Montag, Oktober 06, 2008
Credit Suisse erhöht frech meine Maestro-Ausgabenlimite
Hätte ich den Altpapier-Stapel nicht noch einmal ganz genau durchgeschaut, so wäre mir durch die Lappen gegangen, dass die Crédit Suisse ihrem Ziel, die Leute zum ungerechtfertigten Konsum zu drängen, wieder ein Schritt näher gekommen wäre.
Die Marketing-Fuzzis der Bude sind dabei äusserst geschickt vorgegangen, als sie mir in einem Brief die vielen, vielen tollen Neuerungen bezüglich der Maestro-Karten näherbringen und mir nebenbei hinterrücks die Ausgabenlimiten gegen oben anpassen wollten:
CS legt meine Ausgabenlimite fest Als die Banken noch etwas risikobewusster waren, setzte man das Ausgabenlimit eines Kunden lieber zu tief an. Heute ist man - wie beim Vorbild USA - froh, wenn die Leute dank dem Plastikgeld über ihren Verhältnissen leben und sich verschulden. Zufälligerweise sind die Schuldzinsen exorbitant ... und zufälligerweise verdient sich die CS an überschuldeten Kunden dumm und dämlich.
Falls wir Ihren Talon nicht zurückerhalten, werden die Standardeinstellungen für Inhaber- und Partnerkarte gesetzt
Ach, wie fürsorglich doch die Crédit Suisse wieder einmal hantiert. Immer im Wohle des Kunden. Weil die Grossbank "wichtige Neuerungen" bezüglich der Maestro-Card einführt, müssen dem Kunden neue Ausgabenlimiten aufgedrängt werden (5'000CHF pro Tag, 10'000CHF pro Monat). Diese Zahlen muss ein weltfremder Banker mit Millionenbonus ausgetüftelt haben - welcher Schweizer Normalbürger kann schon solche Summen im Monat ausgeben?! Ich warte gespannt auf eine stichhaltige Begründung, wieso diese Korrektur nötig wurde - und man dazu das überall verpönte Opt-Out-Prinzip verwendete. Wenn der Kunde König ist, sollte es an ihm liegen, seine Limite nach oben zu setzen. Nämlich dann, wenn er tatsächlichen Bedarf sieht, und nicht dann, wenn die CS es für richtig hält.
- Bisherige Limite unbekannt Wie hoch meine derzeitige Limite ist, erfahre ich übrigens nirgends. Auch über diesem geschickten Schachzug haben die Marketing-Affen der CS sicherlich tagelang gebrütet. Wer nicht an die alten Limiten erinnert wird, hat auch weniger Gründe, diese gegen unten zu korrigieren.
- Pseudo-Couvert. Man muss die Ränder an vier Seiten lecken und den Fusel dann falten und so zusammenkleben. Wieso war es nicht möglich, ein ganz normales, vorfrankiertes B4-Couvert beizulegen, das mit einem selbstklebenden Verschluss versehen ist?
- Formular-Bürokratie Neben meiner Postanschrift muss ich auf dem Formular auch die IBAN-Nummer sowie die Kartennummer angeben. Ein Schelm, der dadurch eine weitere Abschreckung sieht, das Formular auszufüllen und an die Crédit Suisse zurück zu senden. Tipp: Die gesuchten Angaben finden sich auf der jetzigen Maestro-Karte.
- Stichtag Nur wer rechtzeitig reagiert, kann das Unheil abwehren; wenn ein Kunde seine Limiten selber festlegen will, muss er sich sputen. Obwohl die Neuerungen erst am 17. November 2008 in Kraft treten (was für ein bescheuertes Datum?!), muss der entsprechende Talon mit dem Änderungsantrag bis Ende Oktober bei der Bank eintreffen. Wahrscheinlich arbeiten die Profis der Grossbank noch mit Lochkarten und brauchen deshalb ein wenig mehr Zeit zur Verarbeitung ... Bei der guten, alten Raiffeisen ist die Anpassung der Ausgabenlimiten eine Sache von fünf Minuten, die bequem an jedem Bankschalter durchgeführt werden kann. Zu welchen Leistungen die heutige Informationstechnologie im Stande ist! Logisch, dass da eine Grossbank mit einer Genossenschaftskasse nicht mithalten kann.
Marcel Schuler, Leiter Banking Products & Support, Sie sind mir ein äusserst sympathischer Zeitgenosse!
Sonntag, Oktober 05, 2008
Heiligt den Emergency Economic Stabilization Act of 2008
... oder auch bekannt als der "700 Billion USD Bailout".
Mittlerweile 250 Seiten stark. Vom Senat als Amendment verfasst, weil dieses Haus eigentlich gar nicht aus erster Hand Gelder sprechen darf (das wäre die Aufgabe des Kongresses gewesen, dessen Mitglieder aber leider nach dem 30. September 2008 in die Ferien geflogen sind, nachdem sie den Bailout-Plan bekannterweise abgelehnt hatten).
Interessierte Personen archivieren sich dieses bahnbrechende Stück Gesetzestext:
Via: Every Member of Congress Gets a Copy of I.O.U.S.A. (wie immer ein äusserst lesenswerter Kommentar)
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Sonntag, Oktober 05, 2008
Wir Rosinenpicker und die EU: Teil 33
Die Schweiz hat in Frankfurt vorgefühlt, ob die Europäische Zentralbank (EZB) helfen würde, wenn es für eine Rettungsaktion aus eigener Kraft nicht reicht; die Rede ist von einem Geheimabkommen.
Quelle: Das Magazin » Die Schweiz nach dem Crash
Seit ich am Challenge Europe 2008 in Brüssel unter anderem auch die Meinung eines europäischen Unterhändlers gehört habe, befürchte ich, dass uns als Nicht-Mitglied eine solche Rettungsaktion sehr, sehr teuer zu stehen käme (und damit meine ich nicht nur finanzielle, sondern auch symbolische Aspekte).
Obwohl zu hoffen bleibt, dass die UBS von dem hier hypothetisch angesprochenen Schicksal verschont bleibt: Zu Gern würde ich SVP, AUNS und FDP der EZB applaudieren sehen, wenn sie uns zu Hilfe eilt ... (und die Spin-Doctors der Parteien uns diese Unterstützung als Sieg der Schweiz über die EU verkaufen sehen).
Donnerstag, Oktober 02, 2008
Finanzinnovationen: Hauptsache niemand schnallts mehr!
Wie seine Investmentgesellschaft Olivant, deren 1,5 Milliarden Franken schweres UBS-Aktienpaket unauffindbar ist, fahnden Hunderte von Hedge-Fonds nach den Wertschriften, die sie bei der Pleitebank Lehman Brothers eingelagert haben.
[...] Problem: Ihre Wertschriften sitzen fest. Womöglich haben sie mit deren Transfer zu Lehman sogar ihre Eigentumsrechte verwirkt, schreibt die Konkursverwalterin PWC.
Äusserst komplex, die Sache. Wie können sich Aktien "in Luft auflösen"? Das soll ein Normalsterblicher mal verstehen ...
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Dienstag, September 30, 2008
Hauptproblem der Banken: Überbewertete Anlagen
But none of that solves the problem at the heart of the financial system: a tremendous amount of borrowed money has been invested in assets that are falling in value. The inevitable result is a credit deflation. There is no way of improving the quality of the assets.
Quelle: Credit Markets Threaten Retail Banking, Bank Runs Next?
Ergänzungen eines Harvard-Professors:
[...] The administration's claim is that many mortgage assets are merely illiquid, not truly worthless, implying taxpayers will recoup much of their $700 billion.
If these assets are worth something, however, private parties should want to buy them, and they would do so if the owners would accept fair market value.
Quelle: Commentary: Bankruptcy, not bailout, is the right answer - CNN.com
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Dienstag, September 23, 2008
Lehman Brothers im geschichtlichen Überblick
Dick Fuld must have felt pretty dumb too. His firm had survived the Civil War, the Railroad Bankruptcies of the late 19th century, the Bankers' Panic of 1907, the Crash of '29, the Great Depression, WWII, the Cold War; Lehman Bros. had outlasted spats, prohibition and disco music. But it couldn't keep its head through the biggest financial boom in history.
Quelle: The Dumbest Man in America
Montag, September 22, 2008
Die USA auf dem Weg zum Kommunismus?
[...] Der gesamte Markt wird neu geordnet, Paulson zieht die Fäden. Spötter sprechen seitdem vom größten "volkseigenen Betrieb" der Welt.
Dass ausgerechnet ein Investmentbanker wie Paulson diese staatlichen Interventionen führt, ist für die Wall Street nicht ohne Ironie. "Die Freiheit zum Erfolg bedeutet auch die Freiheit zu scheitern", pflegte der Jurist früher zu sagen. Doch genau dieses Scheitern wird jetzt um jeden Preis verhindert. "Bisher haben wir immer Einzelfallentscheidungen getroffen", sagt er. "Jetzt brauchen wir mehr. Wir müssen nun eine grundlegende Lösung finden."
Quelle: FTD.de - Agenda: Paulsons Plan - International
Wir erleben eine Zeitenwende - in den USA wird derzeit gerade alles verstaatlich, was nicht niet und nagelfest ist (respektive kurz vor dem Bankrott steht). An der Spitze des Landes steht aber faktisch nicht mehr Hampelmann George W. Bush, sondern Finanzminister (soon-to-be: Lieber Führer) Henry Paulson.
Den Gesetzestext, den Paulson diese Woche durch das Parlament peitschen will - von einem aufmerksamen Zeitgenossen seziert - hat es in sich:
Hank Paulson, CEO of Goldman Sachs on leave, has complete and total control over the nation's treasure. He would be unchecked by Congress, unchecked by the President. He will be king.
Auch den Massenmedien dämmert es:
Wenn der Kongress den Rettungsplan tatsächlich genehmigt, wird Paulson damit wohl zum mächtigsten Finanzminister aller Zeiten. Sein Haus bekommt umfassende Vollmachten - und wird zugleich vor juristischen Angriffen geschützt. "Paulson sagt: 'Glaubt mir, ich werde alles richtig machen, wenn ich die absolute Kontrolle bekomme'", klagt Nouriel Roubini, Volkswirtin an der New York University. "Aber wir leben doch nicht in einer Monarchie!" Der Minister würde damit "für einige Monate zum Diktator des US-Finanzsystems", spottet auch die Wall Street.
[...] Paulson müsse vor allem das Budgetdefizit zurückführen, hieß es damals in Washington. Gemessen daran, soviel kann man heute bereits sagen, ist der dritte und letzte Finanzminister der Regierung Bush grandios gescheitert.
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Mittwoch, September 17, 2008
Wieso sich bei mir Schadenfreude breit macht
Für Kollege Zgräsch ist es unverständlich, wieso ich mit derartiger Verve über die Banken- und Finanzwelt herziehe. Klar habe man Fehler gemacht, aber dennoch sei es fehl am Platz, nun derart hart mit den Jungs umzugehen. Die meisten können auch nicht mehr oder weniger dafür als wir "Unbeteiligte".
Ich widerspreche! Zwar können wir das verloren gegangene Geld (war es jemals wirklich da, frage ich?) nicht wieder hervorzaubern. Doch die Millionen-Boni haben uns Normalverdiener seit vielen, vielen Jahren genervt - doch erst jetzt, wo die Krise da ist, sieht die ganze Welt, dass die Zahlungen nicht gerechtfertigt waren. Kein einziger Pfennig ihrer Boni können die Herren Bankmanager mit ihrem gnaden- und rücksichtslosen Streben nach dem Shareholder Value und den so erzielten Profiten belegen. Die Jungs waren einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort - selbst ein geistig Minderbemittelter am Ruder der Grossbanken hätte in den letzten Jahren Milliardenprofite eingefahren.
Doch nun ist die Schönwetterperiode ein für alle mal vorbei! So wie damals, als die ersten britischen Farmer in Australien realisierten, dass sie ausgerechnet in einer langjährigen klimatisch günstigen Periode an Land gegangen waren, ihre Landwirtschaftsbetriebe aufgebaut hatten - und sich das Klima plötzlich verschlechterte (notabene zum Normalzustand). Item, man merkt, dass ich Jarod Diamonds Collapse gründlich gelesen habe ... (wie treffend, dieser Titel, auch derzeit sein mag).
Und ja, ich bin mir durchaus bewusst, dass wenn die Dinge den voraussehbaren Verlauf nehmen werden, auch wir Normalverdiener wieder die Gelackmeierten sind. Diejenigen, die beim Reise nach Jerusalem-Spiel diejenigen sind, die beim der Musik noch keinen Stuhl gefunden haben. Doch gerade deshalb soll uns die Hunderstelsekunde Schadenfreude gegenüber den (selbsternannten) Masters of the Universe gegönnt sein. Die Herren des Universums, die Scheisse in Gold verwandelten und frisch von der Uni dank Microsoft Excel alle Eventualitäten und Risiken auszuschliessen versuchten. Nun, leider hat das mit Microsoft Excel (Niveau SIZ-Anwender?) nicht ganz hingehauen.
Wenn diese Hunderstelsekunde vorbei ist, sind wir dran - in Form unserer Vermögen, Pensionskassengelder und Hypotheken. It's gonna be a rough ride!
Doch genug geschwafelt, lassen wir Bill Bonner aus dem vollen schöpfen - er, der immer die passenden Sätze parat hat:
Yes, dear reader, we watch the masters of the universe go down...with a fair amount of amusement and even schadenfreude. They claimed to be the smartest people on the planet – and demanded to be paid as if they were. They said they were doing the world a big favor – “allocating capital” so efficiently we would all get rich. And, of course, no one would get richer than they. But who could complain about their billions in bonuses when we were all getting rich?
Quelle: Biggest Bankruptcy in Wall Street History
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Mittwoch, September 17, 2008
Kommentare zur UBS aus der Schweiz
Kauft UBS-Aktien, nie waren Tapeten günstiger!
Immer mit der Ruhe, das Geld ist ja nicht weg! Es ist ja nur woanders.
Ich habe noch 1000 Swissair Namensaktien im Safe. Wer ist an einem Tausch gegen UBS Aktien interessiert. Eins zu Eins natuerlich.
Quelle: Studie mitschuldig am Absturz der UBS-Aktien
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Dienstag, September 16, 2008
Souvenir-Jagd auf Lehman Brothers eröffnet!
Auf eBay finden sich erste Andenken. Den besten Platz in meinem Herzen haben die Operating Principles der Investment-Bude erhalten:
Lehman Employee office swag 2007 desktop cube to help us all keep in mind the Operating Principles.
Operating Principles cube that opens up in different ways and you can read all the different principles like...
- "Demonstrating smart risk management"
- "Demonstrating commitment to excellence"
- "Doing the right thing"
- "Maximizing shareholder value"
Quelle: eBay: LEHMAN BROTHERS OPERATING PRINCIPALS CUBE RARE SEALED
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Dienstag, September 16, 2008
Lehman Brothers vergassen Geld zu überweisen
As the hangovers kick in this morning though, the latest casualties of capitalism will be getting their heads round the fact that there is no money in the kitty to pay them the current month’s wages. According to reports, the bank swept all its cash back to the US every night, before doling out whatever the international subsidiaries needed back first thing. Someone neglected to do this before Monday morning’s bust, meaning the administrators have nothing with which to meet $75m in salaries due this week.
Quelle: Lehmans techies start job hunt • The Register
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Dienstag, September 16, 2008
Angestellte von Lehmans Brüder haben nun mächtig viel Freizeit - und kein Geld
The mantra of Lehman Brothers was to pay its staff in stock – some 30 per cent of the bank’s equity was held by employees and many bonuses were paid in shares. Now those holdings are all but worthless.
[...]“Some have more than £100 on their pre-pay canteen cards, [so] they’re buying hundreds of bars of chocolate, bags of roasted coffee and anything that’s non-perishable,” said one employee.
Quelle: FT.com print article
Ganz doof, wenn man nun zur Konkurrenz wechseln möchte (AIG soll sichere Arbeitsplätze bieten, ein Sessel bei Merill Lynch hält wohl auch noch einige Tage/Wochen, bis die Motorsägen aus dem Hauptquartier der Bank of America eingeflogen werden) - im digitalen Leben gibt es nichts handfestes mehr, dass sich von den Bürotischen abräumen lässt:
[...] In the old days you’d just pick up your Rolodex and you’d bugger off. Now everything in your life is with the company,”
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Dienstag, September 16, 2008
Jetzt regulieren wir sie zu Tode!
... zum Wohle aller!
if institutions need to be rescued like banks, they should be regulated like banks
Quelle: Op-Ed Columnist - Financial Russian Roulette - Op-Ed - NYTimes.com
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Montag, September 15, 2008
Nach der Dot-Com-Bubble nun die Investment-Bubble
In Gedanken sind wir für einmal nicht bei Industrie-Arbeitern, die gerade ihren Job verloren haben, sondern bei all den Excel-Akrobaten, die hinter lauter Formeln den Untergang (der Bank, aber noch nicht der Welt) nicht erkannt haben:
Während einige Optimisten noch immer auf eine Lösung hoffen, wie die viertgrößte Investmentbank weiter bestehen kann, schaffen andere bereits Fakten: Lehman-Mitarbeiter fangen an, ihre persönlichen Sachen aus den Büros zu holen. Sie kommen in Shorts und Flipflops, schließlich ist Sonntag. Allerdings auch mit dunkelglasigen Limousinen, schließlich sind es immer noch Banker.
Mit Normalität hat das nichts mehr zu tun, trotz der unbeirrt weiterflimmernden Bildschirme an der Gebäudefassade: Hunderte Angestellte verlassen das Gebäude mit Taschen und Kisten. Aus einigen ragen Tennisschläger heraus. Andere holen sogar ihre Blumen aus den Büros. Es wirkt nicht wie ein geordneter Auszug, sondern wie eine Plünderung. Ein Panflötenspieler hat möglicherweise begriffen, was die Stunde geschlagen hat, und spielt in einer Endlosschleife "My heart will go on".
Quelle: FTD.de - US-Finanzkrise: Tage des Umsturzes an der Wall Street - Aktien + Märkte
Erinnert mich irgendwie an das Platzen der Dot-Com-Bubble - einziger Unterschied: Wir kamen auch unter der Woche in Flip-Flops und Shorts arbeiten ...
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Montag, September 15, 2008
Lehman Brüders Schicksal
So my bet is that we'll see another bailout of Wall Street and the financial investors it serves, with large amounts of public cash committed in a way that looks painless today (ie, no money upfront, but large liabilities into the future, likely to cost hapless taxpayers billions later--after the election).
Quelle: The Oil Drum | Lehman: more socialising the losses of the rich
Wenn ich morgen aufstehe, weiss man hoffentlich mehr. Ich fände einen totalen Zusammenbruch der Bank deutlich interessanter, weil das dann so schöne Schockwellen um den ganzen Globus herum gäbe, die das weltweite Finanzsystem in arge Bedrängnis brächten.
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Donnerstag, August 28, 2008
Es gibt noch risikobewusste Banken!
Die Zusammenlegung der Informatik von ZKB und Waadtländer Kantonalbank ist gescheitert. Schuld sind Verspätungen und viel höhere Kosten als ursprünglich geplant. Das Projekt wird beerdigt.
Das Risiko bezüglich Kosten und Umsetzung sei schliesslich beiden Banken zu gross geworden.
Wenn Top-Banker doch auch bei der Kreditvergabe derart seriös geschäftet hätten ...
Nebenbei: Anscheinend scheinen sich bei der ZKB ähnliche Tendenzen breit gemacht haben wie bei der SVP (festgestellt von einem Kommentarschreiber):
Das wird wie immer daran gescheitert sein, dass die intelligenten Zürcher befehlen wollten und die Romands nur die Option zum Gehorsam zugedacht erhielten. Es ist Zeit, in der ZKB die Logistikchefs auszuwechseln.
Ist das etwa gut-zürcherische Manier?
Mittwoch, August 27, 2008
Rückblickend: Trinkgeld im Holocaust-Vergleich
In der Tat erstaunlich:
Zähneknirschend haben vor zehn Jahren die Schweizer Banken 1,25 Mia. USD in einen Ausgleichstopf bezahlt, um die unrühmliche Holocaust-Debatte endlich zu beenden.
Heute zahlt die USB scheinbar locker vom Hocker 20 Mia. Franken an US-Bankkunden für den Rückkauf von faulen Anleihen [...]
Quelle: Arlesheim Reloaded. Mäuse schultern Elefanten. - Alles ist relativ, auch Geld
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Sonntag, August 24, 2008
Banken müssen Risikomanagement anderer Industrien übernehmen
Jeder Pharmafirma beispielsweise wird vorgeschrieben, dass sie die Unbedenklichkeit ihrer Arzneien selbst beweisen muss - und zwar, bevor die Pillen überhaupt verschrieben werden dürfen. Warum fordern wir so einen Unbedenklichkeitsbeweis nicht auch von Banken für deren Produkte?
Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Ökonom Joseph Stiglitz: "Banken haben total versagt" - Wirtschaft
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Dienstag, August 12, 2008
Wer kann verlässt die UBS
Zudem will die UBS im Personalbereich sparen. Das Unternehmen kündigte an, rund 5500 Stellen zu streichen - davon 1500 in der Schweiz. Im vergangenen Quartal sind demnach bereits rund 2400 Arbeitsplätze weggefallen. Besonders betroffen ist dem Vernehmen nach das Investmentbanking.
Wie mir ein Bekannter kürzlich erzählte, sind Bänkeler mit "Fronterfahrung" (also sogenannte Kundenberater) auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt derzeit äusserst gefragt. Für die Back-Office-Mitarbeiter, die mit ihren Excel-Sheets all die schönen (aber unbrauchbaren) Risikoabwägungen berechnet hätten, interessiere sich momentan hingegen kein Schwein.
Marktwirtschaftlich ist klar, wie diese Entwicklung enden wird: Diejenigen, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind, werden abspringen und den Wechsel nutzen, um den beruflichen Aufstieg voranzutreiben und selbstverständlich auch eine Lohnerhöhung durchzusetzen. Diejenigen, die im Back-Office sitzen, werden sich bei ihrem Apotheker Anti-Depressiva im Monats-Abo holen gehen, um die Bekanntgabe der nächsten Quartalsergebnisse ohne Angstzustände überleben zu können.
Da auch mein Bekannter zu den Erstgenannten gehört, hat er es sich nicht zweimal überlegt und ist vor kurzem von der UBS zu einer anderen schweizerischen Grossbank übergelaufen.
Mit den Kundenberatern auch die Kunden
Die schlechten Ergebnissen der vergangenen Monate haben das Vertrauen der Kunden in die UBS erschüttert. Die Vermögensverwaltung der Schweizer Bank musste im zweiten Quartal einen Netto-Geldabfluss von 17,3 Mrd. Franken (10,7 Mrd. Euro) hinnehmen.
Quelle: FTD.de - Neue Verluste bei der UBS: Reiche Privatkunden ziehen Milliarden ab - Finanzdienstleister
Er erwähnte zudem, dass Kunden ihr Geld eigentlich nicht einer Grossbank, sondern ihrem Kundenberater anvertrauen. Der Berater ist der ausschlaggebende Faktor. Verlassen diese die UBS, so wechseln die (von dessen Qualitäten überzeugten Kunden) über Kurz oder Lang zur neuen Bank. Neben den am Ende eines jeden Quartals bekannt gemachten Horrormeldungen von der UBS wird dies sicherlich mit ein Grund für den respektablen Geldabfluss sein.
Ob das so wirklich stimmt, kann ich nicht sagen (mit meinem läppischen "Vermögen", das diesen Namen gar nicht verdient, habe ich es jedenfalls nicht zu einem persönlichen Kundenberater geschafft).
Mal schauen, wie das mit der UBS weitergeht. Ich habe ein schlechtes Gefühl in der Magengegend ...
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Mittwoch, Juli 30, 2008
Die Abschreiber-Party geht munter weiter
Das Schiff sinkt, weil das Wasser schneller in den Schiffsrumpf einläuft, als die Pumpen wieder hinauspumpen können:
The IMF said financial institutions globally have written off about $400bn since the crisis began last August, and that while they had raised substantial amounts of capital, the losses “exceeded capital raised.”
Quelle: FT.com print article
Sollte man den Banken weiterhin sein Erspartes anvertrauen? In den USA torkeln ja schon die nächsten Banken.
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Freitag, Juli 04, 2008
Für was werden Analysten eigentlich bezahlt?
Andererseits: Wer heute die Berichterstattung über das UBS-Quartalsergebnis mitverfolgt hatte, musste sich die Augen reiben: Steuergutschrift?! Wo zum Teufel haben die Meister der kreativen Buchführung diesen Joker wohl wieder ausgegraben?
Es scheint, als hätten die Analytiker durchs Band die Steuergutschrift, die die UBS mit den weltweiten Steuerbehörden ausgehandelt hat, im Vorfeld nicht auf dem Radar gehabt und dementsprechend nicht in ihre Berechnungen miteinbezogen. Steuergutschriften sind allerdings nur einmalige Angelegenheiten. Wenn die UBS den Turnaround schaffen will, muss sie die Verluste der Investment Bank nachhaltig eindämmen
Quelle: Kaum Pulver im Feuerwerk der UBS-Aktie (Nachrichten, NZZ Online)
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Mittwoch, Juli 02, 2008
War das Bankgeheimnis seit jeher eine Farce?
Die US-Steuerbehörden dürfen von der Schweizer Grossbank UBS die Herausgabe von Daten von mutmasslichen Steuersündern verlangen.
Quelle: UBS muss Kundendaten offen legen - Wirtschaft - Tages-Anzeiger
Hmmm ... sollte das Bankgeheimnis - eh, sorry - Bankkundengeheimnis gerade solche Attacken nicht verhindern? Hilfe, unser Land und seine Banken stehen auf der Kippe!
Andererseits: Wenn wir noch etwas Geduld haben, hat sich die UBS bis in wenigen Monaten endgültig und ein für alle mal demontiert.
Mittwoch, Juni 18, 2008
Nochmal Morgan Stanley
Morgan Stanley kämpft also mit den typischen Folgen einer Boomphase: Zu viele Mitarbeiter arbeiten an zu vielen Produkten, die kein Kunde braucht.
Quelle: FTD.de - Marktberichte - Das Kapital - Morgan Stanley zockt munter weiter
Mittwoch, Juni 18, 2008
Was schlummert in Morgan Stanleys Kellergewölben?
[...] the entity that owns the most oil in the United States right now is not ExxonMobil or Chevron or Valero: it's Morgan Stanley.
Quelle: June is Bustin' Oil All Over
Mittwoch, Juni 18, 2008
Ende September wirds ernst
Mal schauen, wie sehr auf Bank-Analüsten Verlass sein kann:
The Royal Bank of Scotland has advised clients to brace for a full-fledged crash in global stock and credit markets over the next three months as inflation paralyses the major central banks.
Quelle: RBS issues global stock and credit crash alert - Telegraph
Sollte ich vielleicht einige Unzen Gold anschaffen?
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Sonntag, Juni 08, 2008
EC-Karten-Missbrauch selber berappen
Raffinierte Programme entdecken heutzutage automatisch ungewohnte Bezugsmuster, melden sie einem Kundenberater, der den Kunden orientiert. Bei Kreditkarten und Maestro-Bezügen im Ausland sind sie gang und gäbe. «Es fällt auf, dass der Täter während sechs Tagen die die Kreditlimite ausschöpfte. Meine Klientin durfte erwarten, dass solch hohe Bezügen, welche zuvor nie vorgekommen sind, von System erkannt werden und entsprechend gehandelt wird», schreibt Perraults Anwalt.
Quelle: Kartenbetrug: UBS lehnt jede Haftung ab - Wirtschaft - Tages-Anzeiger
Dass der UBS auch andere, deutlich grössere Beträge durch die Lappen gehen können, wissen wir ja seit der Hypothekenkrise zu genüge ...
Samstag, Juni 07, 2008
Banken können das Risiko am besten einschätzen
Iu!
Greenspan repeatedly testified to skeptical Congressmen that banks are better risk regulators than government bureaucrats.
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Freitag, Juni 06, 2008
Wie die Grossen und Mächtigen mit der kleinen Schweiz umgehen
Aber he, wenn wir die Personenfreizügigkeit nicht auf Rumänen und Bulgaren ausdehnen, wird kaum so etwas passieren: Die EU weiss einfach noch nicht, dass sie uns mehr braucht als wir sie! (Unseren Grössenwahn könnte man auch so betiteln: "Mit Trompeten und Fanfaren schnurstracks in den Untergang!")
Den Amis ist es auf jeden Fall scheissegal, dass wir etwas namens Bankgeheimnis ... äh, sorry ... das Bankkundengeheimnis kennen. Die Yankees wollen einfach, dass auch die Reichen im Lande brav Geld an die IRS überweisen:
Doch, so ein UBS-Kadermann, der namentlich nicht genannt werden will, herrsche von Seiten der USA eine andere Auffassung des Rechtsverständnisses vor. Die Sicht des Schweizer Rechts sei weder bekannt noch von Interesse.
Quelle: «Wir haben Mist gebaut» (Nachrichten, NZZ Online)
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Sonntag, Juni 01, 2008
UBS "verkauft" ihre Subprime-Beteiligungen
Schlussendlich nichts anderes als ein Taschenspielertrick. Mir würden die 11.25 Milliarden grosse Sorgen machen ...
UBS may be providing $11.25bn of the $15bn BlackRock is paying for the sub-prime assets, but it does mean the Swiss bank is insured against the first $3.75bn of deterioration in the portfolio.
Quelle: Banks' credit crisis solutions have echoes of 1929 Depression - Telegraph
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Donnerstag, Mai 08, 2008
Nach dem Subprime-Debakel nun auch noch dieser Tinu Liechti
A top banker at UBS has been "briefly detained" by the US authorities investigating whether the Swiss bank helped its American customers evade tax. [...] It refused to name the banker but the Financial Times identified him as Martin Liechti, head of UBS's wealth management operations in North and South America.
Quelle: Top UBS banker detained in US
Für ein paar Rappen Bonus würden diese UBS-Banker wohl auch noch ihre Schwiegermütter Panini-Bildchen Goldfischchen im Aquarium verkaufen ...
Wie sagt man so schön: "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's völlig ungeniert."
Nachtrag
Wie immer ganz interessant die Kommentare dazu auf reddit:
A Swiss bank helped Americans evade taxes... isn't this what Swiss banks are FOR?
Selbstverständlich fällt die Diskussion rasch auf das Heimatland des Steuerflüchtlings zurück - erst die dortige Situation zwingt den quasi in Notwehr handelnden Steuerhinterzieher dazu, sein geliebtes Geld aus dem Land zu schaffen:
I am interested to see redditor's opinions on tax evasion. On one hand the evasion of the wealthy to pay taxes puts the burden on those who can't afford swiss banks, yet on the other hand it could be almost patriotic at this point to be denying the government your taxes.
Wobei ich mich dieser Meinung - bezüglich der USA - für einmal anschliessen kann (schliesslich sind wir ja in der USA-Bash-Week) ...
Donnerstag, Mai 01, 2008
Banker kritisieren sich gegenseitig
Deutlicher mit dem Verhalten der Grossbanken ging Nicolas Pictet, Teilhaber des gleichnamigen Genfer Instituts, ins Gericht. Ohne Namen zu nennen sagte er, es gehe nicht an, die Beurteilung des Kreditrisikos Dritten und namentlich den Rating-Agenturen zu überlassen. «Und wenn man nichts davon versteht, lässt man am besten die Finger davon», sagte Pictet. Er wandte sich auch gegen die ausgeklügelten beziehungsweise irreführenden Anreizsysteme, die die Übertreibungen gefördert hätten. Verwaltungsräte versprächen sehr hohe Bonuszahlungen, die auf der Verwirklichung von kurzfristigen Finanzzielen beruhten. Wenn die Sache schief gehe, verschwänden die Verantwortlichen mit goldenen Fallschirmen, und die Aktionäre und Regierungen würden zur Kasse gebeten.
Quelle: Privatbanken markieren Distanz zu Grossbanken
Sowie ein Postfinancler:
Grundsätzlich gelte, [...] dass man nicht nur auf Limiten und Grenzen setze beim Risk Management, sondern auch auf den Menschenverstand. Köng: "Wenn ich nach 15 Minuten Erklärung eines Asset-Managers ein Produkt nicht verstehe, lassen wir die Finger davon."
Quelle: Der Bund, 18. Januar 2008, "Sicherheit ist ein hohes Gebot", S. 13.
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Donnerstag, Mai 01, 2008
Vom Wesen der Banker
Bankers have a bad habit of making economic cycles worse. They are notorious for lending people umbrellas when the sun is shining and asking for them back when rain starts to fall. [...]
The new rules, Basel 2, may be more sophisticated in their treatment of risk but they rely heavily on models developed by banks themselves.
But it is hard to feel much sympathy for bankers who rake in fortunes during the boom and require taxpayers to help them out in the bust (or make central banks jump through hoops for them [...]
Quelle: The Economist, 26. April 2008, "Joseph and the amazing technicalities", S. 19f.
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Samstag, April 19, 2008
Deutsche Bank verbietet Bordellbesuche auf Firmenkosten
Quelle: Deutsche Bank verbietet Bordellbesuche auf Firmenkosten
Vielleicht sollte ich bei meinen Arbeitgebern mal nachfragen, wie die Spesenvergütung hinblicklich solcher Dienstleistungen derzeit aussieht?
Arme Banker: Bonus weg, Porsche weg, Job weg - und jetzt auch Puffbesuche gestrichen. Wo führt das noch hin?
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Montag, März 31, 2008
Kuhn für Ospel
Im munteren Spekulationsspiel um die UBS-Spitze will sich nun auch der «Bund» nicht mehr zurückhalten. Unser Vorschlag: Noch-Fussballnationaltrainer Köbi Kuhn. Bei genauerem Hinsehen spricht alles für Kuhn: Er hat viel Erfahrung im Umgang mit Misserfolgen, er kennt den gelassenen Umgang mit veröffentlichter Kritik, und er hat ab diesem Sommer nach seinem Rücktritt als Trainer viel Zeit. Dass er wenig vom Bankgeschäft versteht, spricht nicht gegen ihn. Denn der Noch-Präsident Marcel Ospel versteht zwar fraglos einiges vom Bankgeschäft, doch was hat dies der UBS genützt? Und im Gegensatz zu Ospel dürfte Kuhn immerhin wissen, dass er nicht genügend weiss.
Quelle: UBS: Blocher oder Köbi Kuhn?
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Dienstag, März 25, 2008
Selbstverständnis von Ospel & Co.
Regelmäßig jedoch offenbaren die Banker ihr Selbstverständnis in ihren Erklärungsversuchen: Erzielt die Bank Gewinne, ist dies ihr Verdienst, und sie verbittet sich regulatorische Einmischung. Erleidet sie Verluste, ist der Markt schuld, und der Staat wird gerufen. Explodiert die Bewertung von Vermögensklassen, ist das normal. Erfolgt die Korrektur, sind die Märkte irrational, instabil und intransparent. Glauben die Bankenchefs das eigentlich selbst? Oder sind sie sich bewusst, wie viel Geld sie mit dem Vertrieb eben solch intransparenter Finanzinstrumente verdient haben?
Quelle: Wo keine Notpakete mehr helfen
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Dienstag, März 18, 2008
Intelligenter als die Bank erlaubt
"Don't worry," the bright young man at a London private banking told us, "we maintain the highest levels of professionalism and use the most sophisticated tools of modern portfolio management."
That was just what we were worried about. [...] Handsome, well-dressed, well spoken in three different languages, he had spent years learning the principles of economics, finance and business management. His palaver to prospective clients was flawless. Yes, he said, the research department is keenly searching for alpha…but it knows that 80% of performance comes from careful asset allocation, which the bank's strategists have calculated based on risk/return analyses going back a hundred years. The expected return from Japanese equities over the next five years, for example, will be precisely 7.56%…but with an anticipated volatility of 20.43%.
[...] They ought to give special parking places to anyone who studied business, economics or finance in the last 30 years. Higher education has lowered their I.Qs. Years of toil in academia have weakened their vision and taken the common sense right out of them.
A blind man could have seen the blow-up in sub-prime coming. But somehow, the geniuses missed it. What went wrong?
Quelle: Prometheus, With The Cuffs On
Recht hat er. Gesunder Menschenverstand, und viele Auswüchse zu laxer Geldpolitik wären null und nichtig. Einer der besten Artikel, den ich in den letzten Monaten über die Finanzwelt gelesen habe.
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Montag, März 17, 2008
17 Milliarden abgehoben
The crucial period came over 24 hours starting March 13, when Schwartz, 57, realized withdrawals by customers and lenders had escalated so rapidly they would wipe out the firm's $17 billion in cash, and culminated in a 5 a.m. conference call the next day among regulators including Fed Chairman Ben Bernanke and Treasury Secretary Hank Paulson.
Quelle: Bear's Schwartz Fought Failure as Cayne Played Bridge (Update1)
Bank Run! Gab's doch vor 75 Jahren auch schon mal in New York ...
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Dienstag, März 04, 2008
Dafür hafte ich (nicht nur) mit meinem Boni
Professor Hans Geiger, Ordinarius am Institut für schweizerisches Bankwesen der Uni Zürich:
Das ideale Modell des Vermögensverwalters ist für mich immer mehr der Privatbankiier, der mit seinem eigenen Namen und seinem eigenen Geld einstehen muss. Da baut man keinen solchen Mist wie jetzt bei der UBS.
Via: Manager Ospel
Samstag, März 01, 2008
Debit-Card oder Credit-Card?
In den Vereinigten Staaten sind diese Begriffe geläufiger als hierzulande. Damit es in der Konversation mit Angelsachsen zu keinen Missverständnissen kommt, nachfolgend eine äusserst prägnante Unterscheidung.
Für diejenigen, die es ganz eilig haben:
- Kreditkarte: Visa, Mastercard, American Express
- Debitkarte: EC, Maestro, Postcard
Etwas ausführlicher:
Debit Karten sind keine echten Kreditkarten sondern Geld Zahlungskarten. Debit Karten sind an ein Konto gebunden bzw. werden meist nur in Verbindung mit einem Girokonto von Banken oder Sparkassen angeboten. Der Unterschied zu den Kreditkarten ist, dass unmittelbar nach einem Kauf einer Ware oder Dienstleistung der Zahlungsbetrag umgehend dem Konto in Rechnung gestellt wird.
Mit Debit Karten kann der Karten Inhaber auch Bargeld an Geldautomaten abheben. Die bekannsteste Debit Karte war die EC Karte, die heute unter dem Begriff Maestro Karte firmiert. Eine Debit Karte ist rechtlich eine Zahlungskarte (StGB § 152a Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. Abs. 4). EC Karten sind keine Kreditkarten, auch wenn das häufig angenommen wird.
Quelle: Die Debit Karte ist eine bargeldlose Zahlungskarte
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Samstag, März 01, 2008
Amis lassen Hypothek sausen
Credit bureau analyses of consumer payment data show that financially squeezed borrowers have begun paying their credit card and car bills before their mortgages. That's a striking reversal from the norm, one that reflects rising desperation. It suggests that some people essentially have given up trying to stay current with their mortgages and instead are focused on using credit cards to squeak by.
Quelle: More Americans using credit cards to stay afloat
Hmmm, gibt es da nicht eine von kompetenten Managern geführte Schweizer Bank, die sich massiv in das us-amerikanische Hypotheken-Geschäft eingekauft hat?
Was?! Diese Bank schreibt rote Zahlen?! Wer hätte das gedacht ...
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Sonntag, Februar 10, 2008
Reform der Banken-Boni?
[...] So hat Philipp Hildebrand, der Vizepräsident der Schweizerischen Nationalbank, in der «NZZ am Sonntag» vom 3. Februar für eine Änderung bei den Bonuszahlungen in dem Sinn plädiert, dass Banker langfristig an den Gewinnen wie an den Verlusten partizipieren müssen. Denn heute ist der Bonus nach oben praktisch unbeschränkt, nach unten auf null reduziert. Der Banker erhält mindestens sein Basissalär, doch Verluste tragen Bank und Aktionäre.
Quelle: CS legt Bonus-Latte höher
Wobei ich mir nicht sicher bin, wie man negative Boni in der Realität dann umsetzen will. Mir kommt auf Anhieb nur die "Auszahlung" der Boni in Form von Aktien in den Sinn - man kann ja den Bank-Angestellten Ende Jahr nicht einen Einzahlungsschein zukommen lassen, mit dem sie zu viel bezogene Boni rücküberweisen müssen ...
Nachtrag
Mann sollte Zeitungsartikel immer zuerst zu Ende lesen und danach erst seinen Senf loswerden:
Die Credit Suisse hat bei etlichen ihrer Händler einen solch revolutionären Schritt getan. «Wir haben», so Dougan, «ein System eingeführt, bei dem der Bonus zwei Jahre gesperrt ist. Wenn die Händler nächstes Jahr Verluste generieren, verlieren sie den letztjährigen Bonus.» Damit hätten sie einen Anreiz zur längerfristigen Performance ihres Geschäftes.
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Mittwoch, Januar 30, 2008
Ospels Vermächtnis
UBS-Abschreiber steigen auf über 20 Milliarden
Früher als erwartet gibt die UBS Zahlen zu 2007 bekannt: Demnach hat sich die Lage seit Dezember noch verschlechtert, der Reinverlust für das Gesamtjahr beträgt 4,4 Milliarden Franken.
Quelle: UBS-Abschreiber steigen auf über 20 Milliarden
Wie wird die Geschichte Marcel Ospel einreihen? Mir kommen drei Dinge in den Sinn:
- Vom KV-Stift zum Verwaltungsratspräsident. Darf und muss man ihm hoch anrechnen. Das schafft kaum jemand.
- 20 Millionen Bonus, 20 Milliarden Abschreiber. Spätestens jetzt würde ich mich als Aktionär fragen, was Ospel besser als ein Strassenwischer gemacht hat ...
- (Gro)Undertaker. Die Swissair wurde gegroundet, weil er in den kritischsten Stunden der schweizerischen Qualitätsairline "telefonisch nicht erreichbar" war. Zu seiner Entschuldigung sei gesagt: Solche Probleme löst man nicht fünf vor zwölf, sondern bereits viel früher.
Im Verlauf des vierten Quartals habe die UBS zudem die Bilanz und die risikogewichteten Aktiven reduziert. Dabei habe sie auf gewissen Positionen auch Verkaufsverluste realisiert, so die Grossbank.
Ähnlich wie bei den Franzosen und dem angeblich "unter Radar" fliegenden 50-Milliarden-Gambler braucht auch die UBS noch flüssige Mittel. Wenn diese verdampfen, müssen halt "Positionen" in äusserster Hektik aufgelöst werden - Verlust hin oder her.
Übrigens mit ein Grund, wieso der Goldpreis Mitte Januar nachgegeben hat: Gewinnmitnahmen, Gold wird verkauft, um die Verluste in den Aktienportfolios wettzumachen.
Der Grund des hastigen Verkaufs liest man einige Sätze später:
Die UBS gab weiter bekannt, dass die Kernkapitalquote per Ende Jahr auf 8,8 Prozent gesunken ist. Die Mindestanforderung beträgt acht Prozent.
Eine solche Entwicklung war längst klar - wieso würde man sonst in einer Nacht- und Nebelaktion Geld aus einem Singapurischen Staatsfonds einfliegen und die Aktionäre übergehen? Zu einem Wucherzins, notabene. Aber was will man als UBS auch tun? Der Markt macht den Preis - wer verzweifelt nach Geld lechzt, muss halt auch Knebelverträge eingehen.
Der Basler Bebbi an der Unternehmensspitze sollte sich ja exzellent mit den Basel II-Anforderungen auskennen ...
A propos: Was würde passieren, wenn Privatkunden begännen, ihre Gelder von der UBS abzuziehen? Würde das die Bank überhaupt spüren? Domino-Effekt?
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Dienstag, November 27, 2007
Soviel zum Bankkundengeheimnis
Derzeit werden bei der Abwicklung grenzüberschreitender Zahlungen aufgrund der seit Juli 2003 geltenden Geldwäschereiverordnung der Eidgenössischen Bankenkommission Name und Adresse des Auftraggebers (Kontoinhaber) angegeben. Neu wird zusätzlich die Kontonummer aufgeführt.
[...] Seit dem 1. Januar 2007 verlangt beispielsweise die EU, dass bei Geldüberweisungen an ein Finanzinstitut mit Sitz in der EU Name, Adresse und Kontonummer des Auftraggebers (Kontoinhaber) angegeben werden. Zahlungsaufträge, welche diese Angaben nicht enthalten, dürfen damit von Banken in der EU und in weiteren Ländern nicht mehr ausgeführt werden.
[...] Ferner ist es möglich, dass die an der Transaktion beteiligten Banken, Systembetreiber oder SWIFT die Daten ihrerseits zur Weiterverarbeitung oder zur Datensicherung an beauftragte Dritte in weitere Länder übermitteln.
Ihre Auftraggeberdaten, die ins Ausland gelangen, sind nicht mehr vom schweizerischen Recht geschützt. Ausländische Gesetze und behördliche Anordnungen können die Weitergabe dieser Daten an Behörden oder andere Dritte verlangen, [...]
Dienstag, November 27, 2007
Konsum-Sklaven unserer Banken
Setzen Sie immer auf die richtige Karte und punkten Sie gleich zweimal.
Originally uploaded by emeidi
Auch hierzulande arbeiten die Grossbanken mit grossem Druck daran, ihre Kunden zu (unnötigen) Konsumkrediten zu verleiten.
Wieso ist die EC-Karte plötzlich nicht mehr gut genug?
Übrigens: Obiger Flyer ist ein Glanzstück der Marketing-Abteilung der Crédit Suisse. Nur gerade zwei Punkte fallen dem Marketing-Fuzzi ein, wieso künftig nicht mehr mit Bargeld, sondern mit der Visa- und Mastercard bezahlt werden soll. Selbst Kleinstbeträge für "den Liter Milch". Gerade Punkt zwei ist so dämlich, dass man den lieber weggelassen hätte:
Zücken Sie zudem die Bonuskarte Ihres Detaillisten und punkten Sie gleich nochmals.
Yiha, 100 Punkte für den frisch engagierten BWLer mit Marketing-Spezialisierung! Was hat die Cumulus der MIGROS und die supercard von Coop mit Bezahlen mit Kreditkarte zu tun?
Merke: Wollen einem die Banken neue Dienstleistungen andrehen, geht es sehr oft nicht um uns Kunden, sondern um Profitmaximierung. Wer will des den Banken auch verübeln? Irgendwie müssen kurz vor Weihnachten die Boni der Investment-Sparten ja bezahlt werden ...
Irgendeinmal wird der Tag kommen, wo man auch in der Schweiz nur noch auf Pump leben wird. Wehren wir den Anfängen!
Nachtrag
Schweizerinnen und Schweizer sind allein über Konsumkredite und Leasingverträge mit 14 Milliarden Franken verschuldet. Die Zahl der Privatkonkurse hat einen Rekord erreicht.
[...] den Konsumentinnen und Konsumenten wird das Leben auf Pump schmackhaft gemacht. Gemäss dem Marktforschungsunternehmen Media Focus wurden die Leistungen für Kommunikation für Konsumkredite und Leasing im Jahr 2005 gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt.
Quelle: Immer mehr Private gehen in Konkurs
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Montag, November 12, 2007
Die UBS in der Bonus-Zwickmühle
Auch die erfolgsverwöhnte Private-Banking-Abteilung kommt unter Spardruck. Intern laufen Diskussionen, wonach die Privatbanker in der Schweiz einen Teil ihres Bonus in die Taschen der Investmentbanker überführen sollen. Die geplante Quersubventionierung, die von der UBS bestritten wird, sorgt dem Vernehmen nach für rote Köpfe. [...]
Die UBS steht vor einem Dilemma. Der Riesenabschreiber geht auf das Konto von 200 Händlern in den USA, die zum Investment-Banking gehören. Die gesamte Einheit beschäftigt jedoch knapp 22'000 Banker, darunter Topcracks im eigentlichen Kerngeschäft, der Finanzierung von Unternehmensübernahmen und Börsengängen - diese wollen den Bonus sehen, sonst suchen sie das Weite. Gleichzeitig kann es sich die UBS nicht leisten, die besten Private Banker an die Konkurrenz zu verlieren, da mit ihnen oft vermögende Kunden mitziehen.
Quelle: SonntagsZeitung, 11. November 2007, "Die Schweiz im Subprime-Sog", S. 64f.
In solchen Momenten wird sich manches Bonus-Baby in der mit Abstand unfähigsten Bank der Schweiz das Faustrecht zurückwünschen: Wie schön wäre es, vor Weihnachten kurz rüber zu den Investment-Mathematikern (Motto: "Meine Formel besagt, dass ein solches Ereignis in 16 Milliarden Jahren nur gerade einmal eintritt") rüberzugehen und denen neben dem linken auch noch ein rechtes blaues Auge zu verpassen ...
Schliesslich erwarten die Ehefrauen und die Jeunesse Dorée im Internat am Genfersee einige nette Päckli auf dem weihnächtlichen Gabentisch. Die Yacht, die Villa und die Ausgaben mit der Platinum American Express wollen irgendwie auch bezahlt werden - fehlt da der bereits zur jährlichen Gewohnheit gehörende Bonus, ja, dann fühlen sich auch diese Zeitgenossen fast wie ihre Subprime-Schuldner in den USA: Ausgeschossen, verzweifelt, hilflos.
Citigroup, die "SIVilis" und der ach so brutale Markt
Die amerikanischen Banken, die ebenfalls hart von der Subprime-Krise getroffen sind, möchten ihre "Toxic Waste" vorerst in einer Mülldepone verlochen, um die rasch durchrostenden Fässer in einigen Monaten wieder an den Vorschein zu bringen. Darin wollen diese ihre Investments parkieren, die derzeit nicht weiterverkauft werden können. Aus den Augen, aus dem Sinn den Bilanzen, könnte man meinen.
Ich persönlich frage mich nur, wer denselben Mist ein paar Monate später kaufen wird? Aber wahrscheinlich sagt dieses Vorgehen viel über den IQ von Investment-Bankern aus: Mit Blick auf saftige Profite vergisst man die Ereignisse der Vergangenheit rasch einmal.
Citi clearly screwed up with its SIVs. When a financial institution borrows short term to buy long-term assets, it's supposed to have a plan for when its bet goes bad - rather than just whining about "disorderly markets."
If Citi's only problem is that it can't liquidate its SIVs without a profit hit, too bad. If Citi's very existence is at risk, I don't think we dare let it fail, because that would drag down institutions throughout the world. But if the bank needs help, its shareholders should have to pay. Bigtime.
In any event, if we believe in markets, Citi should have to take its chances. We small fry take chances when we borrow, and we pay the price if we're wrong. Big fish should have to do the same.
Quelle: Citigroup: 'Gimme shelter'
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Mittwoch, November 07, 2007
Medienlese: Der Bund vom 7. November 2007
Klischeehaft zusammengefasst: Die Schweizer Bänkler in Grosskonzernen wie der UBS suchen anständige Renditen mit möglichst geringen Risiken, während amerikanische Banker gerne das Kapital der Konzernzentrale in risikoreiche Geschäfte mit der Chance auf happige Gewinne und Boni stecken. Und beide Gruppen können froh sein, dass noch eine dritte Spezies die Grossbank bevölkert: die Bankiers der Vermögensverwaltung, die mit ihren hohen Gewinnen zuweilen für die Kollegen die Kastanien aus dem Feuer holen.
Quelle: Der Bund vom 7. November 2007, "Bänkler, Bankers und Bankiers", S. 11.
Solange der Bund in der räumlichen Entwicklung der Schweiz so wenig Verantwortung wahrnimmt und die Kantone auch mal spontan ihre grünen "Galmizer" Wiesen für bauwillige Konzerne bereitstellen, sind Mittel nötig, das Recht zu schützen. Die Verbandsbeschwerde ist ein taugliches Mittel dazu.
Quelle: er Bund vom 7. November 2007, "Reif für den Rückzug", S. 1.
Labels: Banken, Medien, Schweiz, USA, Wirtschaft

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