Montag, März 01, 2010
Spannung, Spiel und ... Fondue!
| The Colbert Report | Mon - Thurs 11:30pm / 10:30c | |||
| Olympic International Houses | ||||
| ||||
Labels: Funny, Kanada, Medien, Olympia, Schweiz, Sport, TV, USA
Freitag, Februar 12, 2010
Wie man mit PR-Fuzzis und Juristen umgeht
Anhand von Google:
Larry Page hat der 130-köpfigen PR-Abteilung seiner Firma im Jahr 2008 ganze acht Stunden zugestanden für Pressekonferenzen, Interviews und Reden.
[...] Die erste Rechtsanwältin, die von den Firmengründern widerwillig angestellt wurde, erhielt von Brin die Testaufgabe, für ihn einen Vertrag mit dem Teufel zum Verkauf seiner Seele aufzusetzen. Er wusste, dass sie so etwas noch nie gemacht hatte.
Quelle: Das Magazin » Larry und Sergey …
Sonntag, Dezember 06, 2009
Der beste Kommentar zum Minarettverbot
Aus der Ecke der Linken, Toleranten und Gutmenschen (also auch aus meiner Ecke!) kommt aus der Feder von Charles Lewinsky der bisher beste Kommentar über den Ausgang der Initiative über das Verbot des Baus von Minaretten:
Im Lauf des Abstimmungskampfes haben wir viele Argumente gehört, die nur ein Eidenbenz (oder sein PR-Spezialist) erfunden haben konnte. «Ich bin gegen Minarette, weil ich mich für Frauenrechte einsetze.» Einleuchtend. Weil Frauenrechte und Minarette ja dasselbe sind. So wie Fahrräder und Bratwürste. «Ich bin für die Minarett-Initiative, weil man in Saudiarabien keine Kirchen bauen darf.» Klar. Man beweist seine moralische Überlegenheit am besten, indem man das, was man verurteilt, selber tut. «Ich bin für die Minarett-Initiative, weil die Schweiz sonst islamisiert wird.» Natürlich, die verdammten Ausländer wollen unser Land übernehmen. Die U-17-Nationalmannschaft haben sie schon unterwandert. Und im Zürcher Tram werden die Stationen auch schon hochdeutsch angesagt. Wehret den Anfängen.
Der Hammer ...
... folgt aber erst etwas später:
1893. Damals war die Familie Schlüer noch nicht einmal eingebürgert.
Wenn Schlüer so weitermacht, sollten wir echten Schweizer, die seit Jahrhunderten auf diesem Boden leben, diese deutschen Fötzel vom Stamme Schlüer und Blocher ein für allemal über Bord der MS Switzerland werfen. Aber halt! Dann würden wir den Feind mit seinen eigenen Methoden bekämpfen.
Labels: Abstimmung, Islam, Kommentar, Medien, Politik, Schweiz
Sonntag, November 22, 2009
Der Frauen-Browser
In Zusammenarbeit mit Microsoft haben wir einen speziell auf annabelle-Leserinnen zugeschnittenen Internet Explorer entwickelt – mit diesen Highlights:
Quelle: Der annabelle.ch Frauen-Browser | annabelle
Offensichtlich kann man Frauen — trotz dem jahrhundertelangen Kampf für Gleichberechtigung — keinen Browser zumuten. Die wurden nämlich offensichtlich alle von Männern für Männer geschrieben.
(Wahrscheinlich geht es aber wohl nur darum, dass die Medienindustrie wieder mal ausserhalb ihrer Kernkompetenzen noch ein wenig Geld verdienen will — die Litfasssäule nur für die Frau? anabelle macht es möglich. Hat schon jemand Nutzungszahlen?!)
Freitag, November 13, 2009
Köppel ist definitiv reif für den Vaterschaftsurlaub
Köppels Editorial in der Weltwoche 46.09 kann man ja nun wirklich kaum ernst nehmen — ich würde es als klaren Tiefpunkt in der Geschichte der Köppelschen Weltwoche klassifizieren:
Die vielen Ausfälle, Pannen und Verspätungen der SBB in letzter Zeit sind nicht das Resultat von schlechtem Management, sondern werden durch Übernutzung und Überlastung verursacht.
Quelle: Editorial: Zuwanderung, Weltwoche 46.09, S. 5.
... ... ...?! Habe ich jetzt richtig gelesen? Köppel zeigt Verständnis für die SBB? Einen Staatsbetrieb?! Zugleich entlässt er das SBB-Management aus jeglicher Schuld — obwohl einige Medien in letzter Zeit darüber berichtet haben, dass es gerade dieses "Management" verpasst habe, rechtzeitig und in ausreichendem Mass in den Werterhalt der Infrastruktur zu investieren?
Er erwähnt auch die Staus auf den Autobahnen, um zu folgern, dass das Land übervölkert sei. Nun, Staus und Komplikationen im Zugsverkehr gründen nicht zuletzt doch gerade darauf, dass Leute von Köppels Weltauffassung seit jeher den Steuerwettbewerb zwischen den Gemeinden und Kantonen loben. Dies führt konsequenterweise dazu, dass man eben nicht in der Stadt, sondern auf der grünen Wiese sein Häuschen errichtet, mindestens zwei PKWs anschafft und in Zukunft frisch-fröhlich 10-20 Kilometer auf die Arbeit in die Stadt pendelt.
Hat nicht die Weltwoche gerade in der letzten Ausgabe die 150 besten Gemeinden gekürt und dem Ranking eine möglichst tiefe Steuersatz als Hauptkriterium zu Grunde gelegt? Der Verkehrskollaps ist ein Resultat dieser unsinnigen optimalen Fokussierung auf Dinge, die wirklich zählen im Leben! Wer will schon in 5 Minuten auf der Arbeit sein, wenn er alleine in seinem 3 Meter langem, 2 Tonnen schweren Gefährt eine Stunde im Stau stehen kann? Hauptsache, er bezahlt weniger Steuern.
Thomas Held, Chefdenker des Think Tanks Avenir Suisse, verwies in einer Fernsehdiskussion zum Thema kürzlich auf die japanische Metropole Tokio. Will die Schweiz mit ihren sperrangelweit geöffneten Grenzen zum europäischen Pendant eines asiatischen Models werden?
Herr Köppel, schauen sie, ein Rat unter Freunden: Möchten Sie den Chefredaktorposten nicht lieber abgeben und künftig einen mittelmässigen Blog führen? Ihre Recherchefähigkeiten stempeln Sie zu einem völlig inkompetenten Journalisten.
Zugegeben, Tokio ist eine Millionenstadt — als Moloch würde ich die Hauptstadt Japans aber dann doch wieder nicht bezeichnen. Abgesehen davon sollte die japanische Migrationspolitik gerade Sie zu impulsiven Freudentänzen verleiten: Ist es nicht Allgemeinwissen, dass die Japaner in Asien wohl die rigideste Migrationspolitik verfolgen (abgesehen vielleicht von Nordkorea), um ihr Volk und ihre Kultur möglichst homogen zu halten?
Und hier hat Sie dann wohl ihr Baby vom Beenden des Satzes abgehalten:
... Trotz komfortablen Mehrspurtunneln staut sich der Verkehr. Da es an bebaubaren Zonen fehlt, wurden seelenlose Wohnquartiere. Thomas Held, ...
Hä?
Labels: Einwanderung, Kritik, Medien, Migration, Politik, Raumentwicklung, Zürich
Donnerstag, Oktober 29, 2009
Gesucht: Schweizer Wehrwillen
Den Schweizern ist irgendwann mal in den letzten Jahren der Wille abhandengekommen, sich gegen andere zur Wehr zu setzen.
Quelle: arlesheimreloaded-manfred-messmer - Vom Schweizer Unwillen, sich zu wehren
Wäre Mani Historiker, wüsste er, dass bereits Gen. Wille sel. den Wehrwillen unseres Volkes verloren gegangen sah. Das war um 1900. Seither ist er nie mehr aufgetaucht, dieser Wille, das Land bis auf den letzten Blutstropfen zu verteidigen. Doch irgendwie war es auch nicht wirklich nötig, denn kann sich jemand erinnern, wann die Schweizer Armee das letzte Mal an eine Front gezogen ist?
Labels: Armee, Blogosphäre, Krieg, Medien, Presse, Weltwoche
Freitag, Oktober 02, 2009
Dvorak - Unübertroffener Müll seit 1984
The Macintosh uses an experimental pointing device called a “mouse.” There is no evidence that people want to use these things. I don’t want one of these new fangled devices.
Quelle: A design and usability blog: Signal vs. Noise (by 37signals)
Labels: IT, Journalismus, Medien
Mittwoch, September 30, 2009
Photoshopped? Bald mit Pflicht-Hinweis!
In case you hadn’t heard, earlier this month fifty politicians put a law in front of French parliament under which digitally manipulated images would bear the somewhat rueful label “Retouched photograph aimed at changing a person’s physical appearance.” The goal is essentially one of public health and consumer expectation: don’t try looking like this at home.
Quelle: Subtraction.com: The Meaning of Photoshop
Ich sehe die Mehrheit aller Plakatreklamen mit solchen Hinweisen verunstaltet. Fürchterlich, dabei haben diese Magersuchts-Models doch überhaupt nichts Verwerfliches an sich!
Die Franzosen könnten dieses Gesetz noch derart auf die Spitze treiben, dass man wie bei den Zigaretten mindestens 50 % des Plakats mit diesem Hinweis zupflastern müsste.
Labels: Frankreich, Gesellschaft, Kunst, Medien, Photographie, Politik, Werbung
Dienstag, September 29, 2009
MCR: Einfach mal Fresse halten!
Jetzt kommt also diese Frau Calmy-Rey und meint, sie müsse sich auch noch zur Verhaftung von Herrn Polanski äussern, nachdem die Justizministerin den Fall aus Sicht der offiziellen Schweiz dargelegt hatte.
Quelle: Arlesheim Reloaded. Mäuse schultern Elefanten. - Warum tut sie das nur?
Liebe Micheline, auch wenn du eine Genossin von mir bist (oder ich von dir) - musste das nun wirklich sein?
Dienstag, September 15, 2009
Die journalistischen Schweinegrippe-Hypochonder
Heute ist der 15. September, und eigentlich sollte das Land seit 15 Tagen durch tausende von Grippekranken lahmgelegt sein. Doch es war wohl nur ein Papiertiger:
Hoch gepokert – und einen Teil der Glaubwürdigkeit verspielt. Das hat der “Tages-Anzeiger” bei der Berichtsterstattung über die Schweizegrippe. Die Zeitung (oder sollte man sagen: “Boulevardblatt”) hat sich dabei im Hype um die Grippe ganz besonders hervorgetan. Das Wort “Schweinegrippe” erschien im “Tagi” in diesem Jahr bis Ende August insgesamt 312, in den Schweizer Medien insgesamt 4444 Mal.
Quelle: Weltis Welt » “Tagi” mit Schweinegrippe
Nun, wie ich gestern bereits auf Twitter geschrieben habe: Ich möchte mit einem Streetparade-Lovemobil vor das Bundesamt für Gesundheit fahren und anschliessend deren Werbespot mit Beat Schlatter ("S'isch käi Witz!") mit ca. 200 Dezibel nonstopp, Tag und Nacht abspielen.
Statt so munter und frischfröhlich dem Schweinegrippe-Hype angefeuert zu haben, hätten die Hirnis dort lieber praktikable und einschneidende Massnahmen präsentiert, wie in unserem Gesundheitssystem Kosten gespart und die Prämienzahler entlastet werden könnten.
Aber eben, das Triumvirat - eine Verschwörung von Bundesangestellten, Pharama-Multis und Verlegern - hatte andere Prioritäten. Ich hoffe, dass die Impfstoff-, Seifencreme- und Mundschutzproduzenten sowie Blättlimacher die gewünschten Gewinne einfahren konnten.
Labels: Bundesverwaltung, Gesundheit, Krankheiten, Medien, Presse
Donnerstag, September 10, 2009
Die wohl kurzlebigste Zeitung der Schweiz
Die "Bürgerliche Presse Zürichs" erschien nur gerade 5 Mal - während des Landesstreiks im November 1918.
Durch den Streik war die Druckerei der NZZ lahmgelegt, das Bürgertum konnte sich nur noch über das sozialistische "Volksrecht" informieren, weshalb vom Militär und besorgten Bürgern kurzerhand eine Ersatzzeitung aus dem Boden gestampft wurde.
Labels: Geschichte, Medien, Presse, Schweiz, Zürich
Donnerstag, September 10, 2009
Verjüngungskur à la NZZ
Der 54-jährige sagte, er habe die Leber eines 20-jährigen Mannes erhalten,
Quelle: Apple-Chef Steve Jobs nach sechs Monaten wieder im Rampenlicht (Panorama, NZZ Online)
Falsch, liebe NZZ, Steve sagte "... mid-twenties" ...
Dienstag, September 08, 2009
Mach jetzt endlich die Anzeige, du Idiot!
Vier Tage nach der angeblichen Schlägerei in der Matte hat das mutmassliche Opfer immer noch keine Anzeige gemacht.
Soll heissen: Die Journalisten bitten das Opfer insbrünstig, doch verdammi siech nonemal die Anzeige zu machen, damit die Zeitung gopferdelli endlich mit wichtigen und ausführlichen Reportagen gefüllt werden kann. Huere siech.
Labels: Bern, Journalismus, Medien
Mittwoch, September 02, 2009
Auslaufmodell Journalist
Sie unterliegen dem fundamentalen Irrtum, dass die technische Revolution, die sie in den letzten Jahren durchlebt haben, aus ihnen Newsleute gemacht habe, die sich auf der Höhe der Entwicklung bewegen. Doch ihre Arbeitsmethoden und Arbeitsabläufe sind immer noch dieselben wie vor zwanzig Jahren, [...]
Quelle: Arlesheim Reloaded. Mäuse schultern Elefanten. - Frühstück mit Zeitung
Labels: Journalismus, Kritik, Medien, Schweiz
Freitag, August 28, 2009
NZZ-Online Journi schon im Wochenende?
Dann waren es nur noch zwei: Die FDP will mit ... und ... den Bundesratssitz verteidigen.
Quelle: Die FDP steigt mit Burkhalter und Lüscher ins Rennen (Schweiz, NZZ Online)
Hätte man da die Platzhalter nicht mit den richtigen Namen ersetzen sollen? Oder schnall' ich den Wortwitz einfach nicht?
Labels: Medien, NZZ, Online-Medien
Donnerstag, August 27, 2009
Ungeduldige Newsnetz-Journis
Wem dient die Geheimniskrämerei? Den Geiseln oder Merz?
Quelle: Wem dient die Geheimniskrämerei? Den Geiseln oder Merz? - Schweiz: Standard - bernerzeitung.ch
Egal, wem's wirklich nützt - ich jedenfalls weiss, wer sich tödlich darüber aufregt: Die ganze Online Journalisten-Bande, die mangels Informationen alte Artikel rezyklieren und sich Vermutungen und Hypothesen aus den Fingern saugen müssen. Ach ihr armen, armen Newsnetzschreiberlinge ... *tätschel*
Nachtrag
Seit zwei Tagen steht das Flugzeug des Bundes auf dem Militärflughafen in Tripolis. Schweizer Politikern reisst langsam der Geduldsfaden.
Den Journalisten von Newsnetz übrigens auch ...
Freitag, Juli 31, 2009
Bahnhof Neuenegg
Unser heiliger Bahnhof kommt im heutigen Magazin voll und ganz auf seine Kosten:
Hier in Neuenegg (BE) ist die Schweiz noch nicht totgeputzt, hier riecht es nach Fremde und nach Pisse.
Quelle: Das Magazin » Warten auf Vase
Donnerstag, Juli 30, 2009
Für all die Schweinegrippe-Grännis
Virologin Karin Mölling entwickelt ein neues Mittel gegen Schweinegrippe. Obwohl sie sagt, dass die Todesrate viel geringer sei als bei normaler Grippe.
Quelle: «Das Virus ist extrem fit» - Wissen: Dossier - bernerzeitung.ch
Randal, du kannst wieder aus deiner Steinzeithöhle rauskommen ...
Wichtig ist zudem, das Grundschulwissen wieder aufzufrischen ("Einmaleins der Virologie"):
Wer die Schweinegrippe überstanden hat, ist immun.
Labels: Gesundheit, Hype, Medien, Schweinegrippe
Dienstag, Juli 28, 2009
Alarmstufe Rot: Wäsche überträgt Krankheiten!
Bei der Schweinegrippe haben wir die unheilige Allianz zwischen Pharmaziefirmen (Die Schweinegrippe macht ihn mit jedem Tag reicher - noch Fragen?) und Angestellten, die die Berufsbezeichnung "Journalisten" längst abgesprochen erhalten sollen - und nun haben sich die Postillenschreiber ausgerechnet mit der Waschmittel- und Waschmaschinenindustrie verbündet, um uns vor neuen äusserst gefährlichen Gesundheitsschäden zu warnen:
Erkrankt eine Person, zum Beispiel an einer Grippe oder einem Fußpilz, sollten ihre Kleidungsstücke jedoch gesondert mit einem Vollwaschmittel bei 60 Grad in die Trommel gegeben werden.
Die politisch nicht korrekte Antwort darauf wäre: "Habt ihr endgültig einen Flick fort?!"
Wenn das so weiter geht, erkläre ich 2009 als Jahr der übergeschnappten JournalistInnen. Frau Donner - Angehörige ihres Geschlechts reagieren erfahrungsgemäss deutlich stärker auf reale und gefühlte Hygienemissstände - hat zwar gründlich recherchiert und unzählige Meinungen eingeholt - doch diejenige Frage, die mich am meisten interessiert, hat sie nicht gestellt: Gehen wir hypothetisch davon aus, dass ich das perfekte Kleiderwaschregime entwickle, dafür für tausende von Franken Investitionen in neue Produkte tätige und schlussendlich keimfreie (!!!) Kleidgung aus der Waschmaschine ziehe. Spätestens wann - und in welcher Menge - treffe ich dann doch auf die pöhsen, pöhsen Keime? An Handgriffen von Türen, in der Strassenbahn, im Kontakt mit anderen Menschen, bei der Dusche im Fitness-Center ... Na? Aber solche Fragen entsprechen ja nicht der Auftrag eines professionellen Journalisten im 21. Jahrhundert. Nichts da von Komplexitätsreduktion und Einbettung des Berichts ins grössere Ganze - die Schreiberlinge sind ja nur noch dazu da sind, die Arbeitszeit und die Publikation auszufüllen. Die Qualität des Produkts ist dabei nebensächlich. Hauptsache fette Schlagzeile.
Wer immer noch Angst vor einer Ansteckung über Kleidungsstücke hat, soll sich zuerst überlegen, den Mitbewohner einer richtigen Quarantäne zu unterziehen.
Labels: Deutschland, Gesundheit, Kritik, Medien
Dienstag, Juli 21, 2009
Die Gefahr "Frau"
[...] Doch in dieser Verachtung steckt ein rechtes Stück Angst. Dieses Angstgefühl äusserst sich sehr deutlich in einer 1923 veröffentlichten antisozialistischen Broschüre. Sie stammt von E. Steinmann, Sekretär der Freisinnigen Partei, und W. Bretscher, Chefredaktor der "Neuen Zürcher Zeitung". Die Autoren verweisen auf wissenschaftliche Experten und erklären, dass eine Frau, die sich an einer Revolte beteilige, im Gegensatz zum Mann, absolut jedes moralische Gefühl verloren habe. Wenn die Frau aus ihrer natürlichen Umwelt, d.h. der Familie heraustrete, um sich öffentlichen Angelegenheiten zuzuwenden, gehe sie jeglicher Bezeihung zu moralischen Werten und Bindungen verlustig; sie sei daher, und insbesondere auf Seiten der Sozialisten, ein äusserst gefährliches Wesen.
Quelle: Jost, "Die reaktionäre Avantgarde", 1992, S. 100.
So schlimm ist es dann glücklicherweise doch nicht herausgekommen ... oder?
Meine Lieblingsberufgsruppe, die Rechtsverdreher, haben im Kampf gegen die Emanzipation - analog zur FDP und der NZZ - den Vogel abgeschossen:
Die Advokaten hinwiederum sprechen an ihrem Jahreskongress von 1910 in Genf den Frauen schlicht die Befähigung ab, diesen Beruf korrekt ausüben zu können. Der den Frauen angeborene Geist der Subjektivität, so die Herren Advokaten, erlaube es ihnen nicht, gerecht zu urteilen.
Quelle: Jost, "Die reaktionäre Avantgarde", 1992, S. 104.
Labels: FDP, Geschichte, Geschlechter, Journalismus, Medien, NZZ, Politik, Presse
Dienstag, Juli 21, 2009
Der Todeskampf der Presseindustrie wie wir sie Jahrzehntelang kannten
Old-school news companies aren’t like that — the editorial staff makes up only a fraction of the total head count at major newspaper and magazine companies. The question these companies should be asking is, “How do we keep reporting and publishing good content?” Instead, though, they’re asking “How do we keep making enough money to support our existing management and advertising divisions?” It’s dinosaurs and mammals.
Quelle: Daring Fireball: Charging for Access to News Sites
Sprich: Schlussendlich kämpfen die managenden Manager, Hausjuristen und Marketing-Fuzzis um ihr Überleben - nur logisch, dass die Journalisten (die "gemanagten" Sklaven) als erstes über die Klippe springen müssen, während man gleichzeitig Bullshit wie die espace.card auf den Markt drückt, der mit dem Kerngeschäft absolut nichts zu tun hat. Und am Ende werden sich die BWLer am Sitzungstisch verdutzt fragen, wo die Inhalte geblieben sind ...
Labels: Medien, Presse, Web, Wirtschaftskrise
Montag, Juli 20, 2009
Die Schweinegrippe wird [furchterregende Begriffe hier einsetzen]
Several people in the UK have quite possibly got swine flu, but this doesn't necessarily mean the end of civilisation.
... Of course flu is nothing to be, umm, sneezed at. It kills about 1,500 people in the UK every winter - but of course that is dull old people flu, not this headline-friendly new flu.
Quelle: Swine flu will [enter scare words here]... • The Register
Kann jemand bitte die unheilige Allianz aus BAG und Medienhäusern abstellen?
Labels: Gesundheit, Grossbritannien, Katastrophen, Krankheiten, Medien, Presse, Schweiz
Samstag, Juli 11, 2009
Bei der NZZ ist Unerfahrenheit Trumpf ...
Und das ausgerechnet beim Mutterblatt aller Schweizer Liberalen!
Wie Markus Spillmann ausführt, habe er sich bewusst für eine internationale Agentur entschieden, die zudem noch wenig Erfahrung im Zeitungsbereich habe.
Quelle: persoenlich.com - Medien - Im September kommt die neue NZZ
Freitag, Juli 10, 2009
Angriff ist die beste Verteidigung - auch in einem Radio-Interview
GENERAL COSGROVE:
Well, Ma’am, you’re equipped to be a prostitute, but you’re not one, are you?
Quelle: The Best Put Down Line Ever | World Free Stuff
Freitag, Juli 10, 2009
Zeitungsgrännis
"Wir können nicht länger hinnehmen, dass unsere teuer produzierten Qualitätsinhalte von Dritten bedenkenlos kommerziell genutzt werden, ohne dass dafür auch nur ein Cent an die Verlage gezahlt wird."
Quelle: heise online - 09.07.09 - Zeitungsverleger sehen sich im schwierigsten Jahr ihrer Geschichte
Kein Problem - euch hat ja auch niemand befohlen, dass ihr alle eure Artikel gratis und franko ins Netz stellen müsst. Zieht den Stecker, baut eine Bezahlwand auf. Wo verdammt liegt das Problem, ihr Grännis?
Donnerstag, Juli 09, 2009
Tilllate konkurs
Auf Drängen hin von gleich zwei voneinander unabhängigen Tippgebern mache ich hier noch die formelle Mitteilung, dass eine Firma namens tilllate management SA zu Beginn dieses Monats konkurs gegangen ist:
Aguna AG
Adliswil (ZH)
Übersetzungen des Firmennamen
- tilllate management Ltd
- tilllate management SA
Mit Verfügung vom 01.07.2009 hat der Konkursrichter des Bezirksgerichts Horgen über die Gesellschaft mit Wirkung ab dem 01.07.2009, 08.00 Uhr, den Konkurs eröffnet; demnach ist die Gesellschaft aufgelöst.
Quelle: Aguna AG in Liquidation
(Bemerkenswert, dass die Firma im Februar 2009 von tilllate management AG nach Aguna AG umbenannt wurde - wollte man damit weniger Aufmerksamkeit auf sich lenken? Vielleicht auch einfach nur um zu verhindern, dass ein blöder, kleiner Blogger einen Artikel mit "Tilllate konkurs" betitelt ... *zwinker*)
Keine Angst, liebe Züricher Partyszene - ihr könnt euch weiterhin im Indochine oder Kaufleuten ablichten lassen. inside-it hat am Tag der Konkurseröffnung bereits verdeutscht, was uns die Firma und das Handelsamtsblatt eigentlich mitteilen wollten:
Die im Jahr 2000 in der Schweiz gegründete Nightlife-Site Tilllate hat nach "intensiver Suche" einen Abnehmer für ihre internationalen Ableger gefunden. Das internationale Geschäft und die Markenrechte für alle Länder ausser der Schweiz und Liechtenstein werden vom schottischen Konkurrenzunternehmen Equitate übernommen. Die Schotten sind Besitzer des Nightlife Magazins "M8 Magazine".
In der Schweiz und Liechtenstein wird die Site weiterhin von der Tilllate Schweiz AG, die seit Januar dieses Jahres zum Tamedia-Verlag gehört, betrieben.
Quelle: Tilllate wird internationales Geschäft los
Bye bye, multinationales Tilllate. Dabei ergeht es Tilllate in etwa wie Rivella, welche vor einiger Zeit in England und den USA Fuss fassen wollte. (die BWLer verloren trotz dieses Misserfolgs keine Zeit und lancierten gleich die nächste Schlappe: Rivella Gelb) Einige Schweizerische Unternehmen sind von Marketing-Fuzzis und BWLer einfach falsch beraten, wenn sie den Sprung ins Ausland wagen - und grandios scheitern. Lieber sollte man seine Fähigkeiten auf den lokalen Markt konzentrieren statt sich international zu verzetteln.
Doch unter uns gesagt gelingt Tilllate selbst die nationale Präsenz mehr schlecht als recht. Zu lange ist man mit dem uralten Design von 2000 unterwegs gewesen, zu lange hat man vor sich hingewurstelt, anstelle Innovationen auf den Markt zu bringen. Kein Wunder, dass Facebook kam, sah und siegte. Bestes Indiz: Hat Facebook einen "tilllate connect"-Knopf prominent auf seinen Seiten? Eben ...
Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich das Geschäft mit der Ankündigung von Parties und der Publikation von Partyföttelis den durch die Wirtschaftskrise veränderten Bedingungen weiter anpassen wird.
Totgeschwiegen?
Wieso erschien der Konkurs nicht als Eilmeldung auf meinem Blog? Nun, momentan widme ich mir der Lektüre meiner Lizentiatsprüfung, die ich im Herbst absolvieren werde. Dies hat momentan die höchste Prioritätsstufe.
Abgesehen davon: Ich habe den "Markt" für schweizerische Partyfötteli-Flirt-Kindergarten-Communities längst als tot erklärt, weshalb ich meine Zeit nicht mehr mit Artikeln über dieses Web-Segment vergeuden möchte. So fand auch das erst kürzlich veröffentlichte Tilllate-Redesign (ja, der Murks vom letzten Oktober (2008) musste schon überarbeitet werden) keine Erwähnung hier. Auf den Punkt gebracht: Das Redesign macht sicherlich einiges Besser, doch das reicht im Zeitalter von Facebook halt einfach nicht mehr.
Labels: Medien, Schweiz, Tamedia, Tilllate, Wirtschaft
Mittwoch, Juli 08, 2009
Bill O'Reillys Reality Check muss einem Fact Check unterzogen werden
Eigentlich könnte man meinen, dass Bill von der Schweizerischen SVP eingeladen worden wäre (beide haben die Ideologie in etwa auf derselben Bühne), doch dann würde er doch nicht derart schmeichelhaft über unser Land sprechen:
I was in Switzerland last week and I did not see any litter on the street. Let me repeat: I drove hundreds of miles there was no litter anywhere. Switzerland is the cleanest country in the world.
And I went there to look at the Swiss environmental approach. The place is stunning! There are 7.5 ... there are 12.5 I should say million people living in Switzerland ... 22 % foreign born but apparently they are all greens according to environmental performance index. Switzerland is Number 1 in the world.
Health care is mandatory for the Swiss, but the government does not pay. And the worker, and the company that he works for, do. However the poor receives subsidies from the government, you can choose your own doctor there.
Retirements also funded by workers, not by the government. By law, retirement contributions are deducted from all pay checks. Companies are also required to pay into retiree accounts.
If you want to become a Swiss citizen ... they don't want you! It takes 12 years or longer and you can be rejected without a reason. If you sneak in there, they'll boot you right out.
Income taxes top out at 40 %, just about like here. There are a number of other taxes, like here. But very little poverty, not like here. Only 3 % of Swiss citizens run on welfare.
So the country works and our leaders should be studying it. They should also stay at the Palace Hotel in Gstaad - it's a great place.
Quelle: Schweizer: «Sie sind alle grün»
Meine kritischen Bemerkungen:
- Müll in der Spitalgasse und Wenn Abfälle in den Himmel wachsen: "Ghüderturm" auf dem Bärenplatz
- 7.4 Mio. Einwohner
- Prämienverbilligung Kanton Bern
- BGer: Begründungspflicht Einbürgerungsentscheid
Donnerstag, Juli 02, 2009
Newsnetz: Ist das noch seriöser Journalismus?
Ferienzeit scheint Ordografi-Fehlerzeit zu sein. Bereits vor einigen Tagen habe ich auf Unachtsamkeiten der Damen und Herren Online-Redakteure von Newsnetz hingewiesen. Zwei Tag vor Sommerbeginn verstärkt sich die Chose nun frappant:
- Brandopfers ist eine Frau - Wohl ein Tribut an das Aussterben des Genitivs?
- Deutiche Kritik am Sozialbericht - Wohl ganz aufgeregt, der bernischen Sozialdirektion wieder einen "reinzubremsen"?
Diese peinlichen Fehler lassen vermuten, dass die Content Management-Software von Newsnetz tatsächlich keine Rechtschreibekorrektur kennt. Hoffentlich gibts für die Journis Lohnabzug pro aufgetauchtem Fehler. Gratis-Tipp: Artikel mindestens einmal in aller Ruhe durchlesen. Amateure.
Labels: Bern, Medien, Online-Medien, Schweiz
Sonntag, Juni 28, 2009
Newsnetz Online-Redaktor mit Kater?
In der Nähe des Bahnhofes Düdinngen wurde ein Jugendlicher am späten Samstagabend von einem Zug erfasst. Er wurde schwer verletzt ins Inselspital geflogen.
Der Jugendliche hielt sich um 23.35 Uhr auf den Gleisen in der Nähe des Bahnhofs auf, als er vom Zug erfasst wurde. Er erlitte schwere Verletzungen.
Quelle: Düdingen : Jugendlicher auf Gleis von Zug erfasst - News Region: Freiburg - thunertagblatt.ch
Lesen die eigentlich ihre Texte nie durch, bevor sie auf "Publish" drücken?
Aber zum eigentlichen Thema des Artikels: Die heutigen Jugendlichen scheinen die Nähe zum Eisenbahnverkehr wirklich zu suchen. In einer anderen Meldung aus einem anderen Teil der Schweiz:
19-Jähriger im Bahnhof Stadelhofen von Zug überfahren
Zufall, dass die Vorfälle in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag geschahen und männliche Jugendliche involviert waren? Natürlich kann man nur spekulieren, ob die beiden mit 0.0 Promillen unterwegs waren oder nicht ...
Übrigens: Würden wir den Zugverkehr abschaffen und alle aufs Auto umsteigen, wären die Zeitungen am Wochenende wohl halb leer ...
Nachtrag
Und es geht munter weiter:
Raubüberfall Raubüberfall auf Tankstellenbistro
Drei maskierte Männer haben am Samstagabend das Bistro einer Tankstelle in Belp überfallen. Sioe bedrohten die Geschäftsführerin und ihren Ehemann und zwangen diese zur Herausgabe von Bargeld und Zigaretten.
Quelle: Raubüberfall Raubüberfall auf Tankstellenbistro
Labels: Alkohol, Eisenbahn, Jugend, Medien, Tod, Unfall, Zug
Sonntag, Juni 28, 2009
Nominal- oder Verbalstil?
[Hans-Rudolf] Merz' Sätze sind sehr schlicht aufgebaut. Oft reiht der Appenzeller einfach Sachverhalte aneinander. Selten verknüpft er die Sätze kausal. Es dominiert der sogenannte Nominalstil, der wegen seiner vielen Substantive schwerfällig wirkt. Typisch sind Wendungen wie "Die Gefahr ist gross" oder "Die Globalisierung erreicht..."
Gerne formuliert Merz so, dass der Urheber einer Handlung oder eines Sachverhalts nicht klar benannt wird. Beispiel: "Die Ausgaben des Bundes erhöhten sich." Rhetorisch und politisch sind solche Sätze eine Todsünde. "Wer so formuliert, legt sich nicht genau fest", sagt Sprachforerscherin Ebling.
Wortwahl, Satzaufbau und die formelhaften Wendungen erinnern "stark an Behördensprache", bilanzieren die Forscher.
Quelle: SonntagsZeitung, 28. Juni 2009, "Sehr nüchtern und ohne Emotionen", S. 15.
Und was stand in den Anmerkungen zu meiner Lizentiatsarbeit? Genau:
besser Verbalstil als Nominalstil
*hmpf*
Labels: Medien, Politik, Schweiz, Sprache, Stil, Studie, Studium
Dienstag, Juni 23, 2009
Nach der Schweingegrippe mal wieder der Iran
Der Machtkampf in Iran geht weit über das Duell Ahmadinedschad vs. Mussawi hinaus. Ajatollah Ali Chamenei ist in Bedrängnis durch Kritiker innerhalb der islamischen Elite, der Vorwurf des Wahlbetrugs gefährdet auch seine Position - haben die jahrelang unterdrückten Reformer doch eine Chance?
Meine Prognose: Trotz all dieser Pseudo-Möchte-Gern-Revolutionsunterstützer-Mit-Grünem-Twitter-Avatar-Bildli (mehr kann man ja vom Bürostuhl aus nicht tun, oder?) wird die vom Westen derart erhoffte Revolution im Sande verlaufen. Natürlich sind unsere Medien für einen abrupten Machtwechsel - aber kaum, weil die Journis das Regime als ersetzungswürdig empfinden, sondern einzig, weil man damit wieder die Hälfte der heutigen Titelseite gefüllt hat ...
Übrigens: Die Schweinegrippe bricht im Herbst aus. Jeder Dritte soll infiziert werden. Ich scheisse gleich in die Hosen vor Angst! Ich betone es ein weiteres Mal: Werden durch die Pig-Flu ganze Zeitungsredaktionen ausgelöscht, weine ich keinem sensationsgeilen Journi auch nur eine Träne nach. Die sollen kriegen, was sie in ihren Titelblatt-Träumen vorphantasieren ...
Labels: Krankheiten, Medien, Schweiz
Mittwoch, Juni 17, 2009
Jetzt soll ich ein Krisenkind sein ...
Den Namen finde ich etwas unpassend. Generation Internet gefiele mir bedeutend besser ...
Die 20- bis 35-Jährigen, sie sind Krisenkinder. Und an manchen Begriffen lässt sich dieses Lebensgefühl festmachen. Ehrgeiz ist einer davon, auch Schulden, Mut oder Handy-Fotos. Und das unscheinbare Wörtchen "Vielleicht" - weil morgen schon nicht mehr stimmen muss, was heute noch richtig ist.
Labels: Gesellschaft, Jugend, Medien
Samstag, Juni 06, 2009
Wieso die Konsolidierung der Presse not tut
Soeben auf Spiegel Online gelesen:
Air France hat am Freitag angekündigt, die betreffenden Sensoren an seiner Airbus-Flotte zu ersetzen. Letzte Signale des abgestürzten Flugzeugs belegen nach jüngsten Erkenntnissen bisherige Informationen, wonach die Maschine ohne Autopilot flog. Laut Arslanian, der für die französische Ermittlungsbehörde BEA arbeitet, ist allerdings unklar, ob der Autopilot bewusst ausgeschaltet wurde oder ob sich das Gerät wegen widersprüchlicher Computer-Informationen über die Fluggeschwindigkeit selbst abschaltete.
Letzte Signale des abgestürzten Flugzeugs belegten am Samstag nach Erkenntnissen der Ermittler die bisher nur als Mutmaßung kursierende Information, dass der Airbus zum Zeitpunkt des Absturzes ohne Autopilot flog. Es sei aber unklar, ob die Piloten von Flug AF 447 den Autopiloten ausschalteten oder ob sich das Gerät wegen widersprüchlicher Informationen des Computersystems über die Fluggeschwindigkeit selbst abschaltete, erklärte Arslanian.
Was zeigt uns diese Wiederholung? Personen, die sich "Journalisten" nennen, tun heute anscheinend nichts anderes mehr, als Pressemitteilungen mittels Copy&Paste zu neuen Artikeln zusammenzufassen. Dagegen muss man nichts einwenden - wenn man aber einen solch anforderungslosen Job ausübt, sollte einem doch um Himmels Willen bittesehr auffallen, wenn man denselben Müll in zwei aufeinanderfolgenden Absätzen wiederholt ...
Labels: Arbeitsleben, Internet, Job, Journalismus, Medien, Presse, Spiegel
Mittwoch, Mai 27, 2009
Die Dollarnoten-Regel
I recalled the “dollar bill” rule from high school journalism– there shouldn’t be a text area on the page large enough to fit a dollar bill without bumping into an element– a pullquote, a photo, a headline, etc.
Quelle: Shhhaw! » On Redesigning the Front Page of Talking Points Memo
Sonntag, Mai 03, 2009
Jetzt kommt auch noch die SAP-Abwrackprämie
Gemäss einem Inserat in der heutigen SonntagsZeitung übernimmt ein findiges Unternehmen
Speziell in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist ein stabiles, homogenes und zukunftsorientiertes ERP-System zu erschwinglichem Preis unverzichtbar. Denn nur dieses sichert Ihnen komplett durchgängige, effiziente und transparente Geschäftsprozesse.
Quelle: .: resource-Abwrackaktion: 50'000 für Ihr altes ERP-System :.
Abgesehen davon, dass das Inserat wohl vom Sohn des CEOs "designt" wurde (ich zähle vier Schriftschnitte und ebensoviele Schriftfarben), weiss ich nicht, ob obige Aussage wirklich so wunderbar auf SAP zutrifft? Der Kostenerlass von 50'000CHF kann aus dieser Sicht eher als vorgezogenes Schmerzensgeld gezählt werden ...
Sonntag, Mai 03, 2009
Was die Sendung Mister Schweiz ist - und was nicht
Aber irgendwie muss man ja die knapp zweieinhalb Stunden Sendezeit füllen – was bei einer Castingshow, bei der die Teilnehmer nichts können müssen ausser nur schön sein, gar nicht so einfach ist.
Labels: Medien
Freitag, Mai 01, 2009
"Pandemie steht unmittelbar bevor"
(Der Newsnetz-Artikel trug zuerst oben genannten Titel, bis wohl der Redaktionsleiter fand, dass man den drohenden Ton etwas entschärfen sollte. Neu spricht man nur noch davon, dass die Pandemie "näher rückt". In der URL des Artikels liest man aber weiterhin den ursprünglichen Titel ...)
In Deutschland und Grossbritannien ist die Schweinegrippe erstmals von Mensch zu Mensch übertragen worden. Die Alarmstufe 6 wird möglicherweise schon bald von der Weltgesundheitsorganisation ausgerufen.
Quelle: Schweinegrippe: Pandemie rückt näher - Schweiz: Standard - bernerzeitung.ch
Vielleicht wird die Alarmstufe 6 ja vielleicht nur aufgerufen, um all diese verblödeten Idioten von Journalisten in ihren Schreibstuben zu beschäftigen, damit sie ihre Blätter täglich füllen können ... Diesem Berufsstand alle Ehre - aber mit der Berichterstattung zu diesem Thema büsst Journalismus (bei mir) wieder ein Zacken Glaubwürdigkeit ein. Ist diese Grippe wirklich so tödlich und pandemisch, wünsche ich mir, dass sie zuerst auf den schweizerischen Redaktionen wütet.
Labels: Journalismus, Medien, Schweinegrippe, Schweiz
Montag, April 06, 2009
G20 ordert Napalm-Nachschub
Motto: "Wir löschen den schwelenden Waldbrand, in dem wir gleich den ganzen Wald abbrennen!"
Kein Wunder, dass Merkel und Sarkozy sich selbst dem charismatisch-konzilianten Obama verweigerten. Sie wollen abwarten, ob die bisherige, durch Schulden finanzierte Stimulierung tatsächlich wirkt, bevor sie noch höhere Schulden machen.
Quelle: SonntagsZeitung, 5. April 2009, "Vieles bleibt Wort", S. 21.
Labels: Europa, Finanzkrise, G20, Industrie, Medien, USA, Wirtschaftskrise
Mittwoch, April 01, 2009
Fast wie beim Economist ...
Hugo Boss - Probleme im Anzug
Quelle: FTD.de - Agenda: Hugo Boss - Probleme im Anzug - Seite 1 von 3 - Industrie
Die Briten lieben das Wortspiel ebensosehr - jeden Freitag frei Haus.
Dienstag, März 31, 2009
Ortograffie bei Newsnetz
Bei den Einbrüchen über den vergangenen Jahreswechsel erbeutete das Trio in wechselnder Zusammensetzung Laptopbs und einen Beamer im Gesamtwert von rund 60'000 Franken. Das Deliktsgut wurde unterdessen vollumfänglich sichergestellt und der Schule zurückgegeben.
Quelle: Teenager machten in Schulhäusern Beute für 60'000 Franken - News Zürich: Kanton - tagesanzeiger.ch
"ep", lern mal schreiben!
Freitag, März 20, 2009
Woran das Zeitungswesen wirklich krankt
Society doesn’t need newspapers. What we need is journalism.
Quelle: Newspapers and Thinking the Unthinkable « Clay Shirky
Labels: Journalismus, Medien, Presse
Mittwoch, März 11, 2009
Ultrakurz-Zusammenfassung von The 7 Habits of Highly Effective People
- Be Proactive. Principles of Personal Choice
- Begin with the End in Mind. Principles of Personal Vision
- Put First Things First. Principles of Integrity & Execution
- Think Win/Win. Principles of Mutual Benefit. Principles of Mutual Understanding
- Seek First to Understand, Then to Be Understood. Principles of Creative Cooperation
- Synergize. Principles of Balanced Self-Renewal
- Sharpen the Saw. Principles of Balanced Self-Renewal
Ursprünglicher Hinweis: Sharpening the Saw
Via: Wikipedia: The Seven Habits of Highly Effective People und QuickMBA: The Seven Habits of Highly Effective People
Mittwoch, Februar 25, 2009
Der tiefste Einbruch seit ... (bitte einfüllen)
Practically every day we get a new report stating this or that economic reading increased or declined by some insignificant amount. Then the total change from the past recession or last year is calculated and a “worst since” (i.e. - worst since 1997, the Great Depression, Carter Administration, etc.) headline is created.
Labels: Finanzkrise, Funny, Medien, Wirtschaft
Dienstag, Januar 13, 2009
SVP und Meinungsfreiheit
Weil die Volkspartei bei der Personenfreizügigkeit tief gespalten ist, fürchtet sie einen Imageschaden. Folge: Bauernpräsident Hansjörg Walter darf nicht in der «Bauernzeitung» über das Thema schreiben.
Quelle: SVP verpasst Hansjörg Walter einen Maulkorb - Schweiz: Standard - bernerzeitung.ch
Mit dem Parteibüchlein gibt man anscheinend auch sein Anrecht auf die Meinungs- und Äusserungsfreiheit ab. Ist jemand erstaunt?
Sonntag, Januar 04, 2009
Freude trotz Rezession
Nette Kolumne, die den Jahresanfang, die Rezession und wohl auch die kommende Depression etwas leichter machen soll:
Wir meinen das Branchendomino. Erst erwischte es Banken, dann Autobauer, Zulieferer, Chemie, Spediteure, Reeder. Es ist wie im Lied von den zehn kleinen Negerlein. Und die große Frage bei der täglichen Zeitungslektüre lautet: Wann ist die Branche dran, in der wir selbst arbeiten? Das ist ein echter Thrill.
Quelle: FTD.de - Kolumne: Andreas Theyssen: Rezession ist schön - Kolumnen
Und den hier hat sich die Financial Times extra für Kollege Burgi aufgehoben:
Krisengewinn. Kennen Sie London? Ist eine tolle Stadt. Bislang hatte sie nur einen Haken. Sie war dermaßen teuer, dass für deutsche Normalverdiener die Hotelzimmer für einen Wochenendtrip kaum erschwinglich waren. Diese Zeiten sind vorbei! Das britische Pfund ist dank der Wirtschaftskrise so tief eingebrochen, dass es heute 1:1 zum Euro steht. Da kann man sich auch als Euro-Päer glatt ein schaumfreies, schlecht temperiertes Ale in einem Pub in der Londoner City leisten. Also, nichts wie hin!
Eines ist klar: London wird noch vor Sommer 2009 bereist. Dann wird es endlich möglich sein, am Morgen nach dem Pub-Besuch trotz vollem Portemonnaie mit einem fürchterlichen Kater aufzuwachen ...
Labels: Funny, Medien, Wirtschaft
Sonntag, Januar 04, 2009
2009: Mega-Krise in der Online-Werbung?
We've had a few hundred years to learn to monetize print, over 75 years to monetize TV, and, most importantly, millennia to build business models based on scarcity. In contrast, our collective effort to monetize post-scarcity digital media have only just begun.
Quelle: Contemplating the Consumerist sale and the adpocalypse
Labels: Internet, Medien, Web, Werbung, Wirtschaft
Dienstag, Dezember 16, 2008
"Der Bund" braucht keine Unterschriften ...
... sondern Abonnenten!
Würde jeder, der die unten verlinkte Online-Petition unterschrieben hat, auch ein Abo kaufen, würde es der Zeitung rasch besser gehen. Sobald die Sache aber etwas kostet, ist von der Unterstützung bald einmal nichts mehr zu sehen.
Egal - als Abonnent der Tageszeitung habe ich die Petition selbstverständlich auch unterzeichnet. Ich sehe aber schwarz - in 12 Monaten werden wir Berner nur noch vom deutlich farbigeren und reisserischen Käseblatt informiert werden.
Mit dem «Bund» hat der Grossraum Bern eine aussergewöhnliche Zeitung. Wir setzen uns dafür ein, dass sie im Strudel von Restrukturierungen und Sparmassnahmen nicht zerstückelt wird.“
Freitag, November 28, 2008
Blogger kennen kein "Off-The-Record"
Current Belgian Minister of Defense Pieter De Crem apparently stumbled into a Belgian bar in New York City on Monday evening with his entourage. Following his visit, bartender Nathalie Lubbe Bakker blogged about their visit (in Dutch), talking about how disgusted she was of how drunk De Crem was and how embarrased she was about his behavior. Worst part, she wrote, was the fact that one of the politician’s advisors admitted to her that the meetings they were there for on taxpayer’s money were in fact cancelled because the UN was meeting in Geneva (which is about 330 miles from Brussels). He reportedly told her they had decided to come to NY anyway despite being aware of the cancellation because the policital situation here was ‘calm’ and that he’d ‘never visited the city anyway’.
Quelle: When Everyone Is A Blogger, Nothing You Say Is Off The Record
Die von der Sonntagspresse als Bla-Bla-Blogger beschimpften "Netzaktivisten" mögen zwar noch nicht jeden Politiker zum Rücktritt zu zwingen - unangenehme, aber durchaus berechtigte Fragen werden aber immer öfters gestellt. Und manchmal nimmt ein klassischer Zeitungsjournalist solche Gerüchte auf und verleiht diesen eine enorme Breitenwirkung. Alle profitieren, ausgenommen der Person, die sich den Faux Pas geleistet hat. Als Politiker muss man sich einfach bewusst sein, dass höhere Massstäbe an das Handeln gelegt werden.
Labels: Blogosphäre, Funny, Medien, Politik
Donnerstag, November 27, 2008
Truppengattungen und Teamfähigkeit
Als nach dem Einreichen des Brillenrezepts für untauglich erklärter Rekrut und jetziger Zivilschützer frage ich mich, ob es in unserer Armee mehr und weniger teamfähige Truppengattungen gibt? Anscheinend, wenn man sx von der NZZ glauben mag:
Dass Maurer teamfähig sein kann, hat er im Militär als Radfahrer [...] bewiesen.
Quelle: Kommentar: Kür nach Plan (Schweiz, NZZ Online)
Dienstag, November 18, 2008
Brotlose Historiker? Das war gestern!
"It would probably have to be the consulting and advising work I have done for investment banks and hedge funds," came the reply. "In the glory days of 2006, demand for a historical financial perspective was very high and there was a point when it was not impossible for me to get $100,000 for a one-hour speech at some extravagant hedge-fund manager conference in an exotic location."
Sagt niemand anderes als Pop-Historiker Niall Ferguson, der im zitierten Artikel arg auseinandergenommen wird (auch an einem Seminar hier in Bern wurde an seinem Bestseller Pity of War kein gutes Haar gelassen). Ich reihe mich deshalb - wider besseren Wissens - in die Riege der Ferguson-Kritiker ein und schliesse mit den Zitaten meines Vorredners:
Niall Ferguson, Harvard egghead and knit-browed global media star,
Labels: Geschichte, Medien, USA, Wirtschaft, Wissenschaft, Ökonomie
Montag, November 17, 2008
Das eMeidi-versum im MIGROS Magazin 45/2008
Die Ausgabe 45/2008 des MIGROS Magazin hatte es in sich: Einerseits kam dort auf Seite 18 Exil-Schweizer und Wahl-Kalifornier Kollege Dickreuter ausführlich zu Wort:
"Obama ist ein guter Redner. Was er bewirken kann, ist eine andere Frage"
Nicht schlecht staunte ich beim Weiterblättern, dass in derselben Ausgabe in einer Reportage auf den Seiten 118 und 119 eine andere relative Person der Zeitgeschichte (ein Begriff aus dem Medienrecht) in die Linse lächelte, die - wie es der Zufall so wollte - auch bereits hier auf think eMeidi genannt worden war ...
Vom Partyfloh zum CEO, Seite 119
Labels: Blogosphäre, Gesellschaft, Medien, Weltgeschehen
Sonntag, November 16, 2008
Doch Kantone, die mit Kinderkrippen und hohen Familienzulagen ein familienfreundliches Umfeld schufen, konnten den Trend abfedern.
Quelle: Mehr Kinder dank Krippen (Schweiz, NZZ Online)
Da stellt sich doch mal wieder die Frage mit dem Huhn und dem Ei: Ist es nicht wahrscheinlicher, dass kinderreiche Kantone schneller und mehr Krippen bauen, weil schlicht ein grösserer Bedarf danach besteht?
Labels: Erziehung, Kinder, Medien, Schweiz, Wissenschaft
Freitag, November 14, 2008
Peter Schiff: Rufer in der Wüste
Dieses Video muss man sich in der ganzen Länge reinziehen. Am Ende weiss man, dass Contrarians (von anderen als Blind abgestempelt), auch dann und wann ein Korn finden. Und Finanz-Sender und -Sendungen dafür da sind, den Trotteln das Geld aus den Taschen zu ziehen ("Capitalism separates fools from their money"). 24 Stunden Dauerwerbesendung - wer hätte das gedacht?
Labels: Finanzkrise, Medien, Zukunft
Donnerstag, November 13, 2008
c't Umfragen zu Service und Support bei Notebooks
Auch wer nicht Abonnent der Zeitschrift ist, kommt dank Notebook-Herstellern zu den erhellenden Artikeln:
- c't 2008/08: Vertrauensfrage (2008)
- c't 2007/06: Ratlose Kunden (2007)
Mittwoch, November 12, 2008
Rechts-Aussen-Blog und Medien mit der selben (?) Nachricht
Blocher schliesst Kandidatur für Bundesrat nicht aus
Quelle: NZZ: SVP bleibt «halb in der Opposition»
Christoph Blocher tritt an
Bundesrat Blocher steht als Kandidat zur Verfügung.
Quelle: Winkelried.info: Christoph Blocher tritt an | WINKELRIED.INFO
Samstag, November 01, 2008
Obama gewinnt (immer noch) haushoch!
... denn an den Fundamentals hat sich immer noch nichts geändert. Doch:
- Randale und Zgräsch waren gestern beide der Meinung, dass es für Barack Hussein Obama am 4. November verdammt knapp werden würde (Randal prognostiziert sogar, dass Obama 2-3 Tage nach der Wahl einem Attentat zum Opfer fallen wird) ...
- Der Spiegel schlägt heute in dieselbe Kerbe. Rechnet man die Fehlermarge von 3% ein (und zwar negativ für Obama), kommt man auf 46% für den schwarzen Kandidaten und 47% für den Greis.
- Zu guter Letzt ist auch Mani Messner aus Arlesheim
ganz klar der Überzeugung,voller Hoffnung dass es McCain schaffen wird.
Auf Grund meiner Voreingenommenheit zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten sehe ich wohl mit der rosafarbenen Brille auf den Wahlkampf. Aber bis Mittwoch (MEZ) kann ich immer noch an das matchentscheidende Element glauben, welches heuer zum ersten Mal in voller Geltung zum Tragen kommt: Das Internet und das soziale Web.
Gestandene Umfrageleiter und Journalisten können die Auswirkungen des (mittlerweile eigentlich nicht mehr so) neuen Mediums nicht nachvollziehen, weil sie noch immer in den alten Schemata denken. Doch sollte man Verlagen und ihrer Entourage in solchen Belangen heute wirklich noch trauen?
Nachtrag: Wer einem unwissenschaftlichen Polemik-Blogger aus dem bernischen Neuenegg nicht glauben mag, soll sich zu FiveThirtyEight begeben. Obamas "Win Percentage" steht dort auf mickrigen 97.2% ...
Freitag, Oktober 24, 2008
Johann Schneider-Ammann ein Bürgerlicher?
Selbst die Politiker der bürgerlichen Parteien sprechen plötzlich wie Linke: Er habe eine "Wut im Bauch", sagte Johann Schneider-Ammann
Würde Matthias von Rohr vom SPIEGEL das Blog Smythestyle lesen, wüsste er, dass Bürgerliche Schneider-Ammann nicht als einen der ihren betrachten. Ein Linker in liberaler Filzkleidung, sozusagen.
Labels: Blogosphäre, FDP, Funny, Medien, Politik, Schweiz, Wirtschaft
Freitag, Oktober 24, 2008
Felix Zehnder wird zum Medienstar
Den Ausbrüchen auf Twitter und Facebook zu Folge sollte ein gewisser Herr Felix "Fäkalsprache" Zehnder aus Zürich in den nächsten 48 Stunden zum Medienstar mutieren. Sein digitalisiertes Beschwerdeschreiben an Cablecom lässt derzeit Mailserver von Schweizer Unternehmen heiss laufen.
Ah, und Cablecom wird wohl Rüffel des Datenschützers erhalten. Konsequenz: Bald ein Mitarbeiter weniger in der Bude ...
Nachtrag
Na also, klappt ja. Wie erwartet gab es einen (kleinen) Medienhype um Felix Zehnder:
- Blick Online: Er ist die Stimme der Cablecom-Opfer (31.10.2008) - Dank Blick wissen wir endlich, wie Felix Zehnder aussieht und welchen Beruf er ausübt ...
Blick Online: «Liebe Cablecom, Sie sch...en mich an!» (31.10.2008) - 20min.ch: «Sie scheissen mich langsam an» (27.10.08)
- Facebook-Gruppe: Zitat von Felix Zehnder: "Sie scheissen mich langsam an"
Dienstag, Oktober 21, 2008
Fahrschüler: Durchfall-Gerücht
Dieses "Gerücht" gab es schon 1999, als ich meine Autoprüfung mit Ach und Krach erfolgreich absolvierte:
Man hört es immer wieder: Ende Monat sei es aus statistischen Gründen zuweilen aussichtslos, die Autofahrprüfung zu bestehen. Müssen Experten tatsächlich einen bestimmten Prozentsatz ihrer Prüflinge durchfallen lassen?
Quelle: Bern: Lassen Experten Fahrschüler absichtlich durchfallen? - Region - bernerzeitung.ch
Montag, Oktober 20, 2008
Die katastrophale Newsnetz-Suche
Kleines Beispiel:
- BernerZeitung: Resultate 1 - 5 von 5
- Google: Ergebnisse 1 - 10 von ungefähr 41
Ich finde es äusserst peinlich, wenn Google deutlich mehr Resultate findet als die CMS-interne Suchmaschine von Newsnetz - mit direktem Zugriff auf die Datenbank sollte es doch wirklich nicht derart schwierig sein, eine anständige Suchfunktion zu programmieren?
Labels: Medien, Neuenegg, Technologie, Web, Web-Entwicklung
Dienstag, Oktober 14, 2008
Newsnetz arbeitet an der Qualität
„Als das Newsnetz im August startete, hatten wir rund 20 Redaktoren im Newsroom. Die meisten von ihnen ohne Erfahrungen im Onlinejournalismus. Zudem arbeiteten sie auf einem Redaktionssystem, das bestenfalls zu 50 Prozent funktionierte. Im Prinzip hatten wir einen absoluten Kaltstart. Wir sind nun dran, die Stützräder abzumontieren. Man wird vom Newsnetz noch einiges erwarten können“
Eine Meisterleistung - sowohl was die Schreiberlinge als auch das tolle CMS-System betrifft, das man anscheinend für Newsnetz zusammengefrickelt hat. Immerhin werden die Stylesheets nun nicht mehr per JavaScript eingebunden.
Dienstag, Oktober 14, 2008
Silvio "Botox" Berlusconi?
Eigentlich sollte ja das Bild des zerstörten Rednerpultlis die Runde machen ...
Plötzlich hatte der Italiener einen Teil des Pults in der Hand.
... doch mich fasziniert eher Berlusconis aalglatte Fratze:
Tschinderassabumm. Der Gast aus Italien fand Gefallen.
Die Gesichtshaut ist derart nach hinten gezogen, dass es den Anschein hat, als wäre der Ministerpräsident Italiens Asiate (man achte auf die Augen).
Labels: Chirurgie, Funny, Italien, Körper, Körperkult, Medien, Politik, USA
Montag, Oktober 13, 2008
Ein und derselbe Kommentator?
Als ich mir die Kommentare zum soeben erschienen Artikel Zwei Kinder bei Deckeneinsturz im Westside verletzt anschaute, fiel mir auf, wie sehr sich die Schreibstile von Peter Moser und Samuel Heinzer glichen:
Peter Moser: ... wahrscheinlich wurden die Bauarbeiten auch dem Billigsten vergeben.........schliesslich ist ja der Bonus von Liebeskind und seinen Profilierungssüchigen Kollegen viel wichtiger...
Samuel Heinzer: In den USA wuerde Mc Donald betr. diesem Unfall mit ueber 10 Millionen Sfr. eingeklagt..........hoffentlich gibt Mc Donald Schweiz diesen Kindern ein Gratis Zvieri, wie es bei Unfaellen in der Schweiz ueblich ist ......keinen Schadenersatz..........sogar wenn man Tod ist im Schweizer Militaer............nur sfr. 50000 + Beerdigung.......das Leben ist billig in der Schweiz..
Abgesehen davon, dass ich diese Pünktlitis überhaupt nicht schmecken mag, verrät sie in diesem Fall ein- und dieselbe Person. Oder täusche ich mich?
Labels: Blogosphäre, Medien
Montag, Oktober 13, 2008
Banker in der Realwirtschaft unterbringen
kann man Banker auch in wertschöpfenden Branchen unterbringen?
Quelle: FTD.de - Das Kapital: Wohin mit den Bankern? - Marktberichte Aktien
Jetzt wird die Financial Times aber ganz bissig. Mir soll's recht sein *grins*
Konkrete Berufsaussichten:
Ein wirklich überzeugter [überzeugender?] Vertriebler - Aktien-Sales etwa - wird überall ein guter Verkäufer sein, ob für Finanzprodukte, Telefonverträge oder Heckenscheren. Die Erschaffer der CDOs, CDS, RMBS, ABS, SIVS und Conduits könnten ihr Geld fortan als Illusionskünstler im Zirkus oder auf Kindergeburtstagen verdienen. M&A-Berater satteln einfach um auf Partnervermittlung. Das Schöne daran: Wie im alten Job kann man auch an der Scheidung wieder mitverdienen. Fondsmanager ziehen zukünftig die Lottozahlen, Zentralbanken spielen Weihnachtsmann [...]
Labels: Arbeitsleben, Banken, Job, Medien
Samstag, Oktober 11, 2008
Rechtscheibefehler
Schreck für die Arbeiter im Gebäude des Interdiscount-Lagers in Bümpliz: Kurz nach 9 Uhr ertönte ein lauter Knall und es entwickelte sich heftiger Rauch. Gleichzeitig viel der Strom im Westside und im Gebiet Winterhalde in Bümpliz aus.
Quelle: Bern: Stromausfall im Westside - News Region: Bern & Region - Bernerzeitung.ch
Zuerst machten sie Stunk im «No Name Club», dann verprügelten sie auf dem Parkplatz den Geschäftsführer. Die Polizei sucht drei junge Münner.
Quelle: Zollikofen: Clubbesitzer verprügelt - News Region: Bern & Region - Bernerzeitung.ch
Dann doch lieber Gemeiderat, liebe BernerZeitung ...
Donnerstag, Oktober 09, 2008
Geboren um unsere Schulden zu bezahlen
Noch ist die Krise (schon fast eine Verniedlichung, nicht?) in vollem Gang, doch man sollte sich wirklich überlegen, wer schlussendlich dafür geradestehen muss:
"Weißt du, wer für all das zahlen muss?", fragte mich gestern eine der Sicherheitskräfte vor der Börse und zeigte dabei auf die andere Straßenseite. Dort lief gerade eine Gruppe Kindergartenkinder vorbei.
Quelle: FTD.de - Wall Streeter: Wer zahlt die Zeche? - Marktberichte Aktien
Labels: Finanzen, Finanzkrise, Medien, USA, Wirtschaft, Zitat
Donnerstag, Oktober 09, 2008
Egal was passiert, der Staat hilft euch Bankern!
Ein Breitbandnetz war aufgegleist, es gab neue Internetfirmen, und so weiter. In der Krise gingen dann viele Firmen unter, einige rappelten sich wieder auf. Das passiert in der jetzigen Finanzkrise nicht. Die staatlichen Eingriffe sind so breit, dass eine ganze Industrie im Glauben weiterlebt, sie habe eine Überlebensgarantie.
Quelle: «Vielleicht ist das ein heilsamer Schock» - Wirtschaft - Tagesanzeiger
Labels: Finanzen, Medien, Schweiz, Wirtschaft
Mittwoch, Oktober 08, 2008
Obama gewinnt - aber verliert
Der erste schwarze Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika - aber um sein Amt wird er angesichts der Wirtschaftskrise im Land nicht zu beneiden sein. Wahrlich hätte man ihm sonnigere Zeiten beim Einzug ins Weisse Haus in Washington gewünscht:
Dieses Dozieren sei Obamas Schwäche, wurde immer wieder gesagt. Doch die Lage im Land ist inzwischen so ernst, dass aus dieser Schwäche eine Stärke wurde. Die amerikanischen Wähler, so scheint es, suchen in dieser Lage keinen, mit dem sie ein Bier trinken könnten. Sie suchen einen, der ihnen die Welt erklärt.
Quelle: FTD.de - Zweites TV-Duell: Die verpasste Chance des John McCain - International
Sonntag, Oktober 05, 2008
Tilllate enttäuscht mit Redesign
Nach Jahren im Uralt-Kleid aus der Zeit der Dotcom-Blase ging Tilllate.com am 1. Oktober 2008 mit einem kompletten Redesign online (Dank: Daniel).
Nachdem die meines Erachtens am professionellsten betriebene schweizerische Party-Community im Mai 2008 den Wechsel auf Zend Framework bekannt gab, wollte und musste man wohl die mit MVC neu hinzugewonnene Flexibilität zur Schau zeigen. Wohl kaum zufällig wurde nur wenige Monate nach dem erfolgreichen Relaunch der Codebasis ein Redesign präsentiert. Der umgekehrte Weg wäre aus Sicht eines Entwicklers unlogisch gewesen, jedenfalls dann, wenn man es mit Uralt-Code zu tun hat.
Mit Tech-Blog mit Entwickler-Community in Kontakt
Dank der vorbildlichen Öffentlichkeitsarbeit durch das Tilllate Techblog (auf Twitter halten sich die Entwickler um Silvan Mühlemann leider allzustark zurück) wissen Beobachter, welche und wie viele (mit Betonung auf viele) Personen für die Technik hinter der Web-Site verantwortlich sind, auf welche Probleme sie treffen und welche Tools diese einsetzen.
Der Wechsel von selbstprogrammierten Spaghetti-Code auf das PHP-Framework vom PHP-Entwickler Zend höchstpersönlich zeigt das Bestreben der Entwickler, dort auf Open-Source-Software zu setzen, wo dies angebracht ist und Ressourcen schont. Wieso das Rad hunderte Male neu erfinden oder wieso die Gefahr eingehen, mit selber geschriebenem und schlecht getestetem Code unnötige Sicherheitslücken in die Web-Applikation reinzuschmuggeln? Zend Framework bildet eine - zugegebenermassen voluminöse und teilweise einarbeitungsintensive - Basis, auf der man erfolgreich objektorientierte Web-Applikationen mit dem MVC-Konzept realisieren kann.
Andere Artikel auf dem Blog geben zudem Hinweise auf die Verwendung von SVN zur Versionierung von Applikations-Code sowie auf intensive automatisierte Tests. Tilllate kann selbstbewusst vorgeben, welche Mittel Mitbewerber zum Unterhalt der technischen Infrastruktur bereitstellen müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Löbliches ...
Eines muss man Tilllate lassen: Die Site bricht vollständig mit dem alten Design - angesichts deren Alters ein löbliche Entscheidung. Auch zeigt ein Blick auf den Quelltext der Homepage, dass kein einziger Tabellen-Tag gefunden wird. Ein Hinweis darauf, dass man mit den längst verpönten tabellenbasierten Layouts aus der Zeit der Jahrhundertwende in den wohlverdienten Ruhestand geschickt hat. Stattdessen setzt man intensiv auf CSS, was unter anderem auch die vielen Listen zeigen, die sich im Quellcode finden. Aus meiner Sicht die semantisch korrekte Anwendung von HTML-Elementen.
Endlich wurde auch einer meiner innigsten Wünsche erhört: Die Dimensionen der Bilder wurde gegen oben angepasst. Heute surft niemand mehr mit einer Auflösung von 800x600 Pixeln, die Internetleitungen sind äusserst schnell und Datenspeicher wie auch Traffic sollte auch für Tilllate nicht mehr aller Welt kosten, um Bilder mit brauchbaren Dimensionen und ansprechender Bildqualität abzulegen. Leider scheint es bei der Qualität immer noch Abstriche zu geben. Favorit ist und bleibt in dieser Hinsicht Usgang.ch.
Die Bedienung über die Tastatur war längst überfällig und ist tadellos gelöst. So macht das durchstöbern von Event-Gallerien Spass! (Falls es denn zuverlässig klappen würde - mit dem Blocken der Ad-Server wird anscheinend oftmals kein Foto angezeigt, sondern nur ein schwarzes Loch)
... negatives
Dennoch bin ich bezüglich des Gesamteindruckes enttäuscht: Vor drei, vier Jahren hätte ein solches Redesign die Benutzer vielleicht noch entzückt. Doch leider ist mittlerweile 2008 und es gibt längst einen grossen Platzhirsch, um den man auch hier in der Schweiz nicht mehr herumkommt: Facebook.
Diese Bude zeigt mit ihrem Produkt, wie Social Apps fürs Web 2.0 (Buzzword-Alarm!) heutzutage daherkommen müssen, damit diese eine breite Masse ansprechen und sogar von Mammi und Pappi benutzt werden können.
Vergleicht man das "neue" Facebook (auch kürzlich online gegangen) mit dem Vorschlag von Tilllate, gewinnt Facebook klar nach Punkten. Selbstverständlich muss man beifügen, dass Facebook über ein vielfach grösseres Budget verfügen konnte als Tilllate und deshalb dementsprechend eine Heerschar an Entwicklern anheuern konnte.
Man darf aber nicht vergessen, dass gerade das Frontend ebenfalls von (genügend) Profis (Usability-Gurus, Interaktions-Spezialisten, Psychologen und was es fürs GUI-Design alles für Experten gibt) bewirtschaftet werden sollte. Falls Tilllate hier wirklich prominente Unterstützung hatte (wer? wie viele?), müsste ich den UI-Designern bei Tilllate ein äusserst schlechtes Zeugnis ausstellen.
Spezifische Kritikpunkte
Was genau stört mich am Redesign?
- Schwarzer Hintergrund. Ich kenne keine besucherstarke Web-Site, die über einen schwarzen Hintergrund verfügt (spontan: eBay, Amazon, aber auch das ebenfalls kürzlich redesignte Newsnetz mit BernerZeitung und Tagi). Die altbekannte Leier vom Kontrast - ich möchte keine fünf Minuten lang auf eine Web-Site mit solchen Farben schauen.
- Serifen-Schrift Was bei Newsnetz durchaus Sinn macht - man liest dort im Normalfall Medienartikel - ist für eine Party-Community irrelevant. Hier zählt die einfache Bedienung - für Buttons und andere Bedienelemente ist Sans Serif - allen voran die für die Bildschirmanzeige optimierten Microsoft-Fonts - die bessere Wahl. Ganz hässlich: Tilllate mixt Serif- und Serifenlose Schriften ohne ein für mich klar erkennbares Konzept. Wenn wir gerade beim Schriften-Bashing sind: Wieso findet sich die in der Print-Werbung verwendete Schrift nirgends auf der Web-Site wieder? Und wieso nur ist das Logo weiterhin mit der Impact gesetzt?
- Schrift-Grösse Auch wenn Jugendliche in der Regel über gutes Augenlicht verfügen - die Standardschriftgrösse ist einfach viel, viel zu klein!
- Whitespace Die ganze Site macht den Eindruck, als sei sie förmlich mit der Müllpresse komprimiert worden. Motto: Möglichst viel auf einen Screen - und zwar (auch) möglichst viel Werbung. Web-Design im 2008 muss aber atmen können, und Whitespace ist der Schlüssel dazu (Ich gebe mich als Fan von Oli und seinen Information Architects zu erkennen, die für tamedia Newsnetz gestaltet haben - übrigens per Zufall auch die Mutterbude von Tilllate)
- Asset-itis Beim Betrachten einer Photo-Gallery werden um die zwanzig Javascript-Dateien nachgeladen. Muss das sein? Was für den Entwickler angenehm ist, um die einzelnen Libraries abzukapseln, ist für den Browser mühsam. Auch verstehe ich nicht, wieso die Javascript-Dateien alle mit einem GET-Parameter geladen werden? Somit können diese (meines Wissens) vom Browser nicht gecachet werden.
It's the business model, stupid!
Zugegeben - einen frappanten Unterschied gibt es zu Facebook: Tilllate verfügt über einen deutlich besseren Business-Plan, was die nachhaltige Profitabilität anbelangt. Die Überflutung der Titelseite mit Werbung (ich blocke zu Hause Ad-Server auf DNS-Ebene, weshalb die Titelseite recht ruhig erscheint) zeigt deutlich, wie Tilllate die Löhne seiner Mitarbeiter bezahlt.
Zukunftsaussichten
Dennoch bin ich gespannt, ob Party-Communities auch die nächsten Jahre ihre Daseinsberechtigung beibehalten können. Schlussendlich wären Party-Föttelis nur ein Facebook-Feature unter vielen.
So komisch es vor einigen Jahren klang: Doch heute scheint sich der Web-Benutzer daran gewöhnt zu haben, mit dem realen Namen im Web aufzutreten. Aus dieser Warte erscheint die Identifikation der Benutzer mit Nicknames und die Unmöglichkeit, Personen mit ihrem richtigen Namen zu suchen, als zunehmend grosses Manko von Tilllate & Co.
Labels: Medien, Party, Schweiz, Web, Web-Entwicklung
Dienstag, September 30, 2008
Roger Federer - grösster Tennisspieler aller Zeiten
Wieso? Deshalb:
[...] given Agassi’s position and world-class quickness, Federer had to send that ball down a two-inch pipe of space in order to pass him, which he did, moving backwards, with no setup time and none of his weight behind the shot. It was impossible. It was like something out of “The Matrix.”
Quelle: Roger Federer as Religious Experience - Tennis - New York Times
Zugegebenermassen kenne ich mich mit Tennis zu wenig aus und schaue Federers Matches selten bis nie, um mich an die im verlinkten Artikel beschriebene Szene zu erinnern. Es tönt aber fantastisch.
(Notabene: Der Autor dieses Artikels, David Foster Wallace, hat sich kürzlich das Leben genommen)
Mittwoch, September 17, 2008
Kommentare zur UBS aus der Schweiz
Kauft UBS-Aktien, nie waren Tapeten günstiger!
Immer mit der Ruhe, das Geld ist ja nicht weg! Es ist ja nur woanders.
Ich habe noch 1000 Swissair Namensaktien im Safe. Wer ist an einem Tausch gegen UBS Aktien interessiert. Eins zu Eins natuerlich.
Quelle: Studie mitschuldig am Absturz der UBS-Aktien
Labels: Banken, Medien, Schweiz, Wirtschaft
Sonntag, September 14, 2008
Wenn JournalistInnen über das Internet schreiben ...
... kommt oft Müll heraus:
Als Gouverneurin sei Palin effektiv und bodenständig, gleichzeitig aber versuche sie, Fakten zu verheimlichen. So halte sie Topangestellte dazu an, ihr privates statt das öffentlich e-Mail-Programm zu benutzen – um im Falle gerichtlicher Untersuchungen die Mails zu schützen.
Quelle: Neue Vorwürfe gegen Sarah Palin - News Ausland: Amerika - Tagesanzeiger
Hä? Mozilla Thunderbird anstelle von Microsoft Outlook ... Geniale Idee!
Sollte wohl "die private anstelle der geschäftlichen E-Mail-Adresse zu benutzen" heissen. (Im Artikel geht es übrigens wieder mal um Palin-Bashing - weiter so!).
Mittwoch, September 03, 2008
Glückliches Heimatland
... nicht auf den ersten Blick. Auf den ersten Blick seid ihr Schweizer verklemmt. Auf den zweiten Blick verklemmt, aber glücklich.
[...] Die Schweiz ist ein langweiliges, humorloses Land, in dem alles funktioniert.
[...] Ein Schweizer sagte mir, ihr hättet Geschichte und Mythen, die euch zusammenhielten. Ich würde sagen: Geschichten, Mythen und Regeln.
Quelle: NZZ Folio, 09/2008, "Die glücklichsten Länder der Welt", S. 73.
Und dann ging Eric Weiner (Wiener? Selbstverständlich mit fragendem Ami-Englisch ausgesprochen) auch noch wie erhofft zum US-Bashing über:
In der Schweiz kann man ein Hotelzimmer buchen, ohne vorher seine Kreditkartennummer anzugeben! Und in den Bergen gibt es diese Hütten, in denen Essen bereitliegt und eine Büchse, in die man Geld wirft. In den USA würden die Leute alles aufessen und das Geld mitnehmen - wir vertrauen niemandem.
Samstag, August 30, 2008
Weltfremde Tagi-Journalisten entdecken, was Jugendlich am Wochenende so treiben
Mitten auf der Blatterwiese stand unter einem Sonnenschirm eine Lautsprecherbox, und laute Musik dröhnte daraus. Um die Anlage herum wurde getanzt, gekifft und gesoffen. Überall auf der Wiese waren Wolldecken ausgebreitet. Dort sassen die Jugendlichen zusammen, prosteten sich zu und waren in ausgelassener Stimmung. Eigentliche Aktivitäten gab es am Anlass nicht. Die jungen Leute standen lediglich in der Dunkelheit herum, lachten, grölten und tranken. Die Stimmung war im Allgemeinen fröhlich und friedlich.
Quelle: Botellón: Der Alkohol floss in Strömen - Zürich - Tagesanzeiger
Vielleicht sollte die Redaktion demnächst einmal mit jungem, frischen Blut versehen werden. Himmel - nur rumstehen, lachen und trinken? Die 68er, zu denen die Tagi-Journis wohl mehrheitlich gehören, brannten damals noch halbe Städte nieder.
Donnerstag, August 28, 2008
Aebys bilden die BLF
BLF - Botellón Liberation Front!
Nachdem ich letzten Sonntag den SonntagsBlick unsicher machte (kaum jemand - zwei, um genau zu sein - meiner Bekannten hat mich darauf angesprochen - liest wohl tatsächlich niemand den SonntagsBlick!), ist nun mein Bruder in der Online-Ausgabe der Tageszeitung dran:
Sandro aus Neuenegg spannt den Bogen noch weiter: «Gefährliches Spiel von Frau Maurer, auch für die eigene Partei: Die ‹Gehirnkranken› sind die nächste Generation von Wählern, und vergessen werden solche Aussagen garantiert nicht so schnell...! Toleranz ist das Schlagwort: Niemand stellte je ein Schützenfest, Turnfest oder Schwingfest derart an den Pranger.»
Quelle: Maurer «beleidigt Tausende Leute» - Zürich - Schweiz - News - Blick.ch
Rächt so, brüetsch! Es scheint, als ob es fundamentale Differenzen zwischen der SP und der Juso zu geben scheint ... Wenn das nur gut kommt!
PS: Es wird angeblich immer noch jemand gesucht, der für den Botellón in Bern die Verantwortung übernehmen will ...
Mittwoch, August 27, 2008
Club über Botellones
Halten wir fest: es geht um eine Art Jugendtreffen. Aber so genau weiss das niemand.
Gerade weil das so ist, muss nun unbedingt etwas getan werden. Angriff ist der Reflex, Jugendschutz die Parole von SP-Stadtpräsident Alexander Tschäppät, in roter Krawatte. Er hadert mit der namenlosen Bedrohung, einem Feind, der organisationstechnisch überlegen ist und sich weigert, Stellung zu beziehen. Überhaupt, diese Saufpartys, betrüblich. Niemand übernimmt Verantwortung und also weiss Tschäppät auch nicht, wohin er seine Polizei schicken soll, um die Jugend zu schützen. «Ich fühle mich hilflos.»
Dieses "Verantwortung übernehmen" scheint die grösste Gefahr für die Menschheit in westlichen Demokratien zu sein - wenn nicht Verantwortung übernommen wird, droht Anarchie.
Die Phalanx Imhof-Jobé hat ihren Job gut gemacht, so weit ich das während ca. 20 Minuten reinzappen beurteilen konnte. Wichtig war vor allem Jobés Hinweis darauf, dass der Begriff "Massenbesäufnis" von den Medien hochgespielt werde - obwohl die sich die Besucher einer solchen Versammlung nicht ins Koma saufen, sondern gemeinsam Spass haben, einander kennenlernen und einen nicht-kommerziellen Abend verbringen wollen.
Wichtig war auch die Aussage, dass sich Komasäufer am kommenden Wochenende auch ohne Botellon ins Koma saufen werden. Nicht der Botellon macht aus braven Neuntklässlern Komasäufer, aber selbstverständlich kann er solche Gruppierungen ebenfalls ansprechen und anlocken.
Ganz komisch wurde es, als der FDPler von Vereinen und der damit praktizierten Jugendförderung zu sprechen begann. Sein Verein veranstalte auch solche Saufparties, um sich finanzieren zu können (so meine klarifizierte, sinngemässe Übersetzung). Ich finde es irgendwie schon komisch, dass man so etwas vor laufender Kamera sagen kann. Verbietet es nicht die Moral, einen Verein mit Saufparties zu finanzieren?
Ungeschlagen bleibt aber der JSVPler, der seiner Herkunft, folgendes von sich gab:
«Die Medien haben das Thema, äh, hochdestilliert.»
War ja auch eine hochprozentige Diskussion, gell Wohlgemut *hicks*?
Ah, und da war ja noch Genosse Lexu, der fast wie Donald Rumsfeld über die "Known Unknowns" zu philosophieren begann:
Man habe eben einen solchen Botellon noch nie erlebt ...
Euro08? YB-Matches? anyone? Oder wie es der Zürcher Kommentarschreiber von sich gab:
Botellónes, resp. "Sauforgien" haben noch nie den öffentlicheh Friedengestört. Die Sauforgien hiessen bisher nur anders, zum Beispiel "Albanifest Winterthur", wo sich 100'000 Erwachsene drei Tage und zwei Nächte lang in 120 Festbeizen nichts anderes tun als saufen und fressen... Darunter befinden sich auch die Erzieher, die jetzt den Jungen an den Karren fahren.
...deshalb seien die Politiker und die Ordnungshüter etwas macht- und orientierungslos. Wenn sich die Botelloner zu benehmen wüssten - nun, das wünsche und hoffe er doch. Aber man müsse eben auch auf den Fall vorbereitet sein, wo alles aus dem Ruder laufe.
Sowieso, lassen wir zum Schluss einen Kommentarschreiber sprechen:
Zum guten Glück ist der Berner Stapi bekennender Abstinenzler...
Den Lexu habe ich also wirklich auch noch nie mit einem alkoholischen Gesöff in der Hand gesehen.
Montag, August 25, 2008
Wenn JournalistInnen über Gadgets schreiben ...
... kommt oftmals Müll heraus:
Michelle [Obama] hat ihm [Barack] und den Töchtern Laptops mit Digicam gekauft – so können sie sich vor dem Zubettgehen sehen, egal, wo er ist.
Quelle: Das Magazin » Yes, she can
Sollte wohl Webcam heissen, ne? Ich hoffe aber einfach mal, dass es sich um MacBooks mit eingebauten iSights handelt.
Mittwoch, August 20, 2008
Der umtriebige Philippe Müller (FDP)
Stadtrat Philippe Müller (hässliche Web-Site, notabene!), und was er von den stadtbernischen Sozialhilfe-Mitarbeiterinnen zu hören kriegte:
"Herr Müller, Sie haben manchmal komische Vorstellungen. Möchten Sie nicht ein Praktikum machen bei uns?"
Quelle: BernerZeitung, 20. August 2008, "Wie um die Einsicht in Dossiers diskutiert wurde" S. 23.
Labels: Bern, Funny, Medien, Politik, Sozialhilfe, Sozialversicherungen
Dienstag, August 19, 2008
Cablecom mit Qualitätsproblemen bei den Settop-Boxen
Statt nun lange mit den CC Hotline und Techniker zu plaudern, packt das Teil wieder in die Kiste und fährt damit zum Eschenmoser. Im 1. OG hat Cabelcom nähmlich einen Schalter eingerichtet, wo man defekte Set-Top-Boxen unkompliziert umtauschen kann (10 - 17 Uhr). Müsst einfach sagen, dass der CC Techniker (z.B. Herr Garcias) gerade bei euch war und gesagt hat, dass die Box ausgetauscht werden muss. Der Schalter wurde übrigens deshalb eingerichtet, weil zuviele Kunden ihre Box zurück schicken mussten. Fragt auch mal, den Eschenmoser Fernsehverkäufer wie viele Kunden täglich ihre Box zurück bringen, dann erübrigt sich die Frage, wieviele Kunden betroffen sind.
Quelle: Cablecom-Kunden verärgert über «Schrott-Box» - News Kultur: Fernsehen - Tagesanzeiger
Köstlich - vor allem wenn man bedenkt, dass Cablecom-CEO Fischer im Kassensturz betont hat, dass man keine anderen DVB-C-Empfangsgeräte zulässt, weil diese sonst einen "enormen Support-Aufwand" wegen Inkompatibilitäten und dergleichen verursachen würden.
Und jetzt? Dem Vernehmen nach spukt ausgerechnet diejenige "Monopol-Box", die Cablecom geprüft und für tauglich befunden hat. Ironie des Schicksals?
Das Bitterste an der ganzen Sache: DVB-C, digitales Fernsehen, wäre ein Standard, der von unzähligen auf dem Markt erhältlichen Settop-Boxen unterstützt würde. Aber leider verschlüsselt Cablecom das digitale Signal (eben leider auch der Free-TV-Sendern - gegen die Verschlüsselung von Pay-TV-Angeboten habe ich nichts auszusetzen) und zwingt die Kunden so zum Kauf der "Monopol-Box" und Entschlüsselungskarte.
Ohne Verschlüsselung könnte jeder Benutzer selber entscheiden, ob er sich die "Schrott-Box" antun will, oder aber zu einem kundenfreundlichen Konkurrenzprodukt greifen soll - jedenfalls solange er nicht Pay-TV in Anspruch nehmen möchte.
Labels: Cablecom, Infrastruktur, Medien, Schweiz
Montag, August 18, 2008
SBB und die Behandlung ihrer GA-Stammkundschaft
Bei den SBB verlangt man jedoch von jedem Kunden, der ein Familien-GA verlängern will, jedes Jahr neu den amtlich beglaubigten Nachweis des Verhältnisses Eltern-Kind. Oder übersehen die SBB, dass jeder GA-Besitzer ein Stammkunde ist und nicht ein potentizeller Betrüger?
Quelle: SonntagsZeitung, 17. August 2008, "Bürohr".
Auch chm hat kürzlich eine interessante und überaus berechtigte Frage an die SBB aufgeworfen:
Immerhin habe ich seit 16 Jahren ein GA, mein halbes Leben sozusagen. Da fände ich es eigentlich nicht übertrieben, mal einen entsprechenden Bonus zu erhalten. [...] Nach 5 Jahren “GA-Mitgliedschaft” gibt es 5 Prozent Reduktion auf den Kaufpreis. Und nach 10 Jahren dann 10 Prozent.
Quelle: Ihr GA ist da.
Nun, das ist wohl wegen der Autolobby so. Sonst würde plötzlich jeder Autofahrer Rabatt für die alljährlich zu erwerbende Autobahn-Vignette verlangen ...
Sonntag, August 17, 2008
Auch Schweizer Journalisten fahren auf das iPhone ab
[...] seit ich mit fünf oder sechs Jahren ein Playmobil-Piratenschiff zum Geburtstag geschenkt bekommen habe, konnte mich kein Spielzeug mehr in einen solchen Zustand blindseliger Ekstase versetzen.
Quelle: Das Magazin » Wenn Männer nur noch streicheln
Das iPhone kann auch zum Beziehungskiller werden - aber anders, als wir Männer uns das bisher vorgestellt haben:
«Sie hatte einfach den Eindruck, dass ich sie so zart noch nie berührt habe», meinte er schuldbewusst. Die i-Revolution oder: wenn Männer nur noch streicheln wollen.
Sonntag, August 17, 2008
Über die Exekutive(n) unseres Landes
Einer der besten Artikel, den ich über eine - die höchste und erwartungsgemäss eigentlich professionellste - Exekutive in unserem Land gelesen habe - und ich wage Parallelen auf allen Ebenen des Föderalismus zu erkennen. Natürlich abgedruckt im Magazin:
«Wie dieser Bundesrat arbeitet, ist freundlich formuliert: barock. Und unfreundlich formuliert: total ineffizient. Diese Regierung funktioniert noch wie vor vierzig Jahren. Doch sie verschwendet keine Sekunde daran, ihr Funktionieren und ihr langfristiges Wirken unter die Lupe zu nehmen.»
[...] Das Wort wird strikt nach Amtsalter erteilt; Chefbeamte, die in der Sache oft kompetenter sind als der Chef, werden nie eingeladen.
[...] Das ist eine Garde von Sesselklebern, die ihre zentrale Aufgabe nicht wahrnimmt, nämlich die Schweiz in die Zukunft zu führen.
[...] Die besten Chancen haben die eigenen Anträge dann, wenn der Departementschef nach dem Prinzip «Gibst du mir die Wurst, dann lösch ich dir den Durst» taktiert. Sinngemäss: Lässt du meinen Antrag durch, dann sag ich Ja zu deinem. Oder: Kritisierst du mich nicht, kritisier ich dich nicht. [...] Blocher war auch der Einzige, dem das Wurst-Durst-Prinzip mehr oder weniger wurscht war. Sein eigenes Prinzip im Kollegium war der Hang zum senkrechten Untergang, lieber sechs zu eins verlieren, als aus taktischen Gründen schweigen.
Quelle: Das Magazin » Die Wurst-Durst-Regierung
Wenn ich solche Dinge lese, wird mir der Herr Altbundesrat Blocher wieder deutlich sympathischer - für einige Minuten.
Doch was bräuchte das Land in der jetzigen Situation? Neue Leute - aber nicht nur neue, sondern auch fähige:
«Im Interesse des Landes müssen wir hoffen, dass das Parlament möglichst bald viele neue Bundesräte wählt, die bereit sind, als Konkordanzregierung über den Parteienhorizont hinauszuschauen und eine gemeinsame Vision von der Zukunft des Landes zu erarbeiten, [...]
Sonstige Schnippsel
Keiner der sechs ist an einem Sturz von Schmid interessiert, weil keiner von ihnen die Rückkehr des Leibhaftigen aus Herrliberg riskieren will.
Die Affäre Schmid/Nef ist für ihn nur das jüngste Beispiel für die Führungslosigkeit dieses Bundesrates, wenn auch ein hartes, weil sich für den Infanterie-Obersten mit zweitausend Diensttagen «einmal mehr zeigt, dass unsere Armee nicht von den Linken demontiert wird, sondern von der VBS-Spitze selber».
Samuel Schmid: Bereits im eigenen Laden nennen sie ihn mitunter den «Selbstverteidigungsminister».
Moritz Leuenberger: [...] Derweil hält sein «genialer Generalsekretär» Hans Werder (Fässler) den Laden zusammen.
Sonntag, August 17, 2008
Deutsche Ministerin mit Allüren
26.500 Euro für 146 Kilometer: Forschungsministerin Annette Schavan wird wegen der Nutzung der Bundeswehr-Flugbereitschaft kritisiert. Die CDU-Politikerin flog im Helikopter von Stuttgart nach Zürich - für einen Vortrag und ein Interview. Der Linienflug hätte 329 Euro gekostet.
Dank dem Blick wissen wir glücklicherweise auch, wie viele Flugkilometer unsere schweizerischen Bundesräte diesen Sommer auf dem Buckel haben.
Labels: Deutschland, Finanzen, Medien, Politiker
Donnerstag, August 14, 2008
Filmtipp: I.O.U.S.A.
Untergangsphantasien über die Vereinigten Staaten haben nun auch schon das Kino erreicht. Die Tagline des Films I.O.U.S.A. lautet:
The U.S. is going broke.
Trailer unter Apple - Movie Trailers - I.O.U.S.A.
Wer von solcher Schwarzmalerei nicht genug kriegen kann, abonniert sich The Daily Reckoning, wo Leute von Agora Financial schreiben (unter anderem der von mir so geschätzte Bill Bonner).
Labels: Film, Finanzen, Medien, USA, Wirtschaft
Mittwoch, August 13, 2008
Spuhlers Rieter-Investition
Besitzt nicht Peter Spuhler ein Aktienpaket dieser Bude?
Der Industriekonzern Rieter hat im ersten Halbjahr einen Gewinneinbruch erlitten. Über 2000 Jobs gehen verloren.
Quelle: Rieter: Konjunkturkrise kostet Tausende Jobs - News Wirtschaft: Unternehmen & Konjunktur - Espace
Labels: Medien, Schweiz, Wirtschaft
Dienstag, August 12, 2008
Heutige UBS-Medienmitteilung ordentlich seziert
Das Kapital von der Financial Times stellt die richtigen Fragen:
Zudem werden die leistungsabhängigen Boni in Zukunft von der Leistung abhängen - jener Division, in der man arbeitet. Überwacht werden soll das Ganze dann noch von einem Aufsichtsrat, dessen Mitglieder sich mit dem Sujet des Geldes und der Finanzmärkte auch auskennen.
Ja, wie lief es denn vorher?
Quelle: FTD.de - Das Kapital: UBS entdeckt das Selbstverständliche - Marktberichte Aktien
Montag, August 11, 2008
Inflationsblinde
Vor allem bei festen Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen gab es einen Preisschub - sie kosteten im Juli im Großhandel satte 30,8 Prozent mehr als zwölf Monate zuvor. Getreide, Saaten und Futtermittel wurden um über 18 Prozent teurer. Erze, Eisen und Stahl verteuerten sich um fast 16 Prozent.
Auch bei vielen Lebensmitteln lagen die Werte im zweistelligen Prozentbereich: Obst, Gemüse und Kartoffeln kosteten im Juli etwa 13,3 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Milch, Milchprodukte, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette 13,2 Prozent mehr. Bei Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze erhöhten sich die Preise um 12,7 Prozent.
Insgesamt lagen die Preise damit um 9,9 Prozent über den Werten des Vorjahresmonats. Das war die höchste Jahresteuerungsrate seit November 1981. Damals waren die Preise innerhalb eines Jahres um zehn Prozent gestiegen.
Dies so als Gegenpunkt zu der Auffassung drüben bei Winkelried: "Inflation? Welche Inflation?!"
Gelungen finde ich angesichts des obigen Ausschnittes folgende Worte der Wirtschaftsexperten aus Zug:
Ökonomisch gesehen ist die Inflation also nur zu einem kleinen Teil auf die Erdölpreise zurückzuführen. Fakt ist, dass die meisten Wirtschaftssubjekte ihre Preise erhöhen. Als Rechtfertigung geben sie alle unisono die Erdölpreise an, weil das jeder an der Tankstelle sieht und die Medien - Journalisten sind nun mal nicht die intelligentesten - dies einfach ungeprüft nachplappern.
Würde der Konsument diese Behauptungen konsequent in Frage stellen, wäre die Inflation nicht halb so hoch. Dazu braucht es aber Medien, die richtig informieren.
Quelle: Geschwatze Inflation
Die SPIEGEL-Redakteure jedenfalls geben nicht "unisono" den gestiegenen Erdölpreis als Grund für die Inflation an. Wie man sieht, haben sich Rohstoffe und Nahrungsmittel verteuert.
Was Winkelried zudem nicht schnallt: In (fast) allen Produkten steckt Erdöl drinne! Natürlich nicht physisch, aber in Form von Arbeitsleistung (bspw. Bagger, die Erze abgraben. Oder Traktore, die Felder mit Kunstdüngern vollpumpen, die wiederum mit Hilfe von Erdöl hergestellt wurden)
Labels: Blogosphäre, Energie, Erdöl, Finanzen, Konsum, Konsumgesellschaft, Medien, Wirtschaft


Abonnieren
