Donnerstag, Oktober 02, 2008
Finanzinnovationen: Hauptsache niemand schnallts mehr!
Wie seine Investmentgesellschaft Olivant, deren 1,5 Milliarden Franken schweres UBS-Aktienpaket unauffindbar ist, fahnden Hunderte von Hedge-Fonds nach den Wertschriften, die sie bei der Pleitebank Lehman Brothers eingelagert haben.
[...] Problem: Ihre Wertschriften sitzen fest. Womöglich haben sie mit deren Transfer zu Lehman sogar ihre Eigentumsrechte verwirkt, schreibt die Konkursverwalterin PWC.
Äusserst komplex, die Sache. Wie können sich Aktien "in Luft auflösen"? Das soll ein Normalsterblicher mal verstehen ...
Labels: Banken, Finanzen, USA, Wirtschaft
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Das Hauptproblem bei solchen Produkten ist, dass man Experte sein sollte, wenn man seine Sachen einer Bank anvertraut, zumindest als Hedge Fund. Was jetzt genau mit den Aktien gegangen ist, ist dann das Bier der Hedge Funds und ihrer Anleger.
Das Prime Broker Problem ist ja in angelsächsischen Ländern schon länger bekannt, und man weiss, dass es nicht ein Depot ist, wenn man einer Investmentbank Aktien zur Verwendung gibt, und dafür Zinsen einstreicht.
Der 'Trick' hier ist eigentlich kein Hokuspokus:
1. Ich als HF habe für x Milliarden Aktien.
2. Ich leihe sie einer Investmentbank gegen Zins.
3. Investmentbank tätigt damit Geschäfte (z.B. um Short-Selling-Positionen abzubauen, von denen sie profitiert hat), oder streicht die Dividende ein.
Eigentum ist bei der Investmentbank, und wenn die eine Bruchlandung macht, sind die Aktien futsch, und auf jeden Fall keine privilegierte Forderung im Konkursfall - d.h., das könnte RICHTIG teuer werden.
Vielleicht gibt es irgendwo ein Buch mit dem Titel "Investmentbanking for Dummies"?