Montag, 22. Januar 2007

Kalifornien 2007: Auf den Strassen von LA

Gegen Ende des vierten Tages hier einige Erkenntnisse über den Privatverkehr in Los Angeles:

  • Google Maps für die vorgängige Planung eines Trips, der Thomas Guide als Nachschlagewerk für unterwegs sind zwei unverzichtbare Dinge. Die „Stadt“ ist einfach zu gross, als dass man jeden Strassennamen kennen könnte und intuitiv die richtigen Verbindungen zu einem Ziel fände.
  • Neben der ein- bis dreistelligen Strassennummer merkt man sich zudem auch deren Himmelsrichtung. Beispiel: 405N (= North). Wer Los Angeles besucht, muss auf dieser Strecke mindestens einmal im Stau gestanden haben – rein nur der Erfahrung wegen.
  • „Ped Xing“ steht manchmal in grossen, weissen Lettern auf dem Teerbelag. Nach einigem Überlegen war klar, was damit gemeint ist: „Pedestrians Crossing“. Autofahrer, öffnet eure Augen!
  • Auf den Freeways hält sich der Eingeborene grundsätzlich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen.
  • Es gibt kein Rechtsüberholverbot. Eine besondere Gattung des hiesigen Homo Automobiliensis hat es sich zur Spezialität gemacht, mit hoher Geschwindigkeit zwischen Lücken in allen Spuren hindurchzuschlüpfen. Sieht nicht nur gefährlich aus, ist es auch.
  • Die nur mit viel Bremskraft zu meisternde Autobahnausfahrt in Kiesen (Motto: „Von Hundert auf Null“) ist im Vergleich zu hier angetroffenen Varianten geradezu heilig.
  • Bisher habe ich am Strassenrand nur Überreste aus Auffahrunfällen gesehen – eingedrückte Motorhauben zeugen davon, dass man es mit dem Abstand zwischen den Fahrzeugen nicht so genau hält. Übrigens: Der Seitenblick vor Spurwechseln schont Nerven, Selbstbehalte und rettet Menschenleben. Und zwar täglich.
  • Auch am Strassenrand liegen bleiben alte Karozzen. Lustigerweise erinnere ich mich jetzt gerade nur an einen weissen „Beemer“ älterer Bauart, der mit geöffneter Motorhaube und einem besorgt dreinblickenden Afroamerikaner (im Polo-Shirt) auf die Pannenhilfe wartete.
  • Parkieren ist in LA relativ simpel. Wer nicht gerade in Downtown unterwegs ist, findet in den Aussenquartieren genügend freie Parkplätze. Wichtig: Roter Randstein signalisiert ein Parkverbot (normalerweise in der Nähe von den Kreuzungen und von Hydranten). Schilder weisen zudem darauf hin, dass das Parkieren an gewissen Wochentagen und -stunden nicht erlaubt ist – dann wird nämlich die Strasse gesäubert und nachlässige Parkierer gebüsst.
  • Bei Rotlicht darf man rechts abbiegen – sofern kein Auto herannaht.
  • Kiis FM – zur musikalischen Unterhaltung während öden Fahrten.
  • ÖV ist praktisch inexistent. Dennoch habe ich es geschafft, von Santa Monica nach Venice zu fahren – im Bus. Dort sitzen normalerweise alte Leute (Pensionäre?) und andere Gestalten (tun einem nichts zuleibe). Übrigens: Wer schwarz fährt und erwischt wird, zahlt 250USD Strafe und muss vierzig Tage gemeinnützigen Dienst verrichten.

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Labels: Allgemein

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