Mittwoch, Juli 02, 2008
Hostpoint-Problem des Monats: Zeichensalat
Kein Monat vergeht, in dem Hostpoint nicht eine Überraschung parat hat. Während ich im Juni das erste Mal seit langem etwas Positives berichten durfte, war klar, dass im Juli garantiert wieder etwas kaputt gehen musste.
Und tatsächlich: Heute erhalte ich ein Mail eines Kunden, der über komische dargestellte Sonderzeichen flucht. Nach dem ich die Homepage angesurft habe, kann ich das Problem bestätigen: Irgendwie scheinen da UTF-8 und ISO-8859-1 durcheinander gekommen zu sein. Seit sechs Jahren hat die Web-Site keine Probleme mit Zeichensätzen aufgewiesen, doch nun ist über Nacht wohl etwas "kaputt" gegangen.
Soweit ich erkennen konnte, liegt das Problem darin begründet, dass mysql_query() neu nicht mehr ISO-8859-1-kodierte Zeichensätze zurückliefert, sondern UTF-8. Das HTML-Dokument sagt von sich aber, dass es in ISO-8859-1 kodiert ist - und htmlentities() erwartet auch ISO-8859-1. Ah, und die Tabellen-Spalten weisen ebenfalls latin1_german1_ci als Kodierung auf (jedenfalls sagt mir das phpMyAdmin so).
Temporärer Workaround
mysql_query("SET NAMES latin1");
... zuoberst in der index.php (natürlich nach dem Initialisieren der Datenbankverbindung!)
Jetzt klappt es wieder mit den Zeichensätzen.
Mal schauen, was sich Hostpoint für den kommenden Monat einfallen lässt.
Labels: Hosting, MySQL, PHP, Schweiz, Web-Entwicklung
Dienstag, Juni 17, 2008
Wie Hostpoint PHP beschleunigt
... kann ich auch nicht so genau sagen. Nachfolgend sollen erste Hinweise auf die Technologie gegeben werden, die ich über einige dort gehostete Web-Präsenzen in Erfahrungen bringen konnte:
- FastCGI: incomplete headers (0 bytes) received from server "/var/run/hcgi/4444" So lautete die Fehlermeldung, die sich bei einer meiner Präsenzen im Apache error.log wiederfand. hcgi scheint der Name des im Einsatz stehenden PHP-Beschleunigers zu sein. Ob es sich bei 4444 um die PID oder die Kundennummer handelt, weiss ich nicht.
- Es scheint sich um eine Eigenentwicklung zu handeln:
Hostpoint mit PHP-Website-BeschleunigerDas Hostpoint-Engineering-Team hat einen PHP-Website-Beschleuniger entwickelt. Websites, welche auf PHP-Script aufgebaut sind, laufen nun massiv schneller.
- php.ini-Dateien im Web-Root werden nun nicht mehr interpretiert. Hierzu muss man im Hostpoint Control Panel auf Explorer/Web-Einstellungen wechseln, wo man einerseits sog. PHP-Profile (im Grunde nichts anderes als ein GUI für php.ini-Einstellungen) erstellen/anpassen, sowie diese Profile bestimmten Web-Verzeichnissen zuweisen kann. Leider führte eine von mir "from Scratch" erstellte Konfiguration zu einem HTTP 500er, weshalb ich schlussendlich eine Kopie des Profils typo3 anlegte und dort allow_url_fopen aktivierte. Für professionelle Web-Entwickler ist diese Oberfläche deutlich komplizierter zu bedienen, als eine gewöhnliche php.ini im Text-Editor anzupassen und dann via FTP auf den Server zu laden.
- Das PHP-Profil wird über .htaccess-Dateien aufgerufen, die folgenden Inhalt erhalten:
HcgiPhpProfileName php5 typo3 #@__HCP_END__@# # Anything after the comment above is left alone ...
Für einmal darf ich Hostpoint gratulieren: Seit der Beschleuniger im Einsatz ist, sind auf PHP basierende Web-Applikationen (in meinem Fall: MediaWiki, so sehr man sich über die Code-Qualität und Performance-Eigenschaften des Produktes streiten kann) spürbar schneller geworden.
Labels: Hosting, Schweiz, Web, Web-Entwicklung
Mittwoch, März 05, 2008
Neuer Chef-Kostümierer bei Hostpoint
Yvan Knapp wird beim Hosting-Unternehmen Hostpoint am 1. April seine Tätigkeit als CCO (Chief Costumer Officer) aufnehmen. [...]
Quelle: Hostpoint holt Head of Webhosting von Swisscom
Die Einführung der neuen Corporate Identity (neudeutsch auch "Erscheinungsbild" genannt), welches zufälligerweise auch mit der betriebsweiten Entdeckung des "Du" einher geht hat Herrn Knapp wohl den Rest gegeben, weshalb er sich einer neuen Stelle zuwendet. Wenn der verheissungsvolle Stellenbeschrieb stimmt, wird er aber erst wieder an der Fasnacht 2009 richtig viel zu tun kriegen ...
PS: Hostpoint ist meiner Meinung nach nicht zu retten, indem man neue, gutbezahlte Köpfe ins Boot holt. Das Geld hätte man besser in die Erweiterung der Server-Infrastruktur gesteckt und die Zahl der VirtualHosts pro Server verringert ... Und so lädt meine Mediawiki-Installation weiterhin in gähnend langsamen 5 Sekunden pro Seite. Juhu!
Dienstag, Januar 29, 2008
Bravo, Hostpoint?
Der Hosting-Anbieter Hostpoint steigerte 2007 den Umsatz um 1,5 Millionen auf 6,5 Millionen Franken, die Kundenzahl stieg von 10'000 auf 55'000.
Quelle: Hostpoint meldet einen Umsatz von 6,5 Millionen Franken
Schön für Hostpoint, doch leider hat sich nichts an der Tatsache geändert, dass Mediawiki- und Drupal-Sites auf Hostpoint-Servern saulangsam ausgeführt werden. Ladezeiten von 5-10 Sekunden für eine einzige Seite sind schlicht nicht vertretbar.
Letztes Wochenende dann das nächste Problem: Mediawiki scheiterte an Uploads. Nach einigem Pröbeln stand die Ursache rasch fest: Festplatte voll. Toll.
Sonntag, September 09, 2007
Hostpoint sucks!
Wenn Fredy drüben bei blogg.ch Prognosen über den Hosting-Markt Schweiz macht (ich stimme ihm voll und ganz bei), dann könnte ich doch auch wieder einmal etwas über die unangefochtene Nummer 1, Hostpoint, berichten.
Beginnen wir mit statistischem Zahlenmaterial:
20 queries. 13.484 seconds.
Woher stammen diese Angaben zu Datenbank-Abfragen? Am Freitag habe ich für eine Bekannte das Shared Hosting-Paket bei Hostpoint geordert und darauf umgehend Wordpress 2.2 installiert. Momentan läuft das Blog mit dem Standard-Theme und beinhaltet einen äusserst kurzen Artikel (Titel & eine Zeile Text) sowie vier statische Seiten.
Lasst es mich klipp und klar sagen: Ladegeschwindigkeiten in der Grössenordnung sind inakzeptabel, insbesondere, wenn es sich um die Nummer 1 auf dem schweizerischen Markt handelt!
Ich scheine nicht der einzige zu sein, der solche Schwächen ertragen muss:
Ich habe mich in letzter Zeit immer mit einer sich langsam aufbauenden Seite & Blog herumgeschlagen, wusste nicht, woher das Problem kam. Vermutlich einfach, weil ich eine grosse Menge Daten , wie auch Film und Bildmaterial auf dem Server habe. [...]
Quelle: :::Hostpoint - Performance::: (PS: Was sollen die blöden Pünktchen im Titel?!)
Aber klar doch ... ich vermute eher, dass Hostpoint das von den ISPs bekannte "Overbooking" auch auf seinen Servern anwendet. Dies wird meiner Meinung nach verschärft durch den Web 2.0-Boom (die SonntagsZeitung von heute enthält übrigens einen Zerriss dieses Unwortes) mit all seinen Applikationen. Wordpress, Gallery etc. - allesamt Web-Applikationen auf Basis von PHP/MySQL - erfordern ein vielfaches an Performance. Heute, 2007, liefert ein Hoster halt kaum mehr statische Web-Sites aus. Inwiefern auch mod_rewrite seinen Anteil an der Performance-Schwäche hat, kann ich zu wenig beurteilen.
Mittwoch, Mai 30, 2007
Hostpoint tut endlich etwas gegen das Spam-Problem!
Eine kurze Leitung kann man dem wohl grössten Schweizer Hoster Hostpoint nicht vorwerfen. Am 2. Januar 2006 schrieb ich zum leidigen Thema Spam:
Spam
Bei Genotec werkelt seit einiger Zeit ein sehr zuverlässiger Spam-Filter - ich werde kaum noch von unerwünschten Mails belästigt. Auch in dem IMAP-Ordner 'Spam' findet sich kaum je noch eine Nachricht. Bravo.
Nicht so bei Hostpoint - verschiedene Kunden haben sich bei mir über das gehäufte Spam-Aufkommen der letzten Zeit beklagt. Dies betrifft insbesondere Adressen, die bei Hostpoint als Forwards eingerichtet sind. Anscheinend werden eingehende Nachrichten einfach durchgeleitet, ohne irgendwelche Spam-Tests durchzuführen.
[...]
Mein Vorschlag an Hostpoint, mittels Grey- und Blacklisting zu arbeiten und auch Forwards auf Spam-Verdacht zu überprüfen wurde aber abgelehnt:
Greylisting sehen wir nicht als Option, weil dadurch nur sich falsch benehmende Spam-Mailer blockiert werden. Gegen einen Spammer der ein reguläres Mailsystem (wie z.b. die gängigen Unix-Mailer Exim, Postfix oder Qmail) benutzt oder missbraucht hilft es nicht im geringsten. Es ist nur Pflästerlipolitik gegen einige momentane Spambots.
Quelle: Peter Keel an Mario Aeby vom 13. Dezember 2005, 16 Uhr 30.
Quelle: Hostpoint am Arsch
Verspätete Einsicht
Im heute verschickten Newsletter erreicht mich endlich die seit mehr als einem Jahr erwartete Botschaft, dass Hostpoint das Problem doch noch erkannt und etwas dagegen unternommen hat:
Haben Sie gewusst, dass wir vor einem Monat eine neue Technik zur Spamabwehr eingeführt haben? Erweiterte Tests prüfen die Nachricht vor der Annahme durch unsere Server. Damit haben wir das eingehende Spamvolumen um zwei Drittel reduziert.
Quelle: Hostpoint Newsletter - Mai 2007 vom 30. Mai 2007
Anscheinend hat also ein Umdenken eingesetzt. Ob Hostpoint nun wirklich Greylisting einsetzt (das bei Genotec immer noch erstaunlich gut funktioniert, wenn auch vermehrt "Aktien-Tipps" und "Gartenfakeln" eintreffen) oder die Nachricht empfängt und mit einem Wortfilter testet, ist mir hingegen nicht bekannt.

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