Montag, 8. Januar 2007

Die dunkle Seite der Party-Photographie

Partyguide hat es wieder einmal in die Qualitäts-Zeitschrift 20 Minuten geschafft – die Nachricht wird dem „Marketingverantwortlichen“ wohl aber schlaflose Nächte bereiten (schreibt ihr dem Arbeitgeber des fehlbaren Photographen auch so einen schicken Brief, gezeichnet mit „hochachtungsvoll“?) …

Partyfotograf (25) lichtete 14-Jährige für Erotiksites ab

Auf seinen Fototouren durchs Nachtleben suchte ein Ostschweizer Partyfotograf nach ganz jungen Mädchen für Erotikbilder. […]

Quelle: Partyfotograf (25) lichtete 14-Jährige für Erotiksites ab
Dank: Simon & Matthias (S. schlägt M. um 3 Minuten – gut gemacht, Jungs, weiter so *smile*) … Nachtrag: Dank auch an Bruder Sandro sowie Kollege Christian (auch hier ein Kopf-An-Kopf-Rennen – etwa 3 Minuten trennen die beiden Kontrahenten) … Nachtrag: Nun ist wohl auch Kollege Zgraggen auf dem Heimweg und liest Gratis-Zeitungen *smile*

Wer nun aber ein Partyguide-Bashing erwartet hat, ist hier fehl am Platz. Nicht etwa, weil ich mittlerweile Angst vor Jason und seinen Argonauten und ihren Strafanzeigen bekommen habe, sondern weil so etwas genau so gut auch bei Tilllate, Lautundspitz, Usgang, Liidahun (oder wie sie alle heissen) passieren kann (okey, die letzte Erwähnung war ein Joke).

Ich befürchte, dass die „Arbeitgeber“ (in Cash bezahlt werden die Photographen in der Regel ja nicht) hier kaum etwas unternehmen können: Das Privatleben von Photographen zu kontrollieren wäre äusserst fragwürdig und personell kaum machbar. Einzig könnte man sich überlegen, Photographen immer nur mindestens zu zweit ausrücken zu lassen, damit eine gewisse Kontrolle besteht. Oder ein ganz ausgefallener Vorschlag: Lasst nur noch weibliche Photographinnen ran ;-)

Doch auch das verhindert nicht, dass ein Photograph mit umgehängten Badge nicht nur Photos schiesst, sondern auch mit dem anderen Geschlecht flirtet. Grundsätzlich ist so etwas ja auch nicht verwerflich – ausser die Person ist minderjährig (Zwischenfrage: Was hat diese dann aber überhaupt an einer Party zu suchen? Das müsste der Veranstalter erklären. Wäre dies geschehen, kämen als nächstes die Eltern in den Zeugenstand. Denn auch diese sollten eine gewisse Verantwortung für ihre Schützlinge übernehmen)

Der Fehler

[…] Aufgrund einer sexuellen Beziehung, die er mit einem damals 15-jährigen Model hatte, wurde der Mann am Donnerstag verhaftet.

Jetzt wird’s eng für den Casanova – Art. 183 StGB scheint ihm unbekannt zu sein. Falls man den Typen wegen den Bildli nicht verurteilen kann, so kommt er spätestens hier in Erklärungsnot.

Man darf sich aber keine Illusionen machen – als Photograph im Nachtleben steht man rasch im Mittelpunkt und findet Zugang zum anderen Geschlecht. Ich glaube nicht, dass er der erste und letzte Photograph war, der nach einer durchzechten Nacht die Kamera bei Seite legte (komisch, dass er das nicht auch gleich „verwertet“ hat …) und noch eine Weile nicht „einschlafen“ konnte.

Schwarz und Weiss?

Einige werden von Photographen mit zwielichtigen Beweggründen ausgenutzt und verführt, andere lichten sich freiwillig in solchen Posen ab und stellen sich ins Internet. Ein kurzer Partyguide-Streifzug bringt in Sekundenschnelle nicht weniger fragwürdige Bilder zu Tage (zugänglich für alle registrierten Partyguide-Benutzer):

Quelle: caermlaeee (Jg. 1990)

Um die monatlichen Miss-Wahlen zu gewinnen legen sich einige Minderjährige mächtig ins Zeug! Wenn das deren Eltern wüssten? Beileibe kein Einzelfall – aus meiner Sicht ebenso fragwürdig wie „Model-Shootings“ mit Minderjährigen.

Ich frage mich zuweilen, wo denn die Grenze zu ziehen ist – wie stark unterscheidet sich z.B. Musikstar (Unterton: „Ich mache dich berühmt, beliebt und reich!“) von bösen Model-Photographen? Beide nutzen Jugendliche auf voyeuristische Art aus, um Profit zu generieren, ohne dass sich die Opfer über alle möglichen Folgen ihrer Taten wirklich im Klaren sind.

Nachtrag

Partyguide nimmt Stellung

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Labels: Allgemein

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