Dienstag, November 18, 2008
Aufgaben: Wir shoppen wieder, Banken leihen wieder Geld aus
What do people in a healthy economy do? They go shopping. What do banks in a healthy economy do? They lend money. So, hey, this is easy. If banks would just lend and consumers would just buy things - we'd have a healthy economy, no?
Quelle: Stocks Down So Much, Dividend Yields are Beginning to Look Respectable Again
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Dienstag, November 18, 2008
Gekündete Hypotheken in Michigan
Die Rettungsgesellschaft der Schweizerischen Nationalbank und UBS ("Dream Team"?) besitzt in Wayne County (Michigan) garantiert auch einige "Häusle" ...
Angst macht mir die letzte Bemerkung:
We're talking Wayne County before the big three goes under
(Detroit, Michigan, ist der Hauptsitz von General Motors)
Labels: Finanzkrise, Hypothek, USA
Freitag, November 14, 2008
Peter Schiff: Rufer in der Wüste
Dieses Video muss man sich in der ganzen Länge reinziehen. Am Ende weiss man, dass Contrarians (von anderen als Blind abgestempelt), auch dann und wann ein Korn finden. Und Finanz-Sender und -Sendungen dafür da sind, den Trotteln das Geld aus den Taschen zu ziehen ("Capitalism separates fools from their money"). 24 Stunden Dauerwerbesendung - wer hätte das gedacht?
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Donnerstag, November 13, 2008
R.I.P Planet Finance
the emergence of an abstract, even absurd world—call it Planet Finance—where mathematical models ignored both history and human nature, and value had no meaning.
Quelle: Wall Street Lays Another Egg: Politics & Power: vanityfair.com
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Sonntag, November 09, 2008
AHV-Wertschriften an UBS ausgeliehen
Bin ich der einzige, dem diese Finanzkonstruktion Sorge macht?
Beim Lesen der Berichte des AHV-Fonds fährt einem ein zweiter Schreck in die Glieder, der aber gemildert wird. Wertschriften für 10 Mrd. Fr. des Fonds wurden der UBS ausgeliehen, dies noch bis Ende August 2008. Ende September waren es noch 6 Mrd. Fr. Offenbar wurden diese Wertschriften zwar von der UBS auch weitergeliehen, jedoch haftet die Grossbank dafür und hat zu diesem Zweck ein Depot von Obligationen zugunsten des AHV-Fonds hinterlegt.
Quelle: In zwölf Monaten fünf Milliarden weg (Wirtschaft, Aktuell, NZZ Online)
Labels: AHV, Finanzkrise, Sozialversicherungen, UBS
Samstag, November 08, 2008
Wie man in Island die Finanzkrise spürt
Prices are soaring. Once-crowded restaurants are almost empty. Banks are rationing foreign currency, and companies are finding it dauntingly difficult to do business abroad. Inflation is at 16 percent and rising. People have stopped traveling overseas. The local currency, the krona, was 65 to the dollar a year ago; now it is 130. Companies are slashing salaries, reducing workers’ hours and, in some instances, embarking on mass layoffs.
Quelle: Stunned Icelanders Struggle After Economy’s Fall - NYTimes.com
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Freitag, November 07, 2008
Ein jeder ein Investment-Club-Gründer ...
Kurz vor der Weltwirtschaftskrise der 1930er:
And with investment-trust gains as easy as the credit which fed them, "there was no bank clerk, no stock exchange employee, no student of finance who did not honestly believe," Smitley goes on, "that he was capable of forming and managing an investment trust.
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Donnerstag, November 06, 2008
Von New York sparen lernen?
Dass es um die Finanzlage meiner Wohngemeinde Neuenegg besser stehen könnte (wir kämpfen seit Jahren mit einem strukturellem Defizit), ist allgemein bekannt (Details an der Gemeindeversammlung vom Mittwoch, 26. November).
Die Finanzkrise trifft selbstverständlich auch New York sehr hart - die Stadt ernährt sich zu grossen Teilen an den Steuermilliarden, die von den Banken der Wall Street jährlich rübergeschoben werden. Kränkeln die Gewinne der Banken, kriegt New York eine fette Grippe.
Wie löst man den Wegfall bedeutender Steuereinnahmen?
Der Stellenabbau soll durch 500 Entlassungen und 2500 nicht neu besetzte Jobs erreicht werden. Unter anderem werde es 1000 Polizisten weniger geben, meldete der Fernsehsender CBS. Dafür sollen 200 Verkehrshüter neu eingestellt werden, um mehr Bußgelder einzutreiben.
Im Gespräch ist auch eine Abgabe von 10 Cent auf Plastiktüten, die bisher massenweise kostenlos ausgegeben werden.
Man erkennt hier exemplarisch das Repertoire eines Finanzminister:
- Personalkosten senken. Der grösste Posten der Verwaltungskosten einer Kommune.
- Bussen sanieren den Haushalt. Gesetze sind da, um eingehalten zu werden.
- Neue Steuern erfinden. Plasticsäcke! Wieso sind wir nicht schon früher darauf gekommen?!
Ist es aber nicht Ironie des Schicksals, das sich die Löhne einer schlagkräftige Truppe aus Finanzspezialisten und Anwälten hundert- bis millionenmal gerechtfertigt hätten, die die Banken und Ratingagenturen vor dem Schlamassel zur Durchsetzung rigiderer Eigenkapitalvorschriften und seriöser Bewertungen von "innovativen Finanzprodukten" gezwungen hätten?
Jetzt bleibt leider nichts anderes übrig, als den Schlamassel auszubaden. Das wird weh tun!
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Montag, November 03, 2008
Wo bleiben die Porsche-Käufer?
Die Autokonzerne haben im Oktober die Zurückhaltung der US-Verbraucher mit voller Wucht zu spüren bekommen. Porsche verkaufte 52 Prozent weniger Autos. Der Absatz der Marke Mercedes-Benz brach um 34 Prozent ein. Einen zweistelligen Absatzeinbruch verzeichneten auch Ford, GM und Toyota.
Quelle: US-Autoabsatz Oktober: Porsche und Mercedes stürzen ab - manager-magazin.de
Wird Zeit, dass gewisse Leute ihren Worten taten folgen lassen und sich endlich den 1er BMW unter den Porsches zulegen! Wenn das kein Buy-Signal ist ...
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Montag, November 03, 2008
USA: Deren Lehrgeld bezahlen wohl wir
The new pilot program, which the banks hope will become permanent, could involve as many as 50,000 people struggling with credit card debt. On an individual basis, the amount of debt to be forgiven would rise according to the severity of the borrower's financial situation, up to a maximum of 40 percent.
Zuerst haben wir den Amis den Bau ihrer Papphäuschen finanziert, jetzt bezahlen wir anscheinend auch noch deren Flatscreen-Fernseher und wohl auch bald noch die SUVs ...
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Montag, November 03, 2008
Frachter mieten war nie billiger
The daily rental rates for Capesize big ships have dropped $234,000 to $7,340 in weeks, leaving operators stuck with heavy losses on long leases. Empty ships are now crowding Singapore and other global ports.
Quelle: Investors shun Greek debt as shipping crisis deepens - Telegraph
Verdammt nochmal! Wieso spürt Otto Normalverdiener in der Schweiz überhaupt noch nichts davon?!
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Montag, November 03, 2008
Gilt Moore's Law auch für CEOs?
Was das Moore's Law für die Semikonduktor-Industrie ist, ist wohl etwas ähnliches auch für die CEOs gültig:
“I am old enough to have known both the CEO's of 20 years ago and those today. I can assure you that we CEO's of today are NOT 10 times better than those 20 years ago.” ––– William McDonough, Former New York Federal Reserve Governor.
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Montag, November 03, 2008
En Vogue: Realwirtschaft und echte Wertschöpfung
Roland Decorvet, Chef von Nestlé Schweiz:
Ich bin ein Teil der Realwirtschaft, die echte Wertschöpfung leistet, so wie der Bauer oder Sie als Journalist. Deshalb bin ich froh, das Geschäftlimacher im Nadelstreifenanzug als Vorbild für die Jugend und als Helden der Wirtschaft ausgedient haben.
Quelle: SonntagsZeitung, "Ich bin Teil der Wirtschaft, die echte Wertschöpfung leistet, wie der Bauer", 2. November 2008, S. 65.
Recht hat er. Als Realwirtschaftler kriegt er maximal 160'000CHF Bonus, wenn er alle seine Ziele erreicht.
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Sonntag, November 02, 2008
Streicheleinheiten für die UBS
Der Kantonalbankenverband und die schweizerische Bankiervereinigung haben nun vereinbart, im Interesse des Finanzplatzes die Lage der UBS nicht mehr aktiv auszunutzen. Der Sprecher der Bankiervereinigung, Thomas Sutter, sagt: «Wir sind im Verwaltungsrat zum Schluss gekommen, dass in der gegenwärtigen Situation solche Erfolgsmeldungen nicht mehr zu kommunizieren sind.» Insbesondere sollen aggressive Werbekampagnen nicht mehr geschaltet werden.
Sind die jetzt vollends übergeschnappt?! Die SP hat die letzten Parlaments-Wahlen verloren, doch anscheinend braucht es im 2008 gar keine Linken mehr, um die Marktwirtschaft endgültig zu begraben. Meine Güte, wie "human" doch diese Banken gegenüber einander sind. Mir kommen die Glückstränen ... und ich krieg ein so richtig wohlig warmes Gefühl ums Herz.
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Samstag, November 01, 2008
Hört auf Historiker
I am rather sceptical of these precise cycles, but the similarity of different crises, the big and the little, is undoubted. They give us the best indicator of what to expect next. Banking crises are followed by recessions. That is the history of the past and it is only too likely to repeat itself now.
Quelle: Economic Crisis Discussions in the House of Lords
Wer es noch nicht getan hatte, sollte sich schleunigst Galbraiths The Great Crash: 1929 kaufen ...
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Samstag, November 01, 2008
SNB-Direktor Roth geht von einer fragwürdigen Annahme aus
Oder ist es nicht sinnvoller, eine Konsolidierung der Lage anzustreben, die zwar viele Mittel bindet, aber immer noch kostengünstiger ist als eine Rettungsaktion?
Quelle: «Aber die Realität der Märkte ist anders» (Wirtschaft, Aktuell, NZZ Online)
Lieber Schämpu Roth - was wäre wenn man einfach mal gar nichts getan hätte? Wieso muss die UBS zwingend "konsolidiert" oder "gerettet" werden? Lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende! Unserem Land wäre es kurzfristig schlecht gegangen - auf lange Frist wären wir garantiert gestärkt aus der Krise herausgekommen.
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Freitag, Oktober 31, 2008
Jeder ist ein Hedge-Funds-Manager
(wenn die Sonne scheint)
"Viele Hedgefonds, die seitdem gegründet wurden, sind in punkto Risikogeschäft relativ talentfrei. Sie haben vor allem vom generellen Boom an den Märkten profitiert." In diesem Umfeld sei es nicht sonderlich schwer gewesen, Gewinne einzufahren. Jetzt, in der Krise, trenne sich die Spreu vom Weizen.
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Donnerstag, Oktober 30, 2008
Einmann-Raiffeisen
"Stellen Sie sich vor, ich hätte Kundengelder aufs Spiel gesetzt, ich könnte mich im Dorf nicht mehr sehen lassen"
Mensch, so geht das doch einfach nicht! Da müssen zweistellige Profite her. Sofort. Jetzt. Koste es was es wolle! Der Kapitalismus funktioniert nur mit Gier und Konkurrenzkampf.
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Donnerstag, Oktober 30, 2008
Finanzindustrie und Staat hauen Steuerzahler übers Ohr
Wer gedacht hätte, dass mit den Bankenpleiten in diesem Jahr die zügellose Gier der Banker und ihrer Komplizen verschwunden sei, irrt:
Das milliardenschwere Rettungspaket der US-Regierung soll den Geschäftsbanken das Überleben sichern - doch das hindert große US-Banken nicht daran, einen Teil der Kapitalhilfe gleich wieder auszuschütten: als Dividenden an die Aktionäre.
Quelle: USA: Banken zahlen Steuergeld als Dividende - manager-magazin.de
Profiteur Nummer 1: Der Aktienbesitzer (neu-deutsch: Shareholder) (auch wenn die armen Casino-Besucher viel, viel Geld mit Aktien verloren haben, geht es nicht an, diese nun mit Steuergeldern zu alimentieren)
Financial workers at Wall Street's top banks are to receive pay deals worth more than $70bn (£40bn), a substantial proportion of which is expected to be paid in discretionary bonuses, for their work so far this year - despite plunging the global financial system into its worst crisis since the 1929 stock market crash, the Guardian has learned.
Quelle: Wall Street bankers in line for $70bn payout | Business | The Guardian
Weder in den USA, noch in der Schweiz denken die Banker daran, auf ihre Boni zu verzichten. Diese werden anscheinend mittlerweile als integraler Lohnbestandteil betrachtet wie hierzulande der 13. Monatslohn. Motto: "Boni? Hat's schon immer gegeben, wird's auch immer geben!".
Profiteur Nummer 2: Der Kadermitarbeiter und der Bankmanager (als Anerkennung seiner Leistung in den vergangenen 10 Monaten?)
Langsam aber sicher komme ich mir irgendwie verarscht vor ...
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Mittwoch, Oktober 29, 2008
Jetzt werden die USA auch noch zum Autobauer ...
Two companies that can't sell their cars asks the US Gov't for $10 B (taxpayer dollars) to merge into an even bigger company that can't sell cars.
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Mittwoch, Oktober 29, 2008
Homo oeconomicus mit dem IQ eines Einzellers?
Of course, there's nothing in the Manual of Capitalism that allows the feds to fix the price of credit or support the housing market. This was the government at work, not the market. With the misleading signal coming from the credit markets, the capitalists just did what they always do - they overdid it.
Quelle: Investors lose $10 trillion worldwide
Auf dieses Thema bin ich ja auch schon in meinem Artikel Franz Jäger hat die Schuldigen an der Finanzkrise ausgemacht eingegangen.
Mir liegt es überhaupt nicht daran, die US-Regierung zu verteidigen (wie könnte ich auch, mit diesem achtjährigen (Mis-)Leistungsausweis). Es wurden Fehler gemacht, ganz "kapitale" sogar (schönes Wortspiel), in dem man nach der Dot-Com-Krise Geld praktisch zinslos in die Welt hinausgepumpt hat.
Doch Herrgott nochmal - ist der Homo oeconomicus investensis wirklich derart konditioniert wie ein Hund, dem man ein Stöckchen wirft und dieser ohne einen Meter weit zu überlegen hinterherrennt? Sozusagen der Eizeller des Finanzsystems, was seinen IQ anbelangt? Hat sich wirklich keiner dieser "Masters of the Universe" überlegt, wie zum Teufel man mit Hypotheken an Arbeits- und Vermögenslose jemals einen Gewinn machen soll? Ist das wirklich das Bild, das die Liberalen und Neoliberalen uns von den Finanzgenies da draussen geben wollen?! Wenn das wirklich so wäre, dürfte man diesen Irren tatsächlich niemals mehr als 10 Fränkli in die Hand drücken ...
Oder geht es nur darum, die Weste der Schuldigen in der Privatwirtschaft weiss zu waschen, in dem man nun jegliche Schuld von sich Richtung Regierung weist? Erste E-Mails, die sichergestellt wurden, zeigen auf jeden Fall, dass sich anscheinend einige der Händler und CDO/CDS-Päckli-Schnürer durchaus bewusst waren, welchen in Gold verwandelten Scheiss sie durch die Gegend schickten ... Bleibt zu hoffen, dass die Untersuchungen ausgeweitet werden und noch viele, viele amüsante Mails zu Tage gefördert werden.
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Dienstag, Oktober 28, 2008
Weitere Parallelen zur Weltwirtschaftskrise ab 1929?
Es wäre jedoch falsch, anzunehmen, dass erst mit den Nationalsozialisten jene Entwicklung begonnen hätte, die schliesslich bei der Verschmelzung der wichtigsten Zweige der Grossindustrie mit dem Apparat der staatlichen Wirtschaftspolitik endete. Dieser Prozess ist vielmehr in dem grösseren Zusammenhang des Wandels vom liberalen Konkurrenzkapitalismus des 19. Jahrhunderts zu monopolisierten und kartellierten Wirtschaftssystem der Zwischenkriegsjahre zu sehen, das immer stärkere Eingriffe des Staates bedurfte, um nicht an den ihm immanenten Konjunkturkrisen zugrunde zu gehen.
Quelle: Dieter Petzina, "Autarkiepolitik im Dritten Reich. Der nationalsozialistische Vierjahresplan", Stuttgart 1968, S. 17.
Wenn ich das so lese, schwant mir Böses. Wenn sich Geschichte ähnlich wiederholt, haben wir erst nur den klitzekleinen Anfang von Staatsinterventionismus gesehen - erwartet uns die nächsten 5-10 Jahre noch viel, viel mehr in dieser Hinsicht? Und steht am Schluss vielleicht gar so ein richtig grosser, seit langem nicht mehr dagewesener Weltkrieg?
Noch können es die "Masters of the Universe", die superintelligenten Ökonomen sowie die Politiker anders richten als vor 80 Jahren ...
Eine Entwicklung lässt sich aber wohl nicht mehr stoppen:
Um so schockartiger wandten sich grosse Teile der Bevölkerung mit der Weltwirtschaftskrise vom Wirtschaftsliberalismus ab, in dem sie die Ursache der Krise erblickten.
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Montag, Oktober 27, 2008
Vögelts jetzt die Österreicher?
Austria’s bank exposure to emerging markets is equal to 85pc of GDP – with a heavy concentration in Hungary, Ukraine, and Serbia – all now queuing up (with Belarus) for rescue packages from the International Monetary Fund.
Quelle: Europe on the brink of currency crisis meltdown - Telegraph
Zu früh gelacht. Im nächsten Abschnitt steht:
Exposure is 50pc of GDP for Switzerland, 25pc for Sweden, 24pc for the UK, and 23pc for Spain. The US figure is just 4pc. America is the staid old lady in this drama.
Deshalb: Jetzt wird ganz Europa zur Schlachtbank geführt. Ich hätte gerne das Entrecote!
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Montag, Oktober 27, 2008
Verluste gehören zur Marktwirtschaft ...
... wie das Amen zur Kirche!
It would be nice if you could get a guarantee in life that you'd never lose money no matter what kind of decision you made. But no such guarantee exists. It just happens that we live in an age where no one expects to lose at anything, ever. This goes for kid's soccer games as well as financial markets. But if there aren't real winners and losers, you don't have a real market.
Quelle: Europe Faces Day of Reckoning in Emerging Market Debt
Labels: Finanzkrise, Wirtschaft
Montag, Oktober 27, 2008
Wir stecken in einer Finanzkrise wenn ...
... capitalists are being told what to do by a bunch of socialists and communists.
Quelle: Europe Faces Day of Reckoning in Emerging Market Debt
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Sonntag, Oktober 26, 2008
Wuffli-FDP oder Schneider-Amman-FDP?
Für mich wäre ganz klar Letztere die bessere politische Partnerin:
Schneider-Ammann fordert im «SonntagsBlick», der Bund müsse zur Bonus-Rückforderung Notrecht anwenden, wie er es bei den Stützungsgeldern von 66 Milliarden Franken für die UBS getan habe: «Wenn man die Riesensumme für das Rettungspaket in kurzer Zeit beschliessen konnte, dann kann man auch mit der gleichen Kraft die Boni-Geschichte auf einen neuen, besseren Weg bringen.»
Quelle: «UBS-Boni mit Notrecht zurückholen» - News Wirtschaft: Unternehmen & Konjunktur - bernerzeitung.ch
Bravo, Herr Schneider-Ammann! Wäre ich nicht der SP verpflichtet, hätten Sie garantiert meine Stimme.
Aber selbstverständlich ist unser Bundesrat und die Nationalbank viel zu sehr mit den Interessen der Finanzwirtschaft verbandelt. Würden wir auch bei dieser Boni-Geschichte mit Notrecht handeln, wäre Schaden für den Bankensektor klar. Doch die Schweiz müsste in einer solchen Krisensituation alles unternehmen, um in Zukunft nicht mehr auf einen gesunden Bankensektor angewiesen zu sein. Wenn wir mit dem bisherigen Modus operandi weiterfahren, haben wir a) nichts aus der Krise gelernt und b) erhalten ein nicht lebensfähiges System im künstlichen Koma.
Sonntag, Oktober 26, 2008
CVP: Wer nicht mit uns ist ...
... ist gegen uns! Gutes Druckmittel welches beispielsweise die Regierung Bush beim Waffengang im Irak auch angewendet hat:
Die CVP stehe hinter dem Rettungspaket. Die SP nehme mit ihrem Populismus die Destabilisierung des Systems und somit schweren Schaden in Kauf.
Quelle: Parteien im Bann von Finanzkrise und Lohnexzessen (Schweiz, NZZ Online)
Politik, die unter Zeitdruck und solchen Drohungen gemacht werden soll, hat den Namen definitiv nicht verdient! Wenn abweichende Meinungen nicht mehr erlaubt sind, können wir ja gleich den Einparteienstaat ausrufen ...
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Sonntag, Oktober 26, 2008
Finanzkrise: Vor- oder Nachteil für die EU?
Die Demonstranten wollen einen zügigen Beitritt des Landes in die Europäische Union.
Quelle: Jetzt will Island in die EU - News Ausland: Europa - bernerzeitung.ch
Als ich vor einigen Wochen mit den Leuten von yes an der Challenge Europe 2008 in Brüssel weilte, waren sich viele Leute einig: Bei einer schweren Wirtschaftskrise der Schweiz stünden die Chancen gut, dass ein EU-Beitritt für das Land plötzlich der letzte Ausweg werden würde.
Keiner konnte damals erahnen, dass in Island, einem kleinen Inselstaat im Atlantik, genau dieser Prozess nun abläuft: Das Land steht vor dem Bankrott, weil seine Banken sich enorm "überlüpft" haben (mit ein Grund: der Filz zwischen Chefetage der Banken und der Regierung).
Ob ein solches Szenario 1:1 auf die Schweiz übertragen werden kann, weiss natürlich niemand. Einer meiner Professoren war vor einigen Monaten der diametral entgegengesetzten Meinung, dass Wirtschaftskrisen die EU selbst zerstören könnten.
Bestes Beispiel auch hier wieder die Finanzkrise: Von einem einheitlichen Handeln keine Spur. Zuerst garantieren die Iren (kürzlich noch als Lissabon-Verräter gebrandmarkt) ihren Bankkunden alle Einlagen. Die Briten verstaatlichen Northern Rock und schiessen später Geld in die Banken ein. Die Deutschen schnüren ein Rettungspaket, die Franzosen ziehen nach, wollen aber gleich auch noch wichtige Industrien vor ausländischen Käufern schützen usw. usf.
Derzeit macht es den Eindruck, als ob die EU ein Schönwetterprojekt ist - solange der Wirtschaftsmotor brummt, finden das Projekt alle toll. Kommt man aber dem Kollaps erschreckend nahe, werden wieder Partikularinteressen verfolgt.
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Samstag, Oktober 25, 2008
Hedge Funds eleminieren sich selbst
His views were echoed by Professor Nouriel Roubini, a former US Treasury and presidential adviser known for his accurate prediction of financial crises, who estimated that up to 500 hedge funds would fail within months.
Both men were speaking at the same hedge fund conference in London yesterday, and Prof Roubini said he would not be surprised if the US and other countries soon had to close their stock markets for more than a week to halt descent into "sheer panic".
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Freitag, Oktober 24, 2008
Unbeabsichtigte Konsequenz des Short Selling-Verbots
The more hedge fund investors want their money back, the more selling in the markets. The very regulation designed to prevent falling stock prices via short selling may accelerate falling stock prices via hedge fund redemptions.
Quelle: $4.1 Billion in Investor Funds Have Been Frozen Overnight
Ein klassischer Fall, wie überreagierende Regierungen alles noch viel, viel schlimmer machen.
Labels: Finanzkrise
Freitag, Oktober 24, 2008
Was bringt mir Papiergeld?
Trotzdem ist Bargeld zurzeit bei der Kundschaft höchst gefragt. Und sie holen es sich nicht nur am Schalter, sondern leeren auch die Bankomaten.
Quelle: Das grosse Abheben beginnt - News Zürich: Stadt Zürich - tagesanzeiger.ch
Die Leute da draussen machen einen Denkfehler: Hyperinflation. Der Staat druckt Geld, bis die Druckerpressen glühen - und plötzlich haben die zehn Tausendernoten nur noch den Wert von Toilettenpapier ...
Gold ist die bessere Anlage - denn glücklicherweise hat noch kein Staat herausgefunden, wie man Gold auf einfache Art und Weise vermehren kann. Das Angebot dieser Alternativwährung ist limitiert und frei von staatlicher Einflussnahme.
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Freitag, Oktober 24, 2008
Arme, arme Banker!
Bis zum Jahresende mit 200'000 arbeitslosen Bankern zu rechnen
Quelle: Entlassungswelle an der Wall Street (Wirtschaft, Aktuell, NZZ Online)
Oooh, das tut mir aber leid!
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Freitag, Oktober 24, 2008
Der Bundesrat hätte die UBS intelligenter retten müssen
Wirtschaftspsychologe Christian Fichter im Tagi:
Ich fand es persönlich nicht ideal, dass der Bundesrat die UBS stützt. Und auch wie er es kommunizierte: Wenn das Volk schon nicht Ja oder Nein sagen kann, hätte die Aktion vielleicht besser im stillen Kämmerchen stattfinden sollen. Hätten sich Bundesrat und UBS-Führung geeinigt, dass man im schlimmsten Fall von Illiquidität einspringt, wäre mir das lieber gewesen. Und auch besser für das internationale Ansehen des Finanzplatzes Schweiz – hier hat man meiner Meinung nach eine grosse Chance verpasst. Ausserdem: Dass die Schweiz die UBS unterstützt, bedeutet eher einen Vertrauensverlust als einen Vertrauensgewinn. Waren vorher schon Zweifel an der Kapitalkraft der UBS vorhanden, dann wurden diese doch erst recht genährt.
Quelle: «Extreme Volatilität führt zu Panik» - News Wirtschaft: Unternehmen & Konjunktur - tagesanzeiger.ch
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Freitag, Oktober 24, 2008
Finanzkrisen und ihre politischen Auswüchse
Adolf Hitler in einer Rede am 10. Juli 1932:
Der deutsche Bauer verelendet, der Mittelstand ruiniert, die sozialen Hoffnungen vieler Millionen Menschen vernichtet, ein Drittel aller im Erwerbsleben stehenden deutschen Männer und Frauen ohne Arbeit und damit ohne Verdienst, das Reich, die Kommunen und die Länder überschuldet, sämtliche Finanzen in Unordnung und alle Kassen leer.
Quelle: Max Domarus, 1965, "Hitler. Reden 1932 bis 1945", S. 115.
Und wer war daran Schuld? Hitler in einer Rede vom 16. Februar 1932:
Der Nationalsozialismus stellt die Lebensgesetze des Volkes höher als die Interessen des internationalen Finanzkapitals, welche zur Vernichtung aller naturgemässen Grundlagen des deutschen Volkes und der deutschen Wirtschaft geführt haben.
Blüht uns so etwas ähnliches in den nächsten Jahren auch wieder? Wehe, denn solche Finanz- und Wirtschaftskrisen scheinen in Vergangenheit ja den Grundstein für einen Weltkrieg gelegt zu haben ...
(Als Historiker muss ich natürlich beifügen, dass sich Geschichte nicht wiederholt. Aber manchmal entwickeln sich Dinge doch sehr ähnlich)
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Mittwoch, Oktober 22, 2008
Die Finanzkrise hat auch was Gutes! Ehrlich!
Financial crisis is great. if bankers need to move out of zurich, we'd finally have some space again..
Quelle: Facebook | M. A.
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Mittwoch, Oktober 22, 2008
Franz Jäger hat die Schuldigen an der Finanzkrise ausgemacht
Wäre ja komisch gewesen, wenn die HSG für einmal ihre gutausgebildeten, neoliberalen Studienabgänger für den Schlamassel verantwortlich gemacht hätten. Direkt aus einer seiner Vorlesungen hören wir:
Franz Jäger told us that the financial crisis is the fault of the state and the socialists.
Quelle: Facebook | P. W.
Mich regen solche Kommentare langsam auf. Sie stellen die Banker als hirnlose Zombies dar, die sich wie hungrige Hunde auf den Fleischgeruch von "Staatsgeschenken" stürzen. Selbst wenn der us-amerikanische Staat Geld viel zu billig verscherbelt hat, selbst wenn er den Wohnungsbau über Mass gefördert hat - es wurde doch keiner dieser Banker gezwungen, in diesem Spiel mitzumachen?!
Zumal gerade diejenigen Bänkeler, die so intelligent und leistungsfähig sind, dass sie zweistellige Millionenboni erhalten ... diese Superhirne hätten die vom pöhsen, pöhsen Staat gestellte Falle aus 100 Kilometern erblicken müssen! Aber anscheinend verfügt der Homo oeconomicus bankensis kein Denkvermögen, das über mehr als ein, zwei Quartale hinausgeht. Profit now, think later (oder gar nicht, denn im Notfall erscheint der Staat und behebt den Schaden). Das macht mir nicht gerade Mut, mein Geld bei solchen Joggeln anzulegen.
Was meint denn Franzrl zu den jetzigen Staatsinterventionen? Begrüssen kann er diese ja nicht wirklich, denn gemäss seiner Auffassung (und meiner Befürchtung) wird das Problem vergrössert und verlängert.
Labels: Banken, Finanzkrise, HSG, Sozialismus, St. Gallen, Staat, Studium, Universität
Mittwoch, Oktober 22, 2008
Die Geschichte wiederholt sich
Derzeit verfasse ich gerade eine Proseminararbeit über Nazi-Landwirtschaft. Bei der Recherche (ertappt, auch ich benutze Wikipedia, um mir einen Überblick über die Lage zu verschaffen) stiess ich auf folgenden Artikel, der nicht etwa die aktuellen Ereignisse der letzten Wochen schildert, sondern die Situation von 1929 beschreibt:
Dem Staat gelang es, mit großangelegten Interventionen – von der Übernahme großer Banken über Umstrukturierungen bis hin zu flankierenden Aufsichtsmaßnahmen – den Kollaps des deutschen Finanzsystems zu verhindern. Womit sie jedoch in der Bevölkerung ihren letzten Kredit verspielt hatte. Gewerkschaften und Kommunisten wetterten gegen die Sozialisierung der Verluste. Eine antikapitalistische Haltung der Bevölkerung war, allein schon durch die wirtschaftliche Krise an sich weit verbreitet, da nun aber das Kabinett sich scheinbar vor allem für das Großkapital und die unpopulären Banken in die Bresche warf, brachte dies keinerlei Sympathie – im Gegenteil.
Quelle: Weimarer Republik – Wikipedia
Mir stellt sich angersichts dieser Parallelen die Frage, ob wir in ein paar Jährchen von den Geistern, die wir gerade rufen, heimgesucht werden - wie damals in den 1930ern (Stichwort: Nationalsozialismus und New Deal).
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Dienstag, Oktober 21, 2008
Und keiner der unechten Liberalen muckt auf?
Analysten können dem nicht zustimmen. Einige von ihnen sind sogar der Ansicht, dass die Deutsche Bank einen Wettbewerbsnachteil erleidet, wenn sie den Rettungsfonds der Regierung nicht anzapft.
Quelle: FTD.de - Geld vom Staat: Zweifel an Ackermanns Scham-Kurs - Finanzdienstleister
Der Staat greift also Wettbewerbsverzerrend ein. War das nicht früher mal das Lieblingsthema von echten Liberalen? Komische Welt, in der wir heute leben.
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Dienstag, Oktober 21, 2008
Gimma meets MC Ospel
Mal probieren, ob das mit dem Flash-Filmli-Klau von Newsnetz klappt (ich verwende den JW FLV MEDIA PLAYER 4.2, der das FLV von server388.newsnetz.tv einbindet):
Quelle: Gimma-Konzert vor Ospels Haustür
Ganz peinlich: Mr. Bonusgieriger-Bankrotteur lässt den Hausbesitzer, seinen Anwalt und die Polizei aufmarschieren.
Montag, Oktober 20, 2008
Scheitern gehört auch zur freien Marktwirtschaft!
Hast dir mal überlegt wie viele Personen die UBS in der Schweiz beschäftigt?
Quelle: Kommentar zu Danke SP!
Ja und? Wenn tatsächlich ein Markt für eine zweite Grossbank existiert, werden viele dieser Leute wieder einen Arbeitgeber finden.
Ich möchte aber gleichzeitig anmerken, dass nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der UBS-Banker zu denken geben sollte. Ich weiss nicht, ob andere Banken an "fähigen" Personen interessiert sind, die in so kurzer Zeit eine derartige Wertvernichtung hingekriegt haben ...
Deshalb lieber ein staatliches Beschäftigungsprogramm einberufen? Ohne mich!
Desweiteren wird ein Untergang der UBS nicht nur den Finanzplatz Schweiz nachhaltig schwächen, wenn nicht komplett auflösen. Vom volkswirtschaftlichen Schaden ganz zu schweigen!
Das sind alles nur Vermutungen. Wer an die freie Marktwirtschaft glaubt, muss auch Scheitern zulassen.
Wie bereits oben erwähnt: Wenn die UBS einen profitablen Markt bewirtschaftet hat, wird sich rasch ein neues Finanzinstitut finden, das die Aufgaben der UBS liebend gern übernehmen wird. Nach einem Bankrott würde die UBS filetiert und die guten Teile und Assets des Unternehmens in äusserst rascher Zeit unter der Konkurrenz aufgeteilt.
PS: Die Diskussionen ähneln verblüffend denjenigen nach dem Swissair-Grounding. Lasst doch endlich einmal Unternehmen kaputt gehen und anschliessend den Markt spielen! Auch das Vakuum, das Swissair hinterlassen hätte, wäre äusserst rasch von der Konkurrenz gefüllt worden.
Einziger Wermutstropfen: Wir hätten "unsere" Airline verloren. Damit hätte ich durchaus leben können.
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Sonntag, Oktober 19, 2008
Adieu, Direkte Demokratie
Schlussendlich war ein Beitritt zur EU gar nicht nötig, um unsere geliebte Direkte Demokratie zu begraben:
Der Bund hilft der UBS mit 68 Milliarden und stützt sich auf Verfassungsartikel, die eigentlich für den Kriegsfall gedacht sind. Indem er eine Verordung erliess, verhinderte der Budnesrat, dass das Parlament oder gar das Volk über das Rettungspaket mitbestimmen können. Der St. Galler Staatsrechtler Rainer J. Schweizer findet: "Der richtige Weg wäre ein dringliches Bundesgesetz gewesen wie bei früheren Wirtschaftskrisen." Anders als bei der "Verordnung über die Rekapitalisierung der UBS AG" könnte gegen ein dringliches Bundesgesetz nach einem Jahr das Referendum ergriffen werden.
Quelle: SonntagsZeitung, "Rechtsprofessor kritisiert Weg über Notrecht", 19. Oktober 2008, S. 3.
Samstag, Oktober 18, 2008
Abtretender Hedge Fund-Manager grüsst die studierten Idioten
"The low-hanging fruit, i.e. idiots whose parents paid for prep school, Yale and then the Harvard MBA, was there for the taking. These people who were (often) truly not worthy of the education they received (or supposedly received) rose to the top of companies such as AIG, Bear Stearns and Lehman Brothers and all levels of our government."
"All of this behavior supporting the Aristocracy, only ended up making it easier for me to find people stupid enough to take the other sides of my trades. "
Quelle: Bloomberg.com: Worldwide
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Freitag, Oktober 17, 2008
Die neuen Sozialhilfebezüger
"Ein UBS-Banker ist wie ein Sozialhilfebezüger: beide fahren teure BMWs auf Kosten der Steuerzahler."
Quelle: «Dieses Paket ist der reine Wahnsinn» (Wirtschaft, Aktuell, NZZ Online)
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Freitag, Oktober 17, 2008
Biometrie-Pässe: Das letzte Wort hat das Volk
Wie am Freitag bekannt wurde, ist mit einer ausreichenden Zahl von Unterschriften ein Referendum zu Stande gekommen.
Quelle: heise online - 17.10.08 - Schweizer erzwingen Volksabstimmung über biometrische Reisedokumente
Super! Dafür liebe ich die Schweiz und unsere direkte Demokratie.
A propos: Wann findet eigentlich die Abstimmung über das UBS-Rettungspaket statt?
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Freitag, Oktober 17, 2008
Why?
Meltdown? What's wrong with a meltdown? Why shouldn't bankers fear to lend? Why shouldn't prices go to what willing buyers and sellers will accept? Why should Wall Street be bailed out? Why shouldn't investors take the losses they deserve? Why shouldn't house prices fall rapidly? Why shouldn't the mistakes of the past five years be corrected quickly, in other words?
Quelle: Hank Paulson's Desperate Measures to Save His Friends on Wall Street
Und dem Wunsch hier möchte ich mich explizit anschliessen:
Besides, we've never had a real financial meltdown in America. We'd like to see what one looks like.
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Freitag, Oktober 17, 2008
Das Volk ist nun stolzer Besitzer ...
... von folgenden "Produkten" (neudeutsch: Ramsch), die uns die UBS in einem Anfall von Freundlichkeit vermacht hat:
- 5.2 Mia. USD Hypotheken 3. Klasse
- 2.3 Mia. USD Hypotheken 2. Klasse
- 2.3 Mia. USD Hypotheken 1. Klasse
- 7.2 Mia. USD auf Hypotheken beruhende Zinspapiere
- 8.4 Mia. USD Studentendarlehen
Quelle: Der Bund, "Bund und Nationalbank stützen die UBS", 17. Oktober 2008, S. 2.
Angesichts dieser Summen muss man sich doch fragen, wie ein Land wie die USA, das kurz vor dem Bankrott steht, jemals wieder erstarken kann, damit wir von (jetzt leider) "unserem" Geld jemals etwas wieder zu sehen bekommen?
Was für elende Optimisten mit rosaroter Brille haben wir in den obersten Gremien unseres Landes? Es scheint niemanden in den Sinn zu kommen, dass es nach dieser Krise vielleicht plötzlich nicht mehr im gewohnten Tempo wieder aufwärts geht! Die grauen Herren haben sich - unter dem Druck des Auslands - überhastet in den Kauf gestürzt. Gezählt haben ausschliesslichdie Erfahrungen und das Vorgehen des 20. Jahrhunderts, ohne nur einmal darüber nachzudenken, dass in diesem Jahrhundert einige Lehrbücher neu geschrieben werden müssen. Das wird sich bald als grosser Fehler herausstellen - bezahlen wird es meine Generation. Wann produziert Herr Ospel endlich Nachwuchs, damit sein Spross dereinst auch tatkräftig mithelfen darf, den Karren aus dem Dreck zu ziehen?
Häuser
Die Schweiz besitzt nun anscheinend hunderttausende, teils von illegalen Immigranten gebaute Papphäuser in Suburbia. Die Dinger werden niemals mehr einen Wert haben, weil sich der Durchschnittsami diese trotz drei Jobs nicht mehr abzahlen kann. Geht man weiter davon aus, dass der Erdölpreis nach einer kurzen Erholung wieder zu steigen beginnt, ist die Expansion nach Suburbia definitiv abgeblasen: Zwei Stunden Autofahrt von zu Hause an den Job werden in Zukunft als ein teures Missgeschick des 20. Jahrhunderts gelten, das sich bei den künftigen Ölpreisen niemand mehr leisten kann.
Mein Vorschlag: Sofortiger Abriss der Häuser und Export allen brauchbaren Materials in die Schweiz. So haben wir wenigstens etwas Brennholz für die kalten europäischen Winter ...
Studenten dieser Welt ...
Ganz besonders schmerzen mich die sagenhaften 8.4 Milliarden USD Studentendarlehen. Hierzulande sah sich in den letzten Jahren anscheinend kein Kanton in der Verfassung, anständig Stipendien zu verteilen. Anstelle die hiesige Studentenschaft (und damit schliesse ich explizit alle Personen ein, die irgendeine Art öffentlich anerkannter Ausbildung absolvieren!) unterstützen wir nun die Nachfolgegeneration der Dumpfbacken drüben in den USA, die sich an überteuerten Unis der Ivy-League eingeschrieben haben. Im Grunde handelt es sich bei den 8.4 Milliarden um indirekte Darlehen an Harvard & Co., die wir da in den Büchern haben. Man stelle sich vor, was die Schweizerischen Bildungseinrichtungen mit einem solchen Segen hätten anstellen können.
Immerhin
Immerhin, so ist man als Amerika-Kritiker gequält lächelnd versucht zu haben, haben die Amis mit dem vielen, vielen Geld, das man ihnen in den letzten Jahren aus dem Ausland nachgeworfen hat, nichts mit echter, langanhaltender, nachhaltiger Wertschöpfung gebaut. Genau das macht unsere vermeintliche "Investition" zu einem Darlehen, das nie zurückbezahlt werden wird.
Freitag, Oktober 17, 2008
Guten Steuerzahlern darf geholfen werden
Dass jetzt plötzlich mit Steuergeldern Fehler der Banken ausgebügelt würden, das sei schon gewöhnungsbedürftig. Aber immerhin zahlten die Banken und ihr Personal ja auch Steuern, und das nicht zu knapp.
Quelle: «Was unterscheidet uns von einem Eierhändler?» (Zürich , NZZ Online)
Heute habe ich den ganzen Tag nur solche Scheiss-Argumente gehört ... Wenn dass das neue Kriterium für Bail-Outs ist, kann die Schweiz in Zukunft täglich Unternehmen und Private retten ...
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Freitag, Oktober 17, 2008
Erster Witz über das bankrotte Island
"What's the capital of Iceland?"
"Oh...about $6.50."
Quelle: To Save the Banking Sector in Iceland Will Cost $500,000 Per Citizen
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Donnerstag, Oktober 16, 2008
Der Sündenfall UBS
Rudolf Strahm:
Mich stört, dass die Nationalbank der UBS unter die Arme greift, indem sie deren Ramschpapiere aufkauft. Ein Teil dieser Papiere sind fast nichts mehr wert. Selbst wenn diese noch aufgewertet würden, ist die Verlustgefahr zu Lasten der Nationalbank gross. Schliesslich sprechen wir hier vom Volksvermögen, welches das Risiko trägt.
Quelle: «Wichtig ist, dass die Brandstifter belangt werden» - Schweiz - bernerzeitung.ch
Ganz meiner Meinung! Aus meiner Sicht hätte man die UBS sogar untergehen lassen sollen (so wie es die UBSler damals bei der Swissair gemacht haben). Dass nun der Staat nicht nur 6 Milliarden in das Unternehmen reinpumpt, sondern auch noch "UBS-Gold" kauft, das sich in Scheisse (zurück)verwandelt hat (Ramschhypotheken), ist ein Sündenfall sondergleichen. Meine und die nachfolgende Generation werden dafür bitter zahlen müssen.
Filz, wohin das Auge reicht
Strahm geht weiter auf den Banken-Filz ein, den wir auch in der Schweiz haben: Fünf der sieben Mitglieder der Bankenkommission sitzen in Verwaltungsräten von Banken, der Präsident der Kommission war früher UBS-Banker. Das erinnert stark an die USA, wo der Finanzminister Hank Paulson bis vor einigen Jahren CEO von Goldman Sachs war und dort Kraft seines Amtes lautstark nach Deregulierung gerufen hat.
Solche Privatwirtschaftler, die nun für die öffentliche Hand walten und schalten lassen bei mir enorme Kepsis entstehen. Aber eben: Die Schweiz hat anscheinend solche Banken und solche Steuermänner mehr als verdient.
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Dienstag, Oktober 14, 2008
Banken gerettet, Staat pleite
Die alte MetzgerÄrzte-Weisheit "Operation erfolgreich, Patient gestorben" neu aufgegleist:
Banken gerettet, Staat pleite
[...] Wir fahren jetzt nicht mehr mit Vollgas auf eine Wand zu, sondern auf einen Abgrund.
[...] Ich hatte mir in meiner Naivität einfach nicht vorstellen können, dass die Regierungen so wahnsinnig sind, den gesamten Finanzmarkt zu garantieren.
Quelle: FTD.de - Kolumne: Banken gerettet, Staat pleite - Seite 1 von 2 - Kolumnen
Auch nicht schlecht:
Capitalism Without Capital?
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Dienstag, Oktober 14, 2008
Venture Capitalists erläutern ihren Startups die Finanzkrise
Whiner Jerkins All Hands 10/13/08 - Free Legal Forms
Schön, wie die MBAs und ihre Trophy Wives an den Pranger geführt werden ...
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Montag, Oktober 13, 2008
Arlesheim Reloaded entdeckt Mousseman
Das Blog Arlesheim Reloaded scheint endlich den Grund zu kennen, wieso die Finanzmärkte in der grössten Scheisse seit der Grossen Depression stecken:
Wie die Zeitung damals berichtet, übt die Clinton-Administration heftigen Druck auf den inzwischen verstaatlichte Hypothekenfinanzierer und 24 andere Banken aus, Kleinverdienern und Angehörigen von Minderheiten mit billigen Krediten zu einem Eigenheim zu verhelfen.
Quelle: Die Wurzel des Übels: Bill Clinton
Gelesen hat das Manfred M. drüben bei Mousseman, der - neben Hetzartikeln gegen ihm missliebige ausländische Elemente in unserer schönen, sauberen Schweiz - manchmal gar nicht so schlecht recherchierte Hintergrundartikel anliefert. So beispielsweise ein Blog-Post über die Sünden der us-amerikanischen Wohnbauförderung:
Wurde die Subprime-Krise von linken Lobbyorganisationen mitverursacht?
Ein Auszug aus dem Artikel liest sich wie folgt:
Das Resultat lässt sich sehen - die Subprime-Krise wird jetzt den Steuerzahler viele Milliarden Dollar kosten, um irgendwelchen McDonald's-Angestellten und Sozialfällen den Hauskauf zu ermöglichen, den sie sich nie und nimmer leisten konnten, und nur Kredite erhielten, weil die Banken dazu erpresst wurden.
War es also nur eine Frage der Zeit, bis dieses Förderungsprogramm explodierte und alles mit sich in die Tiefe riss? Nun, ich habe mir in den letzten Monaten eine etwas differenziertere Meinung gebildet. Es gibt (neben dem genannten Problem) zwei weitere äusserst wichtige Gründe, die zur Katastrophe der letzten 12 Monate führten (Dank: Jan):
- Staatliche Wohnbauförderung.
- Zinspolitik der Fed. Mit billigem Geld wurde der Markt geflutet - und von vielen Akteuren gedankenlos Risikopositionen aufgebaut, die sich als Bumerang erwiesen haben. Deshalb geht The Daily Reckoning heute soweit, Alan Greenspan die grösste Schuld am Debakel zu geben.
- Innovative Finanzprodukte. Erst die Finanzprodukte erlaubten die Salamisierung der Ramsch-Hypotheken (CDOs & SPVs). An den Rand des Ruins gebracht haben die Märkte aber schlussendlich die CDS ("Credit Default Swaps"), als einzelne grosse Finanzakteure -fast wie bei einem Dominospiel - kippten. Spannend werden solche Versicherungen auf Aktienverluste am Auszahlungstag, dem 21. Oktober 2008. Dann müssen wohl riesige Summen an die Versicherungsnehmer ausgezahlt werden, die sich gegen einen Kollaps der Lehman-Brüder versichert haben
Labels: Banken, Finanzen, Finanzkrise
Sonntag, Oktober 12, 2008
Bankenkrise, das neue Brettspiel
Dank: Ändu
Der Clip wäre wirklich zum Totlachen, wenn das Gezeigte nicht so derart nah an die Realität herankommen würde ...
Nachtrag: Die Kommentare dazu sind auch sauglatt:
Wer die Spielregeln nicht kapiert, macht den Paulson und darf sich neue Regeln ausdenken
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Samstag, Oktober 11, 2008
Was sich die Russen von Island versprechen
ow Iceland has had to take over the banks and guarantee deposits. They also had to turn to Russia for a loan. Does anyone think Putin would hand out a no-strings-attached loan? Russia needs a refueling station for its Navy and will likely get it.
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Samstag, Oktober 11, 2008
Gute Aussichten für die kommende Woche
Italian Prime Minister Silvio Berlusconi said political leaders are discussing the idea of closing the world's financial markets while they ``rewrite the rules of international finance.''
Quelle: Bloomberg.com: Worldwide
Kaum gehen die Märkte mal abwärts, denken Politiker, dass dies garantiert nicht im Sinne der Sache ist ...
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Freitag, Oktober 10, 2008
Im Nachhinein wären selbst Hedge Funds klüger
Hedge fund investors are going to regret giving all that money to the managers; they're going to need it.
Quelle: First Drop in Consumer Spending in Decades
Labels: Finanzkrise
Donnerstag, Oktober 09, 2008
Geboren um unsere Schulden zu bezahlen
Noch ist die Krise (schon fast eine Verniedlichung, nicht?) in vollem Gang, doch man sollte sich wirklich überlegen, wer schlussendlich dafür geradestehen muss:
"Weißt du, wer für all das zahlen muss?", fragte mich gestern eine der Sicherheitskräfte vor der Börse und zeigte dabei auf die andere Straßenseite. Dort lief gerade eine Gruppe Kindergartenkinder vorbei.
Quelle: FTD.de - Wall Streeter: Wer zahlt die Zeche? - Marktberichte Aktien
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Donnerstag, Oktober 09, 2008
Auf dem Weg ins Paradies falsch abgebogen
(oder nur die Ausfahrt verpasst?)
Greed made fools of investors for many years. At its height - probably in 2006-07 - people were ready to do the damnedest things with their money. The moms and pops bought an extra house - sure it would go up. The masters of the universe sold moms' and pops' debt to each other. Rich investors gave their money to hedge fund managers - and paid them hundreds of millions for gambling it away. Others paid fortunes to executives to run companies they didn't really understand into brick walls they didn't see coming. But, for many years, everybody was getting rich; so what was not to like?
Quelle: Stocks in a Free-Fall
... und wieder andere gründeten Investment-Clubs.
But when the cycle turns from greed to fear...all that credit is like excess fuel in a crash landing. It tends to explode.
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Donnerstag, Oktober 09, 2008
Kettenreaktion der Zinssenkungen
Wasser marsch weltweit, der Brand muss gelöscht werden: Nach der konzertierten Aktien Europas und Amerikas senken auch die Zentralbanken in Südkorea, Taiwan und Hongkong die Zinsen.
Quelle: FTD.de - Furcht vor Weltrezession: Auch Asien öffnet Geldschleusen - Marktberichte Aktien
Die Frage ist doch: Brennt es denn wirklich, oder leckt ein Rohr? Wasser wäre dann die völlig falsche Antwort auf das "Problem".
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