Samstag, 1. September 2007

Betty TV auf der Intensivstation

[…] Swisscom verlagert den operationellen Betrieb nach Deutschland. Für die 35 Mitarbeitenden in der Schweiz besteht ein Sozialplan. […] Swisscom überlegt sich aber offenbar, ganz aus dem Geschäft Betty TV auszusteigen. Denn auch für Betty TV Deutschland würden „verschiedene strategische Optionen“ geprüft, teilt Swisscom heute mit.

Betty TV dürfte Swisscom viel Geld gekostet haben. Swisscom hatte rund 300’000 Fernbedienungen produzieren lassen, in der Schweiz zählte Betty TV nach einem Jahr auf dem Markt allerdings nur 10’000 Kunden. Diese Fehleinschätzung habe das Betriebsergebnis im ersten Halbjahr um 60 Millionen Franken geschmälert, sagte Swisscom-CEO Carsten Schloter.

Quelle: Swisscom schiebt Betty TV nach Deutschland ab

Die Herren studierte BWLer müssen halt immer zuerst auf die harte Tour (sprich: In Praxis) erfahren, dass ein Produkt wirklich ein Flop ist. Ich habe bereits vor fast einem Jahr Bedenken geäussert, dass Betty TV ein Marktschlager wird.

Solche Investitionen, die mit dem Kerngeschäft überhaupt nichts mehr zu tun haben, sollten die Alarmglocken bei uns Bürgern schrillen lassen: Da verfügt eine Firma einfach über zu viele liquide Mittel und zu wenig fähige Manager, als dabei etwas Gutes dabei herauskommen könnte. Ein Wunder, dass die Swisscom nicht bereits Hunderternötli aus Flugzeugen über unseren Dörfern abwirft …

Was mich an der ganze Sachen am Meisten stört: Es handelt sich bei Swisscom leider nicht um ein Privatunternehmen. Der Abschreiber von 60 Millionen betrifft uns Schweizer Steuerzahler einerseits durch die Beteiligung des Bundes am Unternehmen, andererseits uns Endkunden, die während Jahrzehnten nicht anders konnten, als dem Monopolbetrieb überteurte Gebühren zu bezahlen. Anstelle in immer risikohaftere Projekte zu investieren, fordere ich erneut: Senkt endlich die Anschlussgebühren!

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Labels: Allgemein

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