Mittwoch, März 03, 2010
Wettbewerb der SP Kanton Bern
Als braver Parteisoldat, wie ich nun einer bin, füge ich auf Bitten der Mutterpartei selbstverständlich gerne folgenden Wettbewerbs-Banner in meinem Blog ein und führe die verlinkte Web-Site zu einem hoffentlich guten Google-Rank:
Gleichzeitig möchte ich aber zu Ausdruck geben, dass ich die Vermischung von Wettbewerben mit Politik — und das ausgerechnet von einer finanziell nicht rosig gebetteten Partei — höchst bedenklich finde. Das Vorgehen erinnert mich an die Krankenkassen, die mittlerweile jeden Herbst jenste Wettbewerbe starten, um an die Adressen der begehrten jungen und guten Risiken zu gelangen. Beide Vorgehensweisen zeigen auf, wie sehr die Krankenkassen und die Parteien offensichtlich von ihrem Weg abgekommen sind.
Ich wage zu behaupten, dass man mit solchen Wettbewerben keine einzige Stimme zusätzlich macht. Gegenargumente sind als Kommentare gerne willkommen.
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Freitag, Februar 19, 2010
Internetseiten von Grossratskandidaten
Das Internet wird als Wahlkampfmedium immer wichtiger und beliebter. Viele Kandidierende für die bernischen Grossratswahlen sind denn auch aktiv auf eigenen Webseiten, Facebook oder Blogs. Nur: Der virtuelle Wahlkampf hat auch seine Tücken. Es gibt einige, wichtige Regeln zu beachten.
Von meinem Vater darauf hingewiesen, hörte ich mir vor einigen Tagen den Regionaljournal-Beitrag über Web-Sites von Grossratskandidaten aus dem Kanton Bern an. Obwohl der Beitrag über 4 Minuten lang ist, konnte ich bei bestem Willen kaum etwas nützliches daraus entnehmen.
Zusammengefasst wurden folgende Ratschläge erteilt:
- Sich erst jetzt auf Facebook und Twitter zu registrieren ist sinnlos. Am Besten ist man seit Jahren im Netz aktiv und hat längst seine Spuren hinterlassen — und kann nun von der Publizität profitieren.
- Hat man ein Benutzerkonto auf Facebook & Co., sollte man sich regelmässig um seine Kontakte kümmern und Informationen rausposaunen — wie halt im echten Leben mit echten Kollegen.
- Was auch immer man von sich gibt, man sollte möglichst authentisch rüberkommen. Doch Achtung: Mit Obszönitäten um sich zu werfen und mit nicht-gutbürgerlichen Manieren zu prahlen wird nicht empfohlen — wie halt auch im echten Leben.
- "Will man von einer Kandidatin wirklich das Sternzeichen wissen?" Spontan kam mir dabei die Web-Site meines geschätzten Gegners auf kommunaler Eben in den Sinn: Oliver Schmid (SVP) ...
Donnerstag, November 26, 2009
Die BKW hat offensichtlich zu viel Reserven
Die Waadtländer Bevölkerung stimmt am 29. November über die Haltung ihres Kantons gegenüber einem neuen AKW Mühleberg ab. Wie der Regierungsrat heute im Grossen Rat informierte, mischt sich die BKW mit 500'000 Franken in die Politik des Nachbarkantons ein.
Statt endlich in Windturbinen und Solardächer zu investieren, verschleudert die BKW viel Geld für politische Propaganda.
Quelle: Medienmitteilung SP/JUSO-Fraktion vom 24. November 2009
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Donnerstag, November 19, 2009
Fortschrittliche Steuereintreiber im Kanton Bern
Ab der 1. Rate 2010 bietet die Steuerverwaltung des Kantons Bern als erste Steuerverwaltung der Schweiz die E-Rechnung an.
Quelle: Mail von 10minuten@fin.be.ch vom 18. November 2009, 10:45 Uhr.
Bravo, ich habe mich gleich als Abonnent dieser Lösung eingetragen. Unter Crédit Suisses DirectNet findet sich der Rechnungssteller unter "Steuerverwaltung des Kantons Bern".
Nachtrag
Während mich die Staatsangestellten meines Wohnkantons mit ihrer fortschrittlichen Vorgehensweise erfreuen, hinkt ausgerechnet die SWICA als Privatunternehmen der technischen Entwicklung meilenweit nach. Unglaublich, dass ich dieses Mail bereits im Mai 2007 verfasst habe und sich seither absolut nichts getan hat:
Guten Tag Herr X
On 07.05.2007, at 10:29, X wrote:
Besten Dank für Ihre Anfrage. Eine Einführung von Paynet ist bei SWICA vorgesehen, jedoch aufgrund anderer Abhänigkeiten nicht unmittelbar bevorstehend.
Im nächsten Jahr wird SWICA die IT Software wechseln und in diesem Zusammenhang werden auch derartige neue Funktionen schrittweise mit eingeführt. Zu welchem Zeitpunkt allerdings genau die Funktionen der Paynet Rechnung erfolgen, kann ich heute noch nicht sagen.
Gerne wollte ich nachfragen, wie weit Sie heute, zweieinhalb Jahre nach meiner Anfrage mit dem Projekt "Elektronische Rechnung" sind.
Anlass für das Nachhaken: Ich habe heute erfahren, dass die Steuerverwaltung des Kantons Bern ab der nächsten Rate elektronische Rechnungen verschickt. Wenn die öffentliche Hand elektronische Rechnungen einführt, sollte es der Privatwirtschaft doch innert nützlicher Frist auch gelingen?
Danke für Ihre Antwort!
Viele Grüsse
Mario Aeby
Quelle: Mail an Herr X von SWICA, 19. November 2009, 13:43 Uhr.
Man wird den Verdacht nicht los, dass dieses Versicherungsunternehmen lieber für Abermillionen Franken Werbungen schaltet, Wettbewerbe veranstaltet und Jagd auf "gesunde" Versicherte macht, als Geld in verbesserte Dienstleistungen für bestehende Kunden zu stecken.
Nachtrag 2
Die Antwort ist eingetroffen:
Die Verbesserung unseres Kundenservices ist uns ein grosses Anliegen. Erfahrungen zeigen, dass die grosse Mehrheit unserer Kunden konventionelle Rechnungen bevorzugt. Trotzdem bleibt die Einführung von Paynet Rechnungen eine Möglichkeit, die wir prüfen. Sollten diese Zahlungsart bei uns eingeführt werden, werden wir unsere Kunden rechtzeitig darüber informieren.
Quelle: Mail von Frau Y von SWICA, 20. November 2009, 09:55 Uhr
Sonntag, September 20, 2009
Wenige Meter?
Christophe Darbellay traf sich derweil mit SP-Präsident Christian Levrat in der «Spaghetti Factory», nur wenige Meter von der Bellevue-Bar entfernt.
Quelle: Die Nacht vor der Wahl (Startseite, NZZ Online)
Naja, mit Massangaben hatten die Journis schon immer ein bisschen Mühe. Fünf Minuten geht man schon, wenn man von der Bellevue-Bar in die Spaghetti-Factory will ...
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Samstag, September 19, 2009
Grossräte fordern Bierverbot
Die Szenen betrunkener Jugendlicher sollen bald der Vergangenheit angehören. Grossräte wollen im Kanton Bern Bier für unter 18-Jährige verbieten.
Quelle: Grossräte fordern Bierverbot - News Region: Kanton Bern - bernerzeitung.ch
Mit dieser Methode hatten die Deutschen schon in den 1980ern Erfolg, als sie dem Wald das Sterben verboten.
Liebe Grossräte, ich verstehe euer Anliegen und die hehren Ziele durchaus. Doch denkt daran, dass Gesetze nicht nur erlassen, sondern auch durchgesetzt werden müssen. Deshalb bringt dieses dumme Verbot rein gar nichts, bis nicht jemand die Verkaufsstellen wie auch Bier-konsumierende Jugendlichen kontrolliert. Kurz: Ihr müsst gleichzeitig auch mehr Polizisten ausbilden und anstellen. Ausser ihr geht dann selber auf Pirsch und haltet die illegal saufenden Jugendlichen an ...
Heute: Dauersaufsendung
Heute, nach dem verdienten Ausschlafen am Samstag, erwachte ich gerade zum richtigen Zeitpunkt und hatte das Vergnügen, den Ude auf ARD das erste Fass Bier am Münchner Oktoberfest "ozapfen" zu sehen.
Während die Schweizer National- und Ständeräte sich noch die Köpfe darüber zerbrechen, ob man schweizerische Fernsehanstalten erlauben soll, Werbespots für alkoholhaltige Getränke zu schalten, macht das erste deutsche Fernsehen vor, wie eine Dauerwerbesendung für Spaten, Hacker-Pschorr, Augustinerbräu, Hofbräu, Löwenbräu und Paulaner ausschaut. Da sieht man dann sogar Moderatorinnen im Dirndl das Mass anheben, in die Kamera zu prosten und sagen: "So gut schmeckt halt nur ein Oktoberfestbier!" Wenigstens hat sie nicht gleich noch gerülpst ...
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Samstag, September 19, 2009
Stadtberner Bürgerliche ohne Sitzleder
Ausgerechnet der rechte Flügel, der für die lange Sitzung verantwortlich ist, hat besonders viele Abwesenheiten zu verzeichnen. Details finden Sie unter dem Link «Anwesenheitsliste Stadträte».
Quelle: Bern: Welche Stadträte bis 03.00 Uhr aushielten... - News Region: Bern & Region - bernerzeitung.ch
Natürlich werden die Bürgerlichen umgehend den Spiess umdrehen und die Linken einerseits als Sitzungsgelder-Fürsorgeempfänger brandmarken, andererseits darauf verweisen, dass man als bürgerlicher Politiker auch mal nach Hause muss, um die Steuerzahlungen zu erwirtschaften, die von den Linken dann so bereitwillig "umverteilt" werden. Ist doch immer dieselbe Leier ...
Nachtrag
Bernhard Eicher enttäuscht - wie üblich - nicht! Besonders ihm gratuliere ich für die Ausdauer.
Donnerstag, September 17, 2009
Diplomierter Gemeinderat
Bald haben die Milizler an der Urne keine Chance mehr:
Die Weiterbildung BV Bern bietet, in Kooperation mit dem VBG und dem AGR, einen berufsbegleitenden Kurs zur Erlangung des Diploms als Gemeindepolitikerin bzw. Gemeindepolitiker an.
Quelle: Bildungszentrum für Wirtschaft und Dienstleistung - Diplomlehrgang für Gemeindepolitiker/-innen
Das Problem ist, dass ich mich mit diesem Diplom auf dem "Arbeitsmarkt" für Gemeinderäte nicht wie mit üblichen beruflichen Weiterbildungen bewegen kann - Gemeinderat kann ich ausschliesslich in meiner Wohngemeinde werden. Somit sehe ich den Nutzen hier nicht ganz - ausser ich wechsle notorisch den Wohnort, um aus dem Diplom das Maximum herauszuholen.
Wer bereits gewählt ist, wird das nötige Wissen wie in den letzten Jahrzehnten von der Pike auf erlernen, während es für Möchtegern-Gemeinderäte doch irgendwie vermessen klingt, einen solchen Kurs einige Jahre vor der "geplanten" Wahl in den Gemeinderat in Angriff zu nehmen. Ist ja auch irgendwie komisch, oder?
Aber ich kann mich täuschen und dieser Lehrgang wird zum Renner ...
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Dienstag, September 08, 2009
Mach jetzt endlich die Anzeige, du Idiot!
Vier Tage nach der angeblichen Schlägerei in der Matte hat das mutmassliche Opfer immer noch keine Anzeige gemacht.
Soll heissen: Die Journalisten bitten das Opfer insbrünstig, doch verdammi siech nonemal die Anzeige zu machen, damit die Zeitung gopferdelli endlich mit wichtigen und ausführlichen Reportagen gefüllt werden kann. Huere siech.
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Dienstag, September 08, 2009
Bye bye, Gebärmutter!
Ärzte im Kanton Bern haben 30 Prozent mehr Frauen die Gebärmutter entfernt als Ärzte in den Kantonen St. Gallen oder Wallis und 15 Prozent mehr als im Schweizer Durchschnitt. Die Berner Frauen sind damit nicht etwa besser versorgt. Nach einer Studie der Gesellschaft für Gynäkologie und des Bundesamts für Gesundheit war bei jeder siebten Frau das Risiko grösser als der Nutzen, wenn die Gebärmutter wegen eines Myoms entfernt wurde. Insgesamt seien vier von zehn analysierten Gebärmutterentfernungen unzweckmässig.
Kaum verwunderlich, dass ich zwei Frauen im Bekanntenkreis kenne, denen die Gebärmutter tatsächlich entfernt wurde. Warnung an alle Frauen: Ist euch eure Gebärmutter lieb, zügelt aus Bern weg! Oder holt wenigstens eine Zweitmeinung ein - bspw. in St. Gallen. Oder in Brig.
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Donnerstag, Juli 16, 2009
Wir feiern hier nicht, wir eskalieren!
Eskalation ist Ollis Lieblingswort, er ruft es in die Busse, er ruft es nachmittags bei der Sangria-Party und abends bei der Tequila-Randale im Aztek, der Disco mit den Plastikreliefs an den Wänden, die an die Azteken erinnern sollen.
Ooops - wo war ich 2000, eine Woche nach der Maturfeier? Rischtiiich, in Lloret de Mar. Auch neun Jahre später hat die Betonsiedlung also nichts von ihrem Glanz verloren.
Bei unserer zusammengewürfelter Truppe gings glücklicherweise nicht nur ums (Eimer-)Saufen. Wir haben auch am Strand gelegen und Fast Food gegessen. Einmal fasste ich allen Mut zusammen und quatschte eine dunkelhaarige Frau an, die es sich am Strand gleich hinter uns bequem gemacht hatte. Wie sich herausstellte, war sie Tschechin und nicht auf Urlaub in Lloret. Sie arbeitete im örtlichen Burger King. Meines Wissens war das die einzige tiefgründige Unterhaltung mit einem weiblichen Wesen dort.
An ein weibliches Geschöpf kann ich mich noch ganz genau erinnern: Susi G* (Name der Redaktion bekannt). Leider weiss ich bis heute nicht, ob das ihr richtiger Name war oder nicht - aber spielt ja auch keine Rolle. Auf alle Fälle lernten wir sie und ihre Kolleginnen in einer Vorglüh-Bar kennen (vgl. den SPIEGEL-Artikel), als ich mit einer etwas allzu aprubten Kopfbewegung das Tablett des Servierers touchierte und die Getränke zu Boden und über ihre Hosen leerte ...
Übrigens: Da wir noch unbedingt die Maturfeier im Stufenbau in Ittigen (BE) miterleben wollten oder mussten, fuhr leider am nächsten Tag kein Car, weshalb wir - so grün wie wir schon damals waren - mit dem Zug nach Lloret fuhren. Damit kann sich wohl kaum jemand rühmen. Empfehlen würde ich es aber trotzdem niemanden.
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Montag, Juli 13, 2009
In fünfeinhalb Stunden von Bern nach Zürich
Die Konferenz [des Bundesrates, der Armeeleitung und des Zürcher Regierungsrates vom 5. November 1918] war um 23 Uhr 30 zu Ende. Die Zürcher verliessen die Hauptstadt im Auto und waren morgens um 5 Uhr zu Hause.
Quelle: Frey, Daniel: "Vor der Revolution? Der Ordnungsdienst-Einsatz der Armee während des Landesstreiks in Zürich", Zürich, 1998, S. 116.
Abgesehen davon, dass die A1 erst Jahrzehnte später gebaut werden sollte, brachten Automobile von 1918 wohl kaum 100 Stundenkilometer auf den Tacho - was bei den damaligen Strassen wohl sowieso ein tödliches Unterfangen gewesen wäre. Wie lang wohl die Eisenbahn für den Weg von Bern nach Zürich benötigte?
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Donnerstag, Juli 02, 2009
Newsnetz: Ist das noch seriöser Journalismus?
Ferienzeit scheint Ordografi-Fehlerzeit zu sein. Bereits vor einigen Tagen habe ich auf Unachtsamkeiten der Damen und Herren Online-Redakteure von Newsnetz hingewiesen. Zwei Tag vor Sommerbeginn verstärkt sich die Chose nun frappant:
- Brandopfers ist eine Frau - Wohl ein Tribut an das Aussterben des Genitivs?
- Deutiche Kritik am Sozialbericht - Wohl ganz aufgeregt, der bernischen Sozialdirektion wieder einen "reinzubremsen"?
Diese peinlichen Fehler lassen vermuten, dass die Content Management-Software von Newsnetz tatsächlich keine Rechtschreibekorrektur kennt. Hoffentlich gibts für die Journis Lohnabzug pro aufgetauchtem Fehler. Gratis-Tipp: Artikel mindestens einmal in aller Ruhe durchlesen. Amateure.
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Mittwoch, Juni 24, 2009
Wird Bern deutsche Provinzuniversität?
Letzten Montag trudelte auf meinem Studentenkonto folgendes Mail ein:
Am kommenden Montag, 29. Juni 2009, finden die Vorträge von sechs Bewerberinnen und Bewerbern für die Professur in Kommunikations- und Medienwissenschaft (Nachfolge von Prof. Roger Blum) statt. [...] Vortragen werden Prof. Andrea Römmele (Bruchsal), Dr. Jürgen Maier (Koblenz-Landau), Dr. Silke Adam (Berlin), Prof. Jens Tenscher (Mannheim), Prof. Christiane Eilders (Augsburg), Prof. Frank Marcinkowski (Münster).
Quelle: ikmb-Newsletter vom 22. Juni 2009. (Programm der Vorträge vom 29. Juni 2009)
Man muss sich schon fragen, inwiefern grundverfasste Deutsche uns Studenten etwas von politischer Kommunikation in der Eidgenossenschaft beibringen können. Ganz so identisch wie im "grossen Kanton" läuft es hierzulande ja nicht ab: Bei uns gibt es nämlich auch Zeitungen, die französisch und italienisch abgefasst sind. Und die Sache mit den Kantonen und dem Föderalismus beinhaltet garantiert auch eine gewisse Krux. Abgesehen davon ist unser Politsystem nicht auf eine Person wie beispielsweise die Frau Merkel ausgerichtet, sondern auf sieben Primadonnen unter ihresgleichen.
Heute wurde ich an der Uni (an welcher Fakultät sollte sich aus dem Zusammenhang rasch erschliessen) per Zufall auf einen am Aushang angebrachten Zeitungsausschnitt aufmerksam, auf welchem folgende Passage hervorgehoben war:
[...] Die Philosophisch-Historische Fakultät entwickelt sich in atemberaubendem Tempo zu einer deutschen Provinzuniversität. Im Herbst fanden die Berufungsverfahren für rund 12 Professuren statt. Zu Probevorträgen wurden 53 Bewerberinnen und Bewerber eingeladen, davon stammten 8 aus der Schweiz, 38 aus Deutschland und 7 aus dem übrigen Ausland. Mit der provinziellen Ausrichtung nach Deutschland mag es zusammenhängen, dass die Uni Bern schweizweit den kleinsten Anteil ausländischer Studierender aufweist.
Quelle: Briefe an die NZZ: Die Trumpfkarte Uni Bern sticht nicht. Von Christoph Zürcher (Bern), 11. Juni 2009.
Die These, die vom Leserbriefschreiber im letzten Satz geäussert wird, erachte ich nicht wirklich als plausibel. Selbst wenn die Uni Bern für ausländische Studenten nicht anziehend ist - für Professoren anscheinend um so mehr ... und nicht nur an der Phil. Hist.-Fakultät, sondern offenbar auch an der WISO-Fakultät.
Aus meiner Sicht hängt der tiefe Anteil ausländischer Studenten nicht zuletzt auch mit der Geographie zusammen - Basel, Zürich und St. Gallen liegen nun halt wohl einfach näher am Ausland als Bern im Espace Mittelland. Und ein Renommee wie die HSG, die ETH und die EPFL wird Bern zu meiner Lebzeit wohl auch nicht mehr verwirklichen können ...
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Dienstag, Mai 26, 2009
Krankenkassenprämien anstelle einer Städtereise
Düster sieht es hingegen in Bern aus. Dort belastet die grosse Zahl von Privatspitälern die Grundversicherung übermässig, und die Kassen haben kaum noch Reserven. Die Folge ist ein Prämienaufschlag von 20 Prozent – im Durchschnitt und vor dem Hintergrund, dass Bern bereits heute hohe Prämien hat.
Quelle: - News Region: Solothurn - solothurnertagblatt.ch
Wenn die Prognose wirklich eintrifft, werde ich nächstes Jahr wohl eine Städtereise streichen müssen ...
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Donnerstag, April 30, 2009
Wie die wahren Profis für den Grand Prix von Bern 2010 trainieren
Machen wir es wie der Stamm der mexikanischen Tarahumara:
Then there's the secretive Tarahumara tribe, the best long-distance runners in the world. These are a people who live in basic conditions in Mexico, often in caves without running water, and run with only strips of old tyre or leather thongs strapped to the bottom of their feet. They are virtually barefoot.
Come race day, the Tarahumara don't train. They don't stretch or warm up. They just stroll to the starting line, laughing and bantering, and then go for it, ultra-running for two full days, sometimes covering over 300 miles, non-stop. For the fun of it. One of them recently came first in a prestigious 100-mile race wearing nothing but a toga and sandals. He was 57 years old.
When it comes to preparation, the Tarahumara prefer more of a Mardi Gras approach. In terms of diet, lifestyle and training technique, they're a track coach's nightmare. They drink like New Year's Eve is a weekly event, tossing back enough corn-based beer and homemade tequila brewed from rattlesnake corpses to floor an army.
Unlike their Western counterparts, the Tarahumara don't replenish their bodies with electrolyte-rich sports drinks. They don't rebuild between workouts with protein bars; in fact, they barely eat any protein at all, living on little more than ground corn spiced up by their favourite delicacy, barbecued mouse.
Quelle: The painful truth about trainers: Are expensive running shoes a waste of money? | Mail Online
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Dienstag, April 21, 2009
Zürcher Bürokratiewahnsinn
«Wir mussten die WCs um zwei Zentimeter erhöhen, das Toilettenpapier musste an einem bestimmten Ort hängen, die Funktionsweise des Seifenspenders ist reglementiert, es gibt eine Vorgabe für den Durchmesser des Spiegels.»
Quelle: Kampf gegen Gastrofilz und Behördenwut - News Zürich: Stadt Zürich - tagesanzeiger.ch
Bern scheint der Sihlstadt mit den unbeheizten Wintergärten unbedingt Konkurrenz machen zu wollen ...
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Sonntag, April 05, 2009
Hard- und Software für Männer erklärt
Was heisst Software (SW) und Hardware (HW)?
Nehmen wir ein anschauliches Beispiel, die Bundeshaustelefonistin Pia beim Betreten des Marzili. Alles was wir von ihr sehen und anfassen können, aber auch ihr Magen, Herz usw. ist HW. Die Steuerung der Muskeln, die Pia beim Gehen benötigt, das Erkennen ihrer Umgebung und das Kommando zum Zuwinken ist SW. Es wird durch programmierte Abläufe von Pias Hirn aus gesteuert.
Deshalb sind auch viele weibliche Reaktionen (durch unerforschte SW Abläufe ausgelöst) für den oft nur die HW von Pia Erkennenden unerklärlich.
Quelle: Schweizerischer Weg zur digitalen Kommunikation
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Sonntag, Januar 04, 2009
Nix los im Moos!
Bei einer Frontalkollision zwischen zwei Personenwagen wurden am Samstagabend in Moos bei Köniz alle Insassen verletzt.
Ob Chlodwig etwas vom Unfall bemerkt hat?
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Sonntag, Dezember 21, 2008
Die besten Kebaps in und um Bern
Die Kebap-Läden in und um Bern sind in den letzten Jahren nur so aus dem Boden geschossen. Doch nicht alle bieten denselben Genuss. Hier folgt ein Versuch, die besten Kebap-Restaurants und Take-Aways aufzulisten (die Liste wird kontinuierlich ergänzt):
Restaurant Venezia
Burgunderstrasse 23, 3018 Bern • Sonntag und Montag geschlossen
Im äusserst einfachen, eingeschossigen Restaurant Bümpliz, nahe der Bahngeleise gelegen, kehrt man ein, wenn man so richtig Kohldampf hat und statt dem Kebap im Fladenbrot nach einem überladenen Kebap-Teller dürstet. Neben dem Kebap-Fleisch an Sosse gibt es wohl die am besten gewürzten Pommes Frites in der Stadt (davon könnten sich McDonalds und BurgerKing eine Scheibe von abschneiden). Zur Beruhigung des Gewissens kommt auch noch ein Salätchen hinzu, begleitet von in handliche Grössen geschnittenem Taschenbrot in einem Brotkörbchen. Als Getränk bestelle ich mir normalerweise ein Bierchen vom Zapfhahn. Danach ist man garantiert satt! Oftmals ist mein Teller - im Gegensatz zu demjenigen von Randal und dem Auten - jedenfalls nicht leer.
Das Lokal ist immer gut besucht - einerseits von Jugendlichen der Umgebung, andererseits von einem recht durchmischten älteren Publikum (auch ganze Familien wurden dort schon beim Einnehmen des z'Nacht gesehen).
Gemäss meinen Informationen wird das Geschäft von zwei Brüdern geführt. Der eher wortkarge Umut (manchmal hält auch sein Name als Bezeichnung des Restaurants her, wie mir Kollege Rottisson das letzte Mal erklärt hat) ist im Backoffice tätig (er steht vor dem Kebap-Spiess und ist für die Frites verantwortlich), sein jüngerer (?) Bruder - Ulas, wie ich mittlerweile herausgefunden habe - kümmert sich um die Bestellaufnahme, die Getränke und die die Kasse. Letzterer ist nicht so wortkarg wie sein Bruder und hat immer ein saloppes Witzchen auf der Zunge. Der Optimist in Person!
Das Lokal ist auf Grund seiner Lage und Kundschaft nichts für xenophobe Zeitgenossen mit SVP-Parteibüchlein. Sowohl die Betreiber als auch die Mehrheit der Gäste sind nicht das, was rechtsbürgerliche Kreise als alteingesessene Eidgenossen bezeichnen würden. Leute, die solche Umstände nicht stören (mich, bspw.), können sich auf wahre Gaumenfreuden gefasst machen. Dass der jüngere Bruder auch manchmal das Wort "Schätzlis" ins Mund nimmt, wenn er mit seiner (männlichen!) Kundschaft spricht, könnte für zartbeseitete Fundi-Heteros ebenfalls ein No-Go sein.
König Kebap
Schwarzenburgstrasse 257, 3098 Köniz
>Gastro-Kritik folgt<
To Do
Unbekannt
vis-à-vis Restaurant Spitz, Moserstrasse 14b, 3014 Bern
Mittwoch, Dezember 17, 2008
Lehrgeld für den GIBB Bombenterroristen
Die aus Jux ausgesprochene Amok-Drohung gegen die Berufsschule Bern vom vergangenen 20. November kommt den 16-jährigen Urheber buchstäblich teuer zu stehen.
Es geht um gut 16'500 Franken, für die dem Schüler beziehungsweise seinen Eltern Rechnung gestellt wird. Der Jugendliche hatte mit seiner nach eigenen Angaben aus Jux ausgesprochenen Drohung einen Grosseinsatz der Rettungskräfte ausgelöst.
Sowas wird dieser Junge garantiert nie mehr machen ... Ziel erreicht. Das erste Auto, Sauf-Ferien in Lloret und Malle werden jetzt wohl noch einige Zeit auf sich warten lassen. Obwohl ich sagen muss, dass es die Hälfte des Betrages auch getan hätte.
Dienstag, Dezember 16, 2008
"Der Bund" braucht keine Unterschriften ...
... sondern Abonnenten!
Würde jeder, der die unten verlinkte Online-Petition unterschrieben hat, auch ein Abo kaufen, würde es der Zeitung rasch besser gehen. Sobald die Sache aber etwas kostet, ist von der Unterstützung bald einmal nichts mehr zu sehen.
Egal - als Abonnent der Tageszeitung habe ich die Petition selbstverständlich auch unterzeichnet. Ich sehe aber schwarz - in 12 Monaten werden wir Berner nur noch vom deutlich farbigeren und reisserischen Käseblatt informiert werden.
Mit dem «Bund» hat der Grossraum Bern eine aussergewöhnliche Zeitung. Wir setzen uns dafür ein, dass sie im Strudel von Restrukturierungen und Sparmassnahmen nicht zerstückelt wird.“
Sonntag, Dezember 07, 2008
Das wichtigste Zitat zum 10. Dezember 2008
"Wählen tut das Parlament einen Bundesrat, nicht eine Partei, das ist immer so gewesen" — Christoph Blocher (1983)
Quelle: Maurer befürchtet Niederlage - Schweiz: Standard - bernerzeitung.ch
Donnerstag, Dezember 04, 2008
Wie die Finanzkrise Pensionskassen trifft
Vorbildlich, wie die Bernische Pensionskasse informiert, und dies so, dass es hoffentlich die Mehrheit der Leser auch versteht:
Bis Ende September sanken die Aktienwerte in der Schweiz um rund 20 Prozent, jene im Ausland um rund 25 Prozent. Die Vermögenswerte der BPK verloren in dieser Zeit 7,2 Prozent. Dadurch reduzierte sich der Deckungsgrad auf 94,1 Prozent.
Im Oktober erfolgten weltweit weitere Kursverluste mit entsprechenden Auswirkungen auf den Deckungsgrad.
Weil jedoch die jährlichen Einnahmen aus den Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträgen höher sind als die laufenden Ausgaben für die Rentenleistungen, kann die BPK ihren Verpflichtungen nachkommen, ohne auf das Vermögen zurückgreifen zu müssen. Anders gesagt: Die BPK ist nicht gezwungen, Teile ihres Vermögens kurzfristig zu tiefen Werten zu verkaufen und damit tatsächlich Verluste zu realisieren. Die Verwaltungskommission wird deshalb an der aktuellen Anlagestrategie festhalten und damit die Chance wahren, von einer langfristig zu erwartenden Erholung der Börsen und von steigenden Vermögen zu profitieren.
Quelle: Brief der BPK vom November 2008
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Montag, November 17, 2008
Steuerverwaltung Bern VoIPt!
Wundern Sie sich nicht, wenn Sie künftig eine/n Mitarbeitende/n der Steuerverwaltung direkt anrufen und auch für Biel, Burgdorf und Thun 031 6xx xx xx wählen müssen. Wir haben die Kreisverwaltungen in keiner Art und Weise zentralisiert, sondern diese lediglich an die zentrale Telefonieanlage in Bern angeschlossen. Neu telefoniert nämlich die gesamte Steuerverwaltung – zur Zeit noch ohne die Kreisverwaltung in Moutier – über vorhandene Datenleitungen mit Voice over IP (VoIP).
Dadurch ist es möglich, dass wir alle rund 300'000 Anrufe, die jährlich über die zentrale Nummer 0848 844 411 bei uns eintreffen, kostenlos – weil intern – an die Kreisverwaltungen weiterleiten können. Ein weiteres Plus: Alle Mitarbeitenden innerhalb der Steuerverwaltung telefonieren nun gebührenfrei.
Quelle: Mail von 10minuten@fin.be.ch vom 14. November 2008.
Und dann sagt man immer, wir Berner seien langsam. Bezüglich Informationstechnologie scheint die kantonalbernische Steuerverwaltung nicht auf die Nase gefallen zu sein - bereits mit der TaxMe CD als auch mit TaxMe online verfügen wir Berner über einfach zu bedienende Software, um unsere Steuern zeitsparend zu erfassen (wobei ich immer noch Bekannt haben, die lieber dem Papier vertrauen. Es könnte ja sein, dass die Software falsch rechnet und man 50 Rappen zu viel steuern zahlt - Skandal!)
PS: Nur die Bern-Jurassier fahren anscheinend noch ein Sonderzüglein ... Wen wunderts?
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Freitag, November 14, 2008
Ambulanz im Laupenamt: Alles bleibt wie es war!
Die Gemeinden Laupen, Neuenegg und Kriechenwil gehören weiterhin zum Einsatzgebiet der Sanitätspolizei Bern. Regierungsrat Philippe Perrenoud und Gemeinderat Stephan Hügli haben sich aber im Sinne der bestmöglichen Versorgung der Bevölkerung darauf geeinigt, dass die medizinische Erstversorgung weiterhin durch die Ambulanz- & Rettungsdienst Sense AG wahrgenommen wird.
Quelle: Medienmitteilung des Kantons Bern
Auso, geit ja! Immer diese Politiker ...
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Montag, November 10, 2008
James Bond: Quantum of Solace sucks!
Letzten Freitag war für mich doppelte Premiere: Einerseits war ich zum ersten Mal in den Pathé Kinos im Westside (der Ticket-Kontrolleur spricht tatsächlich französisch), andererseits habe ich zusammen mit dem Auten, Mr. B, Stewä und Ritchie den neuesten James Bond zu Gemüte geführt. Auf Grund einer kommunikationsbedingten Buchungspanne wurde Zgräsch von der Gruppe getrennt und musste sich sonst irgendwo im Kino platzieren.
Das Kino
Nun gut, zurück zum Film. Respektive zuerst zum Kinosaal: Alles picco-bello, ich komme garantiert wieder! Saal 10 ist wohl einer der grössten des Multiplex-Kinos. Besonders gefreut haben die Platzverhältnisse - da ich auf Grund anderer Verpflichtungen erst um 21.20 vor Ort eintraf (mit einem Karacho über den Landstuhl nach Niederwangen und Oberbottigen ins Westside - Park-Sektor K wird für den Kinobesuch empfohlen), mussten wir uns an den bereits sitzenden Zuschauern vorbeizwängen. Im Gegensatz zu Quinnie und Kitag musste aber niemand die Beine einziehen und ich stand nur ein einziges Mal jemandem auf den Fuss.
Weiteres Novum: Es gab keine Pause! Ist das nur bei James Bond so, oder hat man endlich die schweizerische Unsitte der "Wir unterbrechen den Film aus Konsum-Gründen und machen dem Regisseur mit seinem Kunstwerk einen wunderschönen Gefallen" abgeschwört? Es ist jedenfalls von Vorteil, wenn man sich vor Beginn der Vorstellung mit Glacé, M&Ms, Pop Corn und Getränken eindeckt.
Der Film
Jetzt, da bereits mehrere Tage vergangen sind, kriegt man ein klareres Bild vom Streifen (die negativen Facebook-Statusmeldungen sowie Kritik in der Online-Presse haben den Rest getan).
Handwerklich finde ich den Film eigentlich recht gut gemacht, wenn da unser Marc Forster nicht wie vom Teufel geritten auf diese schnellen Schnittwechsel in Actionsequenzen gesetzt hätte. Kein Zuschauer realisiert ab der schnellen Bildfolge, wer jetzt wo was wie macht - äusserst betrüblich, zumal uns ja mit Marc Forster für einmal Landsmann die James Bond-Kost vorsetzt. Herr Forster, ich bin zutiefst enttäuscht.
Es sei hierbei angemerkt, dass ich als Vertreter der Generation MTV das circa 10-minütige Intro von There Will Be Blood als Erlösung empfand: Kaum Schnittwechsel, kein gesprochenes Wort, nur musikalische Untermalung. In der hektischen Zeit, in der wir heute leben, sollten sich andere "Starregisseure" solche Konzeptionen zu Herzen nehmen.
Dann wäre da diese betrübliche Story. Wohl jedermann geht mit mir einig, dass bei diesem Drehbuch (streikbedingt?) wohl mal die Praktikanten ran durften.
Dass Kollege Mr. B. zwei Sitze neben mir zwischenzeitlich mit dem Schlaf kämpfte, verdeutlicht die traurige Tatsache. Dennoch möchte ich den Streifen nicht vollends in Stücke reissen. Grundsätzlich hat mir der Bond gefallen, weil die Gadgets für einmal keine Rolle spielten und sich auch Womanizer Bond mit Eroberungen zurückhielt. Der Film war sehr nüchtern - doch genau das ist wohl das Problem: Ich kann mich an keinen Höhepunkt erinnern! In normalen Bond-Streifen fiebert doch jeder Zuschauer auf das fulminante Finale im mit Hochtechnologie ausgestatteten Hauptquartier des Bösewichts. Das fehlt hier vollends (Böse Militär-Diktatoren in spe? Feuer? Hydrogen-Tanks? WTF?)
Dass mit den auf Ressourcen abzielenden Bösewicht und der weltweiten Verschwörung zwischen Geheimbünden, Wirtschaft und Politik immerhin aktuelle machtpolitische Motive Einzug gehalten haben, gefiel mir. Auch wenn so gleich wieder eine schwäche des Drehbuchs zum Vorschein kommt: Da wird Bond und seine Latina über der hunderte Quadratkilometer grosse Wüste abgeschossen, landet per Zufall in einer komischen Schlucht und findet nach 10 Minuten Fussmarsch den künstlichen untererirdischen See, den sonst noch keine Menschenseele entdeckt haben will. Selbstverständlich war diese drehbuchtechnisch brilliante Wendung nicht abzusehen, als Bond in das Flugzeug steigt und Richtung Wüste fliegt ...
Fazit zum Drehbuch: Der Film scheint nicht aus einem Guss, wüst zusammengefrickelt.
Über die Dauer des Streifens verliere ich kaum mehr ein Wort: 106 Minuten?! Da haben ja die Disney-Kinderfilme in der Adventszeit noch eine längere Laufzeit. Vor allem wenn man bedenkt, dass der Streifen 200 Millionen Dollar (soviel wie der damals teuerste Film aller Zeiten, Titanic - nicht inflationsbereinigt! - gekostet hat). Selten hat man in einem Bond soviel Kohle in so wenig Minuten verbuttert - und wohl noch nie fragt sich der Zuschauer nach dem Kinobesuch, wo zum Teufel das Geld schlussendlich hinfloss?!
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Sonntag, November 09, 2008
Gut durchmischter Gemeinderat
Der Gemeinderat von Meikirch sieht folgendermassen aus: Anna Benker (EVP, 397 Stimmen), Kurt Wenger (SVP, 632), Hanspeter Salvisberg (SVP, 234), Peter Friedrich (SP, 613), Florian Künti (SP, 260), Tarzisius Lipp (FDP, 691), Niklaus Etter (M.M., 651).
Quelle: Meikirch: SP gewinnt auf Kosten der SVP - Region - bernerzeitung.ch
2 SVP, 2 SP, 1 FDP, 1 EVP, 1 "M.M." ... Wieso nur hält die SVP in Neuenegg auch in der kommenden Legislatur das absolute Mehr an Sitzen (4 von 7)? Frei nach liberaler Auffassung sollte das Meikircher Konkurrenz-Modell ja zu deutlich besserer Politik führen ...
Mittwoch, Oktober 22, 2008
Danke, Grosser Rat!
Das Problem ist beim sogenannten «Harmonisierungsfaktor» zu suchen. Dieser müsste regelmässig dem Mittel der Steueranlagen aller Gemeinden angepasst werden, damit er zu korrekten Ergebnissen führt. Der Grosse Rat legte aber mehr Wert auf die Berechenbarkeit der Ausgleichszahlungen und bestimmte, dass der Wert von 2001 auch für die kommenden Jahre gelten soll. Damals lag das «gewogene Mittel» der Steueranlagen bei 2,4. Heute beträgt dieser Wert ungefähr 1,6. Dies führt zu einer «Überdehnung» des Finanzausgleichs, hält Ecoplan fest: Die Steuerkraft sehr armer Gemeinden wird im Vergleich «zu tief» eingestuft. In der Folge überholen sie dank überhöhten Ausgleichszahlungen andere Gemeinden, die von Haus aus bessergestellt sind.
Quelle: Bern: Die Ärmsten überholen die Armen - News Region: Bern & Region - bernerzeitung.ch
Dienstag, Oktober 21, 2008
Fahrschüler: Durchfall-Gerücht
Dieses "Gerücht" gab es schon 1999, als ich meine Autoprüfung mit Ach und Krach erfolgreich absolvierte:
Man hört es immer wieder: Ende Monat sei es aus statistischen Gründen zuweilen aussichtslos, die Autofahrprüfung zu bestehen. Müssen Experten tatsächlich einen bestimmten Prozentsatz ihrer Prüflinge durchfallen lassen?
Quelle: Bern: Lassen Experten Fahrschüler absichtlich durchfallen? - Region - bernerzeitung.ch
Samstag, Oktober 11, 2008
Rechtscheibefehler
Schreck für die Arbeiter im Gebäude des Interdiscount-Lagers in Bümpliz: Kurz nach 9 Uhr ertönte ein lauter Knall und es entwickelte sich heftiger Rauch. Gleichzeitig viel der Strom im Westside und im Gebiet Winterhalde in Bümpliz aus.
Quelle: Bern: Stromausfall im Westside - News Region: Bern & Region - Bernerzeitung.ch
Zuerst machten sie Stunk im «No Name Club», dann verprügelten sie auf dem Parkplatz den Geschäftsführer. Die Polizei sucht drei junge Münner.
Quelle: Zollikofen: Clubbesitzer verprügelt - News Region: Bern & Region - Bernerzeitung.ch
Dann doch lieber Gemeiderat, liebe BernerZeitung ...
Mittwoch, Oktober 08, 2008
Wieso wird das Westside in Brünnen kein Flop?
Mussi poltert (wie üblich):
Wieso wird das Westside in Brünnen ein Flop?
Die Anzahl der Parkplätze ist beschränkt. Wer will dorthin, wenn er es nicht mit dem Auto kann?
Quelle: Wieso wird das Westside in Brünnen ein Flop? | Snoop InfoSystems
Einspruch! Das Westside wird keinen Flop, weil es sich nicht um eine normale Shopping-Meile handelt wie bspw. ...
- Wankdorf
- Lyssach
- Shoppyland
Viel eher lädt das Westside dazu ein, dort Zeit - besser: Freizeit - zu verbringen. Und zwar im hauseigenen Schwimmbad, der Wellness-Zone mit Massage und Saunas oder aber dem Kino (und, weil ich gerade von einem Hungergefühl genötigt werde: Einer Ramen-Bar!). Einzig vermisse ich derzeit noch einen angesagten Club à la Wankdorf Club vor Ort - dann wäre der Pilgerort perfekt.
Zurück zum Thema: Grossmärkte wie Carrefour, Media Markt, IKEA etc. sucht man in Brünnen vergebens. Da ich aus Brünnen somit keine sperrigen Möbelstücke und Flachbildschirme mit nach Hause schleppen kann/muss, ist die geringe Zahl an Parkplätzen kein Kriterium.
Im Gegenteil, die Erschliessung mit Eisenbahn und Bus ist aus meiner Sicht sehr gelungen (im Gegensatz zu Bahn-Bus Lyssach oder dem RBS-bummligeren Schönbühl).
Zur Eröffnung morgen werde ich auf jeden Fall per Zug via Bern anreisen, um den verstopften Strassen zu umgehen. (Selbstverständlich kann es aber sein, dass ich in Zukunft dennoch hie und da mit dem Auto von Neuenegg via Niederwangen-Oberbottigen nach Brünnen vorstossen werde).
Labels: Bern, Oeffentlicher Verkehr, Verkehr, Wirtschaft
Dienstag, September 30, 2008
Weshalb es in Bern keine Nachtzüge wie in Zürich gibt
Das ÖV-Angebot im ganzen Kanton Bern wird aus der Kantonskasse finanziert. Die Fahrzeiten sind in der sogenannten Angebotsverordnung geregelt. Damit Bernmobil länger fahren darf, muss diese Verordnung geändert werden.
Quelle: Bern: Bernmobil will bis um 1 Uhr fahren - News Region: Bern & Region - Bernerzeitung.ch
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Mittwoch, August 27, 2008
Bolliger Ortsplanungsrevision zerpflückt
Bolligen soll wachsen, 7,3 Hektaren neues Bauland wollte die Gemeinde einzonen. Doch die Stimmberechtigten waren nur zu einem kleinen Teil einverstanden. In 14 Gebieten sollte in den nächsten Jahren gebaut werden dürfen. 7 mal sagte die Gemeindeversammlung ja, 7 mal nein. Besonders schmerzhaft für die Planer: Die Stimmberechtigten lehnten auch die beiden grössten Areale ab, Rörswil und Gässliacher.
Quelle: Bolligen: Wie viel Bauland ist nötig? - News Region: Bern - Bernerzeitung.ch
Gratulation an die Stimmbürger von Bolligen - ich nehme nicht an, dass in der Regel gleich ein Viertel des Stimmvolkes aufmarschiert. Auch kann ich mit dem Gedanken anfreunden, dass die Einwohner entgegen den Planern der Gemeinde von "mehr Wachstum" abgeschwört haben ...
Ein Vorgeschmack auf das, was Neuenegg auch bevorsteht?
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Mittwoch, August 20, 2008
Der umtriebige Philippe Müller (FDP)
Stadtrat Philippe Müller (hässliche Web-Site, notabene!), und was er von den stadtbernischen Sozialhilfe-Mitarbeiterinnen zu hören kriegte:
"Herr Müller, Sie haben manchmal komische Vorstellungen. Möchten Sie nicht ein Praktikum machen bei uns?"
Quelle: BernerZeitung, 20. August 2008, "Wie um die Einsicht in Dossiers diskutiert wurde" S. 23.
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Mittwoch, August 20, 2008
Pöhse, pöhse Bottelónes!
Ein solcher Ernstfall liegt für Tschäppät offenbar vor: Es sei unbestritten, dass Massenbesäufnisse zu Krawall, Lärm und grossen Abfallbergen führten, sagte er.
Super Lexu! Was anderes als ein Massenbesäufnis war denn die Euro08? Ich glaube jedenfalls nicht, dass selbst mit einem Giga-Mega-Macro-Botellón jemals 1 Promille Alkohol in der Luft gemessen würden ...
Dienstag, August 19, 2008
Jetzt wird die bernische Steuererklärung voll digital
Belege elektronisch einreichen/anzeigen
Nachträglich von der Steuerverwaltung eingeforderte Belege können neu einfach und praktisch via TaxMe-Portal elektronisch eingereicht werden. Die elektronisch eingereichten Belege werden unter «Meine Veranlagung» in der Rubrik «Elektronische Belege» angezeigt.
Quelle: Mail "10 Minuten - aktuelles aus Ihrer Steuerverwaltung" vom 15. August 2008.
Na endlich! Seit wir auf der Arbeit einen Farblaserkopierer haben, der Vorlagen auch "nur" einscannt und einem als PDF mailt, digitalisiere ich mit diesem Ding fast jeden Bürokram, der auf der Arbeit anfällt (von Hand auszufüllende Formulare, aber auch Notizen von Sitzungen etc.) Somit könnte ich in Zukunft auch Belege in PDFs scannen und so bei der Steuerverwaltung einreichen.
(Was mich jetzt Wunder nähme: Welches Dokumenten-Management-System läuft bei der Steuerverwaltung in Bern?)
Donnerstag, August 14, 2008
Bernburger im Scheinwerferlicht der Geschichte
Dieses Buch tönt - trotz seinen 700 Seiten - eine spannende Lektüre zu werden. Wahrscheinlich nicht wirklich zur Freude der Bernburger:
Rieders Buch ist die erste umfassende Untersuchung über Berns Burgergemeinde im 19. und 20. Jahrhundert. «Weil die Burger die Wurzeln ihrer Macht und ihres Reichtums ausblenden und ihre Geschichte nicht selber untersuchen, tue ich das jetzt halt als Aussenstehende. Ich wollte verstehen, wie das funktionieren kann», sagt Katrin Rieder im Gespräch. Sie verstösst mit ihrem Buch gegen den eher nostalgischen, burgerfreundlichen Konsens in der Berner Geschichtsschreibung. So ist es nicht weiter erstaunlich, dass die Burger Rieders Buch die finanzielle Unterstützung versagten – und dass Rieder keinen Job in den burgerlich geprägten historischen Berner Institutionen innehat. Sie arbeitet bei der Kulturstiftung Pro Helvetia in Zürich.
Quelle: Bern: Buch enthüllt Nazi-Freundlichkeit der Berner Burger - News Region: Bern - Espace
Katrin Rieder wird damit über Nacht zur Persona non grata in Berns ehrwürdigem, gutbürgerlichen Zirkel geworden sein ...
In der Tat zeigt sie auf, wie die Burger geschickt geschäfteten (es braucht bei jedem Deal immer zwei: Einer, der den anderen über's Ohr haut, und einen, der sich über's Ohr hauen lässt!):
Im Güterausscheidungsvertrag zwischen Einwohner- und Burgergemeinde Bern erhält die Stadt 1854 die Gebäude, die Kosten verursachen. Die Burgergemeinde aber behält unüberbautes Land, das 40 Jahre später, beim Wachstum der Stadt, zu lukrativem Bauland wird, das bis heute Baurechtszinsen abwirft. Der historische Deal, der schon damals von liberalen Politikern als ungerecht kritisiert wurde, ist der Grundstein des heutigen Burgerreichtums.
Da sehe ich spontan parallelen zur "ent-sowjetisierung" Russlands Anfangs der Neunziger. Wer konnte, riss sich damals mit mehr oder weniger dubiosen Methoden Staatsunternehmen zu Spottpreisen unter den Nagel, um innert weniger Jahre zum Milliardär zu werden.
Rieders These:
Rieders Fazit: «Die Burger sicherten ihre alte Macht und ihr Überleben mit moderner ökonomischer Gewinnpolitik.»
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Freitag, Juli 11, 2008
Sozialhilfebetrug: Irgendwie logisch
Den Vorwurf der Widerhandlungen gegen das Sozialhilfegesetz liess das Gericht jedoch fallen. Der Mann habe sich nicht von der Sozialhilfe abmelden können mit der Begründung, seine Drogengeschäfte reichten für den Lebensunterhalt aus. Sonst hätte er sich selber damit belastet. Der Iraner soll 95\'000 Franken erschlichen haben.
Quelle: Berner Sozialhilfebezüger verurteilt – nicht wegen BMW (Schweiz, NZZ Online)
In dieser Hinsicht auch lesenswert: Paradoxe Drogengewinne
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Donnerstag, Juli 03, 2008
Gratulation, Schwesterherz!
5.4er-Abschluss - damit hast du es allen Zweiflern gezeigt. Herzliche Gratulation!
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Mittwoch, Juli 02, 2008
Der wärmste Grand Prix von Bern der Geschichte
Ich nehme das Wort Klimawandel aber gar nicht erst in den Mund ... Hoppla!
Rekordtemperaturen herrschten am diesjährigen Grand-Prix von Bern! Das Thermometer kletterte auf über 27 Grad in den Altstadtgassen. [...] Dass im Jahr 2008 der wärmste Grand-Prix der Geschichte statt gefunden hat zeigt auch ein Vergleich der Finisher mit einer Laufzeit unter einer Stunde. Noch nie sind so wenige TeilnehmerInnen den GP unter 60 Miunten gelaufen!
Quelle: Mail von Grand-Prix von Bern vom 14. Mai 2008.
Sonntag, Juni 29, 2008
1 Promille Alkohol - in der Luft!
Über dem Bundesplatz soll während eines Holland-Spiels in der Luft ein Alkoholgehalt von über 1 Promille gemessen worden sein, ein Wert, mit dem man längst nicht mehr Auto fahren dürfte. Steht das nicht im Widerspruch zu einem Sportanlass?
Quelle: «Gastfreundschaft fand Anerkennung» (Sport, Aktuell, NZZ Online)
Montag, Juni 16, 2008
Als die SVP noch zur Konkordanz stand
Wir verfolgen höhere Ziele. Unsere Politik muß getragen sein von Großzügigkeit und Weitsichtigkeit. Wir wollen nicht vergessen, dass nicht wir allein den Staat ausmachen, sondern daß unser Staatswesen sich aus den verschiedensten Gruppen zusammensetzt. Alle diese Gruppen haben ihre Existenzberechtigung. Es ist eine soziale Forderung, dass einjeder Beruf denjenigen, welcher ihn betreibt, samt seiner Familie erhält, vorausgesetzt, daß dieser Berufrichtig betrieben wird. Dieses Recht wollen wir jederzeit für alle Stände anerkennen, [...]
Quelle: Rudolf Minger an der Gründungsversammlung der Bernischen Bauern- und Bürgerpartei vom 28. September 1918.
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Montag, Juni 16, 2008
Die Geschichte der Schweizerischen Volkspartei wiederholt sich
Irgendwie ist man die Strömungen in der BGB, später SVP nie richtig losgeworden:
Vorerst muß Klarheit darüber herrschen, was es heißen will, politisch eine selbständige Partei zu sein. Das bedeutet die vollständige Loslösung sowohl von der freisinnigen als auch von der konservativen Partei. Bis heute hatten wir in unsern eigenen Reihen bekanntlich zwei politische Strömungen. Die neue Partei muß in erster Linie dazu berufen sein, diese Gegensätze auszugleichen, und es sollte dies meines Erachtens nicht schwer fallen, indem uns Bauern auf der ganzen Linie das gleiche Interesse vereinigt.
Quelle: Rudolf Minger an der Gründungsversammlung der Bernischen Bauern- und Bürgerpartei vom 28. September 1918.
[...] Wir müssen darauf gefaßt sein, daß dieser Feldzug noch nicht beendigt sein wird und daß man ganz besonders versuchen wird, unsern politischen Kurs zu beeinflussen. Sorgen wir deshalb vor, daß wir dieser Gefahr gewachsen sind. Eine ähnliche Gefahr droht uns aber auch aus dem konservativen Lager. Die bisherige konservative Partei hat bis jetzt hauptsächlich Oppositionspolitik getrieben, indem es ihr, als Minderheitspartei, nicht möglich war, ihren politischen Auffassungen zum Durchbruch zu verhelfen. Nun ist auch hier die Wahrscheinlichkeit groß, und verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, daß man längst gehegte Wünsche und Pläne vermittelst unserer jungen Partei verwirklichen möchte.
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Sonntag, Juni 15, 2008
Ein einig Volk von Fussball-Opportunisten
Freitag, 13. Juni 2008, 18:58 Uhr. Gerade fährt die S1 nach Bern in den Bahnhof Thörishaus Dorf ein. Ich steige in den überfüllten Zug ein und suche mir ein Sitzplätzchen. In vielen Abteilen sitzt mindestens eine Person, die sich orange gekleidet hat. "Wohl direkt aus dem Oranje Dorp in Flamatt", sage ich mir und setze mich in eines der wenigen noch freien Zweierabteile.
Als der Zug abfährt, wird das Gejohle und Gehupe der angeheiterten Fans wieder lauter. Ich beobachte die Holländer in einem Sechser-Abteil vor mir, die neue Bierflaschen hervorgezaubert haben und sich nun zuprosten. Wenige Sekunden später muss ich realisieren, dass die sechs Jungspunde Seislerdeutsch miteinander sprechen.
Je mehr ich die vermeintlichen Holländer im Zug mustere, desto mehr dämmert es mir, dass sich ein nicht unbedeutender Teil der Oranje-Fans als bodenständige Schweizer herausstellen werden. Von den Originalen kaum zu unterscheiden. Es brauchte nur gerade zwei Matches unserer ach so erfolgreichen Nati, und die halbe Schweiz ist freiwillig zu den Niederländern übergelaufen.
In Bern steige ich aus und begebe mich Richtung der Fanmeile am Waisenhausplatz. Mit einem weissen Fussball-Trikot, auf dem eine von weit sichtbare 10 prangt. In grossen Lettern steht "Zidane" auf dem Rücken.
Wieder einmal, so wird sich am Ende des Abends herausstellen, habe ich auf die falsche Mannschaft gesetzt. Aber das Ganze ist nicht so schlimm, schliesslich habe ich das Trikot nur meinem am Greenfield weilenden Bruder ausgelehnt, um zusammen mit Kollege Zgräsch in einem uniformen Look daherzukommen. Im Innern habe ich hingegen auf einen Sieg der Niederländer gehofft. Schliesslich bringen diese Jungs gehörig Stimmung in die Stadt.
Sonntag, Juni 15, 2008
Der bernische Scheff Schissi hat versagt
Wüste und unappetitliche Szenen gab es entgegen Medienberichten letzten Freitag eben doch in Bern. Für die Bleus selbstverständlich auf dem Fussballfeld im Wankdorf (4:1 - "Adieu les Bleus!"), doch für die Besucher der Public Viewings auch in der Innenstadt. Es herrschte nämlich Toiletten-Notstand.
Keine Ahnung, wer für besagten Abend die Vorbereitungen bezüglich sanitären Einrichtungen orchestriert hatte. Fakt war: Zu wenig Toiletten, zu viele Besucher und eindeutig zu viel Bier.
Da es in der Innenstadt aus mir unerklärlichen Gründen an offenen Pissoirs fehlte, gestaltete sich das Anstehen zu einer Geduldsprobe - insbesondere für Männer. Kein Wunder, dass unser Geschlecht überall hinschiffte; nur nicht dort, wo es eigentlich vorgesehen war. Nachfolgend ein Erinnerungsbericht über den Weg von mir und Kollege Zgräsch während der Halbzeit des Matches, ausgehend vom Lorenzini hin zur Perry-Bar (auf Grund des Trubels auf dem Kornhausplatz mussten wir einen längeren Umweg über die Brunngasshalde in Kauf nehmen).
Die Notdurft wird überall errichtet
Da sah man beispielsweise einen Jugendlichen, der seine Notdurft noch bevor dem Eindunkeln an die Wand des Kioskes an der Zytglogge verrichtete - gekrümmt stand er auf einer Kiste unter dem Vordächli, hielt sein Pfiffli irgendwie in der Hand und gab "Wasser Marsch!" zum Besten. Schön gedeckt von seinen einen Halbkreis bildenden Kollegen.
Einen Meter weiter bildete sich eine lange Schlange vor den Pissoirs an der Zytglogge. Sichtlich angeheiterte Seisler rissen eine Zote nach der anderen, doch man kam in der Schlange kaum vorwärts (von der anderen Seite her dasselbe Bild). Als ich so weit vorgerückt war, dass ich in die Nähe des penetranten Urin-Gestankes kam, sah ich angewiedert, wie sich im abgesenkten Boden der Pissoirs ein See gebildet hatte, der jede Minute über die Pflastersteine auf die Strasse zu schwappen drohte. Wahrscheinlich hatte ein unachtsamer Zeitgenosse den Ablauf mit Abfall verstopft ...
Als wir in die Brunngasse einbogen, sahen wir nach wenigen Metern einen Oranje, der ein eingetopftes Bäumchen bewässerte, während Passanten an ihm vorbeischlenderten. Zwei, drei Häuser später jagte ein Berner, dessen Funktion mir nicht ganz klar war und immer noch ist, zwei Holänder um einen Brunnen herum, weil diese an die Häuserwand pinkeln wollten. Er wies die Gäste an, doch bitte in den am Boden eingelassenen gitternen Ablauf am anderen Ende des Brunnen zu schiffen.
Nachdem wir die Brunngasshalde durch die Treppe am Ende der Brunngasse erreicht hatten und einige Meter Richtung Kornhausbrücke gegangen waren, sahen wir am Boden plötzlich ein Rinnsal auf die Strasse plätschern. Als wir unsere Blicke nach links, der Herkunft der Urinströme, lenkten, sahen wir hinter einem tschechischen Wohnmobil zum ersten Mal auch weibliche Geschöpfe, die ganz hinten an der Wand kauerten und mit den Jeans in den Knien ihre Notdurft verrichteten. Die Kollegin, die auf dem Trottoir die Stellung hielt, beschwerte sich über unsere Blicke während ihre Kolleginnen vor sich hinglucksten und eine Gaudi zu haben schienen.
Hatte man den Leopard II passiert, kam einem erneut ein pisseliger Geruch entgegen - Richtung Kornhaus schauend hatte man linkerhand an die Französische Kirche angelehnt eine Toiletten-Meile eingerichtet. Vis-a-vis davon standen gut bevölkerte Sauf- und Fressstände von Hotel Bern & Co. (TV, Bier, Bratwürste und Toiletten innerhalb von 10 Meter - was braucht der Mensch mehr?). Ich frage mich bis heute, wie man in dieser geruchsbetonten Umgebung während 105 Minuten einen Match verfolgen konnte.
Noch bevor wir auf dem Platz vor der Perry-Bar angekommen waren, sahen wir kurz nach den Toilettenhäuschen ein halbes Dutzend Männer, welches in der einbrechenden Dunkelheit seine Notdurft an der Wand der Französischen Kirche verrichtete. Nur wenige Meter daneben stand ein Polizist, der mit dem Rücken zu ihnen das Treiben auf dem Platz überwachte.
Schlussfolgerungen
Meine Frage: Dass an diesem Abend die Stadt von einer Unmenge an Fans bevölkert sein würde war lange zuvor klar, so klar jedenfalls, dass die Gastronomie-Betriebe befürchteten, dass das Bier ausgehen könnte.
Anscheinend hat man nicht überlegt, dass wenn sogar das Bier auszugehen droht, auch proportional mehr Urin die Aare und Altstadt herunterfliessen könnte. Mir will es nicht in den Kopf, dass man an diesem Abend zwar weitere Hektoliter Bier organisieren und zusätzliche Leinwände aufstellen konnte, die Toiletteninfrastruktur aber anscheinend nicht ausbaubar war.
Scheff Schissi in Bern, Sie haben versagt!
Labels: Bern, Euro08, Sicherheit, Toilette
Freitag, Juni 13, 2008
Zeitvertrieb
Viele Fans verbringen die Zeit bis zum Spiel mit Biertrinken.
Quelle: Bern rechnet mit mehr als 100'000 Fans - Euro 08 - Tages-Anzeiger
Dienstag, Juni 10, 2008
Am Freitag ist in Bern die orange Hölle los
Egal, woher ich die Zahlengrundlage habe - sie spiegeln wohl das Bild vieler Campingplätze und Dörfer im Kanton Bern wider.
Was lernen wir daraus? Am 13. Juni 2008 peakt die Oranje-Flut. Wer das Gefühl hatte, der gestrige Abend sei nicht mehr zu schlagen, sollte sich auf Freitag für eine Ersatzleber und -ohren umsehen.
Eins ist auf alle Fälle klar: Am Freitag findet man meine Wenigkeit mitten in Bern. Getarnt als Heineken-trinkender Niederländer.
Labels: Bern, Euro08, Ferien, Fussball, Gäste, Holland, Niederlande
Montag, Juni 09, 2008
Klompen-Bomber mähen die Azzuri nieder
Wer hätte das gedacht - da komme ich nach 21 Uhr bei uns im Dorf im Public Viewing an, um zugleich von einem ohrenbetäubenden Gejohle eingedeckt zu werden: Zwei zu Null! Aber nicht etwa für die Azzuri (ich habe zwar ohne eine Ahnung von Fussball zu haben den Italienern eine deutliche Siegeschance zugerechnet), sondern die oranje Klompen-Bomber, die heute dem von mir anlässlich der Terrorgefahr vergebenen Namen wortwörtlich alle Ehre machen: Der italienische Torhüter wird "zugebombt" und muss schlussendlich mit drei Kuckuckseiern im Nest vom Spielfeld trotten.
Wenn man bedenkt, dass heute auch die Rumänen den Franzosen ein Pünktchen abgetrotzt haben (oder gar zwei, je nach Sichtweise), kann man froher Hoffnung sein, dass es heuer eine Euro der Überraschungen geben könnte. Lustige Konsequenz: Heute ist wohl fast jeder selbsternannte Tippkönig und Fussballversteher zum Bettler geworden.
Andererseits: Die Schweizer und Österreicher sind die traurigen Ausnahmen, die die Regel bestätigen ... bei den Gastgebern läuft alles in gewohnten Bahnen. Wieso immer wir? Rot-weiss ist nichts für die EM 2008.
Egal, ab sofort bemühe ich mich um eine Patenschaft für eine oranje Blondine, damit ich garantiert auch nach dem 15. Juni weiterfeiern kann. Da Bern mittlerweile fest in der Hand von Heineken und der Klompen ist, bleibt uns nichts anderes übrig, als uns schleunigst mit der Besatzungsmacht verbrüdern und die daraus entstehenden Vorteile zu geniessen: Offenheit, ausgefallene Stimmung, Klompen, lustige Sprache - Heineken. Mal ehrlich: In unserem Innersten sind wir auch ein wenig Holländer! Elender Opportunist, der ich da bin ...
Und zum Schluss noch dies: Man munkelt, dass das niederländische Parlament morgen Marco van Basten zum Nationalhelden erklärt.
Samstag, Juni 07, 2008
Noch 5 Stunden ...
... bis wir unseren ersten Match verlieren!
(Um meine prophetischen Fähigkeiten noch zu steigern, sollte ich vielleicht besser sagen: ... bis wir unseren ersten Match garantiert nicht gewinnen! Damit würde ein Unentschieden auch noch durchgehen.)
Dienstag, Juni 03, 2008
Bye bye, NSVP
Für eine SVPlerin redet Frau Panayides äusserst verschachtelt:
Panayides steht nicht auf der Seite der Antragsteller: «Ich gehe davon aus, es sei allen bewusst, dass die Politologen es richtig sehen, wenn sie einer neuen Partei oder einer Abspaltung keine Zukunft voraussagen», erklärte sie.
Quelle: Rascher Entscheid bei der Berner SVP - Schweiz - Tages-Anzeiger
Aber selbstverständlich gebe ich ihr im Kern Recht - die Überlebenschancen der NSVP sind längerfristig minim. Die derzeitigen bernischen Partei-Exponenten, die ihr Amt bereits innehaben (Bundesrat, Nationalrat, Regierungsrat), können mit der Separation von der Alma Mater aber sicherlich kurzfristig Punkte bis weit in die Mitte hinein sammeln und sich ihre allfällige Wiederwahl sichern. Ohne Nachwuchs wird diese Partei aber rasch aussterben.
Wieso man sich nicht einfach der FDP anschliesst, habe ich bis heute nicht begriffen (etwas in dieser Richtung habe ich hier im Oktober 2007 vorgeschlagen).
Dienstag, Juni 03, 2008
Das Bärenparking ging die Aare runter
Im Windschatten der erfolglosen Initiativen auf Bundesebene gab es ja noch das Bärenparking, das die Innenstadt den Automobilisten von der anderen Seite her hätte erschliessen sollen (Zugegeben: Als gelegentlicher Autofahrer habe ich mich auch schon über die wenigen Parkplätze am Klösterlistutz enerviert, muss mir im Eifer des Gefechts dann aber immer wieder die andere, rot-grüne Sichtweise vor Augen halten)
Ich erlaube es mir, nachfolgend den letzten Satz des Leitartikels von Beat Ott zur Abstimmung über das Bärenparking im Bund wiederzugeben, der da lautete:
[...] die Migros Marktgasse ist die umsatzstärkste Migros-Filiale in Bern, auch wenn sie keinen einzigen Parkplatz anbietet. Das Bärenarking ist also kein Übel, das notwendig wäre.
Mehr muss dazu wohl kaum gesagt werden. Guet Nacht!
Donnerstag, Mai 29, 2008
Blog-Erinnerungen
think eMeidi - fast hätte ich das dreijährige Jubiläum vergessen. Seit Mai 2005 up and blogging!
Hier als Beispiel ein kleines Schmankerl aus dem Juli 2006:
Wer also diesen Samstag nach 19 Uhr zwei Deppen ihre zusammengeketteten Fahrrädern durch Muri und Wittigkofen stossen sah - das wären dann wohl wir gewesen ...
Quelle: think eMeidi: Nachmittag an der Aare im Muribad
Labels: Bern, Blogosphäre, Funny
Dienstag, Mai 27, 2008
Folgt auf ePUB das Chaos?
So mancher Studierender hat in den letzten Jahren wohl für eine Erlösung vom unausgereiften und übereilt eingeführten elektronischen Prüfungsadministrationsprogramm ePUB gebetet (das unikumberichtete). Und siehe da: Die Studierenden werden erhört. Das Zentrum Lehre hat bei den Informatikdiensten das Projekt «Kernsystem Lehre», kurz KSL, in Auftrag gegeben. Es soll die verschiedenen Informatiklösungen des Zentrums Lehre wie das ePUB und das veraltete elektronische Vorlesungsverzeichnis eVUB zu einem System zusammenfassen. Die Hörraumverwaltung soll ebenfalls über das neue Tool laufen. Zusätzlich soll das KSL über eine Schnittstelle zur Studierendenverwaltung und möglicherweise zur Lernplattform ILIAS verfügen. Kurz: Anstatt des bisheri-gen Programm-Wirrwarrs neu nur noch ein System für alle Abläufe, die irgendwie mit der Lehre an der Uni Bern zu tun haben. «Das KSL wird den Studierenden, aber auch dem Zentrum Lehre vieles erleich-tern», sagt Schwab-Bertelletto. Auch beim Personalaufwand sind laut Schwab Einspa-rungen möglich: «Der Support des KSL wird nicht so aufwändig sein wie derjenige des ePUB.» Die Studierenden und Dozierenden müssen sich aber noch etwas gedul-den: Die Inbetriebnahme wird frühestens 2010 abgeschlossen sein. Offensichtlich hat man aus den Fehlern bei der Einfüh-rung von ePUB gelernt: Das neue System soll nicht unter Zeitdruck entstehen.
Quelle: unikum, April 2008, "Keine Spur von gähnender Lehre", S. 7.
Na dann Feierabend. Aus der Sicht eines Software-Entwicklers im Web-Bereich tönt dies ganz klar nach eierlegender Wollmilchsau, unendlichen Verzögerungen und einem klassischen Death March.
Labels: Bern, Programmierung, Software, Universität
Dienstag, Mai 27, 2008
Unser Netz reicht bis Ouagadougou.
Dank Melä weiss ich seit einigen Jahren, was Ouagadougou (Kurzform der Einheimischen: Ouaga) ist und wo es sich befindet (Burkina Faso).
(Werbung von Bernmobil)
Labels: Afrika, Bern, Oeffentlicher Verkehr, Werbung
Montag, Mai 12, 2008
Blackbox Berner SVP
Wer heute im Kanton Bern eine SVP-Liste in die Wahlurne wirft, weiss nicht, was unten herauskommt. Es können Politiker sein, die auf der konsequent liberalen Linie der schweizerischen Partei marschieren; es können aber auch Etatisten sein, Fiskalisten, Postenjäger, subventionssüchtige Bauern und dergleichen; oder es kann eine Politikerin sein, die ungeniert gegen die eigene Fraktion polemisiert. Wo "SVP Kanton Bern" draufsteht, ist nicht nur SVP drin, sondern auch das Gegenteil.
Quelle: Die Weltwoche, 19/2008, "Von Murten den Mut", S. 9.
Montag, Mai 12, 2008
Grand-Prix von Bern 2008: Die Laufzeiten der Jungs
Auf vielfachen Wunsch publiziere ich hier noch die Laufzeiten der Jungs (und des Mädels, das sie alle in den Schatten gestellt hat):
| Nummer | Name | 5km | 10km | Ziel | Rang | Rang Kat. |
| 6368 | Pearson | 00:22:16 | 00:47:24 | 01:16:42 | 187 | 47 |
| 6449 | Schmid, Fabian | 00:21:43 | 00:46:44 | 01:18:49 | 2898 | 488 |
| 10478 | Schmid, Raphael | 00:23:11 | 00:49:13 | 01:20:51 | 3547 | 584 |
| 7508 | Sedlacek | 00:23:05 | 00:50:40 | 01:22:57 | 4180 | 682 |
| 15468 | Schmid, Oliver | 00:23:28 | 00:50:15 | 01:23:51 | 4462 | 1293 |
| 6315 | Malke | 00:21:43 | 00:49:25 | 01:24:08 | 4542 | 731 |
| 5632 | Zgraggen | - | - | - | - | - |
Irgendwie war niemand sonderlich überrascht, als dr Aut am Samstag-Nachmittag seinen Rückzug aus dem Läuferfeld bekannt gab. Wir verzichteten am Abend dann darauf, ihn die Strecke im Dunkeln laufen zu lassen ... Aber der Grand-Prix von Bern 2009 kommt bestimmt.
Um die Berichterstattung für dieses Jahr zu schliessen, entlehne ich Smythes Gebrüll beim Zieleinlauf, das er Fäbi an den Kopf schleuderte:
NIEMEH!!!
Sonntag, Mai 11, 2008
Zu den Anfängen der SP Flamatt
Ach, was waren das damals noch für Zeiten! 1928, die Zeit der Partei- und Religionspresse, des Klassenkampfes. Illustrativ sieht man hier, wie die Medien viel klarer Stellung bezogen (gemäss ihrem Auftrag an das deutlich homogenere Zielpublikum) und klare Vorstellungen hatten, wie die Elite auf die rote Gefahr reagieren sollte.
Liest man solche Texte aus heutiger Warte, so ist frappant, wie gross die Angst der katholischen Oberschicht in Fribourg war, ihre Pfründe an jüngere politische Strömungen zu verlieren. Rückblickend kann man sagen: Die Sorge war berechtigt. Die Kantonsgrenzen wurden niedergerissen, die Religionszugehörigkeit spielte irgendwann einmal kaum mehr eine Rolle und der wirtschaftliche Aufschwung erreichte den armen Kanton dann auch bald einmal (wenn auch mit deutlicher Verzögerung).
Aber eben, hätte man sich früher und intensiver mit den Bedürfnissen und Sorgen der "Proletarier" auseinandergesetzt, wäre die "rote Infiltration" wohl kaum auf einen solch fruchtbaren Boden gefallen.
Doch lest selbst:
Die rote Infiltration
Wie der "Berner Tagwacht" zu entnehmen ist, haben Genossen aus Murten und Neuenegg in letzter Zeit zu zwei Malen einige Arbeiter in Flamatt besucht und bei der 2. Visite auch gerade einen sozialistischen Nationalrat als Referenten mitgebracht. Diesem Aufgebot des [...] Generalstäblers und treu ergebener Mitläufer gelang dann die Gründung eines sozialistischen Arbeitervereins. Bis zu den Nationalratswahlen wird die Begeisterung jedenfalls langen und die Besuche werden nicht fehlen. Mit der Zeit werden dann aber die Arbeiter in Flamatt wohl selber einsehen, welch grosses Glück ihnen nun durch die Erkenntnis des Sozialismus beschieden ist! Die Korrespondenz sagt nicht, ob es sich um katholische Arbeiter handelt oder nicht. Falls sich Katholiken und positiv denkende Protestanten durch die Phrasen des roten Nationalrates betören liessen - die anderen Parteien wurden wohlweislich nicht eingeladen - so darf der Versuch, die Leute wieder aus der sozialistischen Organisation herauszuholen, nicht unterlassen werden. Bei solchen, die sich um den Erlass der Bischöfe in Sachen der sozialistischen Gewerkschaften nichts kümmern, wird der Versuch allerdings nicht viel nützen.
Quelle: Freiburger Nachrichten, 13. September 1928, S. 2.
Eine neue sozialistische Sektion im Sensebezirk
Dem kathol. Arbeitersekretär wird das Wort entzogen - ein Vorbestrafter als Präsident.
Die Bauarbeiter von Schmitten (Station) und Umgebung, die schon vor den Nationalratswahlen Versuche zur Gründung einer roten Sektion machten und seither weiterhin von den sozialistischen Sekretären mürbe geredet wurden, waren am letzten Samstag neuerdings zu einer Versammlung im Bahnhofrestaurant Schmitten aufgeboten worden. Die Einladung ging von der sozialistischen Bauarbeiter-Gewerkschaft Bern aus.
Etwa 50 Mann, fast alle in Bern Arbeitend (hierin liegt der Hauptgrund für die Erklärung der Neugründung), hatten der Einladung Folge geleistet. Als Referent war selbstverständlich ein maultüchtiger, knallroter Sekretär aus Bern erschienen, namens Ramseier. Der von der roten Zentrale in Bern hergeschickte Redner hielt also sein Referat. Dabei verschwieg er geflissentlich, dass die Bauarbeiter-Gewerkschaft in vollständig rotem Fahrwasser segelt. Der alte Trick, nur von der Vertretung der Standesinteressen zu reden, verfing auch diesmal, obschon man sich des Eindruckes nicht erwehren konnte, dass ein gewisse Anzahl der Erschienenen wohl wusste, was sie machten.
Zur Versammlung war auch der christlich-soziale Führer Kistler aus Freiburg erschienen. Die Arbeiter, die sich dem Hrn. Ramseier aus Bern verschrieben hatten, hatten ihm zwar keine Einladung gesandt; auch einen katholischen Arbeitersekretär zu hören, schien ihnen überflüssig. Jedenfalls aber ging Hr. Kistler als mutiger Verfechter der katholischen Sozialpolitik in die Versammlung und verlangte das Wort, das ihm auch erteilt wurde. Hr. Kistler machte vor allem auf die religiöse und politische Seite der Frage aufmerksam und unterzog dann das sozialistische Wirtschafts- und Sozialprogramm einer gründlichen Kritik. Da Hr. Ramseier den Arbeitern von der Sozialisierung der Produktion gesprochen hatte verwies H. Kistler mit Recht auf die "Erfolge" dieser Sozialisierung in Sovietrussland. Wie dies "Paradies" in Wirklichkeit aussehe, könnne man aus der Tatsache ersehen, dass selbst der sozialistische Nationalrat Graber in Chaux-de-Fonds in einer contradiktorischen Aussprache zugeben musste, dass in Russland die Arbeitsunwilligen mit Peitschen zur Arbeit gezwungen werden.
Dieses Zitat war nun aber der roten "Majestät" aus Bern zuviel. Hr. Ramseier fiel Hrn. Kistler ins Wort und stellte der Versammlung den Antrag, dem katholischen Sekretär das Wort zu entziehen. Wessen Geistes die Versammlung war und welche Kleinarbeit monatelang vorausgegangen sein muss, bewies die traurige Tasache, dass die Mehrheit der Versammlung diesem Antrag zustimmte.
Soweit ist es also bei uns schon gekommen, dass freiburgische Arbeiter, die allerdings ihrem Milieu durch die jahrelange Tagesarbeit in Bern schon stark entfremdet sind, einem kath. Arbeitersekretär das Wort entziehen, um einem hergelaufenen roten Agitator von Bern zuzuhören. Also schon die Gründungsversammlung gab Zeugnis vom roten Terror. Dieser Brocken ist stark und wird jedenfalls von der erdrückenden Mehrheit des Volkes nicht so heiss geschluckt werden. Und dieses geschah am Vorabend der Beck-Feier in Freiburg, wo von höchster Warte aus die grossen Verdienste Becks, des katholischen Priesters, um die Arbeiterschaft anerkannt wurden. Wenn man weiss, was Prof. Beck für die Arbeiterschaft geleistet und geopfert hat, und zwar nicht nur für die katholische - wissen muss man es allerdings und die "Tagwacht" verhilft nicht zu dieser Wissenschaft - so ist man höchst erstaunt, in katholischen Gegenden Arbeiter zu finden, die den Verfechter der katholischen Sozialpolitik nicht hören wollen. Es stellt sich dann allerdings die Frage, ob diese Leute überhaupt nocht zu uns gehören, oder ob sie im Begriff sind, zu den so zahlreichen Taufschein-Katholiken überzugehen. Die Vorschriften der schweiz. Bischöfe über die Zugehörigkeit zu einer Gewerkschaft sind so klar, dass da kein Platz ist für einen Kompromiss.
Die Versammlung schritt dann auch zur Wahl eines Vorstandes. Als Präsident wurde ein in der Gemeinde Bösingen (Uttewil) ansässiger Arbeiter gewählt, der am 22. Dezember 1925 vom Zuchtgericht des Sensebezirkes zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Dass dieser Mann unter solchen Umständen sich für das Präsidium einer christlichsozialen Gewerkschaft nicht wohl eignet, wird jedermann einleuchten. Ob aber die Gesamtinteressen (wirtschaftliche und religiöse) der übrigen Mitglieder in einer sozialistischen Gewerkschaft besser gefördert werden können als in einer christlichen, ist nicht schwer einzusehen.
Wie bekannt, ist auch ein Vorstoss in Düdingen geplant. Die Vorkommnisse vom letzten Samstag lassen erkennen, dass die Ortssektionen und überhaupt alle unsere kulturellen Organisationen und auch die Behörden die Frage der roten Infiltration gründlich prüfen müssen und Vorkehrungen treffen, um eine Wiederholung der Vorkomnisse vom letzten Samstag Abendzu verhindern. Aber Abwehr allein genügt nicht. Es müssen auch Vorkehrungen ins Auge gefasst werden, dass inskünftig weniger Arbeiter auswärts ihr Brot verdienen müssen, da scheints ein Teil von ihnen nicht die nötige Charakterstärke und das nötige Wissen besitzt, um den Werbungen der roten Berufssekretäre zu widerstehen.
Im übrigen ist es nur allzu verständlich, dass die Arbeiter auf den Schutz ihrer Interessen bedacht sein müssen und wir kommen nicht um das Bedauern herum, dass dies vom Arbeiterkartell in bezug auf die Gewerkschaften nicht besorgt wurde, ehe die Sozialistenführer von Bern sich der Angelegenheit als Vorwand bemächtigen konnten, um unsere Arbeiter politisch in ihre Fangarme zu ziehen.
Quelle: Freiburger Nachrichten, 5. Dezember 1928, S. 3. (Abschnitt 1 sowie Abschnitt 2)
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Sonntag, Mai 11, 2008
Grand-Prix von Bern 2008 - Die Fotos
Insgesamt gibt es 168 Bilder auf Flickr (davon mehrheitlich von meinen Kollegen - sorry, aber das sind die interessantesten Sujets):
Nach Personen:
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Freitag, Mai 09, 2008
10 Meilen des Grauens
Für den Laufnachmittag werden Temperaturen um 23 Grad erwartet. Wir erwarten einen warmen, leicht schwülen Lauftag!
Quelle: Newsletter Grand-Prix von Bern, 9. Mai 2008.
Was für die ein Bierchen nippenden Zuschauer durchaus wünschenswert ist, könnte die Läufer zusätzlich belasten ...
Samstag, Mai 03, 2008
10. Mai 2008: Showdown am Grand Prix von Bern!
Nachtrag 3. Mai 2008: Neben den Startnummern sind nun zwei drei neue LäuferInnen hinzugekommen
Keine Ahnung, was in meine Kollegen gefahren ist - aber (fast) alle nehmen Sie am diesjährigen Grand Prix von Bern teil. In der bereits jetzt zugänglichen Teilnehmerliste finden sich illustre Namen wie ...
| 5632 | Zgraggen, Rémy | Grand-Prix von Bern - 10 Meilen | 1980 | Thörishaus |
| 6315 | Malke, Patrick | Grand-Prix von Bern - 10 Meilen | 1979 | Laupen BE |
| 6368 | Pearson, MaryEllen | Grand-Prix von Bern - 10 Meilen | 1981 | Ittigen |
| 6449 | Schmid, Fabian | Grand-Prix von Bern - 10 Meilen | 1980 | Neuenegg |
| 7508 | Sedlacek, Tom | Grand-Prix von Bern - 10 Meilen | 1979 | Bern |
| 10478 | Schmid, Raphael | Grand-Prix von Bern - 10 Meilen | 1984 | Neuenegg |
| 15468 | Schmid, Oliver | Grand-Prix von Bern - 10 Meilen | 1978 | Neuenegg |
Quelle: Grand Prix Bern 2007
Nachtrag
Unsere Jungs sind nicht die einzigen, die immer öfters dem Ruf dieser populären Sportart folgen:
Wohl bedingt durch das schöne und warme Wetter, haben sich bereits aussergewöhnlich viele Läuferinnen und Läufer für einen Start am Grand-Prix von Bern entschieden. 3812 Teilnehmende sind bereits in der GP-Startliste auffindbar. Dies sind ganze 28% mehr als am Vergleichstag im Vorjahr!
Quelle: GP-Newsletter März 2008
Damals, 2003 ...
... bewies ich mir selber, dass ich tatsächlich 10 Meilen (oder 16 Kilometer) an einem Stück laufen konnte. Dank des Wetterglücks (es war kühl und bewölkt) gestaltete sich der Lauf äusserst angenehm. Eine kritische Phase im Dählhölzliwald überwand ich selbst ein wenig verwundert im Nu - und schon ging es wieder aufwärts (im psychologischen, wie später auch im geographischen Sinne - Aargauerstalden!) Und plötzlich stand ich auch schon im Ziel.
Meine damals gelaufene Zeit: 1:33.46,5 - Rang 7889 (Overall), 1091 (M20). Und das völlig unrasiert, wie man auf dem Foto mit hochrotem Kopf leicht erkennen kann. Ich hatte mich derart geschont, dass ich mir gleich nach dem Zieleinlauf (freudig erwartet von meiner Schwester und meiner damals noch recht frischen Freundin Melanie) ein Bierchen (!) gönnte.
Meine Startnummer habe ich seither nie mehr eingelöst, den Lauf habe ich zuletzt nur noch als Zuschauer miterlebt.
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Donnerstag, Mai 01, 2008
Vom Wesen der Uni-Angestellten
«Es gibt nirgends so viele Bedenkenträger wie an einer Universität. Wir haben gelernt, zu kritisieren – aber nicht, zu entscheiden.»
«Forscherinnen und Forscher, die sich ihr ganzes Leben in einem Schulsystem bewegt haben, haben einen ganz anderen Zugang. Eine simple Budgetfrage kann einen ganzen Tag beanspruchen.»
Quelle: Die schwierige Balance zwischen Geld und Geist
Donnerstag, Mai 01, 2008
Thomas Fuchs ein Kreationist?
284/07 Motion Burn, Adelboden (EDU) - Schöpfungslehre in der Schule
Für Annahme der Motion stimmen: Aebischer, Barth, Bernhard-Kirchhofer, Blaser-Gerber, Brand, Brönnimann (Belp), Brun, Friedli, Früh, Fuchs, Graber, Hadorn, Jost, Kronauer, Küng-Marnet, Lemann, Reber, Rösti, Ruchti, Schmid, Schneiter, Schwarz-Sommer, Studer (23 Ratsmitglieder)
Dagegen stimmen: [...] (99 Ratsmitglieder)
Der Stimme enthalten sich: Baumgartner, Bieri (Goldiwil), Brönnimann (Zimmerwald), Firscher (Meiringen), Freiburghaus, Geissbühler, Gfeller, Gränicher, Haas, Haldimann, Hess, Kast, Klopfenstein, Löföfel-Wenger, Messerli (Kirchdorf), Neuenschwander, Pauli, Rérat, Rufer-Wüthrich, Schnegg, Schnegg-Affolter, Schori (Spiegel), Sommer (Melchnau), Steiner, Streiff-Feller (25 Ratsmitglieder)
Quelle: Tagblatt 2008 • 04 Aprilsession • 10 09-04-2008 Morgen S. 391-421 GEF-ERZ (S. 408 bis 415)
Dank: Daniel
Mittwoch, April 30, 2008
Berns Ruf wird immer schlechter
Wenn die das sagen, wird es wohl so sein ...
«Der Motor eines lahmen Kantons », gibt Engeler zurück. Den von Stadtpräsident Tschäppät ständig beschworenen Aufbruch sehe er nicht. Baldachin und Euro 08 bedeuteten «erzwungene Heiterkeit und Firlefanz», aber keine echte ökonomische Entwicklung. Wer Geld habe oder verdienen wolle, meide Bern. Hier regiere eine Koalition von Etatisten, die nicht wirklich verstehe, was Wettbewerb und freie Wirtschaft bedeuteten, sondern die lieber verwalte und Geld einziehe.
[...] In einem sind sich Büttner und Engeler einig: In Bern herrsche ein «Mix von Lethargie, Harmoniesucht und Resignation».
Quelle: Das Urteil zweier Wahlberner
Labels: Bern, Gesellschaft, Medien, Politik
Freitag, April 04, 2008
Thai-Food-Festival Bern 2008
Nicht verpassen: Am 12. und 13. Juli 2008 findet in der thailändischen Botschaft in Bern das alljährliche Thai-Food-Festival statt.
Leider kann ich an diesem Event nicht teilnehmen ...
Dienstag, März 04, 2008
Aperto im Bahnhof Bern, Samstag 22 Uhr
Wer das Spektakel selbst einmal erleben will, begebe sich kommenden Samstag in die RailCity SBB im Hauptbahnhof Bern, stelle sich vor den Aperto (gleich neben dem Swisscom-Shop) - und sehe und staune.
Hinter den zwei Kassen bilden sich Schlangen bis ans andere Ende des Ladens. Die Käufer und Käuferinnen sind aber nicht nach Fressalien aus oder haben in ihrer WG dringend benötigte Ingredienzen für das Samstag-Abend Dinner nicht mehr vorrätig - nein, es dreht sich alles (bald nach Ladenschluss auch sprichwörtlich) nur um alkoholische Getränke. Da wird Sprit gekauft, mit dem man eine halbe Armee betäuben könnte (nun, vielleicht nicht gerade eine auf Vodka geeichte Rote Armee).
Die Völlerei geht mittlerweile gar soweit, dass man vor dem Laden knapp 18-jährige Mädchen antrifft, die je eine Flasche Weisswein (!) in Händen halten und sich so richtig die Kante geben.
Um 1 Uhr morgens vor dem MAD Wallstreet, ein paar Etagen über dem Aperto, sehen wir dann das Ergebnis des allsamstäglichen Besäufnisses: Zwei Kollegen kümmern sich um ein vornübergebeugtes Mädchen, das beim Coiffeur-Salon an die Ecke kotzt.
Ziel erreicht, Wochenende gerettet.
Labels: Bern, Gesellschaft, Jugend, Party
Dienstag, Februar 26, 2008
Miss Bern 2008: Meine Favoritin
Manuela Jungo auf Lautundspitz
Labels: Bern
Freitag, Februar 22, 2008
Wankdorf Club Lounge Events: Saufen auf Pump
Gestern war ich selbstverständlich mit von der Partie, als das neueste Partylokal am Berner Szene-Himmel seine Tore öffnete.
VIPs par excellence
Durch einen glücklichen Zufall erwischten ich und Chlodwig im äusserst schlecht beschilderten Treppenhaus die falsche Türe, standen an der falschen Schlange an und wurden so zu falschen VIPs. Erste Erkenntnis: 20 Stutz (!) Eintritt gespart.
Neues Abrechnungskonzept
Die Betreiber gehen bezüglich der Abwicklung des Konsums neue Wege: Am Eingang erhält man als Vertrauensbeweis ein Kärtli des Anbieters OPC (dies nur als Hinweis am Rande, falls jemand das System überlisten möchte), eine Art Badge, mit der jeglicher Geldtransfer abgewickelt wird: Neben dem Eintrittspreis wird beim Betreten des Clubs auch die allfällige Inanspruchnahme der Garderobe auf das Kärtli gebucht - mangels Jacke konnte ich nicht testen, ob die Rückgabe nur mit dem Kärtli möglich ist (das wäre toll, denn diese blöden Papier-Nümmerli habe ich schon einige Male verloren).
Bei den Toiletten hängt zudem ein Kartenleser, der pedantisch Auskunft über den bisherigen Konsum gibt. Das Servicepersonal kann ebenfalls Auskunft über den Negativsaldo geben.
Der Kunde ist Kredit-König
Im klassischen Sinne stuft der Club jeden Partygänger als höchst kreditwürdig ein und lässt ihn auf Pump saufen. Schöne neue Welt! Mit Recht darf man sagen, dass der/die Wankdorf Club Lounge Event (bescheuerter Name, nicht?) der erste unter den Berner Clubs ist, der konsequent dem amerikanischen Traum - "Leben auf Pump", "buy now, pay later" - nachlebt.
Betriebswirtschaftliches
Selbstverständlich hätte (mit Betonung auf "hätte") ein solches System gewisse Vorteil - primär einmal für den Club-Betreiber:
- Kein Bargeld in den Kassen der Bars
- (theoretisch!) Schnellere Bedienung der Kunden: Kein Wechselgeld nötig, der erneute Weg zurück zum Konsumenten erübrigt sich. An diesem Abend zeigte das System aber noch deutliche Mängel: Das Service-Personal hatte seine liebe Mühe mit dem elektronischen Gerätchen zur Abbuchung der Beträge. Zuwiderhandlung der KISS-Prinzipien werden halt bestraft ...
- Die Konsumenten werden dazu verleitet, mehr zu konsumieren, als sie es mit Bargeld tun würden.
- Eine ganz extreme Form des Überwachungsstaates, die ich gestern nicht erblicken konnte, wäre die Kopplung des Ausschanks mit einem Kärtchen: Auch das Servierpersonal müsste immer zuerst ein Kärtchen registrieren lassen, bevor ein Bier aus dem Kühlschrank genommen oder Vodka aus der Flasche ausgeschenkt werden könnte. So würde dieses "meine Freundin arbeitet an der Bar"-Freeloaderism im Keime erstickt.
Auch für die Kunden lässt sich zumindest einen Vorteil erblicken: Bezahlt wird am Schluss - problemlos auch mit Kredit- (sic!) oder EC-Kärtli. Das gefällt mir, denn die Ausgabenkontrolle bezüglich Freizeitunterhaltung ist bei mir buchhalterisch äusserst schlecht erfasst.
Selbstverständlich ist dies aber auch gleich wieder der grösste Haken: Manch einer wird nach einer durchzechten Nacht an der Kasse am Ausgang in sekundenschnelle ausnüchtern - wenn er hohe dreistellige Beträge zu Gesicht bekommt und bezahlen muss.
Wo Vertrauen ist, sind Betrüger nicht weit
Die Vermutung liegt übrigens nahe, dass der Verlust des Kärtchens mit einer enorm hohen Summe bestraft wird. Sonst könnte sich ja jeder auf Kosten des Clubs Vollaufen lassen und das Kärtchen "dummerweise" kurz vor Ende der Party verlieren. Leider wurden wir beim Eintritt nicht über die Konsequenzen eines Verlustes informiert. Die Strafe wird wohl drakonisch sein (im Notfall legen wohl die Sicherheitsleuge noch "Hand an" - a propos: Swissdate-Mario war auch vor Ort und hat nach dem Rechten geschaut).
Coming soon ...
Eine Kritik des Partygeschehens von gestern Donnerstag Abend fehlt noch. Bereits vorneweg: So ganz hat mich der Laden noch nicht überzeugt, aber das Potential wäre durchaus vorhanden.
Mittwoch, Januar 30, 2008
Sek Neuenegg gewinnt LEBE Web-Award!
Heute durfte ich zusammen mit Franz, Lehrer (und Webmaster, was man nun verdienterweise erwähnen muss), an der Verleihung des ersten LEBE Web-Awards (Ausschreibung) teilnehmen.
Die Einladung der LEBE war absichtlich vage formuliert: Aus 35 bernischen Schul-Web-Sites gehöre die Web-Site der Sekundarstufe I Neuenegg zu den fünf Besten. Welche dieser fünf Schulen den Award aber gewonnen hatte, sollte sich erst heute Nachmittag um 16 Uhr in den Räumlichkeiten des "Berufsverbandes der Lehrerinnen und Lehrer" zeigen.
Für einmal war ich überpünktlich (dafür unrasiert) und stand bereits 10 Minuten vor dem abgemachten Termin vor dem Gebäude an der Monbijoustrasse 36.
Erstaunt durfte ich feststellen, dass im selben Gebäude auch Dreamlab Technologies einquartiert sind, mit denen ich momentan anderweitig zu tun habe ... Item!
Franz war schon vor mir da und sass drinnen in der Wärme - was ich aber leider nicht wusste und so mit der kalte Januarluft zu kämpfen hatte. Kurze Zeit später erblickte er mich durch das Fenster im Erdgeschoss und holte mich herein in die gute Stube. Vertreter der anderen vier Gewinner-Schulen hatten es sich bereits in den Stühlen bequem gemacht.
Die Konkurrenz
Anhand der E-Mail-Adressen konnte ich im Vorfeld bereits zwei der vier Konkurrenten "abchecken":
Positiv überrascht war ich von der Schule Krauchthal. Ich vermutete, dass hier ein Designer dahinter gesessen haben müsste.
Doch sobald man sich genauer mit der Web-Site befasst, tauchen einige Fragen auf. Mir persönlich ist die Benutzerführung zu wenig klar, es wird zu viel Wert auf das Design gelegt: Es ist sehr farbenfroh, aber dementsprechend auch unruhig. Wenn auch die Idee, die Web-Site nicht nach Rubriken, sondern nach Zielgruppen zu ordnen, ein gutes, aber viel zu selten gesehenes Konzept ist.
Jedenfalls erachtete ich diese Web-Site als ernsthaften Konkurrenten.
Die Spannung steigt
Persönlich rechnete ich nicht damit, gleich auf den ersten Platz vorzustossen. Wichtig war mir, nicht auf dem "letzten" Gewinnerplatz zu landen. Und tatsächlich fiel mir ein Stein vom Herzen, als auf Platz 5 nicht die Sek Neuenegg aufgerufen wurde.
Den vierten Platz wiederum war mir auch nicht genehm. Denn damit reicht es nicht auf das Siegertreppchen. Wenn wir schon den fünften Platz hinter uns gelassen hatten, sollte es dann doch gleich einer der Plätze drei bis eins sein. Und das Schicksal war uns wohlgesinnt: Platz Vier wurde ausgerufen, und es war wieder nicht unsere Web-Site.
Da der Platz auf dem Siegertreppchen erreicht war, war ich kaum mehr beunruhigt, jetzt konnte passieren was wolle. Könnte es wirklich sein, dass wir gar das Undenkbare geschafft hatten? Langsam mussten wir uns mit diesem Gedanken auseinandersetzen. Der dritte Platz wurde ausgerufen, ein neuer strahlender Sieger gekürt, aber es waren nicht wir beide, die aufstehen mussten, um den Preis und das Zertifikat in Empfang zu nehmen.
Platz zwei - die Spannung stieg sichtlich. Gebannt achtete ich auf die Lippen des Preisverleihers und erhoffte zu erkennen, ob er nun gleich "... ist die Sssssssssssssssseeeeee..." aussprechen würde. Tat er nicht.
Und so kam es, dass Franz schlussendlich mit einem schwarzen MacBook in der Hand als Hauptpreis dastand und ich das Zertifikat in die Hand gedrückt erhielt.
Der Rest ist schnell erzählt: Nach dem Apéro und dem obligatorischen Fotoshooting ging es nach "getaner" Arbeit nach Hause. Schliessen müssen wir beide unsere Web-Sites mit neuen Inhalten befüllen.
Rezept für eine gute Web-Site
Ohne der LEBE vorzugreifen, die in ihrer Zeitschrift demnächst die fünf Gewinner-Web-Sites portraitieren wird, möchte ich kurz mein Rezept für eine gute Web-Site bekannt geben:
- Saubere technische Ausführung durch den Profi Die Schule wird von einem Profi oder einer Web-Agentur begleitet, die sich um die technische Ausführung kümmert. Wahl und Reservierung eines Domainnamens, Miete eines Hosting-Pakets, Wahl und Installation eines Content Management Systems CMS (heute Pflicht!), ein frisches, aber nicht überbordendes Design, hohen Ansprüchen genügendes HTML und CSS, Einrichtung von E-Mail-Adressen.
- Engagierter Unterhalt der Site durch den Auftraggeber Sobald die Web-Site mit den Initialinhalten online gegangen ist, müssen die Inhalte in regelmässigen Abstand aktualisiert werden. Hierzu muss der Auftraggeber über die entsprechenden Werkzeuge verfügen, um Anpassungen selbständig, rasch und effizient aufschalten zu können (wo wir wieder beim Punkt CMS wären).
Franz ist sehr engagiert und unterhält die Rubrik Aktuelles mit Herzblut. Dies ist der Grund, wieso Besucher immer wieder auf das Angebot zurückkehren und merken, dass sich etwas tut; die WüsteWeb-Site lebt! Mit Text und Bild (die Digitalkamera scheint bei Schulausflügen immer dabei zu sein und Schnappschüsse einzufangen) werden die Besucher unterhalten.
Merke: Die Web-Site einer Schule ist kein Selbstzweck, sondern ein Kommunikationsmittel. Es richtet sich an potentielle Neuzuzüger, die sich für das Schulwesen im Dorf interessieren; es richtet sich an bestehende "Kunden" (Eltern und Schüler); aber auch an Ehemalige. Ich hoffe, dass dies noch lange so bleibt.










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