Mittwoch, Juli 18, 2007
Norton Security Scan sucks!
In der "Software XY sucks!"-Serie habe ich die Ehre, meinen Lesern endlich auch einmal ein Produkt der oftmals auch als "gelbe Pest" verschrienen Firma Symantec näherzubringen.
Heute wurde ich nämlich zu einem PC gerufen, der wohl seit Urzeiten nicht mehr aktualisiert worden war - Windows XP mit Service Pack 1? Lebensmüde? Nun gut ... Nachdem ich die Kiste mit Service Pack 2 aktualisiert und danach zusätzliche 150MB WindowsUpdates installiert hatte, ging es an die Säuberung des Systems.
Logitech Desktop Messenger? Wehleidig blickte ich auf die Zeit zurück, als ich mit Windows unterwegs war und sogar für triviale Peripherie wie Computermäuse Treiber installiert werden mussten. Zum Glück ist mit solchem Firlefanz seit 2004 Schluss - mein PowerMac lässt sich mit allen Arten von Mäusen bedienen, ohne durch Treiberpakete zu verfetten und instabil gemacht zu werden. Mit wenigen Klicks wurde die Applikation entfernt.
Dann kam der grosse Brocken: Norton Security Scan. Der Mitarbeiter hatte die (notabene französische!) Gratisversion aus den Programmierwerken des innig geliebten Softwareherstellers Symantec vor einiger Zeit installiert, um neben tagesaktuellen Symantec Antivirus Corporate Edition (SAVCE) zu 101% vor Gefahren der heutigen IT-Welt geschützt zu sein. Gebracht hat es leider nichts - im Eventlog fand ich täglich Fehlermeldungen, die auf parasitären Befall hinwiesen.
Der Fall war (für einmal) klar: Kostet's nichts, taugt's nicht! (Jedenfalls, wenn es von einem Bloatware-Hersteller stammt). Ha! Ich hatte die Rechnung ohne den Wirt, Peter Norton mit Teufelshörnern und -schwanz, gemacht. Zwar war das Produkt durchaus in der Systemsteuerung unter Software aufgeführt - ein Klick auf Uninstall startete sogar die Uninstallroutine - die aber bei einem Fortschritt von ca. 20 Prozent stehen blieb. Minuten vergingen - nichts passierte. Im Taskmanager torkelte nss.exe in den oberen Rängen umher und auch das Festplattenlicht erinnerte an ein Stroboskop. Nach drei erfolglosen Versuchen gab ich auf - und begann meine Recherchen auf Google.
Nach der Lektüre einiger Resultate war klar: Das Sch***-Ding von Software lässt sich tatsächlich nicht deinstallieren. Defective by design? Wohl schon. Ein kurzer Testlauf mit Filemon zeigte dann das wahre Ausmass der Dinge: Wurde nss.exe über die Uninstall-Routine aufgerufen, spulte die Applikation mysteriöserweise durch unzählige .exe- und .dll-Dateien im Systemverzeichnis von Windows. Es sah fast aus, als wäre gerade ein Scan am Laufen. Kluger Schachzug, Symantec-Entwickler: Selbstverständlich ist es eine optimale Idee, bei einer gewünschten Deinstallation zuerst das System auf eventuellen Virenbefall zu überprüfen. Erst wenn alle Schotten dicht sind, darf der Benutzer die Applikation deinstallieren. Bevormundung pur - aber das ist ja nichts neues bei der Firma.
Schlussendlich wurde ich auf einer Frageseite von Yahoo! fündig:
Uninstalling the program through Add and Remove programs does not work. I applaud your decision for removing this invasive, ineffectual, crapware from your system.
To get rid of the program entirely, you need to download and run the Norton uninstaller directly from Syamantecs web site. Here is the link you need:
Quelle: How do I get Norton Security Scan off my computer?
Das Removal-Tool entfernte (zumindest die sichtbaren) Spuren der Software und liess mich aufatmen. Wieso einfach, wenn es auch kompliziert geht? Ich verstehe immer weniger, wie sich kommerzielle Softwarehersteller solchen Mist erlauben können - für was bezahle ich denen eigentlich Geld, wenn es mit Opensource transparenter, einfacher und zuverlässiger geht? Stirb, Symantec, stirb!
Labels: IT, PC-Support, Software, Sucks
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Kommentare
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SUCKS??? - Da würde ich mal behaupten, dass das stark untertrieben ist...
Vor kurzem habe ich der Fa. Toshiba einen netten Brief zugestellt, denn ich hatte ein nigelnagelneues Toshiba-Tecra Notebook zur ersten Installation erhalten. Nach der Installation von XP SP2 (whow!) installierten sich achtunddreissig Zusatzkomponenten unter denen sich auch Norton Security Tools befanden. - Nein, die konnten bei der Installation nicht "ausgeschaltet" werden. Sie "gehörten" irgendwie einfach dazu. - Nach einigem Stirnrunzeln und vielen vergeblichen Versuchen habe ich die Maschine mit einer "neutralen" XP-Scheibe gebaut... - Preinstalled software sucks! - My oppinion!
dem stimme ich zu. ich hatte mal genau das gleiche problem, nie mehr Norton!! bin nun happy mit Kaspersky .)
Sali Mario
Vorweggenommen: Wir sind uns, in diesem Punkt zumindest, definitiv nicht einig. In meinen Augen haben die Symantecprodukte in keinster Weise ein solch vernichtendes Urteil verdient - wieso auch?
1. Zur Deinstallationroutine
Die Installation sowie auch die Deinstallation verläuft, sofern man nach Angaben des Herstellers verfährt, problemlos. Ich wage zu behaupten, dass du dir ein erhebliches Mass an Zeit hättest schenken können, indem du zu Beginn ein kurzen Blick auf die Website des Herstellers geworfen hättest.
2. Qualität des Produkts
Über Geschmack lässt sich streiten (was ich jedoch keine Lust habe) - Fakten sprechen für sich. Die Norton-Malware-Scan-Engine gehört nach wie vor zu den Besten (dein "verhasstes" Produkt hat sogar die Ehre im Google-Pack, der in gewisser Weise exklusiven Softwareempfehlung vom Suchriesen, welcher ja auch dein Blog unterhält, vertreten zu sein).
3. User vs. Rechner
Für die Grundsätzliche Fehlbedienung des Users (2 Scanner zur selben Zeit, diverse Patches nicht installiert etc.) kannst du wohl kaum die überflüssige Software verantwortlich machen.
Kurzum... dein Post war (wie oft) durchaus amüsant zu lesen, zugegebenermassen dementsprechend unterhaltend, aber an sachlicher Distanz und Objektivität fehlt es leider nach wie vor...
Grüsse
MT
Die Installation sowie auch die Deinstallation verläuft, sofern man nach Angaben des Herstellers verfährt, problemlos. Ich wage zu behaupten, dass du dir ein erhebliches Mass an Zeit hättest schenken können, indem du zu Beginn ein kurzen Blick auf die Website des Herstellers geworfen hättest.
Wenn eine Software in der Systemsteuerung aufgeführt ist, erwarte ich ein ordnungsgemässes Funktionieren der darüber aufgerufenen Uninstall-Routine.
Dass man zur Deinstallation einer Software die Web-Site eines Herstellers nach Hinweisen auf das korrekte Vorgehen absuchen soll, ist lächerlich! (Abgesehen davon: Auf welche Symantec-Seite - Link - beziehst du deine Aussage?)
Fakten sprechen für sich. Die Norton-Malware-Scan-Engine gehört nach wie vor zu den Besten
Auf welche Testresultate beziehst du dich? Gibt es einen Link dazu?
der in gewisser Weise exklusiven Softwareempfehlung vom Suchriesen,
Ich bezweifle, dass es sich hierbei um eine "Softwareempfehlung" auf Grund der Qualität eines Produktes handelt. Viel eher sollte man die Zahlungsströme in Betracht ziehen, die mit der Aufnahme des Produktes in das Google-Softwarepaket fliessen.
kannst du wohl kaum die überflüssige Software verantwortlich machen.
Ich denke nicht, dass die fehlerhafte Uninstall-Routine mit der Existenz von SAVCE zusammenhängt. Und falls doch, würde dies meine These bestätigen: Symantec kriegt Software einfach nicht gebacken ...
Dass man zur Deinstallation einer Software die Web-Site eines Herstellers nach Hinweisen auf das korrekte Vorgehen absuchen soll, ist lächerlich!
Ich sehe es als wichtig an, dass jene Methode, welche vom Hersteller empfohlen wird, ohne Probleme funktiniert und dies unabhängig von anderen möglichen Varianten über Funktionen von Fremdhersteller (was das OS, somit auch die Systemsteuerung in MS WinXP, einschliesst; etwas anders sähe die Lage aus wenn wir über OneCare von Microsoft diskutierten) - Anyway, das Produkt lässt sich, wie gesagt, ohne Probleme entfernen, sofern man nach Symantecs Angaben verfährt, welche im Übrigen ohne jeglichen Aufwand (hattest du Probleme jene zu finden???) auf dessen Website zu finden sind (http://service1.symantec.com/SUPPORT/sunset-c2002kb.nsf/0/a1aaca2a55f88caf85256edd00478d58?OpenDocument&seg=hm&lg=en&ct=us).
Auf welche Testresultate beziehst du dich
Ich beziehe mich auf den Langzeitdurchschnittswert resultierend aus den Studien von AV-Test.org sowie AV.Comparatives.org (Die meisten Ergebnisse sind direkt online ersichtlich) in Einbezug der Fehler im Produkt (in den AV-Engines) selbst (wofür ich die Datenbank von Secunia verwendete). Gegenfrage: Welche AntiMalware-Engine würdest du empfehlen?
Ich bezweifle, dass es sich hierbei um eine "Softwareempfehlung" auf Grund der Qualität eines Produktes handelt. Viel eher sollte man die Zahlungsströme in Betracht ziehen, die mit der Aufnahme des Produktes in das Google-Softwarepaket fliessen.
Deine Meinung ;-) Die Randbemerkung mit dem Link zum GooglePack war nicht wirklich sehr ernst gemeint *g*
Ich denke nicht, dass die fehlerhafte Uninstall-Routine mit der Existenz von SAVCE zusammenhängt. Und falls doch, würde dies meine These bestätigen: Symantec kriegt Software einfach nicht gebacken ...
Du vertrittst nach wie vor die Meinung, dass man vom dümmst-möglichen User ausgehen muss. Ich behaupte, dass Users, welche bsp. entgegen aller Empfehlungen zwei AVs installiert haben selbst Schuld daran tragen, falls die eine oder die andere (im schlimmsten Falle beide) Applikationen nicht mehr ordnungsgemäss laufen (besonders wenn es sich dabei um eine veraltete Appl. des selben Herstellers handelt).
Grüsse :-)
MT
das Produkt lässt sich, wie gesagt, ohne Probleme entfernen, sofern man nach Symantecs Angaben verfährt, welche im Übrigen ohne jeglichen Aufwand (hattest du Probleme jene zu finden???) auf dessen Website zu finden sind
Wie bereits im vorherigen Kommentar angedeutet, habe ich noch nie auf der Web-Site eines Software-Herstellers nachgeschaut, wie dessen Software deinstalliert werden sollte. Existiert ein Uninstall-Eintrag unter Software in der Systemsteuerung, sollte dieser doch auch funktionieren, oder?! Die Deinstallation von Software über die Systemsteuerung ist das typische Vorgehen von 99% aller User da draussen!
Löblich, dass Martin Thomas lieber zuerst Handbücher zu lesen scheint, bevor er Software installiert oder deinstalliert ...
Ich beziehe mich auf den Langzeitdurchschnittswert resultierend aus den Studien von AV-Test.org sowie AV.Comparatives.org
Danke für die Links, diese Sites kannte ich nicht. Ich installiere diejenige Antiviren-Software auf den Computern meines Arbeitgebers, welche von den Informatikdiensten lizenziert wurde. Da ich privat ausschliesslich Mac OS X benutze, entfällt hier der Virenschutz/Malwareschutz.
Du vertrittst nach wie vor die Meinung, dass man vom dümmst-möglichen User ausgehen muss.
Auf jeden Fall. Es ist ökonomisch uneffizient und äusserst überheblich, von den Usern zu erwarten, denselben Kenntnisstand wie ein gelernter PC-Supporter vorzuweisen. Mehr als 80% der Benutzer dürften so gar nicht erst mehr einen Computer benutzen!
Nein, viel eher liegt es am Softwarehersteller, bei der Installation zu überprüfen, ob bereits ein Produkt installiert ist, das Konflikte mit der zu installierenden Software verursacht. Der User ist dabei auf das Problem hinzuweisen und die Installation abzubrechen.
erstens is norten ne sch*** firma aber das is nichts neues aber so geschwollen wie martin thomas hier redet KÖNNTE man vermuten er arbeitet selbst da und will norton nur in schutz nehmen (lohnt sich aber eh nich naja egal) und ich würd mal eure rechtschreibung überprüfen das aber nur so als hinweis. So adios amigos
Danke für Euren Hinweis.
jungs, bleibt mal nüchtern!
Vielen Dank für diesen Blogeintrag!
Ich hatte schon überlegt, das GooglePack mit Norton zu installieren. Zum Glück war ich vorsichtig und hab' erstmal Infos gesucht :-)
Im letzten Jahrhundert hatte ich schonmal Symantec als üble Virensoftware kennengelernt. Ich wollte aber eine Besserung nicht im vorhinein ausschliessen ...
Irgendwie kann ich mir nicht helfen aber ich glaube das irgendwo bei Norton einer auf der Gehaltsliste steht, der den netten namen Martin Thomas trägt.
viel wind um nichts!
systemsteuerung - programme - suchen - norton löschen - fertig!
war auch darauf angesprungen.
gut, norton nervt!
aber es liegt ja im ermessen des users, ob er sich das immer wieder antun will.
ich bevorzuge ie guten alten ...
da kann ich wählen was ich zulasse!
lg may
@may:
Zwar war das Produkt durchaus in der Systemsteuerung unter Software aufgeführt - ein Klick auf Uninstall startete sogar die Uninstallroutine - die aber bei einem Fortschritt von ca. 20 Prozent stehen blieb. Minuten vergingen - nichts passierte.
Wer deutsche Texte lesen und verstehen kann ist klar im Vorteil ...
Was du mit der Aussage ...
ich bevorzuge ie guten alten
... meinst ist mir schleierhaft.