Donnerstag, November 26, 2009
Die BKW hat offensichtlich zu viel Reserven
Die Waadtländer Bevölkerung stimmt am 29. November über die Haltung ihres Kantons gegenüber einem neuen AKW Mühleberg ab. Wie der Regierungsrat heute im Grossen Rat informierte, mischt sich die BKW mit 500'000 Franken in die Politik des Nachbarkantons ein.
Statt endlich in Windturbinen und Solardächer zu investieren, verschleudert die BKW viel Geld für politische Propaganda.
Quelle: Medienmitteilung SP/JUSO-Fraktion vom 24. November 2009
Labels: Abstimmung, Atomkraft, Bern, BKW, Energie, Kanton, Politik
Mittwoch, Oktober 28, 2009
Erdöl — noch Fragen?
Thus, crude oil is a key ingredient in two of the most critical processes which make modern life possible - transportation and agriculture.
Quelle: Supply of Conventional Crude Oil is Very Close to its Peak
Labels: Energie, Erdöl, Klima, Umwelt, Umweltschutz, Wirtschaft
Samstag, Oktober 24, 2009
Graue Energie im regionalen Salat
So sei etwa bei Kopfsalat die Jahreszeit, in der er angebaut werde, der ausschlaggebende Klimafaktor. Regionaler Salat liege dann in der Klimabilanz vorn, wenn er im Frühjahr oder Sommer angebaut werde.
Anlässlich einer Zivilschutzübung konnte ich kürzlich mit einem Gärtnereibetreiber sprechen. Dabei kam heraus, dass er das Jahr hindurch um die 40'000 Liter Heizöl benötige, um seine Gewächshäuser im Winter warm zu halten. Zum Vergleich: Für ein Einfamilienhaus rechnet man mit einem Verbrauch von 3'000 Litern Heizöl — pro Jahr.
Kein Wunder, sind Gärtner mit Gewächshäusern eine der ersten Gruppen, die einen rasch ansteigenden Heizölpreis spüren.
Labels: Energie, Erdöl, Garten, Landwirtschaft, Umwelt
Montag, Oktober 13, 2008
Suche nach neuen Erdölvorkommen abgeblasen
Finally, the current plunge of oil prices has suddenly halted the very capital ventures in exploration and development that were hoped to increase the worldwide supply of oil.
Quelle: Clusterfuck Nation by Jim Kunstler : The Nausea Express
Mittwoch, Oktober 08, 2008
Erfahrungsbericht Sonnenkollektoren zur Warmwassergewinnung
So now we rely on the sun for hot water, and our gas boiler sits looking slightly put out, its role now reduced to topping up the tank when requested (you can almost here it mumbling, grumbling about “the good old days”…). Although it has taken a bit of getting used to, I think having solar panels is quite wonderful.
Quelle: Learning to Live with Solar Panels » Transition Culture
Schon lustig, solche Geschichten jetzt, im 2008, von Neu-Konvertierten zu lesen. Seit 1986 kenne ich nichts anderes mehr als sonnengewärmtes Wasser - bereits vor 22 Jahren hat mein Vater beim Hausbau hier in Neuenegg die Weitsicht bewiesen, Sonnenkollektoren zur Warmwassergewinnung zu installieren. Den Potager (Holzofen), den sich der Brite als Ergänzung wünscht, wurde bei uns gleichzeitig mit der Installation der Sonnenkollektoren eingebaut. Im sonnenscheinarmen Winter wird unser Warmwasser deshalb oft mit Brennholz aufgewärmt.
(Übrigens: Anstelle einer Gasheizung - typisch Grossbritannien - ist bei uns als Fallback vorgesehen, das Wasser mit (Nacht-)Strom zu heizen)
Montag, September 22, 2008
700 Milliarden - jährlich
Da sind Paulsons 700 Bailout-Milliarden ein Trinkgeld dagegen:
There is a longer time crisis of a bad energy policy transferring $700 billion a year to foreign countries (so foreign sovereign capital funds are now using our energy payments to buy our companies).
Quelle: The Corner on National Review Online
Mittwoch, August 27, 2008
It's the Power Grid, stupid!
Expansive dreams about renewable energy, like Al Gore’s hope of replacing all fossil fuels in a decade, are bumping up against the reality of a power grid that cannot handle the new demands.
[...] Achieving that would require moving large amounts of power over long distances, from the windy, lightly populated plains in the middle of the country to the coasts where many people live.
[...] The basic problem is that many transmission lines, and the connections between them, are simply too small for the amount of power companies would like to squeeze through them.
Quelle: The Energy Challenge - Wind Energy Bumps Into Power Grid’s Limits - Series - NYTimes.com
Dienstag, August 19, 2008
Russland hat die gutgemeinten, neoliberalen Ratschläge überlebt
Meanwhile, Russia got its house in order under the non-senile, non-alcoholic Vladimir Putin, and woke up along about 2007 to find itself the leading oil and natural gas producer in the world.
Quelle: Clusterfuck Nation by Jim Kunstler : Reality Bites Again
Labels: Energie, Krieg, Russland, Weltgeschehen, Wirtschaft
Montag, August 11, 2008
Was Russland (auch) in Ossetien sucht
Zum Öle drängt es, am Öle hängt es?
the war currently underway in former Soviet Georgia (I say this in case the folks in Atlanta wonder why Stone Mountain is not being bombed) will at least end up with Russia in control of the major oil pipeline that runs from the Caspian region across Georgia, through Turkey, to Europe -- even while parts of that pipeline get blown up. The net effect will be of Russia will taking control of even more of the oil now flowing to Europe. The whole point of building that pipeline was to bypass Russia, which was crippled by its own paradigm shift in the years when the pipeline was built.
Quelle: Clusterfuck Nation by Jim Kunstler : Shoulder Season
Montag, August 11, 2008
Inflationsblinde
Vor allem bei festen Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen gab es einen Preisschub - sie kosteten im Juli im Großhandel satte 30,8 Prozent mehr als zwölf Monate zuvor. Getreide, Saaten und Futtermittel wurden um über 18 Prozent teurer. Erze, Eisen und Stahl verteuerten sich um fast 16 Prozent.
Auch bei vielen Lebensmitteln lagen die Werte im zweistelligen Prozentbereich: Obst, Gemüse und Kartoffeln kosteten im Juli etwa 13,3 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Milch, Milchprodukte, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette 13,2 Prozent mehr. Bei Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze erhöhten sich die Preise um 12,7 Prozent.
Insgesamt lagen die Preise damit um 9,9 Prozent über den Werten des Vorjahresmonats. Das war die höchste Jahresteuerungsrate seit November 1981. Damals waren die Preise innerhalb eines Jahres um zehn Prozent gestiegen.
Dies so als Gegenpunkt zu der Auffassung drüben bei Winkelried: "Inflation? Welche Inflation?!"
Gelungen finde ich angesichts des obigen Ausschnittes folgende Worte der Wirtschaftsexperten aus Zug:
Ökonomisch gesehen ist die Inflation also nur zu einem kleinen Teil auf die Erdölpreise zurückzuführen. Fakt ist, dass die meisten Wirtschaftssubjekte ihre Preise erhöhen. Als Rechtfertigung geben sie alle unisono die Erdölpreise an, weil das jeder an der Tankstelle sieht und die Medien - Journalisten sind nun mal nicht die intelligentesten - dies einfach ungeprüft nachplappern.
Würde der Konsument diese Behauptungen konsequent in Frage stellen, wäre die Inflation nicht halb so hoch. Dazu braucht es aber Medien, die richtig informieren.
Quelle: Geschwatze Inflation
Die SPIEGEL-Redakteure jedenfalls geben nicht "unisono" den gestiegenen Erdölpreis als Grund für die Inflation an. Wie man sieht, haben sich Rohstoffe und Nahrungsmittel verteuert.
Was Winkelried zudem nicht schnallt: In (fast) allen Produkten steckt Erdöl drinne! Natürlich nicht physisch, aber in Form von Arbeitsleistung (bspw. Bagger, die Erze abgraben. Oder Traktore, die Felder mit Kunstdüngern vollpumpen, die wiederum mit Hilfe von Erdöl hergestellt wurden)
Labels: Blogosphäre, Energie, Erdöl, Finanzen, Konsum, Konsumgesellschaft, Medien, Wirtschaft
Donnerstag, August 07, 2008
Erdöl aus der Arktis - träumen wir weiter
The real bottom line on the Arctic's resources will not be known until it is drilled. But it doesn't really matter that much. Even if it does turn out to contain three years' worth of oil and 16 years' worth of gas, those numbers are only useful as a rough way of estimating how much is ultimately recoverable. In reality, the production will be hardly noticeable, because it will take many decades to recover, at low flow rates, and it will be the most expensive oil and gas ever produced. And an unknown portion of it, perhaps 25%, might accrue to the U.S.
Quelle: Will Arctic Oil, Natural Gas, MIT, Paris and Pickens Save the Day?
Mittwoch, August 06, 2008
Ryanair pokert hoch
Topp, die Wette gilt!
der für seine flotten Sprüche bekannte Manager begegnet den Problemen mit unerschütterlichem Optimismus - und kalkuliert dabei äußerst riskant. Der Ölpreis "wird wieder unter 100 Dollar sinken, weil die Nachfrage zurückgeht. Es gibt keine Ölknappheit", sagt er.
Labels: Airlines, Energie, Erdöl, Wirtschaft
Dienstag, Juli 08, 2008
Dringend nötige Transparenz im Erdöl-Sektor
Steinbrück forderte zum Auftakt des Treffens mehr Transparenz auf den Ölmärkten. Dazu müssten unter anderem Raffinerie- und Förderkapazitäten klar bekanntgegeben werden. Damit solle vor allem Spekulanten Grenzen gesetzt werden.
Quelle: Hoher Spritpreis: Steinbrück verweigert Steuersenkung - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten
Da scheint Steinbrück bei Matt Simmons abgeschaut zu haben. In seiner neuester Präsentation fordert dieser auf Folie 7:
"Send In The Troops"
- The major oil fields of the world need to be invaded by third party inspectors
- Real audits never hurt those who issue honest, accurate reports
- If auditors are locked out, send in the troops to get production data
- Stayin "in the dark" will unleash the last war
- Let's not create a "lights out event." I am too young!
Quelle: School's Out: Let The Summer Begin
Labels: Energie, Erdöl, EU, Politik, Wirtschaft
Dienstag, Juli 08, 2008
Sollen Erdölsteuern gesenkt werden?
"Was passiert, wenn der Rohölpreis eines Tages bei 150, 160, 170 Dollar ist - wollen Sie dann fortlaufend dagegen ansubventionieren?"
Quelle: Hoher Spritpreis: Steinbrück verweigert Steuersenkung - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten
Labels: Deutschland, Energie, Politik, Wirtschaft
Montag, Juli 07, 2008
Wann wird der Transport wieder teurer als die Produktion?
Products are sent to China for final assembly, then shipped again to Western markets. The snag is obvious. The cost of a 40ft container from Shanghai to Rotterdam has risen threefold since the price of oil exploded.
Quelle: Oil price shock means China is at risk of blowing up
BP 's Statistical Review says China's use of energy per unit of gross domestic product is three times that of the US, five times Japan's, and eight times Britain's.
Ist ja logisch - ein wenig in Excel herumklicken, "Dissle", Web-Anwendungen programmieren oder SAP aufsetzen ist halt einfach weniger energieintensiv als Stahl zu schmelzen, Plastic-Spielzeuge, Salatschleudern und Kleidung herzustellen (von der Umweltverschmutzung gar nicht erst zu sprechen).
Labels: China, Energie, Erdöl, Wirtschaft
Montag, Juli 07, 2008
Dollars loswerden
One consequence is that other nations sitting on our exported dollars (from our massive trade deficit) have apparently decided to spend off those dollars rather than wait for the fullblown financial collapse of the nation issuing them. My guess is that they are spending those dollars on oil, the primary resource of industrial economies, and that they are prepared to outbid other contestants (including the USA) no matter what -- because they know the dollar is losing value, and that those losses are apt to accelerate over time, and what else would they spend them on?
Quelle: Clusterfuck Nation by Jim Kunstler : Where We're At
Naja, ob diese Länder gleich Erdöl hamstern? Aber ich fände es auf jeden Fall nachvollziehbar, wenn man eine zukünftige WC-Papier-Währung so schnell wie möglich in "hard assets" umwandelt.
Labels: Energie, Finanzen, USA, Wirtschaft
Montag, Juli 07, 2008
Die bedrückende Erkenntnis reift auch bei der NZZ
Die Ära der billigen Energie dürfte somit vorüber sein. Selbst wenn man davon ausgeht, dass sich in den letzten Monaten durch Spekulation eine Blase gebildet hat, ist höchstens kurzfristig auf fallende Preise zu hoffen, wenn die Blase tatsächlich platzt. Solange es keinen adäquaten Ersatz für Erdöl gibt, wird das schwarze Gold im Prinzip stets teurer werden.
Quelle: Mitten im dritten Erdöl-Schock (Wirtschaft, Aktuell, NZZ Online)
Sonntag, Juli 06, 2008
State of the Oil Union 2008
Mehr als Matt Simmons (Peak Oil-Guru der ersten Stunde) muss man nicht gelesen haben, um sich ein realitätsnahes Bild über die Ölversorgung unserer Welt zu machen. Insbesondere alle "Die Technik wird es schon richten"-Verfechter sollten sich die Präsentation ganz genau anschauen:
School's Out: Let The Summer Begin
Labels: Energie, Erdöl, Wissenschaft
Donnerstag, Juli 03, 2008
Spekulanten setzen täglich eins drauf
Im nachbörslichen Handel wurde die Rekordmarke von 144,15 $ je Barrel (159 Liter) erreicht.
Quelle: FTD.de - Marktberichte - US-Börsenschluss - Ölrekord belastet Wall Street
Gute Nacht für alle, die diesen Sommer mit dem Auto in die Ferien fahren. Keine Ahnung, ob die Charterfluggesellschaften bei den Kerosin-Preisen noch einen einzigen Rappen Gewinn machen?
Labels: Energie, Erdöl, Tourismus, Wirtschaft
Donnerstag, Juli 03, 2008
Auch Löpfe hält nichts von Spekulanten als Sündenböcke
Mangelnde Preiselastizität und die Unverderblichkeit machen den Ölpreis nicht von der aktuellen Nachfrage abhängig, sondern von den Erwartungen an die Zukunft. Die Folgen dieser Konstellation schildert Martin Feldstein im «Wall Street Journal»: «Obwohl sich die aktuelle Nachfrage nach Öl kaum verändert hat, führt die Erwartung, dass der Ölpreis in Zukunft steigen wird, auch zu einem Anstieg in der Gegenwart. Eine ähnliche Wirkung haben Berichte über verminderte Ölförderung in Russland und Mexiko. Sie implizieren, dass der Ölpreis in der Zukunft steigen wird - und das hat zur Folge, dass sich auch der aktuelle Preis erhöht.»
Quelle: Wir können billigeres Öl haben - Löpfes Wirtschaftswelt - Wirtschaft - Tages-Anzeiger
Labels: Energie, Erdöl, Medien, Schweiz, Wirtschaft
Mittwoch, Juli 02, 2008
Niemand weiss, wer am hohen Ölpreis schuld ist
There's a new game being played in the media.
From what I understand, the rules are easy. Simply pick somebody (other than yourself, of course) to blame for oil prices. Then, you can watch as the blame is bounced around. Unfortunately, there's no way to win the game since the blame goes back and forth repeatedly.
Quelle: ANWR Drilling
Mittwoch, Juli 02, 2008
Kommt bald die Klima-Polizei?
Amüsant:
In britischen Zeitungen war auch die Rede davon, dass Bürger dazu gezwungen werden könnten, Wärme-Isolierungen in ihre Häuser einzubauen. [...]
"Es gibt die Vorstellung, dass es bis 2050 drakonische Einschränkungen der Bürgerrechte geben wird", sagte Philip Sellwood, Chef der EST, die von der britischen Regierung zur Förderung von Umweltschutzmaßnahmen eingerichtet wurde.
Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Angst vor Strafen: Briten fürchten "Klima-Polizei" - Wissenschaft
Liebe Briten, ich kann euch beruhigen: Wenn das Barrel Erdöl dereinst mal 400USD Kosten wird, werdet ihr die Isolationen frewillig anpassen. Die Winter in England können verdammt kalt werden - ohne Heizung hält das kaum einer von uns verweichlichten Zeitgenossen aus (ausser Kollege Randal, der dank seiner schlecht isolierten Behausung längst abgehärtet ist).
Abgesehen davon glaube ich nicht wirklich, dass die britische Regierung 2050, Jahre nach Peak Oil, noch funktionsfähig sein wird - und das beinhaltet auch die Fähigkeit, "Recht" durchsetzen zu können.
Eine Hoffnung verbleibt uns noch: Wunder-"Technologie" wird uns vom fossilen Energie-Zeitalter in eine neue Epoche hieven. Und das Leben geht genau gleich weiter, wie wir es uns gewohnt sind.
Dank: Jan
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Montag, Juni 30, 2008
Ölpreis und die Spekulanten, Runde 99
If you believe Hamilton's view of fundamentals, and you believe my view that it's the job of speculators to anticipate fundamentals, then what you should blame speculators for is keeping prices too low in 2006 and 2007 (in fact, in all previous years).
Quelle: EconLog, My Question for James Hamilton, Arnold Kling: Library of Economics and Liberty
Oder anders herum gefragt:
If anyone claims that the price of oil today should be no higher than it was last year, then I think it's reasonable to ask them also to provide us with the following detail underlying their assertion-- If oil were selling today for the same price as last year, what would be the quantity demanded?
[...] We [USA] were only able to buy 19.9 mb/d in the first quarter when we offered a price near $100. So why would it have been possible to secure the 21 mb/d that consumers would likely have wanted at a price of $72?
Quelle: Econbrowser: How big a contribution could oil speculation be making?
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Sonntag, Juni 29, 2008
Halten wir Mexiko im Auge
the brutal decline of the Cantarell field, and of overall Mexian production is likely to have brutal consequences, as the country loses its main source of exports and the Mexican government its main source of tax income. Social unrest, and massive migration toward the North could be one outcome...
Quelle: The Oil Drum | Countdown to $200 oil: $140 oil and speculation
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Sonntag, Juni 29, 2008
Fährt der Chinese erst mal Auto ...
Chinese demand growth is very real, it's very large, it's highly likely to continue for a number of years (when people finally reach the car affordability stage, they're not going to be stopped by the cost of fuel - not for a while anyway. The difference between no car and a car is so massive that the price of gas is a minor consideration
Quelle: The Oil Drum | Countdown to $200 oil: $140 oil and speculation
Auch wir ticken genau gleich - deshalb wird es wohl längerfristig zu einem Show-Down zwischen uns (dem Westen) und China kommen. Ich befürchte, dass die Chinesen dank unserer "Konsum-Entwicklungshilfe" (Stichwort: Made in China) der letzten 10-20 Jahre den längeren Schnauf haben werden:
erbärmlich, dass du dich so freuen kannst über den barrelpreis. und doch zahle ich lieber 3.-/liter benzin, als morgens in einen überfüllten drecks-sbb-zug zu sitzen.
Quelle: 140
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Sonntag, Juni 29, 2008
Der Ölpreis und die Spekulanten
Kollege Stewä hat kürzlich in einem Kommentar auf die Spekulanten verwiesen, die den Ölpreis hochtreiben würden. Der aus seiner Sicht gerechtfertigte Preis für ein Barrel läge bei 80USD* - was zugleich bedeuten würde, dass die Ölverkäufer 60USD einstreichen. Für nichts und wieder nichts. Tolles Geschäft!
Drüben bei The Oil Drum (zugegebenermassen extrem "biased" - andererseits aber auch der Ort, wo Erdöl-Sachverständige ihre Meinung ungefiltert wiedergeben können) wird mit der Scheinausrede "Spekulanten" aufgeräumt:
Nope, it is just too convenient, too irresistible and, let's say it, too comfortable an excuse that speculators are to blame. It's not our fault, we have our scapegoat. Our price increases are temporary, we'll soon be back to "normal" lower prices, as soon as (take your pick) speculators have been punished/oil companies are taxed for their profiteering/"fundamentals" are left to set prices.
Quelle: The Oil Drum | Countdown to $200 oil: $140 oil and speculation
*) Leider hat Stewä bisher keine Quellenangabe nachgeliefert. Wie berechnet sich der Preis? Grundsätzlich sicher aus Förder-, Raffinerie- und Transportkosten. Doch auf den reinen "Produktionswert" müssen auch bei Erdöl noch gewisse preistreibende Faktoren hinzugerechnet werden: Davon ausgehend, dass Erdöl ein endlicher Rohstoff ist, müssen die Vermutungen über die noch im Boden liegende Reserve eingespreist werden. Auch die Nachfrage spielt eine Rolle - wenn diese das Angebot übersteigt, hat dies ebenfalls Auswirkungen auf den Preis.
Habe ich noch etwas Wichtiges vergessen?
Freitag, Juni 27, 2008
140
Gestern wurde es endlich vollbracht: Ein Barrel Erdöl kostet 140USD!
Ölpreis knackt 140-Dollar-Marke
Übrigens: Ist der Liter Benzin bei uns schon bei 2 Franken angekommen? In letzter Zeit habe ich wo immer möglich auf eine Autofahrt verzichtet. GA sei dank (zum Glück ist dessen Preis (noch) nicht mit dem Benzinpreis korreliert).
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Freitag, Juni 27, 2008
Mit Kyoto wäre alles anders
Hätten die USA damals dem Kyoto-Protokoll zugestimmt - wäre das Land heute vielleicht weniger stark vom (mittlerweil verdammt teuren) Erdöl abhängig?
In 1998 the heads of state of the USA and Australia failed to ratify the Kyoto protocols. They were trying to protect their country's economies. Ironically, they engineered a situation where not only is the US economy under greater threat than it would have been had our leaders ratified the protocols, the entire world economy is now seriously threatened.
Dienstag, Juni 24, 2008
Wieso zahlt uns der Staat nicht das Benzin?!
Nämlich, Herr Giezendanner!
Dass die hohen Energiekosten für Arbeitslosengeld-II-Empfänger oder mittellose Erwerbsunfähige ein Problem sind, ist auch den Experten klar. Aber sie schlagen andere Lösungen vor.
Es gehe nicht darum, wie man Energie bezuschussen könne, sagt Boss - "sondern wie man weniger verbraucht".
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Montag, Juni 23, 2008
Arbeit billiger als Energie
Hell froze over! Wann hatten wir das das letzte Mal?
Since 2000, QANTAS’ fuel costs have increased from 10% to 24% of operating expenses, overtaking labour as the airlines greatest expense.
Quelle: The Oil Drum | The Future of Air Travel?
Labels: Energie, Erdöl, Wirtschaft
Sonntag, Juni 22, 2008
Genug Öl für alle!
Jemand lügt hier ...
Erdölminister Nuaimi präzisierte, der Erdölverbrauch sei innert Jahresfrist um 0,8 bis 1,2 Mio. Fass pro Tag gestiegen, während das Angebot in der gleichen Zeitspanne um 1,4 bis 1,6 Mio. Fass zugenommen habe
Quelle: Konträre Meinungen zum hohen Erdölpreis (Wirtschaft, Aktuell, NZZ Online)
Mutet es nicht komisch an, wenn Spekulanten die Preise trotz einem ausreichenden Angebot derart in die Höhe treiben können? Oder ist das geförderte Erdöl einfach nicht dasjenige, das nachgefragt wird?
Der Erdölpreis hat sich innert Jahresfrist auf fast 140 $ pro Fass verdoppelt. So sprach der deutsche Wirtschaftsminister Glos von einer globalen Reichtums-Umverteilung zwischen Erdölverbrauchern und -erzeugern mit weitreichenden Auswirkungen für die Weltwirtschaft.
Das Resultat sehen wir in jeder grösseren Schweizer statt: Junkies, die Stoff benötigen, und Dealer, die den Stoff liefern. Für mich wäre ohne lange zu überlegen klar, wen ich in diesem Rollenspiel sein möchte ...
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Sonntag, Juni 22, 2008
Fünf vor Zwölf für die Amis
The days of cheap oil are over. And the days of living in big houses far from job centers, and driving big cars to get work, are probably numbered too. The best thing Americans could do is to adapt to the new situation, as quickly as possible.
Quelle: Learning to Live with Inflation
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Sonntag, Juni 22, 2008
Lastwägeler und ihre strukturellen Probleme
Martin Bäumle im Interview:
Die hohen Dieselpreise können kein wirkliches Problem für die Fuhrunternehmen sein. Die Dieselpreise betragen nur einen Bruchteil der Transportpreise und werden auf die Kunden überwälzt; die Branche als Ganzes ist nicht bedroht. Bei Unternehmen, die ohnehin strukturelle Probleme haben, können die rasch steigenden Energiepreise Probleme verursachen, doch da sin andere Probleme die Ursache. Als Liberale müssen wir diese Marktbereinigung akzeptieren.
Quelle: SonntagsZeitung, 22. Juni 2008, "Neues AKW in der Schweiz: 'Das ist reine Erpressung'", S. 5
Pseudo-Liberal?
Bleibt man der liberalen Linie treu, müsste Bäumle aber auch jegliche Subventionierung der SBB verteufeln (auch für mich ein wahrlich schrecklicher Gedanke) ... Wahrscheinlich müssen die langsamen, lärmenden und stinkenden Zig-Tönner einfach mit anderen Ellen gemessen, obwohl ich bei jedem Einkauf im Supermarkt eine grosse Menge an Produkten einkaufe, die genau mit diesen Gefährten in den Laden "chauffiert" wurden.
Eine überaus gesunde Branche?
Dass viele Transportunternehmen ein strukturelles Problem haben, sehe ich auch. Bis vor Kurzem machten diese ja ausschliesslich Schlagzeilen, wenn deren Chauffeure mit zu viel Ladung und zu lange durch die Gegend tuckerten und im schlimmsten Fall in einem Tunnel in Brand gerieten.
Fwd: Preiserhöhung
Anscheinend ist aber die Weiterverrechnung der Treibstoffzuschläge ein reelles Problem: Auch die Grossverteiler arbeiten anscheinend mit einem Puffer, um die rasant gestiegenen Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise nicht 1:1 an die Endkunden weiterzugeben. Wieso ist mir als ein Möchtegern-Versteher der Marktwirtschaft nicht ganz klar.
Ich habe den Eindruck, dass die Fuhrunternehmen (tönt so nostalgisch nach "Fuhrwerk" - mit Gespann durchs Dörfli?) mit Grosskunden langfristige Verträge abgeschlossen haben und dabei das Risiko der Verteuerung des Treibstoffs einzig auf ihre Kappe nehmen müssen. Der Schuss ging dieses Mal nach hinten los.
Doch hier bin ich wieder auf Bäumles Linie: Der Staat kann und darf Privatunternehmen nicht davon abhalten, für sie ungünstige Verträge zu unterzeichnen, die sie im schlimmsten Fall in den Ruin treiben könnten. Es soll jedem Lädeli erlaubt sein, Waren unter dem Einstandspreis zu verkaufen, wenn man an Gewinn-Voodoo glaubt.
Grounding
Übrigens: Die Fuhrunternehmer, Giezendanner voran, könnten ja einen Teil ihrer Flotte "am Boden" lassen (analog zu den US-Fluggesellschaften, die hunderte von Flugzeugen stilllegen - es kommt billiger, diese am Boden zu lassen, als durch die Lüfte zu fliegen).
Eine so einsetzende Verknappung des Angebots könnte sicherlich auch in der LKW-Transportbranche rasch Abhilfe schaffen. Aber anscheinend gibt es Konkurrenten, die trotz der hohen Dieselpreise noch Gewinn machen und bei dieser schon fast kartellmässigen Absprache nicht dabei wären. Tjach - Marktwirtschaft eben. Der Markt wird's schon richten, Herr Giezendanner.
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Donnerstag, Juni 12, 2008
Lkw-Blockaden kosten rasch sehr viel
In Spanien waren am Donnerstag bestimmte Lebensmittel immer noch knapp. Wegen des Lkw-Streiks fehlten vielerorts Fisch, Obst und Gemüse. Mehrere Supermärkte nutzten nach Angaben der Zeitung "El Mundo" die Knappheit dazu, die Preise kräftig anzuheben. Die Obst- und Gemüseproduzenten beklagten Verluste von 100 Millionen Euro. In der Viehwirtschaft wurden die Einbußen auf 45 Millionen Euro beziffert. Viele Bauern mussten ihre Milch wegschütten, weil sie nicht abtransportiert werden konnte.
Quelle: Lieferengpässe: Spanische Polizei räumt Lkw-Blockaden - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten
100 Millionen Euro Verlust wegen eines Streiks, der kaum eine Woche andauert ... Diese imposante Zahl sollte jedem Zeitgenossen aufzeigen, auf welchen dünnen Pfeilern unsere Gesellschaft ruht (das wäre dann billige Energie, genauer: (nicht mehr so) billiges Erdöl).
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Donnerstag, Juni 12, 2008
Nach den Airlines und den spanischen LKWs: Die Frachtschiffe
Die "Colombo Express" beispielsweise, eines der weltgrößten Containerschiffe der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd, verbraucht bei einer Fahrt pro Tag rund 240 Tonnen Bunker, wie das Schweröl für Schiffe genannt wird. Beim derzeitigen Preis von rund 550 $ pro Tonne fallen täglich allein Treibstoffkosten von rund 130.000 $ an. Schippert die "Colombo Express" voll beladen von Hongkong nach Hamburg, muss Hapag-Lloyd für mehr als 3 Mio. $ tanken.
Labels: Energie, Erdöl, Schifffahrt, Transport, Verkehr
Mittwoch, Juni 11, 2008
Über den Ölpreis "reden"
Der weltgrößte Erdölproduzent Saudi-Arabien ruft zum Krisengipfel, um über den hohen Ölpreis zu reden - und das schon in elf Tagen.
So sehr ich die Machthaber in Saudi Arabien für ihr Tun respektieren mag (welcher Drogendealer würde nicht anders handeln?) frage ich mich doch, was dieses schwule "über den Ölpreis reden" an unserer Situation verbessern mag? Und he, schon in 11 Tagen - oder in 264 Stunden. Genial!
Meine lieben Scheichs, wie wäre es mit einfach mehr Öl fördern?! - Wo liegt genau das Problem? Wollen wir darüber re ... okey, ich lass es.
Mit Peak Oil hat das Ganze übrigens rein gar nichts zu tun. Sieht nur so aus, ist es aber in Realität gar nicht.
Labels: Energie, Erdöl, Saudi Arabien
Dienstag, Juni 10, 2008
Die Energienutzung wird immer effizienter - wirklich?
There are two flaws in this line of reasoning, the first being that this is data only for the US. Much of what is now consumed in the US is now manufactured in Asia. Thus, the energy consumption associated with that manufacturing doesn't show up on the US balance sheet.
Quelle: Robert F. Kennedy on Defining GDP and Some Other Thoughts
Labels: Energie, USA, Wirtschaft
Dienstag, Juni 10, 2008
Alles, was man über das neue AKW wissen muss
Ein Projekt wie ein AKW sei «gesellschaftlich exponiert, technisch anspruchsvoll und finanziell risikoreich.» [...] Für das neue Kernkraftwerk rechnet Atel mit Investitionen von 6 bis 7 Milliarden Franken.
Quelle: Kontroverse um neues KKW in Gösgen
Fertigstellung 2024? Na dann Feierabend. Im besten Fall sieht man vorher ein, dass dieses Grossprojekt im Zeitalter der Energiekrisen kaum mehr realisiert werden kann; im schlimmsten Fall enden wir mit einer sauteuren Bauruine in Gösgen.
Freitag, Juni 06, 2008
Atomkraftwerk schaltete sich nach Software-Update ab
Darf ich raten: Dort wird garantiert Microsoft Windows eingesetzt. Und ich kann aus eigener Erfahrung bezeugen: Jawoll, Windows fährt sich nach erfolgtem Software-Update herunter. Selbst wenn ich "Jetzt nicht" anklicke, erscheint das verfluchte Fenster nach spätestens fünf Minuten wieder und frägt mich erneut, ob ich die soeben gepatchte Kiste wirklich sicher nicht herunterfahren möchte ...
Dass es keine gute Idee ist, in Kraftwerken die Netze der Prozessleittechnik mit denen der Verwaltung zu verknüpfen, zeigt ein Vorfall im März dieses Jahres in den USA. Laut einem Bericht der Washington Post fuhr das Atomkraftwerk Hatch in Georgia automatisch herunter, nachdem ein Techniker ein Software-Update auf einem Rechner im Verwaltungsnetz einspielte und diesen neu startete. Dabei versuchte sich der PC mit einem Server des primären Kontrollsystems zu synchronisieren und setzte dabei dessen Datenspeicher zurück. In der Folge interpretierte das Sicherheitssystem das Fehlen von Daten als einen Abfall der Wassermenge im Kühlreservoir der Kühlung, woraufhin Block 2 des Kraftwerks herunterfuhr.
Quelle: heise online - US-Atomkraftwerk schaltete sich nach Software-Update ab
Dienstag, Juni 03, 2008
Wie man garantiert falsch auf die hohen Benzinpreise reagiert
How do people deal with higher gas prices? Of course, they economize. In the Philadelphia area, for example, Triple A reports that they buy less gasoline...and then run out. AAA is getting twice as many calls from stranded motorists with empty tanks.
Quelle: High oil Prices are Now Oozing into the Entire Economy | The Daily Reckoning Australia
(AAA ist die us-amerikanische TCS Pannenhilfe)
Labels: Energie, Erdöl, Funny, USA, Wirtschaft
Samstag, Mai 31, 2008
Southwests Ex-CEO hätte seinen Bonus verdient
Im Gegensatz zu all den anderen Verlieren in der Teppichetage:
I was listening to the CEO of Southwest saying they were hedged in the 60s [Barrelpreis von 60USD] through 2011. The guys asking the questions suggested he park those pesky planes and change the company into a hedge fund.
Quelle: Oil and the future - the commuter shift to public transport
Ein anderer Artikel zeigt die Hintergründe dieser weisen Entscheidung auf:
According to The New York Times "Southwest owns long-term contracts to buy most of its fuel through 2009 for what it would cost if oil were $51 a barrel. The value of those hedges soared as oil raced above $90 a barrel, and they are now worth more than $2 billion."
Quelle: Southwest's oil hedge could save it $1 billion or more
Schlussendlich findet man auch den ursprünglichen Artikel in der New York Times: An Airline Shrugs at Oil Prices. Da der Artikel im November 2007 geschrieben wurde, hat sich der "Gewinn" für Southwest angesichts der bis vor kurzem stetig steigenden Barrelpreise vervielfacht.
Freitag, Mai 30, 2008
Wer versteht den Ölpreis?
The Big Picture in the oil market is one of the most confusing and complex we have ever seen.
Quelle: The Confusing Big Picture in the Oil Market | The Daily Reckoning Australia
100%ige Zustimmung. Auch ich sehe längst nicht mehr durch - anstelle all dieser monolithischen Erklärungen (Peak Oil, BRIC, Spekulanten, Geld druckende Fed etc.) wird es wohl wie üblich ein Bündel an Faktoren sein, das den Ölpreis derart hochgeschraubt hat.
Während die eine Seite uns unaufhörlich weismachen will, dass der Ölpreis ein Produkt einer riesigen Spekulationsblase ist (Motto: Die McMansions sind verspekuliert, nun muss was anderes her?) und der Staat in den USA nun sogar gegen die vermeintlichen Geldscheffler mobil macht, gibt es in letzter Zeit auch vermehrt prominente Stimmen, deren Meinungen eher dem Peak Oil-Lager zuzuschlagen sind:
Who still thinks oil prices are driven by speculation?
Der Economist von heute jedenfalls will das mit Peak Oil immer noch nicht so recht glauben. Aber der Economist hat ja in der Vergangenheit nicht gerade mit akkuraten Voraussagen bezüglich des Themas Öl gepunktet.
Freitag, Mai 30, 2008
Wer Öl in US-Dollar rechnet, rechnet irreführend
When plotted in a sound currency, one which the government does not have the ability to print at will (Gold), oil prices are basically flat since the 1940s.
Labels: Energie, Erdöl, Finanzen, USA, Wirtschaft
Donnerstag, Mai 29, 2008
1 Liter Bier kostet (viel) mehr als 1 Liter Benzin
Oil is still very cheap. Bottled spring water at $2 per litre works out at $318 per barrel. Oil is fundamental to our lives for transportation and a myriad products ranging from plastic to pesticides. Unlike spring water, oil is finite and costs significantly more to find and produce.
Quelle: The Oil Drum | Why oil costs over $120 per barrel
Dies als "Antwort" auf den Kommentar von don zu einem vorhergehenden Artikel - wenn sogar The Oil Drum solche Vergleiche anstellt, wieso sollte ich den Erdölpreis nicht mit Bier vergleichen?
was soll jetzt der vergleich?! du kannst nicht äpfel mit birnen vergleichen - bier ist ein getränk, benzin ein kraftstoff.
Quelle: Drei Stutz pro Liter Benzin
Deshalb bin ich weiterhin der Meinung, dass nur törichte (oder ultrareiche) Personen eine solch fundamental falsche Preisgestaltung ignorieren können.
Donnerstag, Mai 29, 2008
Erdöl-Produzenten am Limit
It has been estimated that the global average decline rate is 4.5% per annum. [...] What this means is that every year the global oil industry must bring on stream 3.8 million barrels per day new production just to compensate for decline (4.5% of 85 mmbpd). If less than 3.8 million bpd are commissioned then global oil production will fall and vice versa.
Donnerstag, Mai 29, 2008
Der Grosse Milchstreik
Werden wir dereinst unseren Kindern vom "Grossen Milchstreik" im Jahre 2008 erzählen können?
Die Wut der Bauern ist nachvollziehbar. Zum einen sind die Kosten für Energie und Futter drastisch gestiegen. Zum anderen verstehen die Bauern nicht, warum sie vom immer grösseren Appetit auf Milchprodukte in Asien und anderen aufstrebenden Weltregionen kaum profitieren.
Quelle: Der Milchstreik greift auf Europa über - Wirtschaft - Tages-Anzeiger
Klar kann man diese Aktion als Nebenschauplatz abtun. Doch sie zeigt (leider) auf, dass diejenigen, die deutlich näher am Erdölpreis hängen als "wir" Konsumenten die Schockwelle auch viel früher zu spüren bekommen.
Im Gegensatz zum autofahrenden Arbeitnehmer wirkt sich bei den Landwirten die Einbusse, die durch gestiegene Energie- (Erdöl) und Rohstoffpreise (Dünger, Kraftfutter) entsteht, direkt auf den Geldsäckel aus. Teilweise ist die Einbusse so schlimm, dass man sogar rückwärts macht. Wer will es den Milchbauern da verübeln, dass sie protestieren, wenn sie zuviel zu sterben, zuwenig zum Leben haben?
(Die Rolle der Landwirtschafts-Subventionen lasse ich in diesem Fall aussen vor. Wer dazu etwas Gescheites zu sagen hat, soll dies mit einem Kommentar tun)
Labels: Energie, Erdöl, Europa, Landwirtschaft, Milch, Schweiz
Dienstag, Mai 27, 2008
Die Amis haben ausgefahren
Wenn schon nicht der Schweizer, dann verhält sich immerhin der Yankee als Homo Oeconomicus:
The Department of Transportation said figures from March show the steepest decrease in driving ever recorded.
Quelle: As gas goes up, driving goes down - CNN.com
Dienstag, Mai 27, 2008
Randal hatte Recht!
Er war der Zeit einfach zwei Jahre voraus. Vor Ostern 2006 gab er zum Besten:
Er prognostizierte bis Ostern einen stark anziehenden Literpreis, mit einer weiteren Steigerung während der Sommerferien (wenn ich mich recht erinnere, fiel gar der Wert von 1.80 SFr./l - das würde sogar mich vom Hocker hauen).
Quelle: think eMeidi: Benzinpreise
Dienstag, Mai 27, 2008
Vom Erdöl-Regen in die Pellet-Traufe
Bei den Investitionen ist laut Stritz eine Holzpelletheizung rund doppelt so teurer wie eine Öl-/Gasheizung. Und Wärmepumpen sind zwei bis dreimal so teuer. Beim Betrieb siehts dann jedoch ganz anders aus. Gegenüber Öl- und Gasheizungen sind die Kosten für Pelletöfen rund 40 Prozent tiefer. Für Wärmepumpen (Luft/Wasser) betragen die Betriebskosten noch ein Drittel, für Wärmepumpen mit Erdsonde ein Sechstel.
Quelle: Viele wollen nicht mehr Öl und Gas verheizen - Zürich - Tages-Anzeiger
Bevor sich der Mensch den Energieträger Erdöl zu Nutze machte, musste die Kohle dran glauben (die erste Dampfmaschine wurde bemerkenswerterweise entwickelt, um Kohlegruben von Wasser leerzupumpen - dem Erfinder war damals wohl noch nicht ganz so klar, welche Revolution er mit seiner Wundermaschine einläutete).
Doch vor der Kohle gab es während Jahrhunderten einen noch berühmteren Energieträger: Das Holz.
Schön, dass sich auch die Eidgenossen wieder auf alte Werte zurückbesinnen und ihren Energiehunger billiger stillen möchten, als es derzeit mit einer Erdölheizung der Fall ist.
Durchaus löblich - doch meiner Meinung machen die Leute einen Denkfehler, wenn sie einen Energieträger mit einem anderen ersetzen. Wäre es in dieser unsicheren Periode nicht einmal an der Zeit, sich grundlegende Gedanken über den Energiebedarf und die -nutzung zu machen?
Wer jetzt auf Pellets umstellt, sollte zwei Dinge beachten. Tun dies nämlich alle Mitbewohner des Landes auch, dann ...
- ... haben wir ein ähnliches Versorgungsproblem wie beim Erdöl: Es gibt mehr Nachfrager als es Angebote gibt. Gerne würde ich mir von einem Energietechniker vorrechnen lassen, wie viele Wälder von der Fläche des gesamten Landes nötig wären, um den Bedarf im Inland zu decken (Annahme: Jede Haushaltung rüstet auf Pellet-Heizungen um).
- Logische Konsequenz: Der Holz- und Pelletpreis steigt, der Preisvorteil gegenüber dem Erdöl minimiert sich. Auch wenn ich den genauen Produktionsprozess nicht kenne: Müssen in Pellets nicht auch Unmengen an elektrischer Energie gesteckt werden? Soweit ich weiss, ist ein hoher Druck nötig, um die Dinger zu pressen. Auch darf nicht vergessen werden, dass das Holz zum Pellet-Produzenten gekarrt und die Pellets zum Bezüger transportiert werden müssen. Erdöl findet sich in "grauer" Form also auch in diesem Produkt wieder.
Montag, Mai 26, 2008
Drei Stutz pro Liter Benzin
Skeptiker halten Ende Jahr drei Franken pro Liter für möglich
[...] Obwohl sich die Autofahrer in der ganzen Schweiz wohl bald schon an Benzinpreise von über 2 Fr. gewöhnen müssen, weniger Auto fahren sie bisher nicht. Widersprüchlich verhalten sie sich beim Neuwagenkauf: Die Schweizer stehen weiter auf immer protzigere, leistungsstärkere und schwerere Fahrzeuge, wie die Absatzzahlen des letzten Jahres zeigen.
Quelle: Der Benzinpreis kennt nur noch eine Richtung
Der Helvetier stammt garantiert nicht vom Homo oeconomicus ab ...
Wie dem auch sei: Wo in der Schweiz kriegt man einen Liter Bier für drei Stutz? Dieser einfache Vergleich beweist: Benzin ist immer noch viel zu billig ...
Sonntag, Mai 25, 2008
IEA probes fears that oil will run out | Business | The Observer
The International Energy Agency has ordered an inquiry into whether the world could run out of oil,
Quelle: IEA probes fears that oil will run out | Business | The Observer
Blöde Frage - die wollen mir doch nicht erzählen, dass man bei der IEA bisher davon ausgegangen sind, dass Erdöl kein finiter Rohstoff ist?
Labels: Energie, Erdöl, Wissenschaft
Sonntag, Mai 25, 2008
Wie man sich auch auf Peak Oil vorbereiten kann
Da gibt es Leute auf diesem Planeten, die sind noch hysterischer als ich was Peak Oil und der ganze Gugus anbelangt:
Convinced the planet's oil supply is dwindling and the world's economies are heading for a crash, some people around the country are moving onto homesteads, learning to live off their land, conserving fuel and, in some cases, stocking up on guns they expect to use to defend themselves and their supplies from desperate crowds of people who didn't prepare.
Quelle: Energy fears looming, new survivalists prepare
Labels: Energie, Gesellschaft, Umwelt, USA, Wirtschaft
Samstag, Mai 24, 2008
Ölpreis: Definitiv Spekulanten!
"There are no tankers waiting in the Middle East, there are no cars waiting at gasoline stations because they are out of stock. This has to do with psychology in the markets and you cannot forecast psychology".
Quelle: Shell CEO says record oil not due to shortage | Markets | Reuters
Labels: Energie, Erdöl, Wirtschaft
Freitag, Mai 23, 2008
Die Ölpreis-Rally geht ununterbrochen weiter
China and India are only beginning to consume oil at any meaningful level. Right now, they are consuming oil at a rate the U.S. did in the early years of the 20th century.
Quelle: Has Oil Hit Its Peak Price?
Labels: China, Energie, Erdöl, USA, Wirtschaft
Donnerstag, Mai 22, 2008
Überlegungen zur Standortwahl der Firma Wander
Vor einigen Wochen eröffnete die Wander AG hier in Neuenegg ihre neuen Produktionsanlagen (die Medien berichteten). Damit ist sichergestellt, dass auch in den nächsten Jahren Ovomaltine, Caotina und Isostar aus meiner Wohngemeinde nach ganz Europa versandt werden.
Wie der Chef der Wander AG und der Produktionsleiter des Werks Neuenegg in ihrer Podiumsansprache darlegten, stand der Standort auf der Kippe. In Asien hätte man mit deutlich geringeren Kosten Ovo produzieren können. Doch schlussendlich fiel die Wahl dann doch zu Gunsten Neueneggs aus.
Begründet wurde dieser Entscheid in beiden Referaten eher schwammig; man verwies auf die "Swissness" des Produktes, welche tief in den Konsumenten verankert sei: Von Schweizern für Schweizer gemacht. Dafür war sowohl Wander als auch die Mutterfirma, Associated British Food, mit ihrem äusserst jugendlich wirkenden und astreines British English sprechenden CEO, bereit, eine zweistellige Millionensumme in die Modernisierung des Werkes zu stecken.
Um dem Preisdruck aus Asien standhalten zu können, mussten die ganzen Arbeitsschritte deutlich automatisiert werden, was einen Stellenabbau zur Folge hatte (glücklicherweise abgefedert durch natürliche Abgänge).
Nun gut, ich lasse den Erklärungsversuch für die Standortwahl mit Swissness gelten. Doch in Überlegungen, die ich in den folgenden Tagen anstellte, kamen zwei andere wichtige Punkte zum Vorschein. Es bleibt fraglich, ob sie den damaligen Entscheidern tatsächlich bekannt waren oder nicht:
- Kürzere Transportwege Klar kann man die Ovo-Dosen aus einem Werk in Südchina mit Frachtern in die Bestimmungshäfen um die halbe Welt herumschicken. Das ist aber zeitaufwändig und wird auf Grund steigender Erdölpreise auch immer ein teureres Unterfangen.
- Energieversorgung Wer den Automatisierungsgrad des Werkes demonstriert erhalten hat, muss einsehen, dass der Ersatz von menschlicher Arbeitskraft durch Roboter einen erhöhten Energiebedarf zur Folge hat. Auch ist die Herstellung der Ovomaltine (Erhitzung, Trocknung, Verpackung) seit jeher energieintensiv (mit Strom Wärme zu produzieren - man schaue nur den Stromverbrauch von Waschmaschinen und Co. an). Könnte die Beibehaltung des Standorts Neuenegg nicht auch Ausdruck dafür sein, dass das Unternehmen eine seit Jahrzehnten zuverlässige und vergleichsweise billige Stromversorgung den Kohlekraftwerken asiatischer Länder vorzieht? Immerhin kann die Schweiz mit ihren Stauseen Strom erzeugen, ohne auf ausländische Importe angewiesen zu sein.
Nun, wir werden sehen ... Auf jeden Fall kann ich also weiterin meine morgendliche "swiss made" Ovi geniessen. Danke, Firma Wander!
Labels: Energie, Erdöl, Neuenegg, Schweiz, Strom, Wirtschaft
Mittwoch, Mai 21, 2008
Es wird immer Öl geben
Das posaunte Kollege Hebo vorletztes Wochenende in Mäschus Wohnzimmer herum, als ich wieder einmal den Warnfinger hob (Stiller Rufer in der Wüste oder doch eher Doomsayer?).
Aber im Grunde hat er ja Recht: Öl wird es immer geben. Die Frage ist nur, ob man es in genügender Menge aus dem Boden herausbekommt und ob er - Hebo - davon noch irgendeinen Tropfen zu sehen kriegt, den er in seinen Peugeot 206RC einfüllen kann:
"We don't have any idea where those reserves are going to come from or how we are going to get them out of the ground. The odds of this ever happening are zero." –– Matthew Simmons
Quelle: Peak Oil Consequences of Bush's Failed Energy Policies
Doch das wird ehrlicherweise die geringste Sorge von Hebo und uns Erdölsüchtigen sein. Beim Eintreten der endgültigen Knappheit (nach dem Überschreiten von "Peak Oil") wird der Erdölpreis gewaltig steigen - ähnlich wie wir es in den letzten Tagen erlebt haben, nur viel rascher und viel höher.
Je länger die Knappheit dauern wird, desto unwichtiger wird der Kauf von horrend teurem Benzin werden. Dies aus zwei einfachen Gründen:
- Lebensmittelkosten. Lebensmittel sind im Grunde nichts anderes als Energie für den Motor Mensch. Heute benutzen wir eine unvorstellbare Menge Energie (Erdöl), die wir in verschiedenen Prozessen in für Menschen konsumierbare Energie (Nahrungsmittel) umwandeln. Wenn wir den Preis der in Lebensmittel hinein gesteckter Energie steigern, werden die Lebensmittel zwangsläufig teurer. Je teurer die Lebensmittel werden, desto weniger bleibt dem Westler, dem seit Jahrzehnten trainierten Konsumenten, für anderweitige Ausgaben (Reisen, Kino, Unterhaltung, Geräte etc.)
- Arbeitslosigkeit. Bei weiter steigenden Erdölpreisen ist eine Vielzahl von Arbeitsplätzen in Gefahr. Zuerst wird es diejenigen erwischen, die unmittelbar am "Tropf" von billigem Erdöl hängen. Ich denke da beispielsweise an Mitarbeiter von Airlines oder Pizza-Lieferanten. Je mehr der Preis von Erdöl steigt, desto stärker tritt der obige Punkt in Kraft, und desto weniger werden gewisse Dienstleistungen nachgefragt. Mit der starken Abnahme von Nachfragern können die "economies of scale" nicht mehr ausgenutzt werden und ganze Geschäftszweige werden unrentabel. Nach und nach pflanzt sich das Problem durch die ganze Wirtschaft fort, einem selbstverstärkenden Teufelskreis gleich.
Welche Personengruppen kriegen die Schockwelle als letzte zu spüren? Diejenigen, die mit ihrer Arbeit direkt Nahrung produzieren - auf ihnen lastet derzeit, einer umgekehrten Cheops-Pyramide gleich, das ganze Wirtschaftssystem: Am Ende eines jeden Arbeitstages muss jeder, auch Herr Ospel, etwas Warmes im Magen haben. Spätestens hier sind wir alle Menschen wieder gleicher als gleich. Ich kann mir deshalb gut vorstellen, dass Bauern und die Landwirtschaft in den nächsten Jahren und Jahrzehnten ein fulminantes Comeback erleben werden.
Nachtrag
Die FTD gibt für die jetzige Situation aber Entwarnung: Ölpreis steigt über 130 Dollar Es hat (noch) genügend Öl für alle, Schuld sind mangelnde Raffineriekapazitäten.
Völlig gegenteilig die Meinung des Spiegels (gefällt mir als Pessimisten natürlich deutlich besser): Experten warnen vor dramatischem Öl-Engpass.
Labels: Energie, Erdöl, Gesellschaft, Wirtschaft
Samstag, Mai 17, 2008
Die letzte Weltreise im Flugzeug
For us regular folks, this could be our last chance to see the world on the cheap, without devoting weeks or months to the traveling part.
Quelle: Peak Oil and the Rail Revolution
Labels: Energie, Erdöl, Umwelt, Wirtschaft
Mittwoch, Mai 14, 2008
Auch Strassen teeren benötigt viel Erdöl
When we were visiting about the inflation being created by the cost of oil, my oil production friend mentioned that paving highways may well become nearly cost prohibitive. The asphalt product and the process of laying it down consumes massive amounts of oil.
Quelle: Black Gold; The End of Oil:
Da bin ich ja gespannt, wie die Abschlussrechnung für die derzeit laufende Gesamterneuerung der A12 zwischen Bern und Flamatt aussehen wird ...
Dienstag, Mai 13, 2008
Am hohen Ölpreis sind Spekulanten schuld!
Traditionally, denunciations of speculators come from the left of the political spectrum. In the case of oil prices, however, the most vociferous proponents of the view that it’s all the speculators’ fault have been conservatives — people whom you wouldn’t normally expect to see warning about the nefarious activities of investment banks and hedge funds.
Quelle: The Oil Nonbubble
Schön, dass gerade die lautesten Schreier nach einer freien Marktwirtschaft in diesem Fall eine Ausnahme machen wollen. Lasst den Markt die ganze Chose regeln - irgendwann wird sich alles wieder bei einem Barrelpreis von 25USD einpendeln. Oder so.
Wie Matt Simmons, Peak Oil-Koriphäe und mittlerweile auch von europäischen Medien entdeckt, immer wieder so schön sagt (aus dem Englischen sinngemäss übersetzt):
Solange eine Tasse Erdöl weniger kostet als eine Tasse Kaffee wird der Ölpreis weiter in die Höhe schnellen.
Samstag, Mai 10, 2008
Indonesien hat längst gepeakt
Wenn Peak Oil in allen Erdöl "produzierenden" Länder eingetreten ist, haben wir den globalen Peak erreicht ...
Anfang dieser Woche erst hatte die Regierung von Indonesien, das einzige ostasiatische Mitgliedsland der Opec, Überlegungen geäußert, aus dem Erdölkartell auszutreten, weil die eigene Ölförderung immer weiter sinkt. Indonesien fördere mittlerweile weniger als eine Million Barrel pro Tag und importiere inzwischen Erdöl, sagte Staatspräsident Susilo Bambang Yudhoyono.
Mittwoch, Mai 07, 2008
Perfect Storm des 21. Jahrhunderts
In Rangun, der grössten Stadt des Landes, sind die Preise für Grundnahrungsmittel massiv gestiegen. Reis soll um die Hälfte teurer geworden sein. Der Preis von Trinkwasser ist um das Fünffache gestiegen.
Quelle: Burmas Reiskammer zerstört
Das Zusammentreffen von Naturkatastrophen mit Versorgungsengpässen, in diesem Fall der Zusammenbruch des Imports bedingt durch die Verteuerung der Energie sowie dem stetig steigenden Nahrungsmittelbedarf in den "emerging markets" (BRIC, wie man sie so schön nennt), werden die Perfekten Stürme des 21. Jahrhunderts werden ...
Labels: Energie, Gesellschaft, Umwelt, Weltgeschehen
Dienstag, Mai 06, 2008
Hillary spinnt und will OPEC verklagen
Runde 999 im USA-Bashing:
[...] the great part of Hillary's proposal. She's going to change the law so Americans can sue OPEC! Here changes would, "Allow OPEC Production Decisions to Be Challenged Under U.S. Anti-Trust Law - Currently, OPEC countries cannot be challenged under U.S. anti-trust laws, even when they are engaged in coordinated, commercial activity to control the global oil market."
Quelle: Hillary ‘Big Govt.’ Clinton Wants America to Sue OPEC
Meine Meinung deckt sich mit derjenigen von Dan Denning:
[...] OPEC nations have to manage their resource-and not for the benefit of American consumers, but for themselves.
Es hat die USA niemand gezwungen, gedankenlos Suburbia in das grüne Feld zu bauen (Fahrzeit zum Job: 1-2 Stunden) und jedermann SUVs kaufen zu lassen.
Labels: Energie, Erdöl, Jura, USA, Wirtschaft
Freitag, Mai 02, 2008
Spiegel: Geht uns das Öl aus?
Der Energieriese Exxon fördert deutlich weniger Öl als im Vorjahr. Trotz der hohen Rohstoffpreise fiel die Produktion im ersten Quartal um zehn Prozent. Experten warnen vor einem gefährlichen Trend: Geht der Welt das Öl aus?
Quelle: Ölproduktion bei weltgrößtem Energiekonzern fällt dramatisch
Diese Entwicklung war abzusehen, seit nach Venezuela nun auch Bolivien seine Erdölindustrie verstaatlichen. Wissen die Machthaber dort mehr, als der dumme, erdölabhängige Westler bisher realisiert hat?
Langsam dämmert auch dem Letzten, aus welchem Grund die USA tatsächlich in den Irak einmarschiert sind - mit Demokratie hatte die Invasion kaum etwas zu tun, mit Sicherung strategischer Erdölreserven dagegen sehr viel.
Wenn eine Ressource knapp zu werden droht, schaut jeder Staat zuerst für sich. Heraus kommt, was das Export Land-Modell beschreibt: Weil die ölproduzierenden Staaten zuerst den eigenen Bedarf im Inland decken (welcher zu allem Unheil noch stetig zunimmt), fällt der Ausfall für die Abnehmerfirmen und -staaten deutlich markanter aus, als die Produktionszahlen eigentlich vermuten liessen.
Donnerstag, Mai 01, 2008
Zum Stand der Erdölversorgung
Wird nicht die Förderung der restlichen 90 Prozent ebenfalls lukrativ, wenn nur die Preise genug steigen? Nein, sagt werner Zittel. Die Erschliessung neuer Sande werde nicht nur teurer, sondern auch langwieriger. Und sie braucht immer mehr Energie: Heute verschlingt die Gewinnung rund ein Fünftel bis ein Viertel der gewonnen Energie. Irgendwann gelangt man an den Punkt, wo mehr Energie investiert werden müsste, als herauskommt. Dazu komme, sagt Zittel, dass der soziale Preis des Ölsandabbaus mit den enormen Umweltschäden steige. Auch Gerber, im Bezug auf die Gesamtvorräte optimistischer als Zittel, glaubt nicht, dass die Ölsande den Produktionsrückgang des konventionellen Öls kompensieren können.
Quelle: Der Bund, 18. Januar 2008, "Sechs Stunden, und das Ölfeld ist leer", S. 33.
Im Durchschnitt fand man in den Jahren 2000 bis 2005 in den neu entdeckten Feldern 20 Millionen Fass - so viel, wie die Welt in sechs Stunden verbraucht.
Die 120 Dollar haben wir in den letzten Tagen erreicht; somit ist es nun wirtschaftlich, auf synthetischem Wege Erdöl herzustellen. Bleibt nur noch die Frage, wo China all das Wasser herbekommt (wenn sogar schon der Jangtse austrocknet):
Das südafrikanische Unternehmen Sasol baut nun auch in China Anlagen zur Erdölsynthese auf. Doch ein so hergestelltes Fass Öl kostet beim neuesten Stand der Technik 120 Dollar pro Fass, und es verschlingt zehn Fass Wasser - einen Rohstoff, der in China auch knapp zu werden droht.
Das vernichtende Fazit:
Ob wir das Fördermaximum nun schon überschritten haben oder nicht - das Zeitalter der knappen Energie hat bereits begonnen.
Donnerstag, Mai 01, 2008
Brasiliens Erdölfunde weiter relativiert
Ich habe ja bereits vor einigen Tagen erläutert, dass die vor Brasiliens Küste gefundene Erdölvorkommen gerade mal ausreichen, um den heutigen Erdöl-Bedarf der Welt um ein einziges zusätzliches Jährchen zu decken.
Daneben wies ich weiter darauf hin, dass es schwierig werden würde, an das Erdöllager vorzustossen. Denn dieses befindet sich mehrere tausend Meter unter Meer und dem Meeresboden.
Die Problematik wurde nun von Dr. Joanne Nova via The Daily Reckoning erläutert:
"Here's another perspective on the difficulty of drilling Brazil's new oil field a full 10km below the surface," Joanne writes. "Did you know the deepest hole ever dug reached down to 12km, but it took 19 years to get there? The Soviets started planning the Kola Superdeep Borehole in 1962 and began drilling in 1970 reaching the record depth in 1989.
"They initially aimed to reach 15km, but were forced to give up a few years after they set the record. Things were too hot, too strange, and too expensive. And this was not a hole designed to produce anything except interesting scientific papers. Twelve kilometers down, the rocks were under so much heat and pressure they behaved more like plastic than rock. The hole apparently kept flowing closed whenever they had to replace a drill bit. Makes production hard if the hole keeps disappearing."
Quelle: Riding the Bear & Deep Drilling in Australia
Dienstag, April 29, 2008
Am Rande des Untergangs?
Auch wenn die Märkte in den letzten Tagen aufwärts zeigten und die Fed morgen wohl für einmal die Gelddruckmaschinen stoppen wird - etwas ist in der Luft. Finanzen, Nahrung und Energie haben in den letzten Wochen und Monaten eine äusserst prominente Berichterstattung erfahren. Sind wir gespannt, ob für 2008 auch noch die Umwelt (Klima) ihr Plätzchen erhalten wird ...
We're on the edge of something. We're at the entrance of a dark passage where some of the ceremonies of daily life meet resistance. You go to the WalMart and five of your six credit cards are refused. Uh oh. It begins to dawn on you that you're spending a quarter of your take-home pay filling up the gas-tank every week. There's no dial tone when you pick up the telephone. How could all the supermarkets in town be out of rice? The local hospital just declared bankruptcy. The neighbors down the street auctioned off all their furniture in the driveway last week. Why does the cat pick up so many ticks these days?
Quelle: BELIEF SYSTEM
Trotz aller dieser Symptome geht das Leben noch in geordneten Bahnen weiter. Für wie lange noch?
Labels: Energie, Finanzen, Gesellschaft, Umwelt, USA
Montag, April 14, 2008
Peak Oil abgeblasen?
Vor Rio de Janeiro würden 33 Milliarden Barrel Öl vermutet, sagte Lima nach Angaben seines Sprechers Luiz Fernando Manso. Die Informationen stammten allerdings aus «nicht offiziellen, nicht betätigten Kreisen».
Quelle: Riesiges Ölfeld vor brasilianischer Küste?
Ha. Skeptiker wussten es schon immer: Dieses Peak Oil-Geschwafel hat weder Hände noch Füsse.
Nach kurzer Überlegung sprechen zwei Gründe gegen das Aufschnaufen:
- Die Förderung von Tiefsee-Erdöl ist noch unerprobt (siehe Folie "Some Deepwater Challenges" ff.)
- 33 Milliarden Barrel sind ein Mückenfurz
Gerade Letzteres sollte zu denken geben. Man rechne:
The global petroleum consumption amounted to 84.5 barrels per day in 2006, up 0.96% y-o-y, and it reached 86.1 million barrels per day in 2007, rising 1.9%. Influenced by the season, it is forecasted ......
Quelle: China Shipping Industry Report, 2007
33'000'000'000 Barrel durch 87'000'000 Barrel/Tag ergeben 379.31 Tage oder 1.03 Jahre. Wenn also jeder vor der Küste Brasiliens vorhandene Tropfen Erdöl gefördert und nutzbar gemacht werden könnte (Produktionsausfälle und die Energieaufwendung zwecks Transport und Raffinierung des Öls nicht einberechnet), würde die Galgenfrist um ein sattes Jahr verlängert.
Toll, die Party geht weiter ...
Nachtrag
Passend dazu auch folgende Meldung:
Russlands Erdölproduktion hat ihren Zenit erreicht. Das sagte Leonid Fedun, Vizechef von Russlands größtem unabhängigen Erdölkonzern Lukoil, im Interview der Financial Times.
Quelle: Lukoil warnt vor sinkender Ölproduktion
Umgangssprachlich kann man das auch "Russian Peak Oil" nennen. Wer ist als nächstes dran?
Sonntag, April 13, 2008
Falsche Hoffnung auf Hydrogen
Hydrogen wird ja gerne als die Lösung unserer Probleme mit den schwindenden fossilen Energieträgern gesehen. Doch halt:
[...] For example, an electrical current can split water into hydrogen and oxygen, but energy is needed to make that electricity. It might come from nuclear, solar, wind, geothermal, or whatever, but it has to come from somewhere.
[...] That said, you would never get any more energy out of burning the hydrogen than it cost you to make it in the first place.
Quelle: Why is hydrogen seen as a more viable energy source than wind or solar?
Wer sich mit den Hauptsätzen der Thermodynamik auskennt, weiss dies natürlich längst. Immer noch aber gibt es Leute, die Energie aus dem Nichts entstehen sehen ...
Labels: Energie, Forschung, Wissenschaft
Donnerstag, April 03, 2008
Kurz- oder längerfristige Ziele
Wir haben keine unendlich verfügbare Menge an Agrarfläche. Wenn wir für den [Ethanol-]Anbau zum Beispiel den Urwald in Brasilien roden, profitieren wir erst in 320 Jahren von den Einsparungen durch Biosprit. So lange dauert es, die CO2-Emissionen, die durch die Rodung entstanden sind, auszugleichen. Wir brauchen aber in den kommenden 10 bis 20 Jahren eine massive Senkung der Treibhausgase, und nicht erst in 320 Jahren.
Quelle: "Biosprit ist eine einzige Klimalüge"
Labels: Deutschland, Energie, Umwelt
Dienstag, April 01, 2008
Supermärkte mit alternativer Energie?
The main conceit is that we can keep all the normal operations of the American Dream humming by some "non-carbon" related energy source -- in other words, run WalMart without oil, methane gas, or coal -- and that all the forces of government and capital can be marshaled to make that happen.
Quelle: UPSCALE
Labels: Energie, USA, Wirtschaft
Samstag, März 15, 2008
Peak Oil: Kein Öl, oder nicht mehr genug Öl?
Letzteres:
The human body has 21 quarts of blood contained in it. We don't die at the moment we offer our last drop of blood. What's more important is when our first drop of blood is spilled [...] The problem is that if a person loses 20 to 25% of his own blood, it severely impairs the systems of the body, and death will not be long.
Quelle: David Paterson: First Openly Peak Oil Aware Governor
Bei Peak Oil geht es nicht darum, dass es urplötzlich kein Öl mehr gibt; es geht darum, dass die Nachfrage das Angebot um Längen übersteigen wird.
Und dann wird die wunderhafte Marktwirtschaft mit dem technologischen Fortschritt dafür sorgen, dass wir davon rein gar nichts spüren und so weiterleben, wie wir es gewohnt sind.
An dieser populären "Wird-schon-gut-gehen"-Mentalität (welche man derzeit auch in den Finanzmärkten beobachten kann) gibt es einige Schwachpunkte:
- Alternative Sources of Energy Are Insufficient
- Hydrocarbons, Metals, and Electricity Are Inseparable
- Advanced Technology Is Part of the Problem, Not Part of the Solution
- Post-Oil Agriculture Means a Smaller Population
- The Basis of the Problem Is Psychological, Not Technological
Dienstag, März 11, 2008
Grösstmögliche Transparenz in Washington
Der Pressesprecherin des Weissen Hauses wurde also verboten, über den Zusammenhang des Währungszerfalls des Dollars mit dem steigenden Ölpreis zu sprechen ... Man stelle sich vor, Joe Sixpack würde davon Wind kriegen - dann wären die Präsidentschaftswahlen für die Republikaner gelaufen (sind sie eh, denn George W. und seine Kumpanen fahren die us-amerikanische Wirtschaft bis spätestens November garantiert noch in die Wand):
A propos:
Oil futures advanced to a record for a fifth day, rising above $109 a barrel in New York, as the sinking dollar drew investors to commodities.
Quelle: Crude Oil Futures Rise to a Record for a Fifth Day in New York
Labels: Energie, Medien, Politik, USA, Wirtschaft
Dienstag, März 04, 2008
1980 - $102.53
Wir haben es geschafft. Erdöl ist so teuer wie noch nie in seiner (kurzen) Geschichte: Am 28. Februar 2008 notierte der Barrel-Preis auf 102.59 USD und schlug damit den Rekord aus meinem Geburtsjahr (welch ein Omen!) um 6 Cent.
Quelle: How Lessons from the Last Oil Shocks May Help to Inform This One
Labels: Energie, Wirtschaft, Zeitgeschehen
Dienstag, März 04, 2008
Ethanol-Rechenschwäche
Gibt es etwas dümmeres, als Nahrung in Automotoren zu verbrennen? Die Menschheit klammert sich an jeden Strohhalm, um das Ende des billigen Öls abzuwenden ... Leider ohne Erfolg.
[...] the United States, Canada and the European Union would require between 30 percent and 70 percent of their current crop area if they were to replace 10 percent of their transport fuel consumption with biofuels.
Quelle: Priced Out of the Market
Dienstag, Februar 26, 2008
170 Liter Wasser zum Morgenessen
DRINKING 170 litres of water with breakfast would be ridiculous. [...] that's the amount that goes into manufacturing just one cup of orange juice, the United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation says.
Quelle: Which orange juice should I buy?
Mittwoch, Januar 09, 2008
Strahlende ETH-Absolventen
Gestern lese ich in einem Blog:
There are 439 nuclear reactors operating around the world, with another 33 currently being built. Furthermore, another 94 reactors are on order or planned and an additional 222 reactors have been proposed.
Quelle: Investing in the Nuclear Renaissance
Heute nun trudelt dieses Mail ein:
The Nuclear Graduate Programme
The Nuclear Decommissioning Authority (NDA) is a non-departmental public body set up by the Government, under the Energy Act in 2005. Our vision is to ensure a safe, accelerated and affordable clean-up of the UK’s civil nuclear legacy for the benefit of future generations. [...]
Twenty of the country's leading companies are offering the most comprehensive graduate programme that the energy industry has ever seen. Companies range from large global brands that you know and dream of working for to exciting companies that, once you do know them, will knock your socks off.
Quelle: Calling Nuclear Graduates
Ein Kollege von mir, der an der ETH gerade sein Maschinenbau-Studium abschliesst, hat mir erzählt, dass er kürzlich an einem Absolventenkongress in Zürich noch auf dem Stand eines Unternehmens einen Arbeitsvertrag hätte unterschreiben können. Unternehmen, die beim Bau und dem Unterhalt von Atomkraftwerken kräftig mitmischeln.
Will man als Staat nun auf die Kernkraft setzen, muss dies schnell geschehen: Wenn plötzlich alle westlichen Länder zwei, drei neue Reaktoren haben wollen, wird es zwangsläufig zu Engpässen und Verzögerungen bei Bau und Betrieb dieser kommen. Ich sehe einen Engpass an fähigen Ingenieuren wie auch dem nötigen Material voraus. Nicht zu vergessen, dass zum Bau von Kernkraftwerken eine nicht zu vernachlässigende Menge Erdöl benötigt wird. Nachdem das Kernkraftwerk steht, muss die Versorgung mit Brennstoff sichergestellt werden. Na hallo, Peak Uran!
Labels: Energie
Donnerstag, Dezember 27, 2007
Weimar 1923, Harare 2007
Was haben diese beiden Städte und die genannten Jahre gemeinsam? Hyperinflation!
Einige Artikel aus englischsprachigen Massenmedien:
- Times Online: Steaks and cricket, starvation and poverty: diary of a surreal week in Zimbabwe
- The New York Times: How Bad Is Inflation in Zimbabwe?
- BBC News: Zimbabwe: Living with hyperinflation
Der absolute Hingucker hingegen war folgende Feststellung:
Reserve Bank Of Zimbabwe Reckons 2007 Inflation Totaled 24,000%
Quelle: The Zimbabwe Situation
Was lernen wir daraus? Liberale Ökonomen werden auf den schädlichen Staatsinterventionismus verweisen, wiederum andere würden sich die Anbindung der Währung an den Goldstandard zurückwünschen - und ich merke mir, dass Edelmetalle als Notgroschen vielleicht gar nicht mal eine so schlechte Idee wären.
Der Gipfel
Doch halt, Zimbabwe dient noch als anderes Beispiel:
While Zimbabwe 's multiple economic problems make it an atypical case, it is the first country to run almost completely out of oil. This, in turn, gives us a look at what will happen as the consequences of expensive and scarce oil spreads around the globe.
Quelle: ZIMBABWE - PEAK OIL'S FIRST CASUALTY?
Labels: Energie, Finanzen, Wirtschaft
Donnerstag, Dezember 20, 2007
Unterversichert
Die Versicherungsdeckung für die Kernanlagen soll von 1 auf 1,8 Milliarden Franken erhöht werden.
Quelle: Höhere Haftpflicht für AKWs
[...] Die finanziellen Folgen einer Katastrophe wie Tschernobyl vor Augen, ist die Versicherungsdeckung der AKW-Betreiber mit einer Milliarde verschwindend gering. 1995 ergaben Schätzungen des Bundesamtes für Zivilschutz für einen GAU in der Schweiz die unvorstellbare Schadensumme von 4200 Milliarden Franken.
Quelle: AKW sollen für 500 Milliarden haften
In solchen Angelegenheiten wird der liberale Marktwirtschaftler in mir aktiv: Ich sehe nicht ein, wieso der Staat hier mit Garantien bürgen soll. Weniger Staat, mehr Eigenverantwortung für Kraftwerksbetreiber (wobei z.B. der Kanton Zürich massgeblich in die Axpo AG investiert hat).
Lustig wird es, wenn plötzlich FDPler für mehr Staat weibeln - kein Wunder, wenn es sich um Lobbyisten im Schafspelz handelt:
Die Schweizer AKW gehörten zu den sichersten weltweit, sagte Helen Leumann (FDP/LU), ihres Zeichens Verwaltungsratspräsidentin der Nordostschweizerischen Kraftwerke AG. Internationaler Standard sei eine Mindestdeckung von 700 Millionen Euro. Die Schweiz habe bereits das schärfste Haftpflichtgesetz.
Oder weiter:
Die Eintretenswahrscheinlichkeit eines Nuklear-GAU liege bei einer Zeitdauer von zehn Millionen Jahren, sagte Rolf Schweiger (FDP/ZG). Schadenpotenzial und -wahrscheinlichkeit müssten einen gewissen Bezug haben.
Lieber Röfe, die Subprime-Krise haben wir Mathematikern im Nadelstreifenanzug zu verdanken, die die Eintretenswahrscheinlichkeit eines Ereignisses auf einmal in der Lebensdauer des Universums geschätzt haben - um das Ereignis dann zwei Mal innert drei Monaten eintreten zu sehen.
Solange FDP-Politiker Eintretenswahrscheinlichkeiten berechnen, schlafe ich bedeutend wohler, wenn wir das Risiko Atomkraftwerk-Havarie gegen null minimieren, also die AKWs zur Ruhe setzen, und die Energieproblematik anderweitig lösen: Wenn schon nicht durch Stromverzicht (ich glaube immer noch daran), dann doch zumindest durch eine föderale Lösung: Viel kleinere, viel billigere, viel risikoneutralere und atomfreie Stromproduktionsanlagen. Statt 5 AKWs also tausend Mini-Projekte.
Übrigens: Kürzlich durch ein Gespräch mit einem NAGRA-Mitarbeiter gelernt: NIMBY!
Dienstag, Dezember 11, 2007
Prognostizierte Energielücken
Vor zwanzig Jahren prognostizierte der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen, VSE: "Die Stromlücke erreicht bis 2004/2005 ein Ausmass von 4,3 Milliarden kWh." Ohne die Inbetriebnahme des Kernkraftwerks Kaiseraugst werde die Lücke sogar 7,2 Milliarden kWh betragen.
Quelle: casanostra, 86/2007, "Ist die 'Stromlücke' eher eine 'Denklücke'?", S. 11
Es stellt sich nun die Frage, wie hoch heute die Gesamtmenge des verbrauchten Stroms tatsächlich ist: Waren die Prognosen schlichtweg falsch, oder konnte man die 7,2 Milliarden kWh durch Stromimporte aus dem nahen und fernen Ausland decken?
Dienstag, November 20, 2007
AKWs: Profite privatisieren ...
... das Risiko aber tragen alle Steuerzahler:
Zurzeit müssten Atomkraftwerk-Betreiber Schäden nur bis zu 1 Milliarde Franken bezahlen. Bei einer potenziellen Schadenssumme von rund 4300 Milliarden Franken sei dies nur ein Tropfen auf den heissen Stein [...]
Quelle: «Stopp Atom» kritisiert Haftpflichtregelung
Freie Marktwirtschaft - jetzt!
Sonntag, November 18, 2007
Tücken billiger Energie
«Ich habe keine Ahnung, wie die Welt in 20 Jahren aussieht, doch es kann sehr schnell gehen, dass die Energie plötzlich zehnmal so teuer ist. Dann würden wir das Garn nicht mehr aus Indien und Usbekistan importieren, sondern wieder hier in Linthal spinnen.»
Quelle: DIE SPINNEN NICHT MEHR, DIE GLARNER
Doch in 20 Jahren wird es in der Schweiz kaum mehr Industriebetriebe geben. Dafür werden wir aber mit Horden von Juristen, Volks- und Betriebswirtschaftlern und IT-Fachkräften gesegnet sein, die keine Ahnung haben, wie man Kleider von Hand wischt und im Gärtchen der Villa im Nobelviertel Gemüse anpflanzt.
Aus diesem Dilemma wird uns kein Geld der Welt (da wertlos) und auch keine noch zu erfindende Technologie (da nur mit billiger Energie einsetzbar) retten.
Wird bald wieder in die Hände gespuckt?
Sonntag, November 11, 2007
Die Marktwirtschaft würde keine AKWs finanzieren
New nuclear plants are bought (sparsely) only by central planners, not in free markets. [...]
Not a single new nuclear project on earth has received a penny of private risk capital: they’re unfinanceable in the private capital market.
Quelle: Energy Tribune Speaks with Amory Lovins
Labels: AKW, Energie, Wirtschaft
Sonntag, November 04, 2007
Von Angebot und Nachfrage
As a matter of fact, the world production of oil has now held constant for about 30 months, but the world's demand for oil has been steadily going up.
Quelle: PEAK OIL -- (House of Representatives - November 01, 2007)
Da kommt mit doch just dieser alte Witz über Ökonomen in den Sinn:
Two economists find themselves locked in a basement. They're not sure what time it is, because it's dark and they can't read their watches. They think it's nearly dinner time, cause they're starting to feel hungry. But they're not worried; they are not starting to panic - because they know that their demand will create sandwiches for them!
Quelle: A Tale of Two Economists
Hmmm - wenn das so weitergeht, können wir alle unsere Ökonomie-Lehrbücher verbrennen!
Würde die freie Marktwirtschaft spielen, wären schon längst neue Erdöl-Reserven erschlossen worden, deren Erschliessung bis anhin zu teuer gewesen wäre. Müssen wir wirklich mehr als drei Jahre warten, bis die Öl-Multis reagieren?!
Komisch nur, dass die Technologie, die uns vor Peak Oil bewahren wird, leider in den letzten zwanzig Jahren nicht mehr fähig war, grosse, unerschlossene Erdöl-Lager zu entdecken:
And by the way, for the past 20 years or so we have had incredibly improved techniques for finding oil. So for those of who tell you not to worry, it's out there, where? We've been scouring the world for the last 20 years with computer modeling and 3-D seismic, and our discovery has been down, down, down.
Quelle: PEAK OIL -- (House of Representatives - November 01, 2007)
Aha, vielleicht blenden wir einfach einen massgeblichen Faktor aus:
Economics may teach that money is a store of value, but unfortunately this cannot be true when an economy is in a period of long-term contraction. Economists have developed their theories looking at an atypical period in the world's history--one where growth was the norm. They have never stopped to realize that our world is finite, so infinite growth is not possible. Their theories may hold for a specific time period, but aren't true in general.
Quelle: Economic Impact of Peak Oil Part 3: What's Ahead?
Ein einfacher Vergleich für den Mann auf der Strasse:
Putting a dozen straws in the soda will not result in more soda, will it? It's a limited amount. There is a limited amount.
Quelle: PEAK OIL -- (House of Representatives - November 01, 2007)
Nachtrag
Asians understand that what is important is not who consumes the apples, but who owns the orchard.
Quelle: Sinking Currency, Sinking Country
Labels: Energie, Erdöl, Umwelt, Wirtschaft, Wissenschaft
Mittwoch, Oktober 24, 2007
Meine 200 Sklaven
Today, the extrasomatic energy used by people around the world is equal to the work of some 280 billion men. It is as if every man, woman, and child in the world had 50 slaves. In a technological society such as the United States, every person has more than 200 such "ghost slaves.
Quelle: David Price, “Energy and Human Evolution", Population and Environment, Volume 16, Number 4, March 1995, pp. 301-19.
Lesehilfe: "extrasomatic energy" kann man mit "Erdöl" (und noch ein paar Promillen Wasserkraft und Atomenergie) übersetzen ...
Montag, Oktober 22, 2007
Das Gespenst der Rationierung könnte bald wieder umgehen
Matt Simmons, the leading investment banker to the oil industry, who has worked tirelessly to lift public awareness of Peak Oil, also raised the specter of shortages, telling the audience that market allocation problems in the near future would almost certainly induce “hoarding behavior” among the public that would cripple the economy, lead to enforced rationing, and shock the nation.
Quelle: PEAK UNIVERSE
Ich behaupte einfach mal, dass die liberal-soziale Marktwirtschaft in einer solchen Situation vor die grösste Zerreissprobe in ihrer Geschichte gestellt wird. Entweder wird der Markt das "kleine Problem" mit Bravour lösen - oder mit Getöse untergehen. Schauen wir mal.
Wer sich mit der ganzen Rationierungsgeschichte des Ersten und Zweiten Weltkriegs auskennt, weiss, dass keine schönen Zeiten folgen werden. Wichtig ist, dass die Rationierung so rasch als möglich eingeführt wird - und plötzlich wird "Mehr Staat, mehr Freiheit" wieder populär:
We have had rationing during the second world war, it was difficult but we made it work, it is something I think every nation that is oil consuming and oil importing nation will have to do. It is easy to say rationing but then it is very difficult to decide how you are going to ration the fuel that you get. There will be priorities like the military, there will be priorities like the farmers, there will be priorities like getting food from the farmers to the processors and to people, and the bottom of the chain will be folks like us that drive to work or drive for convenience purposes and will probably going to get a lot less of what is available.
Quelle: Robert Hirsch : « Avec le pic pétrolier, la croissance est condamnée » (VO)
Modelle der Ökonomen haben alles im Griff
So what you really saying is that peak oil means peak economy ?
Robert Hirsch : When oil goes into decline yes. World GDP will decline, I am perfectly convinced of that. In talking to economists, they believe very much in their models and their models are econometric so they don’t deal directly with shortage, they deal with oil price and their models can handle oil prices changing relatively slowly but to a person, economist that I have talked to and I have talked to a number of very significant economists, they admit that their models cannot handle significant changes, rapid changes, shock changes, and that is what peak oil is likely to be.
Nebenbei: The Guardian rezitiert heute eine Studie, die behauptet, dass Peak Oil bereits hinter uns liegt.
Labels: Energie, Gesellschaft, Politik, Umwelt
Mittwoch, Oktober 17, 2007
Die Russen - Klingonen der Weltwirtschaft?
Wer Star Trek kennt, weiss, was ich meine. Wobei Klingonen mit ihrem wahnhaften Streben nach Ehre vielleicht auch nicht die richtige Charakterisierung sind. Vielleicht doch eher die Ferengis? Oder wieso nicht gleich die Andorianer?
Egal. Im Vergleich zu unseren stabilen, rechtsstaatlichen Demokratien hier im Westen spielt Russland wieder vemehrt das - es sei erlaubt - schwarze Schaf in der Weltwirtschaft. Und ich kann nicht verhehlen, dass ich immer eine gewisse Sympathie für diejenigen Leute empfunden haben, die gelegentlich gegen etablierte Regeln verstossen haben oder sie gleich neu schrieben. Russland, Venezuela und Iran - das sind die Störenfriede im Friede, Freude, Eierkuchen-Kindergarten namens Weltwirtschaft. Diejenigen Gofen, die einem in der Grundschule den Klötzliturm kickten und ihn mit hämischen Grinsen absichtlich zu Fall brachten; die andere Schüler vor, während und nach der Schulstunde verklopften und deshalb verhasst-gefürchtet waren.
Geradezu klassisch-frech, wie Russland mit den armen, armen "Drogenlieferanten" der ersten Welt (Erdöl-Unternehmen) umspringt:
Let me tell you what's afoot here, and why it appears that business ethics in Russia may not have progressed beyond the days of Tolstoy or perhaps Chekhov. BP is only the latest in a string of Western integrated companies [...] that have initiated production projects in Russia, only to have their hosts begin to play hardball as time passed and energy prices rose.
So, as I stated above, the first conclusion I draw from these almost-too-predictable events is that, with the world's largest reserves of oil and gas stuffed beneath such volatile places as Russia, Saudi Arabia, Iran, and Iraq, the world of energy is likely to remain on the dangerous edge of chaos for about as far as the eye can see.
Quelle: Russia's Latest Bad Habit
Da das Öl nie mehr so sprudeln wird wie früher, sollte man diese Nationen im Auge behalten. Schliesslich sitzen sie auf einer Schatztruhe an fossilen Brennstoffen, die mit der zunehmenden Knappheit immer wertvoller werden. Sind wir gespannt, wie sie die teilweise jungen Nationen gegenüber den westlichen Demokratien emanzipieren. Sie werden garantiert immer wieder für Überraschungen gut sein. Ich bezweifle aber, dass die besagten Nationen je auf den friedlichen und gutmütigen Pfad der liberalen Marktwirtschaft finden werden - und befürchte, dass sie allen Totengesängen der Verfechter unseres unübertroffenen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem trotzen werden.
Wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, werden die bisherigen Leader abgesetzt und vormalige Underdogs, die sich unkonventioneller Methoden bedienen, sind die neuen Leader.
Labels: Energie, Weltgeschehen, Wirtschaft
Dienstag, Oktober 09, 2007
Schweiz: Technologieschmiede für erneuerbare Energien?
Gerade ist die Arena-Sendung von heute Abend zu Ende gegangen, wo sich alle relevanten Parteien zum Thema Energie & Umwelt geäussert und gestritten haben.
Die Bürgerlichen sträubten sich wie gewohnt gegen den staatlichen Eingriff in den ach so gut funktionierenden Energie-Markt, äusserten Bedenken über die "Wirtschaftlichkeit" von Massnahmen, zeigten für einmal wieder Erbarmen mit den ärmsten aller Autofahrer, die sich bald kein Benzin mehr leisten können ...
... und der SVP-Heini schoss in meinen Augen schlussendlich den Vogel ab, als er auf die Autarkie-Schiene aufsprang und betonte, dass man ja wohl kaum von Oligarchen und Potentaten abhängig sein wolle. Recht hat er - endlich verfolgt die SVP einmal eine konsequente isolationistische Politik!
Erdöl aus dem Mittelland
Nicht ganz klar wurde mir aber, wieso die SVP - in Diskrepanz zu ihrer Umwelt-Gallionsfigur This Jenny - gleichzeitig voll auf den Strassenverkehr setzt:
Für die SVP ist die Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene gescheitert. In einem Positionspapier zur Verkehrspolitik fordert die Partei mehr Investitionen für den Strassenverkehr. Die Strasse sei viel günstiger als die Bahn.
Quelle: SVP setzt voll auf die Strasse
Hmmm - seit wann sprudelt denn das Erdöl innerhalb unserer Grenzmauern? Sitzt der Christoph am Herrliberg etwa auf einer grenzenlos sprudelnden Erdölquelle? Ich jedenfalls weiss nichts davon.
Unsere Gesellschaft funktioniert nur dank Erdöl, und nur dank billigem Erdöl. Und das leider Gottes stammt nun einmal aus dem nahen und fernen Ausland. Es besteht zu bezweifeln, dass der Spottpreis die nächsten Jahre überdauern wird. Gerne lasse ich mir dann von SVP-Exponenten erklären, wie das mit dem Individualverkehr munter fröhlich weitergehen soll ...
Uran aus der Jungfrau
Ebenso erstaunt war ich, dass anscheinend auch Uran, der Brennstoff unserer bestehenden (und geplanten) Atomkraftwerke, plötzlich in unserem Land "wächst".
Doppelt profitieren mit Investitionen in Technologie
Genau so, wie Technologie uns vor den Auswirkungen des "vielleicht irgendwann einmal kaum spürbar" eintretenden Klimawandels schützen wird (O-Ton der Bürgerlichen in dieser Sache), sollte uns Technologie doch auch aus dem Energieschlamassel retten.
Die Schweiz verpasst es aber durch eine Verhinderungspolitik (der Bürgerlichen, nicht des VCS notabene!), Tatsachen zu schaffen, neue Wirtschaftszweige anzusiedeln und uns von der Not anderer prosperieren zu lassen (dabei hat das doch im Bankwesen während des Zweiten Weltkrieges vorzüglich funktioniert!).
Klar können wir im Ausland CO2-Zertifikate kaufen und uns hierzulande auf die faule Haut legen. Doch wie unlängst kritisiert wurde, verpassen wir so, unsere eigene Infrastruktur auf Vordermann zu bringen und Effizienzsteigerungen durchzusetzen. Wieso soll unser hart verdientes Geld ins Ausland fliessen, wenn es innerhalb des eigenen Landes deutlich besser angelegt und investiert werden könnte?
Hinzu kommt, dass wir nicht nur unseren Energieverbrauch für wenige Geld senken, sondern durch unsere Bestrebungen auch Weltmarktführer im Technologie-Bereich werden könnten. Indem wir in Forschung und Industrie investieren, könnten wir alsbald von den Früchten profitieren, wenn wir allen Herren Länder unsere Wundertechnik für bare Münze verkaufen würden. Die Anfangsinvestitionen würden so um ein Vielfaches übertroffen - Kapitalismus pur!
Dass dies kein linkes Hirngespinst ist, zeigt das Buch Knowledge and the Wealth of Nations von David Warsh:
“New growth” as the theory came to be called, shows how the new ideas that are integral to economic growth fit into the economic system. Placing ideas at the center of this system helps to explain the dominance of first-mover firms like Microsoft or Google, underscores the value of intellectual property, and provides essential advice to those concerned with the expansion of the economy.
Quelle: About the Book
Mr. Warsh does, though, quote the great British economist Alfred Marshall, who observed as early as 1890 that "knowledge is our most powerful engine of production; it enables us to subdue nature and force her to satisfy our wants." More than a century later, knowledge is still the true wealth of nations.
Quelle: More Comes From Knowing More
Now that invention, discovery, and the sharing and hoarding of knowledge are explicit in the models, economists' recommendations to policy makers more often point in the direction of investment in education and new technology.
Quelle: David Warsh: Knowledge and the Wealth of Nations
Tönt vielversprechend - packen wir es an!
(Der Skeptiker in mir sieht aber sowieso alles verloren - all die Massnahmen sind angesichts der Klima-Veränderung und Peak Oil ein Tropfen auf den heissen Stein)
Dienstag, Oktober 02, 2007
Heute Abend arte schauen!
[...] Die Dokumentation geht der Frage nach, welche Alternativen zum Erdöl für den Autoantrieb in Frage kommen und ob diese sauberen Energiequellen für den weltweit erreichten Grad an Mobilität ausreichen.
Quelle: Kollaps der Mobilität?
Dank: Kure
Montag, Oktober 01, 2007
Bio-Ethanol sucks!
Dr. Patzek published a fifty-page study on the subject in the journal Critical Reviews in Plant Science. This time, he factored in the myriad energy inputs required by industrial agriculture, from the amount of fuel used to produce fertilizers and corn seeds to the transportation and wastewater disposal costs. All told, he believes that the cumulative energy consumed in corn farming and ethanol production is six times greater than what the end product provides your car engine in terms of power.
Quelle: Corn-to-Ethanol: US Agribusiness Magic Path To A World Food Monopoly
Schlimmer als im Kommunismus. Und das in einem Land, dessen politische Exekutive von "neoliberalem" Denken geprägt ist ... In einer liberalen Marktwirtschaft wäre solcher Mumpiz garantiert nicht passiert! (Und falls doch, wäre der Produzent innert Wochen bankrott gegangen)
Nachtrag
Ein renommierterer Wissenschaftler kommt in einem TechnologyReview-Interview zu Wort:
„Flüssige Biokraftstoffe sind nicht klimafreundlich“
Labels: Energie, Landwirtschaft, USA, Wirtschaft
Mittwoch, September 05, 2007
Kraftwerkbau wird rasch teurer
Dramatischer Preisanstieg beim Bau neuer Kraftwerke: Laut einem Pressebericht kostet ein Kohlekraftwerk heute 20 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. [...]
Hinter dem Preissprung beim Kraftwerksneubau stehen dem Bericht zufolge zwei Ursachen: Zum einen trifft eine hohe Nachfrage auf begrenzte Kapazitäten bei den Anlagenbauern. Zum anderen sind die Preise für Rohstoffe, wie Stahl, Zink oder Nickel sprunghaft gestiegen.
Quelle: Kraftwerke werden immer teurer - und damit auch Strom
Ähnliches habe ich Anfangs Juli für den Bau von AKWs vorausgesagt:
- ...
- Wenn viele Länder gleichzeitig neue Reaktoren bauen wollen, könnte es zu Engpässen vielfältiger Art kommen (das reime ich mir einfach mal so zusammen)
- ...
Die Axpo wird im nächsten Jahrzehnt garantiert nicht die einzige Strombude auf der Welt sein, die einen Reaktor auf die Beine stellen will. Will heissen: Das strahlende Ding wird uns wohl deutlich mehr kosten, als man auf Grund heutiger Preise bereits befürchten muss ...
Strommarkt-Liberalisierung in den USA gescheitert
Da die Stromversorgung in den nächsten Jahren und Jahrzehnten wieder einen deutlich höheren Stellenwert erlangen wird, erachte ich die Meldungen aus Übersee als erfreulich, wonach Bundesstaaten die Liberalisierungsbemühungen zurückfahren. Infrastruktur mit dieser Wichtigkeit gehört nicht in die Hände von Privatunternehmen!
At deregulation's peak in 2000, two dozen states and the District of Columbia had either moved to competitive generation [...] This week, Ohio became the eighth state to roll back its restructuring, as Gov. Ted Strickland proposed restoring regulated power company monopolies. And it's not likely to be the last domino to fall as the last decade's experiments are reversed.
Quelle: Another Domino Falls as US Electric Power Deregulation Roll Back Continues
Der arme Milton wird sich in seinem Grab (wieder einmal) von der einen auf die andere Seite drehen.
Gründe für den U-Turn sind unter anderem erwartete Preisaufschläge für Konsumenten von 25 bis 30 Prozent ("marktgerechte Preise"). Politiker fürchten nicht zuletzt um ihre Wiederwahl, weshalb man auf diese Weise die Wähler zufrieden stellen möchte:
[...] Strickland's plan could well become a template for other states now wrestling with higher-than-expected energy costs that will be felt full-on by customers in a real deregulated market place.
Ins selbe Horn bläst die Financial Times Deutschland:
[...] Würde sich der Staat erst zurückziehen, so die Erwartung, werde der freie Markt alle Probleme lösen. 1998 fiel der Startschuss.
Heute ist die Ernüchterung groß. Zum Beispiel in Hamburg, wo die Hamburgischen Electricitäts-Werke (HEW) an Vattenfall verkauft wurden. "Mit dem heutigen Wissen war es ein Fehler", sagte Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust kürzlich, dessen Vorgänger den Verkauf verantwortet hatte. Die Stadt habe keinen Einfluss mehr auf die Strompreise. "Ein staatliches Monopol wurde durch ein Quasimonopol auf privater Seite ersetzt." Die Kunden klagen weiter über steigende Strompreise.
[...] Es hat nicht funktioniert. Der Staat hat sich zurückgezogen, aus einem funktionierenden Sektor der öffentlichen Daseinsfürsorge - und einen Selbstbedienungsladen geschaffen.
Labels: Energie, Wirtschaft
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