Mittwoch, März 05, 2008
Swisscom am Scheideweg
"naja irgendwie geitmer ds neue "image" e chli ufe sänder. iz sisi plötzlech vom einte ufe ander tag brutal fürdi da" - "ja, u huere brutal sisi da für di"
Quelle: Chat mit einem Bekannten
Abgesehen davon gibt es anhand der Medienmitteilung (mindestens) zwei Dinge zu bemängeln:
- Das neue Logo mag zwar schön farbig, schön nichtssagend und "dreidimensional" daherkommen - doch die schwarz-weiss Version ist unbrauchbar. Die Layouter werden dem alten, auch im schwarz-weiss-Druck gestochen scharfen Logo noch lange nachtrauern.
- Die Swisscom Standard-Schriftart ist und bleibt die Frutiger. Wäre ja auch Wahnsinn gewesen, diese in Rente zu schicken. Da an der Frutiger im neuen Logo aber ein Typograph (ob Profi oder Praktikant ist mir noch nicht ganz klar) Hand angelegt hat, beisst sich die Sache; zeigt gleichzeitig aber auch auf, was der Schriftsetzer für minime Anpassungen vorgenommen hat:
- Kleines 's' zum Wortbeginn
- Bögli beim 'i'
- Schlankere 'w' und 's'
- Runderes 'c', etwas schlanker
- Weniger gequetschtes 'o' (wobei man am obigen Beispiel meisterhaft erkennen kann, wieso mit Word verfasste Medienmitteilungen Übelkeit auslösen: Das Kerning von 'o' und 'm' des Titels der Medienmitteilung ist haarsträubend)
- Bögli beim 'm'
Labels: Design, Grafik, Swisscom, Typographie

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Kommentare
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Die Hausschrift der Swisscom ist aber gar nicht die Frutiger, sondern ist (und war) die Thesis Sans ...
Hmmm, die Post (ehemals siamesischer Zwilling der Swisscom) benutzt aber (weiterhin?!) die Frutiger.
In der Medienmitteilung gibt es zwei Schriftarten:
- Frutiger
- TheSansSwisscom
Schriften Medienmitteilung Swisscom
Welche der beiden wird für das Logo, welche für den Fliesstext benutzt?
Die Post benutzt weiterhin die Frutiger, das ist richtig.
Dass die Frutiger in der Medienmitteilung eingebettet ist, ist mir ebenfalls aufgefallen, ich konnte aber keinen Text erkennen, der mit der Frutiger gesetzt worden wäre. Dummerweise ist mir erst später die Idee gekommen, die Preflight-Tools von Acrobat zu benutzen.
Das Resultat findet sich hier – sämtliche Textstellen, die die Frutiger benutzen, sind ganz einfach leer (und befinden sich in Kopf- und Fusszeile). Meine Vermutung ist, dass dies Artefakte älterer Versionen der Vorlage sind, die nie geändert worden sind.
TheSansSwisscom ist nichts anderes als eine angepasste Version der The(sis) Sans.
Okey, gebe mich geschlagen und akzeptiere es, dass die Swisscom keine Frutiger, sondern Thesis Sans als Corporate Font verwendet.
PS: Ich habe die Schriften ausfindig gemacht, indem ich die einzelnen Texte aus Acrobat Reader kopiert und in Word eingefügt habe. Dann steht die Schriftfamilie im Schrift-Dialog.