Mittwoch, Oktober 10, 2007
Retter der Nation: Erst Blocher, nun die Pharmaindustrie
Zuerst signalisiert die SVP mit Wahlplakaten, dass Christoph vom Herrliberg ganz allein der Wirtschaftsaufschwung der letzten Jahre zu verdanken ist.
Jetzt doppelt die Pharmabranche nach:
Was der Pharmabranche schadet, ist langfristig schädlich für die ganze Schweiz.
Quelle: Teure Medikamente sind besser für das ganze Land
Falsch! Das Verbot von Paralleimporten schützt die kurzfristigen Interesse der Geschäftsleitung und der Aktieninhaber. Rückständigkeit und das unnötige Festhalten an alten Zöpfen schadet hingegen dem ganzen Land deutlich mehr. In der Interessenabwägung gewinnt das Volk und verlieren die Unternehmen. Nur der harte Wettbewerb mit Konkurrenzdruck führt zu gesunden, widerstandsfähigen Unternehmen, die sich keinen Wasserkopf leisten (dürfen) und sich nicht etwa versucht sehen, mit einer unverdienten Rente zurücklehnen.
Ginge es nach der Argumentation der Pharma-Multis, würde jeder von uns wie Amische auf einem Bauernhof leben.
Ab Aussagen wie ...
Tatsächlich droht die Pharmalobby — respektive die Studie — ziemlich unverholen mit «Ausweichstrategien». In Forschung zur Entwicklung innovativer Produkte werde nur dort investiert, wo das regulatorische Umfeld hohe Renditen zulasse.
... würde ich als Politiker vor die Pillenbuden hinstehen und verlauten: "Wenn es euch nicht passt, könnt ihr ja gehen!" Ich wäre wirklich gespannt, wie sich die Multis verhalten würden. Heute hat man einfach zu viel Angst vor Firmen gewisser Grösse.
Labels: Schweiz, Wirtschaft
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Kommentare
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Gut, die Angst ist nicht ganz unberechtigt, die grossen Firman finanzieren ja unseren ganzen Staat.
Stimmt, ohne die Infrastruktur unseres Landes und unseren fleissigen Arbeitskräften wären die Multis viel besser dran ...
Es sind die Superreichen, welche die Schweiz retten, weil es total teuer ist, die Schweiz zu retten! So ist das doch!
@emeidi:
hmm...hab ich doch gar nicht gesagt, und gar nicht gedacht?
@blogging remy:
Was anderes als die Infrastruktur und die Bürger könntest du denn mit "Staat" meinen?
Die Politiker und die Bundesverwaltung?
Ja, das meine ich u.a. mit "Staat".
Ich bin aber nicht der Meinung, dass die "Multis" am liebsten ohne Staat wirtschaften würden.
Ich finde nur, man sollte sich bewusst sein, wer den ganzen Laden finanziert.