Mittwoch, Oktober 08, 2008

Wieso wird das Westside in Brünnen kein Flop?

Mussi poltert (wie üblich):

Wieso wird das Westside in Brünnen ein Flop?

Die Anzahl der Parkplätze ist beschränkt. Wer will dorthin, wenn er es nicht mit dem Auto kann?

Quelle: Wieso wird das Westside in Brünnen ein Flop? | Snoop InfoSystems

Einspruch! Das Westside wird keinen Flop, weil es sich nicht um eine normale Shopping-Meile handelt wie bspw. ...

  • Wankdorf
  • Lyssach
  • Shoppyland

Viel eher lädt das Westside dazu ein, dort Zeit - besser: Freizeit - zu verbringen. Und zwar im hauseigenen Schwimmbad, der Wellness-Zone mit Massage und Saunas oder aber dem Kino (und, weil ich gerade von einem Hungergefühl genötigt werde: Einer Ramen-Bar!). Einzig vermisse ich derzeit noch einen angesagten Club à la Wankdorf Club vor Ort - dann wäre der Pilgerort perfekt.

Zurück zum Thema: Grossmärkte wie Carrefour, Media Markt, IKEA etc. sucht man in Brünnen vergebens. Da ich aus Brünnen somit keine sperrigen Möbelstücke und Flachbildschirme mit nach Hause schleppen kann/muss, ist die geringe Zahl an Parkplätzen kein Kriterium.

Im Gegenteil, die Erschliessung mit Eisenbahn und Bus ist aus meiner Sicht sehr gelungen (im Gegensatz zu Bahn-Bus Lyssach oder dem RBS-bummligeren Schönbühl).

Zur Eröffnung morgen werde ich auf jeden Fall per Zug via Bern anreisen, um den verstopften Strassen zu umgehen. (Selbstverständlich kann es aber sein, dass ich in Zukunft dennoch hie und da mit dem Auto von Neuenegg via Niederwangen-Oberbottigen nach Brünnen vorstossen werde).

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Dienstag, September 30, 2008

Weshalb es in Bern keine Nachtzüge wie in Zürich gibt

Das ÖV-Angebot im ganzen Kanton Bern wird aus der Kantonskasse finanziert. Die Fahrzeiten sind in der sogenannten Angebotsverordnung geregelt. Damit Bernmobil länger fahren darf, muss diese Verordnung geändert werden.

Quelle: Bern: Bernmobil will bis um 1 Uhr fahren - News Region: Bern & Region - Bernerzeitung.ch

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Mittwoch, August 27, 2008

Bolliger Ortsplanungsrevision zerpflückt

Bolligen soll wachsen, 7,3 Hektaren neues Bauland wollte die Gemeinde einzonen. Doch die Stimmberechtigten waren nur zu einem kleinen Teil einverstanden. In 14 Gebieten sollte in den nächsten Jahren gebaut werden dürfen. 7 mal sagte die Gemeindeversammlung ja, 7 mal nein. Besonders schmerzhaft für die Planer: Die Stimmberechtigten lehnten auch die beiden grössten Areale ab, Rörswil und Gässliacher.

Quelle: Bolligen: Wie viel Bauland ist nötig? - News Region: Bern - Bernerzeitung.ch

Gratulation an die Stimmbürger von Bolligen - ich nehme nicht an, dass in der Regel gleich ein Viertel des Stimmvolkes aufmarschiert. Auch kann ich mit dem Gedanken anfreunden, dass die Einwohner entgegen den Planern der Gemeinde von "mehr Wachstum" abgeschwört haben ...

Ein Vorgeschmack auf das, was Neuenegg auch bevorsteht?

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Mittwoch, August 20, 2008

Der umtriebige Philippe Müller (FDP)

Stadtrat Philippe Müller (hässliche Web-Site, notabene!), und was er von den stadtbernischen Sozialhilfe-Mitarbeiterinnen zu hören kriegte:

"Herr Müller, Sie haben manchmal komische Vorstellungen. Möchten Sie nicht ein Praktikum machen bei uns?"

Quelle: BernerZeitung, 20. August 2008, "Wie um die Einsicht in Dossiers diskutiert wurde" S. 23.

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Mittwoch, August 20, 2008

Pöhse, pöhse Bottelónes!

Ein solcher Ernstfall liegt für Tschäppät offenbar vor: Es sei unbestritten, dass Massenbesäufnisse zu Krawall, Lärm und grossen Abfallbergen führten, sagte er.

Quelle: news.ch - Bald auch Massenbesäufnis auf dem Bundesplatz? - Inland, Gesellschaft, Drogen, Essen & Trinken

Super Lexu! Was anderes als ein Massenbesäufnis war denn die Euro08? Ich glaube jedenfalls nicht, dass selbst mit einem Giga-Mega-Macro-Botellón jemals 1 Promille Alkohol in der Luft gemessen würden ...

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Dienstag, August 19, 2008

Jetzt wird die bernische Steuererklärung voll digital

Belege elektronisch einreichen/anzeigen

Nachträglich von der Steuerverwaltung eingeforderte Belege können neu einfach und praktisch via TaxMe-Portal elektronisch eingereicht werden. Die elektronisch eingereichten Belege werden unter «Meine Veranlagung» in der Rubrik «Elektronische Belege» angezeigt.

Quelle: Mail "10 Minuten - aktuelles aus Ihrer Steuerverwaltung" vom 15. August 2008.

Na endlich! Seit wir auf der Arbeit einen Farblaserkopierer haben, der Vorlagen auch "nur" einscannt und einem als PDF mailt, digitalisiere ich mit diesem Ding fast jeden Bürokram, der auf der Arbeit anfällt (von Hand auszufüllende Formulare, aber auch Notizen von Sitzungen etc.) Somit könnte ich in Zukunft auch Belege in PDFs scannen und so bei der Steuerverwaltung einreichen.

(Was mich jetzt Wunder nähme: Welches Dokumenten-Management-System läuft bei der Steuerverwaltung in Bern?)

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Donnerstag, August 14, 2008

Bernburger im Scheinwerferlicht der Geschichte

Dieses Buch tönt - trotz seinen 700 Seiten - eine spannende Lektüre zu werden. Wahrscheinlich nicht wirklich zur Freude der Bernburger:

Rieders Buch ist die erste umfassende Untersuchung über Berns Burgergemeinde im 19. und 20. Jahrhundert. «Weil die Burger die Wurzeln ihrer Macht und ihres Reichtums ausblenden und ihre Geschichte nicht selber untersuchen, tue ich das jetzt halt als Aussenstehende. Ich wollte verstehen, wie das funktionieren kann», sagt Katrin Rieder im Gespräch. Sie verstösst mit ihrem Buch gegen den eher nostalgischen, burgerfreundlichen Konsens in der Berner Geschichtsschreibung. So ist es nicht weiter erstaunlich, dass die Burger Rieders Buch die finanzielle Unterstützung versagten – und dass Rieder keinen Job in den burgerlich geprägten historischen Berner Institutionen innehat. Sie arbeitet bei der Kulturstiftung Pro Helvetia in Zürich.

Quelle: Bern: Buch enthüllt Nazi-Freundlichkeit der Berner Burger - News Region: Bern - Espace

Katrin Rieder wird damit über Nacht zur Persona non grata in Berns ehrwürdigem, gutbürgerlichen Zirkel geworden sein ...

In der Tat zeigt sie auf, wie die Burger geschickt geschäfteten (es braucht bei jedem Deal immer zwei: Einer, der den anderen über's Ohr haut, und einen, der sich über's Ohr hauen lässt!):

Im Güterausscheidungsvertrag zwischen Einwohner- und Burgergemeinde Bern erhält die Stadt 1854 die Gebäude, die Kosten verursachen. Die Burgergemeinde aber behält unüberbautes Land, das 40 Jahre später, beim Wachstum der Stadt, zu lukrativem Bauland wird, das bis heute Baurechtszinsen abwirft. Der historische Deal, der schon damals von liberalen Politikern als ungerecht kritisiert wurde, ist der Grundstein des heutigen Burgerreichtums.

Da sehe ich spontan parallelen zur "ent-sowjetisierung" Russlands Anfangs der Neunziger. Wer konnte, riss sich damals mit mehr oder weniger dubiosen Methoden Staatsunternehmen zu Spottpreisen unter den Nagel, um innert weniger Jahre zum Milliardär zu werden.

Rieders These:

Rieders Fazit: «Die Burger sicherten ihre alte Macht und ihr Überleben mit moderner ökonomischer Gewinnpolitik.»

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Freitag, Juli 11, 2008

Sozialhilfebetrug: Irgendwie logisch

Den Vorwurf der Widerhandlungen gegen das Sozialhilfegesetz liess das Gericht jedoch fallen. Der Mann habe sich nicht von der Sozialhilfe abmelden können mit der Begründung, seine Drogengeschäfte reichten für den Lebensunterhalt aus. Sonst hätte er sich selber damit belastet. Der Iraner soll 95\'000 Franken erschlichen haben.

Quelle: Berner Sozialhilfebezüger verurteilt – nicht wegen BMW (Schweiz, NZZ Online)

In dieser Hinsicht auch lesenswert: Paradoxe Drogengewinne

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Donnerstag, Juli 03, 2008

Gratulation, Schwesterherz!


Frischgebackene Kauffrau
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5.4er-Abschluss - damit hast du es allen Zweiflern gezeigt. Herzliche Gratulation!

Weitere Schnappschüsse

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Mittwoch, Juli 02, 2008

Der wärmste Grand Prix von Bern der Geschichte

Ich nehme das Wort Klimawandel aber gar nicht erst in den Mund ... Hoppla!

Rekordtemperaturen herrschten am diesjährigen Grand-Prix von Bern! Das Thermometer kletterte auf über 27 Grad in den Altstadtgassen. [...] Dass im Jahr 2008 der wärmste Grand-Prix der Geschichte statt gefunden hat zeigt auch ein Vergleich der Finisher mit einer Laufzeit unter einer Stunde. Noch nie sind so wenige TeilnehmerInnen den GP unter 60 Miunten gelaufen!

Quelle: Mail von Grand-Prix von Bern vom 14. Mai 2008.

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Sonntag, Juni 29, 2008

1 Promille Alkohol - in der Luft!

Über dem Bundesplatz soll während eines Holland-Spiels in der Luft ein Alkoholgehalt von über 1 Promille gemessen worden sein, ein Wert, mit dem man längst nicht mehr Auto fahren dürfte. Steht das nicht im Widerspruch zu einem Sportanlass?

Quelle: «Gastfreundschaft fand Anerkennung» (Sport, Aktuell, NZZ Online)

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Samstag, Juni 21, 2008

Wer findet die Oranje-Fans?

150′000 Oranjes in Bern

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Montag, Juni 16, 2008

Als die SVP noch zur Konkordanz stand

Wir verfolgen höhere Ziele. Unsere Politik muß getragen sein von Großzügigkeit und Weitsichtigkeit. Wir wollen nicht vergessen, dass nicht wir allein den Staat ausmachen, sondern daß unser Staatswesen sich aus den verschiedensten Gruppen zusammensetzt. Alle diese Gruppen haben ihre Existenzberechtigung. Es ist eine soziale Forderung, dass einjeder Beruf denjenigen, welcher ihn betreibt, samt seiner Familie erhält, vorausgesetzt, daß dieser Berufrichtig betrieben wird. Dieses Recht wollen wir jederzeit für alle Stände anerkennen, [...]

Quelle: Rudolf Minger an der Gründungsversammlung der Bernischen Bauern- und Bürgerpartei vom 28. September 1918.

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Montag, Juni 16, 2008

Die Geschichte der Schweizerischen Volkspartei wiederholt sich

Irgendwie ist man die Strömungen in der BGB, später SVP nie richtig losgeworden:

Vorerst muß Klarheit darüber herrschen, was es heißen will, politisch eine selbständige Partei zu sein. Das bedeutet die vollständige Loslösung sowohl von der freisinnigen als auch von der konservativen Partei. Bis heute hatten wir in unsern eigenen Reihen bekanntlich zwei politische Strömungen. Die neue Partei muß in erster Linie dazu berufen sein, diese Gegensätze auszugleichen, und es sollte dies meines Erachtens nicht schwer fallen, indem uns Bauern auf der ganzen Linie das gleiche Interesse vereinigt.

Quelle: Rudolf Minger an der Gründungsversammlung der Bernischen Bauern- und Bürgerpartei vom 28. September 1918.

[...] Wir müssen darauf gefaßt sein, daß dieser Feldzug noch nicht beendigt sein wird und daß man ganz besonders versuchen wird, unsern politischen Kurs zu beeinflussen. Sorgen wir deshalb vor, daß wir dieser Gefahr gewachsen sind. Eine ähnliche Gefahr droht uns aber auch aus dem konservativen Lager. Die bisherige konservative Partei hat bis jetzt hauptsächlich Oppositionspolitik getrieben, indem es ihr, als Minderheitspartei, nicht möglich war, ihren politischen Auffassungen zum Durchbruch zu verhelfen. Nun ist auch hier die Wahrscheinlichkeit groß, und verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, daß man längst gehegte Wünsche und Pläne vermittelst unserer jungen Partei verwirklichen möchte.

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Sonntag, Juni 15, 2008

Ein einig Volk von Fussball-Opportunisten

Freitag, 13. Juni 2008, 18:58 Uhr. Gerade fährt die S1 nach Bern in den Bahnhof Thörishaus Dorf ein. Ich steige in den überfüllten Zug ein und suche mir ein Sitzplätzchen. In vielen Abteilen sitzt mindestens eine Person, die sich orange gekleidet hat. "Wohl direkt aus dem Oranje Dorp in Flamatt", sage ich mir und setze mich in eines der wenigen noch freien Zweierabteile.

Als der Zug abfährt, wird das Gejohle und Gehupe der angeheiterten Fans wieder lauter. Ich beobachte die Holländer in einem Sechser-Abteil vor mir, die neue Bierflaschen hervorgezaubert haben und sich nun zuprosten. Wenige Sekunden später muss ich realisieren, dass die sechs Jungspunde Seislerdeutsch miteinander sprechen.

Je mehr ich die vermeintlichen Holländer im Zug mustere, desto mehr dämmert es mir, dass sich ein nicht unbedeutender Teil der Oranje-Fans als bodenständige Schweizer herausstellen werden. Von den Originalen kaum zu unterscheiden. Es brauchte nur gerade zwei Matches unserer ach so erfolgreichen Nati, und die halbe Schweiz ist freiwillig zu den Niederländern übergelaufen.

In Bern steige ich aus und begebe mich Richtung der Fanmeile am Waisenhausplatz. Mit einem weissen Fussball-Trikot, auf dem eine von weit sichtbare 10 prangt. In grossen Lettern steht "Zidane" auf dem Rücken.

Wieder einmal, so wird sich am Ende des Abends herausstellen, habe ich auf die falsche Mannschaft gesetzt. Aber das Ganze ist nicht so schlimm, schliesslich habe ich das Trikot nur meinem am Greenfield weilenden Bruder ausgelehnt, um zusammen mit Kollege Zgräsch in einem uniformen Look daherzukommen. Im Innern habe ich hingegen auf einen Sieg der Niederländer gehofft. Schliesslich bringen diese Jungs gehörig Stimmung in die Stadt.

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Sonntag, Juni 15, 2008

Der bernische Scheff Schissi hat versagt


Seichende Oranjes
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Wüste und unappetitliche Szenen gab es entgegen Medienberichten letzten Freitag eben doch in Bern. Für die Bleus selbstverständlich auf dem Fussballfeld im Wankdorf (4:1 - "Adieu les Bleus!"), doch für die Besucher der Public Viewings auch in der Innenstadt. Es herrschte nämlich Toiletten-Notstand.

Keine Ahnung, wer für besagten Abend die Vorbereitungen bezüglich sanitären Einrichtungen orchestriert hatte. Fakt war: Zu wenig Toiletten, zu viele Besucher und eindeutig zu viel Bier.

Da es in der Innenstadt aus mir unerklärlichen Gründen an offenen Pissoirs fehlte, gestaltete sich das Anstehen zu einer Geduldsprobe - insbesondere für Männer. Kein Wunder, dass unser Geschlecht überall hinschiffte; nur nicht dort, wo es eigentlich vorgesehen war. Nachfolgend ein Erinnerungsbericht über den Weg von mir und Kollege Zgräsch während der Halbzeit des Matches, ausgehend vom Lorenzini hin zur Perry-Bar (auf Grund des Trubels auf dem Kornhausplatz mussten wir einen längeren Umweg über die Brunngasshalde in Kauf nehmen).

Die Notdurft wird überall errichtet

Da sah man beispielsweise einen Jugendlichen, der seine Notdurft noch bevor dem Eindunkeln an die Wand des Kioskes an der Zytglogge verrichtete - gekrümmt stand er auf einer Kiste unter dem Vordächli, hielt sein Pfiffli irgendwie in der Hand und gab "Wasser Marsch!" zum Besten. Schön gedeckt von seinen einen Halbkreis bildenden Kollegen.

Einen Meter weiter bildete sich eine lange Schlange vor den Pissoirs an der Zytglogge. Sichtlich angeheiterte Seisler rissen eine Zote nach der anderen, doch man kam in der Schlange kaum vorwärts (von der anderen Seite her dasselbe Bild). Als ich so weit vorgerückt war, dass ich in die Nähe des penetranten Urin-Gestankes kam, sah ich angewiedert, wie sich im abgesenkten Boden der Pissoirs ein See gebildet hatte, der jede Minute über die Pflastersteine auf die Strasse zu schwappen drohte. Wahrscheinlich hatte ein unachtsamer Zeitgenosse den Ablauf mit Abfall verstopft ...

Als wir in die Brunngasse einbogen, sahen wir nach wenigen Metern einen Oranje, der ein eingetopftes Bäumchen bewässerte, während Passanten an ihm vorbeischlenderten. Zwei, drei Häuser später jagte ein Berner, dessen Funktion mir nicht ganz klar war und immer noch ist, zwei Holänder um einen Brunnen herum, weil diese an die Häuserwand pinkeln wollten. Er wies die Gäste an, doch bitte in den am Boden eingelassenen gitternen Ablauf am anderen Ende des Brunnen zu schiffen.

Nachdem wir die Brunngasshalde durch die Treppe am Ende der Brunngasse erreicht hatten und einige Meter Richtung Kornhausbrücke gegangen waren, sahen wir am Boden plötzlich ein Rinnsal auf die Strasse plätschern. Als wir unsere Blicke nach links, der Herkunft der Urinströme, lenkten, sahen wir hinter einem tschechischen Wohnmobil zum ersten Mal auch weibliche Geschöpfe, die ganz hinten an der Wand kauerten und mit den Jeans in den Knien ihre Notdurft verrichteten. Die Kollegin, die auf dem Trottoir die Stellung hielt, beschwerte sich über unsere Blicke während ihre Kolleginnen vor sich hinglucksten und eine Gaudi zu haben schienen.

Hatte man den Leopard II passiert, kam einem erneut ein pisseliger Geruch entgegen - Richtung Kornhaus schauend hatte man linkerhand an die Französische Kirche angelehnt eine Toiletten-Meile eingerichtet. Vis-a-vis davon standen gut bevölkerte Sauf- und Fressstände von Hotel Bern & Co. (TV, Bier, Bratwürste und Toiletten innerhalb von 10 Meter - was braucht der Mensch mehr?). Ich frage mich bis heute, wie man in dieser geruchsbetonten Umgebung während 105 Minuten einen Match verfolgen konnte.

Noch bevor wir auf dem Platz vor der Perry-Bar angekommen waren, sahen wir kurz nach den Toilettenhäuschen ein halbes Dutzend Männer, welches in der einbrechenden Dunkelheit seine Notdurft an der Wand der Französischen Kirche verrichtete. Nur wenige Meter daneben stand ein Polizist, der mit dem Rücken zu ihnen das Treiben auf dem Platz überwachte.

Schlussfolgerungen

Meine Frage: Dass an diesem Abend die Stadt von einer Unmenge an Fans bevölkert sein würde war lange zuvor klar, so klar jedenfalls, dass die Gastronomie-Betriebe befürchteten, dass das Bier ausgehen könnte.

Anscheinend hat man nicht überlegt, dass wenn sogar das Bier auszugehen droht, auch proportional mehr Urin die Aare und Altstadt herunterfliessen könnte. Mir will es nicht in den Kopf, dass man an diesem Abend zwar weitere Hektoliter Bier organisieren und zusätzliche Leinwände aufstellen konnte, die Toiletteninfrastruktur aber anscheinend nicht ausbaubar war.

Scheff Schissi in Bern, Sie haben versagt!

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Freitag, Juni 13, 2008

Zeitvertrieb

Viele Fans verbringen die Zeit bis zum Spiel mit Biertrinken.

Quelle: Bern rechnet mit mehr als 100'000 Fans - Euro 08 - Tages-Anzeiger

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Dienstag, Juni 10, 2008

Am Freitag ist in Bern die orange Hölle los


Niederländische Gäste
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Egal, woher ich die Zahlengrundlage habe - sie spiegeln wohl das Bild vieler Campingplätze und Dörfer im Kanton Bern wider.

Was lernen wir daraus? Am 13. Juni 2008 peakt die Oranje-Flut. Wer das Gefühl hatte, der gestrige Abend sei nicht mehr zu schlagen, sollte sich auf Freitag für eine Ersatzleber und -ohren umsehen.

Eins ist auf alle Fälle klar: Am Freitag findet man meine Wenigkeit mitten in Bern. Getarnt als Heineken-trinkender Niederländer.

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Montag, Juni 09, 2008

Klompen-Bomber mähen die Azzuri nieder

Wer hätte das gedacht - da komme ich nach 21 Uhr bei uns im Dorf im Public Viewing an, um zugleich von einem ohrenbetäubenden Gejohle eingedeckt zu werden: Zwei zu Null! Aber nicht etwa für die Azzuri (ich habe zwar ohne eine Ahnung von Fussball zu haben den Italienern eine deutliche Siegeschance zugerechnet), sondern die oranje Klompen-Bomber, die heute dem von mir anlässlich der Terrorgefahr vergebenen Namen wortwörtlich alle Ehre machen: Der italienische Torhüter wird "zugebombt" und muss schlussendlich mit drei Kuckuckseiern im Nest vom Spielfeld trotten.

Wenn man bedenkt, dass heute auch die Rumänen den Franzosen ein Pünktchen abgetrotzt haben (oder gar zwei, je nach Sichtweise), kann man froher Hoffnung sein, dass es heuer eine Euro der Überraschungen geben könnte. Lustige Konsequenz: Heute ist wohl fast jeder selbsternannte Tippkönig und Fussballversteher zum Bettler geworden.

Andererseits: Die Schweizer und Österreicher sind die traurigen Ausnahmen, die die Regel bestätigen ... bei den Gastgebern läuft alles in gewohnten Bahnen. Wieso immer wir? Rot-weiss ist nichts für die EM 2008.

Egal, ab sofort bemühe ich mich um eine Patenschaft für eine oranje Blondine, damit ich garantiert auch nach dem 15. Juni weiterfeiern kann. Da Bern mittlerweile fest in der Hand von Heineken und der Klompen ist, bleibt uns nichts anderes übrig, als uns schleunigst mit der Besatzungsmacht verbrüdern und die daraus entstehenden Vorteile zu geniessen: Offenheit, ausgefallene Stimmung, Klompen, lustige Sprache - Heineken. Mal ehrlich: In unserem Innersten sind wir auch ein wenig Holländer! Elender Opportunist, der ich da bin ...

Und zum Schluss noch dies: Man munkelt, dass das niederländische Parlament morgen Marco van Basten zum Nationalhelden erklärt.

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Samstag, Juni 07, 2008

Noch 5 Stunden ...

... bis wir unseren ersten Match verlieren!

(Um meine prophetischen Fähigkeiten noch zu steigern, sollte ich vielleicht besser sagen: ... bis wir unseren ersten Match garantiert nicht gewinnen! Damit würde ein Unentschieden auch noch durchgehen.)

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Dienstag, Juni 03, 2008

Bye bye, NSVP

Für eine SVPlerin redet Frau Panayides äusserst verschachtelt:

Panayides steht nicht auf der Seite der Antragsteller: «Ich gehe davon aus, es sei allen bewusst, dass die Politologen es richtig sehen, wenn sie einer neuen Partei oder einer Abspaltung keine Zukunft voraussagen», erklärte sie.

Quelle: Rascher Entscheid bei der Berner SVP - Schweiz - Tages-Anzeiger

Aber selbstverständlich gebe ich ihr im Kern Recht - die Überlebenschancen der NSVP sind längerfristig minim. Die derzeitigen bernischen Partei-Exponenten, die ihr Amt bereits innehaben (Bundesrat, Nationalrat, Regierungsrat), können mit der Separation von der Alma Mater aber sicherlich kurzfristig Punkte bis weit in die Mitte hinein sammeln und sich ihre allfällige Wiederwahl sichern. Ohne Nachwuchs wird diese Partei aber rasch aussterben.

Wieso man sich nicht einfach der FDP anschliesst, habe ich bis heute nicht begriffen (etwas in dieser Richtung habe ich hier im Oktober 2007 vorgeschlagen).

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Dienstag, Juni 03, 2008

Das Bärenparking ging die Aare runter

Im Windschatten der erfolglosen Initiativen auf Bundesebene gab es ja noch das Bärenparking, das die Innenstadt den Automobilisten von der anderen Seite her hätte erschliessen sollen (Zugegeben: Als gelegentlicher Autofahrer habe ich mich auch schon über die wenigen Parkplätze am Klösterlistutz enerviert, muss mir im Eifer des Gefechts dann aber immer wieder die andere, rot-grüne Sichtweise vor Augen halten)

Ich erlaube es mir, nachfolgend den letzten Satz des Leitartikels von Beat Ott zur Abstimmung über das Bärenparking im Bund wiederzugeben, der da lautete:

[...] die Migros Marktgasse ist die umsatzstärkste Migros-Filiale in Bern, auch wenn sie keinen einzigen Parkplatz anbietet. Das Bärenarking ist also kein Übel, das notwendig wäre.

Mehr muss dazu wohl kaum gesagt werden. Guet Nacht!

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Donnerstag, Mai 29, 2008

Blog-Erinnerungen

think eMeidi - fast hätte ich das dreijährige Jubiläum vergessen. Seit Mai 2005 up and blogging!

Hier als Beispiel ein kleines Schmankerl aus dem Juli 2006:

Wer also diesen Samstag nach 19 Uhr zwei Deppen ihre zusammengeketteten Fahrrädern durch Muri und Wittigkofen stossen sah - das wären dann wohl wir gewesen ...

Quelle: think eMeidi: Nachmittag an der Aare im Muribad

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Dienstag, Mai 27, 2008

Folgt auf ePUB das Chaos?

So mancher Studierender hat in den letzten Jahren wohl für eine Erlösung vom unausgereiften und übereilt eingeführten elektronischen Prüfungsadministrationsprogramm ePUB gebetet (das unikumberichtete). Und siehe da: Die Studierenden werden erhört. Das Zentrum Lehre hat bei den Informatikdiensten das Projekt «Kernsystem Lehre», kurz KSL, in Auftrag gegeben. Es soll die verschiedenen Informatiklösungen des Zentrums Lehre wie das ePUB und das veraltete elektronische Vorlesungsverzeichnis eVUB zu einem System zusammenfassen. Die Hörraumverwaltung soll ebenfalls über das neue Tool laufen. Zusätzlich soll das KSL über eine Schnittstelle zur Studierendenverwaltung und möglicherweise zur Lernplattform ILIAS verfügen. Kurz: Anstatt des bisheri-gen Programm-Wirrwarrs neu nur noch ein System für alle Abläufe, die irgendwie mit der Lehre an der Uni Bern zu tun haben. «Das KSL wird den Studierenden, aber auch dem Zentrum Lehre vieles erleich-tern», sagt Schwab-Bertelletto. Auch beim Personalaufwand sind laut Schwab Einspa-rungen möglich: «Der Support des KSL wird nicht so aufwändig sein wie derjenige des ePUB.» Die Studierenden und Dozierenden müssen sich aber noch etwas gedul-den: Die Inbetriebnahme wird frühestens 2010 abgeschlossen sein. Offensichtlich hat man aus den Fehlern bei der Einfüh-rung von ePUB gelernt: Das neue System soll nicht unter Zeitdruck entstehen.

Quelle: unikum, April 2008, "Keine Spur von gähnender Lehre", S. 7.

Na dann Feierabend. Aus der Sicht eines Software-Entwicklers im Web-Bereich tönt dies ganz klar nach eierlegender Wollmilchsau, unendlichen Verzögerungen und einem klassischen Death March.

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Dienstag, Mai 27, 2008

Unser Netz reicht bis Ouagadougou.


Unser Netz reicht bis Ouagadougou.
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Dank Melä weiss ich seit einigen Jahren, was Ouagadougou (Kurzform der Einheimischen: Ouaga) ist und wo es sich befindet (Burkina Faso).

(Werbung von Bernmobil)

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Montag, Mai 12, 2008

Blackbox Berner SVP

Wer heute im Kanton Bern eine SVP-Liste in die Wahlurne wirft, weiss nicht, was unten herauskommt. Es können Politiker sein, die auf der konsequent liberalen Linie der schweizerischen Partei marschieren; es können aber auch Etatisten sein, Fiskalisten, Postenjäger, subventionssüchtige Bauern und dergleichen; oder es kann eine Politikerin sein, die ungeniert gegen die eigene Fraktion polemisiert. Wo "SVP Kanton Bern" draufsteht, ist nicht nur SVP drin, sondern auch das Gegenteil.

Quelle: Die Weltwoche, 19/2008, "Von Murten den Mut", S. 9.

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Montag, Mai 12, 2008

Grand-Prix von Bern 2008: Die Laufzeiten der Jungs

Auf vielfachen Wunsch publiziere ich hier noch die Laufzeiten der Jungs (und des Mädels, das sie alle in den Schatten gestellt hat):

Nummer Name 5km 10km Ziel Rang Rang Kat.
6368 Pearson 00:22:16 00:47:24 01:16:42 187 47
6449 Schmid, Fabian 00:21:43 00:46:44 01:18:49 2898 488
10478 Schmid, Raphael 00:23:11 00:49:13 01:20:51 3547 584
7508 Sedlacek 00:23:05 00:50:40 01:22:57 4180 682
15468 Schmid, Oliver 00:23:28 00:50:15 01:23:51 4462 1293
6315 Malke 00:21:43 00:49:25 01:24:08 4542 731
5632 Zgraggen - - - - -

Irgendwie war niemand sonderlich überrascht, als dr Aut am Samstag-Nachmittag seinen Rückzug aus dem Läuferfeld bekannt gab. Wir verzichteten am Abend dann darauf, ihn die Strecke im Dunkeln laufen zu lassen ... Aber der Grand-Prix von Bern 2009 kommt bestimmt.

Um die Berichterstattung für dieses Jahr zu schliessen, entlehne ich Smythes Gebrüll beim Zieleinlauf, das er Fäbi an den Kopf schleuderte:

NIEMEH!!!

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Sonntag, Mai 11, 2008

Zu den Anfängen der SP Flamatt

Ach, was waren das damals noch für Zeiten! 1928, die Zeit der Partei- und Religionspresse, des Klassenkampfes. Illustrativ sieht man hier, wie die Medien viel klarer Stellung bezogen (gemäss ihrem Auftrag an das deutlich homogenere Zielpublikum) und klare Vorstellungen hatten, wie die Elite auf die rote Gefahr reagieren sollte.

Liest man solche Texte aus heutiger Warte, so ist frappant, wie gross die Angst der katholischen Oberschicht in Fribourg war, ihre Pfründe an jüngere politische Strömungen zu verlieren. Rückblickend kann man sagen: Die Sorge war berechtigt. Die Kantonsgrenzen wurden niedergerissen, die Religionszugehörigkeit spielte irgendwann einmal kaum mehr eine Rolle und der wirtschaftliche Aufschwung erreichte den armen Kanton dann auch bald einmal (wenn auch mit deutlicher Verzögerung).

Aber eben, hätte man sich früher und intensiver mit den Bedürfnissen und Sorgen der "Proletarier" auseinandergesetzt, wäre die "rote Infiltration" wohl kaum auf einen solch fruchtbaren Boden gefallen.

Doch lest selbst:

Die rote Infiltration

Wie der "Berner Tagwacht" zu entnehmen ist, haben Genossen aus Murten und Neuenegg in letzter Zeit zu zwei Malen einige Arbeiter in Flamatt besucht und bei der 2. Visite auch gerade einen sozialistischen Nationalrat als Referenten mitgebracht. Diesem Aufgebot des [...] Generalstäblers und treu ergebener Mitläufer gelang dann die Gründung eines sozialistischen Arbeitervereins. Bis zu den Nationalratswahlen wird die Begeisterung jedenfalls langen und die Besuche werden nicht fehlen. Mit der Zeit werden dann aber die Arbeiter in Flamatt wohl selber einsehen, welch grosses Glück ihnen nun durch die Erkenntnis des Sozialismus beschieden ist! Die Korrespondenz sagt nicht, ob es sich um katholische Arbeiter handelt oder nicht. Falls sich Katholiken und positiv denkende Protestanten durch die Phrasen des roten Nationalrates betören liessen - die anderen Parteien wurden wohlweislich nicht eingeladen - so darf der Versuch, die Leute wieder aus der sozialistischen Organisation herauszuholen, nicht unterlassen werden. Bei solchen, die sich um den Erlass der Bischöfe in Sachen der sozialistischen Gewerkschaften nichts kümmern, wird der Versuch allerdings nicht viel nützen.

Quelle: Freiburger Nachrichten, 13. September 1928, S. 2.

Eine neue sozialistische Sektion im Sensebezirk

Dem kathol. Arbeitersekretär wird das Wort entzogen - ein Vorbestrafter als Präsident.

Die Bauarbeiter von Schmitten (Station) und Umgebung, die schon vor den Nationalratswahlen Versuche zur Gründung einer roten Sektion machten und seither weiterhin von den sozialistischen Sekretären mürbe geredet wurden, waren am letzten Samstag neuerdings zu einer Versammlung im Bahnhofrestaurant Schmitten aufgeboten worden. Die Einladung ging von der sozialistischen Bauarbeiter-Gewerkschaft Bern aus.

Etwa 50 Mann, fast alle in Bern Arbeitend (hierin liegt der Hauptgrund für die Erklärung der Neugründung), hatten der Einladung Folge geleistet. Als Referent war selbstverständlich ein maultüchtiger, knallroter Sekretär aus Bern erschienen, namens Ramseier. Der von der roten Zentrale in Bern hergeschickte Redner hielt also sein Referat. Dabei verschwieg er geflissentlich, dass die Bauarbeiter-Gewerkschaft in vollständig rotem Fahrwasser segelt. Der alte Trick, nur von der Vertretung der Standesinteressen zu reden, verfing auch diesmal, obschon man sich des Eindruckes nicht erwehren konnte, dass ein gewisse Anzahl der Erschienenen wohl wusste, was sie machten.

Zur Versammlung war auch der christlich-soziale Führer Kistler aus Freiburg erschienen. Die Arbeiter, die sich dem Hrn. Ramseier aus Bern verschrieben hatten, hatten ihm zwar keine Einladung gesandt; auch einen katholischen Arbeitersekretär zu hören, schien ihnen überflüssig. Jedenfalls aber ging Hr. Kistler als mutiger Verfechter der katholischen Sozialpolitik in die Versammlung und verlangte das Wort, das ihm auch erteilt wurde. Hr. Kistler machte vor allem auf die religiöse und politische Seite der Frage aufmerksam und unterzog dann das sozialistische Wirtschafts- und Sozialprogramm einer gründlichen Kritik. Da Hr. Ramseier den Arbeitern von der Sozialisierung der Produktion gesprochen hatte verwies H. Kistler mit Recht auf die "Erfolge" dieser Sozialisierung in Sovietrussland. Wie dies "Paradies" in Wirklichkeit aussehe, könnne man aus der Tatsache ersehen, dass selbst der sozialistische Nationalrat Graber in Chaux-de-Fonds in einer contradiktorischen Aussprache zugeben musste, dass in Russland die Arbeitsunwilligen mit Peitschen zur Arbeit gezwungen werden.

Dieses Zitat war nun aber der roten "Majestät" aus Bern zuviel. Hr. Ramseier fiel Hrn. Kistler ins Wort und stellte der Versammlung den Antrag, dem katholischen Sekretär das Wort zu entziehen. Wessen Geistes die Versammlung war und welche Kleinarbeit monatelang vorausgegangen sein muss, bewies die traurige Tasache, dass die Mehrheit der Versammlung diesem Antrag zustimmte.

Soweit ist es also bei uns schon gekommen, dass freiburgische Arbeiter, die allerdings ihrem Milieu durch die jahrelange Tagesarbeit in Bern schon stark entfremdet sind, einem kath. Arbeitersekretär das Wort entziehen, um einem hergelaufenen roten Agitator von Bern zuzuhören. Also schon die Gründungsversammlung gab Zeugnis vom roten Terror. Dieser Brocken ist stark und wird jedenfalls von der erdrückenden Mehrheit des Volkes nicht so heiss geschluckt werden. Und dieses geschah am Vorabend der Beck-Feier in Freiburg, wo von höchster Warte aus die grossen Verdienste Becks, des katholischen Priesters, um die Arbeiterschaft anerkannt wurden. Wenn man weiss, was Prof. Beck für die Arbeiterschaft geleistet und geopfert hat, und zwar nicht nur für die katholische - wissen muss man es allerdings und die "Tagwacht" verhilft nicht zu dieser Wissenschaft - so ist man höchst erstaunt, in katholischen Gegenden Arbeiter zu finden, die den Verfechter der katholischen Sozialpolitik nicht hören wollen. Es stellt sich dann allerdings die Frage, ob diese Leute überhaupt nocht zu uns gehören, oder ob sie im Begriff sind, zu den so zahlreichen Taufschein-Katholiken überzugehen. Die Vorschriften der schweiz. Bischöfe über die Zugehörigkeit zu einer Gewerkschaft sind so klar, dass da kein Platz ist für einen Kompromiss.

Die Versammlung schritt dann auch zur Wahl eines Vorstandes. Als Präsident wurde ein in der Gemeinde Bösingen (Uttewil) ansässiger Arbeiter gewählt, der am 22. Dezember 1925 vom Zuchtgericht des Sensebezirkes zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Dass dieser Mann unter solchen Umständen sich für das Präsidium einer christlichsozialen Gewerkschaft nicht wohl eignet, wird jedermann einleuchten. Ob aber die Gesamtinteressen (wirtschaftliche und religiöse) der übrigen Mitglieder in einer sozialistischen Gewerkschaft besser gefördert werden können als in einer christlichen, ist nicht schwer einzusehen.

Wie bekannt, ist auch ein Vorstoss in Düdingen geplant. Die Vorkommnisse vom letzten Samstag lassen erkennen, dass die Ortssektionen und überhaupt alle unsere kulturellen Organisationen und auch die Behörden die Frage der roten Infiltration gründlich prüfen müssen und Vorkehrungen treffen, um eine Wiederholung der Vorkomnisse vom letzten Samstag Abendzu verhindern. Aber Abwehr allein genügt nicht. Es müssen auch Vorkehrungen ins Auge gefasst werden, dass inskünftig weniger Arbeiter auswärts ihr Brot verdienen müssen, da scheints ein Teil von ihnen nicht die nötige Charakterstärke und das nötige Wissen besitzt, um den Werbungen der roten Berufssekretäre zu widerstehen.

Im übrigen ist es nur allzu verständlich, dass die Arbeiter auf den Schutz ihrer Interessen bedacht sein müssen und wir kommen nicht um das Bedauern herum, dass dies vom Arbeiterkartell in bezug auf die Gewerkschaften nicht besorgt wurde, ehe die Sozialistenführer von Bern sich der Angelegenheit als Vorwand bemächtigen konnten, um unsere Arbeiter politisch in ihre Fangarme zu ziehen.

Quelle: Freiburger Nachrichten, 5. Dezember 1928, S. 3. (Abschnitt 1 sowie Abschnitt 2)

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Sonntag, Mai 11, 2008

Grand-Prix von Bern 2008 - Die Fotos


DSC_0055
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Insgesamt gibt es 168 Bilder auf Flickr (davon mehrheitlich von meinen Kollegen - sorry, aber das sind die interessantesten Sujets):

Grand-Prix von Bern 2008

Nach Personen:

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Freitag, Mai 09, 2008

10 Meilen des Grauens

Für den Laufnachmittag werden Temperaturen um 23 Grad erwartet. Wir erwarten einen warmen, leicht schwülen Lauftag!

Quelle: Newsletter Grand-Prix von Bern, 9. Mai 2008.

Was für die ein Bierchen nippenden Zuschauer durchaus wünschenswert ist, könnte die Läufer zusätzlich belasten ...

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Samstag, Mai 03, 2008

10. Mai 2008: Showdown am Grand Prix von Bern!


Grand Prix von Bern 2003
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Nachtrag 3. Mai 2008: Neben den Startnummern sind nun zwei drei neue LäuferInnen hinzugekommen

Keine Ahnung, was in meine Kollegen gefahren ist - aber (fast) alle nehmen Sie am diesjährigen Grand Prix von Bern teil. In der bereits jetzt zugänglichen Teilnehmerliste finden sich illustre Namen wie ...


5632Zgraggen, RémyGrand-Prix von Bern - 10 Meilen1980Thörishaus
6315Malke, PatrickGrand-Prix von Bern - 10 Meilen1979Laupen BE
6368Pearson, MaryEllenGrand-Prix von Bern - 10 Meilen1981Ittigen
6449Schmid, FabianGrand-Prix von Bern - 10 Meilen1980Neuenegg
7508Sedlacek, TomGrand-Prix von Bern - 10 Meilen1979Bern
10478Schmid, RaphaelGrand-Prix von Bern - 10 Meilen1984Neuenegg
15468Schmid, OliverGrand-Prix von Bern - 10 Meilen1978Neuenegg

Quelle: Grand Prix Bern 2007

Nachtrag

Unsere Jungs sind nicht die einzigen, die immer öfters dem Ruf dieser populären Sportart folgen:

Wohl bedingt durch das schöne und warme Wetter, haben sich bereits aussergewöhnlich viele Läuferinnen und Läufer für einen Start am Grand-Prix von Bern entschieden. 3812 Teilnehmende sind bereits in der GP-Startliste auffindbar. Dies sind ganze 28% mehr als am Vergleichstag im Vorjahr!

Quelle: GP-Newsletter März 2008

Damals, 2003 ...

... bewies ich mir selber, dass ich tatsächlich 10 Meilen (oder 16 Kilometer) an einem Stück laufen konnte. Dank des Wetterglücks (es war kühl und bewölkt) gestaltete sich der Lauf äusserst angenehm. Eine kritische Phase im Dählhölzliwald überwand ich selbst ein wenig verwundert im Nu - und schon ging es wieder aufwärts (im psychologischen, wie später auch im geographischen Sinne - Aargauerstalden!) Und plötzlich stand ich auch schon im Ziel.

Meine damals gelaufene Zeit: 1:33.46,5 - Rang 7889 (Overall), 1091 (M20). Und das völlig unrasiert, wie man auf dem Foto mit hochrotem Kopf leicht erkennen kann. Ich hatte mich derart geschont, dass ich mir gleich nach dem Zieleinlauf (freudig erwartet von meiner Schwester und meiner damals noch recht frischen Freundin Melanie) ein Bierchen (!) gönnte.

Meine Startnummer habe ich seither nie mehr eingelöst, den Lauf habe ich zuletzt nur noch als Zuschauer miterlebt.

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Donnerstag, Mai 01, 2008

Vom Wesen der Uni-Angestellten

«Es gibt nirgends so viele Bedenkenträger wie an einer Universität. Wir haben gelernt, zu kritisieren – aber nicht, zu entscheiden.»

«Forscherinnen und Forscher, die sich ihr ganzes Leben in einem Schulsystem bewegt haben, haben einen ganz anderen Zugang. Eine simple Budgetfrage kann einen ganzen Tag beanspruchen.»

Quelle: Die schwierige Balance zwischen Geld und Geist

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Donnerstag, Mai 01, 2008

Thomas Fuchs ein Kreationist?

284/07 Motion Burn, Adelboden (EDU) - Schöpfungslehre in der Schule

Für Annahme der Motion stimmen: Aebischer, Barth, Bernhard-Kirchhofer, Blaser-Gerber, Brand, Brönnimann (Belp), Brun, Friedli, Früh, Fuchs, Graber, Hadorn, Jost, Kronauer, Küng-Marnet, Lemann, Reber, Rösti, Ruchti, Schmid, Schneiter, Schwarz-Sommer, Studer (23 Ratsmitglieder)

Dagegen stimmen: [...] (99 Ratsmitglieder)

Der Stimme enthalten sich: Baumgartner, Bieri (Goldiwil), Brönnimann (Zimmerwald), Firscher (Meiringen), Freiburghaus, Geissbühler, Gfeller, Gränicher, Haas, Haldimann, Hess, Kast, Klopfenstein, Löföfel-Wenger, Messerli (Kirchdorf), Neuenschwander, Pauli, Rérat, Rufer-Wüthrich, Schnegg, Schnegg-Affolter, Schori (Spiegel), Sommer (Melchnau), Steiner, Streiff-Feller (25 Ratsmitglieder)

Quelle: Tagblatt 2008 • 04 Aprilsession • 10 09-04-2008 Morgen S. 391-421 GEF-ERZ (S. 408 bis 415)

Dank: Daniel

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Mittwoch, April 30, 2008

Berns Ruf wird immer schlechter

Wenn die das sagen, wird es wohl so sein ...

«Der Motor eines lahmen Kantons », gibt Engeler zurück. Den von Stadtpräsident Tschäppät ständig beschworenen Aufbruch sehe er nicht. Baldachin und Euro 08 bedeuteten «erzwungene Heiterkeit und Firlefanz», aber keine echte ökonomische Entwicklung. Wer Geld habe oder verdienen wolle, meide Bern. Hier regiere eine Koalition von Etatisten, die nicht wirklich verstehe, was Wettbewerb und freie Wirtschaft bedeuteten, sondern die lieber verwalte und Geld einziehe.

[...] In einem sind sich Büttner und Engeler einig: In Bern herrsche ein «Mix von Lethargie, Harmoniesucht und Resignation».

Quelle: Das Urteil zweier Wahlberner

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Freitag, April 04, 2008

Thai-Food-Festival Bern 2008

Nicht verpassen: Am 12. und 13. Juli 2008 findet in der thailändischen Botschaft in Bern das alljährliche Thai-Food-Festival statt.

Leider kann ich an diesem Event nicht teilnehmen ...

Quelle: Thailändisch-Schweizerische Gesellschaft

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Dienstag, März 04, 2008

Aperto im Bahnhof Bern, Samstag 22 Uhr

Wer das Spektakel selbst einmal erleben will, begebe sich kommenden Samstag in die RailCity SBB im Hauptbahnhof Bern, stelle sich vor den Aperto (gleich neben dem Swisscom-Shop) - und sehe und staune.

Hinter den zwei Kassen bilden sich Schlangen bis ans andere Ende des Ladens. Die Käufer und Käuferinnen sind aber nicht nach Fressalien aus oder haben in ihrer WG dringend benötigte Ingredienzen für das Samstag-Abend Dinner nicht mehr vorrätig - nein, es dreht sich alles (bald nach Ladenschluss auch sprichwörtlich) nur um alkoholische Getränke. Da wird Sprit gekauft, mit dem man eine halbe Armee betäuben könnte (nun, vielleicht nicht gerade eine auf Vodka geeichte Rote Armee).

Die Völlerei geht mittlerweile gar soweit, dass man vor dem Laden knapp 18-jährige Mädchen antrifft, die je eine Flasche Weisswein (!) in Händen halten und sich so richtig die Kante geben.

Um 1 Uhr morgens vor dem MAD Wallstreet, ein paar Etagen über dem Aperto, sehen wir dann das Ergebnis des allsamstäglichen Besäufnisses: Zwei Kollegen kümmern sich um ein vornübergebeugtes Mädchen, das beim Coiffeur-Salon an die Ecke kotzt.

Ziel erreicht, Wochenende gerettet.

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Dienstag, Februar 26, 2008

Miss Bern 2008: Meine Favoritin

Manuela Jungo auf Lautundspitz

Restliche Kandidatinnen

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Freitag, Februar 22, 2008

Wankdorf Club Lounge Events: Saufen auf Pump

Gestern war ich selbstverständlich mit von der Partie, als das neueste Partylokal am Berner Szene-Himmel seine Tore öffnete.

VIPs par excellence

Durch einen glücklichen Zufall erwischten ich und Chlodwig im äusserst schlecht beschilderten Treppenhaus die falsche Türe, standen an der falschen Schlange an und wurden so zu falschen VIPs. Erste Erkenntnis: 20 Stutz (!) Eintritt gespart.

Neues Abrechnungskonzept

Die Betreiber gehen bezüglich der Abwicklung des Konsums neue Wege: Am Eingang erhält man als Vertrauensbeweis ein Kärtli des Anbieters OPC (dies nur als Hinweis am Rande, falls jemand das System überlisten möchte), eine Art Badge, mit der jeglicher Geldtransfer abgewickelt wird: Neben dem Eintrittspreis wird beim Betreten des Clubs auch die allfällige Inanspruchnahme der Garderobe auf das Kärtli gebucht - mangels Jacke konnte ich nicht testen, ob die Rückgabe nur mit dem Kärtli möglich ist (das wäre toll, denn diese blöden Papier-Nümmerli habe ich schon einige Male verloren).

Bei den Toiletten hängt zudem ein Kartenleser, der pedantisch Auskunft über den bisherigen Konsum gibt. Das Servicepersonal kann ebenfalls Auskunft über den Negativsaldo geben.

Der Kunde ist Kredit-König

Im klassischen Sinne stuft der Club jeden Partygänger als höchst kreditwürdig ein und lässt ihn auf Pump saufen. Schöne neue Welt! Mit Recht darf man sagen, dass der/die Wankdorf Club Lounge Event (bescheuerter Name, nicht?) der erste unter den Berner Clubs ist, der konsequent dem amerikanischen Traum - "Leben auf Pump", "buy now, pay later" - nachlebt.

Betriebswirtschaftliches

Selbstverständlich hätte (mit Betonung auf "hätte") ein solches System gewisse Vorteil - primär einmal für den Club-Betreiber:

  • Kein Bargeld in den Kassen der Bars
  • (theoretisch!) Schnellere Bedienung der Kunden: Kein Wechselgeld nötig, der erneute Weg zurück zum Konsumenten erübrigt sich. An diesem Abend zeigte das System aber noch deutliche Mängel: Das Service-Personal hatte seine liebe Mühe mit dem elektronischen Gerätchen zur Abbuchung der Beträge. Zuwiderhandlung der KISS-Prinzipien werden halt bestraft ...
  • Die Konsumenten werden dazu verleitet, mehr zu konsumieren, als sie es mit Bargeld tun würden.
  • Eine ganz extreme Form des Überwachungsstaates, die ich gestern nicht erblicken konnte, wäre die Kopplung des Ausschanks mit einem Kärtchen: Auch das Servierpersonal müsste immer zuerst ein Kärtchen registrieren lassen, bevor ein Bier aus dem Kühlschrank genommen oder Vodka aus der Flasche ausgeschenkt werden könnte. So würde dieses "meine Freundin arbeitet an der Bar"-Freeloaderism im Keime erstickt.

Auch für die Kunden lässt sich zumindest einen Vorteil erblicken: Bezahlt wird am Schluss - problemlos auch mit Kredit- (sic!) oder EC-Kärtli. Das gefällt mir, denn die Ausgabenkontrolle bezüglich Freizeitunterhaltung ist bei mir buchhalterisch äusserst schlecht erfasst.

Selbstverständlich ist dies aber auch gleich wieder der grösste Haken: Manch einer wird nach einer durchzechten Nacht an der Kasse am Ausgang in sekundenschnelle ausnüchtern - wenn er hohe dreistellige Beträge zu Gesicht bekommt und bezahlen muss.

Wo Vertrauen ist, sind Betrüger nicht weit

Die Vermutung liegt übrigens nahe, dass der Verlust des Kärtchens mit einer enorm hohen Summe bestraft wird. Sonst könnte sich ja jeder auf Kosten des Clubs Vollaufen lassen und das Kärtchen "dummerweise" kurz vor Ende der Party verlieren. Leider wurden wir beim Eintritt nicht über die Konsequenzen eines Verlustes informiert. Die Strafe wird wohl drakonisch sein (im Notfall legen wohl die Sicherheitsleuge noch "Hand an" - a propos: Swissdate-Mario war auch vor Ort und hat nach dem Rechten geschaut).

Coming soon ...

Eine Kritik des Partygeschehens von gestern Donnerstag Abend fehlt noch. Bereits vorneweg: So ganz hat mich der Laden noch nicht überzeugt, aber das Potential wäre durchaus vorhanden.

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Mittwoch, Januar 30, 2008

Sek Neuenegg gewinnt LEBE Web-Award!


Gewonnen!
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Heute durfte ich zusammen mit Franz, Lehrer (und Webmaster, was man nun verdienterweise erwähnen muss), an der Verleihung des ersten LEBE Web-Awards (Ausschreibung) teilnehmen.

Die Einladung der LEBE war absichtlich vage formuliert: Aus 35 bernischen Schul-Web-Sites gehöre die Web-Site der Sekundarstufe I Neuenegg zu den fünf Besten. Welche dieser fünf Schulen den Award aber gewonnen hatte, sollte sich erst heute Nachmittag um 16 Uhr in den Räumlichkeiten des "Berufsverbandes der Lehrerinnen und Lehrer" zeigen.

Für einmal war ich überpünktlich (dafür unrasiert) und stand bereits 10 Minuten vor dem abgemachten Termin vor dem Gebäude an der Monbijoustrasse 36.

Erstaunt durfte ich feststellen, dass im selben Gebäude auch Dreamlab Technologies einquartiert sind, mit denen ich momentan anderweitig zu tun habe ... Item!

Franz war schon vor mir da und sass drinnen in der Wärme - was ich aber leider nicht wusste und so mit der kalte Januarluft zu kämpfen hatte. Kurze Zeit später erblickte er mich durch das Fenster im Erdgeschoss und holte mich herein in die gute Stube. Vertreter der anderen vier Gewinner-Schulen hatten es sich bereits in den Stühlen bequem gemacht.

Die Konkurrenz

Anhand der E-Mail-Adressen konnte ich im Vorfeld bereits zwei der vier Konkurrenten "abchecken":

Positiv überrascht war ich von der Schule Krauchthal. Ich vermutete, dass hier ein Designer dahinter gesessen haben müsste.

Doch sobald man sich genauer mit der Web-Site befasst, tauchen einige Fragen auf. Mir persönlich ist die Benutzerführung zu wenig klar, es wird zu viel Wert auf das Design gelegt: Es ist sehr farbenfroh, aber dementsprechend auch unruhig. Wenn auch die Idee, die Web-Site nicht nach Rubriken, sondern nach Zielgruppen zu ordnen, ein gutes, aber viel zu selten gesehenes Konzept ist.

Jedenfalls erachtete ich diese Web-Site als ernsthaften Konkurrenten.

Die Spannung steigt

Persönlich rechnete ich nicht damit, gleich auf den ersten Platz vorzustossen. Wichtig war mir, nicht auf dem "letzten" Gewinnerplatz zu landen. Und tatsächlich fiel mir ein Stein vom Herzen, als auf Platz 5 nicht die Sek Neuenegg aufgerufen wurde.

Den vierten Platz wiederum war mir auch nicht genehm. Denn damit reicht es nicht auf das Siegertreppchen. Wenn wir schon den fünften Platz hinter uns gelassen hatten, sollte es dann doch gleich einer der Plätze drei bis eins sein. Und das Schicksal war uns wohlgesinnt: Platz Vier wurde ausgerufen, und es war wieder nicht unsere Web-Site.

Da der Platz auf dem Siegertreppchen erreicht war, war ich kaum mehr beunruhigt, jetzt konnte passieren was wolle. Könnte es wirklich sein, dass wir gar das Undenkbare geschafft hatten? Langsam mussten wir uns mit diesem Gedanken auseinandersetzen. Der dritte Platz wurde ausgerufen, ein neuer strahlender Sieger gekürt, aber es waren nicht wir beide, die aufstehen mussten, um den Preis und das Zertifikat in Empfang zu nehmen.

Platz zwei - die Spannung stieg sichtlich. Gebannt achtete ich auf die Lippen des Preisverleihers und erhoffte zu erkennen, ob er nun gleich "... ist die Sssssssssssssssseeeeee..." aussprechen würde. Tat er nicht.

Und so kam es, dass Franz schlussendlich mit einem schwarzen MacBook in der Hand als Hauptpreis dastand und ich das Zertifikat in die Hand gedrückt erhielt.

Der Rest ist schnell erzählt: Nach dem Apéro und dem obligatorischen Fotoshooting ging es nach "getaner" Arbeit nach Hause. Schliessen müssen wir beide unsere Web-Sites mit neuen Inhalten befüllen.

Rezept für eine gute Web-Site

Ohne der LEBE vorzugreifen, die in ihrer Zeitschrift demnächst die fünf Gewinner-Web-Sites portraitieren wird, möchte ich kurz mein Rezept für eine gute Web-Site bekannt geben:

  • Saubere technische Ausführung durch den Profi Die Schule wird von einem Profi oder einer Web-Agentur begleitet, die sich um die technische Ausführung kümmert. Wahl und Reservierung eines Domainnamens, Miete eines Hosting-Pakets, Wahl und Installation eines Content Management Systems CMS (heute Pflicht!), ein frisches, aber nicht überbordendes Design, hohen Ansprüchen genügendes HTML und CSS, Einrichtung von E-Mail-Adressen.
  • Engagierter Unterhalt der Site durch den Auftraggeber Sobald die Web-Site mit den Initialinhalten online gegangen ist, müssen die Inhalte in regelmässigen Abstand aktualisiert werden. Hierzu muss der Auftraggeber über die entsprechenden Werkzeuge verfügen, um Anpassungen selbständig, rasch und effizient aufschalten zu können (wo wir wieder beim Punkt CMS wären).

Franz ist sehr engagiert und unterhält die Rubrik Aktuelles mit Herzblut. Dies ist der Grund, wieso Besucher immer wieder auf das Angebot zurückkehren und merken, dass sich etwas tut; die WüsteWeb-Site lebt! Mit Text und Bild (die Digitalkamera scheint bei Schulausflügen immer dabei zu sein und Schnappschüsse einzufangen) werden die Besucher unterhalten.

Merke: Die Web-Site einer Schule ist kein Selbstzweck, sondern ein Kommunikationsmittel. Es richtet sich an potentielle Neuzuzüger, die sich für das Schulwesen im Dorf interessieren; es richtet sich an bestehende "Kunden" (Eltern und Schüler); aber auch an Ehemalige. Ich hoffe, dass dies noch lange so bleibt.

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Mittwoch, November 21, 2007

Gemüsebaukurse 1916

Dass zu Ende der Kurse zirka 100 Teilnehmer weniger waren als zu Anfang, erklärt sich ohne weiteres durch den Militärdienst vieler Kursteilnehmer. Daneben gibt es ja immer Einzelne, die nicht aus eigentlichem Interesse Kurse besuchen, sondern etwa "weils Mode ist". Diese Elemente harren gewöhnlich nicht bis zum Ende aus, was meistens auch nicht Schade ist ...

Die Klage, dass immer noch zu junge Teilnehmer zu den Kursen zugelassen werden, will nicht verstummen. So die "belebteste" Zeit der schönen Flegeljahre sollte man hinter sich haben, bevor man sich zur Teilnahme an einem Kurse meldet. Es gibt sonst leicht zuviel "Betrieb".

Quelle: Tätigkeitsbericht der Oekonomischen und gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Bern 1917. Bern: Buchdruckerei R. J. Wyss & Erben, 1918, S. 17f.

Zwar mangelte es damals noch garantiert an "Schülern" mit "Migrationshintergrund" - der Radau im "Klassenzimmer" schien aber damals nicht weniger geherrscht zu haben als heute ...

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Mittwoch, November 14, 2007

Das Volk auswechseln

"[...] Vielleicht wird mittlerweile auf den Verleger- und den Chefredaktorensesseln in den Archiven gewühlt, um Rat zu finden. Da fänden sich im "Berner Tagblatt" von damals zuhauf Artikel, in denen den Stalinisten in der DDR der Rat gegeben wurde, das Volk auszuwechseln, wenn es nicht nach ihrer Geige tanzen wollte." –– Peter Sigerist, Bern

Quelle: Der Bund, 13. November 2007, "Gegen RGM- und Schmid Bashing", S. 9.

Übrigens: Das Volk sollte man wohl langsam auch in Möhlin auswechseln - "richtig sturi Gringe si das":

Die Gemeindeversammlung von Möhlin muss ein drittes Mal über die Einbürgerung einer Familie aus Mazedonien entscheiden. Das Bundesgericht hat den ablehnenden Entscheid der Gemeinde vom letzten Dezember wegen eines Formfehlers als verfassungswidrig aufgehoben.

Quelle: Möhlin muss zum dritten Mal über Einbürgerung befinden

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Samstag, November 10, 2007

Randal will be loving it!


McDonalds Bern
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McDonalds Zytglogge:

"NEU: Jeden Freitag und Samstag bis 3.30 Uhr offen".

Da bleibt nur eine Frage: Ist Randal bald auf dem Weg in eine neue Gewichtsklasse?

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Montag, Oktober 22, 2007

Petition gegen Krawall-Demos in Bern

Ein StudiVZler sinniert in einer Gruppe laut über eine Petition nach, um Künftig Krawalle aus Bern zu "verbannen":

Die Krawalle vom 6. Oktober sind das Resultat einer jahrelangen Laisser-faire-Politik. Anstatt Bern zu einer sprühenden, pulsierenden, sicheren und sauberen Stadt werden zu lassen, konzentrieren sich Gemeinde- und Stadtrat seit Jahren auf die Bevorzugung von Minderheiten und auf die Behinderung des Gewerbes durch Verbote und Gebote – mit dem Effekt der Vertreibung möglichst vieler, guter Steuerzahler und einem Imageschaden im In- und Ausland. Das muss ändern und zwar jetzt!

Den Petitionsbogen findet Ihr unter www.fuer-unser-bern.ch

Ich habe mich dank eines Hinweises von Kollege Burgdorfer in die Diskussion eingeklinkt und ein wenig mitdiskutiert. Hier mein Abschlussstatement:

Ich finde es echt besser, wenn du deine Energie für die Gemeindewahlen einsetzst. Die Wirkung entfaltet sich so deutlich rascher als mit ein paar Tausend Unterschriften.

[...]

Nur Law & Order-Politiker sind bereit, alle Hebel in Bewegung zu setzen, dass so etwas nie wieder passiert. Nur diese bieten statt 300 Polizisten 3000 auf, um die Lage unter Kontrolle zu halten. Nur diese werden eine unbewilligte Demo "Schwarzer Schafe" umgehend auflösen - wenn nötig mit Gewalt. Nur diese werden die Reithalle abriegeln. Nur diese werden Personenkontrollen im Bahnhof Bern durchführen lassen. Nur diese werden potentielle "Krawallmacher" in Verwahrung nehmen, bevor diese Schaden angerichtet haben. Nur diese werden sich über eventuelle Proteste aus der Wohnbevölkerung (Stichwort "Unverhältnismässigkeit") hinwegsetzen.

Quelle: Thema: Petition für unser Bern

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Donnerstag, Oktober 18, 2007

Danke SBB!


Welle von Bern
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Wann ist es optimaler, die Rolltreppen der Welle von Bern zu putzen als zur morgendlichen Rush-Hour?

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Donnerstag, Oktober 11, 2007

Karrer's Haschisch


Karrer's Haschisch
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Haschisch

Gegen Hühneraugen Hornhaut & Warzen

wirkt sicher, schmerzlos und dauernd. Preis: Fr. 1.–

Verlangen Sie ausdrücklich "Karrer's Haschisch"

In Apotheken und Drogerien

Hauptdepot in Bern: Apotheke Mosimann
Aeusseres Bollwerk.

Quelle: Der Bund, 13. Juni 1916, S. 5.

  • Haschisch für einen Stutz?*
  • Haschisch in einer Tageszeitung inseriert?
  • Haschisch aus dem Hauptdepot?!

*) Inflationsbereinigt ca. 8 SFr. (Konsumentenpreisindex)

Übrigens: Schon damals gab es das Deppen-Apostroph ...

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Sonntag, Oktober 07, 2007

Bilder aus Bern

Nachtrag: Erst jetzt sehe ich, dass Kollege smythe als Chronist der Gegenwart mit einer Digitalkamera in Bern zugegen war: Anti-SVP-Demo.

Lautundspitz war diesen Samstag an einer ganz besonderen Open-Air-Party in meiner Lieblingsstadt zugegen und hat einige beachtenswerte Bilder online gestellt:

Meine Meinung zu einem weiteren unrühmlichen Kapitel des Wahlkampfes 2007: Ich verstehe die stadtbernischen Polizeikräfte einfach nicht ... Nach all den Antifaschistischen Abendspaziergängen sollte man doch eigentlich wissen, zu was diese Chaoten fähig sind?

Der Polizeidirektor wird nicht etwa von rot-grün gestellt, sondern von den "Wir Liberalen". Weshalb sollte ein Bürgerlicher linksextreme Chaoten schonen?

Mir eröffnet sich eine andere Erklärung: Die stadtbernische Polizei ist unterdotiert (von Politikern zusammengespart - wäre spannend zu vergleichen, welche Fraktionen bei solchen Abstimmungen wie gestimmt haben). Mit der am Samstag demonstrierten Machtlosigkeit sollte es möglich sein, bis zur Euro 08 alle Hebel (und Geldquellen) in Bewegung zu versetzen, um das Korps aufzustocken.

Eine Mutmassung, die sich jeder Grundlage entzieht? Ich bin gespannt auf die Kommentare in den morgigen Ausgaben unserer Tageszeitungen. Wird das Debakel personelle Konsequenzen haben?

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Sonntag, August 19, 2007

Mein erster YB-Match


DSCF2824.JPG
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Heute durfte ich Torkel, Smythe & Anhang sowie Wahlistar mit ins Stade de Suisse an das Derby YB - FC Thun begleiten. Seit Jahren war ich nicht mehr an einem Fussballspiel zugegen und war gespannt, ob ich meine Abwesenheit an solchen Spektakeln überdenken sollte.

Nun, der Match war ... nicht wirklich interessant. Ich verglich ihn in etwa mit der Einvernahme vor Gericht letzten Mittwoch (wobei diese zumindest für mich natürlich spannungsgeladen war, während der eine oder andere Kollege auf der Zuschauerbank garantiert gegen Sekundenschlaf ankämpfen musste). Beruhigenderweise empfanden meine erfahrenen Begleiter den Match ebenfalls als nicht ereignisreich.

Einige Erkenntnisse:

  • Es gibt auch weibliche Zuschauerinnen - und einige davon sind verdammt hübsch!
  • Warme Kleidung ist Pflicht
  • Der Schiedsrichter (in unserem Falle: eine Schiedsrichterin) wird bei ihrer namentlichen Vorstellung ausgepfiffen Siehe Kommentare: Anscheinend ist die Dame bei YB-Fans nicht gern gesehen ...
  • Es gibt ein YB-Lied, das man bei Spielbeginn singt
  • Es gibt zwei verschiedene YB-Bratwürste (derart verwirrt habe ich mich für eine Kalbsbratwurst entschieden)
  • Die richtigen Hardcore-Fans werden von mit einem Megaphon bewaffneten Animator angetrieben, der von einem Pfarrkanzel ähnlichen Gebilde seine Parolen in die Menge brüllt (vom Spiel kommt er nichts mit, da er mit dem Rücken zum Spielfeld steht)
  • Die letzte Viertelstunde eines Matches wird mit einer Ankündigung auf der Anzeigetafel zelebriert
  • Nach dem Match ist das Verkehrschaos vorprogrammiert

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Mittwoch, August 15, 2007

Partyguide: Die Posse nimmt kein Ende ...

Heute Mittwoch-Nachmittag stand ich also vor Gericht und musste mich für meine Untaten verantworten - dachte ich zumindest. Im Schlepptau hatte ich viele Kollegen, die die Gelegenheit nutzten, endlich einmal (als Zuschauer) an einer Strafverhandlung teilzunehmen. Es waren derart viele an der Zahl, dass die für Zuschauer reservierte Bankreihe fast aus ihren Nähten platzte. Danke an alle, die mir den "Rücken gestärkt" haben - und auch allen, die mir vorgängig viel Erfolg gewünscht haben.

Lonesome Cowboy

Nachdem wir am Amthaus in der Hodlerstrasse 7 eintraffen, durch die Schleuse gelassen wurden und danach vor Raum 002 warteten, sass da wie erwartet schon jemand auf der Wartebank. Es war definitiv kein Bekannter von uns. Wie sich später herausstellen sollte, war es aber nicht etwa der Anwalt von Partyguide, sondern Oliver Walzer, damals Freelancer, mittlerweile CTO von Partyguide. Während sich sein Chef im sonnigen Kalifornien die Nacht um die Ohren schlägt, vertrat Oliver die Firma vor Gericht.

Oli hat sich bereits mehrere Male in Kommentaren zu meinen Blog-Artikeln als Partyguide-Entwickler zu erkennen gegeben, war mir also (aus virtueller Sicht) kein Unbekannter.

Kein Vergleich möglich

Dieser Umstand führte kurz nach Verhandlungsbeginn bereits zum ersten Problem: Der Richter, auf ein möglichst schlankes und rasches Verfahren bedacht (das kostet alles!), hatte so keine Möglichkeit, die beiden Streithähne Parteien gleich zu einem Vergleich zu bewegen.

Wie ich mir nach der Verhandlung erklären liess, schliessen Kläger und Beklagter bei einem Vergleich einen Vertrag. Darin ist festgehalten, dass der Kläger die Klage zurückzieht, während der Beklagte im Gegenzug einen vereinbarten Betrag zahlt, der Teile des verursachten Aufwandes und Schadens decken.

Erste Abklärungen in dieser Richtung waren aber nicht möglich, da hierzu der Geschäftsführer selbst (oder sein bevollmächtigter Anwalt) hätten vor Ort sein müssen.

Jason Fellmann macht übrigens in einer Privatklage eine Schadenssumme von 20'000 SFr. geltend (Behebung der Sicherheitslücke, Ändern der Passwörter, Information der Benutzer, Verlust von Werbekunden, Imageschaden). Dieser Betrag wird in einem Prozess klar zu belegen sein - in einem Vergleich hinterfragt die Herleitung der Summe aber niemand (ausser höchstens der Beklagte, der aber nichts gegen Fantasiezahlen auswirken kann).

Kollege Smythe stellte einen treffenden Vergleich an: Durch meinen Hack müsste ein Arbeiter mit einem äusserst anständigen Nettolohn von 5'000 SFr. vier Monate lang arbeiten.

Die Vertretung des Klägers kommt zu Wort ...

Der Richter ging deshalb zu der Befragung über. Zuerst kam Oliver an die Reihe, der aus Sicht der "Geschädigten" schilderte, wie sie vom dritten Partyguide-Hack erfuhren und welche Massnahmen sie damals ergriffen. Im Anschluss stellte Richter Riesen einige gezielte Fragen, die ihm relevant erschienen (z.B., ob Partyguide zu dem Zeitpunkt Kreditkartendaten auf dem Server gespeichert hatte). Gemäss Aussagen von Oli entschloss man sich bei Partyguide anscheinend erst deshalb zu einer Anzeige, als ich Jason Fellmann in meinem Blog als "unfähig" bezeichnet hatte.

Erstaunlich war, dass dem Vertreter der Klägerin der Nachname des Mitinhabers von Partyguide, Manuel Kern, entfallen war. Aber es sei sowieso Jason, der in der Angelegenheit die Federführung inne habe.

... und dann der Beklagte

Dann durfte ich auf dem Sessel in der Mitte des Raumes, vor dem Richter und der Protokollführerin, Platz nehmen. Nachdem ich über meine Rechte aufgeklärt worden war und meine Zustimmung gegeben hatte, Aussagen machen zu wollen, durfte ich aus meiner Sicht erklären, wie ich auf das Datenleck stiess. Mit der Partyguide-Suche konnte nach beliebigen Passwörtern gesucht werden, worauf ich innert 7 Tagen 13'000 Passwörter ergatterte. Auch mir stellte der Gerichtspräsident gewisse Fragen, um meinen Antrieb hinter meinem Vorgehen zu ergründen.

To Be Continued ...

Am Schluss teilte der Gerichtspräsident uns Anwesenden mit, dass ein nächstes Treffen unumgänglich sein. Dann aber müsse ein Vertreter von Partyguide erscheinen, der dann auch (wenn nötig) einen Vergleich schliessen könne (sprich der Geschäftsführer). Auf die Frage von Oliver, in welchem Zeitraum die nächste Sitzung etwa stattfinden würde, wurde uns ein Zeitpunkt innerhalb der nächsten Monaten, aber garantiert noch vor Ende Jahr, versprochen.

Die Mühlen mahlen

Juhui. Langsam verstehe ich, wieso die Gesetzeshüter und Strafbehörden nicht mit ihrer Arbeit nachkommen. Übrigens: Wenn ein Vergleich nicht zustande kommt (Oliver machte Andeutungen in diese Richtung - und auch ich habe eigentlich nicht vor, Jason mit meinem sauer verdienten Geld einen neuen Porsche kaufen zu lassen), wird man nicht darum herum kommen, die mächtige Prozessmaschinerie anzuwerfen. Das bedeutet: Gutachten, Gerichts- und Anwaltskosten, die der Verlierer dann bezahlen muss. Dabei bleibt der Weg durch die Instanzen selbstverständlich vorbehalten - wogegen der Swissair-Prozess wie ein Klacks aussehen wird.

Dr Aut hat jedenfalls schon angetönt, dass er nötigenfalls die Lokalität für eine Atriiichete in Lausanne (Bundesgericht) bereitstellen werde.

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Dienstag, August 14, 2007

Gymnasium Bern-Kirchenfeld 1999