Montag, November 23, 2009
Mein Senf zum Waffenexport
Wenige Tage vor der Abstimmungen gehen die Emotionen über die Kriegsmaterialausfuhrverbotsinitiative (Mann ist das ein langes Wort!) hoch. Heute in fiel mir im Getümmel des Zibelemärits und herumfliegenden Konfettibomben wieder einmal die Plakatwerbung der Gegner der Initiative auf: Es stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel, so die Kernaussage. Was sowohl stimmt, als wohl auch gleich die einzig einigermassen von Waffen losgelöste Meldung ist, die man dem Stimmenden in dieser Sache überbringen kann. Und ja, vermutungsgemäss hat die Waffenlobby recht: Verbieten wir die Ausfuhr, verlagern die Unternehmen die Produktion halt ins Nahe gelegene Ausland. Auf Gewinne aus diesem Geschäft verzichtet kein BWLer freiwillig.
Zuerst gilt es dem idealistisch gesinnten Zeitgenossen vor Augen zu rufen, was wir Schweizer seit 1848 — und wohl schon zuvor — waren und heute immer noch sind: Opportunistenwölfe in Neutralitätsschafspelzen! Soll heissen: Wenn man es verkaufen kann, produzieren wir es. So weit so gut, hat es uns doch in einigen Bereichen an die Weltmarktspitze gebracht.
Das einzige Problem an Waffen ist aber, dass diese von niemandem gekauft werden, um sie ins Wohnzimmer zu stellen, sondern entweder um abzuschrecken (dann ist's noch nicht ganz so schlimm) oder aber um sie ihrem klassischen Anwendungszweck zuzuführen: Um damit Menschen umzubringen, was dann wirklich der schlimmschte anzunehmende Fall ist.
Mit diesem Hintergrundwissen bewaffnet [sic!] ist es relativ einfach, den Ausgang dieser einen Abstimmung vorauszusagen.
Und doch möchte ich fragen: Können Manager, die Waffenfirmen managen und nun mit dem Erhalt von Arbeitsplätzen das wohl schlagendste Argument entdeckt zu haben — können diese Leute wirklich unser Vertrauen erwecken? Wer nicht mit der Wimper zu zucken Waffen ausführt und dabei regungslos in Kauf nimmt, dass damit "Tote" produziert werden — kann der im Gegenzug wirklich derart viel Mitgefühl für "Arbeitsplätze" zeigen? Ich glaube eher nein ... Diese Jungs kalkulieren auch hier kaltblütig, wie sie es im Geschäftsleben gelernt haben. Aber im seinem Innersten ist halt jeder Schweizer ein kleiner Waffenhändler. Bleiben wir dabei!
Donnerstag, Oktober 29, 2009
Gesucht: Schweizer Wehrwillen
Den Schweizern ist irgendwann mal in den letzten Jahren der Wille abhandengekommen, sich gegen andere zur Wehr zu setzen.
Quelle: arlesheimreloaded-manfred-messmer - Vom Schweizer Unwillen, sich zu wehren
Wäre Mani Historiker, wüsste er, dass bereits Gen. Wille sel. den Wehrwillen unseres Volkes verloren gegangen sah. Das war um 1900. Seither ist er nie mehr aufgetaucht, dieser Wille, das Land bis auf den letzten Blutstropfen zu verteidigen. Doch irgendwie war es auch nicht wirklich nötig, denn kann sich jemand erinnern, wann die Schweizer Armee das letzte Mal an eine Front gezogen ist?
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Donnerstag, September 10, 2009
Straftatbestände gibt's ...
Der Auditor des Militärgerichts 4 hat Anklage wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, mehrfacher fahrlässiger Körperverletzung, mehrfacher Verletzung von Dienstvorschriften und Missbrauch und Verschleuderung von Material erhoben.
Quelle: Zwei Bergführer und ein Hauptmann müssen vor Gericht (Schweiz, NZZ Online)
Diesen Straftatbestand muss ich mir merken.
Montag, August 24, 2009
Tod durch Armeewaffen
Es ist einfach nicht richtig. Francesca wurde mit einer Armeewaffe und mit Armeemunition getötet: Ihr Tod ist eine Angelegenheit des Militärs.
Quelle: «Wir leben nicht mehr, wir überleben bloss» - Schweiz: Standard - bernerzeitung.ch
Mittwoch, August 05, 2009
Köppel, der Hobby-Historiker
Fazit: Die Belächlung des Réduit ist geschichtsblind. Noch so gern hätten die Deutschen die Schweiz in ihr Möchtegern-Weltreich integriert, nicht zuletzt als Truppenreservoir für spätere Feldzüge. Ohne Guisans Alpenriegel hätte die Schweiz ihre Unabhängigkeit verloren.
Quelle: Editorial: Guisans Réduit | Die Weltwoche, Ausgabe 31/2009 | www.weltwoche.ch
Gratuliere, Herr Köppel! Toller Artikel. Am Besten reichen Sie diesen umgehend zu einem Peer-Review bei einer Geschichtszeitschrift ein - und publizieren dann die vernichtende Kritik, die Ihnen ausgestellt wird. Falls man überhaupt darauf eingeht. Selbstverständlich können sie in einem weiteren Editorial genüsslich über "linke" ignorante Historiker herziehen. Win-win, meiner Meinung nach.
Ich bin zwar immer noch Geschichtsstudent, aber in meinem Studium habe ich gelernt, dass es einer historischen Arbeit nicht würdig ist, wenn man weder den aktuellen Forschungsstand darlegt, noch zu seiner Argumentation ausschliesslich ein einziges Werk zitiert.
Nach einer kurzen Recherche im Bibliothekskatalog gehe ich davon aus, dass es sich bei Köppels Zitat konkret um die 20-seitige Publikation
Stüssi-Lauterburg, Jürg. - Allein : die Schweiz zwischen dem 5. März 1940 und dem 5. August 1941 / von Jürg Stüssi-Lauterburg. - Aarau : Interessengemeinschaft Schweiz - Zweiter Weltkrieg Geschäftsstelle, 2004 [003566411]
Quelle: IDS Basel Bern 003566411
handelt.
Interessengemeinschaft Schweiz - Zweiter Weltkrieg? Dieser Name tönt spontan äusserst verdächtig. Und siehe da, die im Studium anerzogene quellenkritische Hinterfragung erweist sich in diesem Fall als äusserst treffend:
Die Interessengemeinschaft Schweiz - Zweiter Weltkrieg hat sich zum Ziel gesetzt, die Leistungen der Aktivdienstgeneration wahrheitsgemäss darzustellen. Sie ist eine Dachorganisation, der über 20 Organisationen mit rund 25'000 Mitglieder angeschlossen sind. Sie unterstützt Personen und Publikationen, die ein gewisses Gegengewicht setzen zum Trend, die Schweiz und ihre damaligen Verantwortlichen zu verunglimpfen. Die IG wehrt sich dagegen, dass das Ansehen der Schweiz wieder demontiert wird.
Quelle: Interessengemeinschaft Schweiz - Zweiter Weltkrieg
Wir sehen hier die Heirat zwischen Thesenjournalismus und tendenzieller Geschichtsschreibung in grosser Perfektion. Aber bei der Weltwoche und ihren Machern ist das ja Programm.
Darf man zudem raten, ob es sich bei den 25'000 Mitgliedern um mehrheitlich Historiker handelt? Ich denke kaum; viel eher wird sich dahinter die AUNS und sonstige Vereinigungen verstecken, die die - seinerzeit durchaus taktisch kluge - Propaganda von der "geistigen Landesverteidigung" und vom "Réduit" bis heute als bare Münze nehmen.
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Dienstag, Juli 14, 2009
Polit-Einmaleins für die sozialistischen Arbeiter von 1918
Emil Sonderegger, Kommandant der Truppen in Zürich während des Landesstreiks im November 1918:
Ich habe nie etwas mit der Politik zu tun gehabt und besitze nur die einfachen, aber nicht von den Details der Praxis getrübten politischen Grundbegriffe des einfachen Bürgers. Diese sagen mir, dass es Pflicht einer Regierung ist, Verfassung und Gesetz durchzuführen. Verfassung und Gesetz aber erforden die volle Handlungsfreiheit des Bürgers. Wohl kann man ja der Ansicht sein, der Schutz der wirtschaftlich schwächeren Klasse erfordere für sie ein besonders Koalitionsrecht unter Opferung eines Teiles der persönlichen Freiheit des einzelnen. Wenn man dieser Ansicht ist, muss man suchen, ihr gesetzliche Form zu geben. Ist sie dann der Wille der Mehrheit des Schweizervolkes, so wird sie Gesetz. Die Regierung wird dann dieses Gesetz durchführen, und die Truppe wird sie unterstützen. Bis jetzt aber ist nichts davon vorhanden, es besteht nicht einmal ein Vorschlag dafür.
Quelle: Frey, Daniel: "Vor der Revolution? Der Ordnungsdienst-Einsatz der Armee während des Landesstreiks in Zürich", Zürich, 1998, S. 204.
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Montag, April 06, 2009
Zum Zustand der USA
We mortgaged our future and the future has now begun.
Quelle: Clusterfuck Nation by Jim Kunstler : Strange Days
Kunstler prophezeit Ausschreitungen in den USA, die die Vietnam-Proteste und den amerikanischen Bürgerkrieg wie Zärtlichkeiten von frisch Verliebten aussehen lassen wird. Der Mob rüstet sich seinem Eindruck nach, um den Bonus-Babies die materiellen Besitztümer zu nehmen. Mal schauen ...
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Samstag, Januar 03, 2009
Israel hat Verbesserungspotential
Erbärmlich für ein reiches, nach Westen orientiertes Land, das garantiert mit genügend klugen Köpfen bevölkert ist:
Israel has plenty of tactics for war, but none for peace
Quelle: Jonathan Freedland: Israel has tactics for war, but none for peace | Comment is free | The Guardian
Aber natürlich darf man auch weiterhin schwarz/weiss malen, und das ganze Debakel den Palästinensern in die Schuhe schieben ...
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Sonntag, November 09, 2008
Utopische Wege zu einer drogenfreien Gesellschaft
Moussi hatte wieder mal einen ganz besonderen Einfall und erfindet kurzerhand die Lösung auf alle Drogenprobleme unseres Landes (während sich die Gesellschaft seit Jahrzehnten die Zähne daran ausbeisst - Moussi for President):
- An der Aushebung wird man betreffend seinem Drogenkonsum befragt.
- Wer Drogen konsumiert, und sich damit aus dem Militärdienst schmuggeln will, muss ein Formular unterschreiben.
- Das Formular gilt automatisch als Schuldanerkennung und Geständnis. Entweder unterschreibt man das Formular, oder man macht Militärdienst.
- Strafanzeige gegen den potentiellen Rekruten wird erhoben.
- Arbeitgebern muss mittels Formular offengelegt werden, wieso man nicht militärdienst- und zivilschutzpflichtig ist. Drogenkonsum tut sich da besonders gut, insbesondere im Kapitel 'Zuverlässigkeit'.
Quelle: Wie man das Problem der jugendlichen Drogenkonsumenten lösen kann | Snoop InfoSystems
Nun, alles gut und recht. Doch ... was ist mit all den Werbe-Fachleuten da draussen, die für ihren Kokain-Konsum bekannt sind? Oder die armen Investment-Banker, die sich mit Aufputschmitteln und Antidepressiva vollpumpen - gerade in Zeiten von Finanzkrisen? Die armen Jungs wären doch ohne die Substanzen nicht mehr arbeitsfähig ...
Auch sehr Schade ist doch, dass in der Armee die legale Droge Alkohol immer noch hoch im Kurs ist. Leider erzählt René nicht, was er davon hält und ob er dieses Laster ebenfalls mittels brutaler Repression austreiben möchte. Dagegen kann man leider auch mit dem seligen "Formulare unterschreiben" (sowas kann nur einem Schweizer Bünzli in den Sinn kommen ...) nichts ausrichten:
Es sind schon ein paar Bier geflossen. Die Krawatte an der Ausgangsuniform sitzt locker, der Grabstein hängt neckisch über dem Hemd. Die Stimmung im Winterthurer Nachtclub Coyote Ugly wird durch die Tänzerinnen auf dem Tresen zusätzlich angeheizt.
Da überkommt es Soldatin Bea R.*: Zuerst hilft sie ihrem Kameraden aus dem Gwändli. Knöpft sein Hemd auf. Plötzlich gesellt sie sich zu den Tänzerinnen. Räkelt sich an der Stange. Die Krawatte hat sie inzwischen um die Hüfte gebunden.
Dann fallen BH und Hemd. Oben ohne tänzelt die junge Frau weiter. Unter den verdutzten Augen der Bargäste. Und vor der Linse eines Fotografen eines Ausgehportals.
Quelle: Chaos-Armee macht sich nackig
Ich will die Drogen hiermit nicht verharmlosen. Doch ich bin der festen Überzeugung, dass Leute wie Moussi auch für eine rauch-, alkohol- und medikamentenfreie Armee kämpfen sollten.
Indem man sich aber auf die pöhsen, pöhsen "Drögeler" einschiesst, vergessen einige Leute solche Schlagzeilen:
Hunderte 10-Jährige trinken sich ins Spital
Quelle: Hunderte 10-Jährige trinken sich ins Spital
Labels: Armee, Drogen, Gesellschaft, Schweiz
Donnerstag, August 21, 2008
Wie unsere Armee nach richtigen Prioritäten investiert
Die Armee hat zwar kein Geld für den Bereich Logistik, will aber für über zwei Milliarden neue Kampfflugzeuge kaufen. «Das kommt mir vor wie eine Familie, die kein Geld für Putzmittel ausgeben, aber einen Ferrari kaufen will», sagt Armeekritiker Jo Lang von der Grünen Partei.
Quelle: Logistik-Chaos legt Schweizer Armee lahm - Schweiz - Espace
Freitag, August 08, 2008
US-Flotte soll angeblich wieder mal Iran angreifen
The build up of naval forces in the Gulf will be one of the largest multi-national naval armadas since the First and Second Gulf Wars. The intent is to create a US/EU naval blockade (which is an Act of War under international law) around Iran (with supporting air and land elements) to prevent the shipment of benzene and certain other refined oil products headed to Iranian ports. Iran has limited domestic oil refining capacity and imports 40% of its benzene. Cutting off benzene and other key products would cripple the Iranian economy. The neo-cons are counting on such a blockade launching a war with Iran.
Quelle: Europe: Massive US Naval Armada Heads For Iran
Na dann hoffen wir doch, dass denen unterwegs nicht das Benzin ausgeht. Oder noch schlimmer: Dass die USA vorher bankrott gehen und das Benzin nicht mehr bezahlen können ...
Seit ich bereits vor einigen Monaten auf eine solche "Der-Angriff-Auf-Den-Iran-Steht-Kurz-Bevor"-Meldung reingefallen bin, warte ich jetzt einfach mal ab. Wenn nicht in Iran, dann bricht heute halt als Kompensation an einem anderen Ort ein Krieg aus ...
Samstag, Juli 05, 2008
Guerilla-Kriege
Fact number one about guerrilla wars: They're not over until the guerrillas win. Mao set out the guerrilla's viewpoint 80 years ago: "The enemy wants to fight a short war, but we simply will not let him." The longer the guerrillas stay in the game, the sicker the occupying army gets. Sooner or later, they'll go home -- because they can. It's that simple, and it works.
Donnerstag, Juli 03, 2008
Die Armee hat endlich ein neues Feindbild
48 Armeeangehörige sind während einer Biwakierübung im Kanton Zürich von Zecken angefallen worden.
[...] «Wir wussten, dass diese Gegend als Zeckenhochrisiko-Gebiet gilt. Darum haben wird uns geweigert da im Unterholz zu übernachten.» Die WK-Soldaten waren nämlich nach dem Kander-Drama vorsichtig und hatten die Worte von Armeechef Roland Nef noch im Ohr, gefährliche Befehle zu verweigern.
Vergebens: Das Kompaniekommando befahl ihnen trotz Zeckengefahr im Unterholz zu campen.
Quelle: 20minuten.ch: 48 Soldaten von Zecken gebissen - Schweiz
Endlich. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion suchten unsere Militärs verzweifelt nach neuen blutrünstigen Gegnern, wurden aber kaum fündig. Natürlich hatten Terroristen nach 9/11 einen gewissen Höhenflug (dieses Wortspiel, köstlich), doch leider genügten ein paar bärtige, nach Jungfrauen im Paradies lechzende Fanatiker nicht aus, um die Volksseele mehr als ein paar Tage zu verängstigen.
Das sehnsuchtsvolle Warten hat ein Ende: Ab sofort heisst der Feind "Zecke". Sie ist klein, wendig, von uns kaum wahrzunehmen - bis es zu spät ist und sie uns wortwörtlich am Sack hängt. Wenn das nicht optimale Voraussetzungen sind, um der Armee endlich wieder einen Sinn zu geben?
Diesen Feind werden wir so schnell nicht ausrotten können, was nicht zuletzt den militärisch-industriellen Komplex freuen wird. Kampfflugzeuge, Panzer, Sturmgewehre, Stahlhelme, Riverrafting-Boote - all das wird in den Kampf gegen die hinterhältige Zecke geworfen.
Bleibt zu hoffen, dass schlussendlich das Gute über das Böse siegen wird.
Dienstag, Juni 24, 2008
Angriffsziel Iran
Vergangene Woche war bekannt geworden, dass Israel im April einen Angriff auf den Iran mit mehr als 100 Kampfjets geübt hatte.
Quelle: FTD.de - Marktberichte - Dax & Stoxx am Vormittag - Verkaufspanik erfasst den Dax - Seite 1 von 2
Was ich immer noch nicht verstehe: Wieso erwägen Israel und deren Radauschwester USA einen derartigen Angriff? Eine solche hirnrissige Aktion würde den Barrelpreis doch glatt 200USD treiben und so die Kriegseuphorie in den USA rasant zum erliegen bringen ...
Oder geht es "nur" darum, Obama zu verhindern und den Vietnam-Veteran John McCain ins Amt zu hieven?
Sonntag, Juni 22, 2008
Rambo Yves M.
Die riverraftenden Armeesoldaten waren letze Woche ein gefundenes Fressen für die Boulevard-Zeitung Blick. Während ich bisher der Meinung war, dass hier wieder mal einer nur zur Auflagensteigerung fertig gemacht werde, hat sich dieser Eindruck nun geändert.
Wer sich nämlich unter AdAs umhört, die unter oder mit ihm gedient haben, realisiert, dass es sich bei Yves "Maginid" um eine tickende Rambo-Zeitbombe gehandelt haben muss. Während die Armee-Etage von all den Symptomen nichts wissen und hören wollte (bewusst oder auf Grund der in unserer ach so tollen Armee grassierenden Fahrlässigkeit sei dahingestellt), war den "normalen" Leuten, dem Kanonenfutter, der Charakter von Y. M. sehr wohl bekannt.
Zwei Beispiele:
- Als er mit einer Deutschen liiert war, überquerte er regelmässig die Grenze im Kämpfer. Ein-Mann-Feindesverband im Grossen Kanton? Zum Glück haben das die Schwoben nicht bemerkt, sonst lebten wir jetzt unter einer Besatzungsmacht.
- Pfefferspray und besondere Messer - kein Problem. Seinen Soldaten beschaffte er alles, was ihre von ihm, dem Rambo, angestachelte Herz begehrten.
Mittwoch, Juni 11, 2008
Sinnlose Kampfflugzeuge
Die Zahl der Flugzeuge ergibt sich aus den Bedrohungsszenarien, mit denen die Planer spielen. Und hier bewegt sich das VBS in kühnen Dimensionen: Da ist die Schweiz plötzlich dermassen bedroht, dass sie während mehrerer Monate rund um die Uhr den Luftraum schützen muss. Da sausen Militärpiloten durch die Luft, um Schweizer Bodentruppen zu Hilfe zu eilen. In solchen Gedankenspielen geht vergessen, dass die Schweiz von lauter Nato-Staaten umgeben ist, die als natürlicher Schutzring wirken. Und dass Kampfjets gegen Terroristen grundsätzlich wenig taugen, wird auch ungenügend gewürdigt.
Quelle: Der Bund, 11. Juni 2008, "Kampf um die politische Lufthoheit", S. 7.
Mittwoch, Juni 04, 2008
Geldverschwendung mit Armee-Helikoptern leichtgemacht
Das hätte genau so gut der Schweizer Armee passieren können:
Sie sollten Sondereinsätze in Afghanistan fliegen, stehen aber seit acht Jahren wegen technischer Probleme am Boden: Acht Chinook-Helikopter hat Großbritannien gekauft, Erwerb und Wartung haben bis heute 500 Millionen Pfund verschlungen - der britische Rechnungshof ist alarmiert.
Labels: Armee, Grossbritannien
Sonntag, April 13, 2008
Das Reduit auf Facebook?
Im Online-Sozialnetz Facebook finden sich dutzende, möglicherweise hunderte Fotografien von militärischen Einrichtungen der israelischen Armee. Das berichtet die Jerusalem Post. Die von der Zeitung nach eigenen Angaben dort gefundenen Bilder zeigten neben den Soldaten selbst Inneneinrichtungen und Gelände von Militärbasen, also unter anderem elektronische Ausrüstung, Waffensysteme und Teile der Flugkontrolle. Sie seien dort von früheren und aktuellen Armeeangehörigen eingestellt worden.
Quelle: Facebook als Informationsleck der israelischen Armee
Das Web 2.0 ist halt zuviel des Guten für die Armee 0.1alpha ... Wie sollen die unser Land gegen die Kommunisten Terroristen verteidigen, wenn sie nicht mal fähig sind, bei ihren Soldaten das Photographier-Verbot durchzusetzen?
PS: Schade, dass es anscheinend die Raketensilos der atomar bestückten Marschflugkörper nicht ins Internet geschafft haben. Ah, stimmt, die Israelis haben ja gar keine Atombombe *hüstel*
Donnerstag, Januar 31, 2008
Wie werde ich mein Stgw los?
Folgende Dokumentation zeigt, wie schnell einen die Armee mit einem Sturmgewehr ausstattet, aber wie schwierig es ist, dieses wieder loszuwerden ...
Merke: Um das Stgw zu erhalten, spielt der Strafregisterauszug keine Rolle. Um es aber abgeben zu können, muss man einen unbedenklichen Leumund vorweisen. Hä? Genau das habe ich auch gedacht. Argumentation: Wenn jemand Einträge im Strafregister hat, könnte es ja sein, dass im Gewissenszeugnis, das der Soldat ebenfalls vorlegen muss, unwahre Tatsachen enthält. Umkehrschluss: Wer schon jemanden totgeschlagen hat (und folglich einen Eintrag im Strafregister vorweist), hat keine Chance, seine Armeewaffe abzugeben ...
Doch genug gefaselt, hier die zweiteilige Sendung von YouTube:
Via: www.monoceros.ch
Dank: Kollege Kure.
Samstag, Januar 19, 2008
Jositsch haut Gartenmann sowas von in die Pfanne!
[...] Bei ihm ist es so: Das Parlament hat beschlossen, dass die Taschenmunition abgegeben wird. Herr Gartenmann wird bei nächster Gelegenheit aufgefordert, das zu tun. Tut er es nicht, macht er sich strafbar. Dann wird ein militärstrafrechtliches Verfahren gegen ihn eingeleitet, mit Bestrafung und Durchsetzung des Urteils.
[...] Herr Gartenmann könnte auf politischem Weg aktiv werden, eine Volksinitiative lancieren oder sonst irgendetwas. Aber er setzt sich über die Rechtsordnung hinweg, und das kann man nicht dulden. Es ist nicht Aufgabe eines Angehörigen der Armee zu entscheiden, ob Munition abgegeben wird oder nicht.
[...] Sie haben nicht zu entscheiden, wann Sie «verruckt» werden, ob Sie den Entscheid richtig finden oder nicht. Wenn die zuständige Behörde entscheidet, dass Sie wie alle anderen Angehörigen der Armee Ihre Munition abgeben müssen, dann heisst es militärisch gesehen «Hier, verstanden!» und sonst gar nichts. Leute wie Sie muss man schlicht und ergreifend dazu nötigen, das zu tun, was die demokratischen Instanzen entschieden haben. Denn das sind die Spielregeln, und wenn Sie sich darüber hinwegsetzen, dann verhalten Sie sich undemokratisch und in diesem speziellen Fall kriminell.
[...] Ich bin nicht bereit, irgendwelche übergesetzlichen Überlegungen von Herrn Gartenmann zu diskutieren, die irgendwie kinderpsychologisch begründet sind.
Quelle: ACHTUNG, HIER WIRD SCHARF GESCHOSSEN!
A propos: Und wieder holt ein weiterer Vertreter der immergleichen "Das-Volk-Ist-König(-solange-es-in-unserem-Interesse-abstimmt)"-Partei zur Keule aus, wenn Gartenmann sagt:
Ein Referendum ist nicht möglich, denn die Heimfassung der Taschenmunition ist in einer Verordnung geregelt, über die kann das Parlament selber entscheiden. Ich meine, in der Schweiz ist das Volk der Souverän.
Da haben wir den Dank dafür, dass wir den Staatskunde-Unterricht zusammenstreichen ... Wird mit "Volks-Souveränität" argumentiert, müssten wir tausende Errungenschaften des Schweizerischen Staates der letzten 150 Jahre stornieren!
Irgendwann einmal sollte doch dieses Argument abgelutscht daherkommen?! Hoffentlich bald.
Freitag, Dezember 07, 2007
Sturmgewehr-Zahlenjongleur Urs Paul Engeler
Smythe hat sich zu einem Kommentar durchgerungen und "für mich" Engelers Artikel gelesen sowie die wichtigen Passagen herausgestrichen. Folgender Abschnitt ist mir ins Auge gestochen:
Die gesamtschweizerischen Erhebungen, die aktuellste für 2006 ist abzurufen unter Anhaltende Zunahme der Gewaltdelikte, belegen, dass die Gewehre, Revolver, Pistolen und Flinten in der Schweizer Kriminalität eine untergeordnete Rolle spielen. Bei den 198 vorsätzlichen Tötungsdelikten (60 «vollendet») war in 17 Prozent der Fälle eine Schusswaffe das «Tatmittel»; in 35 Prozent der Delikte hingegen, also mehr als doppelt so häufig, wurde ein Messer benutzt
Quelle: Messerland Schweiz
Fragen:
- Die Zahlen nennen "vorsätzliche Tötungsdelikte" - was ist mit "nicht-vorsätzlichen" (?) Tötungsdelikten? Unfällen mit der Armeewaffe? Suizid? Ich hege die Vermutung, dass Engeler die Wahl bewusst auf "vorsätzliche Tötungsdelikte" eingeschränkt hat. Sieht im Vergleich zu Messern halt schöner aus.
- 198 unvollendete Tötungsdelikte, davon 17 Prozent mit dem Tatmittel "Schusswaffe". 60 Tötungsdelikte vollendet - wie hoch ist hier das Tatmittel Schusswaffe? 90%? Ich behaupte ohne besseres Wissen einfach mal, dass ich mit einer Waffe jemand deutlich schneller und effektiver umbringe, als wenn ich ihn nach allen Regeln der Metzgerskunst aufschlitze. Gerne lasse ich mir das Gegenteil beweisen (in Theorie, notabene).
- 17% von 198 sind knapp 34 Mordversuche. Kann man nicht auch hier eine Vision Zero fordern (ob man sie erreicht, ist eine andere Frage)? Oder muss man die 34 Versuche einfach so hinnehmen - den Eltern des Opfers vom Hönggerberg auf die Schultern klopfen und sagen "That's life, einmal muss jeder gehen"?
Wie ich in den Kommentaren noch einmal ausdrücklich klargestellt habe:
Ich, Mario Aeby, will nicht, dass mit Schnellfeuerwaffen aus Staatsbesitz gemordet wird!
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Freitag, Dezember 07, 2007
Es geht auch ohne Sturmgewehr!
Angeregt durch den Tagi-Artikel Armee geht gegen Filme im Netz vor habe ich mich auf die Suche nach YouTube-Flicks gemacht. Erster Fund:
Seht ihr? Es muss nicht immer die Chäpslipistole sein. Machen wir es wie die alten Römer!
Übrigens: Gemäss einem Kollegen soll es auf Youtube auch noch Videos von Botschaftsbewachern geben, in denen an die bewachten Objekte geseicht wird. Bravo!
Labels: Armee, Blogosphäre, Web
Mittwoch, November 28, 2007
Politischer Profit mit Francesca
Im Widerspruch zur Bundespräsidentin meinte Verteidigungsminister Schmid daraufhin, dass er Erklärungen verurteile, «die darauf abzielen aus dieser Affäre politischen Profit zu schlagen». Der Vorsteher des VBS sagte, dass sich die Kritik in diesem Fall nicht gegen die Armeewaffe, sondern gegen die Armee richte.
Quelle: Diskussion um Armeewaffen neu lanciert
Ja und? Wenn in Zürich eine BMW-Fahrende Sozialhilfebezügerin enttarnt wird, sehen auch gleich alle Rechtsbürgerlichen einen Systemfehler, der umgehend behoben werden muss. Im Mordfall hingegen soll es sich gemäss denselben Schreiern um einen Einzelfall handeln, der nicht auf ein Versagen des Systems hindeutet.
Alle Soldaten zur Waffenrückgabe aufzufordern, wäre ein Misstrauensvotum gegenüber der grossen Mehrheit. Diese verdiene es nicht, mit jenen in den gleichen Topf geworfen zu werden, denen man keine Waffe anvertrauen könne.
Man ersetze "Soldaten" mit "Sozialhilfebezügern", "Waffenrückgabe" mit "Verzicht auf Sozialhilfe", "Waffe" mit "Steuergeld" ...
Liebe Leute - so funktioniert Politik halt. Probleme erkennen und Lösungen präsentieren. Wie denn sonst möchte Herr Schmid solche Morde verhindern? Wenn er einen besseren Vorschlag hat, bin ich der erste, der ihm zuhört und sich von seinen Argumenten überzeugen lässt.
Sonntag, Juni 03, 2007
Bloggender Sdt
Per Zufall bin ich auf ein Blog eines schweizerischen Panzergrenadiers i.A. gestossen:
Panzergrenadier Rekrutenschule
Verrückte Säue!
Tödliche Waffen
Wir lernten eine neue Waffe (GWA – Gewehraufsatz) kennen, mit welchen Splitterpatronen abgefeuert werden können. Diese Waffe ist besonders für den Häuserkampf geeignet um Räume zu säubern. Die Splipat hat eine Reichweite von max. 110 Meter und detoniert nach dem Aufprall sofort. Es werden 500 Splitter freigesetzt, was heisst, dass nach 4m immer noch 4 Splitter auf einem Quadratmeter verteilt sind. [...]
Quelle: Panzergrenadier Rekrutenschule - Woche 10
Höchst effektiv, was die "Giele" da alles lernen. Leicht ketzerisch möchte ich aber doch einwenden, dass ich unserer Armee nicht zutraue, bis zu einem Häuserkampf zu überleben ... "think eMeidi, du elender Defätist!" Die Wehrpflichtigen werden mich in einem kriegerischen Konflikt garantiert vom Gegenteil überzeugen.
Dürfen die das?
Unterliegt Militärpersonal eigentlich keiner Verschwiegenheitspflicht, Herr Keckeis? Oder wurde das Blog von den "Grünen" authorisiert?
Etwas Statistik
Spannend ist die Abstimmung am linken Rand: Drei Viertel der abstimmenden Besucher haben keinen Militärdienst absolviert. Auch ich gehöre dazu :-)
Labels: Armee
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