Montag, August 11, 2008

Inflationsblinde

Vor allem bei festen Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen gab es einen Preisschub - sie kosteten im Juli im Großhandel satte 30,8 Prozent mehr als zwölf Monate zuvor. Getreide, Saaten und Futtermittel wurden um über 18 Prozent teurer. Erze, Eisen und Stahl verteuerten sich um fast 16 Prozent.

Auch bei vielen Lebensmitteln lagen die Werte im zweistelligen Prozentbereich: Obst, Gemüse und Kartoffeln kosteten im Juli etwa 13,3 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Milch, Milchprodukte, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette 13,2 Prozent mehr. Bei Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze erhöhten sich die Preise um 12,7 Prozent.

Insgesamt lagen die Preise damit um 9,9 Prozent über den Werten des Vorjahresmonats. Das war die höchste Jahresteuerungsrate seit November 1981. Damals waren die Preise innerhalb eines Jahres um zehn Prozent gestiegen.

Quelle: Düsteres Omen: Großhandelspreise steigen wie seit 27 Jahren nicht mehr - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

Dies so als Gegenpunkt zu der Auffassung drüben bei Winkelried: "Inflation? Welche Inflation?!"

Gelungen finde ich angesichts des obigen Ausschnittes folgende Worte der Wirtschaftsexperten aus Zug:

Ökonomisch gesehen ist die Inflation also nur zu einem kleinen Teil auf die Erdölpreise zurückzuführen. Fakt ist, dass die meisten Wirtschaftssubjekte ihre Preise erhöhen. Als Rechtfertigung geben sie alle unisono die Erdölpreise an, weil das jeder an der Tankstelle sieht und die Medien - Journalisten sind nun mal nicht die intelligentesten - dies einfach ungeprüft nachplappern.

Würde der Konsument diese Behauptungen konsequent in Frage stellen, wäre die Inflation nicht halb so hoch. Dazu braucht es aber Medien, die richtig informieren.

Quelle: Geschwatze Inflation

Die SPIEGEL-Redakteure jedenfalls geben nicht "unisono" den gestiegenen Erdölpreis als Grund für die Inflation an. Wie man sieht, haben sich Rohstoffe und Nahrungsmittel verteuert.

Was Winkelried zudem nicht schnallt: In (fast) allen Produkten steckt Erdöl drinne! Natürlich nicht physisch, aber in Form von Arbeitsleistung (bspw. Bagger, die Erze abgraben. Oder Traktore, die Felder mit Kunstdüngern vollpumpen, die wiederum mit Hilfe von Erdöl hergestellt wurden)

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Dienstag, August 05, 2008

Ein einig Volk von Schuldnern - bald auch bei uns?

Die Amis sind uns in jeder Hinsicht voraus - sei es mit den SUVs, den Schusswaffen, dem schwarzen Präsidentschaftskandidaten, den Papphäuschen, den Klimaanlagen oder ... der Schulditis:

Die durchschnittlichen Kreditkartenschulden pro Haushalt belaufen sich auf 8565 Dollar, 15 Prozent mehr als 2000. Die Gesamtschulden pro Haushalt liegen im Schnitt bei knapp 118'000 Dollar. Gleichzeitig stagnieren die Löhne, so dass die Amerikaner heute im Schnitt 14,5 Prozent ihres Einkommens dafür aufwenden, Schuldzinsen und -raten zu zahlen. Gespart wird praktisch nichts mehr - im ersten Quartal dieses Jahres sind laut dem Büro für Wirtschaftsanalysen 0,4 Prozent des Einkommens zur Seite gelegt worden (1968 waren es noch mehr als 8 Prozent).

Quelle: Schuldenmachen leicht gemacht - Made in USA - Wirtschaft - Tages-Anzeiger

Wenn ich die Warenprospekte von Interdiscount & Co. sowie die bald monatlich eintreffenden "Verschuld dich doch, kein Problem!"-Bettelbriefe der Crédit Suisse so anschaue, geht es nicht mehr lange, und auch wir arbeiten nur noch, um unsere Schulden abzuzahlen.

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Montag, August 04, 2008

Benachrichtigung bei Neuveröffentlichungen der Lieblingsband

Heute trudelte folgende Anfrage ein:

Ich suche nach einer Möglichkeit, wie ich automatisch benachrichtigt werden kann, wenn von bestimmten Bands ein neues Album erscheint. ...

Gibt es ev. schon so einen Service oder hast du eine Idee, wie man selber so etwas sich einrichten/programmieren könnte? (Bin Informatiklehrling, also kein Laie).

Meine Antwort lautete:

Ein solcher Service ist mir nicht bekannt, könnte aber durchaus irgendwo da draussentm existieren.

Ich würde mit der Amazon API/den Amazon Web-Services versuchen - imgriff.com hat dazu einen erhellenden Artikel:

RSS-Tricks: Neue Bücher bei Amazon per Feed

Anscheinend kannst du dir so personalisierte RSS-Feeds zusammenstellen (bspw. mit Keyword "Rammstein") und danach mit deinem Feed-Reader abonnieren.

Wenn es unbedingt ein E-Mail sein soll (ich bevorzuge Feeds, da meine Arbeit so nicht unterbrochen wird), kannst du ja versuchen, mit den Yahoo! Pipes was zusammenzubasteln. Ob die E-Mail-Versand unterstützen, weiss ich nicht.

Alternativ: Wenn du einen Web-Server dein eigen nennst, kannst du den Feed auch mittels Cron-Job und MagpieRSS parsen lassen und dir mit einem PHP-Script ein Mail senden, sobald ein gesuchter Artikel dort erscheint.

Weiterführende Links

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Dienstag, Juli 01, 2008

Ray Bans in Thailand


Fabio "Chuck Yeager" Smythe
Originally uploaded by emeidi

"Wisst ihr, was das gute an Thailand ist? Dort kannst du deine originale Ray Ban-Brille bedenkenlos auf dem Tisch liegen lassen - jeder hat nämlich das Gefühl, dass das Ding eine Fälschung sei ..." –– Pierre am Liip Techday 2008

A propos: Meine Ray Ban-Bilder auf Flickr (dank an die Statisten!)

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Montag, Juni 02, 2008

Schnauze voll von all den Neuigkeiten

Kernprodukte Nachricht und Update frustrieren junge Rezipienten offenbar mehr, als dass sie Informationsbedürfnisse befriedigen. Quer durch die Stichprobe äußerten die Befragten, dass sie sich von der Nachrichtenflut überfordert fühlen.

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Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Studie: Von Nachrichten ermüdet - Netzwelt

Die von AP in Auftrag gegebene Studie zum Download: A New Model For News. Studying the Deep Structure of Young-Adult News Consumption.

Besonders beruhigend für alle Medienwissenschafts-Studenten, die sich vielleicht bereits einige Male Sorgen um die Berufsaussichten gemacht haben:

[...] Junge Leser wollten nicht nur wissen, was Stand der Dinge ist, sondern auch, was etwas bedeute und wie es sich weiterentwickeln könne

In einer Zeit, wo sich jede Bude "Medienunternehmen" nennen, Agenturmeldungen einkaufen und verwursteln kann, braucht es wieder mehr Qualitätsjournalismus. Journalismus, der Interpretationen liefert und auch nicht scheut, eigene Meinungen kund zu tun.

Einziger Haken: Der informationsgesättigte Konsument ist selbstverständlich nicht bereit, für das Produkt zu bezahlen ... Schöne, neue Welt!

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Dienstag, Mai 27, 2008

Die Deutschen haben ausgemelkt

Als hätten wir nicht schon genug (echte und unechte) Engpässe:

Die zentrale Forderung des BDM ist ein Basispreis von 43 Cent pro Liter. Der Vorsitzende des Bundesverbands der Deutschen Milchviehhalter, Romuald Schaber, sagte, er rechne mit einer bundesweiten Beteiligung von rund 80 Prozent. Bald würden vor allem frische Produkte wie Milch und Joghurt knapp in den Supermarktregalen.

Quelle: Boykott: Tausende Landwirte schütten Milch weg - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

Lesenswert: Warum die Milch so billig ist

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Sonntag, April 20, 2008

Frühling an der Börse

Unterdessen fallen die BIP-Schätzungen quasi täglich, wobei Konjunkturindikatoren wie jener der OECD längst eine merkliche Abkühlung erwarten lassen. Die Differenz zwischen der Rendite auf zehnjährige Staatsanleihen und dem Dreimonatsgeldmarktsatz ist nunmehr seit August negativ und signalisiert damit langsam einen echten Schlamassel; in dieselbe Richtung deuten nach wie vor auch die weiter vorlaufenden monetären Konjunkturindikatoren hin. Und während in Spanien Notfiskalprogramme verabschiedet werden, macht sich in Großbritannien angesichts der Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt und im Finanzsektor Panik breit. Es dürfte schwerfallen, noch einen Margenindikator zu konstruieren, der nicht nach unten zeigt.

Quelle: Gründe für die Rally

Und doch ging es an den Börsen letzte Woche um mehrere Prozentpunkte aufwärts. Die armen Irren, die da glauben, alles sei wieder im Lot. Wie sagt Bill Bonner so schön? "Capitalism separates the fool from their money" ...

Nachtrag

Der frühere Chef der Credit Suisse vergleicht die gegenwärtige Finanzkrise mit der Kuba-Krise von 1962. Wie die Welt damals «haarscharf an einem Atomkrieg vorbeigegangen» sei, sei sie nun «haarscharf an einem System-Kollaps vorbeigeschlittert».

Quelle: System-Kollaps laut Grübel nur knapp vermieden

Wenn das nicht ermutigend tönt ... Das strukturelle Problem der Finanzwirtschaft wurde ja seit März im Eiltempo gelöst, gell, liebe "Die nächste Rally kommt bestimmt"-Aktienkäufer?

Nachtrag 2

Wer ist näher am Ball als die Herren und Damen Broker in The City? Tönt doch wunderbar:

Ärzte und Psychiater im Einzugsgebiet der Londoner Finanzmeile allerdings berichten derweil von einer rasch wachsenden Klientel aus der Square Mile. Sie haben neue Patienten, die mit Stress- und Depressionssymptomen in die Praxis kommen, zu viel Kaffee und Alkohol trinken und über Schweissausbrüche und schlaflose Nächte klagen. Diverse Privatkliniken haben einen entsprechenden Anstieg der Nachfrage um 30 bis 40 Prozent verzeichnet. Sie stellen sich auf weitere «rege Geschäfte» ein.

Quelle: Bei den Investmentbanken ist jeder siebte Job gefährdet

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Freitag, April 04, 2008

Drei Generationen eines Produkts

[...] Popular consumer products, he understood, tend to evolve through three phases. They start out as luxury goods, expensive to produce and pitched to a small, elite market. Then, as maturing technologies and economies of scale drive down manufacturing costs, they become mass-market commodities.

Finally, once they're established as affordable necessities, consumers start looking beyond the price tag for distinctive designs and features. Form begins to trump function.

Quelle: Dell: Beware the Beige-Box Blahs

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