Sonntag, Februar 10, 2008

Ausländer bilden Staat im Staat

Irgendwie hat sich in den letzten hundert Jahren nur die Nationalität der Einwanderer geändert, die (vermeintlichen und tatsächlichen) Probleme sind dieselben geblieben:

Noch vor 30-40 Jahren war der italienische Arbeiter in der nichtitalienischen Schweiz eine verhältnismässig seltene Erscheinung. Auf den Baugerüsten sah man noch fast allenthalten deutschsprechende Oestereicher ihre traditionelle Pfeife rauchen und ihren Tabak kauen. In den Fabriken war die italienische Arbeiterin eine weit seltenere Erscheinung als heute. Damals wusste man in den Schweizerstädten nicht von ganzen Italienerkolonien, die ihre eigene Sprache sprechend, sich nur in ihren Kreisen bewegend, südländische Begriffe von öffentlicher und privater Ordnung auf unsern nordischen Boden übertragend, einen kleinen Staat im Staate zu bilden anfingen. Man musste noch nicht daran denken, an manchen Orten Spezialklassen für Italienerkinder zu gründen. Es existierten noch keine oder doch nur äusserst wenige Läden, die ausschliesslich für den Konsum der Italiener da war und von einem "Consumo cooperativo italiano" hörte man schon erst recht nichts. Wie anders in den letzten Jahren! [...] Sie drangen ferner in andere, höhere Berufe ein. Sie traten in Konkurrenz mit den Einheimischen in Berufen, die nach und nach das Problem der "Italienerfrage" haben aufleben lassen.

Quelle: Der Schweizer Bauer, 11. Juli 1916.

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Anonymous Anonym um 11.02.2008 13:06:00 Uhr

Wenn Du noch eine Statistik von 1916 hervorzauberst, in welcher steht, dass die Italiener gleich gewalttätig waren wie die neuen Einwanderer, dann lehne ich mich zurück und erfreue mich, dass alles gut werden wird.

Blogger eMeidi um 16.02.2008 14:44:00 Uhr

Dieser Artikel befasst sich doch mit Parallelgesellschaften mit Migrationshintergrund - wieso man das jetzt mit gewalttätigen Ausländern verknüpfen soll, ist mir schleierhaft.

Ich kann mich aber an Erzählungen meiner Eltern erinnern - Italienern wurde um 1960/70 ebenfalls ein gewalttätiges Verhalten attestiert. Man muss also gar nicht so weit in die Geschichte des Landes zurückgehen, um ähnliche Diskussionen (wieder-) zu entdecken.

Hier noch ein interessanter Link auf Fernsehbeiträge:

Die Überfremdungsdebatte der 1970er-Jahre