Donnerstag, Juli 30, 2009
EU leiht sich ihr eigenes Geld
In Europe the banks have a good hustle going - almost as good as in the United States. They borrow money from the European central bank and then lend it back to the government.
Quelle: In Europe, Banks Borrow Money and Lend it Back to the Government
Tönt wie im guten alten Frankreich, im prärevolutionären Ancien Régime:
"[...] what they [independent financiers] often did with it in practice was to lend it to the government in short-term credits---so that the king found himself borrowing and paying interest on his own money."
Quelle: Doyle, William: Origins of the French Revolution, Oxford, 3rd ed., 1999, S. 51.
Dann warten wir doch einfach darauf, dass zu gegebener Zeit die Revolution folgt ...
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Montag, Juni 29, 2009
Schweizer Mobilfunker profitieren von der EU
Apple verpflichtete sich gemeinsam mit weiteren Unternehmen zu einem "universellen Ladegerät" für datenfähige Mobiltelefone. Dies gab die EU-Kommission heute per Pressemeldung bekannt: «In einer Vereinbarung, die der Kommission heute vorgelegt wurde, verpflichtet sich die Industrie, für die Kompatibilität der Ladegeräte auf der Grundlage eines Micro-USB-Steckers zu sorgen.
Quelle: fscklog: Apple verpflichtet sich zu "universellem Ladegerät" für künftige EU-iPhones [Update]
Gerne lasse ich mir von radikalen Verfechtern der freien Marktwirtschaft erklären, wieso das lenkende Einwirken des Staates hier Nachteile für uns Kunden schafft ... Die EU hat halt eben doch gute Seiten!
A propos: Da der GSM-Standard ein digitaler ist, weisen alle Mobiltelefone die "Datenfähigkeit" auf, nicht?
Labels: EU, Europa, Mobilfunk, Mobiltelefone, Politik, Wirtschaft
Dienstag, April 14, 2009
The Hands that built Dubai
Über die Muslime fluchen ja viele Neokonservative und Exponenten von Rechtsaussen, aber wenn es um Wirtschaftsthemen, Beschäftigungspolitik und Arbeiterschutz gänge, wären sie garantiert Brüder im Geiste:
Decadent Dreams from Philip J. Wiseman on Vimeo.
Dazu sei auch der Hintergrundartikel The dark side of Dubai empfohlen:
Dubai is a living metal metaphor for the neo-liberal globalised world that may be crashing – at last – into history.
[...] This is all supposed to be illegal. Employers are meant to pay on time, never take your passport, give you breaks in the heat – but I met nobody who said it happens. Not one. These men are conned into coming and trapped into staying, with the complicity of the Dubai authorities.
[...] For Emiratis, this is a Santa Claus state, handing out goodies
"[...] We won't be like France. Imagine a country where they the workers can just stop whenever they want!"
[...] "All the people who couldn't succeed in their own countries end up here, and suddenly they're rich and promoted way above their abilities and bragging about how great they are. I've never met so many incompetent people in such senior positions anywhere in the world."
Quelle: The dark side of Dubai - Johann Hari, Commentators - The Independent
Via: Dubais Nightmare
Labels: Arbeitsleben, Dubai, Europa, Islam, Kritik, Neokonservative, Religion, Video
Montag, April 06, 2009
G20 ordert Napalm-Nachschub
Motto: "Wir löschen den schwelenden Waldbrand, in dem wir gleich den ganzen Wald abbrennen!"
Kein Wunder, dass Merkel und Sarkozy sich selbst dem charismatisch-konzilianten Obama verweigerten. Sie wollen abwarten, ob die bisherige, durch Schulden finanzierte Stimulierung tatsächlich wirkt, bevor sie noch höhere Schulden machen.
Quelle: SonntagsZeitung, 5. April 2009, "Vieles bleibt Wort", S. 21.
Labels: Europa, Finanzkrise, G20, Industrie, Medien, USA, Wirtschaftskrise
Freitag, Dezember 19, 2008
Europa kein Nährboden für Internet-Startups?
[...] all these two hour lunches over a bottle or two of great wine and general unwillingness to do whatever it takes to compete and win is the reason why all the big public Internet companies are U.S. based. And those European startups that do manage to break through cultural and tax hurdles and find success are quickly gobbled up by those U.S. companies. Skype (acquired by eBay) and MySQL (acquired by Sun) are recent examples.
Quelle: Joie De Vivre: The Europeans Are Out To Lunch
Nun ja ... Arrington mag sicherlich recht haben, dass wir Europäer dank unseren vorzüglichen Sozialversicherungen und Umverteilungsmechanismen (auch?) bezüglich Internet-Startups nicht in die Gänge kommen. Wie es rauskommt, wenn man den Amis alles nachmacht, sieht man ja exemplarisch im Bankensektor: Nach den Jahren mit Milliardenprofiten wurde der Wagen innert eines Jahres gehörig an die Wand gefahren. Daraus resultierte nicht nur Totalschaden, die Wand ist auch gleich noch eingestürzt ...
Man beachte: Wenn Skype und MySQL die einzigen Argumente sind, mit der Arrington auftrumpfen kann, fällt seine Hypothese arg in sich zusammen. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass die Mutterkonzerne eBay und Sun in den letzten Wochen und Monaten positive Nachrichten produziert haben. Von "erfolgreichen" Unternehmen möchte ich bei diesen zwei Platzhirschen nun wirklich nicht sprechen.
Man kann es auch anders rum drehen: Obwohl sich die lieben Amis abrackern wie die Affen, bringen sie es nicht auf den grünen Zweig. Eine enorme Staats- und Privatverschuldung, unzählige Working Poors, die Ghettoisierung der Unterschicht, eine marode Infrastruktur - nicht gerade Dinge, mit denen man derzeit im Ausland gut punkten kann.
Labels: Europa, Gesellschaft, IT, USA, Web
Mittwoch, Oktober 29, 2008
Weshalb ich gerne Steuern zahle
Man kriegt nämlich einen ansehnlichen Mehrwert:
[...] the gentle social democracies across the Atlantic, where, in return for higher taxes and without any diminution of civil liberty, people buy themselves excellent public education, anxiety-free health care, and decent public transportation.
Quelle: Like, Socialism: Comment: The New Yorker
Selbstverständlich könnten wir auf den us-amerikanischen Kurs umschwenken und hoffen, dass die "Marktwirtschaft" (wohl eher Vetterliwirtschaft und Big Corporations) uns mehr für weniger Geld bieten würde. Doch ehrlich gesagt möchte ich es nicht riskieren, all das in diesen drei Bereichen Erreichte mit Experimenten zu verlieren und im Ernstfall auf dem Entwicklungsniveau der USA zu landen ...
Montag, Oktober 27, 2008
Vögelts jetzt die Österreicher?
Austria’s bank exposure to emerging markets is equal to 85pc of GDP – with a heavy concentration in Hungary, Ukraine, and Serbia – all now queuing up (with Belarus) for rescue packages from the International Monetary Fund.
Quelle: Europe on the brink of currency crisis meltdown - Telegraph
Zu früh gelacht. Im nächsten Abschnitt steht:
Exposure is 50pc of GDP for Switzerland, 25pc for Sweden, 24pc for the UK, and 23pc for Spain. The US figure is just 4pc. America is the staid old lady in this drama.
Deshalb: Jetzt wird ganz Europa zur Schlachtbank geführt. Ich hätte gerne das Entrecote!
Labels: Banken, EU, Europa, Finanzkrise, Schweiz
Donnerstag, Oktober 09, 2008
Aktien verkaufen bald verboten?
Nach den neuerlichen Kursverlusten an den Börsen hat der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, die Händler mit drastischen Worten zur Ordnung gerufen. Trichet forderte die Akteure auf den Finanzmärkten im französischen Fernsehen auf, «wieder zur Besinnung zu kommen».
Quelle: EZB-Präsident ruft Finanzbranche zur Ordnung (Wirtschaft, Konjunktur und Politik, NZZ Online)
Erinnert mich an das Titanic-Titelbild "Bonn rettet den Wald!", auf dem ein an einen Baum genageltes Schild zu sehen ist, auf dem steht "Waldsterben verboten".
Himmelarsch, wie weit sind unsere westlichen Demokratien und unser liberales Wirtschaftsystem in den letzten Monaten nur gesunken ...
Labels: Europa, Finanzen, Funny, Marktwirtschaft, Wirtschaft
Montag, August 11, 2008
Was Russland (auch) in Ossetien sucht
Zum Öle drängt es, am Öle hängt es?
the war currently underway in former Soviet Georgia (I say this in case the folks in Atlanta wonder why Stone Mountain is not being bombed) will at least end up with Russia in control of the major oil pipeline that runs from the Caspian region across Georgia, through Turkey, to Europe -- even while parts of that pipeline get blown up. The net effect will be of Russia will taking control of even more of the oil now flowing to Europe. The whole point of building that pipeline was to bypass Russia, which was crippled by its own paradigm shift in the years when the pipeline was built.
Quelle: Clusterfuck Nation by Jim Kunstler : Shoulder Season
Montag, Juli 07, 2008
Die Rezession kommt näher
No wonder Denmark became the first European economy yesterday to announce that it has officially fallen into recession. More may soon follow suit - especially Ireland, Britain and Spain.
Quelle: Denmark, Spain, the U.K. and Ireland Have Begun to Register Falling Housing Prices
Labels: Dänemark, Europa, Wirtschaft
Samstag, Juni 21, 2008
Zentralbanken lassen sich vergewaltigen
Toll, was die Europäische Zentralbank Banken innerhalb der Union alles für Schrott abkauft. Wenn das keine tickende Zeitbombe ist:
The ECB accepts a wide range of assets, including those such as ABS for which there is temporarily very little trading, as collateral in its refinancing operations. Provided the tranche of securities is the most senior, and rated A- or above, the ECB will take it. No surprise then that since August a large number of banks have designed ABS tranches, backed mostly by mortgages, purely for ECB consumption. Of €208 billion ($320 billion) of eligible securities created, only about €5.8 billion have been placed with investors, according to calculations by JPMorgan. In one noteworthy deal in December, Rabobank, a Dutch institution, issued €30 billion of mortgage-backed securities, €27 billion of which were designed exclusively for refinancings with the ECB.
Quelle: Bank liquidity | Litterbin of last resort | Economist.com
Selbstverständlich ist die Situation bei der Fed noch viel, viel schlimmer. Geradezu ein Wunder, das uns die "Atommüll"-Endlager noch nicht um die Ohren geflogen sind ... Ob es für die Finanzgenies reicht, die Boni für das Jahr 2008 ins Trockene zu retten?
Freitag, Juni 20, 2008
Lissabon in Dublin
In meinem Herzen bin ich weiterhin für einen baldigen Beitritt der Schweiz in die EU - das Gebilde scheint aber einfach geistig noch nicht bereit zu sein für einen Staatenbund:
Italiens Präsident Giorgio Napolitano verlangte, dass die Länder, die eine Integration behindern, aus der EU ausgeschlossen werden. Und der deutsche Europa-Abgeordnete Martin Schulz will gar den irischen EU-Kommissar Charlie McCreevy seines Amts entheben, weil er versagt habe. McCreevy hatte gesagt, er würde "von niemandem, der seine Sinne noch beisammen hat, erwarten, ein Wochenende mit der Lektüre des Lissabon-Vertrags" zu verschwenden. Er selbst habe ihn im Übrigen auch nicht gelesen, fügte er hinzu.
Quelle: Neinsager Irland: Schurkenstaat im Schockzustand - Politik - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten
Die Abstimmung zeigt, dass die Union Demokratiedefizite aufweist - und noch sehr, sehr viel von der föderalen Schweiz lernen kann.
Andererseits: Ich bin schon froh, dass die urchigen Schwyzer Abstimmungen nicht auf diese Weise immer für sich entscheiden können. Liebe EU, schaut euch mal das urschweizerische Konzept des Ständemehrs an - dieses Verfahren würde aber bedingen, dass die Völker aller Mitgliedstaaten über solche Verträge abstimmen müssten, nicht etwa die Parlamente.
Abgesehen von solchen technischen Massnahmen gebe ich weiter zu, dass auch ich nicht für diesen Vertrag gestimmt hätte - 1'000 Seiten unmissverständliches Juristendeutsch? Eine zwar durchaus schöne Arbeitsbeschaffungsmassnahme, doch für mehr nicht zu gebrauchen. Die EU muss sich wieder bewusst werden, wem sie schlussendlich zu dienen hat: Nicht den Jüristen, Beamten und Bürokraten, sondern seinen Einwohner.
Labels: Abstimmung, Demokratie, EU, Europa, Irland, Politik
Donnerstag, Mai 29, 2008
Der Grosse Milchstreik
Werden wir dereinst unseren Kindern vom "Grossen Milchstreik" im Jahre 2008 erzählen können?
Die Wut der Bauern ist nachvollziehbar. Zum einen sind die Kosten für Energie und Futter drastisch gestiegen. Zum anderen verstehen die Bauern nicht, warum sie vom immer grösseren Appetit auf Milchprodukte in Asien und anderen aufstrebenden Weltregionen kaum profitieren.
Quelle: Der Milchstreik greift auf Europa über - Wirtschaft - Tages-Anzeiger
Klar kann man diese Aktion als Nebenschauplatz abtun. Doch sie zeigt (leider) auf, dass diejenigen, die deutlich näher am Erdölpreis hängen als "wir" Konsumenten die Schockwelle auch viel früher zu spüren bekommen.
Im Gegensatz zum autofahrenden Arbeitnehmer wirkt sich bei den Landwirten die Einbusse, die durch gestiegene Energie- (Erdöl) und Rohstoffpreise (Dünger, Kraftfutter) entsteht, direkt auf den Geldsäckel aus. Teilweise ist die Einbusse so schlimm, dass man sogar rückwärts macht. Wer will es den Milchbauern da verübeln, dass sie protestieren, wenn sie zuviel zu sterben, zuwenig zum Leben haben?
(Die Rolle der Landwirtschafts-Subventionen lasse ich in diesem Fall aussen vor. Wer dazu etwas Gescheites zu sagen hat, soll dies mit einem Kommentar tun)
Labels: Energie, Erdöl, Europa, Landwirtschaft, Milch, Schweiz
Dienstag, Mai 27, 2008
Keine fremden Richter - auch bei Aktenzerstörung nicht!
Der Bundesrat hat am Freitag die Aktenzerstörung im Fall Tinner bestätigt. [...] Bei dieser Zerstörung in der Schweiz soll auch ein Amerikaner dabei gewesen sein, berichtet Radio DRS. Dies deutet darauf hin, dass die Vernichtung auf Druck der USA geschehen ist.
Nationalrat Daniel Vischer [Grüne, ZH] zeigt sich in einer ersten Reaktion schockiert. «Damit hat die Schweiz ihre Souveränität preisgegeben», sagte er gegenüber Radio DRS. [...]
Quelle: Amerikaner war bei Aktenvernichtung dabei - Schweiz - Tages-Anzeiger
All die EU-Gegner, Neutra- und Isolationisten da draussen sollten sich eigentlich vehement zu dieser Staatsaffäre äussern. Wo bleibt das gepoltere der AUNS?
Donnerstag, Dezember 06, 2007
Raucherinsel Schweiz
Wenn ich diese Karte sehe, kriege ich akute Hustenanfälle - wann endlich schaffen es auch wir, in öffentlichen Plätzen, Restaurants, Bars und Discos ein Rauchverbot einzuführen? Die Lunge und die Kleider werden es zu danken wissen ...
Quelle: Eupedia - Maps of Europe
Übrigens: Bezüglich der Lagerung der Armeewaffe im eigenen Haus wäre das Bild wohl gerade umgekehrt - die Schweiz wäre als einziges Land dunkelrot eingefärbt.
Dank: Raffael3d
Dienstag, November 27, 2007
Soviel zum Bankkundengeheimnis
Derzeit werden bei der Abwicklung grenzüberschreitender Zahlungen aufgrund der seit Juli 2003 geltenden Geldwäschereiverordnung der Eidgenössischen Bankenkommission Name und Adresse des Auftraggebers (Kontoinhaber) angegeben. Neu wird zusätzlich die Kontonummer aufgeführt.
[...] Seit dem 1. Januar 2007 verlangt beispielsweise die EU, dass bei Geldüberweisungen an ein Finanzinstitut mit Sitz in der EU Name, Adresse und Kontonummer des Auftraggebers (Kontoinhaber) angegeben werden. Zahlungsaufträge, welche diese Angaben nicht enthalten, dürfen damit von Banken in der EU und in weiteren Ländern nicht mehr ausgeführt werden.
[...] Ferner ist es möglich, dass die an der Transaktion beteiligten Banken, Systembetreiber oder SWIFT die Daten ihrerseits zur Weiterverarbeitung oder zur Datensicherung an beauftragte Dritte in weitere Länder übermitteln.
Ihre Auftraggeberdaten, die ins Ausland gelangen, sind nicht mehr vom schweizerischen Recht geschützt. Ausländische Gesetze und behördliche Anordnungen können die Weitergabe dieser Daten an Behörden oder andere Dritte verlangen, [...]
Samstag, Juli 07, 2007
Die Amis wollen so werden wie wir
Das kollektive Bild des Auslands in den USA ist ein mythisches, in Formaldehyd konserviertes, aus der Zeit der Gründerväter tradiertes, bei dem das Königreich England aus dem Jahre 1776 als unbewusster Referenzpunkt gilt. Das erlaubt den USA einerseits, sich unbeirrt als das freieste Land der Erde zu beschreiben und zu empfinden, obwohl die meisten Länder Europas heute nach fast jedem objektiven Kriterium freiheitlicher sind als die USA.
Quelle: Die Retronation
Labels: Europa, Gesellschaft, Politik, USA


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