Montag, 4. Juni 2007

Wir Liberalen pfeifen auf unsere Grundsätze

In meinem Blog habe ich Herrn Bundesrat Blocher wohl noch nie zugestimmt, doch für einmal hat er Recht:

Schon heute mache sich strafbar, wer unter 16-jährigen Jugendlichen pornografische Darstellungen zugänglich mache oder anbiete, sagte Justizminister Christoph Blocher. Wer ohne Vorprüfung des Alters der Kunden über Mobiltelefone solche Darstellungen abrufbar mache, handle also illegal. Mangelhaft sei der Vollzug, nicht das Gesetz.

Quelle: Ständerat will Pornografie auf dem Handy verbieten

Aber eben – Wahljahr ist Zahljahr. Da überbieten sich selbst die eifrigsten Rufer nach weniger Staat und mehr Eigenverantwortung mit neuen Gesetzeserlassen. Als hätten wir nicht bereits viel zu viele Paragraphen …

Gegenteiliger Effekt

Mit der Illegalmachung wird bei der Jugend der Reiz ins Unermessliche gesteigert, solches Material auf dem Handy zu haben. Auf dem Pausenplatz ist dann definitiv derjenige „König“, wer seine 1GB-Karte randvoll mit Schmuddelmaterial gefüllt hat. Und wer wirklich glaubt, dass die Quelle solcher Filme kommerzielle Anbieter sind, gehört meiner Meinung nach nicht ins „Stöckli“. Das Material kriegt man aus unterschiedlichsten Quellen, meistens wohl in steinzeitlicher Manier durch Tauschgeschäfte. Die sind bekanntlich kostenlos und von Väterchen Staat nicht zu kontrollieren – ausser die Jugendschützer installieren den Bundestrojaner per Hintertür auf allen Mobiltelefonen in der Schweiz.

Erziehungsberechtigte

Der Ball liegt wie bereits früher erwähnt bei den Eltern. Diese haben dafür zu sorgen, dass ihre Kinder kein kleines San Fernando-Valley („Anyone who is even marginally familiar with the porn industry will know that the San Fernando Valley is the place where virtually all American porn is produced, filmed and distributed.“) in ihren Hosentaschen zur Schau tragen. Dies kann entweder mit der regelmässigen Kontrolle der Mobiltelefone geschehen (wobei selbstverständlich fraglich ist, inwiefern die Technikbanausen unserer Vorgängergeneration mit der Bedienung klar kommen werden); oder aber, was deutlich effektiver ist: Gebt euren Kinder ein 3210, und die Diskussion ist so schnell verflogen, wie sie aufgekommen ist. Das Übel liegt in den heute derart gehypten Multimedia-Handys.

Werden die Eltern nicht einmal hier zur Verantwortung gezogen, kapituliert unsere Gesellschaft endgültig vor den Problemen der Generation @.

Nachtrag

[…] ist der ständerat für das natel verbot beim sex, ne falschrum, telefonieren darf man beim vögeln, aber eben keine pornos mehr auf dem natel ansehen!

Quelle: handypornografie!

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Labels: Politik, Schweiz

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