Samstag, April 14, 2007

Bandbreiten-Sünder bestrafen?


Traffic Records Pt. II
Originally uploaded by emeidi.

AN article in PC Magazine last week revealed that customers across the country have received letters from Comcast warning them to limit their bandwidth consumption or face a one-year termination of service.

Quelle: Say Good Night, Bandwidth Hog

Derzeitige Angebote überdenken

Könnte eine solche Regelung auch flächendeckend von schweizerischen ISPs eingeführt werden? Ich bin der Idee - trotz meines exzessiven Downloadverhaltens - nicht von vornherein abgeneigt: In dieser Angelegenheit vertrete ich (für einmal) den ur-liberalen Ansatz, dass jeder für den von ihm verursachten Mist auch dementsprechend zur Kasse gebeten wird. (Alternative: Wenig-Surfer werden belohnt)

Wenn als jemand meint, er könne sich den Kauf von Film-DVDs sparen, indem er jeden Monat dutzende gerippte Versionen aus dem Netz lädt - nun gut. Für solche Leute habe ich echt kein Verständnis: Der PC läuft nonstopp (Stromkosten), die Internet-Leitung wird konstant ausgenutzt, Filme werden auf CD-Rohlinge gebrannt (Kostet ja auch einige Rappen), mit Filzstift beschriftet und in einem hässlichen Sichtmäppchen aufbewahrt. Wenn man Pech hat, muss man in der Mitte des Films auch noch die CD wechseln - Jungs, der Aufwand wäre mir schlicht zu gross! Ich bestelle lieber die schöne Box bei Ex Libris und geniesse den Film dann in der gesparten Zeit.

Ich kann jedenfalls gut nachvollziehen, dass der ISP nicht wirklich ein Interesse daran hat, seinen Kunden den Gang zu City Disc & Co. zu ersparen. Sonst könnten Cablecom & Co. ja gleich DVD-Gutscheine mit ihren Breitband-Abos bündeln ...

Wenn schon, dann aber ...

Falls ein hiesiger Anbieter mit dem Gedanken spielt, Comcasts Beispiel zu folgen, hier meine Wünsche:

Der ISP muss mir klar kommunizieren, wieviel Traffic ich im Monat verursachen darf (bspw. 20GB/Monat) und b) die Möglichkeit geben, das von mir verbrauchte Volumen in Echtzeit überprüfen zu können (mittels einer zugangsgeschützten Web-Site). Hierzu zählt c) auch eine Warnung per E-Mail und SMS (bei einem Mehrpersonen-Haushalt am besten an mehrere E-Mail-Adressen und Handys), sobald ich meine Limite überschritten habe. Der Preis für jedes weitere Gigabyte an übertragenen Daten ist fix festgelegt und sollte nicht überrissen sein (tatsächliche Kosten plus Verwaltungsaufwand für die Messinfrastruktur).

Im Gegenzug fordere ich aber die höchstmögliche Net Neutrality - d.h. Cablecom drosselt mir VoIP- oder sonstigen Traffic auf gar keinen Fall.

Fehler der letzten Jahre - selber schuld!

Wer kennt sie nicht, die öden Bluewin Werbungen, die unzählige Male über unsere Bildschirme geflimmert sind? Im Mittelpunkt stand immer die Geschwindigkeit des Angebots. Würde es jemanden erstaunen, wenn ein Strassenflitzer in der Werbung immer mit seiner fantastischen PS-Zahl und seiner "Von-Null-Auf-Hundert"-Kennfziffer beworben würde und die Käufer die versprochenen Eigenschaften dann auch ausprobierten?

Die Misere haben sich die ISPs vermutlich selbst zuzuschreiben: Wer mit hohen MBit/s-Werten um sich herumwirft und gleichzeitig nichts von Trafficbeschränkung wissen will, muss den Exzess der Nutzer wohl oder übel ertragen. Für was anderes als Downloads soll die Geschwindigkeitssteigerungen der letzten Jahre sonst gut gewesen sein?

Status Quo

Amen. Ich geh gleich mal schauen, was mein Bittorrent-Download macht ...

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Kommentare

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Anonymous Chris um 14.04.2007 15:17:00 Uhr

CC hat die Drosselung von BT Traffic ja indirekt zugegeben.

Anonymous Anonym um 14.04.2007 17:17:00 Uhr

Inwiefern drosselt Cablecom BitTorrent-Traffic? Ist mir bislang jedenfalls nicht aufgefallen, je nach Tracker und Torrent kann ich die vollen 10 Mbit/s ausnutzen…

Anonymous chris um 14.04.2007 22:55:00 Uhr

Ich merke auch nichts bei meinen Tests, aber es gibt ein Mail von CC Support, das wie es scheint echt (Bestätigung im Forum) ist. Hab bei mir einen Eintrag darüber. Bleiben wir dran

Anonymous Marco um 15.04.2007 11:50:00 Uhr

Hallo Zusammen

ich arbeitete vor rund einem Jahr noch bei einem ISP in der Region Basel im Bereich Calbe-Internet.

So wir hatten damals zwei typen von Angeboten:
Unlimitierte Angebote (Flat)
Begrenzte Angebote --> Zur erst hatte man bis zu einer gewissen Datenmenge eine schnelle Leitung und anschliessend wurde die Bandbreite generell reduziert. Mit Kabelmodems kann man solche Sachen sehr einfach machen.

Wie auch immer, diese Abos waren bei den Kunden sehr beliebt. Zu dem Zeitpunk vor dem Geschwindigkeitsreset (bei 90% und bei 100%) wurde dem Kunden eine Informail an seine Hauptadresse gesendet (auch bei Mehrpersonenhaushalten).

Das Problem lag daran dass z.B. der Sohn "saugte" und der Vater seine E-Mails nur alle zwei Wochen abfragte und dann prompt die Reklamation kam.

Eine Etchzeitstatistik (ok etwa 5 Minuten verschoben) gab es aber wurde fast nie genutzt....

Die Idee wäre gut, aber ebben es muss hald klar an alle kommuniziert werden. Wie der aktuelle Status ist, weiss ich nicht, ich bin nicht mehr dort, aber ich denke es ist immer noch das selbe...


Solche "du hast 4GB und alles mehr zahlst du" hatten wir auch, aber zum Glück wurden die nicht mehr weiter verkauft. Es ist bzw. war ein risen Verwaltungsaufwand und die Kunden verweigerten oft die zustäzliche Zahlung.
Fazit: Der Kunde will Internet schnell und günstig, alles andere interessiert ihn (leider) nicht.

Marco

Anonymous Cablecomsurfer um 17.04.2007 15:10:00 Uhr

Ein cablemodem.ch Forum Nutzer und hispeed Kunde von Cablecom hat auf seine Anfrage betreffend Traffic-Shaping eine eindeutige Antwort erhalten. "Im Cablecom-Netz wird Filesharing/P2P limitiert" antwortete ein Mitarbeiter von Cablecom Customer Care und begründete den Einsatz des Verfahrens wie folgt: "Damit alle Kunden auch zu Spitzenzeiten Realtime-Applikationen wie E-Mail, Gamen, MSN, Chatten, Surfen und Streamen ohne Qualitätsprobleme benutzen können, werden nicht-zeitkritische Applikationen (insbesondere vorerst mal Filesharing/P2P) niedrig priorisiert."

Quelle: http://www.cablemodem.ch

Anonymous Anonym um 18.04.2007 17:15:00 Uhr

Die Aussagen über Zeitverschwendung der Filme-Downloader ist etwas übertrieben, im Gegenteil: Genau diese Vielsauger sind diejenigen mit SAN und Fileserver (der sowieso 24/7 lauft) auf den jeder Film mit einem einzelen Mausklick flutscht und dann vom Wohnzimmer-Media Center aus ganz ohne einlegen einer Disk angekuckt werden kann.

Für diese ist der Kauf einer echten DVD deutlich mehr Aufwand ;)

Zitierungen dieses Artikels