchierte Stimmungsmache. Ein Journalist könnte sich damit schlecht sehen lassen, verstiesse er doch gegen eine Menge selbstauferlegter Berufsprinzipien.
Aber an Blogs finde ich gerade die Amateurhaftigkeit gut - jedermann kann seinen Senf zu einem Thema abgeben. Für fundierte, gut recherchierte, objektive Artikel bleiben aber Zeitungen, Radio und TV weiterhin nötig! Weitwerzweigte Korrespondentennetze, wie sie bspw. die NZZ betreibt, wären durch Blogs nur schwer zu ersetzen. Hier braucht es Lohnzahlungen, die es Korrespondenten erlauben, von ihrer Arbeit zu leben und diese 24h am Tag zu betreiben.
Landesweite Konzessionen für privaten und damit nicht-staatlich kontrollierten Fernseh- und Radiostationen werden fast nie vergeben. Durch das Konzessionierungsmonopol beim UVEK (Bundesamt für Umwelt, Verkehr und Energie) dürfen nur Sender aufs Netz gehen, die den Machthabern und insbesondere Departementsvorsteher Bundesrat Leuenberger genehm sind.
Traurig, aber wahr. Dies aber weniger, weil es dem - gemäss euren Aussagen - von Linken dominierten Staat (Hallo, hab ich den Machtwechsel verpasst?!) und insbesondere dem bösen, bösen Moritz nicht gefällt, wenn unkontrollierbare Stationen auf Sendung gehen, sondern - wieso wohl? Genau. Die Fernseh-Produktion verschlingt Unsummen von Geld. Es kann sich in der Schweiz schlichtweg niemand leisten, private TV-Sender auf die Beine zu stellen, resp. es finden sich kaum Geldgeber, die das grosse Risiko auf sich nehmen. Man erinnere sich an die Schicksale von TV3 und Tele 24. Ob dies an einer allmächtigen SRG liegt, wage ich zu bezweifeln. Privatsender konkurrenzieren primär nicht mit der SRG, sondern mit ihren ausländischen Pendants. Dort liegt der Hund begraben. Der Markteintritt ist schlichtweg zu teuer und zu risikobehaftet.
Im Gegensatz zu Deutschland oder den USA, wo private Sender in meinungsbildender Konkurrenz zueinander stehen, [...]
Klar doch - in den USA ist alles besser. Mit Fox, dem Quasi-Staatsfernsehen. Oder haben die in letzter Zeit jemals etwas gegen die Bush-Administration gewettert? JSVP, habt ihr eigentlich überhaupt einen Millimeter Ahnung von der Medienindustrie? Ein Wunder, dass ihr nicht noch gerade Italien in den Olymp der optimal funktionierenden Mediennationen hebt ...
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Printmedien, die heutzutage durch das Staatsfernsehen in der Themenwahl beeinflusst werden. Es kommt dabei gar nicht mehr darauf an, wie die Zeitungen über ein bestimmtes Thema berichten. Vielmehr wird schon allein dadurch Meinungsmanipulation betrieben, indem die Zeitungen nur Themen bringen, die zuvor im Fernsehen zu sehen waren. Alles andere wird verschwiegen.
*muhahahaaa* Langsam aber sicher wird euer Artikel wirklich lächerlich. Ich schlage vor, dass ihr einmal Studien über die Themenwahl von Zeitungen, Radio und Fernsehen von Instituten der Medien- und Kommunikationswissenschaften hier in der Schweiz studiert. Ah, geht ja nicht, auch die Institute sind von linken Genossen infiltriert. Und sowieso: Für die Bildung wollt ihr ja auch kein Geld locker machen, abgesehen von wirtschaftlich gewinnversprechenden Studiengängen alles abschaffen. Ob das die Zahl der kritisch-mündigen Bürger steigert?
Kein vernünftiger Geschäftsmann wird seine Firmenwerbung im Tagi publizieren, wo das Verfahren bürokratisch und kompliziert ist, wo doch im Internet auf Google sehr viel günstiger geworben werden kann.
Ja, das Zielpublikum ist ja auch deckungsgleich. Dilettanten!
Diese [Publigroupe AG] wiederum profitiert davon, indem sie für Drittpersonen unsichtbar die Finanzen der Medienkonzerne steuert und so wiederum die Redaktionsbüros beeinflusst.
Da ist es wieder, dieses unterschwellig paranoide Konspirationspalaver. Aber selbstverständlich ist klar, dass in der Zeitungsbranche die privatwirtschaftlichen Verlage dem Markt unterworfen sind. Sie können nur solange ein Produkt anbieten, wie es durch Inserate und Abonnemente finanziert werden kann. Für einmal erblickt ihr einen gewissen Zusammenhang, zieht aber die falschen Schlüsse daraus.
Die SRG, die Grosskonzerne Ringier und Tamedia, das Departement Leuenberger sowie Zensurparteien aus dem linken Lager gehören zu den Verliern der Informationsgesellschaft.
Mumpitz. Die Blogosphäre ist - wie die von euch derart gescholtene Schweizer-Presse - linkslastig. Wie sagte es Augstein so schön:
Im Zweifelsfalle links.
Dieses Motto wird in alle Ewigkeit bestand haben!
(Viel Stuss später ...)
Deshalb gibt es nur eines: sämtliche staatskritischen Kräfte der Schweiz werden und müssen die Streaming-Gebühren bekämpfen, um die Medien endlich zur Räson zu bringen. Zensur hat in einer Demokratie nichts verloren. Wir werden nicht eher ruhen, bis in der Schweizer Presse endlich Meinungsfreiheit herrscht.
Meinungsfreiheit im Sinne der SVP: Die Medien schreiben nur noch das, was die SVP auch für richtig hält. Die linke Staatspropaganda wird der Bevölkerung vorenthalten, weil diese schädlich für den Geist des Volkskörpers wäre ...
Labels: Politik, Wirtschaft
Sonntag, März 19, 2006
Ch.ch Kinowerbung
Adrian Kamer hat - angestossen durch meinen Artikel IT-Bundesbeamte machen Ernst - ausgerechnet, wieviel uns Steuerzahler die Werbung für das Schweizer Portal Ch.ch gekostet hat:
Ausgegangen von den 36 Tagen Werbedauer in deinem Post und einer Cliplänge von 1 Minute ergibt sich folgende grobe Rechnung:
(5 Wochen * 60 Sekunden * 2278 Januar Sekundentarif ) + 7.6% MwSt. = 735'338 CHF
Dazu kommt ja dann auch noch die Herstellung des (das hochglanz Attribut passt doch wirklich!)
Quelle: Mail von Adrian Kamer an mich, 4. Februar 2006.
Danke für die Berechnungen!
Irgendwie ist es in letzter Zeit arg still geworden um das Portal. Läuft da noch was? Kann man den Anstieg der Benutzerzahlen mit dem Werbe-Effort korrelieren? Fragen über Fragen. Warten wir's ab.
Sonntag, März 19, 2006
Menstruation revisited
15. September 2005
NEPALdas oberste gericht hat die in verschiedenen teilen des landes ausgeübte "tradition", nach der frauen während der menstruation in einen kuhstall gesperrt werden, dort altes essen bekommen und zusätzlich verbale mißhandlungen erleiden müssen ,als "böse" verurteilt.die regierung hat einen monat zeit das zu verbieten und zu unterbinden.
Quelle: against repression - against prisons
So als Addendum zu meinem Artikel Gebrauchte Tampons spenden.
Dank: frischgebachener Pappi Kure
Sonntag, März 19, 2006
Partyguide - ach Wunder - lahmt
Sonntag-Abend. Die gesamte Schweizer Partyszene versammelt sich auf ihren bevorzugten Party-Portalen und schaut sich die digitalen Schnappschüsse des gestrigen Abends an.
Alle Partygänger? Nein, leider nicht alle. Benutzer von Partyguide sind sich daran gewöhnt, statt Bildern zuerst einmal gaaanz lange nichts zu sehen. Ist es nicht erstaunlich, wie sich dieses Spiel von Sonntag zu Sonntag wiederholt und die Benutzer anscheinend immer wieder zurückkehren? Ausdauer scheint eine positive Eigenschaft des durchschnittlichen Partyguide-Fanboys zu sein ...
Ein Test von heute Sonntag, 19. März 2006, 19:44 Uhr zeigt: Um von der Startseite auf die Informationsseite des Events This is it! @ Eclipse Bar, Bern zu gelangen, benötigt der ausdauernde Partyguide-Surfer 72.294 Sekunden (gemessen mit der Firefox-Extension Fasterfox).
Mehr als eine Minute vergeht also, bis eine neue Seite geladen ist. Gemäss dem WEMF-Rating sei Partyguide diejenige (von WEMF beglaubigte) Web-Site der Schweiz, auf der die Benutzer am Längsten verweilen. 20 Minuten im Schnitt. Gemäss Adam Riese macht dies an einem Sonntag wie diesem sagenhafte 20 Seiten, die sich ein Benutzer anschaut. Fast wie damals, als man noch mit einem 56k-Modem unterwegs war ...
Labels: Partyguide
Sonntag, März 19, 2006
Privatisierung - die Kritik
[...] Theoretisch hält Veerkamp an der Arbeitswerttheorie fest [...]. Das grundsätzliche Dilemma einer auf Lohnarbeit beruhenden Wirtschaftsform besteht darin, dass gesteigerte Produktivität immer auch lebendige Arbeit überflüssig macht und damit Arbeitslosigkeit erzeugt. Das Argument, der Markt werde schon alles richten, begreift Veerkamp als religiösen Appell, der Unterwerfung fordert. Mit dem Neoliberalismus seien Markt und Konkurrenz endgültig zu Göttern erklärt worden.
Quelle: NZZaS, 19. März 2006, "Freier Markt und Globalisierung als neue Religionen" (Rezension), S. 79.
Jede Epoche hat ihre eigenen Götter und jede Religion weist Fundamentalisten auf. Beim Liberalismus wären das dann wohl die "Neoliberalen". Verkamps Buch Der Gott der Liberalen habe ich mir auf jeden Fall gleich einmal bestellt.
Sonntag, März 19, 2006
Swissmedic und die Bürokratie
[...] Hinzu komme übertriebene Bürokrate. Ein Beispiel? Bei Swissmedic gibt es gar Vorgaben, wie sehr man einen Bundesordner füllen darf. "Es muss bis zum Beginn der Wölbung des Haltebügels mindestens 1cm frei sein, damit die Halteklammer arretiert werden kann", teilte Swissmedic 2005 einer Firma mit.
Quelle: NZZaS, 19. März 2006, "Breite Front gegen Swissmedic", S. 16.
Solange es sich die Bundesverwaltung leistet, solche schwarzen Schafe weiter amten zu lassen, muss man sich nicht verwundern, wenn liberale und rechte Kreise gleich den ganzen Laden abschaffen möchten. Dabei - das hoffe ich zumindest - gibt es Verwaltungseinheiten, die tagtäglich den Dienst am Kunden erbringen, professionell, effizient und schnell. Selbstverständlich finden solche Einheiten aber kaum Medienecho.
Samstag, März 18, 2006
Tokio Hotel bei Beni
Soeben sind bei Beni im Benissimo Tokio Hotel aufgetreten. Fürchterlich. Vor allem dieser stockschw... Sänger. Was wird der mal von sich sagen, wenn er seinem zarten Alter entsprungen ist und mit 25 auf seine Teenie-Jahre zurückblickt? Wie erklärt der das seinen Grosskindern?! Naja, vielleicht wird er vorher Drogenexzessen erliegen ...
Dann doch lieber die im Vergleich schon fast konservativ anmutenden Grup Tekkan.
Samstag, März 18, 2006
Botellon - bald auch in der Schweiz?
Soeben gerade kam auf den eigentlich süffig-oberflächlichen News-Meldungen auf Radio BE1 die Meldung über die momentan in Spanien stattfindenden "Botellons" resp. deren Steigerung in Form von "Macro-Botellons".
Dieser Spontan-Event wird von Studenten in grösseren spanischen Städten angekickt - mittels SMS und anderen Kommunikationsmitteln verarbreden sich tausende von Personen an einem festgelegten Ort. Mit im Gepäck: Harter Alkohl und "Verdünner". Und dann wird gesoffen und das öffentliche Ärgernis erregt - und am Schluss bleibt ein verwüsteter, mit Abfall übersäter Platz zurück.
Gestern war es wieder einmal so weit, um die 5000 Personen fanden sich beim grössten Event in einer der Grossstädte ein.
Unser Aussenkorrespondent Kollege Sedlacek d. Ä war am 4. März in Madrid vor Ort und stellt uns Pics zur Verfügung:
Bei Tom brannte ein Auto ("Jemand hat eine brennende Zigarette in ein Cabrio geworfen" - naja?), darauf gab es den obligatorischen Aufmarsch der Polizei inkl. Polizei-Helikopter. Nach der Auflösung der Versammlung "lauerte" ein Besoffener in einer engen Gasse in ein fahrendes Auto hinein. Wie dieser "Zusammenstoss" ausging, entzieht sich unserer Kenntnis.
Nachtrag: Auch die heutige Tagesschau hat sich des Themas angenommen. Einige Screenshot nun auch auf Flickr:
Gleich nachdem ich von dem "lustigen" Event erfahren habe, sicherte ich mir
www.botellon.ch
Ob man das in der Schweiz auch hinkriegen würde? Beispielsweise auf dem Helvetiaplatz in Bern? Oder gar auf dem Bundesplatz? Ich frage mich nur, wer dann für die Abfallentsorgung aufkommen würde - und ob die Polizei einschreiten müsste?
Samstag, März 18, 2006
SVP bloggt aus Deutschland!
Schön - die SVP hat die Zeichen der Zeit erkannt und verbreitet ihr Gedankengut in Zukunft auch per Blog. Komisch nur, dass die Parolendrescher ihren Senf auf Blog.de zum Besten geben.
Wieso aus Deutschland? Wieso verbreitet man Propaganda von einem im EU-Raum stehenden Server aus? Jetzt sind die vollends übergeschnappt. Schweizer Provider, fasst euch ans Herz - es kann doch nicht sein, dass die Rechten den Service aus dem bürokratischen EU-Ausland in Anspruch nehmen. Zeigt denen einmal jemand, wie man bei Hostorama einen Server mietet und darauf Wordpress o.ä. installiert?
Lächerlich, einfach nur lächerlich! Schämt euch, ihr falschen Patrioten.
Zwei Erklärungsversuche:
1) Die SVP anerkennt mit diesem mutigen Schritt, dass das Preisniveau gegenüber Europa in der Schweiz um 40%33% höher liegt - grundlos. Alles nur wegen anderslautenden Spezialvorschriften, Kartellen mit Preisabsprachen und dem Verbot von Parallelimporten. Oder so.
2) Die SVP plant, in ihrem Blog Inhalte zu publizieren, die gegen Schweizerisches Recht verstossen. Nun hoffen die Entscheider, sich mit der Flucht ins Ausland aus der Griffweite der von Linken unterwanderten Justiz zu begeben.
Via: Weblogs: Nun bloggt auch die Mutterpartei
Labels: Politik
Freitag, März 17, 2006
Das Kölner-Ghetto
Erschreckende TV-Reportage aus Köln:
Die Jugend von Heute!
Mit der Anwesenheit der TV-Kamera potenziert sich das Gewaltpotential, aber dennoch: "Meine Fresse!". Demnächst auch in der Schweiz?
Dank: pixeljunkie
Donnerstag, März 16, 2006
PS/PDFs in LaTeX importieren
Um die dafür nötigen "Box Boundaries" ausfindig zu machen, existiert das Command-Line-Tool ebb:
beta:~/Documents/Studium/Geschichte/Arbeiten/Missernte mario$ ebb eu-giub-1917-02.pdf beta:~/Documents/Studium/Geschichte/Arbeiten/Missernte mario$ cat eu-giub-1917-02.bb %%Title: ./eu-giub-1917-02.pdf %%Creator: ebb Version 0.5.2 %%BoundingBox: 0 0 612 792 %%CreationDate: Thu Mar 16 18:35:09 2006
Mit diesen Angaben fügt man die Datei in das .tex-Dokument ein:
\includegraphics[angle=270,bb=0 0 612 792,width=\linewidth,keepaspectratio=true]{eu-giub-1917-02}
Donnerstag, März 16, 2006
Februar 1917
Eiskalt! Die Temperaturen in halb Europa lagen 3° C unter dem Mittelwert für den Monat Februar der Jahre 1901-2000.
Diese Grafik verwende ich in meiner (hoffentlich) bald beendeten Seminararbeit bei Christian Pfister mit dem Titel "Missernte in der Schweiz 1916/17".
Donnerstag, März 16, 2006
AlchemyTV DVR und iSight
Wessen Schuld es auch immer ist - wer eine AlchemyTV DVR in seinem System stecken hat und gleichzeitig auf eine alte, externe iSight zugreifen möchte, muss APE installieren, damit dies möglich ist. Sonst gibt es bei iChat AV und anderen Programmen, die auf das Videosignal von iSight zurückgreifen nur ein schwarzes Bild zu sehen.
Da ich APE aber vor einigen Tagen ins Nirvana geschickt habe (das Gebastel ist mir suspekt), war meine iSight faktisch unbrauchbar. Bis jetzt, denn ich hatte die geniale Idee (*schulterklopf*), doch einfach den AlchemyTV-Treiber temporär zu "entladen". Und es funktioniert!
cd /System/Library/Extensions sudo kextunload AlchemyTV.kext/
Nun konnte ich zwar kein TV mehr schauen, aber die iSight funktionierte wieder. Wenn die Chat-Session vorüber ist, reicht ein
cd /System/Library/Extensions sudo kextload AlchemyTV.kext/
um den status quo ante wiederherzustellen.
APE, endgültig Goodbye!
Donnerstag, März 16, 2006
Swisscom auf Kundenfang (Bluewin TV)
Ich staunte vor etwa 14 Tagen nicht schlecht, als ich einen Anruf von der Swisscom erhielt und man mir eröffnete, dass eine "Kundenberaterin" gerne einmal in unseren Haushalt zu Besuch käme. Diese würde uns neue "Technologien" vorstellen. Ich willigte skeptisch ein - und heute war es endlich soweit: Frau Bauder stand vor der Türe.
Schnell wurde mir klar, dass es nicht etwa darum ging, die Kunden zu "beraten", sondern um ihnen ganz klassisch neue Geräte zu verkaufen, um ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Die "Verkäuferin" (diese Bezeichnung finde ich besser) interessierte sich kaum für unsere Situation beim Fixnet (ISDN mit 3 Rufnummern via Sunrise) und zückte nach dem kurzen Geplänkel den Prospekt eines Produktes, um das es sich in den nächsten zehn Minuten das Gespräch drehen sollte:
Wie ich während des Gespräches durch nachbohrende Fragen erfuhr, handelt es sich hierbei schlicht um einen Harddisk-Rekorder, den man von der Swisscom, resp. wohl eher deren Tochter Bluewin, zur Miete erhält. Das Angebot lautet folgendermassen:
- Mietkosten: 25.-- SFr./Monat
- Aufschaltgebühr: 95.-- SFr. (wird zur Zeit erlassen)
- Kündigungsfrist: 3 Monate
- Rückgaberecht in den ersten zwei Wochen
Die technischen Finessen des Gerätes hauen mich nicht gerade aus den Socken:
- 200GB Festplatte (~100 Videokassetten)
- Analoges Eingangssignal vom bisherigen Cable-TV-Anbieter (die Bluewin Betriebswirte hatte sich zu hohe Ziele gesetzt, was die Auslieferung des TV-Streams über ADSL betrifft)
- EPG über das Kabel-Signal (kriegt man das eigentlich auch mit anderen HD-Rekordern zu Gesicht? Anscheinend JA. Und per Zufall findet sich eine Bestätigung eines Neueneggers, dass es auch in unserem Dorf EPG gibt.)
- ... und all die anderen Features, die man solchen Geräten gewohnt ist (Time-Shifting, Serien-Aufnahme ...)
- PC-Anbindung? Habe ich leider bei der kurzen Frageminute vergessen.
Fazit
Nur ein Feigenblatt für das Bluewin-Kader. Wieso sollte uns Bluewin hundsnormale HD-Rekorder verkaufen? Das ist nicht deren Kerngeschäft. Die Marketing-Fuzzis haben wohl das Ruder übernommen und sich gesagt: Wir positionieren uns mit Blick auf das künftige TV-Abo via ADSL bereits jetzt als "TV-Anbieter". Auch wenn der Content noch von Cablecom (oder dem örtlichen Kabelnetzbetreiber stammt) und unser Gerät rein gar nichts mehr kann, als die der Konkurrenz.
Der Preis muss in Relation gesehen werden: Kaufe ich mir lieber einen HD-Rekorder in der nächsten Interdiscount/Media Markt-Filiale, oder beziehe ich doch lieber das Mietgerät von Bluewin? Für meiner einer ist der Fall klar: Miete und Leasing kommen mir nicht ins Haus, ich will die Geräte besitzen, die ich (täglich?) benutze.
Das billigste Geräte bei Interdiscount ist ein DVD-Recorder mit 160-GB-Festplatte SKY DVD E160 für 429.-- SFr..
Labels: Wirtschaft
Donnerstag, März 16, 2006
Session-Handling auf Party-Sites
Als Hilfe für die Partyguide-Sicherungsspezialisten hier ein kleiner Überblick, wie es die anderen Schweizer Party-Sites denn so machen:
Partyguide
Hier bereits zu Genüge diskutiert:
- PHPSESSID: Eindeutige ID der Session
- c_ip: IP-Adresse des Benutzers
- c_plz: Postleitzahl
- sess_psw: Passwort
- sess_member_id: Benutzer-ID
- sess_login: Benutzernamen
Vor noch nicht allzulanger Zeit hatte man in den Cookies auch noch das Geschlecht, das Geburtsdatum und den Kanton gespeichert. Aus "Performance-Gründen", wie man mir gesagt hat. Wieso speichert man das nicht in die Session?! Wurde jetzt wohl auch als bessere Lösung entdeckt.
Tilllate
Kurzkritik: Fürchterliches Design, Urgestein der Party-Sites, gesponsert von Sony, in Zürich weit verbreitet, kürzlich Medienpräsenz bei Schweiz Aktuell.
Session-Variablen:
- tilllateAutoLogin: Ein 56-Zeichen langer String, urlcodiert, der bei mir neben Buchstaben und Zahlen auf ein /, + und zwei == enthält. Ich werde nicht ganz schlau daraus. Ob die Sonderzeichen benutzt werden, um Hashes von Userid und Passwort voneinander zu separieren?
- tlsid: Die eigentliche ID, um den User während seiner Sitzung zu identifizieren (verfällt am Ende der Session).
Die anderen zwei Cookies, track_cookie und tilllate_stat2, dienen meiner Vermutung nach dazu, das Benutzerverhalten für Werbezwecke aufzuzeichnen. Sie laufen erst im 2007 resp. 2008 ab.
Usgang.ch
Kurzkritik: Sehr frisches und ansprechendes Design (IMHO das beste hier in der Schweizer Szene), Ursprünglich Schwerpunkt auf Zürich, danach Expansion, deshalb Unterteilung in Regionalsites (guter Ansatz!), grösste und schärfste Fotos im Vergleich zu den anderen Anbieter (bezogen auf Fokus, nicht die Frauen! *grins*). Sponsor: Canon, wohl als Gegenpol zu Sonys tilllate.
Session-Variablen:
- PHPSESSIONID: Nach dem Login wird der User durch diesen 32 Zeichen langen String identifiziert.
- cautologin: Enthält den Usernamen und den MD5-Hash des Passwortes, getrennt mit einem Komma.
Lautundspitz
Kurzkritik: Ansprechendes Design, zusammen mit Usgang.ch deutlich vor Tilllate und Partyguide, ursprünglich auf Nord- und Ostschweiz beschränkt, nun 7 Regionen.
Session-Variablen:
- PHPSESSID: Nach dem Login wird der User durch diesen 32 Zeichen langen String identifiziert.
- lus_last_visit: Unixtime des letzten Logins - falls dies beim nächsten Autologin wirklich auch beachtet wird (indem man auf dem Server dieselbe Unixtime auch in die Datenbank speichert) - Chapeau. Sehr gute Idee, wieder etwas gelernt.
- lus_access: 20 Zeichen langer String. Evtl. Zusammenfassung von Usernamen und Passwort? Müsste näher erforscht werden.
Man bemerke den Unterschied des Variablen-Namens im Vergleich zu Usgang.ch - PHPSESSID ist der Default-Name von PHP.
Ferner liefen ...
- Lidahun.ch für Deutsch-Fribourg
- Partyzone24 im Raume Bern (?)
Kennt noch jemand mehr Nischen-Seiten?
Fazit
Partyguide, wie ihr seht ist kein Entwickler der anderen Communities auf die Idee gekommen, das Passwort im Klartext in ein Cookie zu speichern und es bei jedem Zugriff zu übermitteln. Aus gutem Grund - als PHP-Profi macht man das einfach nicht.
Nebenbei ist es natürlich interessant, das Schicksal der Communities weiter zu verfolgen. Gibt es einen Markt für vier grosse Sites? Wird es vielleicht gar einmal Fusionen geben? Können die Produkte längerfristig Geld generieren? Wird es bald ein zweigeteiltes Modell geben, bei dem der Benutzer für Zusatzfunktionen bezahlen muss? (In Skandinavien bereits der Fall). Sehr spannende Fragen. Ich bleibe dran :-)
Labels: Partyguide
Donnerstag, März 16, 2006
Die Verschwörung vom 9/11
Wer sich "think different" auf die Brust schreibt, ist hier vollkommen richtig. Eine über Google publizierte eineinhalb Stunden lange Self-Made-Doku (vom ewigen Zoomen ist mir jetzt immer noch schlecht ...) zeigt Ungereimtheiten auf:
Mittwoch, März 15, 2006
Der Partyguide-Hack
Partyguide, die Web-Site mit der "grössten Verweilzeit der Schweiz", ist ja im Laufe meiner kurzen Blog-Karriere so etwas wie mein Steckenpferd geworden. Leute, die sich meine sprachlichen Ergüsse zu Gemüte führen, wissen dies ja bereits längst - und fragen desöfteren, was der Antrieb dahinter ist. Meine Antwort: Kampagnenjournalismus à la Blick. Man beisst sich, einem Rottweiler gleich, in ein Thema fest und lässt nicht mehr los. So füllt man eine Zeitung, deren Titelblatt und die Schlagzeilenaushänge während einer ganzen Woche. Ich habe an dieser Form der Informationsvermittlung Freude gefunden, möchte mich aber hier wieder einmal bei den Machern von Partyguide höchstpersönlich bedanken - sie sind es nämlich, die (unter anderem) den "täglichen" Stoff für dieses Blog liefern.
In unzähligen Artikeln bin ich über die mangelhafte Umsetzung der genialen Idee "Partyföttelis im Internet" hergezogen. Selten hat sich etwas zum Guten gewendet, und wenn dann, betrafe es nur kleine Details. ohne dass sich gross etwas geändert hätte. Immerhin habe ich kürzlich herausgefunden, das Mitglieder der "Partyguide-Familie" mein Blog frequentieren und ihren Senf dazugeben.
Doch nun ist der Zeitpunkt gekommen, wo es nicht mehr um schlechtes HTML oder überlastete Server geht. Nun wird es ernst. Sehr ernst. Und für einige verantwortlungslose Möchtegern-PHP-Entwickler sehr peinlich und brenzlig.
Die Anklage
Bis letzten Montag-Abend standen bei Partyguide persönliche Daten von 190'000 Accounts sperrangelweit offen. Mit dem Know-How eines Script-Kiddies konnte sich jedermann Zugang zu Namen, Postanschriften, Mobiltelefonnummern und sogar Passwörtern aller Partyguide-Benutzer machen. Hinzu kamen die persönlichen Nachrichten, die zwischen Mitgliedern der Community ausgetauscht wurden. Die Ausrufezeichen erübrigen sich wohl bei einer solchen Aussage.
Der "Hack"
Ich schreibe das Wort "Hack" deshalb in Anführungszeichen, weil das Vorgehen derart trivial ist, dass es aus meiner Sicht kaum mehr als Hack durchgeht. Nein, ein Schelm würde wohl gar behaupten, dass es die PHP-Entwickler bei Partyguide geradezu herausgefordert haben - den Schlüssel sozusagen im Schloss der Villa stecken liessen und sich mit dem Fotoapparat bewaffnet in das Nachtleben das Samstag-Abends eintauchten.
Voraussetzungen
- gültiger Partyguide-Account (in 5 Minuten mit komplett falschen Angaben eingerichtet)
- Mozilla Firefox 1.5
- Extension Add N Edit Cookies
- Minimale Kenntnisse von HTTP, Cookies und PHP
Wer obige "Zutatenliste" liest und etwas vom Web vermutet wohl schon, wo der Angriffspunkt lag. Richtig - man loggte sich mit dem eigenen Account ein. War man "drin", veränderte man zwei (der vielen) Cookie-Werte:
- sess_login
- sess_member_id
sess_login entspricht dem zu "kapernden" Benutzernamen, sess_member_id der Benutzer-ID. Beides konnte man für jeden beliebigen Benutzer über die Community-Such-Funktion in weniger als einer Minute ausfindig machen.
Zusätzlich - und das verstehe ich bis heute noch nicht - musste man noch das PHPSESSID-Cookie löschen. Erst jetzt funktionierte die Übernahme eines fremden Accounts. Beim nächsten Request an den Server schlüpfte man in die Rolle des ausgesuchten Opfers.
Ich kann mir dieses Verhalten im Grund nur so erklären, als dass auf dem Server eine Session-Variable $bolLoggedIn lag, die bestätigte, dass sich der Sender der Cookies bereits eingeloggt hatte. Nach meinem Kenntnisstand wird die Session-Variable aber eben gerade demjenigen User zugeordnet, der die entsprechende PHPSESSID mitschickt ... Anyone? chregu als PHP-Entwickler vielleicht?
Obwohl als Cookie auch sess_psw mitgeschickt wurde, "vergass" man anscheinend, dieses auszuwerten. Galt jemand erst einmal als authentifiziert, konnte er sich nach vergnügen andere Identitäten überstülpen. Eine Fährlässigkeit sondergleichen!
Der grösste Fehler, welcher übrigens immer noch nicht gefixt ist, ist aus meiner Sicht aber die Preisgabe des Benutzerpasswortes im HTML-Quelltext. Auf der Seite "my Settings" gibt es ein Passwort-Feld, das mit dem Passwort aus der Benutzerdatenbank gespiesen wird. Da das input-Feld den Typ password trägt, offenbart sich dem Benutzer (auf den ersten Blick) aber nur einige Sternchen. Wenn man sich aber die Mühe machte, den Quelltext zu Rate zu ziehen, las man da:
... type="password" name="passwort_neu" value="supersicherespasswort" size="20" maxlength="50" ...
Im Browser gerendert also etwa so:
Fantastisch, Jungs! Der branchenübliche Standard sieht anders aus (man beachte die leeren Felder, die alle drei vom Benutzer selber gefüllt werden müssen):
Nicht nur Windows-Benutzer werden dieses Schema zu genüge kennen (Ctrl-Alt-Del - "Kennwort ändern") - es hat sich in der IT-Industrie überall eingebürgert.
Wie lange schon?
Aufmerksam auf den "Hack" wurde ich - erstaunlicherweise, kann man sagen - nicht aus eigenem Antrieb. Sondern durch einen anonymen Tippgeber - ihm gebührt also die "Ehre", der eigentliche Entdecker der Lücke zu sein. Ohne dessen Hinweis, der Aufgrund meiner im Netz publizierten Partyguide-Zerrisse den Weg zu mir fand, wäre ich nie auf die Idee gekommen, aktiv nach Löchern zu suchen. Dank gebührt natürlich auch dem Authentifizierungs-Spezialisten bei PG, der mich nicht lange auf die Folter spannen liess. Viel länger hätte ich mir nämlich nicht die Zähne ausgebissen.
Es darf aufgrund der Art des Hinweises angenommen werden, dass das Wissen um diese Sicherheitslücke wohl kurz auf dem Weg dazu war, "eidgenössisches Allgemeingut" zu werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass die "Neuigkeit" in der Computer-Szene gerade begann, seine Kreise zu ziehen.
Wie lange die Sicherheitslücke aber bereits bestand, weiss niemand. Wohl nicht mal die Entwickler selber. Das Absichern ihres Produkts stand, wie vom Tippgeber süffisant vermutet, wohl auf Seite 200 ihrer "To-Do"-Liste.
Funkstille
Bis heute wurde kein einziges Mitglied der Community informiert, dass seine persönlichen Daten gefährdet waren. Man will sich ja nicht blossstellen. Der Fakt, dass auch die Passwörter frei zugänglich waren, würde mich aber erschaudern lassen. Wieviele KV-Stifte, die Partyguide von morgens bis abends im Büro geöffnet haben, verwenden für den Firmenrechner dasselbe Passwort? Oder für ihre E-Mail-Accounts? Abgründe tun sich auf ...
Nie wieder!
Ich überlege mir, in der Blogosphäre eine Sammelaktion zu starten und mit dem gesammelten Geld dem Partyguide-Team das Buch Essential PHP Security zuzusenden. Ohne Gebete nützt das Buch alleine wohl nichts. Wenn solchen Leuten PHP und ein Server in die Hand gedrückt wird, verwandeln sie dieses in wenigen Minuten zu einer tödlichen Waffe.
Dilettanten
Als ich mit meiner Serie/Kampagne im August 2005 startete ("Partyguide sucks"), konnte ich nicht wissen, dass im März 2006 der endgültige Beweis erbracht werden sollte, dass Partyguide entweder vom Netz genommen oder von Grund auf neu programmiert werden sollte.
Wann wacht ihr endlich auf?!
Übrigens
Auch ganz nett: Persönliche Einstellungen.
Labels: Partyguide
Mittwoch, März 15, 2006
Gebrauchte Tampons spenden
Mal schauen, wieviele Hits dieser schon fast obszöne Titel generiert ... Das Feigenblatt dafür:
They were able to obtain about 30 times more stem cells from menstrual blood than from bone marrow [...]
Quelle: Menstrual blood yields stem cells
Wie das Abzapfen genau funktioniert, mag und will ich mir gar nicht so recht vorstellen - wobei, es ist ja nur Blut! In vielen Kulturen ist es aber auch heute noch so, dass dieses Zeichen von Fruchtbarkeit stark negativ behaftet ist:
Erstaunlich hartnäckig hält sich der Jahrhunderte alte Aberglaube von der Schädlichkeit von Menstruationsblut oder dem Schweiß von menstruierenden Frauen. [...] In Japan benutzen viele Frauen beim Einführen eines Tampons noch heute Einweghandschuhe, damit sie nicht mit dem Blut in Berührung kommen. [...] Der Kontakt mit "Menstruationsblut" macht laut Altem Testament Gegenstände und Lebewesen für einen fest definierten Zeitraum unrein. "Wenn ein Weib den Monatsfluss hat, so bleibt sie sieben Tage lang in ihrer Unreinheit"
Dienstag, März 14, 2006
Disks klonen mit OSS
Für einen Bekannten habe ich heute einen Laptop (Acer Travelmate 250 Series) repariert, dessen Festplatte das zeitliche gesegnet hatte. Im PC Hai in Bern habe ich mir dafür eine Ersatzplatte gekauft und sie danach in den Laptop eingebaut (Tipp: Die Festplatte befindet sich leicht zugänglich hinter dem Akku).
Nachdem ich das Windows XP-Image von den Restore Disks zurückgespielt hatte, musste ich den ganz alltäglichen Windows Update-Wahnsinn über mich ergehen lassen: Service Pack 2 (260MB) und danach weitere 100MB an Patches und Hotfixes, wobei das .NET Framework den Bärenanteil ausmachte (dies ist nicht zwingend nötig, aber "nice to have"). Nach der Installation von Microsoft Office 2003 gab es als Geschenk erneut ein grösseres Service Pack zum Download und zur Installation.
Da ich Windows-Installationen per se nicht traue, wollte ich mich im Falle eines erneuten Absturzes absichern. Deshalb wollte ich ein Image des fertig konfigurierten Systems anfertigen und hier lagern. Doch wie? Auf der Arbeit verfüge ich dazu Powerquests DriveImage (welches leider von der gelben Pest aufgekauft wurde) - doch hier zu Hause findet sich dieses Produkt mangels Lizenz nicht.
Ich erinnerte mich an ein handliches Linux-Tool namens partimage. Da ich noch eine etwas ältere Knoppix 3.4-Scheibe herumliegen hatte (diese Linux-Distro darf in keinem gut ausgerüsteten PC-Support-Schrank fehlen!), nahm mich wunder, ob Knoppix auch dieses Tool mitbringt. Etwas Googeln später dann genau die Anleitung, nach der ich gesucht hatte:
Knoppix and PartImage to the rescue
Genial! partimage kommt mit einer handlichen Benutzeroberfläche, die den Benutzer durch die Konfigurationseinstellungen führt. Es steht den kommerziellen Imager in keiner Weise nach - im Gegenteil: Dank Linux als Grundlage bootet die CD von fast jeder Mühle, und jetzt kommts, stellt auch Netzwerksupport für exotischere Hardware zur Verfügung.
Gerade jetzt verglüht der Pentium IV-Prozessor das Laptops - den Lüftergeräuschen nach zu urteilen - während partimage flotte 200MB/min durch die Leitung bringt (Laptop - ATA100-Festplatte - Ethernet - 100MB/s Switch - Ethernet - Powermac G5 - SATA-Festplatte). Mit aktivierter gzip-Kompression auch kein Wunder. Intel, o geheiligt seist du, alter Ofenbauer du!
Hinweis: Knoppix 3.4 bootet auf dem Acer Travelmate 250 Series (254LMi_DT, um genau zu sein) aber nur, wenn ich im Boot-Prompt den 2.6er Kernel wähle: knoppix26.
Dienstag, März 14, 2006
iPod öffnen - das Tool!
Nachdem nun bereits drei reparaturbedürftige iPods unschöne Male an ihrem Gehäuse aufweisen, kam dieser Tip aus den Staaten gerade goldrichtig:
[...] It’s used for prying open plastic cases without chewing up the edge like a metal screwdriver would. However, they don’t mention what this tool really is or where to obtain one. [...] After receiving it and noticing some information stamped on it, I did some searching and found out they’re manufacured by Menda, makers of various lab tools. [...]
Quelle: Apple’s "Black Stick"
Nur noch eine Frage: Wo kriegt man die Sticks in der Schweiz?!
Via: Secrets of an Apple Tech Support Guy
Labels: iPod
Dienstag, März 14, 2006
SVP und die Zahlen
Wollten Sie schon immer mal nach SVP-Manier Statistik betreiben? Die Jungs von PAX haben einen virtuellen Lehrgang zusammengestellt, die den hinterletzten Analphabeten zum brillanten Statistiker machen:
[...] Nachdem wir nun die Fakten haben, müssen wir schauen, dass wir die gezielt zu unseren Gunsten manipulieren können. Fälschen dürfen wir natürlich nicht, aber gegen eine etwas differenziertere Darstellung hat niemand etwas einzuwenden. [...]
Quelle: mehr ausländer-brutalos - ein SVP-workshop zur gezielten medienmanipulation
Dabei handelt es sich bei denen um notorische Wiederholungstäter:
think eMeidi: Wenn SVPler rechnen ...
Labels: Politik
Sonntag, März 12, 2006
Zukunft des Fernsehens
It ignores the fact that because of hyperdistribution, the audience is already in control of distribution. The producer has lost control over where, when and by whom productions are viewed. The producer may fret and file lawsuits and lobby to change the laws regarding the copying and distribution of television programs, but these have little overall effect - though it will anger the audience. Consider that, despite the famed Betamax decision of 1984, it is still just as illegal to time-shift a broadcast television program in 2005 as it was in 1979. Yet no home viewer has ever been prosecuted for it. Why? Because you don't sue your audience. (Just ask Metallica how well that worked out.)
Quelle: Piracy is Good? How Battlestar Galactica Killed Broadcast TV
A propos: Habe soeben 2x20 geschaut ... Komisches Ende. Hoffen wir, dass die Show im Oktober wieder über den Äther geht. Natürlich auch dann mittels "Hyperdistribution".
Sonntag, März 12, 2006
Rauchfrei im Tessin
Ich bin gespannt, wie lange es dauern wird, bis solche Gesetze den Gotthard überqueren. Hoffentlich bald ...
Ich sehne mich nach dem Tag, an dem ich vom Ausgang heimkehre und meine rauchgeschwängerten Kleider nicht über Nacht zum "Auslüften" auf den Balkon hängen muss.
Quelle: Mein Kommentar bei Rauchverbot im Kanton Tessin.
Sonntag, März 12, 2006
Road Pricing und Autosalon
"Road Pricing hätte zur Folge, dass nur noch gut Betuchte in die Stadt fahren könnten"
Quelle: Der Bund, 11. März 2006, Samstagsinterview mit Rolf Studer*, S. 3.
*) Rolf Studer ist Generaldirektor des Automobilsalons, deshalb der Titel.
Einspruch: Primär einmal senkt das Road-Pricing sinnlose und verzichtbare Fahrten in die Stadt. Die Automobilisten werden sich - wie überall, wenn etwas plötzlich (mehr) kostet - vor jeder Fahrt in die Stadt überlegen, ob sie das Geld "zum Fenster herauswerfen" wollen. Vielleicht legt man dann eine heute geplante Fahrt mit der morgigen zusammen. Oder nimmt den Zug. Man rechnet einfach den Aufwand gegen den Ertrag auf - das ökonomische Prinzip halt. Wenn der Aufwand höher zu liegen kommt als der Ertrag, müssen Automobilisten mit gesundem Menschenverstand auf die Fahrt verzichten.
Dass aber nun auch noch die Gutbetuchten ins Spiel kommen, ist lächerlich. Ist es nicht bereits heute so, dass die Gutbetuchten, die sich a) ein Auto leisten können und b) sich auch den (teureren) Wohnsitz in der Agglomeration von Städten ausgesucht haben. Natürlich steht ihnen auch das Stadtzentrum offen, was in letzter Zeit (zumindest in Zürich) wieder aufgewertet wurde. Aber oft ziehen die "Gutbetuchten" eben mit ihren Familien wieder raus ins Grüne. Die weniger gut Betuchten dagegen werden aus den Stadtzentren an die Ränder gedrängt, wie hier in Bern bspw. Bern-Bethlehem. In Bern-Bethlehem benötigt man kein Auto, um in die Stadt (zum Arbeitsplatz) zu kommen - das Quartier ist mehr oder weniger gut mit dem ÖV erschlossen.
Wieso ist die Agglo teurer ist? Nun, es kann sein, dass die Mieten vielleicht billiger sind, obwohl ich das nicht genau sagen kann. Doch zur Miete kommt - für Arbeitstätige - eben auch noch die täglichen Wegkosten in die Stadt. Mit dieser Komponente wird das Leben in der Agglo sicherlich teurer als in der Stadt.
Eine Untersuchung der Universität Graz ist denn auch zum Schluss gekommen:
Pkw-Road-Pricing wirkt in der Tendenz progressiv, das heißt ärmere Haushalte sind dadurch in geringerem Ausmaß belastet als reichere. Grund dafür ist vor allem die mit dem Einkommen stark zunehmende Pkw-Fahrleistung.
Quelle: Technologien und Wirkungen von Pkw-Road-Pricing im Vergleich.
[...] Es sind vor allem die reichen Haushalte, die mit Einbussen in der Kaufkraft für marktübliche Güter rechnen müssen, während ärmere Haushalte bereits vor Einführung des PKW-Road-Pricing vermehrt das ÖV-Angebot nutzen bzw. stärker dazu tendieren, kleine PKWs und weniger zu fahren und damit die genannten Einbussen geringer ausfallen. Reichere Haushalte wenden einen grösseren Teil ihrer Ausgaben für Verkehr auf (nicht nur absolut, sondern auch relativ), deshalb trifft sie auch die Einführung von PKW-Road-Pricing stärker.
Quelle: Zusammenfassung Technologien und Wirkungen von Pkw-Road-Pricing im Vergleich (ausführlicheres Dokument als obige Zusammenfassung).
Fazit: Leute, die auf's Geld achten müssen, sind sehr wahrscheinlich eben schon in der Stadt und benutzen dort den ÖV, gehen zu Fuss oder nehmen das Fahrrad. Oft, weil sie sich gar kein Auto leisten können. Erst wenn diese über ein Auto verfügten, würde sich Studers Argumentation rechnen.
Sonntag, März 12, 2006
Schnee
Kurzes, etwa 10-Minütiges Intermezzo von Wettermacher Petrus. Dann war der Spuk auch schon wieder vorbei. Das Wetter spinnt!
Sonntag, März 12, 2006
"Wo bist du, mein Sonnenlicht?"
So hören Sie sich also an, die gemäss SVP-Paranoia den Rechtsstaat unterwandernden Muslime:
Videoclip Wo bist du, mein Sonnenlicht? (WMV, 9MB)
Ich finde die Jungs recht gut assimiliert - sie singen nicht türkisch, sondern deutsch. Sie ziehen sich an wie jeder Westeuropäer auch (und haben, ehrlich gesagt, einen besseren Kleidergeschmack und -stil als viele von uns). Sie präsentieren sich in der "Tradition" westlicher Boy-Groups. Kein Wort von Gott, Ungläubigen oder dem Koran und der Sharia. Könnte es sein, dass diese drei Leute die in Westeuropa lebenden Muslime vielleicht doch besser repräsentieren als die überall gefürchteten Hassprediger? Auch bei den Muslimen gibt es Minderheiten - diese drei zähle ich aber zu derjenigen Mehrheit, die sich bis heute kaum etwas zu Schulde haben kommen lassen und die in der Profilierungsmaschine der rechten Politiker glattwegs und bewusst übersehen werden.
Natürlich schaut man sich den Clip schmunzelnd an - doch irgendwie gefallen mir die Jungs! Nein nicht äusserlich, aber das, was sie selbst produziert haben. Dank den heutigen Möglichkeiten der EDV und des Internets macht man sich nicht nur zum Journalisten, Fotografen und Video-Produzenten - sondern stellt auch innert kürzester Zeit seine Boy-Band ins Netz.
Ich hoffe schwer, dass die Jungs diesen Musik-Clip auf Mac OS X produziert haben: GarageBand und iMovie, ein paar Mikrofone und eine Videokamera - mehr braucht man nicht. Dann stellt man den Clip ins Netz und die Mund-zu-Mund-Propaganda macht den Rest.
Natürlich sollten die Türken vielleicht noch etwas an ihrer Stimme feilen - aber he: Würde man in die drei soviel Geld hineinbuttern wie bei DSDS, würden auch sie zu den Superstars. Da bin ich mir sicher. Der Unterschied zwischen den Amateuren und den "Profis" ist definitiv nicht proportional zum eingesetzten Geld, sondern viel kleiner.
Dazu noch das obligate BILDBunte-Interview.
Dank: pixeljunkie
Labels: Politik
Samstag, März 11, 2006
How-To: Debug
Wil Shipley gibt in seinem abonnierenswerten Blog einen Blick auf das Debugging von Delicious Library. Ein sehr interessanter Artikel - auch wenn ich nach dessen Lektüre gemerkt habe, dass auch die nur mit Wasser kochen. Da sie aber keine Web-Applikation entwickeln, die auf einem bestimmten Server mit bestimmter Software läuft, ist die Fehlersuche deutlich aufwendiger. Nicht so aufwendig wie bei Microsoft Windows, dass noch einmal eine Million weiterer Kombinationen von Hard- und Software vorweist als die relative bescheidene Mac OS X-Plattform.
Einige Ausschnitte, die mir persönlich gefallen haben:
Now, let me state something unequivocally: 98% of the time when you think you've found a bug that is not your fault, it really is your fault. The other 2% of the time... well, it's probably your fault as well.
Quelle (im folgenden): Pimp My Code, Part 8: Mary, Mary, why you buggin?
Das ist nicht nur beim Programmieren so, sondern auch beim PC-Support. Allzuoft schiebt man dem Benutzer die Schuld in die Schuhe und muss im nachhinein zugeben, dass er überhaupt nicht für den Fehler verantwortlich ist.
Oder man erinnere sich daran, was/wem man die Schuld in die Schuhe schob, als man das letzte Mal etwas verloren hatte und es nicht mehr finden konnte. Zuerst verdächtigt man jedes einzelne Mitglied der Familie als den hinterhältigen Bösewicht, bis man am Schluss eingestehen muss, dass man den Schlüsselbund wohl selber unters Sofa fallen liess.
Es entspricht wohl einfach dem menschlichen Ego, aus Reflex zuerst einmal die Mitmenschen für Fehler und eigenes Fehlverhalten verantwortlich zu machen.
First off, when you're tracing down a bug, keep your mind open. Don't get married to a theory or an approach. This isn't like programming, you've got to defocus your mind, read a bunch, look at your code. Don't think "I know I did this," think, "I *thought* I did this, but maybe I'm crazy." Question EVERY LINE around the crash. Does "if" really mean what I think it does? Does "*" bind tighter than "++"? Did I really write the correct variable name there, or did I write in some different variable and I keep reading it as the correct variable because that's what I meant to write?
Das ist ein weiteres Problem beim Debugging: Es ist sehr schwer, den im Geiste bildlich vorhandenen Code (der natürlich funktioniert, ist ja klar! *smile*) beiseite zu schieben und die tatsächlich niedergeschriebenen Anweisungen zu realisieren. Es erfordert grosse Konzentration, zu erkennen, was man schlussendlich wirklich zu "Papier" gebracht hat. Gelingt dies, findet man den Fehler wenige Minuten später.
Debuggen will gelernt sein!
A propos debuggen: Ich kann mich gut daran erinnern, als ich im 2001 für einige Monate bei einem Gymer-Kollegen in seinem Studenten-Studio in Zürich unterkam (er war ... im Militär?). Es war ein Studentenwohnheim an der Wehntalerstrasse, wenn ich mich richtig erinnere, wo sich weitere Kollegen aus dem Kirchenfeld aufhielten und ihr erstes Semester Elektro-Technik an der ETH absolvierten.
Der Zufall wollte es, dass ich eines Abends bei einem Kollegen auf ein Bier vorbeiging und dieser mit den anderen Studenten vor dem Laptop sass und Java-Übungen programmierte.
Fasziniert sah ich ihm über die Schultern, als das Programm Fehlermeldungen ausspuckte. Hilflos sass er vor dem Computer, sah die Fehlermeldungen an - und wusste nicht weiter. Da ich Java bis heute nicht erlernt habe, konnte ich ihm nicht in spezifischen Fragen helfen. Doch mich juckte es förmlich in den Fingern, einzugreifen und das zu tun, was ich täglich bei streikenden .asp und .php-Scripts tat: print()-Befehle einzubauen, um zu schauen, wo genau der Code durchkam und welche Abschnitte er nicht erreichte. Oder auch, welchen Wert eine Variable zugewiesen bekam. Ihm mangelte dieses Wissen und die Erfahrung, weil er noch nie aus eigenem Antrieb etwas programmiert hatte und ihm somit die Übung und die Verbissenheit fehlte. Das Problem liess sich einfach nicht lösen, indem man nur auf den Bildschirm starrte. Man musste etwas tun - den Profi-Coder zu rufen und ihn das Debugging übernehmen zu lassen, war aber wohl die schlechteste Idee von allen ...
Damals begann es mir zu dämmern, dass Programmieren die eine, richtiges Debuggen die andere Fähigkeit eines guten Entwicklers ist. Wer das eine gut konnte, war noch nicht prädestiniert, auch das andere - das Auftreten von Fehlern und unerwartetes Verhalten von Programm-Code - richtig zu handhaben.
Moral der Geschicht: Noch während den Prüfungen im Sommer kam besagter Kollege zurück auf Bern und begann im nächsten Semester einen neuen Studiengang.
Samstag, März 11, 2006
Satzzeichen
tja du solltes die aktuellen nachrichten verfolgen Frau Merkel hat dies der Telekom auf der CEBIT versprochen............ weiss auch nicht was das geschrei soll die T Com sind nicht die ersten da gibts schon arcor usw die das schon längst im angebot haben .........
Das nächste Mal bitte die Punkte (Satzzeichen) nicht gruppieren sondern an die entsprechenden Stellen setzen. Vielen Dank.
Quelle: Weitere Details zum kommenden IPTV-Angebot von T-Online Vision
Samstag, März 11, 2006
gangstahVille n' generation G
LuLus (nicht mehr so) anonyme Eskapaden haben mich auf seine persönliche Web-Site gebracht - unglaublich, was ich dort vorfinde:
[...] All die 14-jährigen Pimps mit ihren 12-jährigen Biatches gehen mir langsam auf den Keks. [...] Man könnte glatt eifersüchtig werden, denn wenn diesen Posern mal das Geld ausgeht, können sie einfach in ihren Hosen wohnen.
Quelle: generation_g.zip
Das hatte ich heute doch gerade! Der Artikel rundet die ganze Diskussion ab und lässt keine Fragen mehr offen. Wenn dies ein Spiegelbild des neuen Zürichs ist, dann haben wir es hier in Bern ja noch ganz gemütlich ...
LuLu, du bist ein Schatz!
Samstag, März 11, 2006
Auf den Spuren eines anonymen Kommentators
Anonyme Kommentare - nun gut. Wer die Balls nicht hat. Aber wie BloggingTom es heute bedauerte:
Übrigens: Wär doch schön wenn man wüsste, mit wem man hier diskutiert. Insofern finde ich "anonym" etwas schade. Just my two cents...
Da im Netz niemand wirklich anonym ist, recherchiere ich aus Langeweile (und als kleine Herausforderung) ein bisschen. Welch' ein Glück, dass ich mein Blog auf dem eigenen Server hoste und so Zugriff auf die RAW-Logs habe.
Als erstes filtere ich das gestrige RAW-Log nach Zugriffen auf die entsprechende Seite. Der Kommentator muss ja den Kommentar von BloggingTom auf seinen Kommentar zuerst lesen, um darauf antworten zu können:
cat access.log | grep "GET /2006/03/partyguide-und" > access-filtered.log
25 Hits wurden auf diese Seite im Laufe des 10. März registriert. 7 Suchmaschinen-Einträge fallen weg, sind es noch 18 Stück.
Wie verhält sich der anonyme Kommentator wohl? Ich vermute im Laufe meiner Recherchen, dass er BloggingToms Kommentar liest und danach gleich seine Replik verfasst. Also interessieren mich die Zugriffe vor 15:16 Uhr und hoffe insbrünstig, dass Blogger.coms Uhren in etwa richtig justiert sind.
Drei Zugriffe kommen in die engere Wahl:
[1] wod0001.zl.com - - [10/Mar/2006:14:24:43 +0100] "GET /2006/03/partyguide-und-die-verweilzeit.html HTTP/1.1" 200 12275 "http://www.cocomment.com/comments/BloggingTom" "Mozilla/5.0 (Windows; U; Windows NT 5.1; de; rv:1.8.0.1) Gecko/20060111 Firefox/1.5.0.1" [2] 80-219-177-208.dclient.hispeed.ch - - [10/Mar/2006:15:05:57 +0100] "GET /2006/03/partyguide-und-die-verweilzeit.html HTTP/1.0" 200 12275 "http://search.blogger.com/?as_q=partyguide&ie=UTF-8&ui=blg&bl_url=blog.emeidi.com%2F&x=238&y=17" "Mozilla/5.0 (Windows; U; Windows NT 5.1; en-US; rv:1.8) Gecko/20051111 Firefox/1.5" [3] 146.67.250.199 - - [10/Mar/2006:15:10:54 +0100] "GET /2006/03/partyguide-und-die-verweilzeit.html HTTP/1.1" 200 12275 "http://search.blogger.com/?as_q=partyguide&ie=UTF-8&ui=blg&bl_url=blog.emeidi.com%2F&x=238&y=17" "Mozilla/4.0 (compatible; MSIE 6.0; Windows NT 5.1; SV1)"
Ich verfüge nun also über drei IP-Adressen und die Informationen der verwendeten Browser. Auch sehr schön ersichtlich sind die sog. "Referer", also die Angaben, von wo (URL) ein Besucher auf meine Seite kam (bspw. durch den Klick auf einen Link auf einer anderen Seite).
Die Hispeed-Adresse interessiert mich auf den ersten Blick am Meisten. Der einfachste aller "Tricks": Man gibt diese in den Browser ein und schaut, ob eine Antwort zurückkommt. Viele Leute betreiben ja heutzutage zu Hause einen kleinen Web-Server. Für mich das gefundene Fressen - wenn denn eine Antwort zurückkommt:
80-219-177-208.dclient.hispeed.ch
Kaum zu glauben - es Antwortet jemand. Ich werde aber gleich auf eine "offizielle" Web-Site umgeleitet:
beta:~ mario$ wget 80-219-177-208.dclient.hispeed.ch
--00:51:07-- http://80-219-177-208.dclient.hispeed.ch/
=> `index.html'
Resolving proxy.hispeed.ch... done.
Connecting to proxy.hispeed.ch[62.2.17.118]:8080... connected.
Proxy request sent, awaiting response... 302 Moved Temporarily
Location: http://www.bimixx.ch/ [following]
Was ist denn das? Aha: "bimixx Network ist ein gratis WebHoster". Spannend. Muss aber noch nichts heissen - der Name sagt mir jedenfalls nichts.
Wer steckt wohl dahinter? Schauen wir mal doch mal bei Über uns ...
Und jetzt haut's mich vom Hocker. Volltreffer! Was lese ich dort:
Nach der Reorganisation von bimixx.ch besteht das Team nur noch aus Sandro Roth und Fabio Di Lorenzo. Bald gibts hier mehr =)
Fabio Di Lorenzo? Den kenn' ich doch! Bestens sogar. Ich habe LuLu vor wenigen Wochen einen think eMeidi-Artikel gewidmet: Partyguide bloggt.
Di Lorenzo ist nicht nur frischgebackener Blogger, sondern auch als Photograph für Partyguide tätig. In der Hierarchie trägt er den spannenden Titel "Regionalmanager Zürich" (PG-Profil dilorenzo). Mehr über ihn in seinem Steckbrief.
Ich kann es natürlich nicht beweisen, doch ich vermute stark, dass es sich beim anonymen Kommentator um ihn handelt.
Jetzt kann ich wieder beruhigt schlafen *zwinker*.
Labels: Partyguide
Freitag, März 10, 2006
Just Fucking Google It!
Wenn der Chat-Partner mal wieder selten blöde Fragen stellt:
Wenn er eher orthographische Mankos aufweist:
Freitag, März 10, 2006
Google Analytics sau-langsam
Wer wie ich seit einigen Tagen Probleme mit Blogger.com hat (träge Ladezeiten), sollte in seiner /etc/hosts folgendes eintragen:
127.0.0.1 www.google-analytics.com
Blogger selbst funktioniert nämlich, aber Google Analytics Server scheinen einen Performance-Engpass zu haben. Die Browser legen sich so lahm, weil sie unzählige Sekunden (Minuten?!) auf die Antwort dieses Services warten.
Vgl. bspw. auch Google Analytics saugt! oder Google Analytics
Freitag, März 10, 2006
Gangsta-Jugend
Auch die schweizerische Jugend nutzt das Internet immer intensiver und ergreift die vielfältigen Möglichkeiten, sich im World Wide Web anderen Leuten zu präsentieren. Präsentieren ist das richtige Wort dafür - Image ist alles. Insbesondere gerade Mitglieder der Generation Hip-Hop (wie konnten wir es nur dazu kommen lassen?) haben sich in mühseliger Arbeit ein individuelles Selbstbildnis gezimmert. Komisch nur, dass alle dasselbe anziehen, sagen und hören.
Erst kürzlich habe ich ja einige bildnerische Trouvaillen von Partyguide-Benutzern präsentiert. Lange vor mir kamen aber bereits andere Blogonauten, die sich dem Thema angenommen haben! Schön, dass die heutigen Tendenzen nicht nur mich stören.
Ist euch schon aufgefallen, wie viel junge Teenager sich sehr provokativ und sexistisch präsentieren? Wenn deren Eltern davon wüssten, wären sie alles andere als begeistert. [...] Nicht zu vergessen sind diese unleserlichen Texte mit diesen Slangs und Schreibweisen der Jugendliche.
Quelle: Ich hasse Meinbild.ch
125 Kommentare - soviele Antworten habe ich noch nie auf einen Blog-Artikel eintrudeln sehen. Die Lektüre dieser ist langwierig, aber spannend:
Nein, die Seite meinbild.ch ist mal wieder eines dieser tollen Beispiele, das Zeigt für was unsere Jugend auch fähig sein kann. Ein solches Beispiel nimmt einem manchmal ganz arg den Wind aus den Segeln, wenn man für einen starke Jugend einstehen möchte.
Gerade deswegen weil sich zeigt auf welch niedrigem Niveau sich unsere Jugend inzwischen bewegt. Denn wenn ich mich mal schlecht fühle, mit mir selbst mal wieder nicht zufrieden bin und ich mich selbst frage, ob ich wohl nicht ganz normal bin, dann mus ich nur die Website meinbild.ch besuchen und ich merke wieder, wie froh ich eigentlich sein kann, nicht zum Durchschnitts-Niveau zu gehören.
wered all so konservativ wie ihr, würdemer no i höle wohne und mitere kühle um fraue werbe!!!! all redet vonere verblödig und nivolosiket.. ich sege aber es isch es anders nivo vo eus junge, es revoluzioners*g* mi hend hald kei ziit und lust me uf die ganz rechtschribe schei****e, üses ziel isch sich zverstendige underenand, obs jetz en gangsa- skater- sprayer- kifferslang isch, spielt kei rolle.. klar, die 14 jährige halb nakte meitli findi au nöd grad guät, vorallem mit all dene pedos wos inzwüsche git..
[Antwort an den Revoluzzer] Revolution? Dass ich nicht lache. Eine Revolution der Verblödung? Da sieht man’s mal wieder, wieviele der jungen Leute dumm sind und auch dumm bleiben. Nur weil 50% und mehr (Messlatte: meinbild.ch) der Youngsters nicht mehr richtig Deutsch sprechen plus schreiben, sollen sich die Intellektuellen deren anpassen? Nicht mit mir! Mir scheint, als müsste man inzwischen weniger von einer “Verblödungsrevolution” sprechen als von einer Intellektualrevolution.
[...] und diese slangs, das ist einfach das, was wir heutzutage benutzen. es sieht einfach cooler aus, wenn man einen slang benutzt.
ich sege eigentlich nix übner anderi lüt aber die chline 11 jöhrigi wo halb nackt im meinbild sind isch scho chli danebet
übrigens: ja ich finde dass ich inteligent [sic!] bin danke:D
mein gott ir scheiss tye sind so beschisse demlich ey, ir labered was vo verblodig vo de menschheit, aber ir sind scho lang verblodet, raffed ers ned?
[CUT]
Und es geht ewigs so weiter - anscheinend lesen die Teenies auch Blogs? Und sie kommentieren auch und verteidigen ihr Revier. Wow :-)
In der Blogosphäre wurden Morphis Worte in weiteren Artikeln verarbeitet:
Normale Entwicklung?
Trotzdem:
Meinbild.ch zeigt also auf, auf welchem ach so tiefen Niveau unsere Jugend, ich inbegriffen, heutzutage steht. Ich kann dem absolut nicht beipflichten. Wir haben unsere eigene Sprache, voll von Anglizismen, schwiizerdütsche Wörtlis, und “Insider”- Ausdrücken. Aber ist das wirklich so schlimm? Schliesslich hat jede Generation irgendwie ihre eigene Umgangssprache, sie ist sogar notwendig um sich von anderen Gruppen abzugrenzen.
Guter Punkt. Die alte Generation steht der nachfolgenden immer skeptisch gegenüber, wobei wir in diesem Fall ja nicht vom Konflikt zwischen Eltern und ihren Kindern, sondern zwischen Teenagern (14 bis 18?) und jungen Erwachsenen (18+) reden.
Dass die Sprache dauernd im Fluss ist, zeigt die Forschung ja klar auf. Damit muss man sich abfinden. Obwohl ich finde, dass gepflegtes Deutsch im späteren Berufsleben wichtig ist (oder wollen Meinbildler solche Jobs gar nicht?), darf man die Jungen nicht dauernd daran aufhängen. Die Slanger müssen sich einzig bewusst sein, dass sie (noch?) nicht die Regeln machen. Und solange man die Regeln nicht macht, sollte man sich anpassen. Oder auswandern und einen Freistaat gründen.
Was mich aber stört ist die ganze Hip-Hop-Kultur, inspiriert durch das US-amerikanische Gangstertum. Das Bild, das durch all die Hip-Hop-Clips aus den Staaten in unsere Wohnzimmer flimmern, ist bedenklich. Viel zu viele Junge orientieren sich am Gangstertum und fühlen sich als Reinkarnation der Ghetto-Boys. Sie handeln leider auch immer wie mehr danach. Das ist das wahre Problem. Und diese Tendenzen beunruhigen mich, weil die Pimps und Gangstas noch nicht aufgezeigt haben, wie man das von ihnen vorgelebte Leben wirklich bestreitet (Wie fährt man eine schicke Karosse? Wie hat man dauernd drei Bitches um sich herum? Wie kommt man zum täglichen Brot?).
Kommas einsetzen
Zum Schluss noch einer dieser "Kommas, mir doch egal"-Ergüsse:
Sali zämmä ich finde das mega übertriebe vu verblödig vu dä jugend zredä sorry hey äs wird immer meh verlangt vu dä jugendliche egal i wellere richtig d’asprüch werdet immer extremer und respekt das viel jugendlichi dem gwachse sind und jetzt zu denä slangs dsproch isch lebendig und entwicklet sich und so slangs sind eini vu villne grundlage das sich eusi sproch witerentwicklet ob zum guete oder schlechte naja das isch gschmacksach und no so vuwägä kritik jo kritik isch an und für sich okay solang si konstruktiv isch aber i hacket jo nume druff umä naja so erreicht mir jugendliche äs ziel diä “allzugschiede” hässig mache also sorry würd zerscht mol luege wiä mers besser cha mache und ned verabscheue bye bye s’hansli
Erinnert mich an meinen Artikel Rechtschreibung und Stil in deutschen Blogs. Diesen Text könnte übrigens der/die Suchende benutzen, wo [sic!] mit der Suchanfrage "Text wo die Kommas noch nicht eingesetzt sind." auf mein Blog gekommen ist *grins*
Labels: Partyguide
Freitag, März 10, 2006
Pänzerle
Irgendwie scheint beim Bund immer noch zuviel Geld einfach so "rumzuliegen". Wie sonst kommen unsere obersten Krieger auf die Idee, eine halbe Milliarde (!) Schweizer Franken für die Aufrüstung des Panzer-Fuhrparks zu fordern? Haben wir in Zeiten der überaus knappen Bundeskassen nichts besseres zu tun, als vorweihnächtlich Spielzeuge für unsere Kinder in Feldgrün anzuschaffen?
Neben 12 Minenräum- und Geniepanzer hat man auch ein Auge auf Kampfpanzer geworfen. Brauchen wir das wirklich? Kommt die Waffe der Blitzkriege im 20. Jahrhundert auch in diesem Jahrhundert zu neuem Ruhm? Und das erst noch unter Schweizer Flagge? Wow! Ich kann mir das einfach (noch?) nicht vorstellen. Unsere Militärs dagegen wohl schon ...
Was machen Kampfpanzer, für mich eine Offensivwaffe erster Güte, in den Händen eines neutralen Staates? Da wir hoffentlich in nächster Zeit nicht vorhaben, einen unserer Nachbaren hinterfutzig zu überfallen, sehe ich nicht ganz genau, wieso wir derart teure Tanks benötigen. Stellen wir sie ins Mittelland und warten, bis der Feind auftaucht? Oder fahren wir sie in unwegige Bergtäler und lassen die Besatzungen einen haufen wertlose Steine verteidigen, während die wichtigen Städte in die Hände des Gegners fallen?
Andererseits frage ich mich sowieso, woher wir in einem kriegerischen Konflikt (um uns herum - wir sind ja neutral) all das Benzin hernehmen, um diese Gefährte in der halben Weltgeschichte herumzuschicken. Oder kaufen wir etwa die VW Lupo 3L-Version der Gefährte? Kompogas-Schüsseln? Vielleicht doch lieber mit Rapsöl betriebene Gefährte.
Und drittens glaube ich immer noch nicht, dass unsere "3-Wochen-im-Jahr"-Pänzeler sehr gut abschneiden würden im Kampf gegen hochtechnisierte und kampferprobte Verbände. Da nützen einem auch die dicksten Stahlplatten nicht mehr ...
Eben gerade darum benötigen wir laut den Armee-Planern die Dinger:
Um aber eine minimale Kompetenz zur Abwehr eines militärischen Angriffs zu erhalten, müsse der verbleibende Verteidigungskern der Armee unbedingt "vollständig ausgerüstet" sein. Wenn kritische Komponenten fehlten, sei das Konzept des Aufwuchses gefährdet: Es sieht vor, dass ein minimaler Teil der Armee den Verteidigungskampf weiter trainiert, damit daraus in Zeiten militärischer Bedrohung wieder eine kampfstarke Truppe aufgebaut werden könnte.
Quelle: Halbe Milliarde für bessere Panzer
Denke nur ich, dass hier der Realismus abhanden gekommen ist? Bis unsere Truppen das "Pänzerlen" wieder (konnten wir es jemals?) erlernt haben, sind im Bundesbern schon längstens die Flaggen des Annexors gehisst und wir gehen wieder unserer Arbeit nach - anderer Boss, aber immer noch derselbe Trott wie vorher.
Die Schweiz ist ja sowieso nur interessant, wenn der Finanzplatz intakt bleibt. Ob man die UBS, Credit Suisse und die Nationalbank im 21. Jahrhundert mit Panzern einnimmt?
Donnerstag, März 09, 2006
Hack-a-Mac
Well as of now it is just shut down entirely. Apparently Dave didn't get permission to set all this up, and fearing for their network, the powers that be have just clicked the OFF button. I wonder if they're running Windows servers for the rest of their network?
Quelle: Univ. of Wisc. Madison pulls the plug on OS X Security Challenge
Das lag ja auf der Hand, weshalb ich die ähnliche Vermutung bereits gestern in einem Forenbeitrag auf heise online geäussert habe:
Ich kann mir gut vorstellen, dass die dortige Informatikabteilung den Stöpsel gezogen hat. Abgesehen vom Traffic, der diese kleine Kiste verursacht hat, ist es sicherlich nicht eine Kernaufgabe der Uni, Computer auf dem Campus zum Hacken freizugeben.
Quelle: Uni hat Stöpsel gezogen?
Dennoch - sehr peinlich für die Uni Wisconsin. Dass man 38h benötigt, um zu merken, dass der Traffic auf eine einzelne Kiste plötzlich sprunghaft angestiegen ist ... Den CIO würde ich degradieren und Querschläger Dave Schröder entlassen. Haben die dort nichts intelligenteres zu tun?
Diese Episode zeigt wieder einmal, welchen Stellenwert die Informatik an Universitäten hat: Ja nicht die Akademiker einschränken, alles erlauben. So ist es auch hier, an der Universität Bern, überhaupt kein Problem, mit dem Laptop ins Gebäude zu latschen, dieses an einen beliebigen Ethernet-Port anzuschliessen, die Netzwerkkonfiguration anzupassen und rumzusurfen. Man stelle sich vor, wenn dies bei Swisscom, UBS oder Credit Suisse so einfach wäre ... *tz*
Labels: Wirtschaft
Donnerstag, März 09, 2006
Partyguide und die Verweilzeit
PartyGuide.ch mit grösster Verweilzeit aller Schweizer Websites
[...] Ein Besucher verweilt durchschnittlich 20,21 Minuten auf PartyGuide.ch.
Quelle: Werbung
Pointierte Kritik
Ob ihr wirklich die "grösste Verweilzeit aller Schweizer Websites" (Werbemail) aufweist, wollen wir mal in den Raum gestellt lassen. Wahrheitsgetreuer wäre es wohl gewesen, den Zusatz "(aller WEMF-beglaubigten) Schweizer Websites" zu benutzen.
Wie diesen Spitzfindigkeiten auch sei - dass ihr eine derart hohe Verweildauer habt, liegt vielleicht nicht unbedingt am Willen der Besucher, sondern an der technischen Infrastruktur. Kein regelmässiger Partyguide-Besucher wird nämlich behaupten wollen, dass sich eure Seiten rasch aufbauen. Im Gegenteil, neben mod_proxy-Fehlern wartet so mancher gegen eine Minute, wenn er zu Spitzenzeiten (Sonntag-Mittag bis -Abend) das Angebot besuchen will. Wer es nicht glaubt, probiert es in drei Tagen doch gleich selber aus.
Somit bezweifle ich die Aussagekraft dieser "20 Minuten".
Dennoch: Weiter so!
Partyguide, sehr gut! Die Idee hinter eurem Produkt ist genial, die angebotenen Funktionen lassen die User wiederkehren - aber leider ist die Umsetzung immer noch katastrophal. Hier müsst ihr in kürzester Zeit deutlich besser werden - dann schlagt ihr vielleicht sogar tilllate. Euer Traum wäre in den Olymp der schweizerischen Partysites vorzustossen - meiner, dass ihr anständiges Zeugs zusammencodet.
Dank: BloggingTom
Labels: Partyguide
Donnerstag, März 09, 2006
Googles Motto
... operational mantra: "If it can't be indexed it must be destroyed" ...
Quelle: Google plans orbital mind control
Warten wir mal ab - es sollen zuerst ja noch Google Calendar und Google Drive ("GDrive") im Anmarsch sein.
Donnerstag, März 09, 2006
Humvees in Irak
Ein spannender Artikel über die Gefahren im mobilen Alltag im Dreistromland:
Irak: Darauf waren wir nicht eingestellt
Guerilla - eine sehr effektive Waffe, der die am besten ausgebildete und ausgestattete Armee der Welt nichts gross entgegenhalten kann.
Mittwoch, März 08, 2006
Terminfinder 2.0
Nach langer Wartezeit habe ich heute Terminfinder 2.0 den letzten Schliff verpasst. Auf Anregung eines Bekannten habe ich das Produkt in TerminGenius! umbenannt. Danke, Sacha!
Was kann TerminGenius!/Terminfinder?
Dieses kleine Tool eignet sich für alle Leute, die mit vielen Personen einen Termin festlegen müssen, beispielsweise für Sitzungen oder Ferienreisen. Anstelle eine grosse Anzahl Mails in der Weltgeschichte herumzuschicken, können Termine auf diese Weise effizient und transparent festgelegt werden. Bestehend aus drei Files erlaubt es die permanente Speicherung von Teilnahme-Daten unendlich vieler Personen an unendlich vielen Tagen. Jedermann kann mittels Web-Browser auf die Applikation zugreifen und seine Daten allen anderen Teilnehmern bekannt geben. Einzelne Tage lassen sich ausblenden, entweder definiert durch den Wochentag oder das exakte Datum. Tage können zudem in kleinere Zeitabschnitte unterteilt werden (bspw. Vor- und Nachmittag).
Quelle: Quelloffene Software
Das Programm ist in PHP geschrieben und setzt minimale Anforderungen an den Web-Server voraus. Der Anwender muss die beiden mitgelieferten .txt-Dateien schreibbar machen (chmod 666) und danach über einen Web-Browser das Script aufrufen. Es empfiehlt sich, vorher das Initialpasswort in der Datei index.php zu ändern.
Download (.tar.gz)
Viel Spass bei den Sitzungen!
Mittwoch, März 08, 2006
Windows stehlen
Folgender Artikel hat meine grauen Hirnzellen angeregt:
According to their survey, if Apple were to make it easy for Macs to run Windows the number of students purchasing a Mac would double (24.7% to 44% in the survey).
Quelle: MacBook Pros in High Demand, Increased Mac Market Share?
Rückblickend hätte es Apple wirklich anders aufgleisen sollen. Anstelle ausschliesslich nur EFI in seine Intel-Produkte einzubauen, hätte man auch ein Legacy-BIOS auf das Motherboard packen sollen. Das EFI wäre weiterhin für das Booten von Mac OS X zuständig, was auch die Raubkopie-Versuche auf Wintel-Kisten weiterhin unterbunden hätte. Das BIOS aber hätte es erlaubt, Windows XP auf dem Laptop zu installieren.
Wieso das ein Vorteil ist? Anscheinend würden sich noch mehr Studenten für MacBooks entscheiden als momentan. Man hätte dann nämlich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Mac OS X als stabiles, virenfreies Betriebssystem für den produktiven Einsatz. Windows XP als Game-Plattform.
Apple hätte alles gewonnen, Microsoft alles verloren: Apple hätte deutlich mehr Hardware verkauft, Mac OS X einer breiteren Schicht schmackhaft gemacht (ich kenne wenige, die Mac OS X je wieder den Rücken gekehrt haben - gell, Torquie) - und gleichzeitig das Raubkopieren von Microsoft Windows XP gefördert. Denn niemand wäre es in den Sinn gekommen, sich die Detailhandels-Packung Windows XP im Computer-Shop kaufen zu gehen. Man hätte sich ISOs über eDonkey und BitTorrent besorgt und diese dann stinkfrech installiert. Weg wäre auch der Hardware-Kauf eines Wintel-Büchsens gefallen, auf der die obligatorische Microsoft-Steuer fällig wird (der einzige Ort, an dem Microsoft - wenn überhaupt - noch etwas mit Windows verdient):
But Microsoft's attempts to diversify into consumer businesses have yet to pay off: 68 percent of its revenue still comes from Windows and Office sales—more than 80 percent if you include the Windows server software used by so many businesses.
Quelle: Microsoft's Sacred Cash Cow
Der Grossteil dieser Einnahmen stammt von den Firmenkunden, die Windows und Office ordnungsgemäss lizenzieren. Zusätzlich der Lizenzen, die durch mit Windows vorinstallierte Dell-Kisten gelöst werden. Gerade diesen letzteren Teil hätte man vielleicht arg treffen können ...
Das wäre es gewesen ... Microsoft hätte so deutlich angespannter reagiert. Das wäre ein Fest geworden!
Mittwoch, März 08, 2006
calmy-rey.admin.ch
Heute bei Google-Recherchen zufälligerweise entdeckt:
Komisch, sie scheint die einzige Bundesrätin zu sein, die sich mit einer admin.ch-Subdomain verewigt hat:
- www.blocher.admin.ch
- www.couchepin.admin.ch
- www.deiss.admin.ch
- www.leuenberger.admin.ch
- www.schmid.admin.ch
- www.merz.admin.ch
Ich kann mir den armen Webmaster (oder musste der auch der Frauenquote weichen und wurde durch eine Webmistress ersetzt?) bildlich vorstellen, wie er/sie von der "Generalin" höchstpersönlich angerufen wurde und einen ZS kriegte, wieso das mit dieser Subdomain nicht klappen wolle (ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Webmaster dort diese Domain frewillig aufgeschaltet hätte - nicht aus persönlicher Aversion gegen MCR, sondern aus Grundsatzüberlegungen).
Mittwoch, März 08, 2006
Programme ohne Admin-Rechte
Als Windows-PC-Supporter sollte man es mittlerweile gelernt haben: Lasst die Leute nicht als Administrator arbeiten. Admin sein ist ganz, ganz böse! Und jetzt, wo es die Normalanwender langsam, aber sicher begreifen, ist zwar die Viren-Infektionsgefahr mitsamt Totalschäden etwas gesunken, aber die Probleme nehmen trotzdem zu.
Es scheint auf dieser Welt tausende Windows-Entwickler zu geben, denen man auf der Stelle die Hände abhacken sollte. Damit sie nie wieder eine einzige Zeile Code schreiben können. Ich meine hier nicht die wenigen guten Programmierer, die trotz des grässlichen Betriebssystems aus Redmond etwas anständiges auf die Beine bringen. Ich meine diejenigen Programmierer, die auch heute, im Jahre des Herrn 2006, immer noch nichts von "eingeschränkten Benutzerrechten" gehört haben, obwohl es diese (in der Fensterwelt) seit mindestens Windows NT 4 gibt. Auch heute noch werden munter Programme auf den Markt losgelassen - billige Shareware-Apps für einige Dollars bis hin zu teurer Forschungssoftware im vier- bis fünfstelligen Kostenbereich - die nur mit Administrator-Privilegien auf Anhieb funktionieren.
C Imagings SimplePCI 6 ist ein solches Programm. Sauteuer, aber als "Limited User" nur startbar, wenn man gewillt ist, mindestens zwei kryptische Fehlermeldungen wegzuklicken, die etwas von "Starten Sie REGEDIT" schwafeln.
Was nun? Dass der Hersteller auf meinen Wunsch hin das Produkt debuggt oder neu schreibt, fällt weg. Ebenso ist es nicht vertretbar, den eingeschränkten Benutzer zum Admin zu machen. Auch das Starten der Applikation mittels runas fällt meiner Meinung nach weg, weil ich ja das Administrator-Passwort nicht in einer "world-readable" Batch-Datei auf dem System herumstehen haben möchte.
Der letzte Ausweg:
Regmon soll uns sagen, auf welche Teile dieser verfluchten Registry (die ist des Teufels, ich sag's euch) die Applikation zugreifen möchte, es aber aufgrund der eingeschränkten Rechte nicht darf.
Anleitung
- Login in den eingeschränkten Benutzeraccount. Es ist von Vorteil, wenn die betreffende Applikation bereits einmal unter dem Administrator-Account gestartet wurde - manchmal, aber nur manchmal *sing* lösen sich Berechtigungsprobleme dann von alleine, weil mit den Admin-Rechten Schlüssel und Dateien angelegt werden können, auf die der eingeschränkte User Nur-Lesen-Berechtigung hat.
- Anschliessend Regmon herunterladen, das ZIP-File entpacken. Ich lege die Files in C:\TEMP\ ab, da dies auf der Command Line (auch die ist - wenn von Microsoft kommend - des Teufels) rasch erreichbar sein sollen.
- Als nächstes schreibe ich mir eine kleine Batch-Datei, um Regmon mit Doppelklick starten zu können:
cd C:\TEMPrunas /user:administrator /profile regmon.exe
Dies lädt regmon.exe im Kontext des Administrators-Accounts. Nur so ist es dem Tool möglich, alle Zugriffe auf die Registry aufzuzeichnen. - Regmon läuft und zeichnet ab sofort alle Zugriffe auf die Registry auf. Nicht verwundert sein - in windeseile füllt sich das Fenster, wenn unzählige andere Programme geöffnet sind. Tipp: Bei solche Untersuchungen alle unnötigen Programme schliessen.
- Nun startet man die betreffende Applikation. Regmon sollte wie wild funzeln und viele Zeilen über das neu gestartete Programm anzeigen.
- Da aus den tausenden Zeilen Registry-Zugriffen kein Mensch innert nützlicher Frist schlau wird, benutzen wir die Filter-Funktion von Regmon. Ins erste Feld gibt man den Programmnamen ein (bei mir: Simple*), für das Highlight-Feld empfiehlt sich denied*
- In der Liste sollten jetzt nur noch Einträge angezeigt werden, die dem gewünschten Programm zugeordnet sind. Rot hervorgehoben werden diejenigen Zugriffe auf Registry-Schlüssel, die mit "ACCESS DENIED" verweigert wurden.
- Da man nun die betreffenden Schlüssel kennt (HKLM ist bspw. die Abkürzung für HKEY_LOCAL_MACHINE *schauder*), kann man deren Berechtigung ändern. Dies geschieht mit dem Microsoft-Tool regedt32.exe, das man selbstverständlich auch im Administrator-Kontext laden muss. Es empfiehlt sich, die oben generierte Batch-Datei zu kopieren und regmon.exe mit regedt32.exe zu ersetzen.
- Man navigiert nun wie ein alter Hase durch die Baumhierarchie (die Eingabe der ersten paar Buchstaben des gesuchten Schlüssel erleichtern die Navigation, weil Regedit zum ersten treffenden Schlüssel springt), und sobald man den betreffenden Eintrag entdeckt hat, klickt man mit der rechten Maustaste darauf und wählt im Kontext-Menu "Berechtigungen" aus.
- Das nun erscheinende Berechtigungs-Dialogfeld erscheint - viele werden dieses bereits von der Netzwerkfreigabe her kennen. Es verhält sich identisch. Faul wie ich bin gebe ich hier der Gruppe Benutzer Vollzugriff auf den Schlüssel. Natürlich ist es ratsam, der Benutzergruppe nicht gleich Vollzugriff auf die ganze HKLM zu geben - dann könnte man die Sache mit den eingeschränkten Usern gleich sein lassen.
- Dies wiederhole ich für alle in Regmon rot hinterlegten Einträge und starte zwischenzeitlich die verkorkste Applikation neu, um die Änderungen zu testen.
Und irgendwann, nach 10 Minuten bis 2 Stunden kriegt man die Applikation dann hoch, ohne Fehlermeldungen. Und das Ziel ist erreicht.
Wie sehr freue ich mich nach solchen Aktionen doch, zu Hause hinter mein Mac OS X zu sitzen, das weder diese Missgeburt von Registry kennt, noch je Probleme gemacht hat, wenn eine Applikation nur als eingeschränkter Benutzer gestartet wurde. Mac OS X hat halt einen Unix-Unterbau - Motto: everything is a file - wo man keine Registry braucht, sondern mit Flat-Files arbeitet. So ist's brav.
Dienstag, März 07, 2006
Steuergeschenke
Der Nationalrat hat heute im Sinne der Millionenbezüger in der Chefetage entschieden. Diese sollen Aktienbezüge nun zwar schweizweit einheitlich versteuern (gefällt mir als erklärter Etatist), erhalten aber als Zückerchen einen saftigen "Steuerrabatt" auf das so erzielte Einkommen, wenn sie die Aktien in bares Geld umwandeln (gefällt mir überhaupt nicht). Die Mehrheit unseres Parlamentes vertritt in dieser Vorlage wieder einmal nicht das gemeine Volk, sondern Spitzenverdiener ...
Die SP, die immerhin um die 70 Nein-Stimmen gegen die verschiedenen Vorschläge mobilisieren konnte, droht nun mit dem Referendum. Dann wollen wir mal schauen, ob der normale Büetzer auch derart von Steuergeschenken begeistert ist in Zeiten, wo der Staat Geld dringend nötig hätte.
Mein Vater ist aber skeptisch, ob das Referendum an der Urne gutgeheissen würde. In Vergangenheit habe sich oft gezeigt, dass die Stimmbürger aus unverständlichen Gründen in solchen Fragen immer für die reichen Zehntausend votieren. Wohl im Glauben, falls denn die Euro-Millions bei ihnen auch mal sprudeln, dann auch davon profitieren zu können ...
Dieses eine Mal denke ich aber, dass der Abstimmungskampf sehr polemisch und direkt geführt werden kann. In der Schweiz haben die Millionen-CEOs in der Bevölkerung jeden Goodwill verspielt - deshalb genügt es meiner Meinung nach mit Sätzen wie "Steuergeschenke für Ospel?" um sich zu werfen. Fertig, Abstimmung gewonnen. Da könnten die Bürgerlichen in der Arena noch lange diskutieren über
... der Rabatt sei ein Bonus für die Nichtverfügbarkeit der Option und das Risiko des Wertverlustes.
Quelle: Ja zu privilegierter Besteuerung
Aha ... ?
Gegen klare Statements, die Geschenke an Reiche erwähnen, kommt man mit solch hochstehendem Geschnurr sicher nicht zum Ziel.
[...] die Vorlage bringe mehr Steuergerechtigkeit und langfristig wesentlich höhere Steuereinnahmen.
Glauben wir das dem Gerold, wenn er in der Arena mit Dackelaugen in die Kamera guckt? Natürlich nicht. 1, setzen.
Dienstag, März 07, 2006
Armee XXII: Neues Tarnkonzept
In Wahrheit: Länderübergreifende Feierlichkeiten in Dédougou, Burkina Faso. Bestaunt und digital festgehalten von Melä.
In der Schweiz wäre das wohl mit einem Trachtenfest gleichzusetzen.
Dienstag, März 07, 2006
Die FIFA spinnt
Ein erhebliches Problem bereitet die Stellung Hyundais, offizieller Autoausrüster der WM. Die koreanische Firma stellt zwar Busse her, importiert diese jedoch nicht nach Europa. Zum Einsatz kommen nun Mercedes-Busse mit Hyundai-Aufklebern. Die wirkliche Herkunftsangabe soll verdeckt, der Stern aus dem Lenkrad montiert werden.
Quelle: Fußball-WM: Mercedes-Busse dürfen nur mit Hyundai-Aufklebern fahren . . .
Via: Fußball-WM: Mercedes-Busse dürfen nur mit Hyundai-Aufklebern fahren . . .
Dienstag, März 07, 2006
Zur Lage der Party-Nation
[Dresscode-Parties] Sabrina Tassone (18) [...] geht fast jedes Wochenende an eine Private-Fiction-Party [auch schon auf think eMeidi]. [...] Ihre Beine stecken in Fantasy-Strümpfen, darüber trägt sie ein pinkfarbenes Spitzenhöschen. Ihr Oberteil ist vom Hals bis zum Bauchnabel offen, der Rücken frei. Ein möglichst sexy Styling, sagt sie, sei heute das Ziel gewesen. Männern will sie mit Spitzen und Strümpfen aber "sicher nicht" einheizen. Cooler findet sie es, mit ihren sieben Freundinnen, den Electro Babies, einen draufzumachen.
Quelle: Migros-Magazin, Nr. 10, 7. März 2006, S. 7 "Party für Landeier".
Zwei Bemerkungen:
- 55 Stutz kostet der Car-Transport aus Basel oder Bern nach Zürich, Eintritt in den Club mit einbegriffen. Doch da hat man noch keinen einzigen Tropfen Alkohol getrunken. Dabei muss man sich dieses Mal ja keine Sorge darüber machen, wie man wohl nach Hause kommen wird. Wobei: Werden Gäste bis vor die Haustüre gefahren? Item, zurück zu den Kosten: Ich wäre wohl in kürzester Zeit bankrott, würde ich jedes Wochenende derartige Auslagen haben (man vergesse nicht, dass das Wochenende mittlerweile ja schon am Donnerstag beginnt ...).
- Bei der aufreizend angezogenen Dame zeigt sich wieder einmal das fundamentale Missverständnis zwischen Mann und Frau: Während diese Garderobe in den Augen der Männer eindeutig nach "Nimm mich, hier und jetzt!" schreit, hat die Frau viel eher ein "Schau her, beachte mich, bin ich nicht hübsch?" im Hinterkopf ...
Dienstag, März 07, 2006
Unfreiwillig komische Werbung
Beispielsweise so:
![]()
Artikel: "Von Lüneburg nach Auschwitz"
Werbung: "E.ON sorgt schon heute für das Gas von morgen!"
Montag, März 06, 2006
Disable APE
Unter Macianern ist APE, der Application Enhancer, stark umstritten. Viele Benutzer berichten über instabile Systeme mit vielen Abstürzen.
Bei mir ist APE leider auch installiert, weil ich sonst meine iSight-Webcam nicht zusammen mit meiner Miglia AlchemyTV DVR benutzen kann. Dank einem Plug-In von Miglia/Meilenstein geht's dann doch irgendwie.
Da ich die Webcam mangels Skype 2.0 für Mac OS X noch kaum benutze und ich in letzter Zeit einige komische Abstürze erlebt habe, habe ich nun beschlossen, APE zu deaktivieren. Ich möchte die Applikation nicht gerade vollständig löschen, doch zumindest temporär deaktiveren.
Symptome
In meiner console.log finden sich nämlich komische Einträge:
WMV Player[6046]: ParanoidAndroid could not load due to an unknown error QuickTime Player[6047]: ParanoidAndroid could not load due to an unknown error Preview[6051]: ParanoidAndroid could not load due to an unknown error Safari[6059]: ParanoidAndroid could not load due to an unknown error Preview[6078]: ParanoidAndroid could not load due to an unknown error TeXShop[6081]: ParanoidAndroid could not load due to an unknown error TeXShop[6090]: ParanoidAndroid could not load due to an unknown error Preview[6129]: ParanoidAndroid could not load due to an unknown error iCal Helper[6133]: ParanoidAndroid could not load due to an unknown error Preview[6150]: ParanoidAndroid could not load due to an unknown error
ParanoidAndroid habe ich zwar schon längstens wieder deinstalliert, in APE unter den System Preferences taucht er weiterhin auf. Leider fand ich im Netz nirgends Hinweise, wie man solche Module aus der Liste entfernt (nur "disablen" galt nicht). Wieso bemerkt APE das Fehlen des Plugins/Moduls eigentlich nicht selber?
Angesichts dieser Probleme war der Entschluss gefasst: APE musste weg.
Analyse
Als Prozess wird der aped Daemon bei jedem Neustart geladen. Mein Ziel war es, dies zu verhindern.
Folgende zwei Massnahmen haben den Erfolg gebracht:
- /Library/PreferencePanes/ApplicationEnhancer.prefPane und
- /System/Library/SystemConfiguration/ApplicationEnhancer.bundle an einen sicheren Abstellplatz verschoben
Der Daemon lässt sich nirgends mehr blicken, und in den System Preferences ist auch Ruhe eingekehrt.
Montag, März 06, 2006
Partyguide-Bilder deuten
Ich gebe es zu - mich zieht es desöfteren auf Partyguide, um mir die neusten Neuzugänge anzuschauen (natürlich immer im Schneckentempo, weil die Entwickler dort kein performantes PHP hinkriegen). Da die Benutzer bis zu 15 persönliche Fotos auf ihr Profil laden können, kann dies sehr erheiternd, aber auch sehr "disgusting" sein.
Da ich diesbezüglich ein alter Hase bin, habe ich bereits mehrere Male mit dem Gedanken gespielt, die einzelnen Bilder-Typen zu katalogisieren. Wer sich durch Hunderte Uploads durchgeklickt hat, merkt mit der Zeit, dass sich die Bilder(feuer)werke in einige wenige Kategorien einteilen lassen. Kollege Torquie hätte garantiert auch mitgeholfen.
Glücklicherweise muss ich nun nicht mehr dahinter, da bereits ein anderer, analytisch begabter Zeitgenosse die Arbeit für mich übernommen hat (und das sogar eine Frau! Yeah!):
Photo Type: Close-up of breasts, usually in bustier [der Partyguide-Klassiker schlechthin]
What they want you to think: Sexy and naughty
The Truth: Fat
Quelle: The Buttafly Guide to Interpreting Friendster Photos
Beispiel
Sorry Partyguide-Jungs, aber ich verlinke mal wieder direkt auf Bilder. Bitte nicht hauen, es steht im Dienste der Wissenschaft:
What they want you to think

The Truth

anonymisiert
Das Beste: Er hat vollkommen Recht! Aufgrund empirischer "Studien" meinerseits kann ich alles gesagte sofort unterschreiben. Die Globalisierung ist diesbezüglich eben doch schon weit fortgeschritten - ob in den USA oder der Schweiz, das mit den Bildern funktioniert gleich.
Der Liste würde ich noch die Groupies hinzufügen: Ob Hip-Hop-Gangstas oder Filmstars - man lädt auch diese ins Profil.
Ganz interessant sind auch solche Statements, zumeist verbreitet in der Hip-Hop-Szene:

... oder das:

... auch nicht schlecht:

Aufpassen, sonst setzts was - vom ... "Playa"?:

Völlig neue Wortkreationen:

"mah" ... "Ma meh"?

Selbstbewusstseinsstörungen? Wahrscheinlich gönnt man sich unter den Teenie-Gören einfach nichts ;-)
Witz am Rande
Den möchten wir alle als "Friendstr".
Dank: Kollege Burgdorfer.
Labels: Partyguide
Montag, März 06, 2006
Google-Interviews
Super, was man bei einem Einstellungsgespräch bei Google so alles gefragt wird.
Q: "You are shrunk to the height of a nickel and your mass is proportionally reduced so as to maintain your original density. You are then thrown into an empty glass blender. The blades will start moving in 60 seconds. What do you do?"
Q: "How would you find out if a machine's stack grows up or down in memory?"
Q: "Explain a database in three sentences to your eight-year-old nephew."
Q: "How many gas stations would you say there are in the United States?"
Quelle: Google Interview Questions
Ich behaupte hier einfach mal drauf los, dass Larry und Sergey noch heute auf der Strasse stünden, hätten sie an ihren Bewerbungsgesprächen solchen Mist beantworten müssen ...
Sonntag, März 05, 2006
Treberwurst in Bösingen
Am Samstag war ich mit meinem Vater, seiner Freundin und drei seiner Brüder in Bösingen bei Marchons und habe zum ersten Mal in meinem Leben eine Treberwurst gegessen.
Die Wurst wird in Schnaps gekocht, danach angezündet (wohl um den grössten Teil des Alkohols verdampfen zu lassen) und danach mit Kartoffelstock serviert. Ein gutes Glas Weisswein (Johannisberg) durfte nicht fehlen! Die Wurst schmeckt leicht nach Schnaps, ähnlich wie man auch den Schnaps im Fondue bemerkt. Für sensible Naturen, was das Essen anbelangt, kein Grund, nicht zuzuschlagen. Mir hat es wunderbar geschmeckt und ich kann es ausnahmslos weiterempfehlen.
Marchons betreiben auf dem Hof einen Schnapsbrennerei und bieten ihre Destillate zusammen mit dem Essen in einem rustikal umgebauten Schweinestall an - sehr gemütlich! Neben unserer Gruppe hatte es noch ein älteres Ehepaar sowie eine zweite Gruppe in unserer Grösse. Der grösste Tisch, gedeckt und vorbereitet, blieb leider leer - da hatte der Schnee wohl jemanden einen Strich durch die Rechnung gemacht ... Komisch nur, dass sich die 17er-Gruppe nicht rechtzeitig abmelden konnte? Das ist wohl eine Eigenart der heutigen Zeit.
Auf Wunsch kann man übrigens auch die Brennerei besichtigen gehen. *hicks*
Übrigens: Ein Gesprächsthema war der Alkoholkonsum der Jugend - welch' Zufall, dass sich der SoBli just heute diesem Thema annimmt.
Sonntag, März 05, 2006
Verschneite Schweiz
Schnee, wohin das Auge reicht! Und kein Ende in Sicht. Bis Sonntag-Mittag soll es weiterschneien.
Sonntag, März 05, 2006
Berns Streckennetz für den iPod
Im September habe ich Bernmobil angefragt, ob es nicht eine witzige Idee wäre, das Streckennetz graphisch für den iPod photo aufzubereiten.
Wie ich jetzt gerade durch einen anonymen Kommentarschreiber aufmerksam gemacht wurde, hat Bernmobil Gehör für diesen speziellen Kundenwunsch gehabt:
Und es kommt noch besser: Die Stationen gibt es auch als .kmz-File zum Download, das in das (mittlerweile auch unter 10.3.9 funktionierende) Google Earth eingelesen werden kann.
Bernmobil - ihr seid genial. Dieses Unternehmen hat Zukunft, weil es jeden noch so hirnrissigen Kundenwunsch ernst nimmt. Da verzeih' ich's euren Fahrern das nächste Mal sogar, wenn mir der Bus vor der Nase abfährt ... *zwinker* Solche Dienstleistungen unterscheidet gute von exzellenten Unternehmen.
Labels: iPod
Samstag, März 04, 2006
Ich wähle Thomas Fuchs
Wieso? Na, weil er meinen Einstellungen zu sagenhaften 40.8% entspricht! Unsere Ansichten liegen also mehr oder weniger diametral gegenüber, wie die Smartvote-Grafik zeigt (grau: ich, blau: er).
Spass beiseite. Ein GFLer steht in meiner Auswertung auf Platz 1. Deckungsgrad: 78.1%. Wow. Vielleicht sollte ich die Partei wechseln? *grins*
Selbst zum Smartvote Versuchskaninchen werden ...
Samstag, März 04, 2006
Otto Aeby for Grossrat II
Seit meinem letzten Artikel über die Grossratswahlen 2006 hat sich auch in der Wahlkampfmaschinerie einiges getan.
Die Prospekte sind gedruckt, die Web-Sites aufgeschaltet:
Web-Sites
- Otto Aeby auf der Wahlkampf-Web-Site der SP Kanton Bern.
- Otto Aeby auf der Web-Site der SP Neuenegg
- Otto Aeby bald auch auf smartvote!
Prospekte
- Otto Aeby im Prospekt "angestellte bern" auf der Web-Site des BSPVs
- Otto Aeby im Prospekt "angestellte bern" auf der Web-Site des angestellte bern
Quotes
Nur mit motivierten Angestellten erreicht man einen Service public, der diesen Namen auch verdient!
Quelle: Prospekt angestellte bern
Weitere Stellungnahmen zu politischen Fragen erscheinen in den nächsten Wochen in der Neuenegger Zeitung. Dort standen sich die Grossratskandidaten der SP Neuenegg, Otto Aeby und Roger Bula, sowie die Kandidaten der SVP Neuenegg, Fritz Freiburghaus und René Wanner, Red' und Antwort auf je zwei selbst gestrickte Fragen.
Und selbstverständlich, für die Web-Techniker unter meinen Leser: Ich betätige mich hier als SEO, Search Engine Optimizer. Mal schauen, wie sich die Suchresultate nach "Otto Aeby" auf Google in den nächsten Tagen ändern:
Otto Aeby auf Google.com
Eins ist schon jetzt klar: Ein Blog mit vielen untereinander verlinkten Artikel ist im SEO-Business Gold-Wert. Der erste Artikel über Otto hat sich so ohne grosse Mühe auf Platz Nummer Eins katapultiert.
Samstag, März 04, 2006
ISPs die Hände binden
Während wir in der Schweiz überlegen, auch die letzte noch dem Staat gehörende Datenleitung in private Hände zu geben und unserem Zugriff und unseren Interessen als Gesellschaft zu entziehen, gibt es in den USA bereits wieder gegenteilige Bewegungen:
"The big network operators are saying, 'We built the network; we own the network; everybody's basically got to go along with what we're saying.' What I'm saying is, 'No, the consumers built the network; the subscribers built the network. They paid for the network. That is what this is all about,'" Wyden told reporters in a conference call. [...] No broadband provider has proposed to block certain Web sites. But they have said Yahoo, for instance, could pay a fee to have its search site load faster than Google. Other possibilities include restricting file-swapping applications that hog bandwidth, or delivering their own video content faster than a similar service provided by rivals.
Quelle: Senator wants to ban 'fast lane' for Web
Bravo! Dass Cablecom & Co. Skype und andere VoIP-Dienste drosseln könnte, weil der Benutzer so das Geld nicht ihnen, sondern einem Drittanbieter in die Tasche steckt, ist vorerst nur ein Gerücht - das einem gewieften Manager die Idee aber bald gar nicht so abwegig vorkommen könnte, liegt auf der Hand.
Deshalb darf in der Schweiz das Swisscom Fixnet nicht mitsamt seiner Firma in die private Marktwirtschaft entlassen werden, sondern muss mittels einer neu zu bildenden staatlichen Gesellschaft weiterhin in Volksbesitz bleiben. Ohne Profitinteressen, aber immer dazu bedacht, den Shareholdern, den Einwohner unseres Landes, einen uneingeschränkten und unbehinderten Zugang zu den weltweiten Datennetzen zur Verfügung zu stellen.
Das Wydens kein Tagträumer ist, zeigen die Reaktionen auf seinen Vorstoss:
On the other side are Internet content and application providers, which say Net neutrality requirements are essential to preserve the Net's traditional openness.
Dozens of technology companies and advocacy groups sent a letter Thursday to the House of Representatives' Commerce Committee, urging that "Congress take steps now to preserve this fundamental underpinning of the Internet and to assure the Internet remains a platform open to innovation and progress."
Labels: Wirtschaft
Samstag, März 04, 2006
Milchkuh oder Kind?
Heute Abend aufgeschnappt:
Die Bauern kriegen mittlerweile ja mehr für ihre Kühe als für ihre Kinder ...
200 Stutz pro Jahr, um exakt zu sein. Ob die wohl weniger Mist machen als menschliche Nachkommen?
Samstag, März 04, 2006
iTrip für kleine Schawinskis
Unglaublich, aber wahr: Anscheinend hat der schweizerische Gesetzgeber das Verbot kleiner Radiosender à la iTrip aufgehoben, weshalb es die Dinger nun hochoffiziell und völlig legal in der Schweiz zu kaufen gibt:
"... Recent changes in Swiss law have opened the door to broadcast in Switzerland over the FM radio spectrum (87.9 - 107.9)." Until recently, Swiss law has strictly regulated devices that broadcast over FM.
Quelle: Griffin's iTrip comes to Switzerland
Wer keine Ahnung hat, was ein "iTrip" ist: Ein kleiner Radiosender, den man an den iPod anschliessen kann. Wer keine Ahnung hat, was ein "iPod" ist, liest besser nicht weiter ... Dieser Radiosender sendet die vom iPod abgespielte Musik auf UKW-Frequenz und kann deshalb auf dem Autoradio gehört werden. Ohne Kabel, ohne Bastelei. Perfekt für alle, die ihren iPod auch im Auto dudeln lassen möchten.
Ich bin immer noch völlig perplex: Seit Jahrzehnten wird in der Schweiz wieder einmal ein Gesetz(esartikel?) gekippt? Ja wo gibt's denn das noch? Sonst produzieren die Herren Juristen doch jährlich unzählige Kilos neuer Verordnungen und Reglementierungen ...
Labels: iPod
Freitag, März 03, 2006
Google Earth und Panther
Unglaublich, aber wahr: Ein Grund weniger, von einem (gut funktionierendem) Panther auf Tiger zu wechseln. Nach über zwei Monaten bangen Wartens haben Googles Mac-Ingenieure (endlich) herausgefunden, wieso Google Earth nicht unter Mac OS X 10.3, umgangssprachlich Panther, funktionierte:
Google Earth - System Requirements
Obacht. Ab jetzt wird euch auch von eMeidi in das Schlafzimmer geschaut!
Dank: Kollege Burgdorfer.
Donnerstag, März 02, 2006
Daruds Communiqué
Nun also spiele ich wegen gehäuften Anfragen für Kollege Darud den Verlautbarer, da ausser mir niemand über seine berufliche "Neuorientierung" informiert worden zu sein scheint:
Seit dem 1. März 2006 arbeitet er in Alterswil bei der Audi-Garage Marcel Brügger.
Ob er nun von Weiss-Blau zu den olympischen Ringen wechseln wird, konnte er mir im persönlichen Gespräch am Montag-Abend, 27. Februar 2006, (noch) nicht sagen. Viel Erfolg!
Donnerstag, März 02, 2006
Metrosexuelle
Soeben im Chat mit einer tschechischen Kollegin (von mir ins Deutsche übersetzt):
Mario: Was hälst du eigentlich von Metrosexuellen?
Marie: Ich traue keinem Mann, der mehr Kosmetika besitzt als ich.
Schenkelklopfer!
Donnerstag, März 02, 2006
Partyguide lernt
Der Zufall will es, dass auf meinen letzten Partyguide-Artikel von gestern Nacht gleich noch mal einer folgt. Keine Angst! Da kein Mensch ein zweifaches Bashing pro Tag erträgt, hier für einmal ein Lob. Aber begründet.
Nach dem Motto: "Und sie dreht sich doch!" kommt Bewegung in die Sache. In meinem Artikel Effiziente Web-Projekte anhand von Partyguide, Teil 2 habe ich die performance-intensive Generierung des "Pie Charts" kritisert. Das Kuchendiagramm, das bei jedem Seitenaufruf serverseitig mit PHP/GDlib neu generiert wird, war mir ein Dorn im Auge:
Abgesehen von zu langen Fliesskommazahlen stellt sich mir die viel brennendere Frage, ob man diese Kuchendiagramme wirklich bei jedem Aufruf dynamisch generieren sollte? Wäre es performance-mässig nicht deutlich intelligenter, auf eine statische Grafik zu verweisen?
Dies ist ohne weiteres machbar - und würde den Web-Server entlasten. Anstelle ein PHP-Script aufzurufen, dies durch den PHP-Parser zu jagen, die GDlib (oder was für eine Grafik-Bibliothek auch immer bei Partyguide im Einsatz steht) zu starten, das Bild zusammenzusetzen und die Binärdaten zum Client zu senden, würde es ausreichen, wenn Apache ein im Filesystem liegendes GIF oder PNG an den Browser zurücksenden zu lassen.
In - sagen wir - 80% der Fälle ist es nämlich gar nicht nötig, das Bild neu zu berechnen, weil das Profil keine neuen Bewertungen erhalten hat. Zudem verändern sich die Diagramme von Accounts mit sehr vielen Bewertungen auch weniger rasch - wenn zu 1000 Bewertungen eine weitere dazu kommt, bedeutet dies Änderungen im Promillebereich, die bei einer derart kleinen Grafik kaum zu erkennen wäre.
Heute nun habe ich per Zufall bemerkt, dass das Diagramm ausgewechselt wurde:
Zwar nicht wie von mir vorgeschlagen durch eine statische Version (s. Zitat aus meinem früheren Artikel), sondern durch ein Flash-Kuchendiagramm. Heureka! Es tut sich was.
Es freut mich natürlich primär einmal, dass man die grauen Hirnzellen angestrengt hat und eine einfallsreiche Lösung entwickelt hat, die mich positiv überrascht! Obwohl ich kein Freund von Flash bin, muss ich den Entwicklern attestieren: Ziel erfüllt. Die Prozessoren der Server werden es euch danken. Denn neu wird die Grafik rein clientseitig generiert, also nur noch die CPUs der Benutzer in Anspruch genommen.
Ich freue mich, in nächster Zeit weitere Detailverbesserungen entdecken zu dürfen. Nun scheint ein Profi am Werk zu sein, der sein Handwerk versteht.
Labels: Partyguide
Donnerstag, März 02, 2006
Partyguide: Suche ich halt selber ...
Um auf meine früheren Partyguide-Bashings zurückzukommen: Ein weiterer Hinweis, wie schitter die PHP-Programmierung wirklich ist, liefert mein klitzekleiner Hack, den ich letzten Samstag per Zufall entdeckt habe.
Anscheinend unterscheiden die Entwickler dort nicht zwischen POST- und GET-Variablen. Deshalb ist es mir möglich, die (ursprüngliche) mittels POST-getätigte Suche auch mit GET-Variablen zu tunen. Ich befürchte fast, dass die Partyguide-Devs sogar noch Register Globals aktiviert haben ... *pfffrt*
Der Stein des Anstosses: Die Personen-Suche, mit der man Mitglieder der Community nach bestimmten Kriterien (Geschlecht, Alter, Wohnort, Kanton ...) suchen kann.
Komischerweise kann man als "Land" nur CH, D, A, F und LI auswählen, obwohl bei Profilen auch unzählige andere Herkunftsländer erfasst werden. Ist der Programmierer da aus dem Code nicht mehr schlau geworden? Hatte er durch die Überstunden, die für die Wartung des chaotischen Codes daraufgehen, schlicht keine Zeit mehr, weitere Länder in die Liste einzufügen? Wir wissen es nicht. Aber zum Glück gibt es ja mich:
- Suche Schwedinnen, wohnhaft im Kanton Bern, mit Foto
- Suche Türkinnen, wohnhaft im Kanton Bern, mit Foto
- Suche Amerikanerinnen, wohnhaft im Kanton Bern, mit Foto
Wer in einem anderen Kanton suchen will, ersetzt das Kürzel der GET-Variable 'kanton' mit dem entsprechenden Kantons-Kennzeichen. Wer gesamtschweizerisch suchen will, löscht die GET-Variable 'kanton' einfach. Für das Länderkürzel schaut man am Besten in eines der Profile hinein - oder zieht die Liste der Country Data Codes als Merkhilfe bei.
Gratulation, Jungs! Anstatt neuer Server solltet ihr euch wirklich mal hinter ein Re-Design und Re-Code setzen. Als Coder empfehle ich euch Bitflux und bytezh (Macher von Slug). Gerade letzterer zeigt tagtäglich, wie man performante Applikationen (Abchecken/Einsammeln von unzähligen Blogs aus der Schweiz im Minutentakt) effizient löst. Und das Design ist schlicht, aber genial - und funktionell.
Labels: Partyguide
Donnerstag, März 02, 2006
Poulet des Tages II
Mit dem An- und Abflauen der Vogelgrippe hat auch der Vater meiner Freundin immer wieder periodisch Einsätze für die Medien zu bestreiten. So gab er letzte Woche nach vier Monaten Funkstille wieder einmal Auskunft. Dieses Mal für das Publikum des Rendez-Vous am Mittag auf DRS1, wo auch endlich einmal sein (temporär verschnupfter) St. Galler-Dialekt zum Tragen kam (in Presse-Erzeugnissen ist das ja schlecht möglich):
Kontrollen an Schweizer Grenze werden nicht verschärft (erfordert RealPlayer)
Donnerstag, März 02, 2006
Grounding: Empfehlenswert
Heute Abend habe ich mir mit Kollege Ritz die Schweizerische Produktion Grounding angeschaut.
Rating
Im Gegensatz zu Achtung, Fertig, Charlie ein wirklich gelungenes Stück! Der Film ist handwerklich sehr gut gemacht (Lieblingssujet der Filmer: Corti am Fenster ...), aber auch Inhalt und Dramaturgie, wie natürlich auch der teuflische Ospel, perfekt gespielt. Die Zuschauer entwickeln einen richtigen Hass auf den UBS-Chef, wobei ich mir den bündnerisch? angehauchten Finanzchef lieber hätte vornehmen wollen, würde ich ihm in einer dunklen Gasse begegnen.
Der Soundtrack gefiel mir auch sehr gut - natürlich Züri Wests "Toucher" am Schluss, klar, das aber gab bei mir als bernisch sozialisiertem Jugendlichen nicht den Ausschlag: Dieses eine Musikstück, das während angespannten Situationen gespielt wird, ist der Hammer. Sollte der "Score" mal erschienen, werde ich mir ihn kaufen. Wie übrigens auch die DVD, keine Frage.
Die einheimische Filmzunft scheint also (doch noch) etwas auf dem Kasten zu haben. Ich hoffe, dass die Filmförderung diesen Erfolg (272'649 Zuschauer in den ersten fünf Wochen) auch dementsprechend "belohnt". Wir brauchen in der Schweiz mehr von dieser Sorte Film!
Fehler
Zwei Dinge sind mir aufgefallen:
- "Maitre de Cabine" - Zwei Swissair-Angestellte (Corti? Ich weiss es nicht mehr) unterhalten sich im Terminal in Zürich-Kloten und lassen den Begriff "Maitre de Cabine" fallen. Intern benutzt man dafür aber die Abkürzung "MC" (Em-Ce, auf Deutsch).
- Gleiche Crews - Im Gegensatz zum Film, wo wohl aus dramaturgischen Zwecken immer dieselbe Crew (Pilot/Kopilot sowie restliches Kabinenpersonal) unterwegs waren, gibt es heutzutage die Rotation. D.h. man ist kaum jemals wieder mit denselben Personen auf dem Flug, ausser man wünscht dies explizit. Selbst dann kann man nur eine Person wählen, mit der man gerne zusammen fliegen möchte.
Interessantes
Kollege Ritz, selbst bei Swiss als Flight-Attendant tätig, hat sofort erkannt, dass es sich bei der blonden Mutter und Swissair-Angestellten um eine MC gehandelt hat - anhand der vier Streifen an ihrem Kostüm. Auf solche Details wiederum habe ich mich kaum geachtet ... aber Recht hat er natürlich.
Ospel is Evil
Naja. Der normale Kinogänger wird hoffentlich das Gezeigte nicht 1:1 auf die Realität übertragen. Wenn auch Ospel diabolisch daherkommt - die Swissair, ihre Leitung und deren Verwaltungsrat, hätten sieben Jahre Zeit gehabt, genau solche "Torschlusspanik" zu vermeiden. Aber wenn es dann eben schlussendlich nur noch um Tage oder gar nur Stunden geht, kann halt jemand, der nicht gerade spurt, fatale Auswirkungen haben. Selber Schuld. Seien Sie beruhigt, Herr Ospel: Mit diesen Überlegungen ist auch die Produktion einer "richtigen" Doku hinfällig.
Staatseingriff?
Ich bin immer noch der Meinung, dass der Staat unter den genannten Bedingungen nicht hätte eingreifen sollen. Ausser man hätte man die Swissair seit Anbeginn weg als Staatsunternehmen betrieben. In einem solch' marktwirtschaftlichen Umfeld wäre es schlicht und ergreifend an der Privatwirtschaft gelegen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen.
Die ganze Tragödie zeigt aber eines auf: Das totale Versagen von Politik und Wirtschaft. Dies ist - wie im Film von einem CVP-Nationalrat postuliert - eine Peinlichkeit sondergleichen. Für was haben die Leute eine teure Ausbildung hinter sich, verdienen Millionen (resp. Bundesräte 400'000 SFr.) pro Jahr und leiten Grosskonzerne mit Tausenden von Mitarbeitern, wenn sie in solchen Ausnahmesituationen komplett versagen? Sind die nur fähig, gut funktionierende Konzerne zu leiten?
Abgewürgt
Rein auf Grundlage des Films würde ich behaupten, dass die Swissair ihrem Ende zugeführt wurde. Es war die einfachste Methode, dieses Konglomerat zu liquidieren und einen Neuanfang zu wagen. Ich persönlich hätte auch lieber reinen Tisch gemacht, als weitere Monate an der eierlegenden Wollmilchsau Swissair herumzudökterlen. Also ein pragmatischer Entscheid, den ich doch anerkennen möchte, wenn er wohl hinterhältig gefällt wurde.
Als man aber reinen Tisch gemacht hatte, wurde ein weiterer Fehler begannen: Als die Karten neu zu verteilen und sich länger als einige Minuten Gedanken zu machen, griff man beim nächstbesten Konzept zu. Hier wäre ein längeres Brainstorming nötig gewesen, das viele Stimmen berücksichtig hätte. Wenn man schon neu anfängt, dann bitte wohlüberlegt. Die Geschichte hat gezeigt, dass auch die Swiss nicht unbedingt viel aus dem Swissair-Debakel gelernt hat.
Der kleine Junge
Passt mir auf, dass der traumatisierte Bursche nicht in zwielichtige Kreise abrutscht: Zuerst bekifft sich der zarte Jüngling zusammen mit seinem Kollegen in der heimischen Wohnung beim Playstation-Spiel, während seine alleinerziehende Mutter als Maitre de Cabine in der Weltgeschichte herumdüst. Kurze Zeit später wird er von seiner (verfrüht) zurückkehrenden Mutter überrascht, als er sich mit seinem besten Kollegen einen Porno-Film zu Gemüte führt. Dann schlägt sein künftiger? Stiefvater an 9/11 im Vollsuff die Balkontüre zur Wohnung derselben Frau ein, obwohl er den Schlüssel in der Tasche hat - und verblutet dabei fast. Schlussendlich stirbt am Tag des Groundings auch noch der selbsternannte Grosspapi des Jungen, ein SAir-Techniker-Veteran, weil er den Stress am Flughafen mit Geld-abheben nicht mehr erträgt.
Dennoch scheint der Junge tatsächlich die Aufnahmeprüfung ans Gymnasium hingekriegt zu haben (die Mutter erwähnt es am Rande). So eine "Meisterleistung" ist meiner Meinung heutzutage nur in Ausnahmefällen möglich - wer hat den mit dem Burschen Aufgaben gemacht? Die Mutter ja kaum, die primär einmal Geld verdienen muss ...












