Samstag, 4. April 2009

Bye bye, Openmoko

He said in his speech that the company had to delay the development of the new Smartphone GTA03 in favor of an other product. Later in a face to face interview he said that almost half of the people working for the company were leaving or had to leave.

Quelle: read this » Blog Archive » Interview Sean Moss-Pultz

Ich bin ein grosser Verfechter von Linux und sonstiger Open-Source-Software. Doch leider verwundert es mich kein bisschen, dass die Realisierung eines Open-Source-Mobiltelefons anscheinend vor grossen Schwierigkeiten steht. Als wäre das nicht abzusehen gewesen … Verschiedene Gründe tragen meiner Meinung nach dazu bei:

  • Hardware-Entwicklung verschlingt viel Geld. Linux konnte sich nur den heutigen Marktanteil ergattern, weil es auf die billig herzustellende und vielerorts vorhandene x86er-Plattform zurückgriff – gefördert, das muss man einfach anerkennen, durch den Erzrivalen Microsoft und sein Windows-Ökosystem. Wenn schon Firmen mit Millionenbudgets wie Samsung, LG, Nokia, Sony Ericsson, Motorola massive Probleme haben und deren R&D-Abteilungen gegenüber dem Platzhirschen mit Apfel-Logo äusserst blass aussehen, wie soll es dann ein Linux-Büdchen mit ein paar wenigen Almosen schaffen, „the next big thing“ zu veröffentlichen?
  • Im Schatten des iPhones. Wie soll man Entwickler wie auch Kunden für ein Gerät interessieren, dass sich zuerst aus dem gigantischen Schlagschatten des iPhones herausboxen muss?
  • Geek only = geek only. Von Geeks, für Geeks. Die einzigen Personen, die dieses Gerät mir gegenüber in den letzten Monaten erwähnt haben, sind bis auf die letzte Stammzelle OSS-Anhänger. In den Augen von auf den Boden gebliebenen Personen haftet solchen Leuten (leider) oftmals das Image eines Spinners an.
  • It’s the Interface, stupid! Schön und gut, wenn ich per SSH auf mein Mobiltelefon zugreifen kann. Doch was bringt’s? Für den Endbenutzer ist die möglichst einfache Bedienung des Gerätes das A&O. Leider bin ich immer noch der Meinung, dass Linux im Vergleich zu Apple und Microsoft massive Schwächen im graphischen Benutzerinterface hat. Das iPhone hat hier einen meilenweiten Vorsprung als alles andere auf dem Markt erhältliche. Multitouch hätte meiner Meinung nach nie von der Open-Source-Hardware-Community entwickelt werden können …

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Labels: Apple, Linux

2 Kommentare Kommentare

Hannes sagt:

„Linux-Büdchen“ muss man hier schon ein wenig relativieren. Hinter der ganzen Sache steht FIC (http://www.fic.com.tw/), ein viele hundert Millionen schwerer Hardwarehersteller mit über 5000 Angestellten, der an der Börse Taipei gelistet ist (http://www.google.com/finance?q=TPE%3A3701) – ein blutarmer Geekhaufen sieht da anders aus.

Nachdem die Telefonentwicklung mal auf Eis gelegt ist, geht es anscheinend ja mit einem internetgestützten Bordnavi-Teil und wohl auch anderem weiter – aus dem Stellenabbau direkt auf den Untergang zu schliessen wäre wohl etwas voreilig.

Nur so,
Hannes

Hannes sagt:

Und vielleicht noch zu Multitouch: Wer hat’s erfunden? Nicht Apple. Wurde 1982 an einer Uni in Kanada erfunden, es existieren diverse Open Source Implementierungen. Apple hat das Potential erkannt, eine Firma gekauft, eingebaut und kassiert jetzt verdientermassen. Integrationsfähigkeit ist mit Innovationskraft nicht zu verwechseln.
Dass sich diverse Open Source Projekte wie etwa Open Office zunehmend von den proprietären Vorbildern emanzipieren („intuitiv“=wie bei MS) und eigene innovative User Experience Arbeit bringen, muss man hier im gleichen Atemzug wohl anfügen.

Wiederum nur so,
Hannes

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