Freitag, Juni 27, 2008

140

Gestern wurde es endlich vollbracht: Ein Barrel Erdöl kostet 140USD!

Ölpreis knackt 140-Dollar-Marke

Übrigens: Ist der Liter Benzin bei uns schon bei 2 Franken angekommen? In letzter Zeit habe ich wo immer möglich auf eine Autofahrt verzichtet. GA sei dank (zum Glück ist dessen Preis (noch) nicht mit dem Benzinpreis korreliert).

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Anonymous Anonym um 27.06.2008 14:18:00 Uhr

erbärmlich, dass du dich so freuen kannst über den barrelpreis. und doch zahle ich lieber 3.-/liter benzin, als morgens in einen überfüllten drecks-sbb-zug zu sitzen.

Blogger eMeidi um 27.06.2008 14:32:00 Uhr

Wir leben in einem liberalen Land - jeder darf (sein?) Geld ausgeben, wie er es für richtig hält.

Anonymous Stewä um 27.06.2008 15:46:00 Uhr

beruhigend zu wissen, dass der marktpreis für ein barrel öl ungefähr bei 80 dollar liegt, wenn sich der preis durch angebot und nachfrage definiert. spekulationen hebeln den marktmechanismus aus und führen zu einem preis, der weit über dem "inneren" wert liegt. von ölknappheit kann nicht die rede sein! für mich ist der begriff "peak oil" erst dann zutreffend, wenn der preis durch die steigende nachfrage zulegt.

Anonymous Anonym um 27.06.2008 20:46:00 Uhr

@stewä: Wenn die Wirtschaft wie von Dir beschrieben funktionieren würde, gäbe es keine Börsen, wo Aktien zu teils ganz anderen Kursen gehandelt werden als der aktuelle Firmenwert anhand der umgesetzten Produkte ;-) Du machst hier einen Denkfehler!

@anonym: Ich bin für CHF 10.00 pro Liter. Wenn schon, denn schon.

Gruss,
Daniel

Anonymous Stewä um 28.06.2008 00:15:00 Uhr

@daniel: aktien lassen sich auch nicht mit rohstoffen vergleichen. aktien werden anhand von zukunftserwartungen gehandelt. der kurs wiederspiegelt demnach lediglich die erwartungen in ein unternehmen. beim öl funktionierts aber anders. dort ist das angebot und die nachfrage die treibende kraft, ausser wenn der spekulative charakter überhand nimmt, so wie jetzt. dann wird diese funktion ausgehebelt und insofern kann schon von einem "inneren" wert die rede sein, auch wenn er anders als bei der aktie zu verstehen ist....hmmm...hab ich wohl zu kompliziert ausgedrückt ;-)

Anonymous Anonym um 28.06.2008 00:50:00 Uhr

@stewä: Wenn Öl ein nachwachsender Rohstoff wäre, würde ich Dir zustimmen, ist er aber bekanntlich nicht, weshalb ich zu einem anderen Schluss als Du komme.

Gruss,
Daniel

Blogger eMeidi um 28.06.2008 17:11:00 Uhr

@Stewä & Daniel: Das beunruhigende an den derzeitigen Erdölpreisen ist die Ungewissheit, wieso diese so hoch sind.

Die OPEC macht Spekulanten dafür verantwortlich, Peak Oiler (wie ich) sehen hingegen erste Anzeichen des Peaks, Ökonomen verweisen auf China und andere "Emerging Markets", die einen immer grösseren Hunger auf Erdöl entwickeln.

Was für die Spekulanten-Theorie spricht: Momentan gibt es hierzulande nirgends Schlangen vor Tankstellen, Benzin ist überall erhältlich.

Ich frage mich aber, wieso derart viele Leute/Unternehmen bereit sind, 60USD mehr als der "gerechtfertigte Marktpreis" zu bezahlen (von wo hast du diese Zahl?!).

Der Preis müsste nun doch schon bald einmal sinken, weil - ausgehend von ausreichend Ölreserven - neues Angebot auf dem Markt gespült wird (die üblichen Marktmechanismen halt).

Blogger eMeidi um 28.06.2008 17:28:00 Uhr

Kritiker halten dem entgegen, dass Spekulanten Preise nicht setzen, sondern ihnen nur folgen. Ihre Argumente: Die Preise auch nicht börsengehandelter Rohstoffe hätten zugelegt; Märkte, in denen Indexinvestoren besonders aktiv seien, hätten seit Wochen schwächer notiert. Auch gebe es keine Anzeichen dafür, dass Spekulanten Öl physisch horten und einlagern.

Rätselraten um das schwarze Gold

Anonymous makwert um 29.06.2008 13:10:00 Uhr

Gestern, am 18.Juni zahlte ich in der Westschweiz 2.03Fr/l
Ich würde sagen, ja, wir haben die Grenze (wieder) geknackt und bleiben wohl auch dort.

Anonymous mousse-man um 30.06.2008 00:44:00 Uhr

Da wäre ich ein bisschen vorsichtiger - ich erwarte eine Preiskorrektur. Im Moment hat es einen Angebotsüberhang, den die Spekulanten nicht mehr lange vor dem Markt werden verstecken können, wie auch Ed Wallace berichtet.

Abgesehen davon, es gibt auf der Welt mehr als genug 'unkonventionelle' Öle, seis nur Ölsande, oder Kohleverflüssigung, was beides bei Barrelpreisen ab 40 US-$ rentabel ist.

Blogger eMeidi um 30.06.2008 10:00:00 Uhr

ich erwarte eine Preiskorrektur

Die kann es durchaus geben, und zwar dann, wenn der Erdölpreis auch die nächsten Monate noch so verdammt hoch bleiben wird - "Nachfragezerstörung", in dem Nationen und Leute beginnen werden, auf Erdöl zu verzichten (natürlich dort, wo es am einfachsten und am schmerzlosesten geht).

Dennoch: Dass der Barrelpreis je wieder auf 10USD fallen wird, wäre doch illusorisch. Wie gross ist die Korrekturbandbreite denn deiner Meinung nach? 70USD?

Im Moment hat es einen Angebotsüberhang, den die Spekulanten nicht mehr lange vor dem Markt werden verstecken können, wie auch Ed Wallace berichtet.

Mal schauen, ob er Recht hat. Er sollte aber nicht unbedingt auf die USA schauen und mit dem dortigen Rückgang des Bedarfs nach Erdöl argumentieren. China ist der deutlich gewichtigere Erdöl-Konsument, jedenfalls, wenn man die Erdöl-Nachfrage zwischen 2005 und 2007 betrachtet:

Consumption Changes 2005-2007

Abgesehen davon, es gibt auf der Welt mehr als genug 'unkonventionelle' Öle, seis nur Ölsande, oder Kohleverflüssigung, was beides bei Barrelpreisen ab 40 US-$ rentabel ist.

Aha. Zwei Fragen:

a) Können diese Reserven genug schnell erschlossen und abgebaut werden? "Easy Oil is gone"

b) Eignet sich dieser Typ Erdöl, um daraus Benzin zu raffinieren?