Montag, August 27, 2007
Microsoft OpenXML stinkt
[Manuelles editieren einer XML-Datei] With that being said, if making a simple change to a cell is too much to ask, then what is this new format good for? [...]
[Rundungsfehler] It is absolutely lost on me how implementers are expected to deal with this mess. The spreadsheet does not reflect the proper values, and you can easily see where it goes. Imagine non-Microsoft applications used in healthcare and critical systems relying on the spreadsheet data. Not only the rounding error seems arbitrary (one would have to go back and study the artefacts of IEEE floating-point values, several decades of work), but it changes. [...]
Quelle: Microsoft Office XML Formats? Defective by design
Die Hirne der Microsoft-Entwickler sind schlicht und einfach falsch verdrahtet. Nur so lässt sich erklären, dass die schlauen Köpfe dort jahraus, jahrein immer wieder dieselben "Fehler" wiederholen: Unter dem Deckmantel von Standards produziert man Applikationen, Schnittstellen und Datenformate, die nur von Microsoft-eigener Software anständig interpretiert und verändert werden können. Dass dabei auch all der Ballast von bald 20 Jahren Frickelsoftware mitgeschleppt wird (Rückwärtskompatibilität zu Windows 1.0 und Office 1.0), beruhigt die Gemüter der Nicht-Microsoft-Fanboys auch nicht wirklich ... Kein Wunder, dass der Standard deshalb glatte 6000 Seiten umfasst:
Der Microsoft-Standard sei mit 6000 Seiten Umfang für Konkurrenten nicht vollständig implementierbar, es sei auch nicht davon auszugehen, dass ein einziges Microsoft-Produkt das tue, meint der Verband.
Quelle: China, Indien, Brasilien: Nein zu Microsofts OpenXML
Je mehr Leute mit Linux (und anderer OSS-Software) in Kontakt kommen und merken, wie simpel und logisch sich diese Anwendungen verhalten, desto rascher verliert die Software-Bude aus Redmond an Unterstützung. Die Microsoft-Taktik mag in den 90ern funktioniert haben - doch im neuen Jahrhundert wird die Firma einen schweren Stand haben, wenn sich an der Unternehmenskultur nicht bald etwas ändert ...
Achse des Bösen
Zufälligerweise gerade auf Heise online erblickt: China, Indien, Brasilien: Nein zu Microsofts OpenXML
Recht so!
Nachtrag: Entscheid in der Schweiz
Da belächelt man als Schweizer die kuriosen Vorgänge bei den Schweden, um wenige Tage später dasselbe im gegen solche Attacken immun geglaubten Land erneut zu erleben:
Die Schweizerische Normen-Vereinigung greift in Normierungsfragen inhaltlich nicht ein, sondern bereitet lediglich die Entscheidungsfindung vor. Den Entscheid selbst sollten die Expert Innen der jeweiligen Komitees fällen. Doch da wird es brisant: Jeder und jede kann Mitglied eines Komitees werden. Am Anfang hatte das ooxml-Komitee etwa zwanzig Mitglieder, als es um die Abstimmung ging, waren es plötzlich über fünfzig. Offensichtlich hatte Microsoft noch kurz vor der Abstimmung Leute ins Komitee geschickt. Nach SNV-Reglement ist dies zulässig, was zeigt, dass die Normen-Vereinigung auf solche politischen Entscheide nicht vorbereitet ist.
Quelle: 6000 Seiten Macht
Der Gestank kommt immer näher und wird immer penetranter ...
Nachtrag II: Verschwörung
Law blogger Andrew Updegrove suspects Microsoft's influence in the sudden upgrades: "As someone who has spent a great part of my life working to support open standards over the past 20 years, I have to say that this is the most egregious, and far-reaching, example of playing the system to the advantage of a single company that I have ever seen. Breathtaking, in fact."
Quelle: Microsoft Allegedly Bullies and Bribes to Make Office an International Standard
Labels: Microsoft
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Kommentare
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Leider unterstützt sogar Apple in iWork08 OpenXML und nicht ODF... schade.
Zugegeben es gibt viele guet und interessante OS Software. Daher setze ich auch darauf wo es Sinn macht.
Aber 1. wer findet OpenOffice sei benutzerfreundlich hat leider keine Ahnung.
2. schenkt der Linux Gemeinde ein paar Designer. Wenn das Produkt unsympatisch, bieder und undkonfortabel daher kommt, wird es den 0815 Heimuser nicht interessieren das es unterndrunter angeblich 'viel besser' ist. Das ist nun mal Fakt.
Meine Meinung.
@sandro: Apple wird dies weniger aus der Überzeugung heraus gemacht haben, dass OpenXML der Standard der Zukunft sein wird, sondern um Benutzern den Umstieg auf iWorks schmackhaft zu machen.
Ziel dieser (mittlerweile auf Office-grösse angewachsenen) Suite ist es, potentielle Käufer von Microsoft Office 2008 abzuwerben.
Anscheinend klappt dies gar nicht mal so schlecht:
Analysis: iWork and Office for Mac
Aber 1. wer findet OpenOffice sei benutzerfreundlich hat leider keine Ahnung.
Ich habe nie behauptet, dass OpenOffice eine valable Alternative zu Microsoft Office ist. Wird ein Kassenschlager als OSS geklont, kommen leider auch die schlechten Eigenschaften mit. OO ist IMHO genau so Bloatware wie Microsoft Office.
Ich finde aber, dass ein Dokumentstandard unabhängig von der erstellenden Software angeschaut werden muss. Und hier scheiter OpenXML kläglich, weil der Dokumentstandard nur mit einer einzigen proprietär-kommerziellen Software anständig zu brauchen sein wird. Und lustigerweise ist der Hersteller identisch mit dem Unternehmen, das die Standardisierung pusht.
Stimmt, denn viele Leute haben/hatten bestimmt bedenken auf iWork umzusteigen aus Angst es sei nicht zu MS Office kompatibel, deshalb ist es schon ein ziemlich schlauer Zug von Apple. Aber ODF-Kompatibilität hätte man ja trotzdem auch einbauen können :)
Denke auch dass es mit iwork garnicht so schlecht aussieht, u.a. auch da das neue Office für mac noch auf sich warten lässt. Ich benutze auch iWork, die Bedienung ist shcöner und logischer und für meine Bedürfnisse reicht der Umfang alle mal.