Dienstag, März 27, 2007

Der Fall Benbit (geht weiter)

Beni ist sauer, weil ich in meinem Blog-Artikel en direct du Blogcamp Hinweise auf seine Identität geliefert habe. Es brauchte darauf nicht mehr lange, bis andere Blog-Leser die angebotene Spur aufnahmen (Unique Avalaon, Bloggin' chm, BlogCampSwitzerland: der Nachmittag etc.) und weiter herumspürten. Rasch war klar, wer sich namentlich hinter benbit verbirgt, wie er aussieht und wo er arbeitet.

Nun ist es ihm nicht mehr ganz wohl in seiner Haut und kündet drakonische Massnahmen ("Ultimatum") an:

Ich musste diesen Vortrag anonym halten, weil ich es mir nicht erlauben kann, dass zwischen benbit und meiner Person ein Zusammenhang hergestellt werden kann. Aus einem Missgeschick von mir falckerte kurz meine persönlich Emailadresse auf…

Nun finden es einige besonders witzig, meinen Namen in Ihrem Blogs zu veröffentlichen.

Sollte bis morgen Abend (26.03.07) um 18:00 Uhr auf den betroffen Websites diese Einträge nicht verschwunden sein, werde ich meine Konsequenzen ziehen. Was für Konsequenzen das sind, möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten.

Quelle: Ultimatum!

Wie bereits in seinem Vortrag am Blogcamp bleibt er in den relevanten Punkten äusserst vage. Das scheint Programm zu sein.

think eMeidi findet: Die PR-Maschinerie Benbit läuft wie geschmiert. Wer öffentlich einen Vortrag hält und seine Identität mit Käppi und Brille zu verstecken glaubt, muss damit rechnen, dass findige Zeitgenossen Nachforschungen anstellen. Dass dies hier äusserst simpel war, ist einerseits auf den bei SWITCH registrierten Domainnamen zurückzuführen (Junge, wir kommen allesamt aus der IT-Szene, da wird man wohl noch WHOIS kennen, oder?!), andererseits auf die Nachlässigkeit des Präsentierenden, der blöderweise mit seinem Account auf Google.com eingeloggt war.

Ratschlag

Käppi und Sonnenbrille sind cool (diverse Fotos belegen das leicht anrüchige Ambiente, dass du damit heraufbeschworen hast), die kann man lassen. Das nächste Mal rate ich aber zu folgenden zwei Massnahmen:

  • Blog via Blogspot. Der Server steht im Ausland, persönliche Angaben müssen keine angegeben resp. können ohne Probleme gefälscht werden.
  • Präsentationsaccount unter Windows. Neutraler Hintergrund, kein überfüllter Desktop, keine History im Browser (Speicherung von Formulareingaben; bspw. bei Google). Nichts, was einem peinlich werden könnte oder Rückschlüsse auf die Identität erlaubt.

Script Kiddie

Was den technischen Aspekt angeht, hat Christian Stocker meines Erachtens alles schon gesagt:

While he's completely right that XSS is a dangerously underrated security issue and should be taken much more seriously (we blogged about it more than 2 years ago), his tone, arrogance ("at least one third in here will hate me now") and technical half-knowledge was none the less a little bit annoying.

Quelle: The first blogcamp Switzerland

Ungeklärtes

Zwei Dinge kamen mir am Vortrag quer rein:

  • Google habe seinen Cache derart gesäubert, dass benbit virtuell nicht mehr existiert. Kommt mir spanisch vor. Hat ein milliardenschweres Unternehmen die Musse und Zeit, ein kleines Blog aus dem Gedächtnis des Cyberspace zu tilgen? Meine Vermutung, dass er in seiner robots.txt dem Googlebot die Indexierung verbietet, erweist sich als falsch.
  • Dann wäre da noch dieses ominöse Cookie, dass angeblich die Zürcher Verkehrsbetriebe bereits setzen, als der Surfer nach diesem Betrieb gegoogelt hat und noch auf Google weilt. Wie bereits ein versierter Teilnehmer während des Vortrags bemerkte, ist dieses Verhalten - wenn überhaupt - wohl auf einen in Firefox eingebauten Prefetch zurückzuführen.

Komisch ...

Kurz

Benbit, der Zauberlehrling. Viel heisse Luft, viel Geschrei, nicht annähernd so viel dahinter. Zurück hinter die Bücher, Harry Potter!

Breaking News

Beni schreibt das nächste fulminante Kapitel und verabschiedet sich aus der Blogosphäre. Natürlich nicht nachdenklich und leise, sondern mit einem Feuerwerk von Todesanzeige:

[...] Die Konsequenz ist, dass ich mich per sofort aus der Blogospähre abmelden. Benbit ist gestorben. [...]

Quelle: Abschiedsbrief

Beni, Danke für die kurzweilige Zeit mit dir. Der Vortrag war gut und hat (wieder einmal) bewiesen, dass beim Entwickeln von Web-Sites höllisch aufgepasst werden muss.

PS: In Wahrheit legt er sich in diesem Moment ein Alter Ego zu und wird schon bald wieder - unter neuem Namen und noch anonymer - auf die Jagd nach XSS-Lücken gehen.

12 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Kommentare

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Anonymous Anonym um 27.03.2007 09:00:00 Uhr

benedikt leidet wohl noch unter pupertären nachwirkungen ;-) also echt, wer wirklich anonym bleiben will, muss dass professionell angehen, gerade in der it-branche. ein "whois" können sogar nicht-it-experten durchführen und "schwupp" ist er schon entlarvt. also ich schätze dass auch mehr als pr-gag ein. mit "ich will anonym bleiben" hat dass nichts zu tun.

Anonymous Anonym um 27.03.2007 10:15:00 Uhr

übrigens: benedikt hält wohl von sich selber auch nicht viel. der titel seines blog auf blog.benbit.ch: "ein sinnloser Blog mehr auf dieser Welt". gut, vielleicht wusste er nicht, wie den standardtext von wordpress zu verändern ;-)

Anonymous Hui um 27.03.2007 12:53:00 Uhr

Der Name scheint ja nicht wirklich soooo unbekannt zu sein:

Eintrag vom 22.9.06
http://test.hive.spreadshirt.net/index.php?view=river&lang=&a=40&c=&t=&s=32

Anonymous Anonym um 27.03.2007 13:07:00 Uhr

Im "Blick" mit Name und Link zum Blog erwähnt zu werden, stört "Benbit" offensichtlich auch nicht: http://www.blick.ch/showbiz/artikel47891.

Anonymous Anonym um 27.03.2007 14:35:00 Uhr

Windows-Benutzer? Script Kiddie, definitiv!

Anonymous fred um 27.03.2007 19:46:00 Uhr

äuä e huere nase da Siech

Blogger eMeidi um 27.03.2007 22:49:00 Uhr

Windows-Benutzer? Script Kiddie, definitiv!

Dasselbe habe ich auch gedacht - handelt es sich beim auf dem Screenshot gezeigten Betriebssystem nicht gar um Windows Media Center Edition? *schauder*

Blogger eMeidi um 27.03.2007 22:52:00 Uhr

Vielen Dank an den Anonymus, welcher mir den Scoop hier erm�glicht. Habe gerade bei Technorati geschaut, da steht noch nicht viel drin. Lediglich Benedikt Bitzi hatte es schon gebloggt, den Eintrag aber wieder entfernt, offenbar um seinen Informanten zu sch�tzen (wer sich beeilt: ist bei Technorati noch im cache

Quelle: OpenBC kriegt neuen Namen…: Xing. Vermutlich… seeehr wahrscheinlich…

Im eigentlichen Blog-Artikel liest sich dann nur noch "blog.bendit.ch" - ich nehme an, dass Beni damals auch hier wegen Namensnennung interveniert hat.

Anonymous Anonym um 28.03.2007 07:59:00 Uhr

Wer einen Mirror von blog.benbit.ch benötigt, bitte hier melden, ein paar Seiten konnten wenigstens inhaltlich gerettet werden!

Anonymous Anonym um 28.03.2007 19:40:00 Uhr

Tja so schnell kanns gehen.

Nur irgndwie ist der komplette Blog gelöscht bzw. nicht erreichbar (einen schönen 403er erhält man).

Ein mirror wäre toll

Anonymous Anonym um 28.03.2007 22:41:00 Uhr

Wir können gerne einen Mirror einrichten. Wer Speicherplatz dafür hat, kann sich hier melden!

Anonymous Paul um 05.04.2007 21:46:00 Uhr

Es heißt "das Weblog" und nicht 'der' Weblog.

Das Weblog! Das Das Das Weblog!

Hergott, wann lernt ihr das denn endlich mal?!?

MfG
Paul