Freitag, Februar 19, 2010
Wie werde ich Grossverdiener?
Drastisch formuliert, meint Dorothee Echter, renommierter Topmanagement-Coach: "Wer nur eine glückliche Kindheit hatte, aus dem wird nix." Wobei man auch reich und unglücklich sein darf, um später Erfolg zu haben. Denn bei den Überfliegerkarrieren stehe nicht selten ein solches "Trauma" aus der Jugend Pate: Wer dann noch Intelligenz und Vitalität mitbringt, neutralisiert die verstörende Erfahrung durch eigenen Erfolg, anstatt daran zu zerbrechen - und startet durch.
[...] "Die eigenen Schwächen ausbügeln zu wollen ist wenig effektiv. Erfolg hat, wer seine Stärken ausbaut und sich Aufgaben sucht, die für ihn ein Heimspiel sind."
Quelle: Traumgehälter: Große Verdienste - manager-magazin.de
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Mittwoch, Februar 17, 2010
Fehlen uns die Produzenten?
As much as we like to think of our culture as being entrepreneurial, the reality is 99% of our top talent doesn’t seriously contemplate starting companies. Colleges crank out tons of extremely smart and well-educated kids every year. The vast majority go into “administrative” careers that don’t really produce anything – law, banking and consulting. Most of the rest join big companies. As I’ve argued many times before, big companies (with a few notable exceptions) aren’t nearly as successful as startups at creating new products.
Quelle: Every time an engineer joins Google, a startup dies cdixon.org – chris dixon's blog
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Dienstag, Februar 16, 2010
Ultrakurzkritik Eyes Wide Shut
Abgesehen davon, dass ich mehr als 10 Jahre seit der Kinopremiere gebraucht habe, um diesen Streifen zum ersten Mal zu sehen, bringt es der Kritiker auf Rotten Tomatoes süffisant auf den Punkt:
Misunderstood as a psychosexual thriller, Stanley Kubrick's final film is actually more of an acidic comedy about how Tom Cruise fails to get laid.
Quelle: Eyes Wide Shut Movie Reviews, Pictures - Rotten Tomatoes
Nebenbei: In der Szene in der Wohnung der Prostituierten habe ich für einen kurzen Augenblick den Buchtitel völlig falsch gelesen: "Introducing Scientology" anstelle von "Introducing Sociology". Wieso wohl?
Der Titel dieses Buchs stand übrigens Pate für eine Filmkritik mit demselben Titel: Introducing Sociology. A Review of Eyes Wide Shut
Labels: Film, Gesellschaft, Hollywood, Liebe, Partnerschaft, Sex
Freitag, Februar 12, 2010
Anecken gehört dazu
Ironically, by procrastinating on the difficult choices, by trying not to get anyone mad, and by treating everyone equally “nicely” regardless of their contributions, you’ll simply ensure that the only people you’ll wind up angering are the most creative and productive people in the organization.
Quelle: The Benefits of Pissing People Off
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Freitag, Februar 12, 2010
Sie sind Helden
I did something today that Indiana Jones would have been impressed by. I just took my corpulent, over indulged, out of shape, one glass of wine too many, sorry ass up a mountain to visit a group of men, women and children living in the most difficult circumstances that you could possibly imagine. These people were...absolutely real! You would have loved the eyes of the women with their corn cob pipes. I would rather spend ten minutes with any one of them than have an opulent lunch with Ben Bernanke. I guess Ben and Tim and Henry or any one of those fat cats on Wall Street would faint at the very idea of living the way I just saw these people living. They hike up this trail that would kill a camel and they live with almost nothing. When they want to come to town they start at 2 in the morning and walk for 8 hours on a nearly impossible path knee deep in mud. They work hard getting the little flecks of gold out of the river. They have only kitchen pans, and an old spring from a truck is their only tool for moving the big rocks. They may deserve it but nobody gives them a bonus.
Quelle: Tackling Economic Clouds
Genau dieses respektvolle Gefühl erfährt man unweigerlich, wenn man Entwicklungsländer besucht. Und sich auch mal abseits von breitgetretenen Touristenpfaden bewegt.
Der Mole National Park in Ghana war dann äusserst surreal — überall bleiche, weisse Touristen, die sich am Pool in der Mittagssonne ihren wohlverdienten Sonnenbrand holten, während ihnen Schwarze Serviceangestellte Cocktails und Softdrinks an die Liege brachten.
Labels: Entwicklungsländer, Gesellschaft
Mittwoch, Februar 10, 2010
Wer den Alltag in den USA am Laufen hält
In this area, the Latinos seem to do all the housework, the roadwork, gardening, landscaping and much of the construction. They truck, they bus, they tote and lift. They're everywhere. They don't seem to mind hard work. And they are enterprising - like real Americans! This weekend, they hustled. And each one of them probably made $500 to $1,000. In cash.
Quelle: Here Comes More Snow!
Ähnliches in New Orleans: Meine Taxi-Fahrer vom und zum Flughafen waren schwarz. Die Dame des privaten Sicherheitsdienstes, die den Eingang "Gated Skyscraper" mit dem Appartment meines Kollegen bewachte: Schwarz. Die Mehrheit der Polizisten: Schwarz. Die zwei Damen im Kentucky Fried Chicken — schwarz. Und die jüngere der beiden zudem noch hocherfreut darüber, wie ich "Macaroni" aussprach. Der Fahrer des Trams: Schwarz.
Ja, sogar während der einen Parade, die ich während ca. 20 Minuten beobachtete, waren die Cheerleaders und Musikanten schwarz. Zwischen den zwei Schulen, die an mir vorbeimarschierten, dann eine Vierergruppe weisser Cheerleader, die sich irgendwie in den Umzug geschmuggelt hatten. Diesen Eindruck machte es jedenfalls.
Anders hingegen in den etwas gehoberen Restaurants im French Quarter. Dort wurden wir mehrheitlich von jungen, weissen Amerikanern bedient. Das war schade, denn ich mag diesen extremen Südstaatenakzent, den die Schwarze Mehrheit in New Orleans von Generation zu Generation weitergibt.
Die Mehrheit der Saints setzt sich aus schwarzen Spielern zusammen — der Quarterback Drew Brees (offensichtlich der wichtigste Spieler eines Teams, was mir aber während dem Superbowl nicht wirklich auffiel) ist aber ein Weisser. Ah, und in einem in Barnes & Nobles integrierten Starbucks wurde ich auch von einer Weissen bedient. Und auf den vier Flügen (ZRH–IAD, IAD–MSY, MSY–IAD, IAD–ZRH) zählte ich nur gerade eine schwarze Flight Attendant. Der Rest war weisser Hautfarbe. Immerhin war das Video mit den Sicherheitsinstruktionen beim Hinflug politisch korrekt: Ein schwarzer, ein weisser und ein asiatischer Sprecher.
Labels: Arbeit, Gesellschaft, Minderheiten, NewOrleans2010, Rassismus, USA
Samstag, Februar 06, 2010
Immer noch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten?
There is no resistance. Nobody thinks anymore, they just follow silly rules and procedures. I was just on a trip outside the US with a group of older people. We traveled around other countries with no problem. But coming back to the US was a hassle. They carefully searched all these old people...as if they really thought these folks posed a threat to homeland security.
Quelle: Not Questioning Authority
Labels: Gesellschaft, Reisen, Sicherheit, Terror, USA
Dienstag, Januar 26, 2010
Völlig Risikoscheu
our goal in most aspects of life is to increasingly and arbitrarily discard the risky—and therefore often unsuccessful—paths in our work and to pay attention only to the provably-successful paths. By my observation, this practice is increasingly common in all facets of Western life. In short, risk is quite systematically and perhaps literally being bred out of our intellectual arsenal.
Quelle: Design View / Andy Rutledge - Again With the Risks
Wieso diese Risiko-Aversion so schlecht ist? Reist man nach Afrika, China oder Indien, realisiert man äusserst rasch, wie hart dort der Wettbewerb zwischen den einzelnen Menschen spielt. Mit unserer Risiko-Aversion und unserem Sicherheitswahn sind wir Westler kaum mehr auf die Realität im angebrochenen 21. Jahrhundert vorbereitet. Dieses Jahrhundert gehört den Abermillionen, deren Länder sich gerade industrialisieren — und die täglich, von Kindesbeinen an um ihr Überleben und das wirtschaftliche Wohlergehen kämpfen müssen. Sie sind trainiert, Risiken einzugehen und erachten dies als selbstverständlich — denn bei 999'999'999+ Landsleuten um einen herum realisiert man rasch, dass man völlig entbehrlich ist. Packe ich etwas an, gibt es garantiert jemand anderes, der es zumindest versuchen wird. Abgesehen davon ist man in solchen Regionen tatsächlich weniger "wertvoll" — schliesslich haben die Eltern nicht hunderttausende Franken in die Ausbildung und Gesundheit ihrer Zöglinge investiert. Eine Investition, die es um jeden Preis vor Schaden zu schützen gilt.
Labels: Afrika, China, Gesellschaft, Indien
Donnerstag, Dezember 31, 2009
Nach dem Minarett- nun das Kamelverbot
Es gibt kaum Minarette bei uns. Ebenso gut hätte man die Kamele in der Schweiz verbieten können, die auch irgendwie muslimisch sind.
Quelle: «Ich lasse mir mein Land nicht wegnehmen» - Schweiz: Standard - bernerzeitung.ch
Lesenswerter Artikel zum Beginn der neuen Dekade ...
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Sonntag, Dezember 27, 2009
Äusserst beunruhigende Aussichten
Coming right to the point, the fixers face not just one crisis, but many. They have a growth model that no longer works. They have aging populations and social welfare obligations that can't be met. They have limits on available resources, including the most basic ones - land, water, and energy. They have a money system headed for a crack-up, and an economic theory that was only effective when it wasn't necessary. Now that it is needed, the Keynesian fix is useless. If a recovery depends on borrowed money, what do you do when lenders won't give you any?
Quelle: Economists With Their One-stop Solution: Stimulate Consumer Spending
Ich werde es garantiert noch erleben, wenn uns der Scheiss um die Ohren fliegt ...
Bonner geht in einem früheren Artikel noch etwas genauer auf das "Problem" ein:
With 6 billion people now competing for stuff, the whole idea of having a lot of stuff is being called into question. In the first place, there's not enough stuff around to permit everyone to have as much as Americans - at least not without some huge technological breakthroughs. In the second place, Americans have run out of money to buy stuff. In the third place, it takes a lot of energy to make and transport so much stuff; the US no longer has access to cheap energy. And finally, the US economic model - in which growth is a result of stimulating consumers to buy more stuff - no longer works.
Quelle: Supposed to Believe Investors Can Avoid Calamities of Past by Studying Previous Market Cycles
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Sonntag, Dezember 20, 2009
An den Herrn aus dem Ruheabteil
Gestern im IC von Fribourg nach Lausanne (Abfahrt 18:55): Wir beginnen unseren Ausflug in die Romandie an eine Wohnungseinweihungsparty bei Mrs. Sophie mit einer Flasche Litschi und vertiefen uns sofort in ein lautes Gespräch über Gott und die Welt. Nach einigen Minuten weist mich der weisshaarige ältere Herr im gegenüberliegenden Abteil darauf hin, dass wir uns im Ruheabteil befinden — und deshalb gefälligst ruhig zu sein haben.
Ich entgegne ihm, dass diese speziellen Zugwaggons doch auf den Fahrplanwechsel hin abgeschafft worden seien. Er schaut mich ungläubig an und entgegnet mir: "Ha, das wüssti de!" Im jugendlichen Eifer halte ich ihm meine rechte Hand hin und fordere ihn auf, mit mir zu wetten. Darauf steigt er aber nicht ein und wendet sich wieder der NZZ zu, die er mucksmäuschenstill liest.
Ich drehe mich deshalb wieder zu den Jungs hin (Fabio schämt sich in den Boden und wird während der ganzen Fahrt kein lautes Wort mehr von sich geben) und melde ihnen triumphierend: "Jungs, in zwei Minuten können wir wieder in normaler Lautstärke miteinander reden!" Dank der Netzabdeckung von Orange dauert es dann aber doch 5 Minuten, bis ich den Presseartikel gefunden habe, auf den sich Zeitungsberichte bezogen:
Bei der Durchsetzung der Ruheregelung in den Ruhezonen stossen die Zugbegleiterinnen und -begleiter vermehrt auf zum Teil heftigen Widerstand und Unverständnis – vor allem in Zeiten mit hohem Passagieraufkommen. In diesem Zusammenhang verzeichnet die SBB einen Anstieg der Kundenreaktionen. Besonders betroffen sind dabei die einstöckigen Kompositionen des Typs EW IV und ICN. Zudem führen die Ruhezonen häufig dazu, dass in einstöckigen IC die Möglichkeit für Reservationen in der 2. Klasse so eingeschränkt ist, dass Gruppen abgewiesen oder in anderen Zügen fahren müssen. Vor diesem Hintergrund wird die SBB per kommenden Fahrplanwechsel die Ruhezonen in der 2. Klasse aufheben.
Auf Grund eines medizinischen Notfalls wird die Kondukteuse auf dieser Fahrt aber nicht bis zu uns vordringen und Billette kontrollieren. Dabei setzten wir nach der Entdeckung der Medienmitteilung alle Hoffnung in die klärenden Worte der Dame ... Wir wundern uns nämlich, wieso die Kleber nicht längst von den Scheiben abmontiert wurden.
Heute dann stosse ich auch noch auf die Sendung von 10vor10 aus dem Oktober 2009, welche ebenfalls die Abschaffung des Ruheabteils zum Thema hatte:
Sehr geehrter Herr Bünzli, es erfüllt mich mit Wohltuung, dass ich für einmal Recht hatte. Glücklicherweise nahm ich das Ruhegebot spätestens nach der Entdeckun gder Pressemitteilung nicht mehr so ernst und schwatzte in etwas leiserer Lautstärke den ganzen Weg hinüber mit meinen Kollegen.
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Samstag, Dezember 19, 2009
Junge Lehrerin kämpft für das "Grüss Gott"
Heute habe ich von einem bürgerlichen Politiker aus meinem Kollegenkreis folgendes Mail erhalten, dass angeblich von einer "jungen schweizerischen Lehrerin" verfasst wurde. Es macht derzeit — wohl nicht zufälligerweise einige Wochen nach der Abstimmung über die Minarettinitiative — die Runde durch die schweizerischen Mailboxen:
Liebe verantwortliche Landes- und Bezirksschulräte, liebe Politiker und liebe Journalisten der diversen schweizerischen Zeitschriften! Wenn wir in der Schweiz nicht mehr "Grüß Gott" sagen dürfen, gibt es nur eine Alternative: Wem dieses "Grüß Gott" nicht gefällt, der muss es ja nicht sagen, aber wen es stört, dass Schweizer untereinander "Grüß Gott" sagen, der hat das Recht, die Schweiz zu verlassen und sich in einem anderen Land niederzulassen! Schön langsam sollten auch wir in der Schweiz wach werden!!!
Zu Schulbeginn wurden in Schweizer Schulen die Kinder von ihren Klassenvorständen informiert, wie man sich in der Gesellschaft zu verhalten hätte. Grüßen, Bitte und Danke sagen, einfach höflich und freundlich sein.
Weiters wurde ihnen aber auch mitgeteilt, dass das bei uns in der Schweiz so vertraute "Grüß Gott" nicht mehr verwendet werden darf, da das die muslimischen Mitschüler beleidigen könnte. Dazu kann man als Otto Normalbürger eigentlich nichts mehr anfügen und nur mehr den Kopf schütteln.
Ich kann's gar nicht glauben. Ist aber wahr, Ihr könnt Euch gerne in der Schweiz in den Volksschulen erkundigen.
DIE EINWANDERER UND NICHT DIE Schweizer SOLLEN SICH ANPASSEN!!!
Ich bin es leid, zu erleben, wie diese Nation sich Gedanken macht darüber, ob wir irgendein Individuum oder seine Kultur beleidigen könnten. Die Mehrheit der Schweizer steht patriotisch zu unserem Land. Aber immer und überall hört man Stimmen angeblich 'politisch korrekter' Kreise, die befürchten, unser Patriotismus könnte andere beleidigen. Versteht das bitte nicht falsch, ich bin keineswegs gegen Einwanderung; die meisten Einwanderer kamen in die Schweiz, weil sie sich hier ein besseres Leben erhofften.
Es gibt aber ein paar Dinge, die sich Neuankömmlinge, und offenbar auch hier Geborene, unbedingt hinter die Ohren schreiben sollten. Die Idee von Schweizern als multikultureller Gemeinschaft hat bisher nur eine ziemliche Verwässerung unserer Souveränität und unserer nationalen Identität geführt.Als Schweizer haben wir unsere eigene Kultur, unsere eigene Gesellschaftsordnung, unsere eigene Sprachen und unseren eigenen Lebensstil.
Diese Kultur hat sich während Jahrhunderten entwickelt aus Kämpfen, Versuchen und Siegen von Millionen Männern und Frauen, die Freiheit suchten.
Wir sprechen hier Deutsch, nicht Türkisch, Albanisch, Jugoslawisch, Libanesisch, Arabisch, Chinesisch, Japanisch, Russisch, oder irgendeine andere Sprache. Wenn Sie also Teil unserer Gesellschaft werden wollen, dann lernen Sie gefälligst die deutsche Sprache! 'Im Namen Gottes' ist unser nationales Motto. Das ist nicht irgendein politischer Slogan der rechten Parteien. Wir haben dieses Motto angenommen, weil christliche Männer und Frauen diesen Staat nach christlichen Prinzipien gegründet und entwickelt haben.
Wenn Sie sich durch Gott beleidigt fühlen, dann schlage ich vor, Sie wählen einen anderen Ort auf der Welt als Ihren neuen Wohnsitz, denn Gott ist nun mal Teil unserer schweizerischen Kultur.
Wenn Sie das Kreuz in der Schule empört, oder wenn Ihnen der christliche Glaube nicht gefällt oder wenn Sie nicht bereit sind, die in der Schweiz geltenden Gesetze einzuhalten, dann sollten Sie ernsthaft erwägen, in einen anderen Teil dieses Planeten zu ziehen, er ist groß genug.
Wir sind hier glücklich und zufrieden mit unserer Kultur und haben nicht den geringsten (!) Wunsch, uns gross zu verändern. Es ist uns auch völlig egal, wie die Dinge dort liefen, wo Sie herkamen.
Dies ist UNSER STAAT, UNSER LAND, und UNSERE LEBENSART, und wir gönnen Ihnen gerne jede Möglichkeit, dies alles und unseren Wohlstand mit uns zugenießen.
Aber wenn Sie nichts anderes tun als reklamieren, stöhnen und schimpfen über unsere Fahne, unser Gelöbnis, unser nationales Motto oder unseren Lebensstil, dann möchte ich Sie ganz dringend ermutigen, von einer anderen, großartigen schweizerischen Freiheit Gebrauch zu machen, nämlich vom "RECHT, UNS ZU VERLASSEN, WENN ES IHNEN NICHT PASST!"Wenn Sie hier nicht glücklich sind, so wie es ist, dann hauen Sie ab! Wir haben Sie nicht gezwungen, herzukommen. Sie haben uns darum gebeten, hier bleiben zu dürfen. Also akzeptieren Sie gefälligst das Land, das SIE akzeptiert hat. Eigentlich ganz einfach, wenn Sie darüber nachdenken, oder?
Wenn wir dieses Schreiben an unsere Freunde (und Gegner) weiterleiten, dann werden es früher oder später auch die Reklamierer in die Finger bekommen.
Versuchen könnte man's wenigstens.
Egal, wie oft Ihr es empfangt... sendet es einfach weiter an alle, die Ihr kennt!
Braucht es ein Studium der Geschichte, um hier an einigen Stellen zu stocken und Quellenkritik anzubringen? Mir ist folgendes aufgefallen:
- Der Schreibstil entspricht vollkommen nicht einer "jungen schweizerischen Lehrerin", die in deutscher Sprache geschult sein sollte. Unter anderem sind mir die vielen Apostrophs ins Auge gestochen. Das ist kein schöner Schreibstil. Und das scharfe S (ß) braucht hierzulande niemand, Sie Landesveräterin! Bitte stellen Sie auf Ihrem Computer doch "Deutsch (Schweiz)" als Standardsprache ein — falls Sie wirklich aus der Schweiz Propaganda betreiben. Ach ja, und nach den Satzzeichen wie dem Punkt schreibt man konsequent ein Leerzeichen.
- Ich kann mich nicht erinnern, wann mich jemand mit "Grüss Gott" begrüsst hat. Und das ist auch gut so — Gott hat im 21. Jahrhundert in einer Begrüssung absolut rein gar nichts verloren.
- Haben wir in der Schweiz "Schulvorstände"? Bei uns nennt man das doch Schulleitungen und Schulkommissionen ...
- Ich kann mich nicht erinnern, dass in einem Schulzimmer, das ich in den letzten 29 Jahren gesehen habe, jemals ein Kreuz gehangen hat. Und ich bin sehr froh darum, dass wir hierzulande nicht italienische Zustände haben.
- Die dumme Nuss von "Lehrerin" blendet geflissentlich aus, dass es in der Schweiz vier Landessprachen gibt. Dieser germanophile alldeutsche Orientierung hat unser Land bereits einmal an den Rande des Zusammenbruchs gebracht — 1914–18. Zur Erinnerung: In der Schweiz spricht man offiziell Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch.
- Die Schweiz wurde als christlicher Bundesstaat gegründet?! Wo bittesehr kommt in der Tell-Saga Gott vor? Was für ein Bullshit. Ausserdem leben wir nicht mehr 1291, sondern 2009 — Ewiggestrige sollten den Gesellschaftswandel — wenn schon nicht akzeptieren — zumindest zur Kenntnis nehmen. Als 1980 Geborener darf ich ohne zu Lügen behaupten, dass Gott überhaupt nicht Teil "meiner" Kultur ist.
- Ich frage mich sowieso, wie viele der Minarettverbieter jeden Sonntag in die Kirche pilgern und am Mittagstisch ein Gebet sprechen. Die Zahl wird sich in Grenzen halten.
- Abgesehen davon, dass wie überall in rechtspopulistischen Kreisen behauptet, in der Schweiz keine homogene Kultur existiert — ein St. Galler unterscheidet sich markant von einem Deutschfreiburger, der Romands hat ein völlig anderes Weltbild als der Appenzell-Innerrhoder.
- Wieso Multikulturalität unsere Souveränität "verwischt", muss man mir bitteschön noch jemand genauer erklären.
- "Millionen von kämpfenden Männer und Frauen"? Gut, dass die Frauen offensichtlich gekämpft haben, aber es war auch richtig schweizerisch, ihnen bis in die 1970er das Stimm- und Wahlrecht vorzuenthalten. So sind wir halt, wir vorbildlichen Schweizer.
Alles in allem habe ich das Gefühl, dass dieses Mail aus Deutschland — Bayern vielleicht — oder aus dem rechtspopulistischen Kärnten stammt, welches von den erzkatholischen Patrioten (und nicht von Juden, Muslimen oder Atheisten) ja mittlerweile lehrbuchmässig zu Grund gerichtet wurde. Es scheint, dass einige Passagen, bspw. diejenige über die Souveränitat des Volkes, erst anschliessend von einem Zweitautor hinzugefügt wurde, damit es auch in der Schweiz versendet werden konnte.
Meine Gedanken zur Religion im schweizerischen Alltag
- Religion gehört nicht ins Schulzimmer, Religion gehört auch nicht in den Alltag — Religion gehört in die eigenen vier Wände. Insbesondere gehören die christlichen Feiertage allesamt abgeschafft.
- Sonderbehandlungen von strengläubigen Katholiken, Reformierten, Muslimen, Juden, Buddhisten und Mitgliedern sonstiger Freikirchen und Sekten gehören abgeschafft. Sei es bezüglich Feier- und Sonntagen, sei es bezüglich dem Schwimmbadbesuch oder sonstigen angeblichen "Konflikten" mit dem Glauben.
Nachtrag
Es ist wirklich ein Hoax, sprich ein seit Jahren (!) zirkulierender Kettenbrief mit Ursprung in Österreich:
Immer wieder tauchen Falschmeldungen auf, wonach es an manchen Linzer Schulen Kindern verboten sei, "Grüß Gott" zu sagen. Recherchen des Landesschulrats ergaben, dass das absolut unzutreffend sei.
Quelle: "Grüß Gott" an Schulen verboten?
Labels: Bildung, Erziehung, Gesellschaft, Gott, Islam, Politik, Religion, Schule, Schweiz
Samstag, Oktober 31, 2009
Wie man Introvertierte behandelt
Früher nannte man sie ausschliesslich Introvertierte, heute fallen durchaus auch Computer-Geeks in diese Kategorie:
- Respect their need for privacy.
- Never embarrass them in public.
- Let them observe first in new situations.
- Give them time to think. Don’t demand instant answers.
- Don’t interrupt them.
- Give them advanced notice of expected changes in their lives.
- Give them 15 minute warnings to finish whatever they are doing before calling them to dinner or moving on to the next activity.
- Reprimand [massregeln] them privately.
- Teach them new skills privately rather than in public.
- Enable them to find one best friend who has similar interests and abilities: encourage this relationship even if the friend moves.
- Do not push them to make lots of friends.
- Respect their introversion. Don’t try to remake them into extraverts.
Quelle: On Introversion
Labels: Charakter, Gesellschaft, Leben
Donnerstag, Oktober 29, 2009
Mehr japanische Tugenden für schweizerische Putzjobs
In Japan, even ordinary jobs such as cleaning and cooking are filled with this craftman’s spirit. It is is common sense in Japan.
Quelle: iA » Kenya Hara On Japanese Aesthetics
Labels: Arbeitsleben, Asien, Design, Gesellschaft, Japan, Kultur, Kunst
Mittwoch, September 30, 2009
Photoshopped? Bald mit Pflicht-Hinweis!
In case you hadn’t heard, earlier this month fifty politicians put a law in front of French parliament under which digitally manipulated images would bear the somewhat rueful label “Retouched photograph aimed at changing a person’s physical appearance.” The goal is essentially one of public health and consumer expectation: don’t try looking like this at home.
Quelle: Subtraction.com: The Meaning of Photoshop
Ich sehe die Mehrheit aller Plakatreklamen mit solchen Hinweisen verunstaltet. Fürchterlich, dabei haben diese Magersuchts-Models doch überhaupt nichts Verwerfliches an sich!
Die Franzosen könnten dieses Gesetz noch derart auf die Spitze treiben, dass man wie bei den Zigaretten mindestens 50 % des Plakats mit diesem Hinweis zupflastern müsste.
Labels: Frankreich, Gesellschaft, Kunst, Medien, Photographie, Politik, Werbung
Dienstag, September 29, 2009
Jahrgang 1979
Dass wir erfolgreich werden würden, war von Anfang an klar. Wir waren eine Generation, die gefördert wurde. Ähnlich wie die Kinder von heute, aber wir trugen keinen Helm beim Fahrradfahren. Wir hatten Ballettunterricht, Musikunterricht, Reitunterricht. Notfalls auch Nachhilfeunterricht, denn — und das war die vielleicht deutlichste Lektion, die uns unsere Eltern mit auf den Weg gaben, das vielleicht einzige Mal, dass sie den Mahnfinger erhoben — Ausbildung ist alles. Sie ist der Schlüssel zu sozialem Aufstieg, zu einem geglückten Leben.
Quelle: Das Magazin » Wir Dreissigkäsehochs
Auch wenn ich aus der Jahrgangslese 1980 stamme, habe ich genau dieselbe Leier auch gehört.
Wir haben fröhlich und ausgiebig PhilI-Gänge studiert, weil wir nicht das Gefühl hatten, den Abschluss wirklich zu brauchen. Zu sehen, wie die angestrengten Jus- und Wirtschaftsstudenten heute Jobs annehmen müssen, die sie auch ohne das Liz gekriegt hätten, freut uns ein kleines bisschen.
Und dann auch das noch:
Haben wir mal den Job, den wir wirklich wollen, arbeiten wir bis zum Umfallen. Denn dann ist der Job nicht mehr Arbeit, sondern Erfüllung und Selbstverwirklichung und -darstellung.
Das Wichtigste im Leben sind unsere Freunde. Sie sind uns heilig. Freundschaft ist unsere Religion, die Bar unsere Kirche, Bier unser Wein. Unsere vielen Freunde sind der Grund dafür, dass wir am liebsten nur 80 Prozent arbeiten. Sie fangen uns auf zwischen Vereinzelung und Kollektivdruck. Sie sind der Fixpunkt, sie sind die Heimat für uns globale Nomaden.
Labels: Eltern, Gesellschaft, Kinder, Kindheit, Konsumgesellschaft, Leben, Lebenshilfe, Schweiz
Montag, September 28, 2009
Irrsinn der Generation Internet
"After cunning [???] through nearly 43'000 pictures taken at a scene by the students at a dorm party they have determined that the fire was an accident." — "We were able to reconstruct every second of the event. [...] We have around 24'000 Photos of the cigarette falling out of his hand from 14 different angles."
Labels: Funny, Gesellschaft, Internet, Jugend
Freitag, September 25, 2009
Lasst nur noch Männer Medizin studieren! Oder?
Es wäre demnach in unser aller Interesse, bei der Zulassung zum Medizinstudium Männer zu bevorzugen.
Quelle: Arlesheim Reloaded. Mäuse schultern Elefanten. - Bevorzugt beim Medizinstudium Männer
Hmmm. Aber kann man das denn nicht bei allen Studiengängen sagen? Schliesslich lässt sich das "Phänomen" Teilzeitarbeit nicht auf Medizinstudentinnen beschränken, sondern trifft auf einen Grossteil aller Frauen zu, die Ausbildungen absolviert haben (was ich hier überhaupt nicht als wertend festhalten möchte). Deshalb müsste man - Manfred Messner folgend - konsequenterweise Frauen zurück an den Herd verbannen, wie das die prinzipientreue Jasmin Hutter derzeit gerade demonstriert. Nur so kann man der Verschleuderung von "Staatsgeldern" entgegenhalten.
Nun, ich persönlich habe überhaupt nichts dagegen, wenn Frauen Teilzeit arbeiten. Und noch sympathischer erscheint mir (derzeit, weit weg von familiären Verpflichtungen), wenn auch Männer Teilzeit arbeiten und sich an ein, zwei Tagen in der Woche um den Nachwuchs kümmern. Wenn die junge Familie sich so über Wasser halten kann, wen soll das dann gross stören?
Ketzerisch gefragt: Für was liessen wir Ärztinnen Vollzeit arbeiten, wenn es nach dem Aussterben der Alten keine Kinder mehr zu pflegen gäbe? Respektive: Wir könnten dieser Logik folgend den Ärztinnen ja auch einfach verbieten, Kinder zu kriegen. Darauf sollen sich eine andere Bevölkerungsschicht spezialisieren. Tönt mir alles ein wenig ... zu sehr marktwirtschaftlich.
Wenn man das Problem bereits im Ursprung marktwirtschaftlich angehen würde, müssten die Studiengebühren derart auf ein exorbitantes Niveau gesteigert werden, dass ausgebildete Ärztinnen nicht darum herum kämen, 100 oder gar 120 Prozent zu arbeiten - und zwar bis ans Lebensende - um die angelaufenen Studienkosten abzuzahlen.
Und schlussendlich hat noch niemand gefragt, ob denn Ärzte, die 100 Prozent arbeiten (was nicht 42 Stunden, sondern 60 und mehr Stunden die Woche entspricht) denn 40 Prozent bessere Leistungen bringen als Ärztinnen, die 60 Prozent arbeiten. Ich bin ja wohl nicht der erste, der gehäufte Fehldiagnosen und Kunstfehler mit überarbeitete Belegschaftsärzten in Verbindung bringt. Rechnet sich das ganze dann immer noch?
Fazit: Ich glaube, wir fahren einfach mal so weiter wie gehabt. Wenn wir das Gesundheitssystem schliesslich derart zurechtrationalisiert haben, dass nur noch die pöhsen, pöhsen teilzeitarbeitenden Ärztinnen ein Problem darstellen - ja nun dann sind wir sowieso bereits im Paradies angelangt.
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Donnerstag, September 17, 2009
Die Mär vom Nutzen der Boni
Geniales Video - selbst wer diese 20 Minuten nicht hat, sollte die Präsentation von Dan Pink trotzdem schauen. Ultrakurzzusammenfassung:
- Das Gerücht, dass Menschen in Wissensgesellschaften produktiver sind, wenn sie für ausserordentliche Arbeiten finanziell belohnt werden, ist falsch. Die Wissenschaft kann seit 40 Jahren nicht nachweisen, dass Boni und dergleichen zu besseren Leistungen führen. Wieso die Superhirnis in der UBS ihrem Ospel 18 Millionen Boni gezahlt haben, wird - neben dem mittlerweile offensichtlich gewordenen Missmanagement - hier noch doppelt fragwürdiger.
- Das wichtigste Gut für Wissensarbeiter ist Autonomie. Keine Sitzungen, keine engen Zeitpläne - dafür das Selbstbestimmungsrecht, wo, wann und wie man etwas tun will. Nur, indem man Arbeiter von äusseren Zwängen befreit, kann sich deren Hirn entfalten (kommen wir hier schon ins Anarchistische hinein?!)
- Aus meiner Sicht spricht dieses Video auch sehr stark für die Einführung eines Grundeinkommens. Gerade ein solches Grundeinkommen würde diese offensichtlich so nutzbringende Autonomie innerhalb der ganzen Gesellschaft etablieren lassen. Die grösste Gefahr wäre das Müssiggängertum - doch als Optimist, wie ich in solchen Dingen bin, sähe ich eine kreative Explosion.
Und ja, natürlich kenne ich Atlassian - wusste aber nichts von deren Fedex Day mit dem Motto "You have to deliver in one day!"
Labels: Arbeitsleben, Banken, Boni, Finanzen, Gesellschaft, IT, Soziologie, UBS, Wissenschaft
Donnerstag, September 10, 2009
Amerikanische Zustände
Schmerzensgeld wegen fahrlässiger Körperverletzung: Weil ein Brückengeländer in seiner Gemeinde unter einem 115 Kilo schweren Deutschen zusammenbrach, muss ein Bürgermeister in Österreich Strafe zahlen. Das will er nicht auf sich sitzen lassen.
Amerikanische Zustände - und dies in doppelter Hinsicht: Einerseits eilen wir den Amis in Siebenmeilenstiefeln hinterher und werden immer fetter (meinen Artikel Sauft mal Wasser! scheinen gewisse Risikopatienten aus meinem Kollegenkreis immer noch nicht zu herzen genommen zu haben), andererseits klagen wir anscheinend auch immer häufiger. Wohl nicht nur, weil unsere Hochschulen immer mehr Juristen produzieren, die sich ja irgendwie den Lebensunterhalt verdienen müssen, sondern auch, weil bei jedem Unfall und Missgeschick jemand schuld sein muss - also koste es was es wolle ein Schuldiger gefunden werden muss.
Labels: Gemeinden, Gesellschaft, Jura, Unfall
Donnerstag, September 03, 2009
Pensionierung aus wirtschaftlicher Sicht
Florida is a state where people go to retire. It is where people go when they stop producing and begin consuming.
Quelle: Americans Have No Money to Spend Because They Already Spent It!
So habe ich mir das noch nie überlegt ... aber wie treffend es doch ist!
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Freitag, August 28, 2009
Wieviel Gewinn brauchen wir?
Bill Bonner stellt heute ein ganz philosophische Frage:
Who among our dear readers needs to earn 15% on his money...rather than, say, 5%? Will anyone starve to death if his stocks don't go up?
Quelle: Ben Bernanke is No Hero
Labels: Alltag, Finanzen, Gesellschaft, Leben
Montag, August 24, 2009
Zutreffende Prophezeiung über die Stromzukunft
"Wir sehen die Zeit kommen, da die elektrischen Kraftleitungen unseren Erdboden durchziehen werden, wie jetzt die Telegraphendrähte die Luft, die Gas- und Wasserleitungen den Untergrund der Städte, da jedem Handwerker, Gewerbetreibenden und Fabrikanten die Möglichkeit geboten ist, mittels Druck auf den elektrischen Knopf die ihm nothwendige und nützliche Kraftleistung zu erhalten, Lasten zu heben, Maschinen in Bewegung zu setzen, Vehikel mit elektromotrischer Triebkraft zu versehen."
Quelle: Initiativtext von 1892, zitiert nach Gugerli: "Redeströme. Zur Elektrifizierung der Schweiz 1880-1914", Zürich 1996, S. 249.
Labels: Elektrizität, Gesellschaft, Schweiz, Strom
Montag, August 24, 2009
Tausendjähriges Friedensreich
Far from causing us to become more violent, something in modernity and its cultural institutions has made us nobler. In fact, our ancestors were far more violent than we are today. Indeed, violence has been in decline over long stretches of history, and today we are probably living in the most peaceful moment of our species' time on earth.
[...] why do so many people imagine that we live in an age of violence and killing? The first reason, I believe, is that we have better reporting. As political scientist James Payne once quipped, the Associated Press is a better chronicler of wars across the globe than were 16th-century monks.
Quelle: Greater Good Magazine | Why is There Peace?
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Dienstag, August 18, 2009
Arbeiten bis der Notarzt kommt
Doch heute sind vor allem auch das mittlere und untere Management betroffen. Globaler Wettbewerb, Druck der Shareholder, Leistungsverdichtung und ein veränderter Führungsstil brachten Arbeitszeiten wie im Manchester-Kapitalismus.
[...] Gleichwohl behaupten Manager oft, die Familie sei ihnen das Wichtigste, die Quelle ihrer Kraft. Wissenschaftler sind da skeptisch: Viele Führungskräfte seien emotional oft stärker an ihr Unternehmen als an ihre Familie gebunden.
Quelle: Familie: Krise an der Heimatfront - manager-magazin.de
Wem's Spass macht und wer's wirklich braucht ... Nur zu!
In modernen Industriegesellschaften arbeiten Hochqualifizierte immer länger, Geringqualifizierte immer weniger. Man hat Zeit oder Geld. Ein Phänomen, das der schwedische Ökonom Staffan B. Linder bereits in den 70er Jahren beobachtet hat: Gesellschaften seien entweder reich an Gütern oder reich an Zeit.
Wenn Geschäftspartner kommen, präsentiert Dietrich Möller gern seine eloquente Frau - und sich als modernen Vater. Er habe als Erster seinen Sohn gewickelt. "Es war dann allerdings das einzige Mal", so Julia Möller.
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Sonntag, August 16, 2009
Experiment Grundeinkommen
But giving them money? "An idiotic idea," says Lüttwitz, insisting that it isn't the right way to teach them to be hardworking.
[...] Parents are now able to pay tuition, and the proportion of children attending school rose to 92 percent last year. The school has used the additional revenue to buy paper, pens and ink for its printers. The rate of malnourishment among the children has plunged from 42 to 10 percent. The local police crime statistics show a decline in theft and poaching. People with AIDS are responding more effectively to treatment, now that their nutritional needs are being met more consistently. "Suddenly the children were wearing shoes," says the teacher. A man went to see Dirk and Claudia Haarmann. Beaming from ear to ear, he asked: "Don't you see?" They asked him what he meant. "Don't you see? I now have trousers and a t-shirt. I am now a person."
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Montag, Juli 27, 2009
Projektionsfläche Prostitution
Ein (vielleicht auch für Männer) lesenswerter Text, der ebenso gut ins kontradiktorische Portfolio der Weltwoche passen würde:
Aber als ich einmal einer Repräsentantin einer NGO empfahl, wirklich mit Sexarbeiterinnen zu reden, entgegnete sie: «Wir müssen nicht mit Prostituierten reden, um zu wissen, was Prostitution ist.»
[...] Feministinnen gehen davon aus, dass es besser wäre für diese Frauen, zu Hause zu bleiben. Migration und Prostitution sind für sie per definitionem immer erzwungen, und jede Thailänderin, die einen älteren Deutschen heiratet, ist per definitionem ausgebeutet.
Quelle: «Diese Frauen sind nicht naiv» (Panorama, NZZ Online)
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Freitag, Juli 24, 2009
USA: 5 Jahre lang keine neuen Jobs mehr
The Census Bureau predicts that the U.S population will grow over five years. But the numbers of new jobs will remain static. [...]
This job-stagnation is a recipe for all sorts of bad things at the local, state and national levels. Government budgets won't balance, so I guess we can plan on more "cost saving" measures such as releasing prisoners early and closing schools. Yep, that's how to build a great nation... More criminals and fewer well-educated citizens.
Quelle: Federal Reserve Predicted that U.S. Unemployment Rate Would Surpass 10%
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Donnerstag, Juli 23, 2009
Minimallöhne
Die Österreicher drüben bei Mises möchten den Verfechtern von Minimallöhnen den Wind aus den Segeln nehmen:
Every person has a unique set of skills, competencies, strengths, and weaknesses that will only be revealed through their activity in the market. Job training and skills assessments may be able to match people with suitable employment to some degree, but the search mechanism inherent in the labor market is a low-cost way of accomplishing the same result more efficiently.
Quelle: The Hidden Costs of a Minimum Wage - Art Carden - Mises Institute
Das mag vielleicht auf Stufe Akademiker (oder Fachkräfte) nicht nur gut tönen, sondern auch realistisch sein - aber ehrlich: Was soll ein Hamburgerbrater bei McDonalds bittesehr an "unique set of skills, competencies, strengths" offenbaren?! Merkt er vielleicht, dass er doch lieber VWL-Blogger geworden wäre? Bei der Lektüre solcher Werke bemerkt man endlich mal wieder mal die theoriegeilen Fachidioten in ihrem Elfenbeinturm.
Eindeutig Zeit, mich wieder hinter die Lektüre von Linksradikalismus in der deutschen Schweiz 1914-1918 zu setzen.
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Mittwoch, Juli 22, 2009
Auf den Schultern von Chinesen
We all know that there's no fucking way in the world we should have microwave ovens and refrigerators and TV sets and everything else at the prices we're paying for them. There's no way we get all this stuff and everything is done fair and square and everyone gets treated right. No way. And don't be confused -- what we're talking about here is our way of life. Our standard of living. You want to "fix things in China," well, it's gonna cost you. Because everything you own, it's all done on the backs of millions of poor people whose lives are so awful you can't even begin to imagine them, people who will do anything to get a life that is a tiny bit better than the shitty one they were born into, people who get exploited and treated like shit and, in the worst of all cases, pay with their lives.
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Montag, Juli 20, 2009
Wer gewinnt eigentlich beim Wertschriftenhandel?
Trading is not only a zero-sum game, it's a game of chance. Traders lose money about as often as they make it. Of course, normally, the traders at the big banks have an advantage; they are not idiots. They make money by taking it away from the amateur traders, who are idiots.
Quelle: JPMorgan and Goldman Sachs Making Billions in Profits
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Mittwoch, Juni 17, 2009
Jetzt soll ich ein Krisenkind sein ...
Den Namen finde ich etwas unpassend. Generation Internet gefiele mir bedeutend besser ...
Die 20- bis 35-Jährigen, sie sind Krisenkinder. Und an manchen Begriffen lässt sich dieses Lebensgefühl festmachen. Ehrgeiz ist einer davon, auch Schulden, Mut oder Handy-Fotos. Und das unscheinbare Wörtchen "Vielleicht" - weil morgen schon nicht mehr stimmen muss, was heute noch richtig ist.
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Montag, Juni 08, 2009
Wider die Profitabilität und die Effizienz
Vielen ist die Steigerung der Produktivität der wichtigste Lebensinhalt geworden, auf dass morgen noch mehr Güter gekauft werden können, die kein Mensch braucht. Fast scheint es so, als ob Muße aus unserem Wortschatz verschwunden wäre. Das schreit förmlich nach einer Revolution - in Bildung, Kunst und Kultur.
Quelle: FTD.de - Das Kapital: Zeit für eine richtige Krise - Marktberichte Aktien
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Dienstag, Juni 02, 2009
Wider die religiösen Feiertage
Weihnachten geht ja noch, die ist dank dem Weihnachtsmann in profane Hände übergegangen. Doch Ostern, Auffahrt, Pfingsten und Allerheiligen sind doch völlig überflüssig. So wie der 1. Mai. Eine Woche mehr Ferien würden die kirchlichen Feiertage bei weitem aufwiegen.
Quelle: Arlesheim Reloaded. Mäuse schultern Elefanten. - Jedes Jahr dieselbe Zwangspause
Recht hat er, unser Arlesheimer Blogger. Aus liberaler Sicht (Religionsfreiheit) müsste man das sofort befürworten - aber auch aus marktwirtschaftlicher Sicht würde dies Sinn machen (und der Initiative für 6 Wochen Ferien pro Jahr in die Arme spielen): Wenn jeder selber bestimmen kann, wann er diese zusätzlichen fünf Tage frei nehmen will, könnte man eine bessere Verteilung hinbringen. Wären die Staus vor Ostern Geschichte? Nun, wollen wir nicht gleich ganz so euphorisch sein: Die Schulferien bestimmen für viele Familien massgeblich, wann man in die Ferien reist und wann nicht. Doch für unsereiner Twens, die den Kindersegen noch nicht erfahren haben, wäre es durchaus ein Vorteil. Und auch für die Herren und Damen der Schöpfung, deren Zöglinge bereits ausgeflogen sind.
In verwandter Sache: Wussten meine Leser übrigens, dass die französischen Aufklärer einen neuen Kalender erfanden und einsetzten? Leider ist das Projekt mit 10-tägigen Dekaden statt 7-tägigen Wochen grandios gescheitert - obwohl es von Säkularität nur so strotzte: Französischer Revolutionskalender.
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Montag, März 30, 2009
Immer diese BWL-Studis ...
Wirtschaftsstudenten schummeln in Prüfungen öfter als Studenten anderer Fachrichtungen. Angeblich wollen sie nur effizient lernen. Warum bei ihnen in Sachen Ethik akuter Handlungsbedarf besteht.
Quelle: FTD.de - Früh übt sich: Moral der Studenten im Sinkflug - Karriere
Ich sehe zwei Gründe hinter dieser Entwicklung: Erstens haben die BWL-Professoren die Prüfungen dahingehend rationalisiert, dass oftmals Multiple Choice-Fragebögen verteilt werden. Logisch, dass es in solchen Prüfungen einfacher ist, abzuschreiben und zu schummeln als beispielsweise beim Verfassen eines Aufsätzchens. Zweitens tummeln sich heutzutage in den BWL-Studiengängen Krethi & Plethi, was mich seit längerem dazu verleitet, dieses Fach als das "KV unter den Studiengängen" zu betiteln ...
Nebenbei: Ich wage es hier gar nicht auszusprechen, aber vor kurzem hat mir ein angehender Wirtschaftsinformatiker (hoffentlich mehr zum Spass als im Ernst) 3'000 Franken angeboten, wenn ich ihm seine Bachelor-Arbeit schreibe ...
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Freitag, März 27, 2009
Schlafwandelnd am Abgrund
Zuerst kam die Debatte über das Waldsterben, einige Jahre später die Warnung vor dem Klimawandel - doch gegen einen geomagnetischer Sturm scheinen solche Horrorszenarien eine Gute-Nacht-Geschichte auf SF1 zu sein:
The report outlines the worst case scenario for the US. The "perfect storm" is most likely on a spring or autumn night in a year of heightened solar activity - something like 2012. Around the equinoxes, the orientation of the Earth's field to the sun makes us particularly vulnerable to a plasma strike.
Quelle: Space storm alert: 90 seconds from catastrophe - space - 23 March 2009 - New Scientist
Ob die Wissenschaftler von den Klimatologen gelernt haben (im neoliberalen Volk da draussen herrscht ja die Meinung vor, dass solche Schauermärchen nur deshalb verbreitet werden, um neue Forschungsgelder abzuzapfen), kann ich nicht sagen. Viel wichtiger scheinen mir aber die vielfältigen Kaskaden-Effekte, die in diesem Online-Artikel schön säuberlich und eindrücklich aufgelistet werden. Tritt der Sturm tatsächlich wie erwartet ein und trifft dieser so Stromleitungen, unsere elektronischen Geräte und Kommunikationsnetze, liegt innert Minuten alles am Boden.
Wir sollten endlich akzeptieren, dass unsere technikgläubige Gesellschaft am Abgrund schlafwandelt. Kommt es hart auf hart, liegen wir mit unserem "Way of Life" schneller am Boden als jedes Buschvölkchen im Amazonas. Deshalb muss ich immer wieder schmunzeln, wenn mir Zeitgenossen als Antwort auf ungelöste Probleme an den Kopf werfen, dass es neue Wunder-Technologie schon richten werde.
Auch Hitler glaubte bis kurz vor seinem Tod, mittels Wunderwaffen eine Wende im längst verlorenen Krieg herbeizuführen. Lassen wir es nicht so weit kommen!
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Mittwoch, März 25, 2009
Geld verdienen ist wieder en vogue
Second, the massive misallocation of capital in society has also been revealed. Out goes financial engineering, in comes making money the old-fashioned way – earning it.
Quelle: Downsizing America
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Donnerstag, März 12, 2009
Rollenverteilung unter Zwillingen und Geschwistern
[...] Ist die Rollenverteilung, «Aussenminister-Innenminister», die auch bei anderen Zwillingen auffällt, typisch?
«Eigentlich nicht», sagt der Kommunikations- und Medienpsychologe Daniel Süss, «eine solche Aufgabenteilung ist bei Paaren, die in der Öffentlichkeit auftreten, häufig zu beobachten, Zwillinge bilden hier keine Ausnahme.» Üblicherweise übernehme in Zweierkonstellationen intuitiv derjenige die Kommunikation gegen aussen, der sich vor Publikum wohler fühle. «Das heisst nicht, dass der andere weniger beiträgt. Das Wissen um die Präsenz des anderen im Hintergrund stärkt denjenigen, der sich exponiert.»
Solche klare Rollenverteilungen, betont Süss, seien nicht nur bei ein- und zweieiigen Zwillingen, sondern auch unter gewöhnlichen Geschwistern im Allgemeinen üblich. «Diese Verteilung der Aufgaben vereinfacht das Familienleben.» Jüngere Geschwister nähmen in der Regel den Platz ein, den Erst- oder Vorhergeborene nicht besetzten. Ist die ältere Schwester introvertiert, wird der kleine Bruder in der Regel den extrovertierten Part spielen, und umgekehrt.
Quelle: Zwillinge unterhalten sich wie Liebespaare - News Leben: Gesellschaft - tagesanzeiger.ch
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Dienstag, Januar 27, 2009
Besonderheiten Indischer Touristen
Beim Einkaufshabitus indischer Touristen werden bisweilen zwei Merkmale beobachtet. Zum einen kommt es vor, dass indische Touristen beim Kauf eines Produktes aus Gewohnheit zu handeln beginnen. Preisablässe spielen eine wichtige Entscheidungsfunktion bei indischen Konsumenten, was einzelne Verkäufer in der Schweiz auch schon dazu verführt hat, den ordentlichen Verkaufspreis zu erhöhen, um dann dem potenziellen Käufer das Produkt mit einem Preisabschlag schmackhaft zu machen.
Dann sind Klagen über arrogantes Verhalten indischer Touristen insbesondere gegenüber dem weiblichen Verkaufspersonal zu vernehmen, das für gewöhnlich mit dem hierarchischen Kastendenken, der tiefen Stellung der Frau in Indien im Allgemeinen und der Verkäufer im Besonderen begründet wird.
Tourismusverant- wortliche betonen zudem die Wichtigkeit der Präsenz eines vermeintlichen oder tatsächlichen (männlichen) Managers, der im Bedarfsfall (meist schnell und einfach) schlichten kann.
Quelle: Der indische Tourismus in der Schweiz
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Dienstag, Januar 27, 2009
Zu viel Auswahl ist ungesund
a bewildering array of choices floods our exhausted brains, ultimately restricting instead of freeing us. We normally assume in America that more options ('easy fit' or 'relaxed fit'?) will make us happier, but Schwartz shows the opposite is true, arguing that having all these choices actually goes so far as to erode our psychological well-being.
Quelle: Choices = Headaches - Joel on Software
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Dienstag, Januar 06, 2009
Erste Prophezeiungen von 1947 über den Konflikt im Nahen Osten
Das Desaster zeichnete sich bereits 1947 ab:
We utterly deny the right of Great Britain to give away Arab land for a "national home" for an entirely foreign people.
The present catastrophe may be laid almost entirely at your door. Your government, almost alone in the world, is insisting on the immediate admission of 100,000 more Jews into Palestine—to be followed by countless additional ones. This will have the most frightful consequences in bloody chaos beyond anything ever hinted at in Palestine before.
Quelle: King Abdullah bin Al-Hussein (1882-1951)
... als Terroristen bezeichnete man damals noch die andere Seite:
It is American dollars which support the terrorists, which buy the bullets and pistols that kill British soldiers—your allies—and Arab citizens—your friends.
We in the Arab world were stunned to hear that you permit open advertisements in newspapers asking for money to finance these terrorists, to arm them openly and deliberately for murder.
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Sonntag, Januar 04, 2009
Charakterstudie über die Reichen
Reiche haben das Gefühl, über aussergewöhnliche Fähigkeiten zu verfügen. Sie schreiben die Vermehrung ihres Reichtums überwiegend persönlichen Fähigkeiten zu.
Er [ein reicher ehemaliger Bankdirektor] ist gekränkt. Sein Ego ist angekratzt, weil er nicht damit gerechnet hat, dass er die Entwicklung an der Börse falsch einschätzen könnte.
Quelle: SonntagsZeitung, 4. Januar 2009, "Reiche reagieren teils völlig irrational", S. 50.
Ganz besonders gefallen hat mir folgende Anekdote:
[Es] fand sich auch [ein Reicher], der Jugendliche aus der autonomen Szene unterstützt. Das Motiv: Hauptsache, sie sind gegen den Staat.
Da muss man sich eigentlich schon fragen, wieso sich die stadtbernischen Bürgerlichen derart gegen die Reithalle aufbäumen? Erstens wird so Geld dem pöhsen, pöhsen Staat entzogen (natürlich belässt man es am Besten beim Steuerzahler selbst, denn der weiss am Besten, für was man dieses ausgibt - Flachbildfernseher und Nespresso-Maschinen, beispielsweise), zweitens auch noch gleich in Personengruppen investiert, die bereits jetzt die Fusstruppe gegen den überbordenden Staat bilden.
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Samstag, Januar 03, 2009
Israel hat Verbesserungspotential
Erbärmlich für ein reiches, nach Westen orientiertes Land, das garantiert mit genügend klugen Köpfen bevölkert ist:
Israel has plenty of tactics for war, but none for peace
Quelle: Jonathan Freedland: Israel has tactics for war, but none for peace | Comment is free | The Guardian
Aber natürlich darf man auch weiterhin schwarz/weiss malen, und das ganze Debakel den Palästinensern in die Schuhe schieben ...
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Freitag, Januar 02, 2009
Der Alltagstrott zeigt noch kaum Anzeichen einer Wirtschaftskrise
Gleichwohl nimmt niemand die Möglichkeit des kompletten Scheiterns ernst, und in dieser Hinsicht sind Finanz-, Energie- und Klimakrise wahlverwandt. Man hält einen Zusammenbruch des Finanz- und Wirtschaftssystems einfach für unmöglich, und ebenso wenig kann man sich vorstellen, dass die fossilen Ressourcen schon in wenigen Jahren so knapp werden, dass selbst in den reichsten Ländern der Welt Bezieher von niedrigen Einkommen ihre Wohnung nicht mehr heizen können.
Gestern hat uns Fabio, der sich (kaum verwunderlich, da entsprechend investiert) auf die Seite der Optimisten, einen Gratis-Tipp gegeben: Im April 2009 solle man wieder in Aktien einsteigen - der Bullenmarkt ist nur noch einige Monate entfernt!
Ich als erklärter Pessimist schlage mich derzeit (noch?) auf Welzers Seite. Irgendwie traue ich angesichts der Entwicklungen seit September 2007 nicht, dass der "kleine Betriebsunfall" bereits überstanden ist ...
Wenn ich mich durch die Weltgeschichte bewege, sage ich mir - wie Welzer - aber doch immer wieder erstaunt:
Selbstverständlichkeiten verändern, liegt auch daran, dass die fühlbaren Veränderungen nur einen Teil, oft einen verschwindend geringen, der gelebten Wirklichkeit betreffen. Es wird chronisch unterschätzt, wie viel die Routinen des Alltags, die gewohnten Abläufe, das Weiterbestehen von Institutionen, Medien, Versorgung dazu beitragen, dass man glaubt, eigentlich würde gar nichts weiter geschehen: Busse fahren, Flugzeuge fliegen, Autos stehen im Feierabendstau, die Geschäfte dekorieren weihnachtlich.
Und doch gibt es einige dunkle Wolken am Horizont. Verschwinden sie bald, oder kommen sie rasch näher? Im April wissen wir mehr ...
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Dienstag, Dezember 23, 2008
Die Feiertage saufend überstehen
Äusserst wichtige Tipps für alle Zeitgenossen - allen voran die Romands (wer hätte das von den Permanent-Apérölern gedacht ...) - die (auch) über die Feiertage zu tief ins Glas schauen werden:
More Life 101 videos at 5min.com
Wichtigste Bemerkung des Arztes, dem die hübschen Fragestellerinnen vertrauen: Je durchsichtiger das alkoholische Getränk, desto besser verträgt es der Körper. Vodka und Sambucco, ich kooohomme! (Eigene Interpretation mit Blick auf den Sylvester-Abend in Haute-Nendaz)
Egal was man sich den Rachen runterstürzt, ein sich immerzu auffüllendes Glas Wasser sollte in der Nähe stehen (von mir bereits seit Jahren praktiziert). Hinzu kommt die von meinem Vater überlieferte Warnung "Du söusch nid müschlä!" - immer derselbe Drink, nicht durcheinander saufen, stay the course!
Und bevor man nach der durchzechten Nacht in die Federn fällt, sollte man den Nachbrand bereits vorsorglich löschen, indem man erneut möglichst viel Wasser zu sich nimmt (Nachteil: Enormer Druck auf die Blase und komische Kommentare von Kollegen bezüglich Morning Wood). Prophylaktiker werfen auch gleich noch ein Aspirin ein (läuft man im Suff in der Küche aber noch in das Messerset, hat man dann aber um so grössere Probleme mit der Blutgerinnung).
Hat man am Morgen dennoch alkoholbedingte Beschwerden, empfiehlt sich die Verspeisung eines Eis.
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Samstag, Dezember 20, 2008
Kreditor China mit Ratschlag an die USA
People, especially Americans, started believing that they can live on other people’s money. And more and more so. First other people’s money in your own country. And then the savings rate comes down, and you start living on other people’s money from outside. At first it was the Japanese. Now the Chinese and the Middle Easterners.
We—the Chinese, the Middle Easterners, the Japanese—we can see this too. Okay, we’d love to support you guys—if it’s sustainable. But if it’s not, why should we be doing this? After we are gone, you cannot just go to the moon to get more money. So, forget it. Let’s change the way of living. [By which he meant: less debt, lower rewards for financial wizardry, more attention to the “real economy,” etc.]
Quelle: “Be Nice to the Countries That Lend You Money”
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Samstag, Dezember 20, 2008
Schluss machen über Facebook, gefeuert über Twitter
Okey, letzteres nicht ganz, ich habe etwas geflunkert:
"I'll just get straight to the point. You've been affected by the layoffs."
Before I'd even finished the call, I twittered (to my private account):
"Wow. I just got fired."
Quelle: kewlchops: Not quite what I had in mind.
Die virtuelle Realität nimmt Überhand.
Immerhin kann ich jetzt die Facebook Profil-Fotos meiner Kollegen mit Apples AddressBook.app synchronisieren:
Labels: Arbeitsleben, Beziehung, Facebook, Gesellschaft, IT, Twitter
Freitag, Dezember 19, 2008
Europa kein Nährboden für Internet-Startups?
[...] all these two hour lunches over a bottle or two of great wine and general unwillingness to do whatever it takes to compete and win is the reason why all the big public Internet companies are U.S. based. And those European startups that do manage to break through cultural and tax hurdles and find success are quickly gobbled up by those U.S. companies. Skype (acquired by eBay) and MySQL (acquired by Sun) are recent examples.
Quelle: Joie De Vivre: The Europeans Are Out To Lunch
Nun ja ... Arrington mag sicherlich recht haben, dass wir Europäer dank unseren vorzüglichen Sozialversicherungen und Umverteilungsmechanismen (auch?) bezüglich Internet-Startups nicht in die Gänge kommen. Wie es rauskommt, wenn man den Amis alles nachmacht, sieht man ja exemplarisch im Bankensektor: Nach den Jahren mit Milliardenprofiten wurde der Wagen innert eines Jahres gehörig an die Wand gefahren. Daraus resultierte nicht nur Totalschaden, die Wand ist auch gleich noch eingestürzt ...
Man beachte: Wenn Skype und MySQL die einzigen Argumente sind, mit der Arrington auftrumpfen kann, fällt seine Hypothese arg in sich zusammen. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass die Mutterkonzerne eBay und Sun in den letzten Wochen und Monaten positive Nachrichten produziert haben. Von "erfolgreichen" Unternehmen möchte ich bei diesen zwei Platzhirschen nun wirklich nicht sprechen.
Man kann es auch anders rum drehen: Obwohl sich die lieben Amis abrackern wie die Affen, bringen sie es nicht auf den grünen Zweig. Eine enorme Staats- und Privatverschuldung, unzählige Working Poors, die Ghettoisierung der Unterschicht, eine marode Infrastruktur - nicht gerade Dinge, mit denen man derzeit im Ausland gut punkten kann.
Labels: Europa, Gesellschaft, IT, USA, Web
Donnerstag, Dezember 18, 2008
Pleite-Geeks in den USA
I could either sign on as a Microsoft employee or quit and go GitHub full time. At 29 years old, I was the oldest of the three GitHubbers, and had accumulated a proportionally larger amount of debt and monthly expenditure.
Quelle: How I Turned Down $300,000 from Microsoft to go Full-Time on GitHub
29-jährig und verschuldet- trotz 100%-Job in der IT-Branche? Das schafft man nur in Amerika ...
Labels: Arbeitsleben, Gesellschaft, IT, USA, Web-Entwicklung, Wirtschaft
Montag, Dezember 15, 2008
Ich nenne mein Kind Adolf Hitler
So was kann wohl nur drüben bei den Dumpfbacken passieren:
Young Adolf Hitler Campbell will be getting a cake from Wal-Mart this year.
Labels: Gesellschaft, Rassismus, USA
Samstag, Dezember 13, 2008
Rezessions-Frauen
Turns out, a lot of women who married rich men in the financial industry were in it just for the money. "Toxic wives," at least, that's what the press calls them.
"Would you still love me if I lost all my money?"
The commentators despise these women; they married men only for the money. But what's wrong with that? Money was all these men had. Besides, anyone who marries for money earns it.
"F*** no," was the reply.
Quelle: The Planet's First Worldwide Bailout
Labels: Beziehung, Finanzkrise, Funny, Gesellschaft
Freitag, Dezember 12, 2008
Ooops, ertappt!
Bei mir wird die Freundin zwar selten bekocht, noch seltener besaufen wir uns zusammen in den eigenen vier Wänden - und World of Warcraft spiele ich auch nicht um 22:30 Uhr abends. Und doch: Sie schläft plötzlich ein und ich setze mich nochmals hinter den Computer ...
My boyfriend is romancing me at 7 o’clock so that by 10:30 I’ll be knocked out, giving him the opportunity to morph into Illidan and retreat to the Ironforge, to engage in some creature-on-creature combat with thousands of his fellow nerds from around the globe.
Quelle: I Heart Nerds … WOW « Riley’s Ride
Schöne neue Welt!
Labels: Beziehung, Geek, Gesellschaft, Nerd
Mittwoch, Dezember 10, 2008
Die wirkliche Innovationskraft ist uns abhanden gekommen
Significantly, the demise of the investment banks and the demise of the automobile industry both come about due to the same factor - rather than concentrating on their core business (the safekeeping of money and the production of competitive vehicles respectively) these two industries had (like the insurance and real-estate industries) become far more focused on making money by moving money around.
It is easy (and definitely appropriate) to point at many CEOs with their outsized incomes that were paid far in excess to their actual contribution, but its worth understanding that this had become so attractive because innovation ... actual invention ... is hard. It's difficult and risky and usually costly, it requires the type of mindset that has become increasingly rare not just in the US but globally. It's usually safer just to take your paycheck and pocket the stock options, because you're sending your kids to college and you need to save for your retirement because that's the way that things are done.
Quelle: Bailouts, Burnouts and Non-Linear Innovation - O'Reilly Broadcast
Labels: Finanzkrise, Gesellschaft, Wirtschaft
Donnerstag, November 27, 2008
Beschränktheit der US-Amerikaner
Any bailout has its downsides. But if America loses its auto industry, it will lose the suppliers as well and will cease to have a manufacturing sector.
Quelle: Recession Has Only Begun
Wieso zum Teufel soll Amerika seine "auto industry" verlieren, wenn GM, Chrysler und Ford untergehen sollten? Es gibt ja immer noch unzählige andere Autohersteller wie beispielsweise BMW oder Toyota. Viele Joe Sixpacks und Rednecks haben anscheinend noch nicht begriffen, dass auch ausländische Automarken Fahrzeuge innerhalb der USA produzieren ...
Trotz dem Bankrott der Swissair und dem Verkauf der Swiss an die Lufthansa fliegen weiterhin Flugzeuge unser Land an ...
Labels: Auto, Finanzkrise, Gesellschaft, Industrie, USA, Wirtschaft
Montag, November 17, 2008
Das eMeidi-versum im MIGROS Magazin 45/2008
Die Ausgabe 45/2008 des MIGROS Magazin hatte es in sich: Einerseits kam dort auf Seite 18 Exil-Schweizer und Wahl-Kalifornier Kollege Dickreuter ausführlich zu Wort:
"Obama ist ein guter Redner. Was er bewirken kann, ist eine andere Frage"
Nicht schlecht staunte ich beim Weiterblättern, dass in derselben Ausgabe in einer Reportage auf den Seiten 118 und 119 eine andere relative Person der Zeitgeschichte (ein Begriff aus dem Medienrecht) in die Linse lächelte, die - wie es der Zufall so wollte - auch bereits hier auf think eMeidi genannt worden war ...
Vom Partyfloh zum CEO, Seite 119
Labels: Blogosphäre, Gesellschaft, Medien, Weltgeschehen
Samstag, November 15, 2008
Ich muss enorm glücklich sein
A new study by sociologists at the University of Maryland concludes that unhappy people watch more TV, while people who describe themselves as very happy spend more time reading and socializing.
Quelle: Unhappy people watch TV, happy people read/socialize | Science Blog
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Sonntag, November 09, 2008
Utopische Wege zu einer drogenfreien Gesellschaft
Moussi hatte wieder mal einen ganz besonderen Einfall und erfindet kurzerhand die Lösung auf alle Drogenprobleme unseres Landes (während sich die Gesellschaft seit Jahrzehnten die Zähne daran ausbeisst - Moussi for President):
- An der Aushebung wird man betreffend seinem Drogenkonsum befragt.
- Wer Drogen konsumiert, und sich damit aus dem Militärdienst schmuggeln will, muss ein Formular unterschreiben.
- Das Formular gilt automatisch als Schuldanerkennung und Geständnis. Entweder unterschreibt man das Formular, oder man macht Militärdienst.
- Strafanzeige gegen den potentiellen Rekruten wird erhoben.
- Arbeitgebern muss mittels Formular offengelegt werden, wieso man nicht militärdienst- und zivilschutzpflichtig ist. Drogenkonsum tut sich da besonders gut, insbesondere im Kapitel 'Zuverlässigkeit'.
Quelle: Wie man das Problem der jugendlichen Drogenkonsumenten lösen kann | Snoop InfoSystems
Nun, alles gut und recht. Doch ... was ist mit all den Werbe-Fachleuten da draussen, die für ihren Kokain-Konsum bekannt sind? Oder die armen Investment-Banker, die sich mit Aufputschmitteln und Antidepressiva vollpumpen - gerade in Zeiten von Finanzkrisen? Die armen Jungs wären doch ohne die Substanzen nicht mehr arbeitsfähig ...
Auch sehr Schade ist doch, dass in der Armee die legale Droge Alkohol immer noch hoch im Kurs ist. Leider erzählt René nicht, was er davon hält und ob er dieses Laster ebenfalls mittels brutaler Repression austreiben möchte. Dagegen kann man leider auch mit dem seligen "Formulare unterschreiben" (sowas kann nur einem Schweizer Bünzli in den Sinn kommen ...) nichts ausrichten:
Es sind schon ein paar Bier geflossen. Die Krawatte an der Ausgangsuniform sitzt locker, der Grabstein hängt neckisch über dem Hemd. Die Stimmung im Winterthurer Nachtclub Coyote Ugly wird durch die Tänzerinnen auf dem Tresen zusätzlich angeheizt.
Da überkommt es Soldatin Bea R.*: Zuerst hilft sie ihrem Kameraden aus dem Gwändli. Knöpft sein Hemd auf. Plötzlich gesellt sie sich zu den Tänzerinnen. Räkelt sich an der Stange. Die Krawatte hat sie inzwischen um die Hüfte gebunden.
Dann fallen BH und Hemd. Oben ohne tänzelt die junge Frau weiter. Unter den verdutzten Augen der Bargäste. Und vor der Linse eines Fotografen eines Ausgehportals.
Quelle: Chaos-Armee macht sich nackig
Ich will die Drogen hiermit nicht verharmlosen. Doch ich bin der festen Überzeugung, dass Leute wie Moussi auch für eine rauch-, alkohol- und medikamentenfreie Armee kämpfen sollten.
Indem man sich aber auf die pöhsen, pöhsen "Drögeler" einschiesst, vergessen einige Leute solche Schlagzeilen:
Hunderte 10-Jährige trinken sich ins Spital
Quelle: Hunderte 10-Jährige trinken sich ins Spital
Labels: Armee, Drogen, Gesellschaft, Schweiz
Freitag, November 07, 2008
Ein jeder ein Investment-Club-Gründer ...
Kurz vor der Weltwirtschaftskrise der 1930er:
And with investment-trust gains as easy as the credit which fed them, "there was no bank clerk, no stock exchange employee, no student of finance who did not honestly believe," Smitley goes on, "that he was capable of forming and managing an investment trust.
Labels: Finanzkrise, Gesellschaft, Wirtschaft
Donnerstag, Oktober 09, 2008
Auf dem Weg ins Paradies falsch abgebogen
(oder nur die Ausfahrt verpasst?)
Greed made fools of investors for many years. At its height - probably in 2006-07 - people were ready to do the damnedest things with their money. The moms and pops bought an extra house - sure it would go up. The masters of the universe sold moms' and pops' debt to each other. Rich investors gave their money to hedge fund managers - and paid them hundreds of millions for gambling it away. Others paid fortunes to executives to run companies they didn't really understand into brick walls they didn't see coming. But, for many years, everybody was getting rich; so what was not to like?
Quelle: Stocks in a Free-Fall
... und wieder andere gründeten Investment-Clubs.
But when the cycle turns from greed to fear...all that credit is like excess fuel in a crash landing. It tends to explode.
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Freitag, September 26, 2008
Was wollen Paulson, Bernanke und Bush eigentlich "retten"?
Es gibt sie noch, die Amis, die trotz den Feuergefechten und Rauchschwaden noch einen klaren Kopf behalten - und die richtigen Fragen stellen:
Our leaders maintain that without this bailout consumers will not be able to borrow money to buy cars. So what is wrong with that? We already have plenty of cars, and if we are broke, why do we need to buy more? Instead, we need drive our old cars longer, pay off our underwater auto loans, and produce more cars for export. It is also argued that without access to credit parents will not be able to borrow money to send their kids to school. That's fine by me as it will force Universities to reduce tuitions to levels families can actually afford. They will either have to cut out all of that bureaucratic fat, or go out of business for lack of customers.
Ha! Ja, wieso machen wir es eigentlich nicht so? Aber eben: Die Amis (und leider auch wir in Westeuropa) sind nicht willens, nur ein Mü unseres Lebensstandards zurückzubuchstabieren. Wenn wir diese Einstellung nicht bald ändern, wird dies unser (dann leider verdienter) Untergang bedeuten.
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Donnerstag, September 18, 2008
Wie geht's denn Hobby-Tradern jetzt?
Die Zeiten, als an den Stehtischen in der Fressgasse noch begeisterte Reden über die hohen Renditen von Derivaten und Kreditpaketen geschwungen wurden, sind offensichtlich vorbei. Kaum jemand verteidigt die globale Schacherei mit den undurchsichtigen Investments noch, die die ganze Misere überhaupt erst auslösten. "Wir stehen vor einem kompletten Strukturumbruch", sagt der Private-Equity-Profi.
Auch in meinem Kollegenkreis gab es Personen, die in den letzten Monaten und Jahren viel und ausgiebig über ihre Investments gefachsimpelt haben. Ich habe ihnen im Mai 2006 einen entsprechend pointierten Blog-Artikel gewidmet:
Besagten Kollege durfte ich kurz vor Ostern mit einem anderen Kollegen (beides BWLer) auf der Zugfahrt nach Basel Airport begleiten. Das Thema während einer geschlagenen Stunde: Aktien. Ich muss zugeben, dass ich in Basel etwas perplex aus dem Zug ausstieg. "Verflucht", dachte ich mir, "ist es wirklich so einfach, so schnell reich zu werden?". Ohne einen Finger zu rühren, indem ich Aktien in und aus meinem Portfolio auf dem Markt herumschieben würde. "Man, bin ich ein Idiot, da schufte ich mir mit zwei Jobs (Total 50%) einen ab, entwickle als Hobby ab und zu noch Web-Sites - und die sitzen im Stuhl und schauen fern, während ihr Geld für sie arbeitet".
Quelle: Mein Portfolio
Rückblickend haben meine geschätzten Kollegen mit ihren Investments begonnen, als - bildlich in us-amerikanischer Cartoonsprache gesprochen - Wile E. Coyote längst über den Abgrund hinausgelaufen war, aber noch nicht mit seinen Füssen zappelnd in der Luft hing und nach unten schaute. Spätestens jetzt ist aber dieser Moment gekommen. Abgründe tun sich auf ...
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Mittwoch, September 17, 2008
Wieso sich bei mir Schadenfreude breit macht
Für Kollege Zgräsch ist es unverständlich, wieso ich mit derartiger Verve über die Banken- und Finanzwelt herziehe. Klar habe man Fehler gemacht, aber dennoch sei es fehl am Platz, nun derart hart mit den Jungs umzugehen. Die meisten können auch nicht mehr oder weniger dafür als wir "Unbeteiligte".
Ich widerspreche! Zwar können wir das verloren gegangene Geld (war es jemals wirklich da, frage ich?) nicht wieder hervorzaubern. Doch die Millionen-Boni haben uns Normalverdiener seit vielen, vielen Jahren genervt - doch erst jetzt, wo die Krise da ist, sieht die ganze Welt, dass die Zahlungen nicht gerechtfertigt waren. Kein einziger Pfennig ihrer Boni können die Herren Bankmanager mit ihrem gnaden- und rücksichtslosen Streben nach dem Shareholder Value und den so erzielten Profiten belegen. Die Jungs waren einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort - selbst ein geistig Minderbemittelter am Ruder der Grossbanken hätte in den letzten Jahren Milliardenprofite eingefahren.
Doch nun ist die Schönwetterperiode ein für alle mal vorbei! So wie damals, als die ersten britischen Farmer in Australien realisierten, dass sie ausgerechnet in einer langjährigen klimatisch günstigen Periode an Land gegangen waren, ihre Landwirtschaftsbetriebe aufgebaut hatten - und sich das Klima plötzlich verschlechterte (notabene zum Normalzustand). Item, man merkt, dass ich Jarod Diamonds Collapse gründlich gelesen habe ... (wie treffend, dieser Titel, auch derzeit sein mag).
Und ja, ich bin mir durchaus bewusst, dass wenn die Dinge den voraussehbaren Verlauf nehmen werden, auch wir Normalverdiener wieder die Gelackmeierten sind. Diejenigen, die beim Reise nach Jerusalem-Spiel diejenigen sind, die beim der Musik noch keinen Stuhl gefunden haben. Doch gerade deshalb soll uns die Hunderstelsekunde Schadenfreude gegenüber den (selbsternannten) Masters of the Universe gegönnt sein. Die Herren des Universums, die Scheisse in Gold verwandelten und frisch von der Uni dank Microsoft Excel alle Eventualitäten und Risiken auszuschliessen versuchten. Nun, leider hat das mit Microsoft Excel (Niveau SIZ-Anwender?) nicht ganz hingehauen.
Wenn diese Hunderstelsekunde vorbei ist, sind wir dran - in Form unserer Vermögen, Pensionskassengelder und Hypotheken. It's gonna be a rough ride!
Doch genug geschwafelt, lassen wir Bill Bonner aus dem vollen schöpfen - er, der immer die passenden Sätze parat hat:
Yes, dear reader, we watch the masters of the universe go down...with a fair amount of amusement and even schadenfreude. They claimed to be the smartest people on the planet – and demanded to be paid as if they were. They said they were doing the world a big favor – “allocating capital” so efficiently we would all get rich. And, of course, no one would get richer than they. But who could complain about their billions in bonuses when we were all getting rich?
Quelle: Biggest Bankruptcy in Wall Street History
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Montag, September 15, 2008
USA: Alles verspielt und nichts gewonnen
About 75% of the $10 Trillion of debt came from Reagan, Bush I and Bush II. What did we get for that debt; not a better education system, not a better health care system, not a better mass transit system, not an alternative energy system and certainly not a better infrastructure.
Quelle: Clusterfuck Nation by Jim Kunstler : A Ripe Moment
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Dienstag, August 26, 2008
Ist Obamas Präsidentschaft wirklich derart gefährdet?
Vielleicht, ja wahrscheinlich begreife ich das us-amerikanische Volk - trotz oder gerade wegen dem hier oft anzutreffenden USA-Bashing - einfach nicht.
In Umfragen läge Obama mit John McCain etwa gleich auf, lesen wir mittlerweile allwöchentlich. Obwohl ich grundsätzlich am Erhebungsverfahren solcher Umfrage zweifle (müsste man nicht Umfragen via Mobiltelefone und Facebook machen, um Obama-Wähler anzutreffen?), sind solche Zahlen - meiner Meinung nach - sowieso unerheblich.
Rein mit den Augen eines Werbers oder eines Image-Profis betrachtet ist der Fall doch längst klar: Ich sehe einfach nicht, wie ein tattriger Greis wie McCain (ohne seine Leistung der letzten Jahrzehnte unter den Scheffel zu stellen) diesem dunkelhäutigen Idol und begnadeten Redner gefährlich werden kann. No way! McCain könnte auf der Bühne noch so sehr Purzelbäume schlagen - ausser einem kleinen Schmunzeln bleibt für den Vietnam-Veteranen nichts übrig.
Und da wären dann noch all die Clinton-Fanatics: Würden diese wirklich Obama die Stimme verwehren und dafür McCain wählen? Für mich wäre das, als ob ich anstelle einer Micheline Calmy-Rey plötzlich Christoph Blocher die Stimme geben würde. Aber eben: Vielleicht tickt in den USA alles etwas anders, etwas ... irrer.
Jedenfalls hat Obama mit Biden auch ein Zugpferd an Bord, das (hoffentlich) die Stimmen der irischstämmigen Katholiken hinter sich vereint. Und jetzt können ihn auch all die wählen, die Angst vor dem schwarzen Mann im Weissen Haus haben. Joe Biden wird im Notfall schon nach dem Rechten sehen ...
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Samstag, August 16, 2008
US-Banken und ihre Häusle
Momentan seien 775.244 Häuser im Bankenbesitz. Im vergangenen Jahr seien es noch 445.000 gewesen, teilte Realtytrac mit. Damit machen die Oreo-Immobilien inzwischen 17 Prozent des amerikanischen Bestandes an unverkauften Immobilien aus.
Quelle: FTD.de - Zwangsvollstreckungen: Amerika zittert vor Oreo - Immobilien
Es ist im Grunde ja gut, wenn man als Bank bei Hypotheken das Haus als "Sicherheit" hat (a propos: Emmenegger Susan (Hrsg.): Kreditsicherheiten). Doch ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendeine us-amerikanische Bank derzeit so richtig glücklich ist, solche "Sicherheiten" übermässig in ihrem Besitz zu haben ...
Lösung des Problems: Die eigenen Bank-Angestellten zwingen, in solche Häuser gegen eine saftige Miete wohnen zu gehen. Während der Industrialisierung hat dieser "All-Round-Service" (Job + Wohnung vom Arbeitgeber) jedenfalls bei vielen Unternehmern Schule gemacht. Wieso Arbeitnehmer nur einmal ausbeuten, wenn es auch zweifach geht?
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Donnerstag, August 14, 2008
Die SVP hätte in Italien gute Wahlchancen
In this hot summer of 2008, Italians are enjoying their vacations. They seem to be worried mainly about sports and convinced that all problems are due to crime, speculation and immigration.
Quelle: The Oil Drum | Italy like Ryanair: can it exist with oil over $ 100 per barrel?
Es scheint mir, als ob ein Ableger der SVP beim südlichen Nachbar mächtig Stimmen sammeln könnte ...
Labels: Gesellschaft, Italien, Politik
Mittwoch, August 13, 2008
Die Pille sorgt für gewaltige Fehlentscheidungen
Birth-control pills could screw up a woman's ability to sniff out a compatible mate, a new study finds.
... the best mates are those that have different MHC smells than you. The new study reveals, however, that when women are on the pill they prefer guys with matching MHC odors.
Quelle: The Pill Makes Women Pick Bad Mates - Yahoo! News
Kein Wunder steigt die Scheidungsrate stetig an!
Meine Anregung an die Forscher: Nach Abschluss dieser Studie sollte man unbedingt die Wirkung von Alkohol auf die Partnerwahl untersuchen. Ich befürchte, dass unter Alkoholeinfluss noch deutlich gröbere Böcke geschossen werden ...
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Dienstag, August 05, 2008
Ein einig Volk von Schuldnern - bald auch bei uns?
Die Amis sind uns in jeder Hinsicht voraus - sei es mit den SUVs, den Schusswaffen, dem schwarzen Präsidentschaftskandidaten, den Papphäuschen, den Klimaanlagen oder ... der Schulditis:
Die durchschnittlichen Kreditkartenschulden pro Haushalt belaufen sich auf 8565 Dollar, 15 Prozent mehr als 2000. Die Gesamtschulden pro Haushalt liegen im Schnitt bei knapp 118'000 Dollar. Gleichzeitig stagnieren die Löhne, so dass die Amerikaner heute im Schnitt 14,5 Prozent ihres Einkommens dafür aufwenden, Schuldzinsen und -raten zu zahlen. Gespart wird praktisch nichts mehr - im ersten Quartal dieses Jahres sind laut dem Büro für Wirtschaftsanalysen 0,4 Prozent des Einkommens zur Seite gelegt worden (1968 waren es noch mehr als 8 Prozent).
Quelle: Schuldenmachen leicht gemacht - Made in USA - Wirtschaft - Tages-Anzeiger
Wenn ich die Warenprospekte von Interdiscount & Co. sowie die bald monatlich eintreffenden "Verschuld dich doch, kein Problem!"-Bettelbriefe der Crédit Suisse so anschaue, geht es nicht mehr lange, und auch wir arbeiten nur noch, um unsere Schulden abzuzahlen.
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Sonntag, August 03, 2008
Reichtum nach Peak Oil?
But the present glut of rich people is itself a product of ultra-cheap oil and the resulting globalisation of markets etc. In the small local world of the future, xillionaires in MegaMansions are going to find (a) that their pre-existing xillions don't cut any mustard any more, and (b) that opportunities for gaining new xillions do not exist.
Quelle: The Oil Drum: Australia/New Zealand | The Future of Air Travel?
Labels: Finanzen, Gesellschaft, Wirtschaft
Mittwoch, Juli 30, 2008
Die USA, das liberalste Land der Welt
Naja, vielleicht doch nicht (mehr) ganz:
Der Stadtrat von Los Angeles hat ein Verbot neuer Fast-Food-Restaurants im Stadtteil South Los Angeles beschlossen.
Quelle: espace.ch - Zu viele fette Kinder - Fast-Food-Verbot in Los Angeles
Labels: Ernährung, Gesellschaft, Gesundheit, USA
Mittwoch, Juli 30, 2008
Leben wir um zu arbeiten?
Since World War II, productivity in the U.S. has doubled. So we should be working 20-hour work weeks, right? Well, we’re not. We’re working more (we’ve exchanged our extra time for more money). In fact, we’re working more than medieval peasants, and the 40-hour work week hasn’t changed since 1940 even though productivity levels have been growing steadily since then.
Quelle: 8 Great Anti-Hacks to Fundamentally Change Your Life | Zen Habits
Selbstverständlich ist die Argumentation etwas kurzschlüssig - verglichen zur Weltkriegsgeneration wollen wir halt den PowerMac, die Waschmaschine, zwei Autos pro Familie, den Plasma-Fernseher, die 5-Zimmer-Wohnung, die Ferien in Malle usw. usf.
Labels: Arbeitsleben, Gesellschaft, Kritik
Sonntag, Juni 29, 2008
Fährt der Chinese erst mal Auto ...
Chinese demand growth is very real, it's very large, it's highly likely to continue for a number of years (when people finally reach the car affordability stage, they're not going to be stopped by the cost of fuel - not for a while anyway. The difference between no car and a car is so massive that the price of gas is a minor consideration
Quelle: The Oil Drum | Countdown to $200 oil: $140 oil and speculation
Auch wir ticken genau gleich - deshalb wird es wohl längerfristig zu einem Show-Down zwischen uns (dem Westen) und China kommen. Ich befürchte, dass die Chinesen dank unserer "Konsum-Entwicklungshilfe" (Stichwort: Made in China) der letzten 10-20 Jahre den längeren Schnauf haben werden:
erbärmlich, dass du dich so freuen kannst über den barrelpreis. und doch zahle ich lieber 3.-/liter benzin, als morgens in einen überfüllten drecks-sbb-zug zu sitzen.
Quelle: 140
Labels: China, Energie, Erdöl, Gesellschaft, Verkehr, Wirtschaft
Sonntag, Juni 22, 2008
Fünf vor Zwölf für die Amis
The days of cheap oil are over. And the days of living in big houses far from job centers, and driving big cars to get work, are probably numbered too. The best thing Americans could do is to adapt to the new situation, as quickly as possible.
Quelle: Learning to Live with Inflation
Labels: Energie, Erdöl, Gesellschaft, Politik, USA, Wirtschaft
Montag, Juni 16, 2008
Der Teufel steckt in der urbanen Gesellschaft
Dabei hat er [Bauernsekretär Ernst Laur] unter anderem hingewiesen auf die großen Gefahren, die dem Großstadtleben innewohnen: Auf den Luxus, die Genusssucht, die Üppigkeit und die Überkultur, besonders in Kreisen der Besitzenden und auf die dadurch entstehende Verweichlichung; ferner auf die durch solches Wohlleben angeregte Begehrlichkeit der untern Schichten; wie alles Sinnen und Trachten auf eine bequeme Lebenshaltung hin tendiere; wie dadurch die Arbeit als bittere Last empfunden wird, wie die ideellen Regungen im Menschen erstickt und die niedern Triebe gefördert werden und zu was für Lebensauffassungen und Anschauungen das führen muss.
Quelle: Rudolf Minger an der Gründungsversammlung der Bernischen Bauern- und Bürgerpartei vom 28. September 1918.
Kaum verwunderlich, wer - Mingers Ansicht nach - die Städter vor ihrem sicheren Untergang retten sollte:
Dem gegenüber hat er die Vorteile geschildert, die das Landleben, besonders in unseren Bauernfamilien, mit sich bringt. Wie das heimelige Zusammenleben und Zusammenarbeiten von Eltern und Kindern in der freien Gottesnatur die Kindererziehung erleichtere und günstig beeinflusse; wie die Freude an der Arbeit frühzeitig geweckt, so dass sie als Lust, als segensreiche Einrichtung empfunden werde. Die Anerkennung einer göttlichen Weltordnung sodann befruchte wohltuend Charakter- und Gemütsbildung und lenke den Blick aufhöhere, unvergängliche Ziele, die dem Leben die Weihe und den Inhalt verleihen. Durch das glückliche Zusammenwirken dieser Faktoren wird unser Bauernstand zum nie versiegenden Jungbrunnen, zum Reservoir, das dazu berufen ist, den Städtern die nötige Blutauffrischung zuzuführen, um dieselben vor dem sichern Niedergang zu bewahren.
Was ist aus diesen geflügelten Worten nur geworden? Die Urbanen Zeitgenossen haben die Landwirte endgültig und ein für allemal verdorben ...
Ich kann mich übrigens nicht verwehren und erkenne im Begriff Blutauffrischung erste Tendenzen, die Deutschland in den 1930ern in den Untergang geritten haben.
Labels: Geschichte, Gesellschaft, Landwirtschaft, Schweiz
Freitag, Juni 06, 2008
Definiere Suburbistan
Suburbistan. A place where the parts (copper wire, plumbing, wood frames) are worth more than the whole…empty tracts of houses built for people who couldn’t afford them with real money and which, in any case, are the ticky-tacky icons of a giant mis-allocation of the nation’s capital.
Quelle: How the Economy Looks in Colorado | The Daily Reckoning Australia
Labels: Gesellschaft, USA, Wirtschaft
Freitag, Mai 30, 2008
Fähnchen erhöhen den Benzinverbrauch
Ich habe auch schon über diese immer weiter um sich greifende "Seuche" berichtet, nun wartet der Tagi mit einer unangenehmen Begleiterscheinung ("Unintended consequence") auf:
Wer sich lauthals über die steigenden Ölpreise beklagt, sollte sich nochmals überlegen, ob er tatsächlich ein Autofähnchen an seinem Auto anbringen will. Durch den höheren Luftwiderstand erhöht sich nämlich der Treibstoffverbrauch.
Quelle: Fähnli-Eu(ro)phorie und Paragraphen-Frage - Euro 08 - Tages-Anzeiger
Labels: Auto, Fussball, Gesellschaft, Schweiz, Sport, Verkehr
Sonntag, Mai 25, 2008
Wie man sich auch auf Peak Oil vorbereiten kann
Da gibt es Leute auf diesem Planeten, die sind noch hysterischer als ich was Peak Oil und der ganze Gugus anbelangt:
Convinced the planet's oil supply is dwindling and the world's economies are heading for a crash, some people around the country are moving onto homesteads, learning to live off their land, conserving fuel and, in some cases, stocking up on guns they expect to use to defend themselves and their supplies from desperate crowds of people who didn't prepare.
Quelle: Energy fears looming, new survivalists prepare
Labels: Energie, Gesellschaft, Umwelt, USA, Wirtschaft
Samstag, Mai 24, 2008
Demokratie 2.0: Doppeltes Stimmgewicht
Das Papier trägt den Titel "Drei Thesen zur Stärkung der Leistungsträger". Ludewig fordert darin: "Diejenigen, die den deutschen Wohlfahrtsstaat finanzieren und stützen, müssen in diesem Land wieder mehr Einfluss bekommen. Die Lösung könnte ein doppeltes Wahl- und Stimmrecht sein." Allein mit "Hartz IV-Beziehern und Rentnern" könne der soziale Ausgleich in Deutschland nicht funktionieren.
Tolle Idee. Dieses "one man, one vote"-Geschwafel war auch mir seit jeher im Dorn im Auge. Zurück zum geschassten Dreiklassenwahlrecht des guten, alten Preussens:
Der Begriff Dreiklassenwahlrecht wird allgemein für das Wahlrecht verwendet, das 1849 von Friedrich Wilhelm IV. zur Wahl der zweiten Kammer des Preußischen Landtags, dem Abgeordnetenhaus, eingeführt wurde und bis 1918 in Kraft blieb. Der Name rührt daher, dass die Wähler ein nach Steuerleistung in drei Abteilungen („Klassen“) abgestuftes Stimmengewicht besaßen.
Quelle: Dreiklassenwahlrecht
Natürlich nahm mich Wunder, was dieser Spassvogel denn so studiert. Für einmal war es nicht BWL - knapp daneben ist auch vorbei:
2003 – 2005 Grundstudium der Volkswirtschaftslehre an der TU Berlin
Quelle: Gottfried Ludewig
Das Nebenfach Geschichte würde vielen Studentennaturen gut tun ...
Labels: Deutschland, Gesellschaft, Politik, Wahlen, Wahlkampf
Mittwoch, Mai 21, 2008
Es wird immer Öl geben
Das posaunte Kollege Hebo vorletztes Wochenende in Mäschus Wohnzimmer herum, als ich wieder einmal den Warnfinger hob (Stiller Rufer in der Wüste oder doch eher Doomsayer?).
Aber im Grunde hat er ja Recht: Öl wird es immer geben. Die Frage ist nur, ob man es in genügender Menge aus dem Boden herausbekommt und ob er - Hebo - davon noch irgendeinen Tropfen zu sehen kriegt, den er in seinen Peugeot 206RC einfüllen kann:
"We don't have any idea where those reserves are going to come from or how we are going to get them out of the ground. The odds of this ever happening are zero." –– Matthew Simmons
Quelle: Peak Oil Consequences of Bush's Failed Energy Policies
Doch das wird ehrlicherweise die geringste Sorge von Hebo und uns Erdölsüchtigen sein. Beim Eintreten der endgültigen Knappheit (nach dem Überschreiten von "Peak Oil") wird der Erdölpreis gewaltig steigen - ähnlich wie wir es in den letzten Tagen erlebt haben, nur viel rascher und viel höher.
Je länger die Knappheit dauern wird, desto unwichtiger wird der Kauf von horrend teurem Benzin werden. Dies aus zwei einfachen Gründen:
- Lebensmittelkosten. Lebensmittel sind im Grunde nichts anderes als Energie für den Motor Mensch. Heute benutzen wir eine unvorstellbare Menge Energie (Erdöl), die wir in verschiedenen Prozessen in für Menschen konsumierbare Energie (Nahrungsmittel) umwandeln. Wenn wir den Preis der in Lebensmittel hinein gesteckter Energie steigern, werden die Lebensmittel zwangsläufig teurer. Je teurer die Lebensmittel werden, desto weniger bleibt dem Westler, dem seit Jahrzehnten trainierten Konsumenten, für anderweitige Ausgaben (Reisen, Kino, Unterhaltung, Geräte etc.)
- Arbeitslosigkeit. Bei weiter steigenden Erdölpreisen ist eine Vielzahl von Arbeitsplätzen in Gefahr. Zuerst wird es diejenigen erwischen, die unmittelbar am "Tropf" von billigem Erdöl hängen. Ich denke da beispielsweise an Mitarbeiter von Airlines oder Pizza-Lieferanten. Je mehr der Preis von Erdöl steigt, desto stärker tritt der obige Punkt in Kraft, und desto weniger werden gewisse Dienstleistungen nachgefragt. Mit der starken Abnahme von Nachfragern können die "economies of scale" nicht mehr ausgenutzt werden und ganze Geschäftszweige werden unrentabel. Nach und nach pflanzt sich das Problem durch die ganze Wirtschaft fort, einem selbstverstärkenden Teufelskreis gleich.
Welche Personengruppen kriegen die Schockwelle als letzte zu spüren? Diejenigen, die mit ihrer Arbeit direkt Nahrung produzieren - auf ihnen lastet derzeit, einer umgekehrten Cheops-Pyramide gleich, das ganze Wirtschaftssystem: Am Ende eines jeden Arbeitstages muss jeder, auch Herr Ospel, etwas Warmes im Magen haben. Spätestens hier sind wir alle Menschen wieder gleicher als gleich. Ich kann mir deshalb gut vorstellen, dass Bauern und die Landwirtschaft in den nächsten Jahren und Jahrzehnten ein fulminantes Comeback erleben werden.
Nachtrag
Die FTD gibt für die jetzige Situation aber Entwarnung: Ölpreis steigt über 130 Dollar Es hat (noch) genügend Öl für alle, Schuld sind mangelnde Raffineriekapazitäten.
Völlig gegenteilig die Meinung des Spiegels (gefällt mir als Pessimisten natürlich deutlich besser): Experten warnen vor dramatischem Öl-Engpass.
Labels: Energie, Erdöl, Gesellschaft, Wirtschaft

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