Montag, Oktober 13, 2008
Arlesheim Reloaded entdeckt Mousseman
Das Blog Arlesheim Reloaded scheint endlich den Grund zu kennen, wieso die Finanzmärkte in der grössten Scheisse seit der Grossen Depression stecken:
Wie die Zeitung damals berichtet, übt die Clinton-Administration heftigen Druck auf den inzwischen verstaatlichte Hypothekenfinanzierer und 24 andere Banken aus, Kleinverdienern und Angehörigen von Minderheiten mit billigen Krediten zu einem Eigenheim zu verhelfen.
Quelle: Die Wurzel des Übels: Bill Clinton
Gelesen hat das Manfred M. drüben bei Mousseman, der - neben Hetzartikeln gegen ihm missliebige ausländische Elemente in unserer schönen, sauberen Schweiz - manchmal gar nicht so schlecht recherchierte Hintergrundartikel anliefert. So beispielsweise ein Blog-Post über die Sünden der us-amerikanischen Wohnbauförderung:
Wurde die Subprime-Krise von linken Lobbyorganisationen mitverursacht?
Ein Auszug aus dem Artikel liest sich wie folgt:
Das Resultat lässt sich sehen - die Subprime-Krise wird jetzt den Steuerzahler viele Milliarden Dollar kosten, um irgendwelchen McDonald's-Angestellten und Sozialfällen den Hauskauf zu ermöglichen, den sie sich nie und nimmer leisten konnten, und nur Kredite erhielten, weil die Banken dazu erpresst wurden.
War es also nur eine Frage der Zeit, bis dieses Förderungsprogramm explodierte und alles mit sich in die Tiefe riss? Nun, ich habe mir in den letzten Monaten eine etwas differenziertere Meinung gebildet. Es gibt (neben dem genannten Problem) zwei weitere äusserst wichtige Gründe, die zur Katastrophe der letzten 12 Monate führten (Dank: Jan):
- Staatliche Wohnbauförderung.
- Zinspolitik der Fed. Mit billigem Geld wurde der Markt geflutet - und von vielen Akteuren gedankenlos Risikopositionen aufgebaut, die sich als Bumerang erwiesen haben. Deshalb geht The Daily Reckoning heute soweit, Alan Greenspan die grösste Schuld am Debakel zu geben.
- Innovative Finanzprodukte. Erst die Finanzprodukte erlaubten die Salamisierung der Ramsch-Hypotheken (CDOs & SPVs). An den Rand des Ruins gebracht haben die Märkte aber schlussendlich die CDS ("Credit Default Swaps"), als einzelne grosse Finanzakteure -fast wie bei einem Dominospiel - kippten. Spannend werden solche Versicherungen auf Aktienverluste am Auszahlungstag, dem 21. Oktober 2008. Dann müssen wohl riesige Summen an die Versicherungsnehmer ausgezahlt werden, die sich gegen einen Kollaps der Lehman-Brüder versichert haben
Labels: Banken, Finanzen, Finanzkrise
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Kommentare
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Danke für die Differenzierung der Eindimensionalität, die sich Arlesheim Reloaded nennt.
Lass mich noch eine weitere und damit nochmal differenzierende Ursache anfügen. Basel II. Die Mindestkapitalanforderungen für Banken legen feste Sätze für Eigenmittel bei der Vergabe von Krediten fest. Wenn die Banken diese voll ausschöpfen, was sie in ihrer unendlichen Weitsicht natürlich machen, dann müssen sie plötzlich Eigenmittel aufbringen, wenn das Rating der Kredite sinkt. Wie gesehen, können sie das in Extremsituationen nicht alle gleichzeitig. Basel I hatte da eine sicherere Regelung. Aber in Arlesheim glaubt man sicher auch, dass die bösen linken an der Basel II Reform schuld sind.
Die Frage, die hier ebensowenig gestellt wurde, ist die des Huhns und vom Ei. Was war zuerst? Die kreativen Finanzprodukte, die zu tiefen Zinsen, und dann der CRA und die 'Lobbyarbeit' von suspekten Organisationen? Oder war's umgekehrt? Man muss sich nur überlegen, wie man die CDOs (und andere 'Securities', die auf dem privaten Immobilienhandel basieren) hätte vermeiden können. Was wäre passiert, wenn es nie einen CRA gegeben hätte?
Was war zuerst?
Kann und wird man nie beantworten (ausser du entdeckst die Möglichkeit, in Paralleldimensionen zu reisen).
Anstelle einfacher Schwarz-Weiss-Begründungen (ich weiss, dass du die am liebsten hast) sollte man die Ursachen der derzeitige Finanzkrise als das sehen, was sie sind: Ein Bündel von aufeinander einwirkenden Faktoren.
Herr Mousseman wird sich freuen. Die Quelle liegt jedoch in den USA, per RSS Feed.
Tut mir Leid.