Mittwoch, August 22, 2007
biblatex unter Mac OS X installieren
Lange Zeit habe ich mich für meine wissenschaftlichen Arbeiten im Studium mit dem Bibliographie-Paket jurabib abgemüht, das ursprünglich für die geschätzten Kollegen der Juristerei konzipiert wurde. Glücklich war ich mit dem Paket nie ganz, aber es verrichtete seine Arbeit zumindest zufriedenstellend.
Vor einigen Monaten dann stiess ich auf das Paket biblatex, das mit all dem alten Bibtex-Balast aufräumen will und die Logik in das Paket selber übernimmt. Bibtex bleibt für die Datenhaltung der Bibliographie veranwortlich, die Zitiererei wird nun aber von biblatex übernommen.
Die Installation unter Mac OS X ist relativ simpel, wenn man LaTeX bereits am Laufen hat:
- Download der ZIP-Datei von CTAN biblatex
- Entpacken
- Ausfindig machen des TeTex Root-Ordners (bei mir: /usr/local/teTeX/share/texmf.tetex/)
- Kopieren des Inhaltes des entpackten latex-Verzeichnisses nach /usr/local/teTeX/share/texmf.tetex/tex/latex/biblatex/
- Kopieren des Inhaltes des entpackten bibtex-Verzeichnisses nach /usr/local/teTeX/share/texmf.tetex/bibtex/bst/
- Ausführen von
texhash
- Fertig!
Stile für Historiker
Ein Hoffnungsschimmer macht sich am Horizont breit: Jemand hat auf Basis von biblatex Stile für die Geisteswissenschaften erstellt. Zu gebrauchen sind die Stile aber mit der von mir installierten biblatex-Version nicht, da eine geringere Version vorausgesetzt wird:
Wichtig: Die hier bereitgestellten styles arbeiten mit biblatex 0.2 zusammen. Mit anderen Versionen kann es durchaus Probleme geben. Eine Aktualisierung dieser Seite wird es frühestens mit der biblatex-Version 0.7 geben, da erst dann gewährleistet ist, dass die verwendeten Makros etc. stabil bleiben.
Quelle: biblatex-Styles für Geisteswissenschaftler
Die von obiger Seite heruntergeladenen Styles müssen analog in das Verzeichnis /usr/local/teTeX/share/texmf.tetex/tex/latex/biblatex/ kopiert werden. Dabei müssen einzelne Dateien in diesem Verzeichnis liegende Unterordner abgelegt werden:
Die .bbx-Dateien gehören in das dortige Unterverzeichnis bbx, die .cbx-Dateien entsprechend in das cbx-Unterverzeichnis.
Anschliessend noch ein
texhash
und die Styles sollten - zumindest - gefunden werden. Leider produzieren diese beim Kompilieren der .tex-Datei eine Fehlermeldung.
Bye bye, bibtopic
Mit biblatex ist es nun auch nicht mehr nötig, Literaturverzeichnisse mittels bibtopic zu unterteilen (wir Historiker unterscheiden ja bekanntlich zwischen Quellen und Sekundärliteratur und seit einigen Jahren auch noch nach Inhalten aus dem WWW).
Hierzu musste ich aber mein Literaturverzeichnis (.bib) überarbeiten: Anstelle ein Shell-Script vor dem Kompilieren mit Zuhilfenahme von bibtool aus der Master-Datei mittels Filter ein Quellen- und eine Sekundärliteratur-Datei zu generieren ...
bibtool -- 'select{doctype "Q"}' "$BIBLIO" -r "$RES" -o "$WORKDIR$BASENAME-quellen.bib"
bibtool -- 'select{doctype "L"}' "$BIBLIO" -r "$RES" -o "$WORKDIR$BASENAME-literatur.bib"
bibtool -- 'select{@url} new.entry.type' "$BIBLIO" -r "$RES" -o "$WORKDIR$BASENAME-internet.bib"
... filtere ich nun mit biblatex und Stichworten:
Im Header ...
\usepackage[style=authortitle-cverb]{biblatex}
% FILTERS
\defbibfilter{primary}{\keyword{Q}}
\defbibfilter{secondary}{\keyword{L}}
\defbibfilter{www}{\not \keyword{Q} \and \not \keyword{L}}
% HEADINGS
\defbibheading{primary}{\subsubsection{Zeitgenössische Publikationen}}
\defbibheading{secondary}{\subsection{Literatur}}
\defbibheading{www}{\subsection{World Wide Web}}
% BIBLIOGRAPHY
\bibliography{main.bib}
... sowie im Dokument:
\printbibliography[filter=primary,heading=primary] \printbibliography[filter=secondary,heading=secondary] \printbibliography[filter=www,heading=www]
Weiterführendes
Generelle Anleitung, wie man LaTeX-Pakete installiert
Labels: Latex
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Ich empfehle dringend Zotero (http://www.zotero.org/) eine Firefox Extension mit dem man in Windeseile ein .bib file erstellen kann: Einfach auf Seiten wie Amazon (oder ev. sogar NEBIS) die Seite des entsprechenden Literaturwerks ansurfen, Button klicken und schon ist es mit allen Daten in der Bibliothek. Nur noch als .bib exportieren, fertig ist die Bibliographie!
... Ob man es glaubt oder nicht: Wir Historiker arbeiten oft auch mit Büchern, die nicht auf Amazon geführt werden (weil sie uralt sind oder weil es sich um in Journal veröffentlichte Artikel handelt). Bei Quellen ist diese Extension erst recht nicht zu gebrauchen.
Dennoch danke für den Hinweis, andere Studienrichtungen werden die Extension nützlich finden.
Hmm heisst das es gibt keine ISBN Nummer für die Gutenberg Bibel^^^ *scnr*
Deswegen hat Zotero nicht nur Amazon im Programm,
sondern verschiedene Bibliothekssysteme usw. Deswegen wird Zotero seinem
Motto gerecht, die Bibliographie dort zu verwalten, wo man sie
recherchiert, im WWW. Und wenn's dann dochmal der Zettelkasten sein
soll, kann man natürlich alles per Hand eintragen, genau so wie man es mit anderer Bibliographiesoftware machen muss. Auf Z39.50 o.ä. kann man also in Ruhe verzichten, weil man damit direkt im Browser die Literatur verwalten kann.
Achja. Zotero ist übrigens ein Projekt von HistorikerInnen (Center for
History and New Media an der George Mason University et al.), zu denen
ich dich aber nicht dazu zähle, weil du so unkritisch bist und dir das
Projekt nicht mal ne Minute angeschaut hast, lieber pauschal ohne
Recherche urteilen. Das ist nicht das, was Historiker/innen machen, ne?
Gruss von einem Zotero-Nutzer, der zufällig über diese Seite gestolpert
ist. Gute Anleitung für biblatex btw.