Dienstag, Dezember 01, 2009
Wiederholung der Minarett-Abstimmung auf Facebook
Auf Facebook ist der Fall klar:
- Ich schäme mich für das Resultat der Minarett-Initiative! — 58'127 Mitglieder
- Ich schäme mich NICHT für das Resultat der Minarett-Initiative! — 17'574 Mitglieder
Via: twitpic — thbenkoe
Wahrscheinlich hat Longchamps gfs bei ihrer Befragung der Wählermeinung dummerweise eine Mehrheit der 1'000 Leute erwischt, die sich mittlerweile in der erstgenannten Gruppe tummeln ...
Interessant wäre aber noch der Zusatz:
"Ich schäme mich für das Resultat der Minarett-Initiative ... UND HABE LETZTEN SONNTAG AUCH WIRKLICH MEINE STIMME GEGEN DIE INITIATIVE ABGEGEBEN"
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Donnerstag, März 19, 2009
Mousseman entdeckt Politik mit kapitalistischer Prägung
Offenscheinlich gibt es in den USA eine Korrelation zwischen Politikern, die von gewissen Firmen geschmiertmit Wahlkampfspenden bedacht wurden, und den Firmen, die dann subsequent vom US-amerikanischen Steuerzahler für viel Geld gerettet werden 'mussten', da sie ein 'systemisches Risiko' darstellten, wenn sie konkurs gehen würden.
Quelle: Wurde AIG 'gerettet' weil die Demokraten geschmiert wurden? | Snoop InfoSystems
Dass das Big Business wohl in jedem Land in der Politik seine Finger im Spiel hat, sollte - abgesehen von Moussi - den wenigsten von uns verwundern. Nur in China ist es anders: Dort sind systembedingt die Politiker diejenigen, die beim Big Business die Hände im Spiel haben.
Selbstverständlich entspricht diese Einflussnahme nicht dem Grundgedanken einer Demokratie - und doch muss man sich mit Blick auf unser eigenes Land vor Augen führen, dass unsere Geschicke während Jahrzehnten von einer freisinnigen Politikergarde gesteuert wurden, die mit dem urschweizerischen Unternehmen gleichzusetzen sind. Ihnen verdanken wir populär ausgedrückt die Grossbanken, die ETH, unsere Eisenbahn-Infrastruktur, aber auch einen Grossteil der Maschinenindustrie.
Ich bezweifle aber, ob das, was damals unserem Land äusserst nützlich war, auch heute noch Geltung hat ...
Labels: Demokratie, Politik, Schweiz
Dienstag, Januar 13, 2009
Deutsche Polizei demontiert Israel-Fahnen wegen Gaza-Demonstration
dass deutsche Polizeibeamte eine Wohnungstür eintreten, um eine Israelfahne aus einem Schlafzimmerfenster zu entfernen, weil sich unten auf der Straße Demonstranten an ihr stören - das hat eine besondere Note.
Wieder einmal beschleicht einem das Gefühl, dass (auch deutsche) Polizisten je länger desto mehr den Weg des geringsten Widerstandes gehen - und vieles tun, nur nicht dorthin zu gehen, wo es richtig weh tut. Was die Bevölkerung aber eigentlich vom Freund und Helfer erwartet.
Jedenfalls finde ich es eine Frechheit, dass man die Fahne abmontierte und nicht diejenigen Personen festnahm, die sich angesichts dieser freien Meinungsäusserung Sachbeschädigung fremden Eigentums versuchten. Auch ich, der ja nun wahrlich nicht applaudiert, dass Israel seit Ende Dezember im Gaza-Streifen "aufräumt". Aber es soll doch bitteschön erlaubt bleiben, sich explizit auf Seiten Israels oder aber der Palästinenser zu schlagen.
Ich persönlich nehme für mich in Anspruch, mich gar für die dritte Seite auszusprechen: Für Friedens und ein tolerantes Zusammenleben überall auf dieser Welt. Amen.
Labels: Demokratie, Demonstration, Freiheitsrechte, Gaza, Israel, Krieg, Menschenrechte, Menschheit, Polizei
Montag, November 17, 2008
WordPerfect-Entwickler mag keine Homo-Ehen
Im Gegensatz zu Hotels von Mormonen aus dem etwas östlicher liegenden Bundesstaat Utah gibt es hierbei aber kaum etwas zu boykottieren:
Well, I suppose since pretty much no one actually uses WordPerfect anymore there’s nothing for the opponents of Prop 8 to boycott.
Quelle: Truemors :: WordPerfect Co-Founder Donated $1M to Support Gay Marriage Ban
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Donnerstag, Oktober 23, 2008
Gemeindewahlen Neuenegg 2008: Mein Resultat
Da sich der Schmid-Clan noch am Wahlsonntag zum Ausgang der Wahlen geäussert hat und heute (völlig unerwartet) ein Blog-Artikel von Zgräsch das Licht der virtuellen Realität erblickte, erachtete ich die Zeit gekommen, kurz über mein Abschneiden in den Gemeinderatswahlen 2008 in Neuenegg zu philosophieren.
Zwar ... wenn ich recht überlege, betätige ich mich der Einfachheit halber doch lieber nur der kleinen Zahlendeuterei.
Dank der tollen Auswertungssoftware unserer Gemeinde erhält nämlich jede Partei am Wahlsonntag einen dicken Stapel an Blättern, aus den man alles (naja, fast alles!) herauslesen kann, was das Herz des Empirikers begehrt.
Grundlagen
(Gilt nur für die Wahl des Gemeinderats)
| Stimmbevölkerung | 3'488 Personen |
| Stimmbeteiligung (relativ) | 32.37% |
| Stimmbeteiligung (absolut) | 1'129 Personen |
| Maximales zu erzielendes Resultat | 2'258 (2 x 1'129) |
| Mein Resultat | 700 |
| Mein Wähleranteil (effektiv) |
31% (700 / 2 = 350 Personen) |
| Mein Wähleranteil (gesamte Bevölkerung) |
10% (700 / 2 = 350 Personen) |
| Stimmen unveränderte Wahlzettel | 414 |
| Stimmen veränderte Wahlzettel | 286 |
Formular 3b
Besonders interessant ist an solchen ZahlWahltagen das ominöse Formular 3b, auf welchem der Zusammenzug aller veränderten Listen aufgeführt ist. Bei mir sieht die Auflistung folgendermassen aus:
| SVP | 16 |
| FDP | 25 |
| SP | 212 |
| CHJ | 3 |
| OHNE | 25 |
| Total | 286 |
Will heissen: Von Leuten, die die SVP-Liste in die Urne gelegt haben, erhielt ich 16 Stimmen. Von FDPlern deren 25. Und ... haltet euch Fest ... von Sympathisanten der CH-Jugend erhielt ich sagenhafte 3 Stimmen. Obwohl ich mich im Vorfeld nicht gerade schmeichelhaft über die Partei geäussert habe.
Ein Meilenstein. Ich kann mich gut daran erinnern, bei den Gemeinderatswahlen 2004 von Seiten der SVP genau 0 (NULL) Stimmen erhalten zu haben. Die Frage ist in der jetzigen Situation halt, ob ich mich über diese Stimmen freuen soll (anscheinend geniesse ich mittlerweile auch bei einigen SVPlern Vertrauen) oder nicht (habe ich etwa zu stark auf gut Freund gemacht?!). 2012 werden wir sehen, wohin der Weg mich geführt hat.
Und dann gibt es ja noch Leute, die ihren Stimmzettel ohne Angabe einer Listennummer einlegen. Gar nicht gut, jedenfalls dann, wenn noch einige Zeilen frei stehen. Wäre eine Listennummer angegeben, würde die Partei mit der entsprechenden Listennummer die leeren Zeilen auch als Stimmen erhalten ...
Auf jeden Fall geht die Auswertung der Wahl der Finanz- und Steuerkommission an Zgräsch weiter, damit er nicht mehr im Dunkeln stochern muss, von wo er Stimmen erhielt und von wo nicht.
Labels: Demokratie, Neuenegg, Wahlen, Wahlkampf
Freitag, Oktober 17, 2008
Biometrie-Pässe: Das letzte Wort hat das Volk
Wie am Freitag bekannt wurde, ist mit einer ausreichenden Zahl von Unterschriften ein Referendum zu Stande gekommen.
Quelle: heise online - 17.10.08 - Schweizer erzwingen Volksabstimmung über biometrische Reisedokumente
Super! Dafür liebe ich die Schweiz und unsere direkte Demokratie.
A propos: Wann findet eigentlich die Abstimmung über das UBS-Rettungspaket statt?
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Freitag, Juni 20, 2008
Lissabon in Dublin
In meinem Herzen bin ich weiterhin für einen baldigen Beitritt der Schweiz in die EU - das Gebilde scheint aber einfach geistig noch nicht bereit zu sein für einen Staatenbund:
Italiens Präsident Giorgio Napolitano verlangte, dass die Länder, die eine Integration behindern, aus der EU ausgeschlossen werden. Und der deutsche Europa-Abgeordnete Martin Schulz will gar den irischen EU-Kommissar Charlie McCreevy seines Amts entheben, weil er versagt habe. McCreevy hatte gesagt, er würde "von niemandem, der seine Sinne noch beisammen hat, erwarten, ein Wochenende mit der Lektüre des Lissabon-Vertrags" zu verschwenden. Er selbst habe ihn im Übrigen auch nicht gelesen, fügte er hinzu.
Quelle: Neinsager Irland: Schurkenstaat im Schockzustand - Politik - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten
Die Abstimmung zeigt, dass die Union Demokratiedefizite aufweist - und noch sehr, sehr viel von der föderalen Schweiz lernen kann.
Andererseits: Ich bin schon froh, dass die urchigen Schwyzer Abstimmungen nicht auf diese Weise immer für sich entscheiden können. Liebe EU, schaut euch mal das urschweizerische Konzept des Ständemehrs an - dieses Verfahren würde aber bedingen, dass die Völker aller Mitgliedstaaten über solche Verträge abstimmen müssten, nicht etwa die Parlamente.
Abgesehen von solchen technischen Massnahmen gebe ich weiter zu, dass auch ich nicht für diesen Vertrag gestimmt hätte - 1'000 Seiten unmissverständliches Juristendeutsch? Eine zwar durchaus schöne Arbeitsbeschaffungsmassnahme, doch für mehr nicht zu gebrauchen. Die EU muss sich wieder bewusst werden, wem sie schlussendlich zu dienen hat: Nicht den Jüristen, Beamten und Bürokraten, sondern seinen Einwohner.
Labels: Abstimmung, Demokratie, EU, Europa, Irland, Politik
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