Dienstag, Februar 16, 2010

Carrie Underwood sang die Nationalhymne am 44. Superbowl 2010 in Miami

Carrie Underwood wurde von einigen YouTube-Kommentatoren ja förmlich über ihre Performance am 44. Superbowl zerrissen. Für mich als Schweizer war es aber doch eindrücklich, das ganze auf einer grossen Leinwand mitzuverfolgen. Die amerikanische Hymne hat irgendwie mehr Tiefgang als dieses "Trittst im Morgenrot daher"-Geträller ... Vor allem die letzte Zeile

... in the land of the free and the home of the brave.

ist mir geblieben. (Ganzer Liedtext)

Was man dem Video entnehmen kann:

  • Carrie sang live — im Gegensatz zu vielen anderen Stars, die vor ihr den Superbowl eingesungen haben (gemäss Kommentaren auf YouTube).
  • Auch in den USA muss man nicht zwingend mitsingen — sogar, wenn man NFL-Spieler ist.
  • Für diejenigen, die den Liedtext nicht auswendig können, wird dieser im Stadion vorbildlich auf grosse, langgezogene LCD-Screens projiiziert.
  • Sogar eine Live-Übersetzung für Taubstumme wird auf dem grossen Videobildschirm eingeblendet.
  • Feuerwerk. Rot, Weiss und Blau. Die Farben des Star Spangled Banners halt.
  • Zum Schluss donnern sogar noch fünf Kampfjets über das Stadion in Miami, FL.

Nur eine Frage bleibt zum Schluss: Wer zum Teufel ist Carrie Underwood?

Labels: ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Montag, Februar 15, 2010

Gold behält seinen Wert

An ounce of gold could buy you a snazzy outfit in Roman times and can still do the same in Rome today. Its value remains. Meanwhile, the Zimbabwe dollar and the Reichsmark don't buy much at all.

Quelle: American Government the Place to Park Your Money During Dangerous Times

Labels: , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, Februar 10, 2010

Deutsche Secondos in der Schweiz

Der Anpassungsdruck - und da streifen wir die aktuelle Diskussion - ist für Deutsche einiges grösser als für die Einwanderer siehe oben. Zumindest war der Anpassungsdruck in den fünfziger und sechziger Jahren recht stark.

Meine Lederhosen, mit denen ich eingewandert bin, wurden bald einmal entsorgt und gegen schwarze kurze Hosen aus Manchester getauscht, was wiederum meinen Vater irritierte, hatte er doch dieses Modell in der Hitlerjugend getragen.

Quelle: arlesheimreloaded-manfred-messmer - Deutscher Secondo

Und das Lustige wird bald einmal Ernst, wenn man dann hier vorbeikommt:

Nein, wir Deutsche sind anders. Wir haben andere Familiengeschichten, sind auf eine ganz andere Art Europäer. Nämlich nicht mit Abseitsstehen, sondern immer mitten drin in der Geschichte.

Ehrlich und direkt — das gibt ihm gleich ein paar zusätzliche Imagepunkte, diesem Mani Messmer.

Labels: , , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Freitag, Januar 29, 2010

Bevorzugung des ortsansässigen Gewerbes

By restricting the number of people who could enter any given trade, the guilds made sure that the income earned by master craftsmen was high enough to allow them to produce specialty products that were not needed in large enough quantities to provide a full time income. Since most of the money earned by a master craftsman was spent in the town and surrounding region – our blacksmith and his family would have needed bread from the baker, groceries from the grocer, meat from the butcher, and so on – the higher prices evened out; since nearly everyone in town was charging guild prices and earning guild incomes, no one was unfairly penalized.

Quelle: The Archdruid Report: How Relocalization Worked

Wer in der Gemeindepolitik tätig ist, muss rasch erkennen, dass diese Denkweise auch heute noch in den Köpfen des Gewerbes herumschwirrt. Die Argumente sind aber heute leicht anders gefärbt: Es geht um die Unterstützung der "ortsansässigen Unternehmen", die — weil sie hier Steuern zahlen, so die Argumentation — faktisch das Monopol besitzen, mit Aufträgen des Gemeinwesens (welche Ironie!) bedient zu werden. Dies bedeutet, dass man die Interessen einiger weniger Unternehmer über die Interessen vieler Steuerzahler stellt. Denn in einem solch abgeschotteten Markt spielt der Wettbewerb nicht; und einheimische Unternehmen wissen das selbstverständlich.

Ein Fachmann für Ausschreibungen hat mir vor einigen Monaten von seiner Erfahrung berichtet, dass die Preise bei Ausschreibungen, die nur ortsansässige Unternehmen umfassen, um bis zu 20 Prozent höher liegen können, als wenn auch "fremde" Anbieter mit im Spiel sind.

Labels: , , , , ,

1 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Montag, Dezember 07, 2009

Ein aufrichtiger Schweizer

In einem historischen Tagesbefehl zum Feldzug gegen  den Sonderbund hat General Guillaume-Henri Dufour (1787-1875) seine Soldaten ermahnt, sich im Kampf so zu verhalten, dass nach dem Ende der Feindseligkeiten ein Zusammenleben mit den  unterlegenen Mitbürgern möglich bleibe.

Quelle: arlesheimreloaded-manfred-messmer - Der Geist von 1848?

Und weiter:

Um den tiefen Graben zwischen Stadt und Land, zwischen Deutsch und Welsch, der heute durch das Land zieht, zuzuschütten, bräuchte es heute Menschen wie General Dufour, welche nicht versuchen, ein Monopol auf die Definition des "Schweizertums" aufzubauen, Menschen, sondern begreifen und respektieren dass diese Willensnation nur bestehen kann, wenn auf dummdreiste und grobe Propaganda, wie wir sie in uns in den letzten Jahren von der derzeit zahlenmässig stärksten Partei des Landes gefallen lassen mussten, verzichtet wird.

Und schlussendlich stellt der Schreiber fest:

müssten, zumindest aus der Perspektive der SVP, nicht die Innerschweizer Katholiken, sondern unsere die städtischen Regionen und die Westschweiz als Sonderbündler abgetan werden, die man notfalls militärisch bekämpfen müsste.

Dies deckt sich mit meinen bereits geäusserten Befürchtungen, dass nach den Muslimen die Schweizer dran sind, die aus Sicht der SVP eine falsche — sprich linke und intellektuelle — Sichtweise haben.

Labels: ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, November 25, 2009

Die Autozukunft hätte so rosig sein können ...

... und dann gehen zuerst die Autobauer konkurs, und später geht uns auch noch das Öl aus!

Der Film erinnert mich übrigens an die Szenen auf dem menschlichen Kreuzfahrtsraumschiff im Pixar-Streifen Wall-E. Ich weiss nicht, wie viele Zuschauer es bemerkt haben, aber wenn das keine subtile Persiflage auf das heutige (fette, naive) Amerika gewesen ist ...

Labels: , , , , ,

1 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, September 29, 2009

Zur Geschichte der Shopping Malls

Für Grünbaum, der sich inzwischen in Gruen umbenannt hatte, sollte eine Mall niemals nur eine Mall sein - sie sollte den amerikanischen Vorstädten das geben, was sie bislang nicht hatten: einen Ortskern, den er aus den gewachsenen Städten Österreichs kannte, eine Art Marktplatz des sub-urbanen Raums.

Quelle: Untergang der Konsumtempel - einestages

Labels: , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Donnerstag, September 24, 2009

Die materialistischen Frauen von heute

Die Liebe spielt in der Welt eine grosse Rolle. Schon deshalb ist es wichtig, zu wissen, welches die Ideale der Frauen und Mädchen seien. Der Jüngling zieht die Cravatte an, von der er überzeugt ist, dass sie seiner Angebeteten gefalle. Die Jungfrau die Bluse, die dem Jüngling imponiert. Der junge Mann strebt nach all den Eigenschaften, die dem jungen Mädchen erstrebenswert sind. Ebenso das Mädchen. Für die Entwicklung der jungen Menschen ist es deshalb von höchster Bedeutung, wie die Ideale der jungen Mädchen beschaffen seien. Und mit denen ist es heute noch recht schlimm bestellt, womöglich noch schlimmer als mit denen der jungen Männer. Die Mädchen aller Klassen finden den jungen Mann am idealsten, der ihnen ein ungesorgtes Heim verspricht - dass er eine nette Cravatte auch noch haben soll, ist selbstverständlich. Nicht dass die jungen Mädchen etwa schlimmer wären von Natur als die jungen Männer. Aber ihnen wird so viel vorgeschwatzt von frühester Jugend an, dass sie schon Heldinnen sein müssten, wenn ihnen die Wissenschaft, die Kunst und der Sozialismus wichtiger scheinen, als eine schöne Blouse und Büsibändel, an dem man einen guten Versorger anbinden kann.

Quelle: Fritz Brupbacher: "Zweck des Lebens", Zürich 1912.

Labels: , , , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Donnerstag, September 10, 2009

Die wohl kurzlebigste Zeitung der Schweiz

Die "Bürgerliche Presse Zürichs" erschien nur gerade 5 Mal - während des Landesstreiks im November 1918.

Durch den Streik war die Druckerei der NZZ lahmgelegt, das Bürgertum konnte sich nur noch über das sozialistische "Volksrecht" informieren, weshalb vom Militär und besorgten Bürgern kurzerhand eine Ersatzzeitung aus dem Boden gestampft wurde.

Labels: , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, September 01, 2009

Ein einig Volk von Kartellisten

1953 stellten die Experten der Preiskommission des EVD fest, dass "64 % der Schweizer Unternehmungen in Form von Kartellen funktionierten. Jenes der Uhrenindustrie war zwar etwas umständlich, aber dafür sehr anpassungsfähig."

Quelle: Zit. nach Koller: "De la lime à la machine", S. 510.

Labels: , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, August 26, 2009

Nostalgischer Kopierschutz von LucasArts-Adventures

In the late 80’s and early 90’s several games shipped with a special code wheel that was necessary for being able to play the game, often related to in-game mechanics.

Quelle: Wacky copy protection methods from the good old days | Royal Pingdom

Der Royal Pingdom-Artikel weckt alte Erinnerungen in mir. Glücklicherweise gab es schon in den frühen 1990er in vielen Unternehmen Kopierer, mit welchen sich die "Code Wheels" kopieren liessen.

Das deutlich grössere Problem war da schon, die 9 MB grosse Datei von Indiana Jones 4 irgendwie auf eine 1.44 MB fassende Floppy-Disk zu bringen. Da wir unwissenden anno dazumal noch nie etwas von ZIP (oder der von unserem tschechischen Klassenkollegen nähergebrachten Komprimierapplikation ARJ) gehört haten, mussten die Originaldisketten her.

Labels: , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Samstag, August 22, 2009

Schweizer Heimatfront nach der Mobilmachung

Als die Rationierung der Lebensmittel verfügt wurde, staunte ich, wie gross unsere Verwandtschaft war. Entfernteste Verwandte kamen plötzlich auf Besuch und wollten uns Mehl und Eier abkaufen.

Quelle: Leben im Reduit? Die Frauen hatten es schwerer - News Wissen: Geschichte - bernerzeitung.ch

Die Aussagen decken sich weitgehend mit denjenigen, welche ich in meiner Lizentiatsarbeit mache. Über den 1. Weltkrieg, notabene.

Über die Réduit-Soap:

[...] So wie die Fernsehbäuerinnen gemütlich ein paar Kartoffeln ausgruben und mit der Sense herumhantierten, wären sie fast verhungert. Der Arbeitsalltag war viel härter. Die Sendung lieferte ein falsches Bild der Kriegszeit. Vielleicht auch dadurch, dass das Hauptgewicht auf den Soldaten lag. Mein Vater hatte immer grosses Mitleid mit uns zu Hause. Er wusste, dass wir hart arbeiteten und finanzielle Engpässe hatten, während er im Baselbiet ein paar Strässchen bauen half.

Labels: , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, August 18, 2009

Kindermehlfabrik in Flamatt

Da erfährt man wieder einmal völlig Unbekanntes über das Nachbardorf im Nachbarkanton:

Nach eigenen Versuchen in Zusammenarbeit mit britischen Laboratorien wollten Direktion und Verwaltungsrat der Anglo-Swiss mit dem Kauf einer Kindermehlfabrik im freiburgischen Flamatt 1877 ins lukrative Geschäft einsteigen. Da die Fabrikanlage ein Jahr später abbrannte und der Direktor darauf entlassen wurde, musste mit der Produktion in Cham - ohne entsprechendes Know-how - von vorne begonnen werden.

Quelle: Fischer: "Kondensmilch", Zürich 2001, S. 287f.

Labels: , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, August 16, 2009

Barbarische Westler

»Vom Westen lernen« bedeutete naturgemäß den forcierten Ausbau der Bildungsinstitutionen. Anfänge waren schon in der Tokugawa-Periode gemacht worden: Ein »Büro für die Übersetzung von Büchern der barbarischen Nationen« war etabliert, erste, auch private Universitäten waren gegründet worden. Diese Anstrengungen wurden nach der Restauration vermehrt fortgesetzt.

Quelle: Buchheim: "Industrielle Revolutionen", München 1994, S. 123.

Labels: ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, August 16, 2009

Innovationshemmung im 19. Jahrhundert

[...] dass Länder, die sich später als andere industrialisieren, wenn die Entwicklung einmal voll in Gang gekommen ist, spezifische Vorteile bei der Aneignung der jeweils neuesten Techniken besitzen. Denn je weiter eine Industrie bereits etabliert ist, je mehr Kapital sie in bestehende Produkte und Produktionsprozesse investiert hat, desto schwerer fällt ihr oft die grundlegende produktmäßige und technische Umstellung, da dann große Teile ihres Kapitals sich auf einen Schlag entwerten. Dementsprechend wird eine solche Industrie versuchen, den Strukturwandel hinauszuzögern. In einem jungen Industrieland dagegen, in dem die gleiche Branche zum Zeitpunkt der umwälzenden Innovation überhaupt erst im Aufbau ist, entstehen viel weniger Verluste bei einer Umsetzung der Innovation. So kommt es, daß Industrialisierungsnachzügler die schon länger entwickelten Länder häufig gerade bei den allermodernsten Produkten und Techniken überholen und die neu entstehenden Märkte besetzen. Das war im 19. Jahrhundert eindeutig in Deutschland im Verhältnis zu Großbritannien der Fall in der Elektro- und der chemischen Industrie.

Quelle: Buchheim: "Industrielle Revolutionen", München 1994, S. 80.

Labels: ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Samstag, August 08, 2009

Sommerferien 1958

So geil, diese Story :-)

“We have anti-cruelty laws in this state,” the cop told Dad.

Quelle: Vacation 58

Labels: , , , , ,

1 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, August 05, 2009

Eine kurze Geschichte der Videogames

Video Games from MUSCLEBEAVER on Vimeo.

Wer die Games nicht allesamt auswendig kennt, hat den Aufstieg des Computers zum Alltagsgegenstand völlig verpasst - sprich war wohl lieber draussen BMX fahren (Inline-Skating gab's damals noch nicht), genoss die Zeit mit Freundin(nen) oder feierte ganze Nächte an Techno-Parties durch.

Das erste Spiel habe ich übrigens selber noch auf einer Spielkonsole gespielt, die meine Mutter und ihre Schwestern vor langer Zeit einmal ihrem Vater geschenkt hatten. Irgendwann einmal landete es dann in unserem Haushalt.

Ähm, kann mir jemand sagen, aus welchem Computerspiel diese Welt mitsamt dem ollen Wolf gehört?

Labels: , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, August 05, 2009

Köppel, der Hobby-Historiker

Fazit: Die Belächlung des Réduit ist geschichtsblind. Noch so gern hätten die Deutschen die Schweiz in ihr Möchtegern-Weltreich integriert, nicht zuletzt als Truppenreservoir für spätere Feldzüge. Ohne Guisans Alpenriegel hätte die Schweiz ihre Unabhängigkeit verloren.

Quelle: Editorial: Guisans Réduit | Die Weltwoche, Ausgabe 31/2009 | www.weltwoche.ch

Gratuliere, Herr Köppel! Toller Artikel. Am Besten reichen Sie diesen umgehend zu einem Peer-Review bei einer Geschichtszeitschrift ein - und publizieren dann die vernichtende Kritik, die Ihnen ausgestellt wird. Falls man überhaupt darauf eingeht. Selbstverständlich können sie in einem weiteren Editorial genüsslich über "linke" ignorante Historiker herziehen. Win-win, meiner Meinung nach.

Ich bin zwar immer noch Geschichtsstudent, aber in meinem Studium habe ich gelernt, dass es einer historischen Arbeit nicht würdig ist, wenn man weder den aktuellen Forschungsstand darlegt, noch zu seiner Argumentation ausschliesslich ein einziges Werk zitiert.

Nach einer kurzen Recherche im Bibliothekskatalog gehe ich davon aus, dass es sich bei Köppels Zitat konkret um die 20-seitige Publikation

Stüssi-Lauterburg, Jürg. - Allein : die Schweiz zwischen dem 5. März 1940 und dem 5. August 1941 / von Jürg Stüssi-Lauterburg. - Aarau : Interessengemeinschaft Schweiz - Zweiter Weltkrieg Geschäftsstelle, 2004 [003566411]

Quelle: IDS Basel Bern 003566411

handelt.

Interessengemeinschaft Schweiz - Zweiter Weltkrieg? Dieser Name tönt spontan äusserst verdächtig. Und siehe da, die im Studium anerzogene quellenkritische Hinterfragung erweist sich in diesem Fall als äusserst treffend:

Die Interessengemeinschaft Schweiz - Zweiter Weltkrieg hat sich zum Ziel gesetzt, die Leistungen der Aktivdienstgeneration wahrheitsgemäss darzustellen. Sie ist eine Dachorganisation, der über 20 Organisationen mit rund 25'000 Mitglieder angeschlossen sind. Sie unterstützt Personen und Publikationen, die ein gewisses Gegengewicht setzen zum Trend, die Schweiz und ihre damaligen Verantwortlichen zu verunglimpfen. Die IG wehrt sich dagegen, dass das Ansehen der Schweiz wieder demontiert wird.

Quelle: Interessengemeinschaft Schweiz - Zweiter Weltkrieg

Wir sehen hier die Heirat zwischen Thesenjournalismus und tendenzieller Geschichtsschreibung in grosser Perfektion. Aber bei der Weltwoche und ihren Machern ist das ja Programm.

Darf man zudem raten, ob es sich bei den 25'000 Mitgliedern um mehrheitlich Historiker handelt? Ich denke kaum; viel eher wird sich dahinter die AUNS und sonstige Vereinigungen verstecken, die die - seinerzeit durchaus taktisch kluge - Propaganda von der "geistigen Landesverteidigung" und vom "Réduit" bis heute als bare Münze nehmen.

Labels: , , ,

1 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Donnerstag, Juli 30, 2009

EU leiht sich ihr eigenes Geld

In Europe the banks have a good hustle going - almost as good as in the United States. They borrow money from the European central bank and then lend it back to the government.

Quelle: In Europe, Banks Borrow Money and Lend it Back to the Government

Tönt wie im guten alten Frankreich, im prärevolutionären Ancien Régime:

"[...] what they [independent financiers] often did with it in practice was to lend it to the government in short-term credits---so that the king found himself borrowing and paying interest on his own money."

Quelle: Doyle, William: Origins of the French Revolution, Oxford, 3rd ed., 1999, S. 51.

Dann warten wir doch einfach darauf, dass zu gegebener Zeit die Revolution folgt ...

Labels: , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, Juli 28, 2009

Brotlohn

Seit dem zweiten Weltkrieg sinkt der Anteil der Lebensmittel an den gesamten Schweizer Haushaltsausgaben stetig. 1945 lag der Wert im Schnitt bei 35 Prozent, in der aktuellsten Erhebung des Bundesamts für Statistik (BFS) für das Jahr 2007 machen sie noch gut 7 Prozent oder 638 Franken pro Monat aus.

Quelle: Wie lange wir für unser tägliches Brot noch arbeiten - News Wirtschaft: Konjunktur - bernerzeitung.ch

Da ich mich gerade durch Lizentiats-Lektüre über die Französische Revolution wälze, darf ich dem gesagten noch beifügen, dass es 1789 auf Grund einer Missernte 80 Prozent waren, die ein Arbeiter von seinem Einkommen für das täglich Brot ausgab.

Labels: , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Montag, Juli 27, 2009

Das schweizerische Warenhausverbot

Die Weltwirtschaftskrise stärkte den Willen zum Eingriff in den Wettbewerb bzw. zum Erlass einer protektionist. Gewerbeordnung auf gesamtschweiz. Ebene. Mittels dringl. Bundesbeschlüsse wurden Massnahmen zu Gunsten einzelner Wirtschaftsgruppen eingeführt; das bis 1945 immer wieder verlängerte Warenhausverbot von 1933 schützte z.B. die Detaillisten.

Quelle: Gewerbepolitik, 2 - Protektionistische Ära bis 1954

Etwa gleich verrückt wie 700 Milliarden US-Dollars als "Stimulus".

Labels: , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Montag, Juli 27, 2009

Worte und Taten in der politischen Opposition

So meinte Robert Grimm einmal, man vergesse, "dass die Taktik der Propaganda nicht die Taktik der Aktion ist, dass das, war wir propagandistisch aufstellen und verwerten, das, was wir an Agitation leisten, um die geistige Bildung der Massen zu beschleunigen und zu erweitern, häufig mit dem verwechselt wird, was konkret, was taktisch möglich ist."

Quelle: Hans-Ulrich Jost: "Linksradikalismus in der Schweiz 1914-1918", Bern, 1973. S. 11.

Labels: , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, Juli 21, 2009

Die Gefahr "Frau"

[...] Doch in dieser Verachtung steckt ein rechtes Stück Angst. Dieses Angstgefühl äusserst sich sehr deutlich in einer 1923 veröffentlichten antisozialistischen Broschüre. Sie stammt von E. Steinmann, Sekretär der Freisinnigen Partei, und W. Bretscher, Chefredaktor der "Neuen Zürcher Zeitung". Die Autoren verweisen auf wissenschaftliche Experten und erklären, dass eine Frau, die sich an einer Revolte beteilige, im Gegensatz zum Mann, absolut jedes moralische Gefühl verloren habe. Wenn die Frau aus ihrer natürlichen Umwelt, d.h. der Familie heraustrete, um sich öffentlichen Angelegenheiten zuzuwenden, gehe sie jeglicher Bezeihung zu moralischen Werten und Bindungen verlustig; sie sei daher, und insbesondere auf Seiten der Sozialisten, ein äusserst gefährliches Wesen.

Quelle: Jost, "Die reaktionäre Avantgarde", 1992, S. 100.

So schlimm ist es dann glücklicherweise doch nicht herausgekommen ... oder?

Meine Lieblingsberufgsruppe, die Rechtsverdreher, haben im Kampf gegen die Emanzipation - analog zur FDP und der NZZ - den Vogel abgeschossen:

Die Advokaten hinwiederum sprechen an ihrem Jahreskongress von 1910 in Genf den Frauen schlicht die Befähigung ab, diesen Beruf korrekt ausüben zu können. Der den Frauen angeborene Geist der Subjektivität, so die Herren Advokaten, erlaube es ihnen nicht, gerecht zu urteilen.

Quelle: Jost, "Die reaktionäre Avantgarde", 1992, S. 104.

Labels: , , , , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, Juli 21, 2009

Staatssozialismus - Feind der Freiheit!

"[...] Ein anderer Feind der Freiheit geht lautloser, aber direkter auf sein Ziel los: der Staatssozialismus, eine bizarre Allianz von Despotismus und Sozialismus, die die Kompetenzen der Regierung immer mehr erhöht, deren Handlungsspielraum erweitert, etwa auch dadurch, dass sie den Staat nicht nur mit der Armenfürsorge beauftragt, sondern überhaupt mit der Fürsorge für eine ganze Armee von Leuten, die nicht selber für sich sorgen können. Diese Armee, die der Staat auf Kosten der Arbeiter von ihren Sorgen befreit, besteht aus Nichtsnutzen und Faulpelzen. Die Regierung ihrerseits wird von dieser Armee, dem verdorbensten Teil der Bevölkerung, gestützt. Dieser Fortschritt ist im Begriffe, sich zu verwirklichen."

Gonzague de Reynold, 1890, zitiert nach: Jost, "Die reaktionäre Avantgarde", 1992, S. 84.

Labels: , , , , , , ,

4 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Samstag, Juli 18, 2009

We're on the fucking moon!

Holy shit, man walks on fucking Moon!

Und weiter noch 40 ausgewählte Photos zum 40-jährigen Jubiläum der ersten Mondlandung und -begehung ...

Labels: , , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, Juli 14, 2009

Polit-Einmaleins für die sozialistischen Arbeiter von 1918

Emil Sonderegger, Kommandant der Truppen in Zürich während des Landesstreiks im November 1918:

Ich habe nie etwas mit der Politik zu tun gehabt und besitze nur die einfachen, aber nicht von den Details der Praxis getrübten politischen Grundbegriffe des einfachen Bürgers. Diese sagen mir, dass es Pflicht einer Regierung ist, Verfassung und Gesetz durchzuführen. Verfassung und Gesetz aber erforden die volle Handlungsfreiheit des Bürgers. Wohl kann man ja der Ansicht sein, der Schutz der wirtschaftlich schwächeren Klasse erfordere für sie ein besonders Koalitionsrecht unter Opferung eines Teiles der persönlichen Freiheit des einzelnen. Wenn man dieser Ansicht ist, muss man suchen, ihr gesetzliche Form zu geben. Ist sie dann der Wille der Mehrheit des Schweizervolkes, so wird sie Gesetz. Die Regierung wird dann dieses Gesetz durchführen, und die Truppe wird sie unterstützen. Bis jetzt aber ist nichts davon vorhanden, es besteht nicht einmal ein Vorschlag dafür.

Quelle: Frey, Daniel: "Vor der Revolution? Der Ordnungsdienst-Einsatz der Armee während des Landesstreiks in Zürich", Zürich, 1998, S. 204.

Labels: , , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Montag, Juli 13, 2009

In fünfeinhalb Stunden von Bern nach Zürich

Die Konferenz [des Bundesrates, der Armeeleitung und des Zürcher Regierungsrates vom 5. November 1918] war um 23 Uhr 30 zu Ende. Die Zürcher verliessen die Hauptstadt im Auto und waren morgens um 5 Uhr zu Hause.

Quelle: Frey, Daniel: "Vor der Revolution? Der Ordnungsdienst-Einsatz der Armee während des Landesstreiks in Zürich", Zürich, 1998, S. 116.

Abgesehen davon, dass die A1 erst Jahrzehnte später gebaut werden sollte, brachten Automobile von 1918 wohl kaum 100 Stundenkilometer auf den Tacho - was bei den damaligen Strassen wohl sowieso ein tödliches Unterfangen gewesen wäre. Wie lang wohl die Eisenbahn für den Weg von Bern nach Zürich benötigte?

Labels: , , , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Donnerstag, Juli 09, 2009

Rangelei bei der Taufe

The women of Coutances fought with each other over whose babies should be baptized first and the priest in question resolved the problem by a personal estimate of which ones were likely to be dead before he reached the end of the queue; he misjudged in two cases but he sprinkled water notwithstanding on their little corpses.

Quelle: Huften, Olwen: "Women in Revolution 1789-1796", Past and Present, 53/1971, S. 90-108.

Labels: ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, Juli 07, 2009

Die Blogger des 18. Jahrhunderts

"Eine von den vielen Folgen, die die französische Revolution für Deutschland gehabt hat, ist die grosse Menge neuentstandener politischer Schriftsteller, Blattschreiber, und Buchmacher, die aus Zeitungsblättern (sollten es auch die elendesten im südlichen Deutschladen seyn) ihre Kenntnisse schöpfen, und dann sogleich die Feder in die Hand nehmen, um ihre Urtheile über die grossen Begebenheiten des Tages, der Welt mitzutheilen."

Quelle: Rolf E. Reichardt: Das Blut der Freiheit, S. 300.

Labels: , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, Juni 28, 2009

Jackson - ein wirkliches Wunderkind!

Die erste Single war das immer noch erstaunlich klingende, atemlose Disco-Inferno namens "Don't Stop 'Til You Get Enough" das Jackson nicht nur verfasste, sondern bei dem er obendrein noch Percussion spielte und Arrangements beisteuerte. Noten zu Papier bringen konnte er ausnahmsweise nicht. Dafür hatte er immer Menschen, in diesem Fall seinen Bruder Randy, denen er schnell mal am Klavier eine Weltklasse-Melodie vorpfiff.

Richtig in Fahrt kamen Jackson und Jones aber erst bei ihrem zweiten gemeinsamen Streich: "Thriller". Dafür verfasste Michael: "Wanna Be Startin' Somethin'", "Beat It" und selbstverständlich "Billie Jean". Auch sonst war er hier wieder omnipräsent. Arrangierte die Bläser, den Gesang, die Synthesizer und und und. Das Wolfsgeheul aus "Thriller" nahm er nachts in einer Sackgasse hinter dem Studio auf!

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Popstar Jackson: Wenn nichts mehr geht, hilft "Billie Jean" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur

Billie Jean hat er grösstenteils selber geschrieben und eingespielt, wie dieses Demo Tape von 1981 beweist:

Und ich dachte, dass der Junge alles von seinen Produzenten vorgesetzt gekriegt hat ... So kann man sich irren!

Labels: , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Samstag, Juni 06, 2009

Mein erstes "Hello World!"

I wrote my first traditional program using BASIC on an Apple II circa 1982. The program printed my name on the screen. At the time, it was the coolest thing I’d ever seen.

Quelle: Hivelogic - Regarding The Switch to ExpressionEngine

Mir ging es irgendwann einmal vor 1995 genau gleich: Mein erstes BASIC-Programm auf einem betagten i286er veränderte mein Verhältnis zum Computer für immer. Auf einmal konnte man der Maschine Befehle erteilen - und noch viel spannender, mittels einer Eingabeaufforderung Variablen einlesen. Der Rest meiner Familie kann sich vielleicht noch vage daran erinnern, als ich sie zum ersten Mal vor den Computer setzte und mit einem von mir geschriebenen BASIC-Programm interagieren lies.

Die Routine funktionierte etwa folgendermassen (Pseudo-Code):

echo "Wie heissen Sie?"
input $name
echo "Hallo $name. In welchem Jahr wurden Sie geboren?"
input $year
$age = date('Y') - $year
echo "Lieber $name, Sie sind heute $age Jahre alt."
exit 0

Das war der Hammer - auch wenn die Nicht-Geeks um mich herum still den Kopf schüttelten. Abgesehen von Kollege Stewä interessierten sich auch viele (männliche) Klassenkollegen nicht für diesen Durchbruch. Ich kann mich ganz genau daran erinnern, wie Kollege Fabio arrogant reagierte: "Ja und?". Zum Glück habe ich mich von solchen Reaktionen nicht beirren lassen.

Labels: , , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Freitag, Mai 29, 2009

Ein brenzliger Herbst 2009?

Aber eigentlich kann sich kaum jemand ein Worst-case-Szenario vorstellen. Aus dem einfachen Grund, weil den beiden derzeit aktiven Generationen jegliche Erfahrung für ein solches abgeht. Wir wissen schlicht und einfach nicht, wie man mit einer tiefgreifenden wirtschaftlichen- und damit auch gesellschaftlichen Krise umgehen muss.

Quelle: Arlesheim Reloaded. Mäuse schultern Elefanten. - Es kommt viel schlimmer als derzeit gefühlt

Zu einem ähnlichen Schluss komme ich in meiner Lizentiatsarbeit über die Missernte von 1916/17 im Ersten Weltkrieg: Niemand wusste mehr, wie sich eine Versorgungskrise anfühlte. 1918 wurde nicht wirklich kein friedliches Jahr ... abgesehen vom Waffenstillstand von Compiègne.

Labels: , , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, Mai 05, 2009

Der kurze Wahn vom Aktienglück

"Everyone ought to be rich!" hiess es schon in den 1920ern, als die grossen Finanzhäuser und Trusts dem kleinen Mann Aktien andrehten. Es brauchte nach der Grossen Depression einige Generationen, bis sich wieder eine Menge Dumme fanden, die ihr kleines Vermögen bereitwillig in Aktien investierten:

The proletariat began buying stocks in the '80s. The 'shareholder nation' was a dream of Maggie Thatcher and Ronald Reagan: Everyman a Capitalist.

Quelle: The New Capitalists Were Not Real Capitalists

Eine sehr gute Abhandlung über die Prämissen der letzten 30 Jahre, die Bill Bonner da präsentiert. Ganz treffend ist auch folgende Passage:

A real capitalist is eager to cut his labor costs. If hourly wages rose too high...he'd want to move to a lower-cost production center. And if the managers asked for too much - he'd fire them and get new ones.

But neither the working stiffs nor the suits shared the owners' interest in cutting labor costs and preparing for the future.

Nun sind wir also wieder einmal an einem Scheideweg. Wie 1930 glauben einige, dass nun bereits das Schlimmste überstanden ist und beginnen wieder damit, Aktien zuzukaufen. Mal schauen, ob nach 2009 ein weiteres 1932 folgt. Die Bärenrally hält jedenfalls ihren Knüppel bereit.

Labels: , , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, April 26, 2009

SMS der 1960er?

The brothers found partners to create their own amateur space-tracking network, dubbed ‘Zeus’. When they got word of an imminent launch, they notified 16 stations across the world. Gian’s fiancée coordinated the operation.

Quelle: Lost in Space | Articles | Features | Fortean Times UK

Für die junge Generation des 21. Jahrhunderts tönt so etwas nach einem Kinderspiel: Internationales Telefonat (vielleicht gar auf ein Handy), SMS, E-Mail, Blog, Twitter - uns stehen eine Unmenge an technologischen Hilfsmitteln bereit, um eine Nachricht innert Sekunden an einen oder mehrere Empfänger rund um den Globus zu senden.

Doch in den 1960ern war die Sache etwas komplizierter - insbesondere für italienische Jünglinge. Wie avisierte man zu dieser Zeit über den Globus verteilte Mitstreiter? Briefpost stand selbstverständlich zur Verfügung, doch hätte diese die Aufgabe nie erfüllt, weil man für deren Zustellung Tage oder Woche in Kauf nehmen musste. Aber auch Telefonate kamen für die Informationsverbreitung wohl kaum in Frage - ich möchte nicht wissen, welche Kosten 15 internationale Anrufe in Folge verursacht hätten, geschweige denn, dass die Gegenstelle über ein Telefon verfügte und am anderen Ende dann auch tatsächlich jemand abgenommen hätte. Welche Kostenfolgen wohl ein einminütiger Anruf in die USA damals hatte?

Das Kommunikationsmittel der damaligen Wahl ist im Grunde ganz simpel: (Amateur-)Funk. Nicht von ungefährt nennt der Autor des Artikels die Funkerei das "Internet dieser Zeit".

Labels: ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, April 07, 2009

Snicker hiess früher ... Marathon?!

“ooh, remember back in the day when Snickers were called Marathons”

Quelle: Wanna Feel Old? - What's in a Name?

Wer sich in meinem Alter (Jahrgang 1980) diesen Blog noch nicht abonniert hat, sollte es umgehend tun!

Labels: , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, März 25, 2009

Das Hakenkreuz rettete auch Leben

Im Augenblick der Verzweiflung kommt ihm plötzlich die rettende Idee. Rabe, seit Jahren Mitglied der NSDAP, lässt eilends eine riesige Hakenkreuzfahne, die ihm die Partei nach China geschickt hat, entfalten. Zusammen mit zahllosen Einheimischen kauert er sich unter das Tuch. Und tatsächlich: Die mit Deutschland verbündeten Japaner stellen den Angriff ein.

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Kino: Gute Deutsche, böses Land - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur

Labels: , , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Donnerstag, März 19, 2009

Obamas Perspektivenlosigkeit bezüglich der Banken

An administration that is busily creating alternatives to our health-care system and our energy policies is being dragged down by a Treasury secretary who cannot conceive of an alternative to our catastrophic system of banking.

Quelle: Harold Meyerson - The Nationalization Option

Man hat ja auch nicht Ex-Nazis damit beauftragt, die Bundesrepublik Deutschland aufzubauen ... Ou, Mist!

Labels: , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, Januar 14, 2009

Auch 1929 war das Scheitern unmöglich

Als Prüfungslektüre habe ich gerade Galbraiths The Great Crash abgeschlossen und befasse mich nun mit meinen Notizen. Unter anderem lese ich aber auch Rezensionen aus den 1950ern durch.

Folgende Textstelle einer Rezension ist mir ins Auge gestochen - es ist schon fast unheimlich, wie der Crash von 1929 Dinge hervor brachte, mit denen wir uns in der derzeit herrschenden Finanzkrise erneut herumschlagen müssen:

Optimism of the "Coolidge prosperity," faith in the omnipotence of bullish financial prophets and the belief that everyone could get rich combined to drive the market ever upward. As long as the market rose, the supply of buyers buying for an increase kept pace. In a sense, this is to say that the market went up because it went up! In retrospect there seems to have been little else to support belief in the ability of the market perpetually to generate riches.

Quelle: The Journal of Finance, Vol. 11, No. 1 (Mar., 1956), pp. 100-101

In einer anderen Rezension lesen wir:

Then, as in the twenties, the mere suggestion that stock prices might be going up too fast was treated as nonsense, or perhaps something even worse, both by the speculators themselves and by those leaders of business and government who confuse the prosperity of stockmarket speculators with the prosperity of the whole economy.

Quelle: The American Economic Review, Vol. 45, No. 4 (Sep., 1955), pp. 687-688

Labels: , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, Dezember 23, 2008

Besondere Einreisebestimmungen für Israel

Für deutsche Staatsbürger, die vor 1928 geboren sind, benötigen wir folgende Unterlagen, um ein Visum nach Israel austellen zu können:

Quelle: The Israeli Government's Official Website, by the Ministry of Foreign Affairs

Der Grund für diese komische Frage? Das für die Einreise erforderliche Formular erklärt alles ...

Labels: , , ,

3 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, Dezember 10, 2008

1929: Doch nicht vergleichbar?

Nassim Taleb und Benoit Mandelbrots Theorien warnen davor, die heutige Krise mit den Mittel zu lösen, die die Krise von 1929ff. gerettet hätten:

Of course, its worth noting that eighty years ago, should something like this have happened, the system itself was simple enough that the car would have been fairly simple to fix ... painful at the time, of course, but doable. Now, we're reaching a point where you cannot solve what amounts to a fractal catastrophe with linear solutions.

Quelle: Bailouts, Burnouts and Non-Linear Innovation - O'Reilly Broadcast

Labels: , ,

1 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, November 18, 2008

Brotlose Historiker? Das war gestern!

"It would probably have to be the consulting and advising work I have done for investment banks and hedge funds," came the reply. "In the glory days of 2006, demand for a historical financial perspective was very high and there was a point when it was not impossible for me to get $100,000 for a one-hour speech at some extravagant hedge-fund manager conference in an exotic location."

Quelle: The Ascent of Money and Descent of Niall Ferguson :: The Market Oracle :: Financial Markets Analysis & Forecasting Free Website

Sagt niemand anderes als Pop-Historiker Niall Ferguson, der im zitierten Artikel arg auseinandergenommen wird (auch an einem Seminar hier in Bern wurde an seinem Bestseller Pity of War kein gutes Haar gelassen). Ich reihe mich deshalb - wider besseren Wissens - in die Riege der Ferguson-Kritiker ein und schliesse mit den Zitaten meines Vorredners:

Niall Ferguson, Harvard egghead and knit-browed global media star,

Labels: , , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Donnerstag, November 13, 2008

R.I.P Planet Finance

the emergence of an abstract, even absurd world—call it Planet Finance—where mathematical models ignored both history and human nature, and value had no meaning.

Quelle: Wall Street Lays Another Egg: Politics & Power: vanityfair.com

Labels: , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, November 09, 2008

Lebensraum im Osten

Oder: Die Deutschen sind ohne Waffengewalt zurück ...

Warum deutsche Bauern Russlands Äcker bestellen

Barbarrossa

1941 hatten es die Nationalsozialisten ebenfalls auf die fruchtbare Erde der Ukraine und West-Russlands abgesehen. Damals versuchte Hitler mit eine gewaltigen Heer, die Ernährungsgrundlage des deutschen Voiks mit einem schlussendlich vier Jahre dauernden "Blitzkrieg" sicherzustellen.

Nun sind die Deutschen also zurück, aber dem Zeitgeist entsprechend in guter wirtschaftsliberaler Manier (welche die Nazis zeitlebens verabscheuten). Statt mit Waffen kommt man mit Geld und Know-How - zum Wohle aller, wenn man den ökonomischen Theorien von Adam Smith glauben mag.

Verlorene Autarkie

Ironisch mutet höchstens an, dass sich Russland heute nicht mehr selbst ernähren kann (Herbert Backe, Nazi-Landwirtschaftsminister, veranschlagte in einem 1942 erschienen Werk die Ernährungsfähigkeit von Russland auf 100%). Der Autor des nun erschienenen Artikels schätzt die Menge importierter Lebensmittel auf 40, in gewissen Regionen gar 70 Prozent ...

Schweizer in der Ukraine

Im heutigen Magazin gibt es einen ähnlich lautenden Artikel. In diesem Fall dreht sich die Geschichte aber um einen Schweizer Landwirten, der sein Glück (erfolglos) ind er Ukraine versucht (im Land der Orangen Revolution und Tchernobyl herschen katastrophale Verhältnisse, was die Rechtstaatlichkeit betrifft):

Moritz steckt ein

Labels: , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Samstag, November 01, 2008

Hört auf Historiker

I am rather sceptical of these precise cycles, but the similarity of different crises, the big and the little, is undoubted. They give us the best indicator of what to expect next. Banking crises are followed by recessions. That is the history of the past and it is only too likely to repeat itself now.

Quelle: Economic Crisis Discussions in the House of Lords

Wer es noch nicht getan hatte, sollte sich schleunigst Galbraiths The Great Crash: 1929 kaufen ...

Labels: ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, Oktober 28, 2008

Weitere Parallelen zur Weltwirtschaftskrise ab 1929?

Es wäre jedoch falsch, anzunehmen, dass erst mit den Nationalsozialisten jene Entwicklung begonnen hätte, die schliesslich bei der Verschmelzung der wichtigsten Zweige der Grossindustrie mit dem Apparat der staatlichen Wirtschaftspolitik endete. Dieser Prozess ist vielmehr in dem grösseren Zusammenhang des Wandels vom liberalen Konkurrenzkapitalismus des 19. Jahrhunderts zu monopolisierten und kartellierten Wirtschaftssystem der Zwischenkriegsjahre zu sehen, das immer stärkere Eingriffe des Staates bedurfte, um nicht an den ihm immanenten Konjunkturkrisen zugrunde zu gehen.

Quelle: Dieter Petzina, "Autarkiepolitik im Dritten Reich. Der nationalsozialistische Vierjahresplan", Stuttgart 1968, S. 17.

Wenn ich das so lese, schwant mir Böses. Wenn sich Geschichte ähnlich wiederholt, haben wir erst nur den klitzekleinen Anfang von Staatsinterventionismus gesehen - erwartet uns die nächsten 5-10 Jahre noch viel, viel mehr in dieser Hinsicht? Und steht am Schluss vielleicht gar so ein richtig grosser, seit langem nicht mehr dagewesener Weltkrieg?

Noch können es die "Masters of the Universe", die superintelligenten Ökonomen sowie die Politiker anders richten als vor 80 Jahren ...

Eine Entwicklung lässt sich aber wohl nicht mehr stoppen:

Um so schockartiger wandten sich grosse Teile der Bevölkerung mit der Weltwirtschaftskrise vom Wirtschaftsliberalismus ab, in dem sie die Ursache der Krise erblickten.

Labels: , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Freitag, Oktober 24, 2008

Finanzkrisen und ihre politischen Auswüchse

Adolf Hitler in einer Rede am 10. Juli 1932:

Der deutsche Bauer verelendet, der Mittelstand ruiniert, die sozialen Hoffnungen vieler Millionen Menschen vernichtet, ein Drittel aller im Erwerbsleben stehenden deutschen Männer und Frauen ohne Arbeit und damit ohne Verdienst, das Reich, die Kommunen und die Länder überschuldet, sämtliche Finanzen in Unordnung und alle Kassen leer.

Quelle: Max Domarus, 1965, "Hitler. Reden 1932 bis 1945", S. 115.

Und wer war daran Schuld? Hitler in einer Rede vom 16. Februar 1932:

Der Nationalsozialismus stellt die Lebensgesetze des Volkes höher als die Interessen des internationalen Finanzkapitals, welche zur Vernichtung aller naturgemässen Grundlagen des deutschen Volkes und der deutschen Wirtschaft geführt haben.

Blüht uns so etwas ähnliches in den nächsten Jahren auch wieder? Wehe, denn solche Finanz- und Wirtschaftskrisen scheinen in Vergangenheit ja den Grundstein für einen Weltkrieg gelegt zu haben ...

(Als Historiker muss ich natürlich beifügen, dass sich Geschichte nicht wiederholt. Aber manchmal entwickeln sich Dinge doch sehr ähnlich)

Labels: , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, Oktober 22, 2008

Die Geschichte wiederholt sich

Derzeit verfasse ich gerade eine Proseminararbeit über Nazi-Landwirtschaft. Bei der Recherche (ertappt, auch ich benutze Wikipedia, um mir einen Überblick über die Lage zu verschaffen) stiess ich auf folgenden Artikel, der nicht etwa die aktuellen Ereignisse der letzten Wochen schildert, sondern die Situation von 1929 beschreibt:

Dem Staat gelang es, mit großangelegten Interventionen – von der Übernahme großer Banken über Umstrukturierungen bis hin zu flankierenden Aufsichtsmaßnahmen – den Kollaps des deutschen Finanzsystems zu verhindern. Womit sie jedoch in der Bevölkerung ihren letzten Kredit verspielt hatte. Gewerkschaften und Kommunisten wetterten gegen die Sozialisierung der Verluste. Eine antikapitalistische Haltung der Bevölkerung war, allein schon durch die wirtschaftliche Krise an sich weit verbreitet, da nun aber das Kabinett sich scheinbar vor allem für das Großkapital und die unpopulären Banken in die Bresche warf, brachte dies keinerlei Sympathie – im Gegenteil.

Quelle: Weimarer Republik – Wikipedia

Mir stellt sich angersichts dieser Parallelen die Frage, ob wir in ein paar Jährchen von den Geistern, die wir gerade rufen, heimgesucht werden - wie damals in den 1930ern (Stichwort: Nationalsozialismus und New Deal).

Labels: ,

3 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, Oktober 21, 2008

Kriegsfreude in Worten

Hatte man in den Augusttagen 1914 den Krieg noch begeistert begrüßt, die »Feldgrauen«, auf die Schlachtfelder ziehenden Soldaten mit Blumen überschüttet, Hurra-Patriotismus demonstriert, chauvinistische Losungen geschrieen oder an die Eisenbahnwaggons geschrieben, wie »Jeder Schuss ein Russ!« – »Jeder Stoß ein Franzos!« oder »Jeder Tritt ein Brit!« [...]

Quelle: Probleme/Projekte/Prozesse: Kohlrübenwinter

Labels: ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, Oktober 14, 2008

Wie Hathi Trust PDF-Dateien ausgibt

Hathi Trust, die Alternative zu Google Books, getragen von US-amerikanischen Universitäten:

It provides a no-worry, pain-free solution to archiving vast amounts of digital content. You can rely on the expertise of other librarians and information technologists who understand your needs and who will address the issues of servers, storage, migration, and long-term preservation.

Leider gibt es noch keine anständige Suchfunktion, um das gesamte Archiv (es soll bereits über 70 Terrabyte an Daten umfassen) zu durchsuchen. Bereits voll funktionsfähig ist die Suchmaske von University of Michigan. Bei einem Testlauf - die gesuchte Zeichenkette lautete harvest 1917 fand ich tatsächlich eine interessante Publikation aus der Feder Herbert Hoovers (Hoover wurde wenige Jahre später Präsident der Vereinigten Staaten):

America’s grain trade. The problem of the 1917 harvest : protection of U.S.A. domestic situation : effective aid to America’s allies

Gespannt habe ich mir davon die PDF-Version heruntergeladen (leider erlaubt die PDF-Export-Funktion nur 10 Seiten am Stück). Wenn das PDF in Apples Preview geladen wird, genügt ein Druck auf Apfel+I, um Meta-Informationen über die PDF-Datei auszugeben. So erfuhr ich ...

 File name 00000010.tif.10pg.100.0.pdf
 Document Type PDF Document
 File size 797026 bytes
 Page size 24.0 x 37.1 cm
 PDF version 1.3
 Page count 10
 Encryption None
 Title /sdr1/web/cache/mdp/pairtree_root/39/01/50/32/45/08/53/39015032450853/00000010.tif.10pg.100.0.pdf
 Modification Date 10/13/08
 PDF Producer ImageMagick 6.4.0 05/02/08 Q16 http://www.imagemagick.org
 Creation Date 10/13/08

ImageMagick! Gratulation, mit dem Einsatz von Open-Source-Software haben die Archivare garantiert die richtige Technologie gewählt.

Auch ganz interessant ist die Angabe des Title, aus dem der Pfad der PDF-Datei ersichtlich ist. Schön, dass die Ausgabe gecached wird. Interessant auch, wie die Ordnerstruktur aus der ID des digitalisierten Dokuments aufgebaut ist, um kein Verzeichnis fahrlässig mit abertausenden von Dateien füllen zu müssen.

Via: Universities launch elephantine 78 terabyte digital library

Labels: , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Montag, Oktober 13, 2008

Altes Pfund (lb) in LaTeX

Wer das im deutschen Raum gebräuchliche alte Pfund-Symbol in LaTeX reproduzieren möchte (Screenshot auf Wikipedia), nehme sich das Paket MarVoSym zu Hilfe.

Bei meiner LaTeX-Installation unter Mac OS X war das Paket glücklicherweise bereits installiert, weshalb ich es nur noch in mein Dokument einbinden musste:

\usepackage{marvosym}

Ab sofort konnte ich das Währungs-Symbol folgendermassen drucken:

\Pfund

Bei der Suche nach dem entsprechenden Paket war die Comprehensive LaTeX Symbol List von grossem Wert.

Nachtrag: Manchmal wäre der Umweg über die Liste gar nicht nötig, steht doch in der Legende des Wikipedia-Bildlis ...

Kürzel für die Maßeinheit Pfund (erstellt mit dem marvosym-Paket für LaTeX)

Wer lesen kann hat klare Vorteile!

Labels: ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Donnerstag, Oktober 09, 2008

Mittelhochdeutsch: Wörterbuch und LaTeX

Wörterbuch

Derzeit schreibe ich an einer Proseminararbeit über ein Thema aus dem Spätmittelalter. Da die bernischen Quellen auf Mittelhochdeutsch (ich habe anfänglich den Oberbegriff Altdeutsch verwendet, der in Mittel- und Althochdeutsch zusammenfasst) abgefasst sind (Gott sei dank nicht in Lateinisch!), stolpere ich hie und da über Wörter, deren Bedeutung sich meiner Kenntnis entzieht.

Rettung naht - selbstverständlich im Netz:

Mittelhochdeutsches Handwörterbuch von Matthias Lexer

LaTeX

Wer mittelhochdeutsche Texte transkribiert, sollte folgenden Befehl auswendig lernen:

\r{u}

Quelle: LaTeX und althochdeutsche "Sonderzeichen"

Dies produziert einen u mit darüber hochgestelltem o - ein Buchstage, wie man ihn beispielsweise im Wort muolten antrifft.

Was das Wort bedeutet, zeigt eine Lexikon-Suche. ("mulde")

Nachtrag: Noch besser ist die Verwendung des Tipa-Packages, mit dem man wirklich jedes Mittelhochdeutsche Zeichen hinkriegt.

Man verwende dazu den \sups-Befehl:

l\sups{u}{i}ten

Die Tipa-Schriften (im Ordner type1 des ZIP-Archivs, dass man von www.ctan.org/get/fonts/tipa.zip herunterlädt) installiert man am Besten, indem man das Makefile anpasst (korrekter Pfad von $TEXMF) und danach ein

# make install

durchführt.

Damit tipa.map auch geladen wird, war bei mir noch ein

# texhash
# mktexlsr
# ./updmap --enable Map=tipa.map

nötig. Ansonsten generiert das Paket die Zeichen aus Bitmap-Schriften, was bei einer 100%igen Vergrösserung gut sichtbar wird.

Labels: , , , ,

1 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, Oktober 07, 2008

Benennt den Rassistenberg um!

Man kann ja nie genug Petitionen unterzeichen. Deshalb hier mal was ganz besonders sinnvolles:

Rentyhorn Petition

Labels: , ,

4 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Freitag, September 19, 2008

Amis sollten (für einmal) auf Reagan hören

The nine most terrifying words in the English language are, 'I'm from the government and I'm here to help.' ––– Ronald Reagan

Toll, was sich die Machthaber der Bananenrepublik nun einfallen lassen, um den Super-GAU vor den Wahlen im November haarscharf abzuwenden:

Wie der Sender CNBC berichtet, denkt die US-Regierung angesichts der Zuspitzung der Finanzmarktkrise über eine Auffanglösung für Bankschulden nach. Das Finanzministerium erwägt Kreisen zufolge die Schaffung einer Behörde zur Abwicklung fauler Kredite: In einer vom Staat organisierten Zweckgesellschaft könnten demnach riskante Papiere und faule Kredite gebündelt werden, die den Unternehmen derzeit massive Probleme bereiten.

Quelle: Hoffnung auf Staatshilfe treibt Dow Jones nach oben

Labels: , , , , ,

1 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, September 16, 2008

Einbürgerungswillige Stadt Basel

Ausser dem Stadt-Land-Unterschied gibt es aber auch Unterschiede zwischen den Städten, wie eine vertiefende Analyse der Städte Bern, Basel und Genf ergab. Die Stadt Bern beispielsweise «hat zwischen 1874 und1990 fast neunmal weniger Leute aus dem Ausland eingebürgert als die Stadt Basel», sagt Erika Luce, eine der vier Projektmitarbeiterinnen. Basel verzeichnein all diesen Jahren auch gesamtschweizerisch am meisten Einbürgerungen aus dem Ausland. Auf der gesetzlichen Ebene ist heute dagegen Bern am liberalsten.

Quelle: NFP 51: Der Schweizer Pass will verdient sein

Labels: , , ,

2 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, August 26, 2008

Und plötzlich zählen Patente nichts mehr

Für die USA bekam die synthetische Produktion von Kautschuk Bedeutung, nachdem Japan im Zweiten Weltkrieg die USA von ihrem wichtigsten Kautschuk-Lieferanten Malaysia abgeschnitten hatte. Die Patente für Buna lagen aber bei der Standard Oil of New Jersey, welche sich aufgrund eines Abkommens mit der I.G. Farben weigerte, die Buna-Patente für den amerikanischen Markt freizugeben, worauf eine Untersuchungskommission Standard Oil of New Jersey einer "fortgesetzten Verschwörung zugunsten Deutschlands" bezichtigte und Harry S. Truman auf einer Pressekonferenz von „Verrat“ sprach. Der amerikanische Kongress beschloss die Freigabe der Buna-Patente für Amerika, die Standard Oil of New Jersey musste nachgeben.

Quelle: Buna (Kautschuk) – Wikipedia

Zwei Erkenntnisse:

  • Patente, durch Gesetze geschützt, können sehr rasch obsolet werden - wenn es Politiker nur wollen. Aktuelles Stichwort: Parallelimporte.
  • Interessant zudem, wie "unpatriotisch" sich die Standard Oil of New Jersey verhielt (oder: wie eng die Verflechtungen zwischen der deutschen und der us-amerikanischen Wirtschaft waren, obwohl die Länder gegeneinander Krieg führten)

Labels: , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, August 19, 2008

Thatchers Leistung demontiert

Now the only thing that saved the U.K. was the North Sea oil fields, even though Prime Minister Margaret Thatcher likes to take credit, but Margaret Thatcher has good PR. Margaret Thatcher came into office in 1979 and North Sea oil started flowing.  And the U.K. suddenly had a huge balance-of-payment surplus.

You know, even if Mother Teresa had come in [as prime minister] in '79, or Joseph Stalin, or whomever had come in 1979 – you know, Jimmy Carter, George Bush, whomever – it still would've been great. 

Quelle: Jim Rogers Exclusive: Bigger Financial Shocks Loom Consequences to Impact for Years :: The Market Oracle :: Financial Markets Analysis & Forecasting Free Website

Labels: , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, August 19, 2008

Zur Hochzeit gibt es Mein Kampf mit dazu

"Mein Kampf" - Ob das wohl der Untertitel einer jeden Heirat sein sollte?

Ab 1936 wurde von den Standesämtern deutschen Brautpaaren anstatt der Bibel Mein Kampf auf Staatskosten geschenkt.

Quelle: Mein Kampf – Wikipedia

Noch bizarrer ist folgende Entwicklung:

Da Hitler bis zu seinem Tod mit Wohnsitz am Prinzregentenplatz 16 in München gemeldet war, wurde sein Vermögen, das von den Alliierten beschlagnahmt worden war, nach Kriegsende vom Freistaat Bayern eingezogen. Zu diesen Vermögenswerten zählen nach Ansicht des Freistaats Bayern auch die Nutzungsrechte an Mein Kampf. Sie enden am 31. Dezember 2015 (70 Jahre nach Hitlers Tod, gemäß Urheberrechtsgesetz). Der Bayerische Staat geht gegen unkommentierte oder vollständige Nachdrucke mit allen rechtlichen Mitteln vor.

Labels: , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, August 19, 2008

Die Spanische Grippe kehrt zurück

Vielleicht. Mittlerweile haben Forscher immerhin die Antikörper isoliert:

The team was then able to isolate exceedingly rare B cells – the immune cells that produce antibodies – from eight of those samples and grow them in culture. Seven of those samples produced antibodies to a 1918 virus protein, suggesting that their immune systems were waiting on standby for a long-awaited second outbreak.

"The B cells have been waiting for at least 60 years – if not 90 years – for that flu to come around again," said Crowe Jr., "That's amazing…because it's the longest memory anyone's ever demonstrated."

[...] Although aging typically causes immunity to weaken, "these are some of the most potent antibodies ever isolated against a virus," Crowe said. "They're the best antibodies I've ever seen."

Quelle: Antibodies Resurrected from 1918 Flu Pandemic That Killed 50 Million

Labels: , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, August 17, 2008

Seit wann gibt es das schweizerische Postleitzahlensystem?

Die Postleitzahlen wurden gesamtschweizerisch am 1. Oktober 1964 eingeführt. Die Einführung dieses Numerierungssystems führte zu einer starken Vereinfachung der Handsortierung. Bislang waren nämlich vertiefte geographische Kenntnisse bei der Sortierung der Postsendungen unerlässlich.

Quelle: Gang dur Alt-Züri: Begriffserklärungen - Postleitzahl

Labels: , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Donnerstag, August 14, 2008

Bernburger im Scheinwerferlicht der Geschichte

Dieses Buch tönt - trotz seinen 700 Seiten - eine spannende Lektüre zu werden. Wahrscheinlich nicht wirklich zur Freude der Bernburger:

Rieders Buch ist die erste umfassende Untersuchung über Berns Burgergemeinde im 19. und 20. Jahrhundert. «Weil die Burger die Wurzeln ihrer Macht und ihres Reichtums ausblenden und ihre Geschichte nicht selber untersuchen, tue ich das jetzt halt als Aussenstehende. Ich wollte verstehen, wie das funktionieren kann», sagt Katrin Rieder im Gespräch. Sie verstösst mit ihrem Buch gegen den eher nostalgischen, burgerfreundlichen Konsens in der Berner Geschichtsschreibung. So ist es nicht weiter erstaunlich, dass die Burger Rieders Buch die finanzielle Unterstützung versagten – und dass Rieder keinen Job in den burgerlich geprägten historischen Berner Institutionen innehat. Sie arbeitet bei der Kulturstiftung Pro Helvetia in Zürich.

Quelle: Bern: Buch enthüllt Nazi-Freundlichkeit der Berner Burger - News Region: Bern - Espace

Katrin Rieder wird damit über Nacht zur Persona non grata in Berns ehrwürdigem, gutbürgerlichen Zirkel geworden sein ...

In der Tat zeigt sie auf, wie die Burger geschickt geschäfteten (es braucht bei jedem Deal immer zwei: Einer, der den anderen über's Ohr haut, und einen, der sich über's Ohr hauen lässt!):

Im Güterausscheidungsvertrag zwischen Einwohner- und Burgergemeinde Bern erhält die Stadt 1854 die Gebäude, die Kosten verursachen. Die Burgergemeinde aber behält unüberbautes Land, das 40 Jahre später, beim Wachstum der Stadt, zu lukrativem Bauland wird, das bis heute Baurechtszinsen abwirft. Der historische Deal, der schon damals von liberalen Politikern als ungerecht kritisiert wurde, ist der Grundstein des heutigen Burgerreichtums.

Da sehe ich spontan parallelen zur "ent-sowjetisierung" Russlands Anfangs der Neunziger. Wer konnte, riss sich damals mit mehr oder weniger dubiosen Methoden Staatsunternehmen zu Spottpreisen unter den Nagel, um innert weniger Jahre zum Milliardär zu werden.

Rieders These:

Rieders Fazit: «Die Burger sicherten ihre alte Macht und ihr Überleben mit moderner ökonomischer Gewinnpolitik.»

Labels: ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Donnerstag, August 07, 2008

Kafka - auch nur ein Mann

Franz Kafka, ein Porno-Konsument? – Das kann, zumal bei einem 25-Jährigen, nicht wirklich überraschen, aber auch nicht bei einem Dichter, der die Abgründe des Menschlichen ausgelotet hat wie wenige. Kafka war körperlich attraktiv, sexuell aktiv und keineswegs der Eremit, als den man ihn lange Zeit zu sehen beliebte. Rund zwanzig Frauenbekanntschaften sind belegt, bekannt auch viele Bordellbesuche.

Quelle: Kafka, überscharf (Kultur, Aktuell, NZZ Online)

Zudem muss ich gestehen, noch nie eine Zeile dieses Typen gelesen zu haben ... Bildungslücke?

Labels: , , , , ,

2 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, Juni 22, 2008

Wahlplakate aus der Weimarer Republik

Spätestens 2011 kann man sicherlich wieder Vergleiche zwischen SVP- und NSDAP-Plakaten ziehen. In der Zwischenzeit sieht man sich Scans von Wahlplakaten aus der Weimarer Republik durch (auch Plakate der Sozialdemokraten und Kommunisten finden sich im Archiv):

Wahlplakate-Archiv.de

Dank: Jan Schuster für den persönlichen Hinweis und die Digitalisierung der Wahlplakate

Labels: ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, Juni 17, 2008

Als der Fixlohn Usus wurde

Minger ist heute Abend Trumpf:

Niemand wird bestreiten können, daß wir [BGB nach 1918] auch den Verhältnissen der Arbeiterschaft und der Fixbesoldeten großes Verständnis entgegenbrachten [...]

Manchmal liest man Texte aus längst vergangenen Tagen und realisiert plötzlich, dass unser als normal aufgefasstes Arbeitsleben anno dazumal die Ausnahme darstellte. Einen Fixlohn? Egal ob Winter, Sommer, Frühling, Herbst? Unabhängig vom Geschäftsverlauf? Geregelte Arbeitszeiten? Um 1918 musste das - wenn man Minger glauben will - immer noch als recht neumodisches Konzept gewirkt haben ...

Labels: , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Montag, Juni 16, 2008

Als die SVP noch zur Konkordanz stand

Wir verfolgen höhere Ziele. Unsere Politik muß getragen sein von Großzügigkeit und Weitsichtigkeit. Wir wollen nicht vergessen, dass nicht wir allein den Staat ausmachen, sondern daß unser Staatswesen sich aus den verschiedensten Gruppen zusammensetzt. Alle diese Gruppen haben ihre Existenzberechtigung. Es ist eine soziale Forderung, dass einjeder Beruf denjenigen, welcher ihn betreibt, samt seiner Familie erhält, vorausgesetzt, daß dieser Berufrichtig betrieben wird. Dieses Recht wollen wir jederzeit für alle Stände anerkennen, [...]

Quelle: Rudolf Minger an der Gründungsversammlung der Bernischen Bauern- und Bürgerpartei vom 28. September 1918.

Labels: , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Montag, Juni 16, 2008

Die Geschichte der Schweizerischen Volkspartei wiederholt sich

Irgendwie ist man die Strömungen in der BGB, später SVP nie richtig losgeworden:

Vorerst muß Klarheit darüber herrschen, was es heißen will, politisch eine selbständige Partei zu sein. Das bedeutet die vollständige Loslösung sowohl von der freisinnigen als auch von der konservativen Partei. Bis heute hatten wir in unsern eigenen Reihen bekanntlich zwei politische Strömungen. Die neue Partei muß in erster Linie dazu berufen sein, diese Gegensätze auszugleichen, und es sollte dies meines Erachtens nicht schwer fallen, indem uns Bauern auf der ganzen Linie das gleiche Interesse vereinigt.

Quelle: Rudolf Minger an der Gründungsversammlung der Bernischen Bauern- und Bürgerpartei vom 28. September 1918.

[...] Wir müssen darauf gefaßt sein, daß dieser Feldzug noch nicht beendigt sein wird und daß man ganz besonders versuchen wird, unsern politischen Kurs zu beeinflussen. Sorgen wir deshalb vor, daß wir dieser Gefahr gewachsen sind. Eine ähnliche Gefahr droht uns aber auch aus dem konservativen Lager. Die bisherige konservative Partei hat bis jetzt hauptsächlich Oppositionspolitik getrieben, indem es ihr, als Minderheitspartei, nicht möglich war, ihren politischen Auffassungen zum Durchbruch zu verhelfen. Nun ist auch hier die Wahrscheinlichkeit groß, und verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, daß man längst gehegte Wünsche und Pläne vermittelst unserer jungen Partei verwirklichen möchte.

Labels: , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Montag, Juni 16, 2008

Der Teufel steckt in der urbanen Gesellschaft

Dabei hat er [Bauernsekretär Ernst Laur] unter anderem hingewiesen auf die großen Gefahren, die dem Großstadtleben innewohnen: Auf den Luxus, die Genusssucht, die Üppigkeit und die Überkultur, besonders in Kreisen der Besitzenden und auf die dadurch entstehende Verweichlichung; ferner auf die durch solches Wohlleben angeregte Begehrlichkeit der untern Schichten; wie alles Sinnen und Trachten auf eine bequeme Lebenshaltung hin tendiere; wie dadurch die Arbeit als bittere Last empfunden wird, wie die ideellen Regungen im Menschen erstickt und die niedern Triebe gefördert werden und zu was für Lebensauffassungen und Anschauungen das führen muss.

Quelle: Rudolf Minger an der Gründungsversammlung der Bernischen Bauern- und Bürgerpartei vom 28. September 1918.

Kaum verwunderlich, wer - Mingers Ansicht nach - die Städter vor ihrem sicheren Untergang retten sollte:

Dem gegenüber hat er die Vorteile geschildert, die das Landleben, besonders in unseren Bauernfamilien, mit sich bringt. Wie das heimelige Zusammenleben und Zusammenarbeiten von Eltern und Kindern in der freien Gottesnatur die Kindererziehung erleichtere und günstig beeinflusse; wie die Freude an der Arbeit frühzeitig geweckt, so dass sie als Lust, als segensreiche Einrichtung empfunden werde. Die Anerkennung einer göttlichen Weltordnung sodann befruchte wohltuend Charakter- und Gemütsbildung und lenke den Blick aufhöhere, unvergängliche Ziele, die dem Leben die Weihe und den Inhalt verleihen. Durch das glückliche Zusammenwirken dieser Faktoren wird unser Bauernstand zum nie versiegenden Jungbrunnen, zum Reservoir, das dazu berufen ist, den Städtern die nötige Blutauffrischung zuzuführen, um dieselben vor dem sichern Niedergang zu bewahren.

Was ist aus diesen geflügelten Worten nur geworden? Die Urbanen Zeitgenossen haben die Landwirte endgültig und ein für allemal verdorben ...

Ich kann mich übrigens nicht verwehren und erkenne im Begriff Blutauffrischung erste Tendenzen, die Deutschland in den 1930ern in den Untergang geritten haben.

Labels: , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Donnerstag, Juni 05, 2008

Samuel Schmid nicht mal ein halber Bundesrat mehr

Samuel Schmid war doch bis vor einigen Tagen auch noch "SVP-Bundesrat"? Die SVP-Zürich versucht sich wohl der Geschichtsfälschung ...

Seit der Wahl 1929 von Rudolf Minger in den Bundesrat bis zur Abwahl von Christoph Blocher im Dezember 2007 war die BGB (bzw. die SVP) ununterbrochen in der Landesregierung vertreten.

Quelle: SVP Zürich - Geschichte

Labels: , , , ,

2 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, Juni 04, 2008

US-Autogeschichte wiederholt sich

Diese doofe Schlagzeile hätte genauso von 1973 sein können. Gelernt hat's der Yankee 1973 anscheinend doch nicht. Und die Befürchtung besteht, dass die Marketing- und BWL-Fuzzis der US-Autoindustrie auch in zwanzig Jahren wieder posaunen werden:

Die Verkäufe von Geländewagen sind massiv eingebrochen. Nun setzt die Autobranche der USA auf kleinere Fahrzeuge.

Quelle: Amerikaner lassen Benzinfresser stehen - Wirtschaft - Tages-Anzeiger

Labels: , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Montag, Mai 12, 2008

Gute, alte patriarchalische Zeiten

1977 durften in Deutschland Männer ihren Frauen noch verbieten zu arbeiten, wenn darunter der Haushalt litt.

Quelle: «FRAUEN HABEN DAS FALSCHE BEUTESCHEMA»

Labels: , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, Mai 11, 2008

Zu den Anfängen der SP Flamatt

Ach, was waren das damals noch für Zeiten! 1928, die Zeit der Partei- und Religionspresse, des Klassenkampfes. Illustrativ sieht man hier, wie die Medien viel klarer Stellung bezogen (gemäss ihrem Auftrag an das deutlich homogenere Zielpublikum) und klare Vorstellungen hatten, wie die Elite auf die rote Gefahr reagieren sollte.

Liest man solche Texte aus heutiger Warte, so ist frappant, wie gross die Angst der katholischen Oberschicht in Fribourg war, ihre Pfründe an jüngere politische Strömungen zu verlieren. Rückblickend kann man sagen: Die Sorge war berechtigt. Die Kantonsgrenzen wurden niedergerissen, die Religionszugehörigkeit spielte irgendwann einmal kaum mehr eine Rolle und der wirtschaftliche Aufschwung erreichte den armen Kanton dann auch bald einmal (wenn auch mit deutlicher Verzögerung).

Aber eben, hätte man sich früher und intensiver mit den Bedürfnissen und Sorgen der "Proletarier" auseinandergesetzt, wäre die "rote Infiltration" wohl kaum auf einen solch fruchtbaren Boden gefallen.

Doch lest selbst:

Die rote Infiltration

Wie der "Berner Tagwacht" zu entnehmen ist, haben Genossen aus Murten und Neuenegg in letzter Zeit zu zwei Malen einige Arbeiter in Flamatt besucht und bei der 2. Visite auch gerade einen sozialistischen Nationalrat als Referenten mitgebracht. Diesem Aufgebot des [...] Generalstäblers und treu ergebener Mitläufer gelang dann die Gründung eines sozialistischen Arbeitervereins. Bis zu den Nationalratswahlen wird die Begeisterung jedenfalls langen und die Besuche werden nicht fehlen. Mit der Zeit werden dann aber die Arbeiter in Flamatt wohl selber einsehen, welch grosses Glück ihnen nun durch die Erkenntnis des Sozialismus beschieden ist! Die Korrespondenz sagt nicht, ob es sich um katholische Arbeiter handelt oder nicht. Falls sich Katholiken und positiv denkende Protestanten durch die Phrasen des roten Nationalrates betören liessen - die anderen Parteien wurden wohlweislich nicht eingeladen - so darf der Versuch, die Leute wieder aus der sozialistischen Organisation herauszuholen, nicht unterlassen werden. Bei solchen, die sich um den Erlass der Bischöfe in Sachen der sozialistischen Gewerkschaften nichts kümmern, wird der Versuch allerdings nicht viel nützen.

Quelle: Freiburger Nachrichten, 13. September 1928, S. 2.

Eine neue sozialistische Sektion im Sensebezirk

Dem kathol. Arbeitersekretär wird das Wort entzogen - ein Vorbestrafter als Präsident.

Die Bauarbeiter von Schmitten (Station) und Umgebung, die schon vor den Nationalratswahlen Versuche zur Gründung einer roten Sektion machten und seither weiterhin von den sozialistischen Sekretären mürbe geredet wurden, waren am letzten Samstag neuerdings zu einer Versammlung im Bahnhofrestaurant Schmitten aufgeboten worden. Die Einladung ging von der sozialistischen Bauarbeiter-Gewerkschaft Bern aus.

Etwa 50 Mann, fast alle in Bern Arbeitend (hierin liegt der Hauptgrund für die Erklärung der Neugründung), hatten der Einladung Folge geleistet. Als Referent war selbstverständlich ein maultüchtiger, knallroter Sekretär aus Bern erschienen, namens Ramseier. Der von der roten Zentrale in Bern hergeschickte Redner hielt also sein Referat. Dabei verschwieg er geflissentlich, dass die Bauarbeiter-Gewerkschaft in vollständig rotem Fahrwasser segelt. Der alte Trick, nur von der Vertretung der Standesinteressen zu reden, verfing auch diesmal, obschon man sich des Eindruckes nicht erwehren konnte, dass ein gewisse Anzahl der Erschienenen wohl wusste, was sie machten.

Zur Versammlung war auch der christlich-soziale Führer Kistler aus Freiburg erschienen. Die Arbeiter, die sich dem Hrn. Ramseier aus Bern verschrieben hatten, hatten ihm zwar keine Einladung gesandt; auch einen katholischen Arbeitersekretär zu hören, schien ihnen überflüssig. Jedenfalls aber ging Hr. Kistler als mutiger Verfechter der katholischen Sozialpolitik in die Versammlung und verlangte das Wort, das ihm auch erteilt wurde. Hr. Kistler machte vor allem auf die religiöse und politische Seite der Frage aufmerksam und unterzog dann das sozialistische Wirtschafts- und Sozialprogramm einer gründlichen Kritik. Da Hr. Ramseier den Arbeitern von der Sozialisierung der Produktion gesprochen hatte verwies H. Kistler mit Recht auf die "Erfolge" dieser Sozialisierung in Sovietrussland. Wie dies "Paradies" in Wirklichkeit aussehe, könnne man aus der Tatsache ersehen, dass selbst der sozialistische Nationalrat Graber in Chaux-de-Fonds in einer contradiktorischen Aussprache zugeben musste, dass in Russland die Arbeitsunwilligen mit Peitschen zur Arbeit gezwungen werden.

Dieses Zitat war nun aber der roten "Majestät" aus Bern zuviel. Hr. Ramseier fiel Hrn. Kistler ins Wort und stellte der Versammlung den Antrag, dem katholischen Sekretär das Wort zu entziehen. Wessen Geistes die Versammlung war und welche Kleinarbeit monatelang vorausgegangen sein muss, bewies die traurige Tasache, dass die Mehrheit der Versammlung diesem Antrag zustimmte.

Soweit ist es also bei uns schon gekommen, dass freiburgische Arbeiter, die allerdings ihrem Milieu durch die jahrelange Tagesarbeit in Bern schon stark entfremdet sind, einem kath. Arbeitersekretär das Wort entziehen, um einem hergelaufenen roten Agitator von Bern zuzuhören. Also schon die Gründungsversammlung gab Zeugnis vom roten Terror. Dieser Brocken ist stark und wird jedenfalls von der erdrückenden Mehrheit des Volkes nicht so heiss geschluckt werden. Und dieses geschah am Vorabend der Beck-Feier in Freiburg, wo von höchster Warte aus die grossen Verdienste Becks, des katholischen Priesters, um die Arbeiterschaft anerkannt wurden. Wenn man weiss, was Prof. Beck für die Arbeiterschaft geleistet und geopfert hat, und zwar nicht nur für die katholische - wissen muss man es allerdings und die "Tagwacht" verhilft nicht zu dieser Wissenschaft - so ist man höchst erstaunt, in katholischen Gegenden Arbeiter zu finden, die den Verfechter der katholischen Sozialpolitik nicht hören wollen. Es stellt sich dann allerdings die Frage, ob diese Leute überhaupt nocht zu uns gehören, oder ob sie im Begriff sind, zu den so zahlreichen Taufschein-Katholiken überzugehen. Die Vorschriften der schweiz. Bischöfe über die Zugehörigkeit zu einer Gewerkschaft sind so klar, dass da kein Platz ist für einen Kompromiss.

Die Versammlung schritt dann auch zur Wahl eines Vorstandes. Als Präsident wurde ein in der Gemeinde Bösingen (Uttewil) ansässiger Arbeiter gewählt, der am 22. Dezember 1925 vom Zuchtgericht des Sensebezirkes zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Dass dieser Mann unter solchen Umständen sich für das Präsidium einer christlichsozialen Gewerkschaft nicht wohl eignet, wird jedermann einleuchten. Ob aber die Gesamtinteressen (wirtschaftliche und religiöse) der übrigen Mitglieder in einer sozialistischen Gewerkschaft besser gefördert werden können als in einer christlichen, ist nicht schwer einzusehen.

Wie bekannt, ist auch ein Vorstoss in Düdingen geplant. Die Vorkommnisse vom letzten Samstag lassen erkennen, dass die Ortssektionen und überhaupt alle unsere kulturellen Organisationen und auch die Behörden die Frage der roten Infiltration gründlich prüfen müssen und Vorkehrungen treffen, um eine Wiederholung der Vorkomnisse vom letzten Samstag Abendzu verhindern. Aber Abwehr allein genügt nicht. Es müssen auch Vorkehrungen ins Auge gefasst werden, dass inskünftig weniger Arbeiter auswärts ihr Brot verdienen müssen, da scheints ein Teil von ihnen nicht die nötige Charakterstärke und das nötige Wissen besitzt, um den Werbungen der roten Berufssekretäre zu widerstehen.

Im übrigen ist es nur allzu verständlich, dass die Arbeiter auf den Schutz ihrer Interessen bedacht sein müssen und wir kommen nicht um das Bedauern herum, dass dies vom Arbeiterkartell in bezug auf die Gewerkschaften nicht besorgt wurde, ehe die Sozialistenführer von Bern sich der Angelegenheit als Vorwand bemächtigen konnten, um unsere Arbeiter politisch in ihre Fangarme zu ziehen.

Quelle: Freiburger Nachrichten, 5. Dezember 1928, S. 3. (Abschnitt 1 sowie Abschnitt 2)

Labels: , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Donnerstag, Mai 08, 2008

Woran Weltreiche krank(t)en ...

As a business model, Rome's strategy was obviously flawed; like a credit bubble, it required constant expansion. Still it was nice in the beginning. The early days of the Roman Empire were like the early days of the British Empire or the American Hegemony. Expansion opened up new markets and brought in new supplies of raw materials at better prices. Not only was there booty; there were also slaves.

Quelle: No Modern Government Policy is So Stupid that the Romans Didn’t Think of it First

Doch das Ende war und ist immer rasch absehbar:

[...] the Romans had a solution for every problem. And every solution brought new problems...until the weight of them crushed the whole empire.

Labels: , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, April 30, 2008

Schicksal einer bankrotten Regierung

That was the day that Mussolini was shot, along with his mistress. They were hung upside down in Milan. What went wrong with Benito?

"What always seemed to go wrong," said our guide on Sunday, "was that they ran out of money."

Quelle: When Elected Officials Run Out of Money – Trouble Follows

Das Ziel ist somit vorgegeben: Um jeden Preis am Leben bleiben!

Labels: ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Samstag, März 29, 2008

Was steckt hinter dem Wohlstand?

However, the Fed did not want American consumers to be subjected to free market discipline that might otherwise reign in their non-stop spending. After all, reckless consumption was falsely believed to be the engine of our prosperity.

So the Fed fixed the price of credit (interest rates) well below the rate that would have been set by the free market. [...]

Quelle: Bail me out Bernanke

Richtig. Der wahre Grund unseres Wohlstandes ist fossile Energie, die von uns in den letzten 150 Jahre zu einem Spottpreis und in unglaublichen Mengen verbrannt wurde.

Labels: , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, März 23, 2008

Aus welcher irischen Ortschaft stammten JFKs Vorfahren?

Dunganstown, County Wexford (leider viel zu weit weg von Galway, um dem Dörfli einen Besuch abzustatten)

Quelle: John F. Kennedy's Ancestors

Dass die USA in den 1960ern (viel zu kurz) von einem irisch-stämmigen Katholiken regiert wurden, ist im Grunde auf die Potatoe Famine (oder "The Great Famine") zurückzuführen - ein Ereignis, dass sich schmerzhaft im Gedächtnis der Nation eingebrannt hat. Diese trieb Patrick Kennedy dazu, in die USA auszuwandern.

Labels: , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Samstag, März 01, 2008

Die Deutschen zeigten den Amis, wie man Kriege führt

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt:

Above all, Schlieffen ignored a modern war that might have revealed more about mass warfare in an industrial age than Cannae or Leuthen or Sedan: the American Civil War. To be sure, the General Staff had studied the American odyssey, but concluded that it was “un-European" and hence "uninteresting." After all, it was a family squabble between "democratic republics," fought by "social democratic militias" and distinguished by a lack of "competent generals." Poor training, poor equipment, and poor quality of troops had translated into protracted conflict and eventually trench warfare. The notion of maritime blockade was alien to the Prussian mindset and hence ignored. European military professionalism, the argument went, would avoid the pitfalls experienced by the amateurish Americans.

Quelle: Herwig, Holger H.: "Germany and the 'Short-War' Illusion: Toward a New Interpretation?", in The Journal of Military History, Vol. 66, No. 3, (2002), S. 687.

Labels:

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Montag, Februar 18, 2008

Über die Herkunft der Japaner

Jared Diamond über die verflixt komplizierte (und auch höchst politische) Frage, woher die Japaner eigentlich kommen - der wiedergegebene Abschnitt vergleicht die japanische Sprache mit anderen ostasiatischen Sprachen:

Everyone agrees that Japanese does not bear a close relation to any other language in the world. Most scholars consider it to be an isolated member of Asia’s Altaic language family, which consists of Turkic, Mongolian, and Tungusic languages. Korean is also often considered to be an isolated member of this family, and within the family Japanese and Korean may be more closely related to each other than to other Altaic languages. However, the similarities between Japanese and Korean are confined to general grammatical features and about 15 percent of their basic vocabularies, rather than the detailed shared features of grammar and vocabulary that link, say, French to Spanish; they are more different from each other than Russian is from English.

Quelle: Japanese Roots

Labels: , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, Februar 12, 2008

1916 mit kuriosen und zeitlosen Problemen

Kupfer-Diebstahl

Je höher die Kupferpreise stehen, umso bunter treiben es die Kupferdieben. In der Zeit von Anfang März bis Mitte April 1916 wurden auf der Wollishofer Allmend von einer durch das städtische Elektrizitätswerk für das Platzkommando Zürich erstellten Freileitung 158 Kilo Kupferdrähte im Werte von 948 Franken und von Ende Januar bis Anfang Aprili aus dem Magazin der Zürcher Filiale der Siemens-Schuckert-Werke in Berlin etwa 600 Kilo Kupferdrähte im Werte von 2000 bis 3000 Franken gestohlen.

Quelle: Der Schweizer Bauer, 1. Juni 1916

Das Thema scheint derzeit aktueller denn je: Am 7. Februar 2008 schreibt die Kantonspolizei Basel-Land: Liestal / Kanton: Kupferdiebe gehen um: Die Polizei Basel-Landschaft bittet um Aufmerksamkeit. Vom Krieg weit und breit keine Spur. Ein boomendes China fühlt sich halt an wie Krieg.

Uneheliche Kinder

Würden diese Berichterstatter im Jahre 2007 leben, träfe sie wohl der Schlag:

Ein erscheckend hoher Prozentsatz unehelicher Geburten. Die Geburtenstatistik der letzten Woche ergibt für Paris 574 Geburten, wovon 419 eheliche und 155 uneheliche.

Quelle: Der Schweizer Bauer, 8. Juni 1916

Wagenladungen Bürokratie

Staatliche Makulatur. Auf der Staatskanzlei ist man den Gemeinden mit gutem Vorbild vorangegangen und hat, um der Papiernot zu steuern, die Direktionsarchive bereinigt. Die Finanzdirektion hat nun mehrere Wagenladungen Akten und Drucksachen zum Verkaufe und zur Abfuhr bereit. Wie viel frühere Hoffnungen und Liebesmüh damit begraben werden, ist selbstverständlich unergründlich, heisst es doch, dass die Motionen allein mehrere Kilozentner ausmachen.

Quelle: Der Schweizer Bauer, 8. Juni 1916

Zurück zu Mutti

Eine Ironie des Schicksals! Ein junger Bürger von Lausanne, der seine Abenteuerlust nicht anders zu betätigen wusste, als seine Haut für ein fremdes Land zu Markte zu tragen, wurde schwer verwendet von den Deutschen gefangen genommen, hatte nun aber das Glück als Kriegsgefangener mit einem Krankentransport in seiner eigentlichen Heimat interniert zu werden.

Quelle: Der Schweizer Bauer, 8. Juni 1916

Gottlose Neuenburger und die Huldigung des Sonntags

Deutschschweizerische Kinder, die im Traverstal sich befinden, um sich die welsche Sprache anzueignen, waren nicht übel verwundert, zu sehen, wie das sonst so kirchliche Neuenburgervolk am Himmelfahrtstage wenig Notiz vom kirchlichen Feiertage nahm; man hackte Kartoffeln oder Runkeln, man prätschte die Wäsche schwungvoll, man führte und spaltete Holz - kurz, es war ein durchaus werktägliches Treiben, wenn auch nicht ohen Ausnahmen. Man sollte nicht meinen, dass der neuenburgische Kulturminister ein gewesener Pfarrherr sei; aber unser junger Gewährsmann schreibt entrüstet: Solches sollte einfach verboten sein!

Quelle: Der Schweizer Bauer, 8. Juni 1916

Heute soll es ja auch im reformieten Bernbiet Leute geben, die im Sonntag zur Huldigung Gottes fossile Brennstoffe verbrennen und zum Spass auf den Gurnigel fahren, um eine Meringue zu verspeisen.

Tabu-Thema Verhütung

War in den früheren Jahren bei uns die Abnahme der Geburten auf die wohlhabenden Klassen beschränkt, so erstreckt sie sich in neuerer Zeit auch auf die Arbeiterbevölkerung und greift von der Stadt auf das Land über. Der heimliche Gebrauch gewisser "Mittel" hat schon eine erschreckende Höhe erreicht.

Quelle: Der Schweizer Bauer, Juni 1916

Damals trugen Ehepaare eben noch aktiv zur Sicherung der AHV bei. Halt, die gab es damals ja noch gar nicht! (Erst seit 1948)

Labels: , , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, Februar 10, 2008

3500 abgefeurte Kugeln töten einen Soldaten

Eine eigenartige Statistik über den geringen Grad der Trefflichkeit der Gewehrgeschosse im gegenwärtigen Kriege wissen französische Blätter zu melden. Da nach dieser Statistik unter hundert Kugeln nur eine trifft und unter 35 getroffenen Soldaten nur einer der Verwundung erliegt, wären bei einer Durchschnittsberechnung 3500 Kugeln erforderlich, um einen Soldaten zu töten.

Quelle: Der Schweizer Bauer, Juli 1916

Und wieso gibt man unseren Soldaten dann gerade mal läppische 50 Schuss mit nach Hause? Damit verletzt man gerade mal einen halben feindlichen Russen Soldaten.

Labels: , ,

2 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, Februar 10, 2008

Ausländer bilden Staat im Staat

Irgendwie hat sich in den letzten hundert Jahren nur die Nationalität der Einwanderer geändert, die (vermeintlichen und tatsächlichen) Probleme sind dieselben geblieben:

Noch vor 30-40 Jahren war der italienische Arbeiter in der nichtitalienischen Schweiz eine verhältnismässig seltene Erscheinung. Auf den Baugerüsten sah man noch fast allenthalten deutschsprechende Oestereicher ihre traditionelle Pfeife rauchen und ihren Tabak kauen. In den Fabriken war die italienische Arbeiterin eine weit seltenere Erscheinung als heute. Damals wusste man in den Schweizerstädten nicht von ganzen Italienerkolonien, die ihre eigene Sprache sprechend, sich nur in ihren Kreisen bewegend, südländische Begriffe von öffentlicher und privater Ordnung auf unsern nordischen Boden übertragend, einen kleinen Staat im Staate zu bilden anfingen. Man musste noch nicht daran denken, an manchen Orten Spezialklassen für Italienerkinder zu gründen. Es existierten noch keine oder doch nur äusserst wenige Läden, die ausschliesslich für den Konsum der Italiener da war und von einem "Consumo cooperativo italiano" hörte man schon erst recht nichts. Wie anders in den letzten Jahren! [...] Sie drangen ferner in andere, höhere Berufe ein. Sie traten in Konkurrenz mit den Einheimischen in Berufen, die nach und nach das Problem der "Italienerfrage" haben aufleben lassen.

Quelle: Der Schweizer Bauer, 11. Juli 1916.

Labels: , ,

2 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, Februar 10, 2008

Ausländerklassen anno 1916

Ueberfremdung: In einer Schulklasse in Rheinfelden ist der Fall eingetreten, dass die Zahl der ausländischen Schulkinder die inländische übersteigt: 53% Ausländer, fast ausschliesslich deutscher Nationalität, gegen 47 Prozent Schweizerbürger.

Quelle: Schweizer Bauer, 1. Juli 1916.

Labels: , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Freitag, November 23, 2007

Das Wetter vor hundert Jahren


Das Wetter vor hundert Jahren
Originally uploaded by emeidi

Das Wetter vor hundert Jahren

K.R. Der "Schweizerfreund" vom 11. Juni 1816 berichtet: "Letzten Freitag ist in unsern Berner Bergen wieder Schnee gefallen und man hat sich in einem von der Hauptstadt nicht mehr als drei Stunden weit entfernten Dorfe an einer Hauptstrasse gelegen mit Schneeballen beworfen - am 7. Brachmonat!" Am 18. Juni berichtet das gleiche Blatt aus Basel: "Vor einigen Tagen wurden auch die Anhöhen um unsere Stadt mit Schnee bedeckt. Die Weinreben, welche eine erfreuliche Hoffnung gezeigt hatten, sind nun im traurigsten Zustande und der Ertrag ist ganz dahin, wie es leider auch voriges Jahr schon war, wo an vielen Orten nicht einmal Weinlese gehalten wurde."

Quelle: Der Bund, 9. Juni 1916, Abendblatt.

Labels: , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, November 21, 2007

Gemüsebaukurse 1916

Dass zu Ende der Kurse zirka 100 Teilnehmer weniger waren als zu Anfang, erklärt sich ohne weiteres durch den Militärdienst vieler Kursteilnehmer. Daneben gibt es ja immer Einzelne, die nicht aus eigentlichem Interesse Kurse besuchen, sondern etwa "weils Mode ist". Diese Elemente harren gewöhnlich nicht bis zum Ende aus, was meistens auch nicht Schade ist ...

Die Klage, dass immer noch zu junge Teilnehmer zu den Kursen zugelassen werden, will nicht verstummen. So die "belebteste" Zeit der schönen Flegeljahre sollte man hinter sich haben, bevor man sich zur Teilnahme an einem Kurse meldet. Es gibt sonst leicht zuviel "Betrieb".

Quelle: Tätigkeitsbericht der Oekonomischen und gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Bern 1917. Bern: Buchdruckerei R. J. Wyss & Erben, 1918, S. 17f.

Zwar mangelte es damals noch garantiert an "Schülern" mit "Migrationshintergrund" - der Radau im "Klassenzimmer" schien aber damals nicht weniger geherrscht zu haben als heute ...

Labels: , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, November 07, 2007

Zwei Arten von Geschichtsschreibung

Ancient Greek historians approached their work with two very distinct motivations. Around 430 BC, Herodotus, the "father" of history, wrote in order to "honor the heroes" of the Trojan Wars. Thirty years later, Thucydides wrote the History of the Peloponnesian War. He did not write to honor heroes, but rather was interested in helping future generations learn from the past. He wrote history "not … to win the applause of the moment, but as a possession for all time."

Quelle: The 1920s Environmental Conflict Over Leaded Gasoline and Alternative Fuels

Labels:

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, November 07, 2007

Nach dem Grossen Krieg begann der Run auf das Erdöl

Am Ende des Ersten Weltkrieges erkannten die europäischen Alliierten die Wichtigkeit des Rohstoffs Erdöl (bis dahin hauptäschlich aus den USA stammend) - und teilten den ölreichen Nahen Osten unter sich auf:

[Osama bin Laden's] grievance in no way justifies the bombing. But we ought not close our ears to its essence, which is that the West has placed its business interests over popular sovereignty in the Middle East for 80 years.

Quelle: The 80-Year Problem

At the end of World War I, demand for fuel advanced quickly while the quality of fuel declined as lower quality reserves were brought into the market. Geologists estimated that only 20 or 30 years worth of oil were left in the U.S. and a “gasoline famine” was possible or even likely. (White, 1919; Smith, 1920). The USGS estimated US oil reserves at seven billion barrels while consumption was at 330 million barrels per year and rapidly increasing. (Scientific American Sept. 20 1919). Automotive engineers worried about “a calamity, seriously disorganizing an indispensable system of transportation.” (Scientific American March 8 1919). One solution was to import foreign oil. Some would even suggest fighting for it. (Denny, 1928).

Quelle: The 1920s Environmental Conflict Over Leaded Gasoline and Alternative Fuels

A propos - um 1920 herum trat das erste Mal die Angst vor Peak Oil hervor:

“Geologists tell us that at our present rate of consumption the domestic supply of crude oil will be exhausted in less than 15 years. If we could sufficiently raise the compression of our motors … we could double the mileage and thereby lengthen this period to 30 years.” –– Charles F. Kettering

Der Artikel über die Forschung nach einem klopfarmen Benzin in den wilden 20ern zeigt (wieder einmal) das Gesetz der "unintended consequences" auf, das die Menschheit immer häufiger zu plagen scheint:

How does a corporation arrive at a public health disaster while ignoring the existence of a perfectly useful alternative? Would a heroic style of invention have avoided the pitfalls that a corporate style could not?

Leaded gasoline created enormous profits for a few people at the expense of the health of the many. The history of the Ethyl conflict shows what can happen when the precautionary principle is ignored and when the absence of negative information about a chemical is mistaken as a "clean bill of health," as Ethyl claimed it had received.

Jede Lösung eines Problems führt zwangsläufig zu anderen, zum jeweiligen Zeitpunkt unvorhergesehenen Problemen.

Labels: , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Samstag, Oktober 20, 2007

Eine kleine Parteiengeschichte der Schweiz

Kurt Imhof, der immer und überall etwas zu Besten gibt, durfte diese Woche für die Weltwoche Das Magazin schreiben. Seine These: Die Bürgerlichen Parteien sind - oh schreck - gar nicht mehr bürgerlichen Werten verpflichtet.

SVP

Mit dieser Partei ist es am Schlimmsten:

Dass die SVP das Etikett «bürgerlich» bis heute behalten konnte, negiert die Metamorphose, die die Führung dieser Partei realisiert hat. Die allermeisten rechtspopulistischen und radikalen Parteien Europas, die solche Positionen vertreten, sind neue Akteure, und niemand gesteht diesen Kräften dieses ehrwürdige Etikett der Aufklärung zu. Und natürlich finden wir Plakatierungen von der Qualität der drei und einem Schäfchen auch in anderen europäischen Ländern. Nur: Dort fristen sie das Dasein von Affichen, die in der Nacht an Mauern geklebt werden, und erscheinen nicht flächendeckend an den teuersten Standorten im öffentlichen Raum.

Quelle: WER IST BÜRGERLICH

Und jetzt folgt schweres Geschütz (recht hat er - soll mir mal eine Person bürgerlicher Gesinnung erklären, was am untengenannten bitteschön bürgerlich sei):

Jedoch: Eine Ausschaffungsinitiative, die die Sippenhaft fünfzig Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg wieder einführen will, der Kampf gegen eine imaginierte «Classe politique» in unserer Demokratie, der Kampf gegen das humanitäre Völkerrecht und zentrale Institutionen unseres Rechtsstaats, der Kampf gegen schwarze Schafe und der Personenkult – das alles kann schlicht unter keinem Titel mehr als «bürgerlich» bezeichnet werden.

FDP

Deutlich spannender ist für mich als Student der Geschichte hingegen folgende Aussage:

Das Metronom des «Bürgerlichen» in der Schweiz, die Freisinnig-demokratische Partei, begann nach der Wirtschaftskrise von 1974 über den Zürcher Flügel das zu verspielen, dem sie alles verdankte: ihren Einsatz für den Ausbau und die Perfektionierung eines Staatswesens, das der schweizerische Freisinn seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts erstrebte und ab 1848 beständig fortführte. «Weniger Staat, mehr Freiheit» dementierte Ende der 1970er-Jahre den Kern des bürgerlichen Selbstverständnisses. Wer gegen den schweizerischen Staat war, der war im 19. Jahrhundert ein Ultramontaner, ab Beginn des 20. Jahrhunderts ein Sozialist, ab dem Generalstreik ein Kommunist, in den 1940ern ein Frontenbündler oder ein Vaterlandsverräter, in den 1950ern ein PdA-Mitglied und in den 1960ern ein 68er oder ein PdA-Mitglied.

An seinen Bundesstaat liess der Freisinn nie etwas kommen, bis er es selbst tat. [...]

Doppelt blöd für diese Softie-Partei - wollen bürgerlich sein, sind es nach Imhofs Lehrbuch aber längst nicht mehr; wollen liberal sein, obwohl viele Parteiangehörige im Ernstfall auf den freien Markt pfeifen (in meinem Blog unter den Titeln "Wir unechten Liberalen" angeprangert). Kein Wunder, dass die Partei unentwegt verwirrt durch den Polit-Dschungel stolpert - wer sich selbst verleugnet kann auch nicht gewinnen!

CVP

Diese Partei wiederum hat massiv Dreck am Stecken. Erstaunlich ist die Wandlung, die die einst so konservative Partei auf dem Weg zur Bürgerpartei durchgemacht hat:

Die Katholisch-Konservativen glaubten in den 1920er-Jahren, mit dem internationalen jüdischen Bolschewismus, der SPS und der Kommunistischen Partei der Schweiz (KPS) den Antichrist vor sich zu haben. Als Reaktion darauf verbündeten sie sich 1934 mit den Frontenbewegungen für eine Totalrevision der Bundesverfassung zwecks Errichtung eines zutiefst unbürgerlichen Ständestaates.

Nicht schlecht - wer würde heute der von Leuthards und Darbellays geleiteten Partei eine solch dunkle Vergangenheit zutrauen?

SP

Da die SP sich nie als "bürgerliche" Partei verstanden hat (obwohl man - meiner bescheidenen Meinung nach - sagen kann, dass diese Partei den Geist der Aufklärung mit all den Beamten, Lehrern, Akademikern mehr denn je in ihren Reihen trägt), befasst sich Imhof nur am Rande mit ihr.

Immerhin weist auch er auf einige kritische Episoden hin wie beispielsweise den Klassenkampf-Paragraphen oder die Sympathie mit der kommunistischen Sowjetunion nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Labels: , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen