Donnerstag, August 21, 2008
Wie unsere Armee nach richtigen Prioritäten investiert
Die Armee hat zwar kein Geld für den Bereich Logistik, will aber für über zwei Milliarden neue Kampfflugzeuge kaufen. «Das kommt mir vor wie eine Familie, die kein Geld für Putzmittel ausgeben, aber einen Ferrari kaufen will», sagt Armeekritiker Jo Lang von der Grünen Partei.
Quelle: Logistik-Chaos legt Schweizer Armee lahm - Schweiz - Espace
Freitag, August 08, 2008
US-Flotte soll angeblich wieder mal Iran angreifen
The build up of naval forces in the Gulf will be one of the largest multi-national naval armadas since the First and Second Gulf Wars. The intent is to create a US/EU naval blockade (which is an Act of War under international law) around Iran (with supporting air and land elements) to prevent the shipment of benzene and certain other refined oil products headed to Iranian ports. Iran has limited domestic oil refining capacity and imports 40% of its benzene. Cutting off benzene and other key products would cripple the Iranian economy. The neo-cons are counting on such a blockade launching a war with Iran.
Quelle: Europe: Massive US Naval Armada Heads For Iran
Na dann hoffen wir doch, dass denen unterwegs nicht das Benzin ausgeht. Oder noch schlimmer: Dass die USA vorher bankrott gehen und das Benzin nicht mehr bezahlen können ...
Seit ich bereits vor einigen Monaten auf eine solche "Der-Angriff-Auf-Den-Iran-Steht-Kurz-Bevor"-Meldung reingefallen bin, warte ich jetzt einfach mal ab. Wenn nicht in Iran, dann bricht heute halt als Kompensation an einem anderen Ort ein Krieg aus ...
Samstag, Juli 05, 2008
Guerilla-Kriege
Fact number one about guerrilla wars: They're not over until the guerrillas win. Mao set out the guerrilla's viewpoint 80 years ago: "The enemy wants to fight a short war, but we simply will not let him." The longer the guerrillas stay in the game, the sicker the occupying army gets. Sooner or later, they'll go home -- because they can. It's that simple, and it works.
Donnerstag, Juli 03, 2008
Die Armee hat endlich ein neues Feindbild
48 Armeeangehörige sind während einer Biwakierübung im Kanton Zürich von Zecken angefallen worden.
[...] «Wir wussten, dass diese Gegend als Zeckenhochrisiko-Gebiet gilt. Darum haben wird uns geweigert da im Unterholz zu übernachten.» Die WK-Soldaten waren nämlich nach dem Kander-Drama vorsichtig und hatten die Worte von Armeechef Roland Nef noch im Ohr, gefährliche Befehle zu verweigern.
Vergebens: Das Kompaniekommando befahl ihnen trotz Zeckengefahr im Unterholz zu campen.
Quelle: 20minuten.ch: 48 Soldaten von Zecken gebissen - Schweiz
Endlich. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion suchten unsere Militärs verzweifelt nach neuen blutrünstigen Gegnern, wurden aber kaum fündig. Natürlich hatten Terroristen nach 9/11 einen gewissen Höhenflug (dieses Wortspiel, köstlich), doch leider genügten ein paar bärtige, nach Jungfrauen im Paradies lechzende Fanatiker nicht aus, um die Volksseele mehr als ein paar Tage zu verängstigen.
Das sehnsuchtsvolle Warten hat ein Ende: Ab sofort heisst der Feind "Zecke". Sie ist klein, wendig, von uns kaum wahrzunehmen - bis es zu spät ist und sie uns wortwörtlich am Sack hängt. Wenn das nicht optimale Voraussetzungen sind, um der Armee endlich wieder einen Sinn zu geben?
Diesen Feind werden wir so schnell nicht ausrotten können, was nicht zuletzt den militärisch-industriellen Komplex freuen wird. Kampfflugzeuge, Panzer, Sturmgewehre, Stahlhelme, Riverrafting-Boote - all das wird in den Kampf gegen die hinterhältige Zecke geworfen.
Bleibt zu hoffen, dass schlussendlich das Gute über das Böse siegen wird.
Dienstag, Juni 24, 2008
Angriffsziel Iran
Vergangene Woche war bekannt geworden, dass Israel im April einen Angriff auf den Iran mit mehr als 100 Kampfjets geübt hatte.
Quelle: FTD.de - Marktberichte - Dax & Stoxx am Vormittag - Verkaufspanik erfasst den Dax - Seite 1 von 2
Was ich immer noch nicht verstehe: Wieso erwägen Israel und deren Radauschwester USA einen derartigen Angriff? Eine solche hirnrissige Aktion würde den Barrelpreis doch glatt 200USD treiben und so die Kriegseuphorie in den USA rasant zum erliegen bringen ...
Oder geht es "nur" darum, Obama zu verhindern und den Vietnam-Veteran John McCain ins Amt zu hieven?
Sonntag, Juni 22, 2008
Rambo Yves M.
Die riverraftenden Armeesoldaten waren letze Woche ein gefundenes Fressen für die Boulevard-Zeitung Blick. Während ich bisher der Meinung war, dass hier wieder mal einer nur zur Auflagensteigerung fertig gemacht werde, hat sich dieser Eindruck nun geändert.
Wer sich nämlich unter AdAs umhört, die unter oder mit ihm gedient haben, realisiert, dass es sich bei Yves "Maginid" um eine tickende Rambo-Zeitbombe gehandelt haben muss. Während die Armee-Etage von all den Symptomen nichts wissen und hören wollte (bewusst oder auf Grund der in unserer ach so tollen Armee grassierenden Fahrlässigkeit sei dahingestellt), war den "normalen" Leuten, dem Kanonenfutter, der Charakter von Y. M. sehr wohl bekannt.
Zwei Beispiele:
- Als er mit einer Deutschen liiert war, überquerte er regelmässig die Grenze im Kämpfer. Ein-Mann-Feindesverband im Grossen Kanton? Zum Glück haben das die Schwoben nicht bemerkt, sonst lebten wir jetzt unter einer Besatzungsmacht.
- Pfefferspray und besondere Messer - kein Problem. Seinen Soldaten beschaffte er alles, was ihre von ihm, dem Rambo, angestachelte Herz begehrten.
Mittwoch, Juni 11, 2008
Sinnlose Kampfflugzeuge
Die Zahl der Flugzeuge ergibt sich aus den Bedrohungsszenarien, mit denen die Planer spielen. Und hier bewegt sich das VBS in kühnen Dimensionen: Da ist die Schweiz plötzlich dermassen bedroht, dass sie während mehrerer Monate rund um die Uhr den Luftraum schützen muss. Da sausen Militärpiloten durch die Luft, um Schweizer Bodentruppen zu Hilfe zu eilen. In solchen Gedankenspielen geht vergessen, dass die Schweiz von lauter Nato-Staaten umgeben ist, die als natürlicher Schutzring wirken. Und dass Kampfjets gegen Terroristen grundsätzlich wenig taugen, wird auch ungenügend gewürdigt.
Quelle: Der Bund, 11. Juni 2008, "Kampf um die politische Lufthoheit", S. 7.
Mittwoch, Juni 04, 2008
Geldverschwendung mit Armee-Helikoptern leichtgemacht
Das hätte genau so gut der Schweizer Armee passieren können:
Sie sollten Sondereinsätze in Afghanistan fliegen, stehen aber seit acht Jahren wegen technischer Probleme am Boden: Acht Chinook-Helikopter hat Großbritannien gekauft, Erwerb und Wartung haben bis heute 500 Millionen Pfund verschlungen - der britische Rechnungshof ist alarmiert.
Labels: Armee, Grossbritannien
Sonntag, April 13, 2008
Das Reduit auf Facebook?
Im Online-Sozialnetz Facebook finden sich dutzende, möglicherweise hunderte Fotografien von militärischen Einrichtungen der israelischen Armee. Das berichtet die Jerusalem Post. Die von der Zeitung nach eigenen Angaben dort gefundenen Bilder zeigten neben den Soldaten selbst Inneneinrichtungen und Gelände von Militärbasen, also unter anderem elektronische Ausrüstung, Waffensysteme und Teile der Flugkontrolle. Sie seien dort von früheren und aktuellen Armeeangehörigen eingestellt worden.
Quelle: Facebook als Informationsleck der israelischen Armee
Das Web 2.0 ist halt zuviel des Guten für die Armee 0.1alpha ... Wie sollen die unser Land gegen die Kommunisten Terroristen verteidigen, wenn sie nicht mal fähig sind, bei ihren Soldaten das Photographier-Verbot durchzusetzen?
PS: Schade, dass es anscheinend die Raketensilos der atomar bestückten Marschflugkörper nicht ins Internet geschafft haben. Ah, stimmt, die Israelis haben ja gar keine Atombombe *hüstel*
Donnerstag, Januar 31, 2008
Wie werde ich mein Stgw los?
Folgende Dokumentation zeigt, wie schnell einen die Armee mit einem Sturmgewehr ausstattet, aber wie schwierig es ist, dieses wieder loszuwerden ...
Merke: Um das Stgw zu erhalten, spielt der Strafregisterauszug keine Rolle. Um es aber abgeben zu können, muss man einen unbedenklichen Leumund vorweisen. Hä? Genau das habe ich auch gedacht. Argumentation: Wenn jemand Einträge im Strafregister hat, könnte es ja sein, dass im Gewissenszeugnis, das der Soldat ebenfalls vorlegen muss, unwahre Tatsachen enthält. Umkehrschluss: Wer schon jemanden totgeschlagen hat (und folglich einen Eintrag im Strafregister vorweist), hat keine Chance, seine Armeewaffe abzugeben ...
Doch genug gefaselt, hier die zweiteilige Sendung von YouTube:
Via: www.monoceros.ch
Dank: Kollege Kure.
Samstag, Januar 19, 2008
Jositsch haut Gartenmann sowas von in die Pfanne!
[...] Bei ihm ist es so: Das Parlament hat beschlossen, dass die Taschenmunition abgegeben wird. Herr Gartenmann wird bei nächster Gelegenheit aufgefordert, das zu tun. Tut er es nicht, macht er sich strafbar. Dann wird ein militärstrafrechtliches Verfahren gegen ihn eingeleitet, mit Bestrafung und Durchsetzung des Urteils.
[...] Herr Gartenmann könnte auf politischem Weg aktiv werden, eine Volksinitiative lancieren oder sonst irgendetwas. Aber er setzt sich über die Rechtsordnung hinweg, und das kann man nicht dulden. Es ist nicht Aufgabe eines Angehörigen der Armee zu entscheiden, ob Munition abgegeben wird oder nicht.
[...] Sie haben nicht zu entscheiden, wann Sie «verruckt» werden, ob Sie den Entscheid richtig finden oder nicht. Wenn die zuständige Behörde entscheidet, dass Sie wie alle anderen Angehörigen der Armee Ihre Munition abgeben müssen, dann heisst es militärisch gesehen «Hier, verstanden!» und sonst gar nichts. Leute wie Sie muss man schlicht und ergreifend dazu nötigen, das zu tun, was die demokratischen Instanzen entschieden haben. Denn das sind die Spielregeln, und wenn Sie sich darüber hinwegsetzen, dann verhalten Sie sich undemokratisch und in diesem speziellen Fall kriminell.
[...] Ich bin nicht bereit, irgendwelche übergesetzlichen Überlegungen von Herrn Gartenmann zu diskutieren, die irgendwie kinderpsychologisch begründet sind.
Quelle: ACHTUNG, HIER WIRD SCHARF GESCHOSSEN!
A propos: Und wieder holt ein weiterer Vertreter der immergleichen "Das-Volk-Ist-König(-solange-es-in-unserem-Interesse-abstimmt)"-Partei zur Keule aus, wenn Gartenmann sagt:
Ein Referendum ist nicht möglich, denn die Heimfassung der Taschenmunition ist in einer Verordnung geregelt, über die kann das Parlament selber entscheiden. Ich meine, in der Schweiz ist das Volk der Souverän.
Da haben wir den Dank dafür, dass wir den Staatskunde-Unterricht zusammenstreichen ... Wird mit "Volks-Souveränität" argumentiert, müssten wir tausende Errungenschaften des Schweizerischen Staates der letzten 150 Jahre stornieren!
Irgendwann einmal sollte doch dieses Argument abgelutscht daherkommen?! Hoffentlich bald.
Freitag, Dezember 07, 2007
Sturmgewehr-Zahlenjongleur Urs Paul Engeler
Smythe hat sich zu einem Kommentar durchgerungen und "für mich" Engelers Artikel gelesen sowie die wichtigen Passagen herausgestrichen. Folgender Abschnitt ist mir ins Auge gestochen:
Die gesamtschweizerischen Erhebungen, die aktuellste für 2006 ist abzurufen unter Anhaltende Zunahme der Gewaltdelikte, belegen, dass die Gewehre, Revolver, Pistolen und Flinten in der Schweizer Kriminalität eine untergeordnete Rolle spielen. Bei den 198 vorsätzlichen Tötungsdelikten (60 «vollendet») war in 17 Prozent der Fälle eine Schusswaffe das «Tatmittel»; in 35 Prozent der Delikte hingegen, also mehr als doppelt so häufig, wurde ein Messer benutzt
Quelle: Messerland Schweiz
Fragen:
- Die Zahlen nennen "vorsätzliche Tötungsdelikte" - was ist mit "nicht-vorsätzlichen" (?) Tötungsdelikten? Unfällen mit der Armeewaffe? Suizid? Ich hege die Vermutung, dass Engeler die Wahl bewusst auf "vorsätzliche Tötungsdelikte" eingeschränkt hat. Sieht im Vergleich zu Messern halt schöner aus.
- 198 unvollendete Tötungsdelikte, davon 17 Prozent mit dem Tatmittel "Schusswaffe". 60 Tötungsdelikte vollendet - wie hoch ist hier das Tatmittel Schusswaffe? 90%? Ich behaupte ohne besseres Wissen einfach mal, dass ich mit einer Waffe jemand deutlich schneller und effektiver umbringe, als wenn ich ihn nach allen Regeln der Metzgerskunst aufschlitze. Gerne lasse ich mir das Gegenteil beweisen (in Theorie, notabene).
- 17% von 198 sind knapp 34 Mordversuche. Kann man nicht auch hier eine Vision Zero fordern (ob man sie erreicht, ist eine andere Frage)? Oder muss man die 34 Versuche einfach so hinnehmen - den Eltern des Opfers vom Hönggerberg auf die Schultern klopfen und sagen "That's life, einmal muss jeder gehen"?
Wie ich in den Kommentaren noch einmal ausdrücklich klargestellt habe:
Ich, Mario Aeby, will nicht, dass mit Schnellfeuerwaffen aus Staatsbesitz gemordet wird!
Labels: Armee
Freitag, Dezember 07, 2007
Es geht auch ohne Sturmgewehr!
Angeregt durch den Tagi-Artikel Armee geht gegen Filme im Netz vor habe ich mich auf die Suche nach YouTube-Flicks gemacht. Erster Fund:
Seht ihr? Es muss nicht immer die Chäpslipistole sein. Machen wir es wie die alten Römer!
Übrigens: Gemäss einem Kollegen soll es auf Youtube auch noch Videos von Botschaftsbewachern geben, in denen an die bewachten Objekte geseicht wird. Bravo!
Labels: Armee, Blogosphäre, Web
Mittwoch, November 28, 2007
Politischer Profit mit Francesca
Im Widerspruch zur Bundespräsidentin meinte Verteidigungsminister Schmid daraufhin, dass er Erklärungen verurteile, «die darauf abzielen aus dieser Affäre politischen Profit zu schlagen». Der Vorsteher des VBS sagte, dass sich die Kritik in diesem Fall nicht gegen die Armeewaffe, sondern gegen die Armee richte.
Quelle: Diskussion um Armeewaffen neu lanciert
Ja und? Wenn in Zürich eine BMW-Fahrende Sozialhilfebezügerin enttarnt wird, sehen auch gleich alle Rechtsbürgerlichen einen Systemfehler, der umgehend behoben werden muss. Im Mordfall hingegen soll es sich gemäss denselben Schreiern um einen Einzelfall handeln, der nicht auf ein Versagen des Systems hindeutet.
Alle Soldaten zur Waffenrückgabe aufzufordern, wäre ein Misstrauensvotum gegenüber der grossen Mehrheit. Diese verdiene es nicht, mit jenen in den gleichen Topf geworfen zu werden, denen man keine Waffe anvertrauen könne.
Man ersetze "Soldaten" mit "Sozialhilfebezügern", "Waffenrückgabe" mit "Verzicht auf Sozialhilfe", "Waffe" mit "Steuergeld" ...
Liebe Leute - so funktioniert Politik halt. Probleme erkennen und Lösungen präsentieren. Wie denn sonst möchte Herr Schmid solche Morde verhindern? Wenn er einen besseren Vorschlag hat, bin ich der erste, der ihm zuhört und sich von seinen Argumenten überzeugen lässt.
Sonntag, Juni 03, 2007
Bloggender Sdt
Per Zufall bin ich auf ein Blog eines schweizerischen Panzergrenadiers i.A. gestossen:
Panzergrenadier Rekrutenschule
Verrückte Säue!
Tödliche Waffen
Wir lernten eine neue Waffe (GWA – Gewehraufsatz) kennen, mit welchen Splitterpatronen abgefeuert werden können. Diese Waffe ist besonders für den Häuserkampf geeignet um Räume zu säubern. Die Splipat hat eine Reichweite von max. 110 Meter und detoniert nach dem Aufprall sofort. Es werden 500 Splitter freigesetzt, was heisst, dass nach 4m immer noch 4 Splitter auf einem Quadratmeter verteilt sind. [...]
Quelle: Panzergrenadier Rekrutenschule - Woche 10
Höchst effektiv, was die "Giele" da alles lernen. Leicht ketzerisch möchte ich aber doch einwenden, dass ich unserer Armee nicht zutraue, bis zu einem Häuserkampf zu überleben ... "think eMeidi, du elender Defätist!" Die Wehrpflichtigen werden mich in einem kriegerischen Konflikt garantiert vom Gegenteil überzeugen.
Dürfen die das?
Unterliegt Militärpersonal eigentlich keiner Verschwiegenheitspflicht, Herr Keckeis? Oder wurde das Blog von den "Grünen" authorisiert?
Etwas Statistik
Spannend ist die Abstimmung am linken Rand: Drei Viertel der abstimmenden Besucher haben keinen Militärdienst absolviert. Auch ich gehöre dazu :-)
Labels: Armee
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