Mittwoch, Februar 10, 2010

Deutsche Secondos in der Schweiz

Der Anpassungsdruck - und da streifen wir die aktuelle Diskussion - ist für Deutsche einiges grösser als für die Einwanderer siehe oben. Zumindest war der Anpassungsdruck in den fünfziger und sechziger Jahren recht stark.

Meine Lederhosen, mit denen ich eingewandert bin, wurden bald einmal entsorgt und gegen schwarze kurze Hosen aus Manchester getauscht, was wiederum meinen Vater irritierte, hatte er doch dieses Modell in der Hitlerjugend getragen.

Quelle: arlesheimreloaded-manfred-messmer - Deutscher Secondo

Und das Lustige wird bald einmal Ernst, wenn man dann hier vorbeikommt:

Nein, wir Deutsche sind anders. Wir haben andere Familiengeschichten, sind auf eine ganz andere Art Europäer. Nämlich nicht mit Abseitsstehen, sondern immer mitten drin in der Geschichte.

Ehrlich und direkt — das gibt ihm gleich ein paar zusätzliche Imagepunkte, diesem Mani Messmer.

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Sonntag, November 08, 2009

Die Deutschen — ein Volk von Schnäppchenjägern

In Deutschland ist die Spezies der Schnäppchenjäger laut Konsumforschern wesentlich stärker verbreitet als in anderen Ländern. «In Deutschland steht der Preis immer im Mittelpunkt, wenn das Geschäft angekurbelt werden soll. Durch die Dauerberieselung mit solcher Werbung auf allen Kanälen sind die Deutschen zu Schnäppchenjägern erzogen worden», sagt Manfred Twardawa von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Quelle: Das Land der Schnäppchenjäger (Wirtschaft, Aktuell, NZZ Online)

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Sonntag, September 27, 2009

Verlierer und Sieger der Bundestagswahlen in Deutschland 2009

Es muss einem schon zu denken geben, wenn die SPD während einer Wirtschaftskrise so massiv an Stimmen verliert. Aber dennoch gilt es auch die vermeintlichen Gewinner auf den Boden der Tatsachen zu holen:

CDU und CSU erreichen mit gerade einmal knapp 34 Prozent nicht einmal das Niveau von vor vier Jahren. Damit fährt Merkel das schlechteste Ergebnis für die Union bei einer Bundestagswahl seit der Wahl 1949 ein.

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Bundestagswahl: Kanzlerin von Guidos Gnaden - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

In den USA wurde letztes Jahr der erste Schwarze zum Präsidenten gewählt - in Deutschland ist absehbar, dass mit Guido Westerwelle der erste Schwule zum Aussenminister wird. Als gesellschaftlich sehr liberaler Mensch freut mich dies sehr.

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Samstag, September 26, 2009

Steinmeier - 15 Jahre WG-Leben

Naja, den Vorwurf habe ich ja damals schon gehört. Gar nicht so sehr auf die WG bezogen, sondern auf meine Assistentenzeit an der Uni. "Der will nicht raus ins feindliche Leben", hieß es. Ich fand es wunderbar. Und von der ganzen Zeit, die ich damals zum Arbeiten und zum Lesen hatte, zehre ich noch heute.

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Bei Steinmeier in der WG: "Auch du, Genosse, hältst die Küche sauber" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL

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Dienstag, September 22, 2009

Deutschland hat keine Wahl

Frontal21 zeichnet ein treffendes Psychogramm Deutschlands: die grösste Bundestagsfraktion sind die Nichtwähler, die Hälfte der Parteimitglieder sind über 50, sämtliche Parteiprogramme versprechen alles und nichts, Ordnungsämter treiben Jungunternehmen in die Insolvenz, zwischen Hartz IV und Topbanker gibts nix mehr. Gute Wahl, Deutschland!

Quelle: Facebook-Status von Dennis Nordmann

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Dienstag, September 22, 2009

Pakistanische Touristen beim Shopping

"Man kann in Deutschland nicht handeln. Du musst die Summe zahlen, die auf dem Preisschild steht."

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Geschichte einer Einwanderung: "Sag ihm, wir nehmen es für fünfzig" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur

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Dienstag, September 22, 2009

Wann geht's wieder mal in den Europapark?

Blue Fire ist ein neuer »Mega-Coaster« mit initialer Beschleunigung von 0 auf 100 in 2,5 Sekunden, einem Looping und drei Korkenziehern.

Quelle: praegnanz.de: Blue Fire im Europapark

Wenn das nicht diejenige Achterbahn sein wird, auf welcher wir Randal gleich nach dem Eintritt festzurren und danach dreimal ohne Halt durchjagen?

Note to self: Unbedingt noch heute Abend ein Doodle an die Kollegen rauslassen.

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Sonntag, September 06, 2009

Inglourious Basterds: Kurzkritik

Gestern war es also soweit: Endlich kam auch ich dazu, Tarantinos neuesten Wurf Inglourious Basterds (kein Schreibfehler, wie im Laufe des Films noch einmal deutlich hervorgehoben wird). Es handelt sich dabei wohl um den ersten Film von Tarantino, den ich a) im Kino und b) von Anfang bis Ende durchgeschaut habe. Bis heute ist mir ein Rätsel, wieso Pulp Fiction ein derartiger Hype geworden ist ...

Hier wie in meinen Kritiken so üblich eine kleine Auflistung von Dingen, die mir aufgefallen sind:

  • Generation MTV bleibt draussen. Natürlich ist Basterds nicht gerade There Will Be Blood (note to self: Ich muss mir unbedingt mal wieder dessen Intro anschauen - keine einziges Wort während ca. 10 Minuten), doch hebt sich der Film ab von all dem Müll, der in den letzten Jahren aus Hollywood gekommen ist. Ich beziehe das weniger auf die Inhalte als die kameratechnische Umsetzung. Tarantino strebt keinen Weltmeistertitel auf den Gebieten "Hauptsache immer verwackelte Kamera" und "Hauptsache 20 Schnitte pro Minute". Bravo und Danke! Liebe Jung-Regisseure: Manchmal kann man eine Einstellung auch 30 Sekunden beibehalten.
  • Nichts für Amis. Denn die sind monolingual (oftmals nicht mal das) und verabscheuen Filme, die länger als zwei Sekunden dauernde Fremdsprachendialoge enthalten. Nun, Tarantino hat seinem us-amerikanischen Publikum mit diesem Film demnach die schlagende Behandlung durch "Bear-Jew" verpasst: Ich würde behaupten, dass mindestens die Hälfte des Films auf deutsch und französisch gesprochen wird - und die armen Amis folglich nonstopp mit dem Lesen von Untertiteln verbringen.
  • Was uns gleich dazu weiterführt, dass Kollegen Randal, Lonny und Üelu selber schuld sind, wenn sie den Film in der deutschen Synchronfassung schauen gehen. Zumal man so auch gleich den fürchterlichen Redneck-Akzent Brad Britts verpasst.
  • Doch a propos Brad Pitt: Obwohl er natürlich als Headliner den kommerziellen Interessen Hollywoods dient und Leute (Frauen?) ins Kino lockt - SS-Offizier Hans "Jew-Hunter" Landa, gespielt von Christoph Waltz, läuft ihm meilenweit den Rang ab. Diesen deutschen Schauspieler müssen wir uns merken. Seine Performance in diesem Film ist grandios! Ob ihm im nächsten Februar der Oscar winkt?
  • Bleiben wir bei den Schauspielern: Wer deutsches Filmgut kennt (nein, nicht solches aus den 1920er wie Die weisse Hölle vom Piz-Palü oder später erschienener nationalsozialistischer Schund), wird unzählige deutsche Schauspieler wiedererkennen: Daniel Brühl, Diane Krüger, Til Schweiger, Gedeon Burkhard, August Diehls. Ja sogar Christian Berkel, den u.a. man aus "Das Experiment" kennt, hat eine kleine Nebenrolle (man achte sich, wie er in der Kellerszene im Hintergrund während Minuten ins Leere starrt).
  • Wer den Vorspann, der für mich nicht nachvollziehbar aus drei typographischen Stilen bestand, genau gelesen hat, dem fiel der Name Mike Myers auf. Und tatsächlich - da haben wir ihn vor uns, "Austin Powers" in britischer Uniform, im selben Raum wie der zigarrenpaffende Churchill. Notiz am Rande: Mike Myers ist Kanadier ...
  • Tauchen Europakarten auf (wie eben gerade in besagter Szene mit Mike Myers oder bei Hitler in Berlin), ist die schweizer Grenze realitätsgetreu eingezeichnet und vom Dritten Reich umgeben. Dies ist für dem Reduit-Mythos aufsitzenden Schweizer wie auch für Geschichtsstudenten sehr, sehr wichtig! Einige Filme, die in der Zeit des Dritten Reichs spielen, unterschlagen dieses Fakt einfach.
  • Der feine britische Schnurrbart des Spions verschwindet, als er sich in Frankreich in die SS-Uniform wirft. Neben dem Feldgrau der deutschen und dem Gagelbraun der britischen Uniform sind es gerade solche Facetten, die die beiden Kulturen im Zweiten Weltkrieg unterscheiden. Da der rasierte Deutsche, dort der feine englische Offizier mit Schnurrbart.
  • Wenn ich mir die DVD zum Film kaufen werde, werde ich als erstes minutiös den Füllstand in den verschiedenen Schnitten von August Diehls "Stiefel" (Szene in der Kellerbar) untersuchen.
  • Mindestens zwei Mal hat man das Gefühl, als würde Tarantino sich der Werbefilmindustrie anbieten: Als sich Shosanna schminkt (ist das den Marketing-Fuzzis von L'Oréal aufgefallen?) und als Shosanna zusammen mit Hans Landa Apfelstrudel mit Rahm ist. Zerstört wird die Atmosphäre durch die brennende Zigarette, die Landa im Strudel ausdrückt.
  • Hinzu kommt der Top Gun-Moment, wo Shosanna im roten Abendkleid verträumt zum Fenster rausschaut. Deshalb Top Gun, weil der gespielte Soundtrack ein poppiger Song aus den 1980er zu sein scheint.
  • Und schlussendlich noch ein Zückerchen für Hebo: Ihm ist die Cinderella-Fusszene mit Frau von Hammersmark besonders in Auge gestochen und hat mich nach dem Kinobesuch darauf hingewiesen, dass Tarantino offensichtlich ein Fussfetischist sei (womit sich Hebo selber auch als ein solcher verraten hat, da Normalfetischisten sowas gar nicht auffallen würde). Meine Vermutung, dass man auf Youtube einen Zusammenschnitt von Tarantinos Fusszenen findet, hat sich bei der Rückkehr prompt bestätigt: Tarantino Fetish Mix
  • Ah, eigentlich sind es zwei Zückerchen für Hebo: Mélanie Laurent heisst die Schauspielerin, die die jüdische Kinobetreiberin spielt - und eine klassische Hebo-Frau ist.
  • Die brennende Leinwand, auf welches das Gesicht Shosannas projeziert wird, erinnert mich verdächtig an den Apple-Werbespot "1984".
  • Das gleich darauffolgende Massaker im Kino ist erfrischend anders - statt Tribunalen und anschliessenden Hinrichtungen von Hitlers willigen Helfern hätte man das Regime ja eigentlich auch so unschädlich machen können. Tarantino fällt damit aber auch irgendwie wieder in das undifferenzierte Schwarz-Weiss-Bild (sozusagen in Kavallerie und Indianer) zurück.
  • Das Ende ist enttäuschend: Ich war felsenfest davon überzeugt, dass sie Landa ebenfalls umbringen und skalpieren würden. Mieses Spiel!

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Donnerstag, Juli 30, 2009

Wenn Fussballfeste tödlich enden

bei den Vernehmungen stoßen die Ermittler auf ein hinderliches Phänomen: Viele Festteilnehmer hatten sich derart heillos betrunken, dass sie keine verlässlichen Angaben machen können. Manche erinnern sich nicht einmal mehr, wie und wann sie nach Hause gekommen sind.

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Verbrechen: Das Geheimnis der gelben Wolldecke - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama

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Dienstag, Juli 28, 2009

Alarmstufe Rot: Wäsche überträgt Krankheiten!

Bei der Schweinegrippe haben wir die unheilige Allianz zwischen Pharmaziefirmen (Die Schweinegrippe macht ihn mit jedem Tag reicher - noch Fragen?) und Angestellten, die die Berufsbezeichnung "Journalisten" längst abgesprochen erhalten sollen - und nun haben sich die Postillenschreiber ausgerechnet mit der Waschmittel- und Waschmaschinenindustrie verbündet, um uns vor neuen äusserst gefährlichen Gesundheitsschäden zu warnen:

Erkrankt eine Person, zum Beispiel an einer Grippe oder einem Fußpilz, sollten ihre Kleidungsstücke jedoch gesondert mit einem Vollwaschmittel bei 60 Grad in die Trommel gegeben werden.

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - 30-Grad-Wäsche: Waschmaschine wird zur Keimschleuder - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft

Die politisch nicht korrekte Antwort darauf wäre: "Habt ihr endgültig einen Flick fort?!"

Wenn das so weiter geht, erkläre ich 2009 als Jahr der übergeschnappten JournalistInnen. Frau Donner - Angehörige ihres Geschlechts reagieren erfahrungsgemäss deutlich stärker auf reale und gefühlte Hygienemissstände - hat zwar gründlich recherchiert und unzählige Meinungen eingeholt - doch diejenige Frage, die mich am meisten interessiert, hat sie nicht gestellt: Gehen wir hypothetisch davon aus, dass ich das perfekte Kleiderwaschregime entwickle, dafür für tausende von Franken Investitionen in neue Produkte tätige und schlussendlich keimfreie (!!!) Kleidgung aus der Waschmaschine ziehe. Spätestens wann - und in welcher Menge - treffe ich dann doch auf die pöhsen, pöhsen Keime? An Handgriffen von Türen, in der Strassenbahn, im Kontakt mit anderen Menschen, bei der Dusche im Fitness-Center ... Na? Aber solche Fragen entsprechen ja nicht der Auftrag eines professionellen Journalisten im 21. Jahrhundert. Nichts da von Komplexitätsreduktion und Einbettung des Berichts ins grössere Ganze - die Schreiberlinge sind ja nur noch dazu da sind, die Arbeitszeit und die Publikation auszufüllen. Die Qualität des Produkts ist dabei nebensächlich. Hauptsache fette Schlagzeile.

Wer immer noch Angst vor einer Ansteckung über Kleidungsstücke hat, soll sich zuerst überlegen, den Mitbewohner einer richtigen Quarantäne zu unterziehen.

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Freitag, Juli 24, 2009

Politik determiniert Sexualleben

Scheiss auf den Homo oeconomicus, der Homo politicus ist das (sexuelle) Mass aller Dinge:

Sozis und Grüne haben weniger Sex als FDP-Wähler.

Dafür steigen Mitte-Rechts-Wähler öfters in fremde Betten: 54 Prozent geben Seitensprünge zu. Vier Prozent mehr als bei den SPD-Wählern, den klassichen [sic!] Erben der freizügigen 68er-Generation. Die sexuell zufriedenen Liberalen sind gemäss Befragung am treuesten.

Quantität weisen linke Wähler beim Pornokonsum aus: Sie liegen mit 17 Prozent regelmässiger Konsumenten deutlich vor den anderen Parteigängern.

Quelle: Neue Studie: Sozis haben weniger Sex - Liebe - Liebe & Erotik - Blick.ch (via Jetzt auch noch das...)

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Sonntag, Juli 12, 2009

SPD: Gesetz gegen Wissenschaft- und Wirtschaftsprognosen

Arbeitsminister Scholz hingegen hatte die Rentengarantie verteidigt: Fast jeden Tag rechne "ein neuer schlauer Professor oder ein neues schlaues Institut" aus, was alles schiefgehen könne, hatte der SPD-Politiker erklärt. "Diesen Panikmachern, die bei vielen Millionen Rentnern Unsicherheit verbreiten, wollen wir mit der eindeutigen Sprache des Gesetzes Einhalt gebieten."

Quelle: Steuerzahlerbund attackiert Rentengarantie

Als nächste von der deutschen SPD: Ein Gesetz gegen die Verunsicherung der Erdbevölkerung durch "Stuss" von Klimawissenschaftlern! Steigen die Durchschnittstemperaturen, passt das Parlament einfach die Skala des Thermometers an. So einfach ist das!

Den Wald hat man in den 80ern ja genau gleich erfolgreich gerettet.

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Dienstag, Juli 07, 2009

Die Blogger des 18. Jahrhunderts

"Eine von den vielen Folgen, die die französische Revolution für Deutschland gehabt hat, ist die grosse Menge neuentstandener politischer Schriftsteller, Blattschreiber, und Buchmacher, die aus Zeitungsblättern (sollten es auch die elendesten im südlichen Deutschladen seyn) ihre Kenntnisse schöpfen, und dann sogleich die Feder in die Hand nehmen, um ihre Urtheile über die grossen Begebenheiten des Tages, der Welt mitzutheilen."

Quelle: Rolf E. Reichardt: Das Blut der Freiheit, S. 300.

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Samstag, Juni 27, 2009

Twitter "manipuliert" die Bundestagswahl?!

"Es wäre der GAU, wenn die Wählerbefragungen vor Schließung der Wahllokale öffentlich bekannt würden", sagt Bundeswahlleiter Roderich Egeler. Via Internet könnten dann Unentschlossene mobilisiert werden.

Quelle: Microblogging: Politiker fürchten Twitter-Manipulationen bei Bundestagswahl - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

Mein Tipp an die Politiker: Mobilisiert, egal was die Exitpolls versprechen - sprich, tut, was Politiker am besten können: Lügen! Ein komfortabler Vorsprung ist allemal besser, als die Wahlen wegen ein paar Tausend Stimmen zu verlieren.

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Samstag, Juni 13, 2009

Eltern und die Schule

Egal ob in Deutschland, in der Schweiz oder (aus aktuellem Anlass) in Neuenegg - Eltern machen Stunk:

Eltern sind die nervöseste Spezies, die mit Schule zu tun hat. Und die ungeduldigste Spezies. Sie wollen alles für ihr Kind - aber sie wissen oft kaum, wie Schule heute funktioniert. Ihre Devise lautet: Mein Kind first. Ihre Reformbereitschaft ist so ausgeprägt wie die Konrad Adenauers: "Keine Experimente." Eine brisante Melange für die Pisa-geschockte Gesellschaft. Denn die Schule braucht Reformen, sie braucht sie wie die Wüste das Wasser.

Aber auf Neues reagieren Eltern allergisch. Und militant.

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - "Mein Kind first": Wie Eltern gute Schulen verhindern - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL

Ob ich auch mal so werde? Wollen tu ich es nicht, aber wahrscheinlich wird man automatisch so ...

So sind sie, die Eltern. Sie wollen Schulreformen jetzt und sofort - aber bitte nur die, die ihrem Kind nützen. Sie kämpfen für Noten, aber wehe, wenn es der eigene Filius ist, der schlecht abschneidet. Sie sind für eine gerechte Gesellschaft. Aber nur, wenn nicht zu viele Migrantenkinder in die Klasse des eigenen Kindes drängen. Sie beschimpfen Lehrer als faule Säcke, aber sie werfen selten einen Blick in die Hefte ihrer Kinder.

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Samstag, Mai 02, 2009

Die Wahl des säubersten Verkehrsmittels

Kommenden Freitag geht es zwecks Wochenendausflug mit dem Zug von Bern nach München. Die Wahl des Verkehrsmittels habe ich bereits getroffen; es wird (wieder einmal) der Zug sein. Der wichtigste Grund für meine Entscheidung war aber nicht etwas, wie man es von einer grünen Socke wie mir erwarten könnte, die Sauberkeit des Verkehrsmittels - sondern schlicht und ergreifen der Preis: Die Zugsreise kostet mich dank meines Generalabonnements 137CHF, während Flüge zum Zeitpunkt der Zugbuchung bereits um die 400 bis 500 Franken teuer waren.

Wie nun ein Blick auf die Web-Site www.ecopassenger.com/ zeigt, war die Wahl des Verkehrsmittel in diesem Fall glücklicherweise auch die ökologischste. Der CO2-Ausstoss beträgt 18 Kilogramm im Vergleich zu 47,9 (Auto) und 76,7 (Flug). Bezüglich des Energieverbrauchs ist die Diskrepanz aber deutlich weniger stark, hier verbraucht der Zug 12,5 Liter "Energie" statt 22,4 oder gar 36,2.

(Eine Flugreise nach München hätte den Nachteil, dass man vom weit ausserhalb der Stadt liegenden Flughafen noch 45 Minuten mit dem Zug in die Innenstadt fahren müsste. Ein Vorteil wäre hingegen, dass man mit Lufthansa Direktflüge ab Bern-Belp buchen könnte - jetzt, da Bernmobil in einem dreijährigen Testbetrieb direkt an den Flughafen fährt, ist die Sache noch deutlich interessanter.)

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Dienstag, April 21, 2009

Jetzt hat auch der Maschinenbau einen unknackbaren Kopierschutz

"Nur wer im Besitz dieser Karte ist, kann die Maschine zum Laufen bringen", so Winzenried, dessen Firma auf Kopierschutz für PC-Software spezialisiert ist.

Quelle: FTD.de - Maschinenbau: Neue Technik schützt vor Produktpiraten - Industrie

Selbstverständlich möchte ich dieser Branche keine Rückständigkeit vorwerfen, doch hätte man nicht mit Blick auf die IT- und Medien-Industrie realisieren müssen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis auch der angeblich "perfekte" Kopierschutz ausgehebelt wird? Gerade die Chinesen, die man zu den Meistern der Fälscher zählen kann, wird ein solch doofer Chip wohl kaum abschrecken.

Fazit: Ausser Spesen nichts gewesen.

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Samstag, April 11, 2009

Randals Verschrottungs-Alpträume unbegründet

Endlich habe ich den ultimativen Beweis, dass Importeure und Garagisten nichts an die deutsche Verschrottungsprämie bezahlen müssen:

Tatsächlich ist die Bandbreite groß: Während die Autos mancherorts 15 Jahre alt sein müssen, können in anderen Ländern sogar Neuwagen verschrottet werden. Und nicht überall kommt wie in Deutschland allein der Staat für die Prämie auf.

Quelle: Wie die Welt abwrackt

Randal hatte letzte Woche behauptet, dass die Prämie teils vom Staat, teils von der Privatindustrie getragen werde. Tue nid ging lüge! Da ich ihn bereits lange kenne, habe ich ein Sensorium dafür entwickelt, wann seine Aussagen nicht für bare Münzen genommen werden dürfen - wie auch in diesem Fall.

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Mittwoch, April 08, 2009

Wie den Amis das duale Bildungssystem erklärt wird

In Germany, workers in a number of industries still study as apprentices for three-and-a-half years, during which time they work three days a week and earn a modest salary, and then go to school the other two days.

[...] The roots lie deep in German culture, experts say. "It has to do with the German lifestyle and career patterns," suggests Terwiesch. "In the U.S., it's all about change. People change jobs all the time: They do a startup, it doesn't work, they do another start up, or they go work for a company. They're constantly moving. Germany, on the other hand, is a society that favors stability."

Quelle: Innovation Thrives Among German Firms, Though Hurdles Persist - Knowledge@Wharton

Manchmal vergisst man als Schweizer leicht, dass nur sehr wenige (deutschsprachige) Länder ein duales Bildungssystem kennen. Laut Genosse Strahm einer der Trümpfe, wieso unser Land (immer noch) so reich ist ...

Ob das hier aber auch wirklich stimmt, wage ich zu bezweifeln:

Even at the very top of the company, he says, domain experts are still likely to be in charge. "You could take any board member from BMW and they could, by hand, take a car apart and put it together again," he says.

Sind doch alles BWL-Fachidioten, die lieber zehn MBAs machen als einmal einen Schraubenschlüssel in die Hände zu nehmen ...

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Samstag, April 04, 2009

Randal Unrecht getan

Außerdem wurde am 10. Juni 1987 das schon drei Jahre alte Debüt-Album „Debil“ wegen der Texte zu „Claudia hat ’nen Schäferhund“ und „Schlaflied“ indiziert.

Quelle: Die Ärzte - Wikipedia

Jetzt muss ich nur noch rausfinden, ob bei der deutschen Abwrackprämie die Garagisten und Importeure tatsächlich auch noch verpflichtet sind, je 500EUR einzuschiessen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein westeuropäischer Staat ein solches Gesetz erlassen könnte, dass diese beiden ungefragt zu einem Beitrag verpflichtet.

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Mittwoch, März 25, 2009

Das Hakenkreuz rettete auch Leben

Im Augenblick der Verzweiflung kommt ihm plötzlich die rettende Idee. Rabe, seit Jahren Mitglied der NSDAP, lässt eilends eine riesige Hakenkreuzfahne, die ihm die Partei nach China geschickt hat, entfalten. Zusammen mit zahllosen Einheimischen kauert er sich unter das Tuch. Und tatsächlich: Die mit Deutschland verbündeten Japaner stellen den Angriff ein.

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Kino: Gute Deutsche, böses Land - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur

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Mittwoch, März 11, 2009

Waffennarr Mousseman in den Startlöchern?

Eigentlich sollte es nicht mehr lange dauern, und Blogger René "Moussemann" Laederach wird uns wieder einmal weis machen wollen: "Wären Lehrer und Schüler ebenfalls bewaffnet gewesen, hätte es in Winnenden nur einen Toten gegeben - nämlich den Amokschützen selber."

Die Waffe, es soll sich um eine Pistole der Marke Beretta gehandelt haben, nahm er aus dem legalen Waffenarsenal seiner Eltern.

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Amoklauf in Baden-Württemberg: Tim K. - der Junge ohne Eigenschaften - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama

Ich hoffe, dass die Eltern der Vater (oder gibt es eigentlich Frauen, die Schusswaffen sammeln?) zur Rechenschaft gezogen wird, weil er seine Waffensammlung nicht vor Zugriff Dritter (und dazu gehört selbstverständlich auch der jugendliche Sohn) gesichert hatte.

Nachtrag

Na also, wer sagt's denn? Geht doch:

Ich vermute mal nicht, dass die komplett emaskulierte deutsche Bevölkerung sich, auch wenn sie hätte legal Waffen tragen dürfen, gegen einen solchen Spinner gewehrt hätte, da ihr der letzte Rest Kampfeswille ausgetrieben wurde (bis auf wenige Exempel - z.B. den Amokläufer), aber die Frage muss im Raum stehen, was passiert wäre, wenn einer der Lehrer die Mittel gehabt hätte, den Täter komplett unschädlich zu machen. Amokläufer können ihr Werk nämlich nur verrichten, wenn sich niemand wehrt oder wehren will.

Quelle: Die Deutschen haben vermutlich bald ein Waffentotalverbot | Snoop InfoSystems

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Dienstag, Januar 27, 2009

Staatskredite für alle!

"Im Zuge der allgemeinen Sozialisierung unternehmerischer Verluste möchte ich eine Bürgschaft von vergleichsweise bescheidenen 50.000 Euro bei der Bundesregierung beantragen."

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Mittelstandsbürgschaft: Rettungsschirm für Geschnetzeltes - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

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Dienstag, Januar 27, 2009

Wenn 5 mal 200'000 keine Million ist

Ab 1 Mio. Euro müssen Steuersünder hinter Gittern. Das ist die bisher gängige Interpretation eines Urteils des Bundesgerichtshofs. Doch der Zumwinkel-Prozess brachte eine überraschend neue Erkenntnis: Wer fünf Mal 200.000 Euro hinterzieht, hinterzieht noch lange nicht eine Million.

Quelle: FTD.de - Recht + Steuern: Glückliche Fügung für Steuersünder - Recht + Steuern

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Donnerstag, Januar 22, 2009

Akte X stand Pate

Schade, dass die Serie bereits sehr, sehr lange abgesetzt ist. Ansonsten hätte man aus folgender Story eine atemberaubende Folge drehen können:

"I think Candido Godoi may have been Mengele's laboratory, where he finally managed to fulfil his dreams of creating a master race of blond haired, blue eyed Aryans," he said.

Quelle: Nazi angel of death Josef Mengele 'created twin town in Brazil' - Telegraph

... oder Spielberg/Lucas machen daraus Indiana Jones and the village of the Nazi clo(w)nes. Die Geschichte würde auch gut ins Repertoire von M. Night Shyamalan passen.

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Samstag, Januar 03, 2009

Politiker sind die neuen Supermenschen

Als Politiker steht man ja stark im Rampenlicht der Öffentlichkeit, (fast) jeder Schritt wird von unzähligen Augen beobachtet. Kein Wunder, dass jede noch so kleinen, aber auch die grösseren Wehwechen dieser Gattung Berufsmensch mit Besorgnis in den Medien ausgebreitet wird.

In den letzten Monaten hat es mindestens drei Zeitgenossen so "richtig erwischt". Fast noch erstaunlicher ist aber, dass diese relativ rasch genesen zu scheinen - so rasch, dass zwei der drei trotz grosser Erkrankung wieder voller Tatendrang politisieren:

  • Bundesrat Merz. Schon musste man nach den ersten Nachrichtenmeldungen mit dem Schlimmsten rechnen: Merz hatte an einem Wochenende im September einen Herz-Kreislauf-Kollaps erlitten und schwebte in Lebensgefahr. Wenige Wochen später, bei der Wahl Ueli Maurers in den Bundesrat, lächelt Merz im Bundeshaus umringt von seinen Bundesrats-KollegInnen spitzbübisch in die Kamera.
  • Nationalrat Christoph Mörgeli. Obwohl er zum Unfallzeitpunkt eigentlich im Nationalratssaal sitzen und den Diskussionen um den UBS-Bailout hätte lauschen sollen, kurvt er noch im Zürcher Oberland rum (Stäfa liegt im Oberland, oder?). Im Nachgang wird verlautet, Mörgeli habe seine Aktentasche zu Hause vergessen und hätte mit seinem Auto noch einmal umkehren müssen, um die Tasche holen zu gehen. Nach seinem schweren Unfall spürt Mörgeli Arme und Beine nicht mehr und kann sie auch nicht bewegen. Grund: Prellung des Rückenmarks. Mittlerweile befindet er sich aber auf dem Weg zur Besserung und macht gewaltige Fortschritte. Er schreibt drei Wochen nach seinem Unfall wieder munter Kolumnen und wird wohl irgendwann in diesem Jahr in den nationalen Politbetrieb zurückkehren.
  • Ministerpräsident Althaus. Kollidiert in den Winterferien auf der Piste mit einer Frau. Sie stirbt an den Verletzungen; er überlebt - vermutlich, weil er einen Skihelm trägt, muss aber in ein künstliches Koma versetzt werden. Mittlerweile ist er aufgewacht und scheint nicht beeinträchtigt zu sein (er weiss seinen Namen, sein Geburtsdatum und kann seine Gliedmassen bewegen).

Eines haben die drei Menschen spontan überlegt gemeinsam: Sie sind alle recht hagere Männer (kein Bellevue-Apéro-Bäuchlein). Zumindest zwei scheinen regelmässig und intensiv Sport zu treiben. Es kann gut sein, dass diese Eigenschaften bei der Genesung mithelfen.

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Freitag, Januar 02, 2009

Die echten Unternehmer tadeln die Banker

Natürlich brauchen wir akute Finanzhilfen, auch wenn mir nicht ganz einleuchtet, weshalb jetzt ausgerechnet die als Erste Geld vom Staat bekommen sollen, die am schlechtesten gewirtschaftet haben.

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Ökonomie: "Die Welt hat viel zu sehr auf Pump gelebt" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

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Samstag, Dezember 27, 2008

Der Elektro-Volkswagen 2010 ist eine Illusion - wirklich?

wir dürfen dem Verbraucher nicht den Eindruck vermitteln, dass es 2010 ein Elektroauto gibt, das bezahlbar wäre und den heutigen Fahranforderungen entspricht

Quelle: Autokrise: Bosch kritisiert Hype um Elektroautos - manager-magazin.de

Zwei Seelen leben in meiner Brust: Ich bin - ebenso wie Bosch - skeptisch, dass die technologische Entwicklung innert ein, zwei Jahren den Elektro-Volkswagen bringt. Wider die Technikgläubigkeit, die den Homo Sapiens im 21. Jahrhundert von allen derzeit bekannten Problemen erlösen wird (und falls unerwarteterweise doch unzählige unintended consequences zu lösen wären)

Andererseits rebelliert die zweite Seele, die mit scharfer Zunge bemerkt: "Nun, Bosch, wenn ihr das nicht hinkriegt schafft es halt ein fähigerer Mitbewerber (bspw. ein Startup) - das ist Marktwirtschaft!". Als Historiker erinnere ich mich bei "Das ist unmöglich!"-Aussagen an John F. Kennedy, der 1962 in einer euphorischen Rede behauptete:

"We choose to go to the moon. We choose to go to the moon in this decade and do the other things, not because they are easy, but because they are hard, because that goal will serve to organize and measure the best of our energies and skills, because that challenge is one that we are willing to accept, one we are unwilling to postpone, and one which we intend to win, and the others, too."

Quelle:

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Dienstag, Dezember 23, 2008

Besondere Einreisebestimmungen für Israel

Für deutsche Staatsbürger, die vor 1928 geboren sind, benötigen wir folgende Unterlagen, um ein Visum nach Israel austellen zu können:

Quelle: The Israeli Government's Official Website, by the Ministry of Foreign Affairs

Der Grund für diese komische Frage? Das für die Einreise erforderliche Formular erklärt alles ...

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Samstag, November 15, 2008

Die besten Autobauer der Welt

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende und NRW-Ministerpräsident, Jürgen Rüttgers, stellt den deutschen Herstellern über den Fall Opel hinaus Hilfen in Aussicht. "Wir müssen der deutschen Autoindustrie helfen. Sie baut die besten Autos der Welt",

Quelle: Krisengipfel im Kanzleramt: Merkel macht Opel zur Chefsache - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

Mögen die Deutschen die "besten" Autos bauen (meine Meinung aus Sicht eines neutralen Beobachters: Toyota), doch anscheinend ging bei all den Lobgesängen und Schulterklopfen unter, dass man vielleicht auch darauf achten sollte, dass mit dem "besten Autos" dann auch Gewinne erzielt werden (wäre das nicht eine logische Konsequenz, wenn man das "beste" Auto auf dem Markt besitzt? Irgendwie gelten in Rüsselsheim wohl andere Marktkräfte ...)

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Sonntag, November 09, 2008

Lebensraum im Osten

Oder: Die Deutschen sind ohne Waffengewalt zurück ...

Warum deutsche Bauern Russlands Äcker bestellen

Barbarrossa

1941 hatten es die Nationalsozialisten ebenfalls auf die fruchtbare Erde der Ukraine und West-Russlands abgesehen. Damals versuchte Hitler mit eine gewaltigen Heer, die Ernährungsgrundlage des deutschen Voiks mit einem schlussendlich vier Jahre dauernden "Blitzkrieg" sicherzustellen.

Nun sind die Deutschen also zurück, aber dem Zeitgeist entsprechend in guter wirtschaftsliberaler Manier (welche die Nazis zeitlebens verabscheuten). Statt mit Waffen kommt man mit Geld und Know-How - zum Wohle aller, wenn man den ökonomischen Theorien von Adam Smith glauben mag.

Verlorene Autarkie

Ironisch mutet höchstens an, dass sich Russland heute nicht mehr selbst ernähren kann (Herbert Backe, Nazi-Landwirtschaftsminister, veranschlagte in einem 1942 erschienen Werk die Ernährungsfähigkeit von Russland auf 100%). Der Autor des nun erschienenen Artikels schätzt die Menge importierter Lebensmittel auf 40, in gewissen Regionen gar 70 Prozent ...

Schweizer in der Ukraine

Im heutigen Magazin gibt es einen ähnlich lautenden Artikel. In diesem Fall dreht sich die Geschichte aber um einen Schweizer Landwirten, der sein Glück (erfolglos) ind er Ukraine versucht (im Land der Orangen Revolution und Tchernobyl herschen katastrophale Verhältnisse, was die Rechtstaatlichkeit betrifft):

Moritz steckt ein

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Dienstag, Oktober 28, 2008

Weitere Parallelen zur Weltwirtschaftskrise ab 1929?

Es wäre jedoch falsch, anzunehmen, dass erst mit den Nationalsozialisten jene Entwicklung begonnen hätte, die schliesslich bei der Verschmelzung der wichtigsten Zweige der Grossindustrie mit dem Apparat der staatlichen Wirtschaftspolitik endete. Dieser Prozess ist vielmehr in dem grösseren Zusammenhang des Wandels vom liberalen Konkurrenzkapitalismus des 19. Jahrhunderts zu monopolisierten und kartellierten Wirtschaftssystem der Zwischenkriegsjahre zu sehen, das immer stärkere Eingriffe des Staates bedurfte, um nicht an den ihm immanenten Konjunkturkrisen zugrunde zu gehen.

Quelle: Dieter Petzina, "Autarkiepolitik im Dritten Reich. Der nationalsozialistische Vierjahresplan", Stuttgart 1968, S. 17.

Wenn ich das so lese, schwant mir Böses. Wenn sich Geschichte ähnlich wiederholt, haben wir erst nur den klitzekleinen Anfang von Staatsinterventionismus gesehen - erwartet uns die nächsten 5-10 Jahre noch viel, viel mehr in dieser Hinsicht? Und steht am Schluss vielleicht gar so ein richtig grosser, seit langem nicht mehr dagewesener Weltkrieg?

Noch können es die "Masters of the Universe", die superintelligenten Ökonomen sowie die Politiker anders richten als vor 80 Jahren ...

Eine Entwicklung lässt sich aber wohl nicht mehr stoppen:

Um so schockartiger wandten sich grosse Teile der Bevölkerung mit der Weltwirtschaftskrise vom Wirtschaftsliberalismus ab, in dem sie die Ursache der Krise erblickten.

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Dienstag, Oktober 28, 2008

Der Effekt von Leerverkäufen am lebenden Beispiel

Der Großeinkauf von VW-Aktien durch Porsche hat die Spekulanten kalt erwischt: Die Hedgefonds, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, verloren an einem Tag bis zu 15 Milliarden Euro, berichtet die "Financial Times". Erstmals kosteten die Titel jetzt mehr als 1000 Euro.

Quelle: Leerverkäufe: Hedgefonds verzockten fast 15 Milliarden Euro mit VW-Aktien - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

Hedge-Funds "wetteten" auf sinkende Aktienpreise der Firma VW (fast wie im Casino beim Roulette, aber natürlich viel wissenschaftlicher). Leider stieg der Kurs aber, weil Porsche den Laden aufkaufen will. Da die "Finanzgenies" die Wetten mit sog. Leerverkäufen durchführten (man besitzt die Aktien noch gar nicht, weil man diese erst kaufen will, wenn die Preise stark gefallen sind), mussten sie in einer Feuerwehrübung die auf dem Markt noch verfügbaren Aktien nachkaufen, um den Schaden zu minimieren.

Doch nun setzte umgehend die geniale Marktwirtschaft ein: Wenn das Angebot klein, die Nachfrage aber gross ist, steigen die Preise des nachgefragten Produktes ... Arme Hedge-Funds. Sind deren Manager bald ein Fall für die Sozialhilfe? Vielleicht finden sie ja als Croupier einen Job.

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Freitag, Oktober 24, 2008

Finanzkrisen und ihre politischen Auswüchse

Adolf Hitler in einer Rede am 10. Juli 1932:

Der deutsche Bauer verelendet, der Mittelstand ruiniert, die sozialen Hoffnungen vieler Millionen Menschen vernichtet, ein Drittel aller im Erwerbsleben stehenden deutschen Männer und Frauen ohne Arbeit und damit ohne Verdienst, das Reich, die Kommunen und die Länder überschuldet, sämtliche Finanzen in Unordnung und alle Kassen leer.

Quelle: Max Domarus, 1965, "Hitler. Reden 1932 bis 1945", S. 115.

Und wer war daran Schuld? Hitler in einer Rede vom 16. Februar 1932:

Der Nationalsozialismus stellt die Lebensgesetze des Volkes höher als die Interessen des internationalen Finanzkapitals, welche zur Vernichtung aller naturgemässen Grundlagen des deutschen Volkes und der deutschen Wirtschaft geführt haben.

Blüht uns so etwas ähnliches in den nächsten Jahren auch wieder? Wehe, denn solche Finanz- und Wirtschaftskrisen scheinen in Vergangenheit ja den Grundstein für einen Weltkrieg gelegt zu haben ...

(Als Historiker muss ich natürlich beifügen, dass sich Geschichte nicht wiederholt. Aber manchmal entwickeln sich Dinge doch sehr ähnlich)

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Montag, Oktober 20, 2008

Wehe, wer Rettungspakete nicht gut findet!

Der Bankmanager hat nach Informationen des SPIEGEL in Bezug auf sein Institut jüngst erklärt: "Ich würde mich schämen, wenn wir Staatsgeld annehmen würden." Die Aussage führte am Montag zu harscher Kritik an Ackermann. Im wurde vorgeworfen, das staatliche Rettungspaket für das Finanzwesen in Misskredit gebracht zu haben.

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Kritik am Rettungspaket: Steinbrück fordert Klarstellung von Ackermann - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

Spinnen die jetzt endgültig? Das sind ja Zustände wie im kommunistischen Moskau.

Ackermann nutze die Situation "auch noch, um einen Wettbewerbsvorteil für sein Institut zu machen, und macht es den anderen schwerer, das Angebot in Anspruch zu nehmen"

Pöhser, pöhser Ackermann!

Mal im Ernst: Wenn Banken das Hilfspaket in Anspruch nehmen müssen, sollte man deren CEOs und Verwaltungsräte nackt durch die ganze Stadt treiben - von der Filiale bis zur Tür des Finanzministeriums! Damit's denen so ultrapeinlich wird, dass sie solche Fehler garantiert niemals mehr wiederholen.

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Sonntag, Oktober 12, 2008

Bankenkrise, das neue Brettspiel

Dank: Ändu

Der Clip wäre wirklich zum Totlachen, wenn das Gezeigte nicht so derart nah an die Realität herankommen würde ...

Nachtrag: Die Kommentare dazu sind auch sauglatt:

Wer die Spielregeln nicht kapiert, macht den Paulson und darf sich neue Regeln ausdenken

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Dienstag, August 26, 2008

Und plötzlich zählen Patente nichts mehr

Für die USA bekam die synthetische Produktion von Kautschuk Bedeutung, nachdem Japan im Zweiten Weltkrieg die USA von ihrem wichtigsten Kautschuk-Lieferanten Malaysia abgeschnitten hatte. Die Patente für Buna lagen aber bei der Standard Oil of New Jersey, welche sich aufgrund eines Abkommens mit der I.G. Farben weigerte, die Buna-Patente für den amerikanischen Markt freizugeben, worauf eine Untersuchungskommission Standard Oil of New Jersey einer "fortgesetzten Verschwörung zugunsten Deutschlands" bezichtigte und Harry S. Truman auf einer Pressekonferenz von „Verrat“ sprach. Der amerikanische Kongress beschloss die Freigabe der Buna-Patente für Amerika, die Standard Oil of New Jersey musste nachgeben.

Quelle: Buna (Kautschuk) – Wikipedia

Zwei Erkenntnisse:

  • Patente, durch Gesetze geschützt, können sehr rasch obsolet werden - wenn es Politiker nur wollen. Aktuelles Stichwort: Parallelimporte.
  • Interessant zudem, wie "unpatriotisch" sich die Standard Oil of New Jersey verhielt (oder: wie eng die Verflechtungen zwischen der deutschen und der us-amerikanischen Wirtschaft waren, obwohl die Länder gegeneinander Krieg führten)

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Mittwoch, August 20, 2008

Definitiv schlechte Zeiten für neoliberale Geister

Die Deutschen schicken sich an, ihre Wirtschaft vor pöhsen, pöhsen ausländischen Investoren zu "schützen". Die Franzosen tun das ja bereits seit längerem ...

Damit könnte die Regierung künftig das Engagement eines ausländischen Investors von mehr als 25 Prozent an einem deutschen Unternehmen untersagen.

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Gesetz: Kabinett beschließt Schutz vor ausländischen Übernahmen - Wirtschaft

Ich finde: Solange die Kirche im Dorf Industrie im Land bleibt, sollte man den freien Markt spielen lassen.

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Dienstag, August 19, 2008

Zur Hochzeit gibt es Mein Kampf mit dazu

"Mein Kampf" - Ob das wohl der Untertitel einer jeden Heirat sein sollte?

Ab 1936 wurde von den Standesämtern deutschen Brautpaaren anstatt der Bibel Mein Kampf auf Staatskosten geschenkt.

Quelle: Mein Kampf – Wikipedia

Noch bizarrer ist folgende Entwicklung:

Da Hitler bis zu seinem Tod mit Wohnsitz am Prinzregentenplatz 16 in München gemeldet war, wurde sein Vermögen, das von den Alliierten beschlagnahmt worden war, nach Kriegsende vom Freistaat Bayern eingezogen. Zu diesen Vermögenswerten zählen nach Ansicht des Freistaats Bayern auch die Nutzungsrechte an Mein Kampf. Sie enden am 31. Dezember 2015 (70 Jahre nach Hitlers Tod, gemäß Urheberrechtsgesetz). Der Bayerische Staat geht gegen unkommentierte oder vollständige Nachdrucke mit allen rechtlichen Mitteln vor.

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Montag, August 18, 2008

Wenn deutsche Parlamentarier nach Kalifornien reisen

Ich hätte alles gegeben, um mit dieser Spasti-Truppe durch den Sonnenstaat zu "tourisieren":

Dieser Service sollte wohl vor allem der Freizeitgestaltung dienen. Vor Reiseantritt habe Krüger "wiederholt" darauf hingewiesen, "dass das Programm bitte nicht mit inhaltlichen Terminen zu überfrachten sei und genug Zeit zur freien Verfügung bleiben möge", notierte Generalkonsul Schütte.

[...] Jene "souveräne Entscheidung" beim Frühstück, die Termine in Sacramento platzen zu lassen, begründet Widmann-Mauz damit, dass ihnen dort ohnehin nur Gespräche mit Mitarbeitern von Abgeordneten sicher gewesen seien. "Wir legen schon Wert auf Augenhöhe", sagt die CDU-Frau.Für die Absage musste der Generalkonsul eine "Notlüge" - Erkrankung der Delegationsleiterin Widmann-Mauz - erfinden.

Quelle: Abgeordnete: Neger gesucht - Politik - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

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Sonntag, August 17, 2008

Deutsche Ministerin mit Allüren

26.500 Euro für 146 Kilometer: Forschungsministerin Annette Schavan wird wegen der Nutzung der Bundeswehr-Flugbereitschaft kritisiert. Die CDU-Politikerin flog im Helikopter von Stuttgart nach Zürich - für einen Vortrag und ein Interview. Der Linienflug hätte 329 Euro gekostet.

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Flugbereitschaft: Helikopter-Trip nach Zürich bringt Schavan in Bedrängnis - Politik

Dank dem Blick wissen wir glücklicherweise auch, wie viele Flugkilometer unsere schweizerischen Bundesräte diesen Sommer auf dem Buckel haben.

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Freitag, August 15, 2008

Ich will da rein! - Der muss da raus!

In Malle hatte ich mit Kollege Zgräsch (derzeit mit Kegelhut als Vietcong getarnt in HCMC unterwegs) eine kleinere Suff-Diskussion, in der er immer wieder Stoibers "Der muss da wieder raus!" nachäffte:

Ich wies ihn darauf hin, dass Stoibers Aktion Bezug nahm auf eine weit, weit in der Vergangenheit liegende Aktion Schröders - erst so macht das ganze Sinn und wird doppelt lustig:

Es gibt eine immer wieder gern erzählte Legende um Gerhard Schröder: Vor Jahren soll der junge SPD-Bundestagsabgeordnete im Scherz am Zaun des Bundeskanzleramts gerüttelt und dabei gerufen haben: "Ich will da rein."

Quelle: Gerhard Schröder

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Montag, August 04, 2008

Pendlerpauschale: Ja, aber nur für Smarts

"Ich verstehe nicht, warum 15 Liter Spritverbrauch pro 100 Kilometer bei einem Geländewagen als Dienstkraftfahrzeug steuerlich abgesetzt werden können, wenn der Halter ein solches Auto für seine beruflichen Tätigkeiten nicht braucht"

Quelle: Kampf gegen Spritschlucker: Gabriel will Staatshilfen für Dienstwagen kürzen - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

Recht hat Sigmar!

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Donnerstag, Juli 10, 2008

Erste iPhone-Testberichte tauchen im deutschsprachigen Netz auf

Nach Onkel Walt und zwei anderen us-amerikanischen Medien-Koryphäen dürfen nun auch deutschsprachige Journalisten über ihr Erfahrungen mit dem iPhone 3G berichten:

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Dienstag, Juli 08, 2008

Obama in Berlin

Wäre ich am 24. Juli 2008 nicht in den Ferien, würde ich glatt einen Flug nach Berlin buchen (aber sicher nicht mit Air Berlin):

Wann kommt er, wen trifft er, und vor allem: Was sagt er? Seit Tagen sorgten Barack Obamas Berlin-Reisepläne für Spekulationen. Nachdem der Termin 24. Juli feststeht, wird nun immer deutlicher: Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber plant für seinen Besuch in der deutschen Hauptstadt eine Grundsatzrede zum transatlantischen Verhältnis.

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Deutschland-Besuch: Obama will in Berliner Rede deutsch-amerikanische Freundschaft wiederbeleben - Politik

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Dienstag, Juli 08, 2008

Sollen Erdölsteuern gesenkt werden?

"Was passiert, wenn der Rohölpreis eines Tages bei 150, 160, 170 Dollar ist - wollen Sie dann fortlaufend dagegen ansubventionieren?"

Quelle: Hoher Spritpreis: Steinbrück verweigert Steuersenkung - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

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Sonntag, Juli 06, 2008

Die Marktwirtschaft wird auch mit hohem Ölpreis funktionieren

Diese Entwicklung steht doch in jedem Lehrbuch der Marktwirtschaft: Wer nicht effizient genug geschäftet, wird ausgelöscht. Dank der so einsetzenden Verknappung des Angebots lassen sich wenig später höhere Preise durchsetzen. Sollten die Ökonomen nicht jubeln?

Akuten Alarm schlägt die Verkehrsbranche. "Für das Transportgewebe ist die Dieselpreisbelastung katastrophal", sagte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes Verkehrsgewerbe Niedersachsen, Bernward Franzky. Innerhalb eines Jahres habe es eine Mehrbelastung von 12.000 Euro pro Lastwagen gegeben. Dies könnten die Speditionen nicht ausgleichen. Dazu komme die geplante Erhöhung der Lkw-Maut, die im Schnitt von 13,5 auf 16,3 Cent pro Kilometer angehoben werden solle. "Das macht pro Lastwagen pro Jahr noch einmal eine Mehrbelastung von 9500 Euro."

Allein in Niedersachsen drohten wegen der Mehrbelastungen 300 Speditionen in die Insolvenz zu gehen, bundesweit seien es rund 3000, sagte Franzky. Dies wären vier Mal mehr als im vergangenen Jahr.

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Unternehmensumfrage: Ölpreisrekorde erschüttern Mittelstand - Wirtschaft

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Freitag, Juli 04, 2008

Vormarsch der Macs in Unternehmen?

Der Axel-Springer-Verlag will konzernweit nur noch Apple-Rechner benutzen. Zum Einsatz kommt die gesamte Hardware-Palette vom Macbook (Pro) über das Airbook, den iMac bis zum MacPro. Das iPhone will der Verlag ebenfalls verwenden. Lediglich die Mac-Server fehlen in der Ankündigung.

Quelle: heise online - Axel-Springer-Verlag stellt komplett auf Apple-Rechner um

Ich gratuliere dem Axel-Springer-Verlag zu diesem mutigen Schnitt. Selbstverständlich waren aber (Zeitungs-)verlage schon seit jeher deutlich Mac-affiner als beispielsweise Banken oder Grosskonzerne wie Die Schweizerische Post, Swisscom etc.

Microsoft wird mit dem Rohrkrepier und der Bloatware Vista dem Verlag die Wahl sicherlich erleichtert haben. Auch habe ich das Gefühl, dass Unternehmen, die sich in den 90ern nicht in den Microsoftschen Vendor-Lock-In begeben haben, heute deutlich flexibler agieren können.

Gespannt warte ich nun auf Case Studies, ob und wie eine Mac-Systemlandschaft mit hunderten Rechnern zentral betreut werden kann.

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Sonntag, Juni 29, 2008

Wenn Linke sich als Ökonomen versuchen

[Ludwig] Stiegler [SPD Fraktionsvorsitzender] sagte, würden die Effekte von Energie- und Lebensmittelpreisen herausgerechnet, gebe es gar kein Inflationsproblem. Die EZB solle die Inflation "einfach abrollen lassen". 2009 gehe die Preissteigerung wegen des globalen Abschwungs eh zurück, sagte Stiegler.

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Stagflationsgefahren: Steinbrück warnt EZB vor Zinserhöhung - Wirtschaft

Manchmal tut es weh, ein Linker zu sein ...

Wenn sich Herr Stiegler seiner Sache so sicher ist, sollte er - sagen wir mal - 100'000 Euro seines Vermögens in so komische Finanz-Derivate-Hebel-Dingsbums-Produkte investieren, die ihm beim Rückgang der Inflation einen Heidengewinn realisieren.

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Dienstag, Juni 24, 2008

Wieso zahlt uns der Staat nicht das Benzin?!

Nämlich, Herr Giezendanner!

Dass die hohen Energiekosten für Arbeitslosengeld-II-Empfänger oder mittellose Erwerbsunfähige ein Problem sind, ist auch den Experten klar. Aber sie schlagen andere Lösungen vor.

Es gehe nicht darum, wie man Energie bezuschussen könne, sagt Boss - "sondern wie man weniger verbraucht".

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Konsum-Unlust: Wieso keiner den Verbrauchern wirklich helfen kann - Wirtschaft

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Sonntag, Juni 22, 2008

Wahlplakate aus der Weimarer Republik

Spätestens 2011 kann man sicherlich wieder Vergleiche zwischen SVP- und NSDAP-Plakaten ziehen. In der Zwischenzeit sieht man sich Scans von Wahlplakaten aus der Weimarer Republik durch (auch Plakate der Sozialdemokraten und Kommunisten finden sich im Archiv):

Wahlplakate-Archiv.de

Dank: Jan Schuster für den persönlichen Hinweis und die Digitalisierung der Wahlplakate

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Mittwoch, Juni 18, 2008

Jetzt wird's auch für europäische Airlines ernst

Mein Gebete gelten allen, die in dieser Branche ihr Brot verdienen. Und selbstverständlich auch ein wenig denen, die Tickets für Flüge in den nächsten Monaten bereits bezahlt haben*. "Fasten your seatbelts, it's gonna be a bumpy ride!"

Die deutschen Airlines stecken in massiven Schwierigkeiten: Air Berlin streicht zum Winterflugplan sein Streckennetz zusammen. Und TUIflys frühe Veröffentlichung des Sommerflugplans 2009 zeigt, dass die Fusion mit Germanwings noch dauern kann.

Quelle: FTD.de - Industrie - Teures Kerosin - Air Berlin dünnt Streckennetz aus - Seite 1 von 2

*) Ich habe übrigens auch ein Flugticket in meinem Schrank liegen, das ich am 12. Juli einlösen werde. Ganz sicher. Denn Air France ist - genau so wie Grossbanken - "too big to fail"

Übrigens: Steigen die Benzinkosten auf 2.00 Franken pro Liter, fliege ich billiger an die Côte d'Azur als meine zwei Kollegen, die das Auto nehmen (1200km hin und zurück und ein Verbrauch von 8.6l/100km ergeben Benzinkosten von 206.40 Franken - ohne Péage, Opportunitätskosten, Staus, Parkplatzkosten vor Ort, Einbruchsdiebstahl und Unfällen).

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Dienstag, Juni 17, 2008

Rayonverbot für Trainer

Was mir im Eifer des Gefechts kurzzeitig entfiel: Gestern, am Match zwischen Deutschland und Österreich, erhielten die beiden Trainer einen Platzverweis. SPIEGEL online hat die Bilder (unbedingt die Kommentare lesen):

Eklat am Spielfeldrand: Wie Löw vom Platz flog

Noch kurioser ist aber folgende Entwicklung:

Für Löw ist der ganze Vorfall keineswegs unproblematisch. Der Bundestrainer ist gemäß den Uefa-Regularien jetzt für das Viertelfinalspiel am Donnerstag gegen Portugal in Basel vorläufig gesperrt.

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Streit am Spielfeldrand: Protokoll des Löw-Aufstands - Sport

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Samstag, Juni 07, 2008

Schäuble, einfach mal Fresse halten!

Diesen Terror-Scheiss kann ich nicht mehr hören! Steht uns etwa "Der Angriff der besoffenen Klompen-Bomber" bevor?

Die Gefahr eines Terroranschlags bei der Fussball-Europameisternschaft ist nach Einschätzung des deutschen Innenministers Wolfgang Schäuble unverändert hoch.

Quelle: Schäuble warnt vor Terrorgefahr - Ausland - Tages-Anzeiger

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Sonntag, Juni 01, 2008

Grau-schwarze Westen in deutschen Chefetagen

Erst VW, dann Siemens, nun Telekom: Es läuft etwas schief in deutschen Chefetagen.

[...] Dort hat sich ganz offensichtlich eine Denke entwickelt, die sich zunehmend entfernt von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Die jüngsten Unternehmensskandale lassen gar keinen anderen Schluss zu.

[...] Es zeigt in einem Teil der Wirtschaftselite eine große Verachtung für den Staat, dessen Spielregeln und dessen Repräsentanten.

Etliche Manager verstehen nicht oder wollen nicht verstehen, dass Politik anders funktioniert als ein Konzern. In einem Unternehmen kann man von oben nach unten durchregieren. In einem demokratischen Staat mit seinen Parteien, Interessengruppen und Verfassungsgerichten funktioniert das nicht.

Quelle: FTD.de - Kolumnen - Kolumne - Andreas Theyssen: Uns kann keiner - Seite 1 von 2

Fehlt eigentlich nur noch ein Steuerskandal mit Mittelsmännern in der Schweiz und in Liechtenstein ...

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Dienstag, Mai 27, 2008

Die Deutschen haben ausgemelkt

Als hätten wir nicht schon genug (echte und unechte) Engpässe:

Die zentrale Forderung des BDM ist ein Basispreis von 43 Cent pro Liter. Der Vorsitzende des Bundesverbands der Deutschen Milchviehhalter, Romuald Schaber, sagte, er rechne mit einer bundesweiten Beteiligung von rund 80 Prozent. Bald würden vor allem frische Produkte wie Milch und Joghurt knapp in den Supermarktregalen.

Quelle: Boykott: Tausende Landwirte schütten Milch weg - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

Lesenswert: Warum die Milch so billig ist

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Sonntag, Mai 25, 2008

Ich fahre Bosch

In jedem BMW, Mercedes oder Audi stecken heute mehr Teile und Entwicklungen von Zulieferern als von den Herstellern selbst.

[...] Besonders kompliziert ist die Situation für die Premium-Hersteller, die ihre hohen Preise nicht zuletzt mit ihrem Vorsprung durch Technik rechtfertigen.

Quelle: Neue Machtbalance: Zulieferer revolutionieren die Autobranche - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

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Samstag, Mai 24, 2008

Ungesunde Nahrungsmittel beschönigend kennzeichnen

Bereits im September 2007 habe ich mich gewundert, wie Coca Cola seine Kunden für dumm verkauft. Auch der Spiegel hat sich nun mit dem Problem der Nährwertangaben auf Nahrungsmitteln auseinandergesetzt. Ein äusserst lesenswerter Artikel (auch du, Randal?):

um die Nährwertangaben möglichst gering zu halten, wird dem Verbraucher empfohlen, bei Erdnüssen und Chips nur eine winzige Handvoll von 25 Gramm zu essen, von der Tiefkühlpizza soll die Hälfte liegen gelassen und auch von der Halbliterflasche Cola darf nur die Hälfte getrunken werden.

Quelle: Nahrungsmittelkennzeichnung: Verbraucherschützer enttarnen Kalorienbomben - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

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Samstag, Mai 24, 2008

Demokratie 2.0: Doppeltes Stimmgewicht

Das Papier trägt den Titel "Drei Thesen zur Stärkung der Leistungsträger". Ludewig fordert darin: "Diejenigen, die den deutschen Wohlfahrtsstaat finanzieren und stützen, müssen in diesem Land wieder mehr Einfluss bekommen. Die Lösung könnte ein doppeltes Wahl- und Stimmrecht sein." Allein mit "Hartz IV-Beziehern und Rentnern" könne der soziale Ausgleich in Deutschland nicht funktionieren.

Quelle: Absurder Vorstoß: CDU-Verbands-Chef will Rentner zu Wählern zweiter Klasse degradieren - Politik - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

Tolle Idee. Dieses "one man, one vote"-Geschwafel war auch mir seit jeher im Dorn im Auge. Zurück zum geschassten Dreiklassenwahlrecht des guten, alten Preussens:

Der Begriff Dreiklassenwahlrecht wird allgemein für das Wahlrecht verwendet, das 1849 von Friedrich Wilhelm IV. zur Wahl der zweiten Kammer des Preußischen Landtags, dem Abgeordnetenhaus, eingeführt wurde und bis 1918 in Kraft blieb. Der Name rührt daher, dass die Wähler ein nach Steuerleistung in drei Abteilungen („Klassen“) abgestuftes Stimmengewicht besaßen.

Quelle: Dreiklassenwahlrecht

Natürlich nahm mich Wunder, was dieser Spassvogel denn so studiert. Für einmal war es nicht BWL - knapp daneben ist auch vorbei:

2003 – 2005 Grundstudium der Volkswirtschaftslehre an der TU Berlin

Quelle: Gottfried Ludewig

Das Nebenfach Geschichte würde vielen Studentennaturen gut tun ...

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Sonntag, Mai 18, 2008

Geschäftsmodell der Tankstellen

Es sind die kleinen und großen Einkäufe aus Lebensmitteln und Auto-Pflegeprodukten, die die Tankstellenpächter in Deutschland bislang über Wasser gehalten haben. Nach Schätzungen des Bundesverbands Tankstellen und gewerbliche Autowäsche (BTG) erlangt die durchschnittliche Station damit deutlich mehr als die Hälfte ihres Bruttoverdienstes. Die kleine Provision für verkauftes Benzin wird meist schon durch die bloßen Betriebskosten wieder aufgefressen.

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Tankstellenmarkt: Ringen um Mars-Riegel und Bier - Wirtschaft

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Mittwoch, April 16, 2008

Zugbillette nach D, F und I online buchen

Neu im SBB Ticket Shop.

Jetzt Zugreisen nach Deutschland, Frankreich und Italien bequem und einfach online buchen.

Quelle: SBB: Ticket Shop

Bravo, wurde auch Zeit. Zehn Jahre nachdem Easyjet das erste Flugticket über das Internet verkauft hat, schaffen es nun auch die SBB, Billette für den Fernverkehr in die drei grossen Nachbarn der Schweiz online zum Kauf anzubieten. Hell froze over!

Bis vor kurzem musste ich schon nur für eine simple Preisauskunft nach Bern (oder Flamatt) an den SBB-Schalter (Telefonauskunft für 1 Stutz/Minute? Nicht mit mir!)- mit ein Grund, weshalb ich den umweltschädlicheren Flugverkehr lange der Eisenbahn vorgezogen habe. Drei Klicks, und Easyjet sagte mir ganz konkret, wann ich für welchen Preis von A nach B gelange. Schön, dass die SBB nun mit bedächtigen Schritten in das Internet-Zeitalter eintreten ...

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Donnerstag, April 03, 2008

Kurz- oder längerfristige Ziele

Wir haben keine unendlich verfügbare Menge an Agrarfläche. Wenn wir für den [Ethanol-]Anbau zum Beispiel den Urwald in Brasilien roden, profitieren wir erst in 320 Jahren von den Einsparungen durch Biosprit. So lange dauert es, die CO2-Emissionen, die durch die Rodung entstanden sind, auszugleichen. Wir brauchen aber in den kommenden 10 bis 20 Jahren eine massive Senkung der Treibhausgase, und nicht erst in 320 Jahren.

Quelle: "Biosprit ist eine einzige Klimalüge"

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Dienstag, März 18, 2008

Vertrauen in freie Marktwirtschaft schwindet

Kapitulation vor der Krise: Deutsche-Bank-Chef Ackermann glaubt nicht mehr an die Selbstheilungskräfte des Marktes. Er fordert Regierungen und Zentralbanken zu gemeinsamem Handeln auf.

Quelle: Ackermann ruft Regierungen zur Hilfe - Finanzmärkte fiebern Fed-Entscheidung entgegen

Einfach nur noch peinlich, diese weinerlichen Banker! Sepp, da muss man jetzt halt durch, komme was wolle. Der Markt bestraft nun mal Fehler äusserst kaltblütig.

Doch nein, kaum droht dem Unternehmen von Herr Ackermann Ungemach, soll das Grundprinzip unseres ach so tollen, die Leistung betonenden Wirtschaftssystem ad acta gelegt werden. Hell froze over! Wenn sogar Banker plötzlich auf den Staat schwören, muss ein gewaltiger Wurm im System sein.

Socialize the risks, privatize the profits.

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Montag, März 03, 2008

Kommunalwahlen in Bayern

Jubelnde Sozialdemokraten. In Bayern.

Quelle: CSU-Schlappe in Großstädten - SPD träumt vom Ministerpräsidenten-Amt

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Mittwoch, Februar 20, 2008

Der deutsche StGB 143bis

In der Schweiz:

Art. 143bis Unbefugtes Eindringen in ein Datenverarbeitungssystem

Wer ohne Bereicherungsabsicht auf dem Wege von Datenübertragungseinrichtungen unbefugterweise in ein fremdes, gegen seinen Zugriff besonders gesichertes Datenverarbeitungssystem eindringt, wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.

Quelle: Unbefugtes Eindringen in ein Datenverarbeitungssystem

In Deutschland:

§ 202a Ausspähen von Daten

(1) Wer unbefugt sich oder einem anderen Zugang zu Daten, die nicht für ihn bestimmt und die gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert sind, unter Überwindung der Zugangssicherung verschafft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Daten im Sinne des Absatzes 1 sind nur solche, die elektronisch, magnetisch oder sonst nicht unmittelbar wahrnehmbar gespeichert sind oder übermittelt werden.

Quelle: Ausspähen von Daten

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Sonntag, Januar 27, 2008

SVP-Wahlkampf versagt in Hessen

Bereits vor einigen Tagen habe ich auf die Wahlkampf-Methoden der bayrischen CSU hingewiesen.

Auch in Hessen, wo heute Landestagswahlen anstanden, setzte (noch-)Ministerpräsident Koch auf's selbe Thema: Ausländer-Kriminalität. Ein Thema, das einem SVP-Wahlkampf-verwöhnten Schweizer längst geläufig ist. Während mit solchen Themen hierzulande Wählerstimme um Wählerstimme hinter der damit "werbenden" "Volkspartei" vereint werden, klappt das in Hessen nicht wirklich (mehr?): "Aarau oder Ankara?" respektive "Ypsilanti, Al-Wazir und Kommunisten" mutierten in Hessen offensichtlich zu einem veritablen Rohrkrepierer. Mir soll's recht sein:

Dass die hessischen Wähler Kochs Pöbel-Wahlkampf nicht goutierten und die CDU offenbar zehn Prozent ihrer Wähler verlor, zeigt, dass der CDU-Mann fürs Grobe sich komplett verschätzt hat. Koch konnte mit seinen xenophoben Attacken niemanden mobilisieren außer seinen Kellner in Springers Boulevard. [...]

Doch Koch wollte Probleme nur polemisch zuspitzen, anstatt sie zu lösen. Wer acht Jahre Ministerpräsident eines Landes ist, kann sich im Wahlkampf nicht damit begnügen, hohe Kriminalitätsraten zu beklagen. Koch hatte zwei Amtsperioden, um die Gewalt-Statistik zu senken. Er hat es nicht geschafft – auch deshalb hat man ihm zum Schluss nicht mehr geglaubt. Die wirtschaftspolitische Auseinandersetzung um den Mindestlohn wollte die CDU in Hessen nicht annehmen – stattdessen setzte man auf die altbewährte Anti-Ausländer-Nummer. Aber die zieht offenbar nicht mehr, und darauf können wir endlich mal richtig stolz sein.

Quelle: Brutalstmögliche Quittung für den Populisten

Nur noch eine Frage bleibt im Raum stehen: Ist uns Hessen voraus (ich hoffe es!), oder etabliert sich dort schlussendlich doch noch der Wahlkampfschlager? Nur allzu gerne würde ich das Quartett Blocher/Mörgeli/Schlüer/Fehr für einige Jahre nach Hessen schicken, um die dortigen CDUler auf einen erfolgreichen Wahlkampf zu trimmen.

Die politischen Umstände sind schlussendlich aber nicht vergleichbar: Gerade eben ist hierzulande die einzig wahre Bekämpferin der Ausländer-Kriminalität in die Opposition gegangen, während die deutsche Partei mit demselben Wahlkampf-Thema seit vier Jahren alle Sitze in der hessischen Landesregierung hält. Im Parlament versammelte die CDU seit 2003 die absolute Mehrheit hinter sich.

Wie sähe die Schweiz nach einer acht Jahre dauernden SVP-Alleinherrschaft aus? Abgesehen davon, dass sich dies hoffentlich nicht einmal alle 30% SVP-Wählenden vom Oktober 2007 wünschten, wäre immerhin das Thema "kriminelle Ausländer" dann wohl kein Wahlkampfschlager mehr. Schliesslich sollten ja acht Jahre reichen, das Problem im Keim zu ersticken ... Ach was, die SVP hätte das Problem innert Monaten gelöst.

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Donnerstag, Januar 10, 2008

Die bayrische SVP

Auf dem Plakat zu den Kommunalwahlen in der Stadt Anfang März ist eine Aufnahme der Attacke zweier Jugendlicher zu sehen, bei der vor drei Wochen in der Münchner U-Bahn ein Rentner schwer verletzt worden war. Dieser Überfall hatte die aktuelle Debatte um den Umgang mit jugendlichen Straftätern ausgelöst. Die CSU wirbt mit dem Plakat unter dem Titel "Keine Nachsicht mit Gewalttätern" für ihren Oberbürgermeisterkandidaten Josef Schmid bei der Kommunalwahl am 2. März. Es zeigt, wie einer der beiden Schläger auf die Silhouette des am Boden kauernden 76-jährigen Rentners eintritt. In dem weiß ausgesparten Umriss ist zu lesen: "... damit Sie nicht der Nächste sind".

Quelle: Proteststurm gegen Prügelplakat - CSU stellt sich stur

Dieser Josef Schmid scheint sich seit längerem als Mann profilieren zu wollen, der mit der Brechstange aufräumen wird:

"Ude und Rot-Grün sind wie die Made im Speck der CSU oder wie die Laus in der Mähne des bayerischen Löwen", rief er damals am Schluss seines Grußwortes. Und: "Es ist höchste Zeit, dass wir mit der Entlausung des bayerischen Löwen beginnen!"

Vor mehr als 80 Jahren braute sich in den Bierkellern ebendieser Stadt bereits einmal ein solches Gewitter zusammen ...

Ernten, was man sät

Das Plakat komme einer "Selbstanzeige" gleich, weil die CSU seit Jahrzehnten uneingeschränkt die Verantwortung für die innere Sicherheit im Freistaat trage. Sie sei auch für "den dramatischen Stellenabbau" bei Polizei und Präventionsarbeit verantwortlich.

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Samstag, November 17, 2007

Neu: Rütli-Wear

Skandal: Ausverkauf der Heimat! Das lassen wir uns von den Deutschen nicht bieten!

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Donnerstag, August 02, 2007

Der Staat und seine Banken (Heute: IKB)

Die IKB hatte sich mit schlecht abgesicherten US-Immobilienkrediten ("Subprime") verspekuliert. Nach FTD-Informationen beteiligen sich Deutsche Bank, Commerzbank und weitere private Institute mit 15 Prozent an einer 3,5 Mrd. Euro hohen Risikoabschirmung für drohende Verluste der IKB-Fonds Rhineland Funding und Rhine Bridge. Weitere 15 Prozent sollen Sparkassen und Landesbanken, Genossenschafts- sowie Förderbanken stemmen. Den Rest trage die KfW, die zudem mit 8,1 Mrd. Euro für die IKB bürgt.

Dass sich alle drei Säulen des Bankensystems - private, öffentlich-rechtliche und genossenschaftliche Institute - an der Rettung der IKB beteiligen, verdeutlicht die Brisanz der Krise.

Quelle: Banken bewahren Märkte vor Crash

Da wollen die Finanzinstitute liberal und frei von staatlichen Eingriffen sein - doch sobald der Ernstfall eintritt und der Markt Versager bestrafen (respektive: liquidieren) würde, kommen neben Privaten anscheinend auch wir Steuerzahler zu Hilfe. Für solche Rettungsaktionen ist der Staat dann anscheinend wieder gut genug.

Die Besitzverhältnisse sind etwas verworren:

Die IKB ist eine privatwirtschaftlich geführte Bank, an der die KfW mit 38 Prozent größter Anteilseigner ist. Die KfW wiederum gehört zu 80 Prozent dem Bund, zu 20 Prozent den Ländern.

Quelle: CDU kritisiert Privatgeschäft der KfW

Nun hat also auch Deutschland "ihre" ZKB-Geschichte - hier wie dort scheinen sich quasi-staatliche Finanzinstitute in Märkten getummelt zu haben, in denen sie nichts zu suchen haben. Und hier wie dort scheint es eklatante Mängel bei der Aufsicht gegeben zu haben:

Inzwischen wird Kritik am Vorgehen der KfW laut, etwa von der FDP: "Es stellt sich die Frage, wenn nun eine KfW-Bürgschaft in Höhe von 8 Mrd. Euro erforderlich ist, warum die Vertreter in den Aufsichtsgremien nicht früher auf das Problem aufmerksam wurden", sagte der Obmann der FDP im Bundestagsfinanzausschuss, Volker Wissing.

Quelle: KfW stellt IKB 8,1 Milliarden Euro zur Verfügung

Dies als weiteres Indiz für meine Vermutung, dass Politiker (insbesondere solche, die sich als "wirtschaftsnah" ausgeben) abgewählt gehören, da sie anscheinend nich fähig sind, ihr diesbezügliches "Wissen und Können" konkret umzusetzen.

Die Financial Times hebt in einem Leitartikel den Mahnfinger gegen einen falschen Eindruck, den die Stützaktion auf den Markt haben könnte:

Aus der Tatsache, dass dieses Geld Staatsvermögen ist, sollte man nicht schlussfolgern, hier sei eine systemgefährdende Bankenkrise mit staatlichen Mitteln abgewendet worden. Vielmehr hat die KfW gehandelt, wie es auch ein privater Eigentümer einer in Gefahr befindlichen Bank tun müsste. Die einzige Lehre, die man aus der IKB-Rettungsaktion ziehen kann, ist die Erinnerung, dass die Eigentümer einer Bank für ihre Fehler haften. Das Finanzministerium sollte indes den Eindruck vermeiden, es sei bereit, mit Staatsgeld auch andere, nicht in Mehrheitsbesitz befindliche Banken im Notfall stützen zu wollen.

[...] Noch schlimmer wäre es aber, wenn staatliche Institutionen jetzt die Hoffnung wecken würden, sie stünden mit Garantien bereit, sobald einer der spekulierenden Finanzakteure wackelt.

Quelle: Bankenkrise - Der Eigentümer haftet

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