Freitag, Dezember 18, 2009

Die Schweiz schaute bei der Crédit Suisse einfach weg

Weil die Schweiz offenbar nicht in der Lage ist, internationale Sanktionen, bei denen sie mitmacht, bei hier tätigen Unternehmen durchzusetzen, kassieren die USA das Bussgeld.

Quelle: arlesheimreloaded-manfred-messmer - Ein weiterer Pflock für die Abzockerinitiative

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Samstag, Oktober 31, 2009

Verpasster Bankensturm 2008

«Der Bank-Bank-Markt war klinisch tot. Noch ein Konkurs – und nach drei Tagen wären drei grosse Banken dicht gewesen. Und drei Tage später 1500 Banken», sagte ein Banker von Credit Suisse. «Der letzte Herbst war eine aufregende Zeit.» Die nächsten Schritte würden dann «logisch wie eine atomare Kettenreaktion» (so der Banker) folgen: Panik, gestürmte Schalterhallen, Schliessung der restlichen Banken. Und darauf: Tote Bankomaten, wertlose Kreditkarten, keine Überweisungen mehr. Alle Transaktionen auf Cash.

Quelle: Was, wenn das Weltfinanzsystem abstürzt? - News Wirtschaft: Konjunktur - bernerzeitung.ch

Hmmm ... wahrlich ein äusserst spannender Gedanke! Mit Edelmetallen in der Hand hätte man wohl auf Grosseinkauf gehen können. Und für was wäre man dann eigentlich noch arbeiten gegangen? Sparen wir uns die Hypothesen für den Ernstfall.

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Donnerstag, September 17, 2009

Die Mär vom Nutzen der Boni

Geniales Video - selbst wer diese 20 Minuten nicht hat, sollte die Präsentation von Dan Pink trotzdem schauen. Ultrakurzzusammenfassung:

  • Das Gerücht, dass Menschen in Wissensgesellschaften produktiver sind, wenn sie für ausserordentliche Arbeiten finanziell belohnt werden, ist falsch. Die Wissenschaft kann seit 40 Jahren nicht nachweisen, dass Boni und dergleichen zu besseren Leistungen führen. Wieso die Superhirnis in der UBS ihrem Ospel 18 Millionen Boni gezahlt haben, wird - neben dem mittlerweile offensichtlich gewordenen Missmanagement - hier noch doppelt fragwürdiger.
  • Das wichtigste Gut für Wissensarbeiter ist Autonomie. Keine Sitzungen, keine engen Zeitpläne - dafür das Selbstbestimmungsrecht, wo, wann und wie man etwas tun will. Nur, indem man Arbeiter von äusseren Zwängen befreit, kann sich deren Hirn entfalten (kommen wir hier schon ins Anarchistische hinein?!)
  • Aus meiner Sicht spricht dieses Video auch sehr stark für die Einführung eines Grundeinkommens. Gerade ein solches Grundeinkommen würde diese offensichtlich so nutzbringende Autonomie innerhalb der ganzen Gesellschaft etablieren lassen. Die grösste Gefahr wäre das Müssiggängertum - doch als Optimist, wie ich in solchen Dingen bin, sähe ich eine kreative Explosion.

Und ja, natürlich kenne ich Atlassian - wusste aber nichts von deren Fedex Day mit dem Motto "You have to deliver in one day!"

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Mittwoch, September 16, 2009

LGT kann tödlich wirken

Um 100 Millionen Dollar soll Finn Caspersen den US-Fiskus betrogen haben. Bevor die Steuerbehörde Anklage gegen den Mäzen erheben konnte, tötete sich dieser in seinem Golf-Club. [...] Er soll Teile seines Vermögens bei der LGT, der Bank des Fürstenhauses von Liechtenstein, parkiert haben – vorbei am Fiskus.

Quelle: US-Milliardär erschiesst sich nach Ermittlungen der Steuerbehörde - News Wirtschaft: Konjunktur - bernerzeitung.ch

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Donnerstag, August 20, 2009

Top, die UBS-Wette gilt

Was für den Bund beim Verkauf tatsächlich herausschaut, ist noch unklar. Derzeit würden die Offerten entgegengenommen, sagte Peter Siegenthaler, Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung, am späten Mittwochabend auf Anfrage. Im Laufe des Donnerstag soll dieser Prozess abgeschlossen sein. Dann werde auch klar sein, welchen Preis der Bund für das Paket gelöst habe, sagte Siegenthaler.

Quelle: Der Bund steigt bei der UBS aus - News Wirtschaft: Unternehmen - bernerzeitung.ch

Am 20. Juni 2009 habe ich im Hübeli mit Pesche B. gewettet, dass das mitmischeln des Bundes bei der UBS in einem Verlust für die Eidgenossenschaft enden wird. Nun, wie es ausschaut, werde ich wohl einen Teil der Wette verlieren - denn die Pflichtwandelanleihe soll nun eingelöst werden. Kein schlechter Zeitpunkt, würde ich meinen. Denn nach 1929 kam ja bekanntlich 1932.

Aber vergessen wir die dutzenden Milliarden an "Toxic Papers" nicht, die die UBS zusammen mit der SNB noch in unbeschrifteten Mülleimern im Hinterhof hält ...

A propos UBS-Wetten: Wo bleiben jetzt eigentlich Benkös UBS-Spaghetti???

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Donnerstag, Juli 30, 2009

EU leiht sich ihr eigenes Geld

In Europe the banks have a good hustle going - almost as good as in the United States. They borrow money from the European central bank and then lend it back to the government.

Quelle: In Europe, Banks Borrow Money and Lend it Back to the Government

Tönt wie im guten alten Frankreich, im prärevolutionären Ancien Régime:

"[...] what they [independent financiers] often did with it in practice was to lend it to the government in short-term credits---so that the king found himself borrowing and paying interest on his own money."

Quelle: Doyle, William: Origins of the French Revolution, Oxford, 3rd ed., 1999, S. 51.

Dann warten wir doch einfach darauf, dass zu gegebener Zeit die Revolution folgt ...

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Mittwoch, Juli 22, 2009

Bye bye, close-up!

Endlich! Was habe ich mich jeden Monat über diesen Scheissprospekt genervt, der mir auf Grund meines Academica-Kontos bei der Crédit Suisse ungefragt zugestellt wurde:

Versand des Filmmagazins close-up! wird eingestellt

[...] Ciné-Card-Inhaber erhalten das close-up! bereits seit über 10 Jahren nach Hause zugesendet. Da sich die Sicherung von Sponsorenleistungen immer schwieriger gestaltet und der Postverstand des close-up! mit erheblichen Portokosten verbunden ist, müssen wir die Heimzustellung der Printausgabe ab der der nächsten Ausgabe (September 2009) leider einstellen.

Quelle: Brief vom 22. Juli 2009.

Ganz klar: Das Internet hat ein solches Magazin überflüssig gemacht. Nicht nur, weil ich mich heute im Netz sowohl viel ausführlich und ohne kommerziellen Bias über das Kinoprogramm informieren als auch gleich die Tickets für den Kinobesuch einkaufen und ausdrucken kann, sondern auch, weil es irgendwie doch immer lächerlich war, ein Heftli über Filme herauszubringen, welches aus offensichtlichen Gründen nicht mal die entsprechenden Trailer abspielen konnte ... Etwa so lächerlich, als würde jemand Podcasts niederschreiben.

Da erstaunt es doch sehr, dass man wieder mal nur halbe Sachen machen wollte:

Gleichzeitig können wir Ihnen mitteilen, dass wir das close-up! ab sofort - anstelle einer Printabomöglichkiet - als E-Paper unentgeltlich online anbieten. Die aktuelle elektronische Ausgabe kann jeden Monat auf www.kitag.com [...] abgerufen werden. Sofern Sie über einen Internetanschluss verfügen, müssen Sie zu Hause somit auch künftig nicht auf die Lektüre des close-up! verzichten.

Selbstverständlich liegt die aktuelle Ausgabe nach wie vor in allen kitag-Kinofoyers in den close-up!-Ständern für Sie bereit.

Nana, lieber Teleclub. In 1-2 Jahren wird das Projekt endgültig Geschichte sein.

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Mittwoch, Juli 22, 2009

Banken Einmaleins

The business model is remarkably simple. So simple even a banker can get it. You borrow from depositors at one rate. And you lend to borrowers (who are also depositors, usually) at a higher rate. What could go wrong? Well...that's what makes bankers bankers. They manage to mess it up.

Quelle: Is There Any Wonder Americans' Hate Bankers?

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Montag, Juli 20, 2009

Wer gewinnt eigentlich beim Wertschriftenhandel?

Trading is not only a zero-sum game, it's a game of chance. Traders lose money about as often as they make it. Of course, normally, the traders at the big banks have an advantage; they are not idiots. They make money by taking it away from the amateur traders, who are idiots.

Quelle: JPMorgan and Goldman Sachs Making Billions in Profits

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Sonntag, Juni 07, 2009

USA ein unwirtlicher Platz für Eisenbahnen?

We always hear that trains can’t survive in this country without public subsidy. That may be true. But you can say the same thing about the big banks, can’t you?

[...] Meanwhile, the railroad tracks themselves are a mess. Again, highways are publically funded, railroads aren’t.

Quelle: Investing in the Transportation System of the Future :: The Market Oracle :: Financial Markets Analysis & Forecasting Free Website

Do you think maybe GM could retool and start building passenger trains? Sure, GM knows nothing about building railcars. Well, it didn’t know anything about building tanks in World War II, either, and GM learned that pretty quickly.

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Montag, Mai 18, 2009

Nintendo schlägt Goldman Sachs

If there was ever any question as to how obscenely rich Nintendo is, the Financial Times has crunched some numbers to show the cash flow, per employee, at the House of Mario. The newspaper estimates that Nintendo produces more than $1.6 million per employee -- that's more than investment bank Goldman Sachs' $1.24 million per employee during its best year in 2007.

Quelle: Nintendo's 'profits per employee' are higher than Goldman Sachs

Faszinierend! Schön zu sehen, dass man mit Ingenieurskunst und der daraus resultierenden Produktion von fassbaren Dingen anscheinend auch heutzutage noch viel, viel Geld verdienen kann. Jedenfalls langfristig gesehen mehr als die Goldmänner, die aus Geld noch mehr Geld zu machen versuchten - und dabei kläglich gescheitert sind.

Deshalb mein Rat: Geht an die ETH studieren. Im schlimmsten Fall könnt ihr als Mathematiker oder Physiker immer noch bei Fonds anheuern und dort geniale Anlagemodelle austüfteln.

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Dienstag, April 28, 2009

Cui bono?

Business Week magazine opines that the whole bailout program is nothing more than a scheme to pick the pockets of the nation's retirees in order to give the money to rich bankers.

Quelle: U.S. Government Doing So Many Stupid Things All At Once

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Dienstag, April 28, 2009

Obamas Geheimplan gegen die Banker

What better way to discredit the bankers than to give them plenty of rope to complete their tarnished, fraudulent "plan to save Capitalism from itself"? How can they complain when their own bankrupt policies have been supported?

What better way to trigger "change" that even the banking Aristocracy are powerless to stop than to give them everything they want: no restrictions on stupendous bonuses, no punishment or prosecution, no mark-to-market rules with actual bite, no limits on accounting legerdemain, and on and on and on?

Quelle: charles hugh smith-Obama's Secret Plan

Falls sich dies bewahrheiten würde, trüge er sofort den Titel "Mastermind".

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Dienstag, April 21, 2009

US-Banken faktisch insolvent

Von den 19 grössten Banken sollen 16 insolvent sein.

Quelle: Dubiose Gerüchte: Mehrheit der US-Banken insolvent? - News Wirtschaft: Unternehmen - tagesanzeiger.ch

Manche mögen rufen: "Was, so viele?!" - ich wundere mich hingegen, dass es nicht eigentlich alle sind ... Sollte sich dieses Gerücht nur annähernd bewahrheiten, hat nicht etwa Osama und seine Muslim-Brüder die USA an den Rand der Vernichtung gebracht, sondern die Elite des Landes selbst. Klassisch.

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Montag, April 06, 2009

Bank Bär sollte ihren Bankern Unterstand für Ferraris bauen

Intern für Aufsehen sorgte Collardi, als er nach seinem Wechsel zu Bär eine Überdachung des Parkplatzes am Zürcher Sitz für 90 000 Franken beantragte, um seine Ferraris und die Luxusautos von Widmer vor Hagel zu schützen. Der Antrag wurde abgelehnt. Heute fährt Collardi mit einem Fiat Cinquecento zur Arbeit.

Quelle: SonntagsZeitung, 5. April 2009, "Aufsteiger muss abbauen", S. 57.

Früher, als die Börsenticker nur eine Richtung kannten, war der Fall klar: Wenn der Investmentbanker der Bank meines Vertrauens mit einem Ferrari zur Arbeit fuhr, hatte man das gute Gefühl, auf die richtige Bank mit den richtigen Leuten gesetzt zu haben. Die logische Schlussfolgerung aus dem Umstand: Ferrari bedeutet erfolgreicher Besitzer bedeutet gut investiertes Kapital bedeutet saftige Zinsen.

Nun, dank der Wirtschaftskrise sollten auch die hinterletzten Gutbegüterten diese Fundamentalgleichung in Frage stellen. Fragt man sich heute nicht eher: Ferrari bedeutet primär einmal, dass das Bonus-Baby seine eigenen Schäfchen ins Trockene gebracht hat, während er mein Kapital nach einer äusserst gründlichen Risikoabschätzung bei Bernie Madoff oder in strukturierte Produkte der Lehman-Brüdern investiert hat. Und für diesen erstklassigen, weltweit einmaligen Service selbstverständlich happige Gebühren von mir und Kickbacks von Bernie und den Leh(m)männern als ihm rechtmässig zustehendes Eigentum betrachtet.

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Sonntag, April 05, 2009

Pokerspieler schlägt Grossbanken

Andy Beal, a 56-year-old, poker-playing college dropout, is a one-man toxic-asset eater--without a shred of government assistance. Beal plays his cards patiently. For three long years, from 2004 to 2007, he virtually stopped making or buying loans. While the credit markets were roaring and lenders were raking in billions, Beal shrank his bank's assets because he thought the loans were going to blow up. He cut his staff in half and killed time playing backgammon or racing cars. He took long lunches with friends, carping to them about "stupid loans." His odd behavior puzzled regulators, credit agencies and even his own board. They wondered why he was seemingly shutting the bank down, resisting the huge profits the nation's big banks were making. One director asked him: "Are we a dinosaur?"

[...] [his] head of loan purchases, recalls salesmen from Countrywide laughing at him on the phone when he refused to buy iffy condo paper backed by the two agencies. "Countrywide, Bank of America, Washington Mutual ... every single [mortgage seller] thought we were insane," Goodman says. "They didn't know why we cared. They thought Fannie and Freddie guarantees were as good as Treasuries."

[...] [credit agencies] never downgraded him but scolded him for seeming not to have a "sustainable" business model. This while their colleagues were signing off on $32 billion of bum collateralized debt obligations issued by Merrill Lynch.

Quelle: Forbes.com - Magazine Article

Nun, eigentlich fände ich gut, wenn man nur noch als ausgewiesener Pokerspieler Banker werden dürfte ... die beiden Tätigkeiten haben deutlich mehr gemein, als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Erster weiss auf jeden Fall, wie man blufft und wie man diejenigen erkennt, die ebenfalls bluffen.

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Freitag, April 03, 2009

Von Starken und Schwachen

Ein Bankenanalyst zur "grauen" Liste:

«Recht des Stärkeren setzt sich immer mehr durch»

Quelle: «Recht des Stärkeren setzt sich immer mehr durch» (Nachrichten, NZZ Online)

Ich kann mich nicht erinnern, wann sich in der Menschheitsgeschichte jemals der Schwächere durchgesetzt hat ... abgesehen davon waren die Banker doch bisher immer auf der Seite der "Stärkeren", nicht?

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Sonntag, März 29, 2009

Sozialhilfebezüger: Irgendwie nur noch Peanuts ...

Spätestens mit so laschen Urteilen gegen Sozialbetrüger, die garantiert auch noch schwarz nebenbei gearbeitet haben (wer Gartenarbeiten bei sich zu Hause macht, macht sie auch bei 'Freunden') und sich so neben den 800'000 ertrogenen Franken noch einige hunderttausend 'erarbeitet' haben dürften, fördert man Schwarzarbeit noch.

Quelle: Wie sich IV-Betrug lohnt | Snoop InfoSystems

Seit die Ospels & Co. die UBS an die Wand gefahren haben und mit 6'000'000'000 Schweizer Franken aus dem Schlamassel gerettet werden mussten, sind durch Sozialhilfebetrug ergatterte 800'000 Schweizer Franken irgendwie nur noch Peanuts. Mir erscheint es mittlerweile fast lächerlich, mit Sozialdetektiven Jagd auf Personen zu machen, die pro Monat einige hundert, vielleicht auch Tausend Franken unberechtigterweise beziehen. Je mehr Geld so in der Sozialhilfekasse bleibt, desto höher werden die Begehrlichkeiten der Politiker, damit eine Bankenrettung zu finanzieren ...

Notabene: Es wurde noch kein einziger Banklümmel zu Rechenschaft gezogen, weil er Volksvermögen vernichtet hat. Anscheinend ist es bedeutend schwieriger, Leuten Milliardenbetrug nachzuweisen als Millionenbetrug ... Verkehrte Welt! Vor kurzem habe ich treffenderweise gelesen, dass man MIGROS-Kassiers feuert, weil sie ein paar Fränkli aus der Kasse klauen. Den Bankmanager muss man aus vertraglichen Verpflichtungen sogar noch Bonis nachzahlen, damit man sie los wird.

Nachtrag: Na, wer sagt's denn?

Für ihn ist klar, dass dies gut investiertes Geld ist. Denn würden die Renten, welche nun nicht bezahlt werden müssen, bis ins AHV-Alter hochgerechnet, spare die die Invalidenversicherung (IV) über vier Millionen Franken.

Quelle: IV-Detektive lohnen sich

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Sonntag, März 22, 2009

Britisches Bonus-Baby über Konsumgüter und Schweizer

Es gibt diesen berühmten, etwas rüden Spruch: If it fucks, flies oder [sic] float - rent it! Mit andern Worten: Kauf nie ein Flugzeug oder ein Schiff, und heirate nie eine Frau. [...]

Ich spreche hier nur von den Schweizer Investoren in Zürich. Einige dieser Leute strahlten keinerlei "joie de vivre" aus. Es war, als ob sie tot wären. [...] die Investoren in Zürich liessen sich nicht davon beeinflussen, wenn man sie in ein Strip-Lokal einlud, sie kamen auch nicht auf einen Drink mit. Ich weiss nicht, was diese Leute auf dem Sterbebett denken. Es schien mir, als ob sie ausschliesslich für ihren Job leben und überhaupt nicht merken, wie kurz das Leben ist. [...] [sie] liessen sich nicht durch Drogfen oder Striptease beeinflussen. In dieser Hinsicht waren sie professioneller und seriöser als andere Leute.

[...] Ich bekam den Eindruck, dass die grossen Schweizer Banken extrem ineffizient sind. Riesige Institutionen. In einer Bank musste ich vier verschiedenen Leuten das Gleiche erzählen.

Quelle: SonntagsZeitung, 22. März 2009, Sonntagsgespräch mit Geraint Anderson: "Es war nicht nur Gier, was war auch Skrupellosigkeit und Bösartigkeit" S. 23ff.

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Sonntag, März 22, 2009

Washington Mutual höischt use

Die kollabierte US-Privatkundenbank Washington Mutual verklagt die staatliche Einlagensicherung FDIC. Sie fordert von ihr mehr als 13 Milliarden Dollar. Der Vorwurf: Die Aufsicht habe die Banksparte der einst größten Sparkasse in den USA zu einem Dumpingpreis verkauft.

Quelle: Washington Mutual: Die 13-Milliarden-Dollar-Klage - manager-magazin.de

Das hat man davon: Geld eingeschossen erhalten und dann noch motzen! Das nächste Mal lässt man solche Banken lieber bankrott gehen. Der Markt wird das Institut dann schon fachgerecht sezieren und sich die Filetstücke schnappen ...

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Samstag, März 21, 2009

Kleine Fehler in der Steuererklärung?!

"Allerdings finde ich es persönlich bedauerlich, dass die Schweiz sich nun für ausländische Bankkunden auch auf ein System einlässt, das kleine Fehler in der Steuererklärung sofort kriminalisiert."

Quelle: FTD.de - Steuerhinterziehung: Deutsche Banken geraten ins Zwielicht - Deutschland

Für Multi-Millionäre und -Milliardäre wird es tatsächlich eine Lappalie sein, wenn man vergisst, dem Fiskus einige im Ausland lagernde Milliönchen anzugeben. Für den Staat und all die anderen Steuerzahler, für die keine Stiftungen in Liechtenstein arrangiert werden, sind solche Aussagen Herbert Scheidts (Bank Vontobel) nichts weiter als blanker Hohn.

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Donnerstag, März 19, 2009

Obamas Perspektivenlosigkeit bezüglich der Banken

An administration that is busily creating alternatives to our health-care system and our energy policies is being dragged down by a Treasury secretary who cannot conceive of an alternative to our catastrophic system of banking.

Quelle: Harold Meyerson - The Nationalization Option

Man hat ja auch nicht Ex-Nazis damit beauftragt, die Bundesrepublik Deutschland aufzubauen ... Ou, Mist!

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Mittwoch, März 18, 2009

OECD-Liste beste Werbung für die Schweiz?

Es scheint jedenfalls alles so weiterzugehen wie gewohnt ... Ein Tagi-Journalist begibt sich Undercover auf die Suche nach einem Hort für 2.5 Millionen unversteuerte Euro seines "Vaters". Und berichtet anschliessend über die hilfsbereiten Bänkeler unseres Landes:

Ein Deutscher in der Bahnhofstrasse. Er sucht Sicherheit für drei Millionen Schwarzgeld. Wer nimmt es? Die UBS? Die CS? Oder gar die Deutsche Bank?

Quelle: Der Schwarzgeld-Test: Welche Bank will es? - News Wirtschaft: Unternehmen - tagesanzeiger.ch

Genau solcher Scheiss ist es, der uns in die ganze Sache mit OECD-Oasen reingeritten hat. Die Signalwirkung an hunderttausende ehrliche und geflissentliche Chrampfer in unserem Land ist fatal: Ihr seid die Dummen - weil ihr euren Lohn brav versteuern müsst und mit den Steuergeldern dann auch noch diese willigen Helfer von der Bahnhofstrasse rausboxen müsst, wenn sie mal wieder den Mund nicht vollkriegen konnten ...

Jedenfalls mache ich mir bald auch Visitenkarten ohne Logo:

[...] grinste der UBS-Berater. Dann gab er mir zwei Visitenkarten, eine mit, eine ohne verdächtiges UBS-Logo. Und sagte: «Sie wissen ja, warum ich Ihnen zwei gebe?»

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Samstag, März 14, 2009

Mein Senf zum Bankgeheimnis

Beginnen wir mit Renés samstäglichen Erguss zum Thema:

Unsere Gegner auf dem internationalen Finanzmarkt haben jetzt Blut gerochen und werden Forderung nach Forderung stellen, bis auch die Schweiz 'freiwillig' sämtliche Finanzdaten von EU- und anderweitigen Bürgern an ihre Finanzämter übermittelt, zwecks Finanzierung von überbordenden Staatsausgaben und 'Konjunkturpaketen', und um für ihren Bankenplatz mehr Marktanteile zu sichern, und wenn's hochkommt, 'dürfen' wir der EU bald auch ganz 'freiwillig' direkt Geld spenden, im Kampf gegen 'Armut' usw, oder so wie die USA es von Deutschland verlangen, weitere Konjunkturprogramme finanzieren.

Quelle: BOHICA | Snoop InfoSystems

Als Linker ist meine Meinung klar (ja, diesbezüglich bin ich ein wahrhafter Linker): Das Bankgeheimnis (von einigen Klugscheissern immer noch schonfärberisch Bankkundengeheimnis genannt) nützte nur reichen Ausländern etwas, die ihr Vermögen vor den Augen allzu seriös arbeitenden Steuerämtern verstecken wollten. Deshalb schmerzt es mich überhaupt nicht, wenn dieser Steuerflucht nun (anscheinend!) ein Riegel geschoben wird. Ob begüterte Amis, Deutsche und Franzose nun wirklich massenhaft ihre Gelder aus der Schweiz abziehen, wird sich weisen.

Schwerer wiegt, dass Schweizer Banken damit auch Kundengelder verloren gehen. Doch als Linker ist man eben gerade kein Verfechter der rücksichtslosen Profitmaximierung. Unsere Banken sind das Risiko eingegangen, solche Gelder zu beheimaten - und grosses Risiko bezahlt man halt manchmal mit einem Totalverlust. Jeder von uns hat indirekt durch die Machenschaften der Grossbanken profitiert. Nun sollten wir auch bereit sein, die Konsequenzen zu tragen.

Nebenbei: Dass bei einem Schwund der Vermögen wohl auch Arbeitsplätze vernichtet werden, ist ein notwendiges Übel. Die fähigen, bis anhin gut bezahlten Bänkeler sollten aber kaum Schwierigkeiten haben, in anderen Betrieben einen neuen ansprechenden Arbeitsplatz zu finden.

Wo ich aber all den Kritikern aus dem rechten und ultrarechten Lager Recht geben muss: Der Bundesrat, allen voran die Herren Merz und Roth, sind beim ersten, kleinen Windstoss geknickt. In einer solchen Situation ist ein solches Verhalten einfach nicht tolerabel - hier hätte ich von gutbezahlten Führungspersönlichkeiten erwartet, dass sie sich die Hände wenigstens etwas schmutzig machen würden und in harten Verhandlungen das Maximum herausholen. Gerne hätten die Herren mir so beweisen dürfen, wie aussichtslos die Lage tatsächlich ist. Die Kollateralschäden an der Realwirtschaft (die Leute, die im Gegensatz zu den Bänkelern noch tatsächlich etwas Greifbares produzieren) hätte ich persönlich gern in Kauf genommen. Einerseits als Beweis, dass die USA, die EU und die OECD ihre (angeblich hinter den Kulissen geäusserten) Drohungen wahr gemächt hätten, andererseits, weil man so mit grosser Wonne wieder einmal so richtig auf die kriminellen Helfershelfer bei der UBS und Crédit Suisse hätte einschlagen können. Denn eines ist klar: Dem Bankgeheimnis würde man in den kommenden Jahren viel weniger nachtrauern, wenn die ganze Exportwirtschaft empfindlich getroffen worden wäre.

So wie die Chose nun aber gelaufen ist, bedeutet dies für viele Kreise ein fruchtbarer Grund, um nette, kleine "Dolchstosslegenden" spriessen zu lassen. Das Bankgeheimins - im Felde ungeschlagen, aber von schwachen, defätistischen Zivilisten an der Heimatfront ans Messer geliefert.

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Dienstag, Januar 27, 2009

Eugen Haltiner, Gutmensch

(Für einmal verwende ich rechtsaussen Vokabular, das mir von Leuten wie Smythe näher gebracht wurde)

«Man muss sich bewusst sein, dass die Mitarbeitenden für eine Unternehmung, insbesondere für eine Bank, eigentlich das kostbarste Gut sind. Die Mitarbeitenden, die zum Teil ausgezeichnet gearbeitet haben, in Geschäftsbereichen, die hochprofitabel sind, erwarten eine gewisse Entschädigung für diese Leistung», begründete Haltiner die Boni-Politik der UBS.

Quelle: Eugen Haltiner: «Wir hatten harte Verhandlungen mit der UBS» - Schweiz: Standard - bernerzeitung.ch

Herr Haltiner, sagen sie das bitte doch auch all den in den letzten Monaten Entlassenen in der schweizerischen Industrie ...

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Dienstag, Januar 27, 2009

UBS-Bänkeler sollen den Arbeitsmarkt ruhig spüren

jedem portugiesischen bauarbeiter wird gesagt, wie viele andere nur auf seine stelle warten, wenn er mal zu spät auf dem gerüst erscheint, aber die bänker können mit ihrem abgang drohen und der staatsaufsichtler bekräftigt sie auch noch darin. und er hat so recht. wo könnten sie nicht überall hingehen! zu lehmann brothers oder city group oder goldmann sachs oder hyporestate real.

im schlimmsten fall wandern alle enttäuschten banker mit einem male nach island aus.

Quelle: geschichten vom herrn ü.: richtig schön pervers

Ich empfinde die Auszahlung von 2 Milliarden Boni an die fähigsten Bänkeler unseres Landestm als eine verdammte Frechheit dem Steuerzahler gegenüber.

Dieser Eklat zeigt gleichzeitig aber auch, wie sich die Herren und Damen unserer Regierung und der Nationalbank von den Protektionisten in der UBS Chef-Etage haben gängeln lassen. 6 Milliarden in das Unternehmen pumpen, damit ein Drittel gleich wieder als "Belohnung" (für welche Leistung, himmelheiland?!) an die Pfeifen ausbezahlt wird? Jeder UBSler darf sich nun rühmen, Sozialhilfe-Empfänger zu sein. Arme Schlucker das!

Wie geht es an, dass eine Bank durch hirnlose Investments Milliarden in den Sand setzt, dafür aber anscheinend überhaupt niemand belangt werden kann? Unser Rechtssystem scheint mir arge Mängel aufzuweisen. Auch, weil es anscheinend nicht möglich ist, in einem solchen Fall die geltenden Arbeitsverträge anzupassen.

Ich bin immer noch der Meinung, dass man die Bude hätte Konkurs anmelden lassen. Die gesunden, profitablen Bereiche und deren Mitarbeiter wären im Nu bei anderen Banken untergekommen. Freie Marktwirtschaft: Wer versagt, geht unter. Und so hätten wir uns dieser leidigen Boni-Pflichtzahlung (da vertraglich zugesichert) auch gleich enthalten können - bei einem Konkurs wären solche Forderungen wertlos. Aber halt - wahrscheinlich tickt das Universum der Bänkeler auch in einem solchen Fall anders. Boni auf Lebzeiten garantiert? Bei Banken durchaus im Bereich des Möglichen ...

Nachtrag: Einer, der es wissen muss, über die Boni-Geschichte: Headhunter zu UBS-Boni: «Es grenzt an Unverschämtheit»

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Montag, Januar 19, 2009

England giesst Öl ins Feuer

Hätten die Kunden, also Firmen und Verbraucher, keine Schwierigkeiten, ihre Kredite zu bedienen, dann hätten die Banken nämlich auch keine Sorgen wegen ihrer Bilanzen.

Es ist verständlich, dass die Politiker es nicht wahrhaben oder zumindest nicht eingestehen wollen, dass ihr Wahlvolk pleite ist. [...]

Quelle: FTD.de - Das Kapital: Auf dem falschen Dampfer - Marktberichte Aktien

Langsam frage ich mich, ob es die Briten noch vor den Amis erwischt ... Dann doch lieber das Ferienhäusle in Kalifornien oder Miami als im nebligen London.

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Dienstag, Januar 13, 2009

UBS: Ein Schritt vor ...

... zwei zurück:

Ein Banker der UBS-Filiale in Grenchen soll Gelder in Millionenhöhe veruntreut haben.

Quelle: Betrugsverdacht – UBS-Mitarbeiter in Haft - News Wirtschaft: Unternehmen - bernerzeitung.ch

In anderen Nachrichten: Die Aktie fällt wieder mal auf 15 Franken. Immer noch fehlen 5 Stutz (in Richtung Schwerkraft), bis es das Spaghetti-Essen bei Benkö gibt.

Unter uns: In der Sommersonne 2009 machen Spaghetata sowieso deutlich mehr Spass ... Wer bringt eigentlich den Chianti?

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Sonntag, Januar 04, 2009

Ultimative Abrechnung mit dem heutigen Bankensystem

Seit Beginn der Finanzkrise ist folgender Artikel die krasseste Abrechnung mit den Herren "Bänkeler":

Wenn Manager Boni einfordern, obwohl sie scheinbar keinen Überblick über die wahren Verhältnisse in ihren Unternehmen haben, dann hat ihr Realitätsverlust bedrohliche Züge angenommen.

Quelle: TP: Machtspiele im Spielcasino

So geht es alle Sätze des Artikels hindurch weiter. Leider wird wohl mehr an Schmidts Aussagen wahr sein, als uns lieb sein kann ...

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Mittwoch, Dezember 24, 2008

Eben doch: Maestro war auch Kreditkarte!

Im Oktober 2008 wollten mir Kommentierende etwas anderes weis machen:

Die Zürcher Kantonalbank und die Raiffeisen-Gruppe stellen neue Regeln auf: Wenn das Konto leer ist, können die Kunden mit der Maestro-Karte kein Geld mehr beziehen.

Quelle: Maestro-Karte verweigert Geld bei leerem Konto - News Wirtschaft: Unternehmen - tagesanzeiger.ch

Und noch etwas erfährt man aus dem Tagi-Artikel: Vom Bankgeheimnis weit und breit keine Spur!

Mit dem neuen Konsumkreditgesetz von 2001 ist der Aufwand bei Kontoüberzügen mit der Maestro-Karte für die Banken gross. Sie müssten verschuldete Kunden regelmässig bei der IKO, der schweizerischen Informationsstelle für Konsumkredit, melden, wie Franz Würth, Pressesprecher der Raiffeisen-Gruppe, sagt.

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Dienstag, Dezember 16, 2008

Die Finanzkrise bringt nach und nach den ganzen Schlamassel an den Tag

Das Vertrauen in unsere Bänkelere wird über Jahre erschüttert sein. Madoff war der letzte Nagel im Sarg der "Finanzprofis":

Ponzi took money from ordinary investors, widows and orphans. But Madoff went for bigger game - hedge funds, banks, and professionals. Today's news tells us that the world's largest bank - HSBC - was a victim. Banks in Geneva said they were out $4 billion. The Fairfield Greenwich Group said it had invested $7.5 billion with Madoff.

Of course, we don't like to see widows and orphans lose get scammed. But hedge funds? Banks? Who can honestly say that they don't enjoy seeing these mighty moneymen tripping over their own greedy delusions?

Quelle: Gold Coins for $870-$890 An Ounce

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Dienstag, November 25, 2008

Citibank

[...] if a bank with one of the highest capital ratios nearly went under, who's next?

Quelle: Citigroup's Uneasy Victory - BusinessWeek

Den Aktienmärkten ist das derzeit egal - die Magnum-Flasche dreifach destillierter Vodka der Marke "Bailout" entfaltet wieder mal seine verheerende Wirkung. Doch für wie lange? Reicht es, um eine frohe und beschauliche Weihnacht zu feiern?

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Sonntag, November 02, 2008

Streicheleinheiten für die UBS

Der Kantonalbankenverband und die schweizerische Bankiervereinigung haben nun vereinbart, im Interesse des Finanzplatzes die Lage der UBS nicht mehr aktiv auszunutzen. Der Sprecher der Bankiervereinigung, Thomas Sutter, sagt: «Wir sind im Verwaltungsrat zum Schluss gekommen, dass in der gegenwärtigen Situation solche Erfolgsmeldungen nicht mehr zu kommunizieren sind.» Insbesondere sollen aggressive Werbekampagnen nicht mehr geschaltet werden.

Quelle: UBS zahlt guten Kundenberatern ab sofort 10 Prozent mehr Lohn - News Wirtschaft: Unternehmen & Konjunktur - bernerzeitung.ch

Sind die jetzt vollends übergeschnappt?! Die SP hat die letzten Parlaments-Wahlen verloren, doch anscheinend braucht es im 2008 gar keine Linken mehr, um die Marktwirtschaft endgültig zu begraben. Meine Güte, wie "human" doch diese Banken gegenüber einander sind. Mir kommen die Glückstränen ... und ich krieg ein so richtig wohlig warmes Gefühl ums Herz.

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Donnerstag, Oktober 30, 2008

Einmann-Raiffeisen

"Stellen Sie sich vor, ich hätte Kundengelder aufs Spiel gesetzt, ich könnte mich im Dorf nicht mehr sehen lassen"

Quelle: FTD.de - Raiffeisenbank Gammesfeld: Drei Produkte - 35.000 Euro Jahresgewinn - Seite 2 von 2 - Finanzdienstleister

Mensch, so geht das doch einfach nicht! Da müssen zweistellige Profite her. Sofort. Jetzt. Koste es was es wolle! Der Kapitalismus funktioniert nur mit Gier und Konkurrenzkampf.

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Donnerstag, Oktober 30, 2008

Finanzindustrie und Staat hauen Steuerzahler übers Ohr

Wer gedacht hätte, dass mit den Bankenpleiten in diesem Jahr die zügellose Gier der Banker und ihrer Komplizen verschwunden sei, irrt:

Das milliardenschwere Rettungspaket der US-Regierung soll den Geschäftsbanken das Überleben sichern - doch das hindert große US-Banken nicht daran, einen Teil der Kapitalhilfe gleich wieder auszuschütten: als Dividenden an die Aktionäre.

Quelle: USA: Banken zahlen Steuergeld als Dividende - manager-magazin.de

Profiteur Nummer 1: Der Aktienbesitzer (neu-deutsch: Shareholder) (auch wenn die armen Casino-Besucher viel, viel Geld mit Aktien verloren haben, geht es nicht an, diese nun mit Steuergeldern zu alimentieren)

Financial workers at Wall Street's top banks are to receive pay deals worth more than $70bn (£40bn), a substantial proportion of which is expected to be paid in discretionary bonuses, for their work so far this year - despite plunging the global financial system into its worst crisis since the 1929 stock market crash, the Guardian has learned.

Quelle: Wall Street bankers in line for $70bn payout | Business | The Guardian

Weder in den USA, noch in der Schweiz denken die Banker daran, auf ihre Boni zu verzichten. Diese werden anscheinend mittlerweile als integraler Lohnbestandteil betrachtet wie hierzulande der 13. Monatslohn. Motto: "Boni? Hat's schon immer gegeben, wird's auch immer geben!".

Profiteur Nummer 2: Der Kadermitarbeiter und der Bankmanager (als Anerkennung seiner Leistung in den vergangenen 10 Monaten?)

Langsam aber sicher komme ich mir irgendwie verarscht vor ...

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Mittwoch, Oktober 29, 2008

Homo oeconomicus mit dem IQ eines Einzellers?

Of course, there's nothing in the Manual of Capitalism that allows the feds to fix the price of credit or support the housing market. This was the government at work, not the market. With the misleading signal coming from the credit markets, the capitalists just did what they always do - they overdid it.

Quelle: Investors lose $10 trillion worldwide

Auf dieses Thema bin ich ja auch schon in meinem Artikel Franz Jäger hat die Schuldigen an der Finanzkrise ausgemacht eingegangen.

Mir liegt es überhaupt nicht daran, die US-Regierung zu verteidigen (wie könnte ich auch, mit diesem achtjährigen (Mis-)Leistungsausweis). Es wurden Fehler gemacht, ganz "kapitale" sogar (schönes Wortspiel), in dem man nach der Dot-Com-Krise Geld praktisch zinslos in die Welt hinausgepumpt hat.

Doch Herrgott nochmal - ist der Homo oeconomicus investensis wirklich derart konditioniert wie ein Hund, dem man ein Stöckchen wirft und dieser ohne einen Meter weit zu überlegen hinterherrennt? Sozusagen der Eizeller des Finanzsystems, was seinen IQ anbelangt? Hat sich wirklich keiner dieser "Masters of the Universe" überlegt, wie zum Teufel man mit Hypotheken an Arbeits- und Vermögenslose jemals einen Gewinn machen soll? Ist das wirklich das Bild, das die Liberalen und Neoliberalen uns von den Finanzgenies da draussen geben wollen?! Wenn das wirklich so wäre, dürfte man diesen Irren tatsächlich niemals mehr als 10 Fränkli in die Hand drücken ...

Oder geht es nur darum, die Weste der Schuldigen in der Privatwirtschaft weiss zu waschen, in dem man nun jegliche Schuld von sich Richtung Regierung weist? Erste E-Mails, die sichergestellt wurden, zeigen auf jeden Fall, dass sich anscheinend einige der Händler und CDO/CDS-Päckli-Schnürer durchaus bewusst waren, welchen in Gold verwandelten Scheiss sie durch die Gegend schickten ... Bleibt zu hoffen, dass die Untersuchungen ausgeweitet werden und noch viele, viele amüsante Mails zu Tage gefördert werden.

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Montag, Oktober 27, 2008

23 Uhr Zürich-Bern: Besoffene Banker

Ganz was anderes... ich habe noch nie soviele besoffene Bänker auf dem 23 Uhr Zug nach Bern erlebt wie in diesen Wochen...

Quelle: think eMeidi: Was die Amis schon alles verbockt haben

Geht dem mal jemand nach? Wäre doch die Story für einen ambitionierten investigativen Schweizer Journalisten da draussen ...

(Abgesehen davon: Wieso arbeiten die selbst im grössten Schlamassel noch bis so spät in die Nacht hinein? Als Quasi-Beamte sollten doch zumindest bei der UBS um 16.54 Uhr alle Telefone tot sein ...)

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Montag, Oktober 27, 2008

Vögelts jetzt die Österreicher?

Austria’s bank exposure to emerging markets is equal to 85pc of GDP – with a heavy concentration in Hungary, Ukraine, and Serbia – all now queuing up (with Belarus) for rescue packages from the International Monetary Fund.

Quelle: Europe on the brink of currency crisis meltdown - Telegraph

Zu früh gelacht. Im nächsten Abschnitt steht:

Exposure is 50pc of GDP for Switzerland, 25pc for Sweden, 24pc for the UK, and 23pc for Spain. The US figure is just 4pc. America is the staid old lady in this drama.

Deshalb: Jetzt wird ganz Europa zur Schlachtbank geführt. Ich hätte gerne das Entrecote!

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Sonntag, Oktober 26, 2008

Wuffli-FDP oder Schneider-Amman-FDP?

Für mich wäre ganz klar Letztere die bessere politische Partnerin:

Schneider-Ammann fordert im «SonntagsBlick», der Bund müsse zur Bonus-Rückforderung Notrecht anwenden, wie er es bei den Stützungsgeldern von 66 Milliarden Franken für die UBS getan habe: «Wenn man die Riesensumme für das Rettungspaket in kurzer Zeit beschliessen konnte, dann kann man auch mit der gleichen Kraft die Boni-Geschichte auf einen neuen, besseren Weg bringen.»

Quelle: «UBS-Boni mit Notrecht zurückholen» - News Wirtschaft: Unternehmen & Konjunktur - bernerzeitung.ch

Bravo, Herr Schneider-Ammann! Wäre ich nicht der SP verpflichtet, hätten Sie garantiert meine Stimme.

Aber selbstverständlich ist unser Bundesrat und die Nationalbank viel zu sehr mit den Interessen der Finanzwirtschaft verbandelt. Würden wir auch bei dieser Boni-Geschichte mit Notrecht handeln, wäre Schaden für den Bankensektor klar. Doch die Schweiz müsste in einer solchen Krisensituation alles unternehmen, um in Zukunft nicht mehr auf einen gesunden Bankensektor angewiesen zu sein. Wenn wir mit dem bisherigen Modus operandi weiterfahren, haben wir a) nichts aus der Krise gelernt und b) erhalten ein nicht lebensfähiges System im künstlichen Koma.

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Freitag, Oktober 24, 2008

Traumjob UBS-Pilot

Jeder Schweizer hat die Swissair geliebt. Jungen wollten sein wie die Flugkapitäne der Swissair. Sie wollten nie sein wie die Banker der UBS.

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Finanzplatz Schweiz: Die verunsicherte Wohlstandsinsel - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

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Freitag, Oktober 24, 2008

Was bringt mir Papiergeld?

Trotzdem ist Bargeld zurzeit bei der Kundschaft höchst gefragt. Und sie holen es sich nicht nur am Schalter, sondern leeren auch die Bankomaten.

Quelle: Das grosse Abheben beginnt - News Zürich: Stadt Zürich - tagesanzeiger.ch

Die Leute da draussen machen einen Denkfehler: Hyperinflation. Der Staat druckt Geld, bis die Druckerpressen glühen - und plötzlich haben die zehn Tausendernoten nur noch den Wert von Toilettenpapier ...

Gold ist die bessere Anlage - denn glücklicherweise hat noch kein Staat herausgefunden, wie man Gold auf einfache Art und Weise vermehren kann. Das Angebot dieser Alternativwährung ist limitiert und frei von staatlicher Einflussnahme.

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Freitag, Oktober 24, 2008

Arme, arme Banker!

Bis zum Jahresende mit 200'000 arbeitslosen Bankern zu rechnen

Quelle: Entlassungswelle an der Wall Street (Wirtschaft, Aktuell, NZZ Online)

Oooh, das tut mir aber leid!

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Donnerstag, Oktober 23, 2008

Unterschriften gegen die UBS

Die SP und die Jungsozialisten haben eine Online-Petition zum Rettungspaket des Bundes lanciert. Die UBS soll eine höhere Gegenleistung erbringen.

Quelle: Web-Petition zu UBS-Staatskrücke - Schweiz - bernerzeitung.ch

Jaja, so sind wir Schweizer halt: Anstelle UBS-Filialen zu stürmen und Ospels Haus niederzubrennen (oder zu - Achtung, Wortspielerei - berappen), sammeln wir Unterschriften. Schon die friedfertigen Eidgenossen haben so ihrem Frust freien Lauf gelassen:

UBS: Kein Geld ohne Gegenleistung

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Mittwoch, Oktober 22, 2008

Franz Jäger hat die Schuldigen an der Finanzkrise ausgemacht

Wäre ja komisch gewesen, wenn die HSG für einmal ihre gutausgebildeten, neoliberalen Studienabgänger für den Schlamassel verantwortlich gemacht hätten. Direkt aus einer seiner Vorlesungen hören wir:

Franz Jäger told us that the financial crisis is the fault of the state and the socialists.

Quelle: Facebook | P. W.

Mich regen solche Kommentare langsam auf. Sie stellen die Banker als hirnlose Zombies dar, die sich wie hungrige Hunde auf den Fleischgeruch von "Staatsgeschenken" stürzen. Selbst wenn der us-amerikanische Staat Geld viel zu billig verscherbelt hat, selbst wenn er den Wohnungsbau über Mass gefördert hat - es wurde doch keiner dieser Banker gezwungen, in diesem Spiel mitzumachen?!

Zumal gerade diejenigen Bänkeler, die so intelligent und leistungsfähig sind, dass sie zweistellige Millionenboni erhalten ... diese Superhirne hätten die vom pöhsen, pöhsen Staat gestellte Falle aus 100 Kilometern erblicken müssen! Aber anscheinend verfügt der Homo oeconomicus bankensis kein Denkvermögen, das über mehr als ein, zwei Quartale hinausgeht. Profit now, think later (oder gar nicht, denn im Notfall erscheint der Staat und behebt den Schaden). Das macht mir nicht gerade Mut, mein Geld bei solchen Joggeln anzulegen.

Was meint denn Franzrl zu den jetzigen Staatsinterventionen? Begrüssen kann er diese ja nicht wirklich, denn gemäss seiner Auffassung (und meiner Befürchtung) wird das Problem vergrössert und verlängert.

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Dienstag, Oktober 21, 2008

Gimma meets MC Ospel

Mal probieren, ob das mit dem Flash-Filmli-Klau von Newsnetz klappt (ich verwende den JW FLV MEDIA PLAYER 4.2, der das FLV von server388.newsnetz.tv einbindet):

This div will be replaced

Quelle: Gimma-Konzert vor Ospels Haustür

Ganz peinlich: Mr. Bonusgieriger-Bankrotteur lässt den Hausbesitzer, seinen Anwalt und die Polizei aufmarschieren.

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Dienstag, Oktober 21, 2008

Für eine vernünftige Lohnpolitik

Ich postuliere seit Jahren, dass die tiefsten und die höchsten Löhne nicht allzu weit auseinanderklaffen dürfen. Das Bandbreitenmodell einer maximalen Lohnspanne ist gar nicht so schlecht. Es hätte den Vorteil, dass man die unteren Einkommen anheben müsste, um die oberen steigen zu lassen.

Quelle: «Es ist ein Skandal - aber wir haben keine Alternative» - News Wirtschaft: Unternehmen & Konjunktur - tagesanzeiger.ch

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Montag, Oktober 20, 2008

Wem die Boni wegnehmen? Wuffli oder Ospel?

Pikant: Die Partei erwartet denn auch nicht in erster Linie von Wuffli Rückzahlungen, obwohl dieser das Debakel bei der UBS mit zu verantworten hat, sondern vom früheren Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel. Er ist ein Freund der SVP.

Quelle: CVP attackiert FDP wegen UBS-Boni - Schweiz - bernerzeitung.ch

Fazit: Sowohl die FDP als auch die SVP hängen in diesem Bankenfilz mit drin.

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Montag, Oktober 20, 2008

Wehe, wer Rettungspakete nicht gut findet!

Der Bankmanager hat nach Informationen des SPIEGEL in Bezug auf sein Institut jüngst erklärt: "Ich würde mich schämen, wenn wir Staatsgeld annehmen würden." Die Aussage führte am Montag zu harscher Kritik an Ackermann. Im wurde vorgeworfen, das staatliche Rettungspaket für das Finanzwesen in Misskredit gebracht zu haben.

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Kritik am Rettungspaket: Steinbrück fordert Klarstellung von Ackermann - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

Spinnen die jetzt endgültig? Das sind ja Zustände wie im kommunistischen Moskau.

Ackermann nutze die Situation "auch noch, um einen Wettbewerbsvorteil für sein Institut zu machen, und macht es den anderen schwerer, das Angebot in Anspruch zu nehmen"

Pöhser, pöhser Ackermann!

Mal im Ernst: Wenn Banken das Hilfspaket in Anspruch nehmen müssen, sollte man deren CEOs und Verwaltungsräte nackt durch die ganze Stadt treiben - von der Filiale bis zur Tür des Finanzministeriums! Damit's denen so ultrapeinlich wird, dass sie solche Fehler garantiert niemals mehr wiederholen.

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Montag, Oktober 20, 2008

Jetzt schaltet sich auch noch dieser Vasella ein ...

Der hat in der Diskussion gerade noch gefehlt:

Der bestverdienende Schweizer Manager der letzten Jahre, Novartis-Chef Daniel Vasella, findet die Diskussion um Managerentlöhnung sei purer Populismus, unverständlich und erschreckend.

Quelle: 20minuten.ch - «Bonus-Diskussion ist purer Populismus» - News

Wie ein Kommentator auf 20min so treffend sagt:

"Wäre ich Daniel Vasella, würde ich das auch denken!"

Mein lieber Herr Vasella, die Französische Revolution war auch "purer Populismus, unverständlich und erschreckend". Jedenfalls war Louis XVI. und seine Adelsgarde genau derselben Meinung wie sie.

Zurück zur UBS: Wahrscheinlich hat man den Bänkelern dort einfach zu wenig Bonus gezahlt:

"Wenn die UBS die Besten will, müsse sie solche Boni und Saläre bezahlen - sagt der CEO. Wieso geht es der Bank nun so schlecht, wenn sie angeblich die Besten hatte?"

Ist ja logisch - mit der B- oder C-Garde an Managern verlocht man halt 60 Milliarden Franken. Mit Boni in der Höhe von 50 Millionen pro Person wäre das nicht passiert!

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Montag, Oktober 20, 2008

Scheitern gehört auch zur freien Marktwirtschaft!

Hast dir mal überlegt wie viele Personen die UBS in der Schweiz beschäftigt?

Quelle: Kommentar zu Danke SP!

Ja und? Wenn tatsächlich ein Markt für eine zweite Grossbank existiert, werden viele dieser Leute wieder einen Arbeitgeber finden.

Ich möchte aber gleichzeitig anmerken, dass nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der UBS-Banker zu denken geben sollte. Ich weiss nicht, ob andere Banken an "fähigen" Personen interessiert sind, die in so kurzer Zeit eine derartige Wertvernichtung hingekriegt haben ...

Deshalb lieber ein staatliches Beschäftigungsprogramm einberufen? Ohne mich!

Desweiteren wird ein Untergang der UBS nicht nur den Finanzplatz Schweiz nachhaltig schwächen, wenn nicht komplett auflösen. Vom volkswirtschaftlichen Schaden ganz zu schweigen!

Das sind alles nur Vermutungen. Wer an die freie Marktwirtschaft glaubt, muss auch Scheitern zulassen.

Wie bereits oben erwähnt: Wenn die UBS einen profitablen Markt bewirtschaftet hat, wird sich rasch ein neues Finanzinstitut finden, das die Aufgaben der UBS liebend gern übernehmen wird. Nach einem Bankrott würde die UBS filetiert und die guten Teile und Assets des Unternehmens in äusserst rascher Zeit unter der Konkurrenz aufgeteilt.

PS: Die Diskussionen ähneln verblüffend denjenigen nach dem Swissair-Grounding. Lasst doch endlich einmal Unternehmen kaputt gehen und anschliessend den Markt spielen! Auch das Vakuum, das Swissair hinterlassen hätte, wäre äusserst rasch von der Konkurrenz gefüllt worden.

Einziger Wermutstropfen: Wir hätten "unsere" Airline verloren. Damit hätte ich durchaus leben können.

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Sonntag, Oktober 19, 2008

Adieu, Direkte Demokratie

Schlussendlich war ein Beitritt zur EU gar nicht nötig, um unsere geliebte Direkte Demokratie zu begraben:

Der Bund hilft der UBS mit 68 Milliarden und stützt sich auf Verfassungsartikel, die eigentlich für den Kriegsfall gedacht sind. Indem er eine Verordung erliess, verhinderte der Budnesrat, dass das Parlament oder gar das Volk über das Rettungspaket mitbestimmen können. Der St. Galler Staatsrechtler Rainer J. Schweizer findet: "Der richtige Weg wäre ein dringliches Bundesgesetz gewesen wie bei früheren Wirtschaftskrisen." Anders als bei der "Verordnung über die Rekapitalisierung der UBS AG" könnte gegen ein dringliches Bundesgesetz nach einem Jahr das Referendum ergriffen werden.

Quelle: SonntagsZeitung, "Rechtsprofessor kritisiert Weg über Notrecht", 19. Oktober 2008, S. 3.

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Sonntag, Oktober 19, 2008

Danke SP!

Es regt sich politischer Widerstand gegen das UBS-Rettungspaket des Bundes: Die SP will verhindern, dass das Paket vom Parlament durchgewunken wird.

Quelle: SP will UBS-Rettungspaket nicht schlucken - Wirtschaft - bernerzeitung.ch

Immerhin eine Partei in der Schweiz (und eine der wenigen in der ganzen westlichen Welt!), die den Mumm hat, einen Marschhalt einzufordern.

Die Reaktion des Bankenfilzes und der Untergangspropheten wird selbstverständlich sofort folgen: "Wir haben keine Zeit, über solche Dinge zu reden!" oder "Wenn wir jetzt nicht handeln, geht die UBS kaputt" - eine typische Taktik, die sich in Exekutiv-Gremien aller Ebenen wiederfindet, wenn man etwas kommentarlos durchwinken möchte.

Dann, behaupte ich, lasst die UBS halt kaputt gehen! Entweder das Parlament hat anständig und in gewohnter Weise mitzureden, oder sonst gibt's halt nichts vom "lieben Retter in der Not" - dem Staat.

Problematische Punkte des Rettungspakets 1.0

Wenigstens die SPler haben erkannt, dass ...

  • ... das Volk bei der derzeit vorgeschlagenen Lösung zur "Rettung" der UBS nichts mitzureden hat. Bankrott sei die Bank ja auf absolut gar keinen Fall, aber Verwaltungsrat und Management wollen "auf Nummer sicher gehen". In dem Fall bleibt doch auch die Möglichkeit zu einer Volksbefragung, nicht wahr? Möchten nicht auch SVP, AUNS & Co. der Welt zeigen, dass in unserer Bananenrepublik die sonst in vollen Tönen gelobte direkte Demokratie gerade in solchen Fällen zum Zuge kommt?
  • ... die Kapitalspritze das eine (die SNB kriegt 12% Zins auf die 6 Mia. CHF - aber nur dann, wenn die Bank bis zum Zahltag nicht Hops geht), der Abkauf des UBS-Ramsches in der etwa achtfachen neunfachen Höhe aber der deutlich beunruhigendere Entscheid. Beide Massnahmen haben hohe Risiken, doch von SNB wie auch der Regierung wurden diese wohlwissentlich ausgeblendet und nur am Rande erwähnt. Hier muss in einem demokratisch legitimierten Prozess eine ausgeglichene Lösung gefunden werden. Wer auf die Demokratie vertraut, sollte ihr auch in solchen Krisen die Möglichkeit geben, die geeignetste aller möglichen Lösung zu finden.

Was ins Rettungspaket 2.0 gehört

Schlussendlich, und dafür mache auch ich mich stark, müsste das Rettungspaket 2.0 noch folgende zwei Punkte klären - wenn es denn überhaupt ein Rettungspaket geben soll! Gemäss meiner Auffassung hat der Staat gar nicht in schweizerischen Grossbanken mitzumischeln. Wenn aber wirklich gewollt und nötig, verkauft sich der Staat im Interesse der Gewinnmaximierung zu einem äusserst guten Preis:

  • Haftungsfragen der ehemaligen Manager. Strafrechtlich könne man der begüterten Gilde ja nichts anhaben, sagen unsere Rechtsprofessoren. Deshalb gehen wir halt in den USA klagen, wo die Rechtslage etwas anders - vorteilhafter - aussieht. Ausserdem sollte als Lehre daraus das schweizerische Gesetzeswerk angepasst werden (Motto: ein, zwei Artikel mehr oder weniger machen den Braten nicht mehr feiss), damit wir unfähige Manager in Zukunft rasch und konsequent aburteilen können. Alternative: Wir lassen die Bank kaputt gehen, denn so gehen wenigstens die Aktien futsch. Die sonst so gepriesenen Shareholder, darunter auch die jetzigen und ehemaligen Manager, leiden gehörig (Kollateralschaden: Die AHV und die Pensionskassen, was uns wieder direkt betrifft).
  • Einflussnahme auf Boni. 80'000 Arbeitsverträge könne man nicht einfach so anpassen, sagt in der Arena jemand. Wieso nicht? Es geht ja nicht darum, der Boni der Putzfrau zu streichen (die hat höchstwahrscheinlich gar keinen und ist sowieso in eine Subfirma ausgelagert). Es geht darum die Boni derjenigen 100 bis 1'000 (?) Personen zu limitieren, deren Beträge sich zu den horrenden Milliardensummen zusammenläppern. Fristlose Kündigung (wir sollen ja ein sehr liberales Arbeitsrecht haben, da wird sich wohl ein Grund finden), dann sollte auch der Anspruch auf Abgangsentschädigungen verwirkt sein.

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Sonntag, Oktober 19, 2008

Lobet die Realwirtschaft

This year, each Nintendo employee brought in more money than each Goldman Sachs employee did -- or has ever brought in historically.

Quelle: $70 BILLION To Go For Wall Street Pay And Bonuses : business

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Freitag, Oktober 17, 2008

Die neuen Sozialhilfebezüger

"Ein UBS-Banker ist wie ein Sozialhilfebezüger: beide fahren teure BMWs auf Kosten der Steuerzahler."

Quelle: «Dieses Paket ist der reine Wahnsinn» (Wirtschaft, Aktuell, NZZ Online)

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Freitag, Oktober 17, 2008

Das Volk ist nun stolzer Besitzer ...

... von folgenden "Produkten" (neudeutsch: Ramsch), die uns die UBS in einem Anfall von Freundlichkeit vermacht hat:

  • 5.2 Mia. USD Hypotheken 3. Klasse
  • 2.3 Mia. USD Hypotheken 2. Klasse
  • 2.3 Mia. USD Hypotheken 1. Klasse
  • 7.2 Mia. USD auf Hypotheken beruhende Zinspapiere
  • 8.4 Mia. USD Studentendarlehen

Quelle: Der Bund, "Bund und Nationalbank stützen die UBS", 17. Oktober 2008, S. 2.

Angesichts dieser Summen muss man sich doch fragen, wie ein Land wie die USA, das kurz vor dem Bankrott steht, jemals wieder erstarken kann, damit wir von (jetzt leider) "unserem" Geld jemals etwas wieder zu sehen bekommen?

Was für elende Optimisten mit rosaroter Brille haben wir in den obersten Gremien unseres Landes? Es scheint niemanden in den Sinn zu kommen, dass es nach dieser Krise vielleicht plötzlich nicht mehr im gewohnten Tempo wieder aufwärts geht! Die grauen Herren haben sich - unter dem Druck des Auslands - überhastet in den Kauf gestürzt. Gezählt haben ausschliesslichdie Erfahrungen und das Vorgehen des 20. Jahrhunderts, ohne nur einmal darüber nachzudenken, dass in diesem Jahrhundert einige Lehrbücher neu geschrieben werden müssen. Das wird sich bald als grosser Fehler herausstellen - bezahlen wird es meine Generation. Wann produziert Herr Ospel endlich Nachwuchs, damit sein Spross dereinst auch tatkräftig mithelfen darf, den Karren aus dem Dreck zu ziehen?

Häuser

Die Schweiz besitzt nun anscheinend hunderttausende, teils von illegalen Immigranten gebaute Papphäuser in Suburbia. Die Dinger werden niemals mehr einen Wert haben, weil sich der Durchschnittsami diese trotz drei Jobs nicht mehr abzahlen kann. Geht man weiter davon aus, dass der Erdölpreis nach einer kurzen Erholung wieder zu steigen beginnt, ist die Expansion nach Suburbia definitiv abgeblasen: Zwei Stunden Autofahrt von zu Hause an den Job werden in Zukunft als ein teures Missgeschick des 20. Jahrhunderts gelten, das sich bei den künftigen Ölpreisen niemand mehr leisten kann.

Mein Vorschlag: Sofortiger Abriss der Häuser und Export allen brauchbaren Materials in die Schweiz. So haben wir wenigstens etwas Brennholz für die kalten europäischen Winter ...

Studenten dieser Welt ...

Ganz besonders schmerzen mich die sagenhaften 8.4 Milliarden USD Studentendarlehen. Hierzulande sah sich in den letzten Jahren anscheinend kein Kanton in der Verfassung, anständig Stipendien zu verteilen. Anstelle die hiesige Studentenschaft (und damit schliesse ich explizit alle Personen ein, die irgendeine Art öffentlich anerkannter Ausbildung absolvieren!) unterstützen wir nun die Nachfolgegeneration der Dumpfbacken drüben in den USA, die sich an überteuerten Unis der Ivy-League eingeschrieben haben. Im Grunde handelt es sich bei den 8.4 Milliarden um indirekte Darlehen an Harvard & Co., die wir da in den Büchern haben. Man stelle sich vor, was die Schweizerischen Bildungseinrichtungen mit einem solchen Segen hätten anstellen können.

Immerhin

Immerhin, so ist man als Amerika-Kritiker gequält lächelnd versucht zu haben, haben die Amis mit dem vielen, vielen Geld, das man ihnen in den letzten Jahren aus dem Ausland nachgeworfen hat, nichts mit echter, langanhaltender, nachhaltiger Wertschöpfung gebaut. Genau das macht unsere vermeintliche "Investition" zu einem Darlehen, das nie zurückbezahlt werden wird.

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Freitag, Oktober 17, 2008

Guten Steuerzahlern darf geholfen werden

Dass jetzt plötzlich mit Steuergeldern Fehler der Banken ausgebügelt würden, das sei schon gewöhnungsbedürftig. Aber immerhin zahlten die Banken und ihr Personal ja auch Steuern, und das nicht zu knapp.

Quelle: «Was unterscheidet uns von einem Eierhändler?» (Zürich , NZZ Online)

Heute habe ich den ganzen Tag nur solche Scheiss-Argumente gehört ... Wenn dass das neue Kriterium für Bail-Outs ist, kann die Schweiz in Zukunft täglich Unternehmen und Private retten ...

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Donnerstag, Oktober 16, 2008

Der Sündenfall UBS

Rudolf Strahm:

Mich stört, dass die Nationalbank der UBS unter die Arme greift, indem sie deren Ramschpapiere aufkauft. Ein Teil dieser Papiere sind fast nichts mehr wert. Selbst wenn diese noch aufgewertet würden, ist die Verlustgefahr zu Lasten der Nationalbank gross. Schliesslich sprechen wir hier vom Volksvermögen, welches das Risiko trägt.

Quelle: «Wichtig ist, dass die Brandstifter belangt werden» - Schweiz - bernerzeitung.ch

Ganz meiner Meinung! Aus meiner Sicht hätte man die UBS sogar untergehen lassen sollen (so wie es die UBSler damals bei der Swissair gemacht haben). Dass nun der Staat nicht nur 6 Milliarden in das Unternehmen reinpumpt, sondern auch noch "UBS-Gold" kauft, das sich in Scheisse (zurück)verwandelt hat (Ramschhypotheken), ist ein Sündenfall sondergleichen. Meine und die nachfolgende Generation werden dafür bitter zahlen müssen.

Filz, wohin das Auge reicht

Strahm geht weiter auf den Banken-Filz ein, den wir auch in der Schweiz haben: Fünf der sieben Mitglieder der Bankenkommission sitzen in Verwaltungsräten von Banken, der Präsident der Kommission war früher UBS-Banker. Das erinnert stark an die USA, wo der Finanzminister Hank Paulson bis vor einigen Jahren CEO von Goldman Sachs war und dort Kraft seines Amtes lautstark nach Deregulierung gerufen hat.

Solche Privatwirtschaftler, die nun für die öffentliche Hand walten und schalten lassen bei mir enorme Kepsis entstehen. Aber eben: Die Schweiz hat anscheinend solche Banken und solche Steuermänner mehr als verdient.

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Donnerstag, Oktober 16, 2008

Neeeeeeeeein!

Der Bundesrat beteiligt sich mit 6 Milliarden Franken an der UBS.

Quelle: Bund beteiligt sich an UBS - News Wirtschaft: Unternehmen & Konjunktur - bernerzeitung.ch

Langsam aber sicher sollte man dem Ospel die Hosen ausziehen gehen! Teeren und Federn sollte man den und aus seinem Steuerparadies jagen. Arschloch.

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Montag, Oktober 13, 2008

Banker in der Realwirtschaft unterbringen

kann man Banker auch in wertschöpfenden Branchen unterbringen?

Quelle: FTD.de - Das Kapital: Wohin mit den Bankern? - Marktberichte Aktien

Jetzt wird die Financial Times aber ganz bissig. Mir soll's recht sein *grins*

Konkrete Berufsaussichten:

Ein wirklich überzeugter [überzeugender?] Vertriebler - Aktien-Sales etwa - wird überall ein guter Verkäufer sein, ob für Finanzprodukte, Telefonverträge oder Heckenscheren. Die Erschaffer der CDOs, CDS, RMBS, ABS, SIVS und Conduits könnten ihr Geld fortan als Illusionskünstler im Zirkus oder auf Kindergeburtstagen verdienen. M&A-Berater satteln einfach um auf Partnervermittlung. Das Schöne daran: Wie im alten Job kann man auch an der Scheidung wieder mitverdienen. Fondsmanager ziehen zukünftig die Lottozahlen, Zentralbanken spielen Weihnachtsmann [...]

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Montag, Oktober 13, 2008

Arlesheim Reloaded entdeckt Mousseman

Das Blog Arlesheim Reloaded scheint endlich den Grund zu kennen, wieso die Finanzmärkte in der grössten Scheisse seit der Grossen Depression stecken:

Wie die Zeitung damals berichtet, übt die Clinton-Administration heftigen Druck auf den inzwischen verstaatlichte Hypothekenfinanzierer und 24 andere Banken aus, Kleinverdienern und Angehörigen von Minderheiten mit billigen Krediten zu einem Eigenheim zu verhelfen.

Quelle: Die Wurzel des Übels: Bill Clinton

Gelesen hat das Manfred M. drüben bei Mousseman, der - neben Hetzartikeln gegen ihm missliebige ausländische Elemente in unserer schönen, sauberen Schweiz - manchmal gar nicht so schlecht recherchierte Hintergrundartikel anliefert. So beispielsweise ein Blog-Post über die Sünden der us-amerikanischen Wohnbauförderung:

Wurde die Subprime-Krise von linken Lobbyorganisationen mitverursacht?

Ein Auszug aus dem Artikel liest sich wie folgt:

Das Resultat lässt sich sehen - die Subprime-Krise wird jetzt den Steuerzahler viele Milliarden Dollar kosten, um irgendwelchen McDonald's-Angestellten und Sozialfällen den Hauskauf zu ermöglichen, den sie sich nie und nimmer leisten konnten, und nur Kredite erhielten, weil die Banken dazu erpresst wurden.

War es also nur eine Frage der Zeit, bis dieses Förderungsprogramm explodierte und alles mit sich in die Tiefe riss? Nun, ich habe mir in den letzten Monaten eine etwas differenziertere Meinung gebildet. Es gibt (neben dem genannten Problem) zwei weitere äusserst wichtige Gründe, die zur Katastrophe der letzten 12 Monate führten (Dank: Jan):

  • Staatliche Wohnbauförderung.
  • Zinspolitik der Fed. Mit billigem Geld wurde der Markt geflutet - und von vielen Akteuren gedankenlos Risikopositionen aufgebaut, die sich als Bumerang erwiesen haben. Deshalb geht The Daily Reckoning heute soweit, Alan Greenspan die grösste Schuld am Debakel zu geben.
  • Innovative Finanzprodukte. Erst die Finanzprodukte erlaubten die Salamisierung der Ramsch-Hypotheken (CDOs & SPVs). An den Rand des Ruins gebracht haben die Märkte aber schlussendlich die CDS ("Credit Default Swaps"), als einzelne grosse Finanzakteure -fast wie bei einem Dominospiel - kippten. Spannend werden solche Versicherungen auf Aktienverluste am Auszahlungstag, dem 21. Oktober 2008. Dann müssen wohl riesige Summen an die Versicherungsnehmer ausgezahlt werden, die sich gegen einen Kollaps der Lehman-Brüder versichert haben

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Montag, Oktober 13, 2008

Angst vor Grounding? Mit Kreditkarte bezahlen!

Obwohl sich der Kollaps von weiteren Airlines bisher vornehm zurückgehalten hat (der Ölpreis ist in den letzten Wochen stark gefallen - die nächste Gefahr lauert nun im wirtschaftlichen Abschwung, der äusserst rasch zu Überkapazitäten führen könnte), ist es gut zu wissen, dass man Flüge wann immer möglich mit der Kreditkarte buchen sollte (kein Mitleid habe ich mit kurligen Zeitgenossen, die dabei auf PayPal schwören):

Wer sein Flugbillett mit einer Visa- oder Mastercard von Postfinance, UBS oder Viseca bezahlt hat, hat gute Chancen auf eine Rückerstattung. In einer TA-Umfrage gaben diese Kartenherausgeber an, dass sie belastete Beträge im Konkursfall wieder gutschreiben können, sofern dem Kunden kein gleichwertiger Ersatzflug angeboten wurde.

Quelle: Airline-Pleiten: Kreditkartenzahler im Vorteil - Leben: Rat & Tipps - Tagesanzeiger

Leider stammt meine Kreditkarte von der Swisscard AECS AG, die nicht derart kulant mit Airline-Pleiten umzugehen scheint:

Strenger geben sich die Kartenfirmen Cornèrcard, GE Money Bank und Swisscard. Sie verweisen auf ihr Kleingedrucktes, wonach der Konsument seine Kreditkartenrechnung auch dann zahlen muss, wenn der Anbieter seine Leistung nicht erbracht hat. Immerhin versuchen aber auch sie in einem Konkursfall auf Gesuch hin «ein Storno durchzusetzen»,

Weitere Versicherungsleistungen

Viele Leute wissen zudem nicht, dass selbst die für Normalverbraucher bestimmte Kreditkarten Versicherungsschutz für Unfälle in öffentlichen Verkehrsmitteln (Flugzeug, Eisenbahn, Schiff, Bus, Taxi, Mietwagen) mit sich bringen. Selbstverständlich sind monetäre Entschädigungen im Ernstfall nur ein Tropfen auf den heissen Stein - doch lieber noch etwas Trinkgeld im Unglück.

Gedeckt sind mit der VISA Classic bei Swisscard:

  • Invalidität mit 300'000CHF
  • Todesfall mit 300'000CHF
  • Such-, Rettungs-, Bergungs- und Rückführungskosten mit 60'000CHF (davon Suchkosten von maximal 10'000CHF)
  • einmaliger Spitalbesuch nahestehender Personen mit 2000CHF

Zu beachten gilt, dass diese Leistungen nur für Unfälle gelten, die auf dem mit der Kreditkarte gebuchten Transportmittel gelten. Ich kann also nicht mit einem mit der Kreditkarte bezahlten Ticket nach Indien fliegen und die Leistungen dann in Anspruch nehmen, wenn mir auf dem 6-wöchigen Aufenthalt etwas passiert.

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Sonntag, Oktober 12, 2008

Bankenkrise, das neue Brettspiel

Dank: Ändu

Der Clip wäre wirklich zum Totlachen, wenn das Gezeigte nicht so derart nah an die Realität herankommen würde ...

Nachtrag: Die Kommentare dazu sind auch sauglatt:

Wer die Spielregeln nicht kapiert, macht den Paulson und darf sich neue Regeln ausdenken

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Samstag, Oktober 11, 2008

Dumme Schweizer Goldkäufer

Hintergrund ist eine überwältigende Nachfrage nach so genannten Exchange Traded Funds (ETF) für Gold. Das sind Wertpapiere, die so viel wert sind wie echtes Gold. Ihr Kurs klettert mit dem Goldkurs hinauf und hinunter. Für jeden Anteil, den die Bank an Kunden verkaufen kann, muss sie Gold an Lager legen. ETF werden wie Aktienfonds als Sondervermögen der Bank geführt und unterliegen nicht der Konkursverwertung. Das heisst, selbst, wenn ein Finanzinstitut Pleite ginge, wäre der Wert des ETF-Anteils mit Gold gedeckt und müsste herausgerückt werden.

Quelle: Krise führt zu einem Goldrausch - News Wirtschaft: Unternehmen & Konjunktur - Tagesanzeiger

Klar doch. "müsste herausgerückt werden" - viel Spass beim Anstehen, wenn der Kollaps wirklich eintritt ... Goldkäufer sollten sich gleichzeitig Zelt und Schlafsack zulegen, um im Ernstfall während Wochen vor der Banktüre zu campieren.

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Samstag, Oktober 11, 2008

Wer die Zeche zahlt

Juchu, der Staat bürgt für unsere Einlagen bei den Banken. Aber bürgen damit nicht die Bürger für sich selbst?

Quelle: FTD.de - Das Kapital: Wenn jeder für jeden garantiert - Marktberichte Aktien

Noch Fragen?

Manchmal sollte man all das Palaver bei Seite lassen und den Fakten in die Augen schauen - so geschehen in der Financial Times mit genau diesem Artikel: Wenn die Bankgarantien erhöht werden, garantiere schlussendlich ich als Steuerzahler dafür (der Staat funktioniert nur, weil seine Einwohner - natürlicher und juristischer Natur - Steuern zahlen). Geht die UBS bankrott, erstatte ich das Vermögen der UBS-Kunden während der nächsten 20 (?) Jahre (unter anderem) mit meinen Steuergeldern zurück ...

Ich fände es besser, wenn immerhin vorher die Manager der Bank mit ihrem Privatvermögen belangt werden ...

Bilanzsumme Fed

Noch Fragen? Das kann nie im Leben gut gehen ...

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Montag, Oktober 06, 2008

Credit Suisse erhöht frech meine Maestro-Ausgabenlimite

Hätte ich den Altpapier-Stapel nicht noch einmal ganz genau durchgeschaut, so wäre mir durch die Lappen gegangen, dass die Crédit Suisse ihrem Ziel, die Leute zum ungerechtfertigten Konsum zu drängen, wieder ein Schritt näher gekommen wäre.

Die Marketing-Fuzzis der Bude sind dabei äusserst geschickt vorgegangen, als sie mir in einem Brief die vielen, vielen tollen Neuerungen bezüglich der Maestro-Karten näherbringen und mir nebenbei hinterrücks die Ausgabenlimiten gegen oben anpassen wollten:

  • CS legt meine Ausgabenlimite fest Als die Banken noch etwas risikobewusster waren, setzte man das Ausgabenlimit eines Kunden lieber zu tief an. Heute ist man - wie beim Vorbild USA - froh, wenn die Leute dank dem Plastikgeld über ihren Verhältnissen leben und sich verschulden. Zufälligerweise sind die Schuldzinsen exorbitant ... und zufälligerweise verdient sich die CS an überschuldeten Kunden dumm und dämlich.

    Falls wir Ihren Talon nicht zurückerhalten, werden die Standardeinstellungen für Inhaber- und Partnerkarte gesetzt

    Ach, wie fürsorglich doch die Crédit Suisse wieder einmal hantiert. Immer im Wohle des Kunden. Weil die Grossbank "wichtige Neuerungen" bezüglich der Maestro-Card einführt, müssen dem Kunden neue Ausgabenlimiten aufgedrängt werden (5'000CHF pro Tag, 10'000CHF pro Monat). Diese Zahlen muss ein weltfremder Banker mit Millionenbonus ausgetüftelt haben - welcher Schweizer Normalbürger kann schon solche Summen im Monat ausgeben?! Ich warte gespannt auf eine stichhaltige Begründung, wieso diese Korrektur nötig wurde - und man dazu das überall verpönte Opt-Out-Prinzip verwendete. Wenn der Kunde König ist, sollte es an ihm liegen, seine Limite nach oben zu setzen. Nämlich dann, wenn er tatsächlichen Bedarf sieht, und nicht dann, wenn die CS es für richtig hält.

  • Bisherige Limite unbekannt Wie hoch meine derzeitige Limite ist, erfahre ich übrigens nirgends. Auch über diesem geschickten Schachzug haben die Marketing-Affen der CS sicherlich tagelang gebrütet. Wer nicht an die alten Limiten erinnert wird, hat auch weniger Gründe, diese gegen unten zu korrigieren.
  • Pseudo-Couvert. Man muss die Ränder an vier Seiten lecken und den Fusel dann falten und so zusammenkleben. Wieso war es nicht möglich, ein ganz normales, vorfrankiertes B4-Couvert beizulegen, das mit einem selbstklebenden Verschluss versehen ist?
  • Formular-Bürokratie Neben meiner Postanschrift muss ich auf dem Formular auch die IBAN-Nummer sowie die Kartennummer angeben. Ein Schelm, der dadurch eine weitere Abschreckung sieht, das Formular auszufüllen und an die Crédit Suisse zurück zu senden. Tipp: Die gesuchten Angaben finden sich auf der jetzigen Maestro-Karte.
  • Stichtag Nur wer rechtzeitig reagiert, kann das Unheil abwehren; wenn ein Kunde seine Limiten selber festlegen will, muss er sich sputen. Obwohl die Neuerungen erst am 17. November 2008 in Kraft treten (was für ein bescheuertes Datum?!), muss der entsprechende Talon mit dem Änderungsantrag bis Ende Oktober bei der Bank eintreffen. Wahrscheinlich arbeiten die Profis der Grossbank noch mit Lochkarten und brauchen deshalb ein wenig mehr Zeit zur Verarbeitung ... Bei der guten, alten Raiffeisen ist die Anpassung der Ausgabenlimiten eine Sache von fünf Minuten, die bequem an jedem Bankschalter durchgeführt werden kann. Zu welchen Leistungen die heutige Informationstechnologie im Stande ist! Logisch, dass da eine Grossbank mit einer Genossenschaftskasse nicht mithalten kann.

Marcel Schuler, Leiter Banking Products & Support, Sie sind mir ein äusserst sympathischer Zeitgenosse!

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Sonntag, Oktober 05, 2008

Heiligt den Emergency Economic Stabilization Act of 2008

... oder auch bekannt als der "700 Billion USD Bailout".

Mittlerweile 250 Seiten stark. Vom Senat als Amendment verfasst, weil dieses Haus eigentlich gar nicht aus erster Hand Gelder sprechen darf (das wäre die Aufgabe des Kongresses gewesen, dessen Mitglieder aber leider nach dem 30. September 2008 in die Ferien geflogen sind, nachdem sie den Bailout-Plan bekannterweise abgelehnt hatten).

Interessierte Personen archivieren sich dieses bahnbrechende Stück Gesetzestext:

H.R. 1424

Via: Every Member of Congress Gets a Copy of I.O.U.S.A. (wie immer ein äusserst lesenswerter Kommentar)

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Sonntag, Oktober 05, 2008

Wir Rosinenpicker und die EU: Teil 33

Die Schweiz hat in Frankfurt vorgefühlt, ob die Europäische Zentralbank (EZB) helfen würde, wenn es für eine Rettungsaktion aus eigener Kraft nicht reicht; die Rede ist von einem Geheimabkommen.

Quelle: Das Magazin » Die Schweiz nach dem Crash

Seit ich am Challenge Europe 2008 in Brüssel unter anderem auch die Meinung eines europäischen Unterhändlers gehört habe, befürchte ich, dass uns als Nicht-Mitglied eine solche Rettungsaktion sehr, sehr teuer zu stehen käme (und damit meine ich nicht nur finanzielle, sondern auch symbolische Aspekte).

Obwohl zu hoffen bleibt, dass die UBS von dem hier hypothetisch angesprochenen Schicksal verschont bleibt: Zu Gern würde ich SVP, AUNS und FDP der EZB applaudieren sehen, wenn sie uns zu Hilfe eilt ... (und die Spin-Doctors der Parteien uns diese Unterstützung als Sieg der Schweiz über die EU verkaufen sehen).

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Donnerstag, Oktober 02, 2008

Finanzinnovationen: Hauptsache niemand schnallts mehr!

Wie seine Investmentgesellschaft Olivant, deren 1,5 Milliarden Franken schweres UBS-Aktienpaket unauffindbar ist, fahnden Hunderte von Hedge-Fonds nach den Wertschriften, die sie bei der Pleitebank Lehman Brothers eingelagert haben.

[...] Problem: Ihre Wertschriften sitzen fest. Womöglich haben sie mit deren Transfer zu Lehman sogar ihre Eigentumsrechte verwirkt, schreibt die Konkursverwalterin PWC.

Quelle: Lehman-Pleite: Bis zu 70 Milliarden Dollar verschollen - News Wirtschaft: Unternehmen & Konjunktur - Tagesanzeiger

Äusserst komplex, die Sache. Wie können sich Aktien "in Luft auflösen"? Das soll ein Normalsterblicher mal verstehen ...

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Dienstag, September 30, 2008

Hauptproblem der Banken: Überbewertete Anlagen

But none of that solves the problem at the heart of the financial system: a tremendous amount of borrowed money has been invested in assets that are falling in value. The inevitable result is a credit deflation. There is no way of improving the quality of the assets.

Quelle: Credit Markets Threaten Retail Banking, Bank Runs Next?

Ergänzungen eines Harvard-Professors:

[...] The administration's claim is that many mortgage assets are merely illiquid, not truly worthless, implying taxpayers will recoup much of their $700 billion.

If these assets are worth something, however, private parties should want to buy them, and they would do so if the owners would accept fair market value.

Quelle: Commentary: Bankruptcy, not bailout, is the right answer - CNN.com

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Dienstag, September 23, 2008

Lehman Brothers im geschichtlichen Überblick

Dick Fuld must have felt pretty dumb too. His firm had survived the Civil War, the Railroad Bankruptcies of the late 19th century, the Bankers' Panic of 1907, the Crash of '29, the Great Depression, WWII, the Cold War; Lehman Bros. had outlasted spats, prohibition and disco music. But it couldn't keep its head through the biggest financial boom in history.

Quelle: The Dumbest Man in America

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Montag, September 22, 2008

Die USA auf dem Weg zum Kommunismus?

[...] Der gesamte Markt wird neu geordnet, Paulson zieht die Fäden. Spötter sprechen seitdem vom größten "volkseigenen Betrieb" der Welt.

Dass ausgerechnet ein Investmentbanker wie Paulson diese staatlichen Interventionen führt, ist für die Wall Street nicht ohne Ironie. "Die Freiheit zum Erfolg bedeutet auch die Freiheit zu scheitern", pflegte der Jurist früher zu sagen. Doch genau dieses Scheitern wird jetzt um jeden Preis verhindert. "Bisher haben wir immer Einzelfallentscheidungen getroffen", sagt er. "Jetzt brauchen wir mehr. Wir müssen nun eine grundlegende Lösung finden."

Quelle: FTD.de - Agenda: Paulsons Plan - International

Wir erleben eine Zeitenwende - in den USA wird derzeit gerade alles verstaatlich, was nicht niet und nagelfest ist (respektive kurz vor dem Bankrott steht). An der Spitze des Landes steht aber faktisch nicht mehr Hampelmann George W. Bush, sondern Finanzminister (soon-to-be: Lieber Führer) Henry Paulson.

Den Gesetzestext, den Paulson diese Woche durch das Parlament peitschen will - von einem aufmerksamen Zeitgenossen seziert - hat es in sich:

Hank Paulson, CEO of Goldman Sachs on leave, has complete and total control over the nation's treasure. He would be unchecked by Congress, unchecked by the President. He will be king.

The end of America as you knew it is at hand. It was a good 232 year run. But it is about to be stolen in the night.

Auch den Massenmedien dämmert es:

Wenn der Kongress den Rettungsplan tatsächlich genehmigt, wird Paulson damit wohl zum mächtigsten Finanzminister aller Zeiten. Sein Haus bekommt umfassende Vollmachten - und wird zugleich vor juristischen Angriffen geschützt. "Paulson sagt: 'Glaubt mir, ich werde alles richtig machen, wenn ich die absolute Kontrolle bekomme'", klagt Nouriel Roubini, Volkswirtin an der New York University. "Aber wir leben doch nicht in einer Monarchie!" Der Minister würde damit "für einige Monate zum Diktator des US-Finanzsystems", spottet auch die Wall Street.

[...] Paulson müsse vor allem das Budgetdefizit zurückführen, hieß es damals in Washington. Gemessen daran, soviel kann man heute bereits sagen, ist der dritte und letzte Finanzminister der Regierung Bush grandios gescheitert.

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Mittwoch, September 17, 2008

Wieso sich bei mir Schadenfreude breit macht

Für Kollege Zgräsch ist es unverständlich, wieso ich mit derartiger Verve über die Banken- und Finanzwelt herziehe. Klar habe man Fehler gemacht, aber dennoch sei es fehl am Platz, nun derart hart mit den Jungs umzugehen. Die meisten können auch nicht mehr oder weniger dafür als wir "Unbeteiligte".

Ich widerspreche! Zwar können wir das verloren gegangene Geld (war es jemals wirklich da, frage ich?) nicht wieder hervorzaubern. Doch die Millionen-Boni haben uns Normalverdiener seit vielen, vielen Jahren genervt - doch erst jetzt, wo die Krise da ist, sieht die ganze Welt, dass die Zahlungen nicht gerechtfertigt waren. Kein einziger Pfennig ihrer Boni können die Herren Bankmanager mit ihrem gnaden- und rücksichtslosen Streben nach dem Shareholder Value und den so erzielten Profiten belegen. Die Jungs waren einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort - selbst ein geistig Minderbemittelter am Ruder der Grossbanken hätte in den letzten Jahren Milliardenprofite eingefahren.

Doch nun ist die Schönwetterperiode ein für alle mal vorbei! So wie damals, als die ersten britischen Farmer in Australien realisierten, dass sie ausgerechnet in einer langjährigen klimatisch günstigen Periode an Land gegangen waren, ihre Landwirtschaftsbetriebe aufgebaut hatten - und sich das Klima plötzlich verschlechterte (notabene zum Normalzustand). Item, man merkt, dass ich Jarod Diamonds Collapse gründlich gelesen habe ... (wie treffend, dieser Titel, auch derzeit sein mag).

Und ja, ich bin mir durchaus bewusst, dass wenn die Dinge den voraussehbaren Verlauf nehmen werden, auch wir Normalverdiener wieder die Gelackmeierten sind. Diejenigen, die beim Reise nach Jerusalem-Spiel diejenigen sind, die beim der Musik noch keinen Stuhl gefunden haben. Doch gerade deshalb soll uns die Hunderstelsekunde Schadenfreude gegenüber den (selbsternannten) Masters of the Universe gegönnt sein. Die Herren des Universums, die Scheisse in Gold verwandelten und frisch von der Uni dank Microsoft Excel alle Eventualitäten und Risiken auszuschliessen versuchten. Nun, leider hat das mit Microsoft Excel (Niveau SIZ-Anwender?) nicht ganz hingehauen.

Wenn diese Hunderstelsekunde vorbei ist, sind wir dran - in Form unserer Vermögen, Pensionskassengelder und Hypotheken. It's gonna be a rough ride!

Doch genug geschwafelt, lassen wir Bill Bonner aus dem vollen schöpfen - er, der immer die passenden Sätze parat hat:

Yes, dear reader, we watch the masters of the universe go down...with a fair amount of amusement and even schadenfreude. They claimed to be the smartest people on the planet – and demanded to be paid as if they were. They said they were doing the world a big favor – “allocating capital” so efficiently we would all get rich. And, of course, no one would get richer than they. But who could complain about their billions in bonuses when we were all getting rich?

Quelle: Biggest Bankruptcy in Wall Street History

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Mittwoch, September 17, 2008

Kommentare zur UBS aus der Schweiz

Kauft UBS-Aktien, nie waren Tapeten günstiger!

Immer mit der Ruhe, das Geld ist ja nicht weg! Es ist ja nur woanders.

Ich habe noch 1000 Swissair Namensaktien im Safe. Wer ist an einem Tausch gegen UBS Aktien interessiert. Eins zu Eins natuerlich.

Quelle: Studie mitschuldig am Absturz der UBS-Aktien

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Dienstag, September 16, 2008

Souvenir-Jagd auf Lehman Brothers eröffnet!

Auf eBay finden sich erste Andenken. Den besten Platz in meinem Herzen haben die Operating Principles der Investment-Bude erhalten:

Lehman Employee office swag 2007 desktop cube to help us all keep in mind the Operating Principles.

Operating Principles cube that opens up in different ways and you can read all the different principles like...

  • "Demonstrating smart risk management"
  • "Demonstrating commitment to excellence"
  • "Doing the right thing"
  • "Maximizing shareholder value"

Quelle: eBay: LEHMAN BROTHERS OPERATING PRINCIPALS CUBE RARE SEALED

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Dienstag, September 16, 2008

Lehman Brothers vergassen Geld zu überweisen

As the hangovers kick in this morning though, the latest casualties of capitalism will be getting their heads round the fact that there is no money in the kitty to pay them the current month’s wages. According to reports, the bank swept all its cash back to the US every night, before doling out whatever the international subsidiaries needed back first thing. Someone neglected to do this before Monday morning’s bust, meaning the administrators have nothing with which to meet $75m in salaries due this week.

Quelle: Lehmans techies start job hunt • The Register

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Dienstag, September 16, 2008

Angestellte von Lehmans Brüder haben nun mächtig viel Freizeit - und kein Geld

The mantra of Lehman Brothers was to pay its staff in stock – some 30 per cent of the bank’s equity was held by employees and many bonuses were paid in shares. Now those holdings are all but worthless.

[...]“Some have more than £100 on their pre-pay canteen cards, [so] they’re buying hundreds of bars of chocolate, bags of roasted coffee and anything that’s non-perishable,” said one employee.

Quelle: FT.com print article

Ganz doof, wenn man nun zur Konkurrenz wechseln möchte (AIG soll sichere Arbeitsplätze bieten, ein Sessel bei Merill Lynch hält wohl auch noch einige Tage/Wochen, bis die Motorsägen aus dem Hauptquartier der Bank of America eingeflogen werden) - im digitalen Leben gibt es nichts handfestes mehr, dass sich von den Bürotischen abräumen lässt:

[...] In the old days you’d just pick up your Rolodex and you’d bugger off. Now everything in your life is with the company,”

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Dienstag, September 16, 2008

Jetzt regulieren wir sie zu Tode!

... zum Wohle aller!

if institutions need to be rescued like banks, they should be regulated like banks

Quelle: Op-Ed Columnist - Financial Russian Roulette - Op-Ed - NYTimes.com

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Montag, September 15, 2008

Nach der Dot-Com-Bubble nun die Investment-Bubble

In Gedanken sind wir für einmal nicht bei Industrie-Arbeitern, die gerade ihren Job verloren haben, sondern bei all den Excel-Akrobaten, die hinter lauter Formeln den Untergang (der Bank, aber noch nicht der Welt) nicht erkannt haben:

Während einige Optimisten noch immer auf eine Lösung hoffen, wie die viertgrößte Investmentbank weiter bestehen kann, schaffen andere bereits Fakten: Lehman-Mitarbeiter fangen an, ihre persönlichen Sachen aus den Büros zu holen. Sie kommen in Shorts und Flipflops, schließlich ist Sonntag. Allerdings auch mit dunkelglasigen Limousinen, schließlich sind es immer noch Banker.

Mit Normalität hat das nichts mehr zu tun, trotz der unbeirrt weiterflimmernden Bildschirme an der Gebäudefassade: Hunderte Angestellte verlassen das Gebäude mit Taschen und Kisten. Aus einigen ragen Tennisschläger heraus. Andere holen sogar ihre Blumen aus den Büros. Es wirkt nicht wie ein geordneter Auszug, sondern wie eine Plünderung. Ein Panflötenspieler hat möglicherweise begriffen, was die Stunde geschlagen hat, und spielt in einer Endlosschleife "My heart will go on".

Quelle: FTD.de - US-Finanzkrise: Tage des Umsturzes an der Wall Street - Aktien + Märkte

Erinnert mich irgendwie an das Platzen der Dot-Com-Bubble - einziger Unterschied: Wir kamen auch unter der Woche in Flip-Flops und Shorts arbeiten ...

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Montag, September 15, 2008

Lehman Brüders Schicksal

So my bet is that we'll see another bailout of Wall Street and the financial investors it serves, with large amounts of public cash committed in a way that looks painless today (ie, no money upfront, but large liabilities into the future, likely to cost hapless taxpayers billions later--after the election).

Quelle: The Oil Drum | Lehman: more socialising the losses of the rich

Wenn ich morgen aufstehe, weiss man hoffentlich mehr. Ich fände einen totalen Zusammenbruch der Bank deutlich interessanter, weil das dann so schöne Schockwellen um den ganzen Globus herum gäbe, die das weltweite Finanzsystem in arge Bedrängnis brächten.

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Donnerstag, August 28, 2008

Es gibt noch risikobewusste Banken!

Die Zusammenlegung der Informatik von ZKB und Waadtländer Kantonalbank ist gescheitert. Schuld sind Verspätungen und viel höhere Kosten als ursprünglich geplant. Das Projekt wird beerdigt.

Das Risiko bezüglich Kosten und Umsetzung sei schliesslich beiden Banken zu gross geworden.

Quelle: IT-Debakel - ZKB setzt Millionen in den Sand - News Wirtschaft: Unternehmen & Konjunktur - Tagesanzeiger

Wenn Top-Banker doch auch bei der Kreditvergabe derart seriös geschäftet hätten ...

Nebenbei: Anscheinend scheinen sich bei der ZKB ähnliche Tendenzen breit gemacht haben wie bei der SVP (festgestellt von einem Kommentarschreiber):

Das wird wie immer daran gescheitert sein, dass die intelligenten Zürcher befehlen wollten und die Romands nur die Option zum Gehorsam zugedacht erhielten. Es ist Zeit, in der ZKB die Logistikchefs auszuwechseln.

Ist das etwa gut-zürcherische Manier?

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Mittwoch, August 27, 2008

Rückblickend: Trinkgeld im Holocaust-Vergleich

In der Tat erstaunlich:

Zähneknirschend haben vor zehn Jahren die Schweizer Banken 1,25 Mia. USD in einen Ausgleichstopf bezahlt, um die unrühmliche Holocaust-Debatte endlich zu beenden.

Heute zahlt die USB scheinbar locker vom Hocker 20 Mia. Franken an US-Bankkunden für den Rückkauf von faulen Anleihen [...]

Quelle: Arlesheim Reloaded. Mäuse schultern Elefanten. - Alles ist relativ, auch Geld

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Sonntag, August 24, 2008

Banken müssen Risikomanagement anderer Industrien übernehmen

Jeder Pharmafirma beispielsweise wird vorgeschrieben, dass sie die Unbedenklichkeit ihrer Arzneien selbst beweisen muss - und zwar, bevor die Pillen überhaupt verschrieben werden dürfen. Warum fordern wir so einen Unbedenklichkeitsbeweis nicht auch von Banken für deren Produkte?

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Ökonom Joseph Stiglitz: "Banken haben total versagt" - Wirtschaft

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