Samstag, August 16, 2008
Mit Waffen gegen Amokläufer
Mein Kommentar auf Blog-Gestusse (Wie man Amokläufe im Keim erstickt) von wirren Zeitgenossen:
Sorry, aber hiermit erklärst du dich öffentlich als krank. Es kann doch nicht dein Ernst sein, so etwas zu befürworten?!
So nach dem Motto: "Ich bin auch dafür, dass jedermann eine Atombombe zu Hause lagert - das schreckt die Terroristen ungemein ab, eine solche in der Nachbarschaft zu zünden." Auch sollte man wohl deiner Meinung nach die Sicherheitschecks an den Flughafen abschaffen - denn hat erst einmal jeder Passagier eine Knarre in der Kabine, wird wohl niemand mehr wagen, eine Schiesserei im Flieger anzuzetteln ...
Wäre ich Polizist, der nach einem Amok-Lauf an diese Schule gerufen wird, würde ich schon nur aus Selbstschutz jede Person erschiessen, die mir mit einer Knarre in der Hand herumfuchtelnd auf dem Campus begegnet. Wer sagt mir, dass nicht einer dieser Personen der eigentliche Amok-Läufer ist?
Abgesehen davon wird es immer wieder Schiessunfälle geben: Der Täter, der ein unschuldiges Opfer erschossen hat, wird vor Gericht zum Besten geben: "Aber ... aber ... ich hatte wirklich das Gefühl, dass er eine Pistole aus dem Rucksack zog. Als er in seinem Blut am Boden lag sah ich aber dann, dass es sein Pausenbrot war".
Quelle: Wie man Amokläufe im Keim erstickt
Labels: Blogosphäre, Schule, USA, Waffen
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Es ist eigentlich ganz einfach, und durch Zahlen belegt, ohne auf Emotionen zurückzugreifen, oder gar persönliche Angriffe zu reiten:
Dort, wo die Leute keine Schusswaffen, und vor allem kein durch strikte gesellschaftliche Normen geregeltes Zusammenleben, dass Kriminalität sozial dermassen stigmatisiert, dass man das Verbrechen, egal welches - nicht lohnt, wird es eine statistisch höhere Schusswaffenverbrechensrate (und tendenziell auch allgemeine Mordrate) geben als in Gegenden, wo entweder die gesellschaftlichen Normen so sind, dass niemand etwas anstellt, oder ein gewisser Anteil der Bevölkerung legal Schusswaffen trägt.
Ein Mensch handelt meist rational (ausser "crimes of passsion" und bei der Motivation, nach einem Selbstmordanschlag an 72 Jungfrauen heranzukommen). Wenn das Risiko und die Folgen, bei der Begehung eines Verbrechens erwischt oder erschossen werden, zu hoch wird, wird das Verbrechen nicht mehr begangen. Wenn nicht, passieren halt Tankstellenüberfälle im Bernischen oder im Waadtland, die man vor 1999 so gut wie nie hatte, weil das Risiko, dort von einem Tankstellenpächter mit Blei aus der 9mm-Pistole abgefüllt zu werden, deutlich zu hoch war, wenn man einen Raubüberfall veranstalten wollte.
Zu der ganzen Thematik empfehle ich Einstiegslektüre Bücher John Lott und anderen Kriminologen, die nach dem Studium der Statistiken in verschiedenen Ländern deckungsgleiche Schlüsse gezogen haben. Die Thematik ist sehr komplex, aber John Lott hat es auf einen Kernsatz gebracht, der statistisch bewiesen wurde: "More Guns, less Crime.".
Ob das Studium der Statistiken jetzt 'krank' ist, überlasse ich anderen. Ich bin allerdings auch der erste, der verlangt, dass solche Leute sorgfältig ausgebildet sind, und bei Fahrlässigkeit hart rangenommen werden. Der Käse mit "ein Schuss hat sich gelöst" will ich auch nicht mehr hören, sondern das müsste "ich habe mit dem Abzug gespielt und keinen blassen Schimmer über die 4 Sicherheitsregeln im Umgang mit Schusswaffen" heissen.
Noch einmal: Wer in Texas Schusswaffen tragen verdeckt will, muss eine Bewilligung haben, die an einige Bedingungen geknüpft ist:
1. Keine Strafregistereinträge
2. Sauberer Leumund
3. Abschluss von Kursen, inkl. praktischen Schiesstest.
Wer das auch noch an Bildungsinstitutionen tun will, muss noch eine Genehmigung des Bezirks haben, sonst gibt es Kummer. Die Polizei wird wissen, dass in dem Schulbezirk Lehrer Waffen tragen dürfen, und sich auch dementsprechend verhalten. Aber meistens sind beim Eintreffen der Polizei die Täter schon ziemlich tot, nur mit dem Unterschied, dass sie in dem Bezirk weniger (wenn überhaupt) unbeteiligte Opfer zu beklagen haben als in einer 'gun-free zone', und damit werden die Leute, die legal eine Schusswaffe verwendet haben, diese nicht mehr in der Hand haben, und damit einem Polizeibeamten den Vorwand geben, sie zu erschiessen.
Wenn man jetzt als Vater die Möglichkeit hat, sein Kind an zwei qualitiv gleichwertige Schulen zu schicken, die eine aber bewaffnete und darin gut geschulte Lehrer unterrichten, und in der anderen nicht - in welche Schule schickt man seine Kinder? Die Frage ist eigentlich relativ einfach zu beantworten, wenn man Virginia Tech und Littleton gesehen hat.
BTW: Blogger/Google nicht die einzige Blogging-Software mit Kommentarfunktion. Aber vielleicht ist für die User dieser Software die stets wechselnde Captcha-Methode etwas schwieriger zu verwenden, da man sich nicht einstellen kann. Das Resultat ist aber einfach - Null Spam. Und bei mir gibts als Komfortfeature eine eingebaute multilinguale Rechtschreibekontrolle.
2 Fragen an den Verfasser:
- Was sagst du den dazu das "jeder" Kriminelle mit einer Knarre rumlaufen kann und brave Bürger berauben und bedohen kann? Und der Bürger sich nicht wehren kann, ausser er würde sich ebenso illegal eine Waffe besorgen. Zudem sobald bei uns ein Polizist seine Waffe zieht das Geschrei aus der linken Ecke riesig wird? Dieser macht das ja sicher nicht um Rambo zu spielen!
- Was ist deine Meinung zum Polizeilichen Finalen Rettungsschuss?