Dienstag, 1. Mai 2007

Minarette verfassungsmässig verbieten?

Das Verbot von Moscheetürmen, von denen fünf Mal täglich zum Gebet aufgerufen werden könnte, soll in die Verfassung geschrieben werden.

Quelle: Initiative gegen Minarette

Dies wäre sicherlich nicht das erste Mal, dass Dinge in die Verfassung geschrieben würden, die dort eigentlich nicht hingehören … Aus meiner Sicht ist das ein Fall für die Raumplanung/das Baurecht (?). Da diese in gut-föderaler Manier 26 Mal existieren (Wettbewerb unter den Kantonen ist ganz sicher auch beim Bauen gesund!) wird wiederum schnell klar, wieso man die Schweizerische Verfassung für solchen Schabernack missbrauchen muss – die gilt nämlich für alle Kantone.

(Falls ich hier kompletten Müll erzähle, bitte ich juristisch versierte(re) Leser Korrekturen anzubringen).

Initiativitis

Die Parlamentswahlen 2007 nahen in grossen Schritten – ein Dummkopf, wer aus wahltaktischen Gründen nun keine Initiative startet, die irgendein Thema betrifft, dass die Gemüter erhitzt. Publizität garantiert – Wählerstimmen auch?

Beten für das Wankdorf

Wie erwartet hat die Ankündigung eines muslimischen Verbands im „Entwicklungsschwerpunkt Wankdorf“ eine Moschee und ein islamisches Museum zu bauen, umgehend Gegner auf den Plan gerufen:

Widerstand gegen Islam-Zentrum

Der Kommentar von Grossrat Hans-Ulrich Gränicher (SVP):

Ich habe natürlich sehr grossen Respekt vor dem Islam, aber man muss auch zur Kenntnis nehmen, dass wir in einer christlichen Gesellschaft leben. Das bedeutet, dass im ESP Wankdorf ein überregionales muslimisches Zentrum sicher keinen Platz hat. […] Ich gehe davon aus, dass mancher Investor überlegen wird, hier noch zu investieren, falls in der Nachbarschaft ein überregionales islamisches Zentrum steht.

Richtig. Damit ich und der Rest des so christlich angehauchten Landes wieder etwas mehr mit der Heiligen Schrift in Kontakt komme, habe ich mir gestern folgendes Buch bestellt:

John Shelby Spong: Die Sünden der Heiligen Schrift

Aus der Beschreibung:

[…] In der Bibel finden sich jedoch nicht nur Irrtümer und Widersprüche, sondern auch schreckliche und hasserfüllte Texte. Es gibt sie: die Sünden der „Heiligen Schrift“. Nicht minder wird die Bibel mit Berufung auf ihre Autorität als „Wort Gottes“ auch heute noch missbraucht. Krieg, Gewalttätigkeit, Unterdrückung von Minderheiten werden bis auf den Tag mit der Bibel gerechtfertigt. Christen, die andere zu Opfern machen, berufen sich auf sie. […]

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Labels: Politik

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