Mittwoch, Oktober 08, 2008
Erfahrungsbericht Sonnenkollektoren zur Warmwassergewinnung
So now we rely on the sun for hot water, and our gas boiler sits looking slightly put out, its role now reduced to topping up the tank when requested (you can almost here it mumbling, grumbling about “the good old days”…). Although it has taken a bit of getting used to, I think having solar panels is quite wonderful.
Quelle: Learning to Live with Solar Panels » Transition Culture
Schon lustig, solche Geschichten jetzt, im 2008, von Neu-Konvertierten zu lesen. Seit 1986 kenne ich nichts anderes mehr als sonnengewärmtes Wasser - bereits vor 22 Jahren hat mein Vater beim Hausbau hier in Neuenegg die Weitsicht bewiesen, Sonnenkollektoren zur Warmwassergewinnung zu installieren. Den Potager (Holzofen), den sich der Brite als Ergänzung wünscht, wurde bei uns gleichzeitig mit der Installation der Sonnenkollektoren eingebaut. Im sonnenscheinarmen Winter wird unser Warmwasser deshalb oft mit Brennholz aufgewärmt.
(Übrigens: Anstelle einer Gasheizung - typisch Grossbritannien - ist bei uns als Fallback vorgesehen, das Wasser mit (Nacht-)Strom zu heizen)
Mittwoch, Oktober 08, 2008
gEMEIDIrat
Es dauerte etwas lange, aber jetzt haben Burgi und Raffi den Plot doch noch aufgedeckt: Der Verschreiber auf dem Wahlplakat war gar keiner, sondern schlicht und einfach einen Hommage an ... mich!
gEMEIDIrat
Nebenbei: Wir sind nicht die einzigen unfehlbaren Orthographiekünstler ...
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Montag, Oktober 06, 2008
Gemeindewahlen 2008 Neuenegg
Interessenbindung: Der Autor ist Mitglied der SP Neuenegg und tritt bei den Wahlen auf der Liste Gemeinderat an.
Am 19. Oktober 2008 entscheidet das Neuenegger Stimmvolk über die Zusammensetzung des neu siebenköpfigen Gemeinderates (vorher: 9 Sitze) sowie über fünf Kommissionen.
Rechtschreibefehler
Leser der BernerZeitung werden spätestens seit letztem Freitag wissen, dass Neuenegg im Wahlkampf steckt: Die SP Neuenegg sah ihr orthographisch verunfalltes Wahlplakat unfrewillig mit einem Verriss in der BZ positioniert.
Danke Anna Tschannen für das Gratis-Inserat - und erst noch in Farbe! Der Partei wäre es ohne Sofortkredit einer Bank (oder eines zahlungskräftigen Unternehmers) nie möglich gewesen, ein solches Inserat abdrucken zu lassen. Ob uns der Flüchtigkeitsfehler effektiv Stimmen kosten wird, bezweifle ich.
Der Anlass für die Kritik war aber auch unser Wahlkampf-Sujet: Gemüse und Früchte (siehe Wahlbroschüre, PDF, 10MB). Neben der von der Medienschaffenden geschassten Kartoffeln finden sich auch Tomaten, Äpfel, Zwiebeln, Bananen und Kiwis in der Broschüre - immer im Zusammenhang mit der jeweiligen Kommission.
Im Gegensatz zu den anderen Parteien versucht die SP Neuenegg nämlich alle vier Jahre, eine kreative Wahlbroschüre auf die Beine zu stellen. 2004 druckte man in der Broschüre Wörter ab, die die Buchstaben "SP" enthielten (das provokative SPerma ist mir bis heute geblieben). In den Neunzigern war auch schon mal ein (Buckel)wal Sinnbild für die "Wahlen".
Wahlbroschüren
Mittlerweile haben die Stimmbürger die Wahlunterlagen - und somit auch die Broschüren - erhalten. Nachfolgend ein Vergleich des Wahlmaterials der anderen drei Parteien:
Liste 1: SVP
Die SVP hält seit Menschengedenken die absolute Mehrheit im Gemeinderat. Die Wahlbroschüre ist schlicht und macht kaum Aufheben - es macht den Anschein, als sei kein Grafiker dahinter gesessen.
Wie immer sind die Listen der Kommissionen reich mit vielen unterschiedlichen Personen befrachtet - die Partei verfügt also offensichtlich immer noch über ein grosses Reservoir an alten Hasen und aufkommenden Nachwuchspolitikern. Komisch mutet aber an, dass gleich mehrere abtretende Gemeinderäte - pro forma? - für Kommissionen kandidieren, denen sie bisher als Ressortvorsteher vorstanden.
Der hellblaue Hintergrund auf den Fotos der Gemeinderatskandidaten ist mir zu kitschig. Auch die Angabe von Hobbys finde ich etwas übertrieben, da eigentlich nur Allerwelts-Freizeitbeschäftigungen herumgeboten werden.
Auf die Lokalpolitik bezug nehmende Parteiparolen dürfen selbstverständlich nicht fehlen. Auszüge:
Hup Neuenegg!
Damit wir auch in Zukunft die Welt bei uns zu Gast haben.
Kontext: Die SP Neuenegg hat sich dagegen gewehrt, dass die Public Viewing Zone in Neuenegg während der Euro08 dazu missbraucht wird, auch noch gleich eine GUS Beach Party unter demselben Dach durchzuführen. Damit hätte man nicht nur Fussballfans, sondern Partyvolk aus der ganzen Region Bern angelockt. Und dies während drei Wochenenden, in einem Festzelt mitten im Dorf, ohne ausreichend Parkplätze.
Lässt man diesen Kontext bei Seite, ist es doch erstaunlich, dass die im Normalfall nicht gerade weltoffene und fremdenfreundliche SVP einen Gesinnungswandel durchgemacht zu haben scheint. Begrüssenswert!
Berner- oder Zürcherflügel?
Egal mit welchen Flügeln. Mit der SVP Neuenegg kommen Sie garantiert sicher ans Ziel!
Tatsächlich konnten in der SVP Neuenegg die Reihen auch während den BDP-Unruhen - dank Unterstützung von Tätschmeister Adrian "Richard Gere" Amstutz - geschlossen gehalten werden. Dennoch zeichnet sich ab, dass es durchaus Spannungen zwischen dem traditionellen, ländlich geprägten und dem bürgerlichen Flügel gibt.
Mühleberg oder Ökostrom?
Bei der SVP Neuenegg wird nichts kategorisch abgelehnt. Bei uns stehen Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit auf einer Ebene.
Auch hier wildert die SVP in neuen Pfründen: Das grüne Label konnte die SP Neuenegg - mangels einer Lokalsektion der Grünen Partei - bisher für sich beanspruchen. Erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang auch die Sonnenkollektoren-Geschichte, die von der SP Neuenegg mit einem Flyer thematisiert wurde. Ein Hausbesitzer musste seine Solaranlage rückbauen, weil deren Höhe gegen das Baugesetz verstossen hatte.
Liste 2: FDP
Bei der FDP hat es nur für eine zweifarbige Broschüre (Schwarz/Blau/Weiss) gereicht. Auch die (von der Mutterpartei vorgegebene?) Monospace-Schrift lässt das Herzen eines Gestalters nicht sonderlich höher schlagen.
Die Zahl der Kandidaten ist im Vergleich zu den anderen zwei traditionellen Parteien eher klein. Auf den Listen finden sich verschiedene Personen, die gleich für mehrere Kommissionen kandidieren. Ungewohnt: Der bisherige Gemeinderat, der wieder für das Amt antritt, fungiert auch auf der Liste der seinem Ressort unterstehenden Kommission. Weiteres Novum: Es kandidiert auch ein Landwirt für die Umweltkommission - als parteiloser. Bei den Landwirten scheint die FDP der SP einiges voraus zu haben.
Liste 4: CHJugend
Die jüngste Partei unseres Dorfes ist zugleich auch die (mitgliedermässige) jüngste Partei. Für die CHJugend stellen sich drei Personen (Jg. 1986, 1989) zur Wahl. Anstelle einer Broschüre gibt es einen klitzekleinen Flyer, was wohl auf das kleine Wahlkampfbudget zurückzuführen ist.
Begriffe, die auf die Politik der Partei schliessen lassen, lauten:
Ländlich, bürgerlich, innovativ
Die CHJugend steht für ein starkes Neuenegg auch in den Aussenbezirken
Man darf gespannt sein, wie viele Stimmen die ländlich und völkisch verankerten Jungpolitiker den anderen bürgerlichen Parteien, allen voran der SVP, abnehmen und ob sie es gar gleich beim ersten Anlauf in den Gemeinderat schaffen.
Freitag, September 26, 2008
Neueneggs neuester Export: Die Volleyball-Spielerin ...
... in Unterwäsche.
Während die Nachbargemeinde Köniz eine ganze Manschaft vor die Linse schickt, ist es hier in Neuenegg eine Frau, die sich im diesjährigen Bern Model Contest versucht:
(Leider ist die Zeitung schneller als ihr Webmaster; die Fotos von Daniela Flühmann sind leider (noch) nicht online: )
Als Platzhalter hier vorerst einmal ein Bild, gestibitzt von einer Community-Web-Site:
Wer nicht auf die Aktualisierung der Web-Site warten kann, durchsucht den Altpapierstapel nach dem Berner Bär vom Dienstag, 23. September 2008, und schaut sich Seite 11 an.
Dank: Kollege Randal
PS: Dies ist nicht die erste Frau aus unserem Dorf, die gross heraus gebracht wird ...
Donnerstag, August 28, 2008
Aebys bilden die BLF
BLF - Botellón Liberation Front!
Nachdem ich letzten Sonntag den SonntagsBlick unsicher machte (kaum jemand - zwei, um genau zu sein - meiner Bekannten hat mich darauf angesprochen - liest wohl tatsächlich niemand den SonntagsBlick!), ist nun mein Bruder in der Online-Ausgabe der Tageszeitung dran:
Sandro aus Neuenegg spannt den Bogen noch weiter: «Gefährliches Spiel von Frau Maurer, auch für die eigene Partei: Die ‹Gehirnkranken› sind die nächste Generation von Wählern, und vergessen werden solche Aussagen garantiert nicht so schnell...! Toleranz ist das Schlagwort: Niemand stellte je ein Schützenfest, Turnfest oder Schwingfest derart an den Pranger.»
Quelle: Maurer «beleidigt Tausende Leute» - Zürich - Schweiz - News - Blick.ch
Rächt so, brüetsch! Es scheint, als ob es fundamentale Differenzen zwischen der SP und der Juso zu geben scheint ... Wenn das nur gut kommt!
PS: Es wird angeblich immer noch jemand gesucht, der für den Botellón in Bern die Verantwortung übernehmen will ...
Mittwoch, August 27, 2008
Bolliger Ortsplanungsrevision zerpflückt
Bolligen soll wachsen, 7,3 Hektaren neues Bauland wollte die Gemeinde einzonen. Doch die Stimmberechtigten waren nur zu einem kleinen Teil einverstanden. In 14 Gebieten sollte in den nächsten Jahren gebaut werden dürfen. 7 mal sagte die Gemeindeversammlung ja, 7 mal nein. Besonders schmerzhaft für die Planer: Die Stimmberechtigten lehnten auch die beiden grössten Areale ab, Rörswil und Gässliacher.
Quelle: Bolligen: Wie viel Bauland ist nötig? - News Region: Bern - Bernerzeitung.ch
Gratulation an die Stimmbürger von Bolligen - ich nehme nicht an, dass in der Regel gleich ein Viertel des Stimmvolkes aufmarschiert. Auch kann ich mit dem Gedanken anfreunden, dass die Einwohner entgegen den Planern der Gemeinde von "mehr Wachstum" abgeschwört haben ...
Ein Vorgeschmack auf das, was Neuenegg auch bevorsteht?
Labels: Bern, Bolligen, Gemeinden, Neuenegg, Politik, Raumplanung, Schweiz
Freitag, August 15, 2008
Kriegerlis im Forst
Zielt mir um Himmels Willen nicht auf die Rehe *zwinker*
Der Gotcha Club Bärn (GCB) darf nach der Einwilligung von Gemeinde und Waldbesitzer künftig zwei Mal jährlich ein solches Spiel im Neuenegger Forst durchführen.
Quelle: Neuenegg: Airsoftspiele im Forst - News Region: Bern - Espace
Labels: Neuenegg
Donnerstag, Juli 03, 2008
Gratulation, Schwesterherz!
5.4er-Abschluss - damit hast du es allen Zweiflern gezeigt. Herzliche Gratulation!
Labels: Ausbildung, Bern, Blogosphäre, Familie, Neuenegg, Schule
Freitag, Juni 27, 2008
Damals: Abschlussfeier meiner 9. Klasse
Grundsätzlich ist gegen ein Fest zum Schulschluss nichts einzuwenden. Im Gegenteil: Eltern sollen ihre Kinder bei der Organisation eines Festes unterstützen, Verantwortung und vor allem auch die Aufsicht übernehmen; sie sollen also während des Festes anwesend sein und die Kinder oder Jugendlichen nicht unbeaufsichtigt lassen. Weiter empfiehlt die Polizei ein Verbot von Alkohol, Rauchen und Drogen.
[...] „Anlässe an einem Gewässer, im Wald oder überhaupt draussen sind eher gefährlich, wenn sie bis spät andauern“, schreiben die Kommandanten der Stadtpolizeien Grenchen, Olten und Solothurn.
Quelle: polizeinews.ch - So bleiben Schulschlussfeste friedlich
Ich kann mich nicht erinnern, dass bei unserem Fest Mitte der Neunziger Jahre Eltern die Aufsicht hatten und Alkohol verboten war. Die Ortswahl (Schönebrunne) hätte der Polizei überhaupt nicht gepasst. Immerhin stiessen keine Fremden zur Party (wir hatten dank Pesca Frizz plötzlich genügend "Fremde" in den eigenen Reihen).
Labels: Neuenegg, Party, Polizei, Schule, Sicherheit
Sonntag, Juni 22, 2008
Wilde Oranje-Camper
Die spontanen Camps in Stadtparks wegen fehlenden Hotelzimmer und restlos überfüllten Fancamps wurden von der Polizei geduldet. Ihre Auflage an die Wild Campierenden, nachher sauber zu machen, sei befolgt worden, lobte ein Sprecher der Host City.
Quelle: Der orange Zug kommt in Basel zum Halt (Panorama, NZZ Online)
Auch auf dem Parkplatz unserer Schule hier in Neuenegg fand sich letzte Woche ein Wohnmobil, das Holländern als Unterkunft diente ...
Samstag, Mai 24, 2008
Hängt die Fahnen raus! Und: Unsere Nati wird (wie immer) floppen
Heute Nachmittag fuhr ich seit langem wieder einmal bei Tageslicht durch unser Dorf und durfte feststellen, dass sich die Mehrfamilienhäuser reich beflaggt zeigen. Angesichts der in zwei Wochen stattfindenden Euro08 lässt sich in unserem beschaulichen Dorf niemand lumpen und hängt kurzerhand die Landesflagge gut sichtbar auf den Balkon.
Neben den Schweizerkreuzen sind mir auch mehrere italienische (einmal sogar unmittelbar neben einer Schweizerflagge) und eine portugiesische Flagge aufgefallen. Suberi Sach ...
Es ist anzunehmen, dass bis zum Anpfiff des ersten Matches rote (und andere) Farbtupfer an Balkonen exponentiell zunehmen werden - dieser neuartige (?) Brauch sich rasend schnell durch die Agglo zu verbreiten.
Wie Staatskarrossen
Der Renner in diesem Jahr sind aber ganz klar die Kleinstausführungen der Flagge, die man mit Plastic-Steckern ans Auto pinnen kann. Mindestens zwei müssen es schon sein, rein nur, um die Symmetrie zu wahren. Ich habe aber bereits ein Fahrzeug gesehen, dessen Besitzer wohl vier Chips-Packungen verdrückt und sein Auto gleich mit vier Fähnchen geschmückt hat. Auch hier wieder: Suberi Sach.
Alles für die Katz
Ich persönlich bin nicht so der Fahnen-Typ, zumal die Halbwertszeit der Flaggen dank den absehbaren Leistungen unserer Nati äusserst gering ausfallen wird. Klar, die Hoffnung stirbt zuletzt, doch unser Land ist nun einfach nicht der Ort, um eine erfolgreiche Fussball-Nationalmannschaft heranzuzüchten.
Einige Unbeirrbare akzeptieren die schmerzliche Wahrheit auch heute Anno Domini 2008 immer noch nicht - und versuchen mit den Fähnchen wohl, das Unterbewusste emotional zu überlisten. Nützen wird all das nichts.
Wir Europameister!
... Träumt weiter!
Um mir eine kluge Prognose über das Abschneiden unserer Mannschaft nicht aus den Fingern saugen zu müssen, kopiere ich kurzerhand den Text, den ich hier bereits anlässlich der Weltmeisterschaft 2006 zum Besten gegeben habe:
Wie immer wird unser Team auch dieses Jahr verbissen kämpfen müssen. Wenn wir weiterkommen, dann nicht auf Grund der (nicht existenten) Stärke als Fussballernation, sondern weil ungefähr 300 Faktoren eingewirkt haben, die nichts mit unserer Mannschaft zu tun haben. Also im Stile von "Wenn der Zweite in dem Spiel vier Goals macht, der Viertplatzierte aber mindestens ein Unentschieden herausholt und - ganz wichtig - Beni Turnheer im dritten Spiel in der vierzehnten Minute kurz das Bewusstsein verliert, ja dann kommen wir weiter".
Quelle: Prognose Frankreich - Schweiz
Noch kürzer zusammengefasst: Andere Nationalmanschaften spielen sich dank ihrer gewohnten Stärke souverän durch alle Vorrundenspiele. Bei Köbis Jungs ist es aber immer ein enormes "gniet unes knorz" mit vielen Dämpfern und noch mehr Stossgebeten, ohne dass wir jemals auf einen grünen Zweig kommen. Wir spielen immer derart schlecht, dass vom letzten Spiel alles abhängt und man diesen mit einem Torvorsprung gewinnen müsste, den nicht mal ManU gegen einen Dritt-Ligisten erzielen würde ...
Labels: Fussball, Neuenegg, Patriotismus, Schweiz
Donnerstag, Mai 22, 2008
Überlegungen zur Standortwahl der Firma Wander
Vor einigen Wochen eröffnete die Wander AG hier in Neuenegg ihre neuen Produktionsanlagen (die Medien berichteten). Damit ist sichergestellt, dass auch in den nächsten Jahren Ovomaltine, Caotina und Isostar aus meiner Wohngemeinde nach ganz Europa versandt werden.
Wie der Chef der Wander AG und der Produktionsleiter des Werks Neuenegg in ihrer Podiumsansprache darlegten, stand der Standort auf der Kippe. In Asien hätte man mit deutlich geringeren Kosten Ovo produzieren können. Doch schlussendlich fiel die Wahl dann doch zu Gunsten Neueneggs aus.
Begründet wurde dieser Entscheid in beiden Referaten eher schwammig; man verwies auf die "Swissness" des Produktes, welche tief in den Konsumenten verankert sei: Von Schweizern für Schweizer gemacht. Dafür war sowohl Wander als auch die Mutterfirma, Associated British Food, mit ihrem äusserst jugendlich wirkenden und astreines British English sprechenden CEO, bereit, eine zweistellige Millionensumme in die Modernisierung des Werkes zu stecken.
Um dem Preisdruck aus Asien standhalten zu können, mussten die ganzen Arbeitsschritte deutlich automatisiert werden, was einen Stellenabbau zur Folge hatte (glücklicherweise abgefedert durch natürliche Abgänge).
Nun gut, ich lasse den Erklärungsversuch für die Standortwahl mit Swissness gelten. Doch in Überlegungen, die ich in den folgenden Tagen anstellte, kamen zwei andere wichtige Punkte zum Vorschein. Es bleibt fraglich, ob sie den damaligen Entscheidern tatsächlich bekannt waren oder nicht:
- Kürzere Transportwege Klar kann man die Ovo-Dosen aus einem Werk in Südchina mit Frachtern in die Bestimmungshäfen um die halbe Welt herumschicken. Das ist aber zeitaufwändig und wird auf Grund steigender Erdölpreise auch immer ein teureres Unterfangen.
- Energieversorgung Wer den Automatisierungsgrad des Werkes demonstriert erhalten hat, muss einsehen, dass der Ersatz von menschlicher Arbeitskraft durch Roboter einen erhöhten Energiebedarf zur Folge hat. Auch ist die Herstellung der Ovomaltine (Erhitzung, Trocknung, Verpackung) seit jeher energieintensiv (mit Strom Wärme zu produzieren - man schaue nur den Stromverbrauch von Waschmaschinen und Co. an). Könnte die Beibehaltung des Standorts Neuenegg nicht auch Ausdruck dafür sein, dass das Unternehmen eine seit Jahrzehnten zuverlässige und vergleichsweise billige Stromversorgung den Kohlekraftwerken asiatischer Länder vorzieht? Immerhin kann die Schweiz mit ihren Stauseen Strom erzeugen, ohne auf ausländische Importe angewiesen zu sein.
Nun, wir werden sehen ... Auf jeden Fall kann ich also weiterin meine morgendliche "swiss made" Ovi geniessen. Danke, Firma Wander!
Labels: Energie, Erdöl, Neuenegg, Schweiz, Strom, Wirtschaft
Samstag, Mai 17, 2008
Blocher vs. Schlumpf
Na dann habe ich ja bei der Besichtigung der Saidef, dem vorzüglichen Apéro riche (mit viel Gemüse!) und dem anschliessenden Abendessen nichts wichtiges verpasst ...
Doch zur allgemeinen Abkühlung der Gemüter lässt sich nach der «Arena»-Sendung festhalten: Eveline Widmer-Schlumpf ist noch in der SVP, Christoph Blocher ebenfalls, und weder sie noch er sind handgreiflich geworden.
Quelle: Für «das Bild des Jahres» reichte es nicht - Schweiz - Tages-Anzeiger
Was während der Sendung völlig un-Weltbewegendes vor sich ging, liest man am Besten im Artikel Widmer-Schlumpf war am lockersten nach ...
Winkelried stellt in Live-Bloggen zur Arena eine andere Sichtweise dar - doch im Zweifelsfalle halte ich mich dann doch an die "offizielle" Version des Tagis.
Samstag, Mai 03, 2008
10. Mai 2008: Showdown am Grand Prix von Bern!
Nachtrag 3. Mai 2008: Neben den Startnummern sind nun zwei drei neue LäuferInnen hinzugekommen
Keine Ahnung, was in meine Kollegen gefahren ist - aber (fast) alle nehmen Sie am diesjährigen Grand Prix von Bern teil. In der bereits jetzt zugänglichen Teilnehmerliste finden sich illustre Namen wie ...
| 5632 | Zgraggen, Rémy | Grand-Prix von Bern - 10 Meilen | 1980 | Thörishaus |
| 6315 | Malke, Patrick | Grand-Prix von Bern - 10 Meilen | 1979 | Laupen BE |
| 6368 | Pearson, MaryEllen | Grand-Prix von Bern - 10 Meilen | 1981 | Ittigen |
| 6449 | Schmid, Fabian | Grand-Prix von Bern - 10 Meilen | 1980 | Neuenegg |
| 7508 | Sedlacek, Tom | Grand-Prix von Bern - 10 Meilen | 1979 | Bern |
| 10478 | Schmid, Raphael | Grand-Prix von Bern - 10 Meilen | 1984 | Neuenegg |
| 15468 | Schmid, Oliver | Grand-Prix von Bern - 10 Meilen | 1978 | Neuenegg |
Quelle: Grand Prix Bern 2007
Nachtrag
Unsere Jungs sind nicht die einzigen, die immer öfters dem Ruf dieser populären Sportart folgen:
Wohl bedingt durch das schöne und warme Wetter, haben sich bereits aussergewöhnlich viele Läuferinnen und Läufer für einen Start am Grand-Prix von Bern entschieden. 3812 Teilnehmende sind bereits in der GP-Startliste auffindbar. Dies sind ganze 28% mehr als am Vergleichstag im Vorjahr!
Quelle: GP-Newsletter März 2008
Damals, 2003 ...
... bewies ich mir selber, dass ich tatsächlich 10 Meilen (oder 16 Kilometer) an einem Stück laufen konnte. Dank des Wetterglücks (es war kühl und bewölkt) gestaltete sich der Lauf äusserst angenehm. Eine kritische Phase im Dählhölzliwald überwand ich selbst ein wenig verwundert im Nu - und schon ging es wieder aufwärts (im psychologischen, wie später auch im geographischen Sinne - Aargauerstalden!) Und plötzlich stand ich auch schon im Ziel.
Meine damals gelaufene Zeit: 1:33.46,5 - Rang 7889 (Overall), 1091 (M20). Und das völlig unrasiert, wie man auf dem Foto mit hochrotem Kopf leicht erkennen kann. Ich hatte mich derart geschont, dass ich mir gleich nach dem Zieleinlauf (freudig erwartet von meiner Schwester und meiner damals noch recht frischen Freundin Melanie) ein Bierchen (!) gönnte.
Meine Startnummer habe ich seither nie mehr eingelöst, den Lauf habe ich zuletzt nur noch als Zuschauer miterlebt.
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Mittwoch, April 23, 2008
Neuenegg und die Sonnenkollektoren
Gestern berichtete Tele Bärn über Sonnenkollektoren in meiner Wohngemeinde:
Sonnenkollektoren stossen auf Widerstand
Eine Bekannte hat mich freundlicherweise auf den Beitrag hingewiesen mit der Bemerkung ...
die huere gmeind het scho eine am heum. weli deppe si dert d gmeindrät?
... öhm, nun ja ...
Übrigens: Heute hat es meine Gemeinde zum zweiten Mal in Folge in die Medien geschafft. Thema dieses Mal: Das geplante Oranje Dorp und Befürchtungen der Anwohner über nächtliche Lärmbelästigung.
Wenn das so weiter geht, kennen Zuschauer von Tele Bärn bis Ende Woche den ganzen Gemeinderat ...
Samstag, Februar 02, 2008
Absolute Zuverlässigkeit der Bibel
Am Freitag, 29. Februar 2008 besucht Richard Wiskin meine Wohngemeinde, um über ...
Sintflut, Eiszeit und die Entstehung der Alpen
... zu referieren.
Wiskin ist gebürtiger Kanadier und lebt heute in der Schweiz.
Er ist selbst kein Wissenschaftler, sondern sieht seine Hauptaufgabe darin, in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern die oft schwierige Thematik allgemein verständlich zu vermitteln. Er hat als Bildungsreferent bereits in Hunderten von Vorträgen die absolute Zuverlässigkeit der Bibel dokumentieren können.
Quelle: Der Referent - Richard Wiskin
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Dienstag, Dezember 04, 2007
Wählt Valérie!
Aus Neuenegg stammen nicht nur angehende Pornosternchen, sondern auch erfolgreiche Sportlerinnen.
Die vermutlich erfolgreichste unter Ihnen ist eine ehemalige Klassenkameradin von mir: Valérie Lehmann. Unter anderem hat sie dieses Jahr in Lausanne die Goldmedaille über 1500m gewonnen und ist somit Schweizermeisterin!
Heute nun steht sie auch als Kandidatin für den Sportpreis für die oder den erfolgreichsten (und in diesem Falle wohl auch "sexiest") Sportler vor dem Siegertreppchen. Damit es ihr auch in dieser Publikumswahl auf den ersten Platz reicht, werden noch Stimmen benötigt. Achtung, fertig, los!
Toi toi toi!
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Samstag, Dezember 01, 2007
Neuenegg kriegt sein Pornosternchen
Lolita Bonita (Achtung: Diese Web-Site enthält pornographisches Bildmaterial und nicht jugendfreie Wörter)
Dank: Brotha Özel
Mal schauen, ob das Porno-Päärchen demnächst eine Hommage an Bernard und Bianca - Die Mäusepolizei produziert ...
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Mittwoch, November 28, 2007
Wenn die SVP um die Beibehaltung von neun Gemeinderatssitzen kämpft ..
... hört man Aussagen wie:
- "Nur mit neun Sitzen können die einzelnen Regionen der Gemeinde allesamt repräsentiert werden. Thörishaus, Süri, Bramberg, Bärfischenhaus ..." - Der Gemeinderat ist kein Ständerat. In der Exekutive sind fähige Köpfe gefragt, die das Beste für die ganze Gemeinde verfolgen. Sowieso: Was - ausser den aussterbenden Aussenschulen - gibt es in den einzelnen Regionen schon zu verteidigen? Konsequenz: Innerhalb der SVP können die Listenplätze nicht mehr so aalglatt unter den Anwärtern verteilt werden und sind nun hart umkämpft. Schreckensszenario schlechthin: Der Kampf der SVP-Regionen!
- "Wir haben Angst um den Proporz. Kleine Parteien haben es dann ganz schwer, überhaupt einen Sitz zu ergattern" und "In Zukunft wird es neue Parteien geben, das ist klar. Es gibt immer wieder neue Ideen." - Manchmal sitzt man an einer Gemeinderversammlung und kommt ab dem Gesagten nicht mehr aus dem Staunen heraus. Ich befürchte, der Redner hat bei "kleinen und neuen Parteien" weniger an die Grünen als viel eher an die Schweizer Jugend gedacht, die am äusserst rechten Rand politisiert. Oder meint er etwa die EVP?
- "Im schlimmsten Fall setzt sich der Gemeinderat aus zwei Parteien zusammen. Links und Rechts. Ich will das nicht" sowie "Die dritte Partei, die bisher das Zünglein an der Waage gespielt hat, könnte ganz aus dem Rat verschwinden." - Übersetzung: Die Partei, deren Namen mit F beginnt ("Juniorpartner"), steht uns im Kampf gegen die Linken nicht mehr stramm beiseite.
- "Bei Unwettern wie demjenigen von diesem Jahr sind die wenigen Gemeinderäte masslos überlastet" - Glücklicherweise wies ein anderer Anwesender darauf hin, dass die Ressorts ja bestehen bleiben. Ob es jetzt 10 oder 20 Liter pro Quadratmeter regnet, der Ressortleiter Feuerwehr muss einewäg ausrücken. Ob er diesen Sommer von anderen, nicht direkt betroffenen Ressortleitern unterstützt wurde, ist doch mehr als fraglich.
- "Man sagt immer, dass es heute schwer ist, Kandidaten zu finden. Ich sage Ihnen, es wird noch viel schwerer, wenn die Aufgabenlast auf weniger Schultern verteilt wird. Diese Aufgabe will dann niemand mehr machen." - Richtig. Ist halt alles eine Frage der Belöhnung. Der Markt spielt. Was der Redner übersah: der Vorschlag des Gemeinderates sieht eine Erhöhung der Besoldung eines Gemeinderates auf Total 8'000 SFr. jährlich vor. Der Vize erhält 2'000 SFr. zusätzlich. Und der Gemeindepräsident soll neu für ein Pensum von 20% 35'000 SFr. erhalten. Natürlich sind diese Zahlen vorerst rein als Empfehlung gedacht. Solange der Rat Ende Jahr nicht auch noch 20 Millionen SFr. als Bonus ausbezahlt haben möchte, habe ich kein Problem damit.
- "Wir müssen uns überlegen, bei der Annahme der Verkleinerung die Amtszeitbeschränkung für Gemeinderäte zu erhöhen." - Maximalforderung Gemeinderat auf Lebzeiten? Wennschon, dennschon: Dann führen wir auch noch gleich die Vererbung des Sitzrechts ein. Wie in guten, alten Zeiten.
Schlussendlich nahmen die Anwesenden Stimmbürger die Reduktion von neun auf sieben Gemeinderäte an (84:41 Stimmen). Ironie der Geschichte: Es war die SVP selbst, die seinerzeit die Abklärungen zur Reduktion angestossen hatte. Man munkelt, dass die Partei erst bei intensiven Berechnungen realisiert hat, dass sie bei einer Reduktion auf sieben Sitze das absolute Mehr im Rat äusserst rasch und knapp verlieren könnte. Deshalb der plötzliche Meinungsumschwung.
Erstaunlich auch, dass der Gemeinderat die Reduktion einstimmig beschlossen hatte - und die SVP-Räte an der Gemeindeversammlung vor Publikum plötzlich allesamt vom Mumm verlassen wurden und das Händchen nicht mehr brav hoben ... Ob sie sich schlussendlich der Stimme enthielten oder gar dagegen stimmten, ist mir leider nicht überliefert worden.
Eh ja - "hie ds Nöienegg dräie die politische Uhre no chli angers aus bir Classe Politique ds Bärn usse!".
Sonntag, Oktober 21, 2007
Neuenegg überrascht
Simonetta Sommaruga holt in meiner Wohngemeinde weit über Parteigrenzen hinaus Stimmen:
| Andres, Dora | FDP | 557 | 36.6% | 3. |
| Donzé, Walter | EVP | 69 | 4.5% | 5. |
| Luginbühl, Werner | SVP | 766 | 50.4% | 1. |
| Sommaruga, Simonetta | SP | 733 | 48.2% | 2. |
| Teuscher, Franziska | Grüne | 420 | 27.6% | 4. |
(Jedenfalls, wenn man davon ausgeht, dass "nur" 420 Personen, die auch Franziska Teuscher gewählt haben, tatsächlich Links stehen.)
Nationalrat
Mittlerweile sind auch die Zahlen der Nationalratswahlen in unserer Gemeinde bekannt:
| Liste Nr. | Liste | Parteistimmen | Wähleranteil |
|---|---|---|---|
| 1 | SVP - F / UDC - F | 2919 | 7.4% |
| 2 | SVP - M / UDC - H | 11698 | 29.8% |
| 3 | JSVP / JUDC | 1253 | 3.2% |
| 4 | SP-Frauen / PS-Femmes | 4900 | 12.5% |
| 5 | SP-Männer / PS-Hommes | 3139 | 8.0% |
| 6 | FDP / PRD | 4921 | 12.5% |
| 7 | jf / jr | 260 | 0.7% |
| 8 | LRR / LRR | 239 | 0.6% |
| 9 | Grüne / Les Verts | 2755 | 7.0% |
| 10 | jg-ja / jv-ja | 308 | 0.8% |
| 11 | GRAL / LAVerte | 176 | 0.4% |
| 12 | EVP - S / PEV - P | 1090 | 2.8% |
| 13 | EVP - Z / PEV - A | 122 | 0.3% |
| 14 | EVP - E / PEV - E | 144 | 0.4% |
| 15 | EDU - BC / UDF - FA | 1469 | 3.7% |
| 16 | EDU - NC / UDF - FV | 124 | 0.3% |
| 17 | SD / DS | 558 | 1.4% |
| 18 | Z - CVP / C - PDC | 1978 | 5.0% |
| 19 | Z - LS / C - LS | 476 | 1.2% |
| 20 | FPS / PSL | 138 | 0.4% |
| 21 | PIG / PIS | 292 | 0.7% |
| 22 | JSB / JSB | 82 | 0.2% |
| 23 | MP / MP | 98 | 0.2% |
| 24 | IGM / CCM | 107 | 0.3% |
| Total | 39246 | 100.0% |
Quelle: Resultate der Gemeinde Neuenegg
Es erfüllt mich mit Erleichterung, dass die SVP verglichen mit den Wahlen vom Oktober 1919 längst nicht mehr das absolute Mehr erreicht. Schade, dass die SP im gleichen Zeitraum nur gerade 5% gut machen konnte. Rechnet man die Grünen hinzu, gibt dies immerhin eine Verdoppelung der Stimmen. Die grossen Bürgerlichen (SVP, FDP, CVP) versammeln immer noch 70 Prozent der Neuenegger Wähler hinter sich.
Donnerstag, Oktober 04, 2007
Lesenswert: Amtsanzeiger
Jede Woche liegt er im Briefkasten. Viel zu oft wandert er danach direkt ins Altpapier: Der Amtsanzeiger. Dabei lohnt es sich, die Zeitung kurz durchzublättern und den Abschnitt über die eigene Wohngemeinde zu überfliegen.
Dank der heutigen Lektüre des Anzeigers meines Amtes weiss ich nun beispielsweise, dass von APG demnächst eine Anzeigetafel mit dem Format F24 irgendwo in der Nähe der Tankstelle Hurni gestellt werden soll.
Im Beamtendeutsch heisst das dann:
Baupublikation
Bauherrschaft: APG Bern, Bahnhöheweg 82, 3018 Bern
Bauvorhaben: Wandmontage von 1 F24 Plakatwerbeträger zum wechselweisen Anschlag von Fremdreklamen, nicht leuchtend.
Standort: Freiburgstrasse 31, Parz. 708, Zone Landwirtschaft
Ausnahme: Art. 24 RPG, Bauen ausserhalb der Bauzone.
Auflagestelle: Bauverwaltung, 3176 Neuenegg
Einsprachefrist bis und mit 5.11.2007.
Einsprachen und Rechtsverwarhungen sind schrifltich und begründet im Doppel beim Regierungstatthalteramt Laupen, 3177 Laupen einzureichen. Ebenfalls allfällige Begehren um Lastenausgleich, Lastenausgleichsansprüche die nicht innert der Einsprachefrist angemeldet werden, verwirken.
Neuenegg, 27.9.2007
Bauverwaltung Neuenegg
Mittwoch, September 12, 2007
Ortsplanung mit externer Studie
Kirchlindach [...] Während SP und FDP die Weitsicht der Entwicklungskommission begrüssten, stiess der Nachkredit bei den Vertretern der SPV auf Widerstand. Besonders kritisiert wurde die externe Ortsplanungsstudie. Diese Aufgabe könnten auch von der Entwicklungskommission und dem Ortsplaner übernommen werden, argumentierte der Präsident der örtlichen SVP, Hansueli Häberli. "Wir haben nicht das Gefühl, es jemanden von aussen braucht." Häberli äusserte zudem die Befürchtungen, die Anliegen der Bevölkerung würden nicht berücksichtigt.
Quelle: Der Bund, 12. September 2007, "Kredit für Studie zur Orstplanung bewilligt", S. 23.
Obwohl man für eine Ortsplanung hehre Ziele vorschiebt, geht es - kurz (und populistisch) zusammengefasst - darum, dass die Politiker gut befreundete Landeigentümer nach Kräften unterstützen (diese Vorbedinung grenzt die parteipolitische Herkunft der kollegialen Politiker arg ein). Seien es solche, die spekulativ Land gekauft und gehortet haben, als auch solche, die das Land seit Generationen besitzen und bewirtschaften (= Bauern).
Sobald die Fläche eingezont (oder umgezont) wird, steigt deren Wert um viele hundert Prozent. Somit ist es (in der Regel) im Interesse jedes Landbesitzers, dass sein Stückchen Land bei einer Ortsplanungsrevision zur Siedlungszone erklärt wird.
Man könnte munkeln, dass in gewissen Gemeinden nicht etwa der Ortsplanungsausschuss nach reiflicher Überlegungen Zonen verteilt, sondern die Landbesitzer gleich selbst ...
Die wirklich wichtigen Argumente der Siedlungsplanung sind in solchen Fällen eher nebensächlich - wenn sie sich just decken, ist's gut, und falls nicht, ist's ja auch nicht weiter schlimm ...
Glücklicherweise muss eine Revision dem Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kanton Bern vorgelegt werden. So können zumindest die gröbsten Ausreisser korrigiert werden, da der Kanton glücklicherweise anders gerichtete Absichten als die Gemeinde hegt. Ein bisschen Abstand zum Schlachtfeld hat noch keinem General geschadet. Der Blickpunkt liegt bei dieser Behörde im Zusammenspiel der längerfristigen Entwicklung innerhalb einer Region - das "Big Picture" tritt in den Vordergrund.
Ein Vergleich: Man stelle sich vor, ein Kind könnte sich Tag und Nacht in der Süssigkeiten-Abteilung eines Supermarktes herumtreiben. Aus seiner Sicht wäre es nur logisch, sich mit Schoggi und anderen Zucker-Bomben vollzustopfen - schliesslich schmeckt alles unglaublich gut und ist in rauhen Mengen vorhanden. Die Mutter des Kindes denkt aber in einem grösseren Zeitraum als das Kind, erkennt durchaus auch die Gefahren des kurzfristigen Vergnügens (Karies, Fettleibigkeit, Diabetes) und kann mit gezieltem Einsatz das Schlimmste verhindern - was nicht heissen soll, das Schleckereien generell vom Essenstisch gestrichen werden. Beabsichtigt ist eine Mässigung sowie eine Sensibilisierung des Kindes auf die schlecht fassbaren Risiken des Verhaltens - Erziehung eben. Diese Gabe scheint nicht wenigen "erwachsenen" Ortsplanern zu fehlen ...
Dass die Lenkung der Ortsplanung in den letzten Jahren nicht immer gelungen ist, zeigt eine Kritik des Vereins Region Bern:
Der Bevölkerungszuwachs soll zur Hauptsache im inneren, gut erschlossenen Teil der Region ermöglicht werden. Dies entspricht im Agglomerationsporogramm Verkehr + Siedlung dem so genannten Konzentrationsszenario. Die Entwicklung sollte zu mindestens 75% in Gebieten erfolgen, die vom öffentlichen Verkehr gut erschlossen sind (Strukturtyp A). Zu erwähnen ist jedoch, dass die tatsächliche Entwicklung in den Jahren 1996 bis 2004 gerade umgekehrt verlief. In der Gemeinde Bern ging die Wohnbevökerung um 4'300 Personen zurück, sie wuchs aber in den Kerngemeinden um 600 Personen und in den Agglomerationsgemeinden um 3'700 Personen.
Quelle: Regionaler Richtplan Teil 3. Siedlungs- und Bevölkerungsentwicklung. Hochhauskonzept. Mitwirkung.
(Nachtrag: Ein anderer wichtiger Grund, der zu Zersiedelung führt: Die Planer gehen von der irrigen Annahme aus, dass mehr Einwohner auch höhere Steuereinnahmen bedeuten. Da zont man im Notfall auch eine Kuhweide ein, um Neuzuzüger anzulocken. Zweifel an der Überlegung sind angebracht, sind die neuen Wohnungseigentümer doch mit einer Hypothek verschuldet. Auch müssen allfällige Erschliessungskosen der Siedlungen (Kanalisation, Strassen und ÖV) berücksichtigt werden!)
Samstag, August 11, 2007
Feiern bis der Syndic kommt
Gestern startete ich das Wochenende zusammen mit Chlodwig in dem von mir heissgeliebten Restaurationsbetrieb hier in Neuenegg: Dem Sternen. Vor Ort stiess ich einerseits auf Angehörige des weiblichen Geschlechts, die mit Mineralwasser ihren Frauenabend zelebrierten und die Lokalität leider viel zu früh verliessen; als auch auf meinen Bruder und einen seiner Kollegen, die uns bezüglich der konsumierten Alkoholmenge bereits einiges im Voraus waren.
Das restliche Publikum war gemischt - einerseits diejenige Fraktion an älteren Leuten nichtgenannten Geschlechts, die sich vor den in den eigenen vier Wänden wütenden Naturgewalten zu einem Bier und ihren Leidensgenossen gesellten, einige Ü30-Päärlis (die Damen mit rot getönten Haaren und keltischen Accessoires) und (im gestrigen Fall) eine Horder Jugendlicher, denen man die Minderjährigkeit förmlich ansah.
Dealer
Da das Lenz & Stähelin-Fäbi bereits das weite gesucht hat, müssen wir Laien der Juristerei auf Anfrage einer Bedienung untereinander ausdiskutieren, ob man einem 16-jährigen zwei Bier verkaufen darf, obwohl man sich fast sicher ist, dass dieser das zweite Bier an seinen minderjährigen Kollegen weiterverhökert.
Während die anderen von einem Verbot oder einer Grauzone sprachen, legte ich das Gesetz strikt aus und sah einzig diejenige Person in der Pflicht, die dem minderjährigen den Alkohol direkt weitergibt. Im Laufe des Abends kamen mir dann aber doch Zweifel an meiner Auslegung: Könnte nicht eine Art "Mitgehilfenschaft" des Bar-Betreibers vorliegen? Ich bin mir sicher, dass mein Stab an Juristen diese Frage in Bälde klären kann.
Musikantenstadl
Der DJ rekrutierte sich aus der letztgenannten Gruppe. Der Mann an den Plattentellern berieselte uns den ganzen Abend lang erstens in einer ohrenbetäubenden Lautstärke (O-Ton Mario: "Giele, das hie isch es Restaurant, da möchtme mitenang rede - weme wott tanze geit me is Outside!"), zweitens mit Musik, die in Abu Ghraib wohl zum Foltern der Gefangenen benutzt wird. Da der Disc Jockey seinem Namen überhaupt keine Ehre machte und auf eine gigantische MP3-Sammlung zurückgriff, konnte mein Stossgebet von dem Lenker im All nicht erhört werden: "Zum Glück isch die CD gli ferti" - denkste!
Der DJ reagierte auf unsere Bitten, den Musikstil doch auf ein ertragbares Niveau zu heben, mit den Worten: "D'Neuenegger Dorfjugend wott das so!". Henusode ...
Wie mein Bruder treffend sagte: Würden diese pubertierenden Kinder gegen ihren Willen in ein Lokal gesperrt und mit dieser Musik zugedröhnt, würden sie innert Minuten reisaus nehmen. Wenn Sie die Musik aber selber wählen dürfen, spielen sie lustigerweise genau den Sound, den sie eigentlich verabscheuen.
Feuchtfröhliches Ambiente
Fast Forward: Vier Bier später ist die Szenerie immer noch ähnlich, der Alkohol sorgt aber bei allen Beteiligten zu gewissen Verhaltensänderungen. Da zieht eine Polonaise an uns vorbei, von der die Alterssumme der Beteiligten knapp 16 Jahre erreicht. Da flirten die älteren Semester mit den jüngeren (ob erfolgreich, sei dahingestellt), da tanzt, so scheint es, die Bedienung schon selbst fast auf den Tresen. Und wir mittendrin.
Ordnungspolitik
Und da öffnet sich die Türe des Lokals ... aus der Dunkelheit der Nacht (nur ein effekthascherischer Schneesturm fehlt) betritt eine Gestalt den Ort des Geschehens. Die Anwesenden drehen sich zur Türe um und einige unter uns erstarren: Der Syndic!
Nun geht es Schlag auf Schlag: Zuerst muss der DJ (gelobet sei der Herr!) die Musik leiser drehen, dann die Fenster geschlossen werden. Die beiden für den Betrieb verantwortlichen Damen werden vor das Lokal zitiert und gemassregelt. Als sie zurückkehren sind sie leicht deprimiert, was für uns positive ökonomische Konsequenzen haben wird.
Hintergründe
Wie uns eine der Angestellten im Nachgang erzählt, stecke sie in einem Dilemma: Die Chefs des Lokals würden wütend, wenn die Musik zu leise sei - die Anwohner werden wütend, wenn das Gedudel zu laut sei.
Wird die Polizei wegen der Ruhestörung alarmiert, kommt in unserer Gemeinde aber nicht etwa die Polizei - sondern der Syndic. Meines Wissens müsste die Gemeinde jährlich einen Beitrag in sechsstelliger Höhe an die Kantonspolizei Bern abdrücken, damit diese höchstpersönlich aufkreuzt. Deshalb sollte man sich in Neuenegg nicht etwa vor Streifenwagen der Rennleitung, sondern von Angehörigen des Gemeinderats in Acht nehmen, die zu nächtlicher Stunde für Ruhe und Ordnung sorgen (müssen). Das Einsatzgebiet ist das ganze Gemeindegebiet, die Fälle reichen von Räsenmähen am Mittag bis zu häuslicher Gewalt.
Ich persönlich würde das "Polizei-Abo" lösen, wenn auch widerwillig, um eine ruhige Nacht zu haben.
Donnerstag, August 09, 2007
Sense bringt Hochwasser
Gestern Abend nach 10vor10 liessen es sich mein Vater, meine Schwester und ich es uns nicht nehmen, das das gefürchige Naturspektakel praktisch vor unserer Haustür (zum Glück ca. 50 Höhenmeter Unterschied zu unserem Vorteil) zu begutachten. In strömendem Regen wanderten wir hinab zur Autobahnzubringer-Brücke über die Sense. Ich kann mich nicht erinnern, den Fluss jemals derart hoch und derart schnell strömend gesehen zu haben.
Auf Grund der Lichtverhältnisse musste ich eine lange Belichtungszeit wählen (2 Sekunden, wenn ich die Anzeige richtig gelesen habe), weshalb man den turbulenten Abfluss nur schwer nachvollziehen kann:
Sense bei Neuenegg, 8. August 2007
Parkplatz für Wasserfeste
Das nachfolgende Video zeigt den Parkplatz auf der bernischen Seite. Normalerweise stehen dort, wo jetzt das Wasser über das Ufer trat, den Tag hindurch Fahrzeuge. Ein Fussgängerweg führt unter der Brücke hindurch gegen Thörishaus:
Wildwasserbahn
Auf der Mitte der Brücke stehend und in Flussrichtung schauend bot sich ein wildes Schauspiel. Wir versuchten uns gar nicht erst auszumalen, wie die Situation bei Laupen beim Zusammenfluss von Saane und Sense ausgesehen haben mag ...
Weitere Berichterstattung
hochwasser - sense und schwarzwasser
Mittwoch, Mai 30, 2007
Gemeinderversammlung vom 30. Mai 2007
Heute war es wieder einmal so weit, die Gemeindeversammlung der Einwohnergemeinde Neuenegg stand auf dem Programm. Die neu auch per WWW zugängliche Botschaft mit den Traktanden und der ausführlichen Erläuterung dieser verhiess einen relativ ruhigen Abend. Auf Grund der keineswegs kontroversen Themen erwartete ich eine ruhige Versammlung mit wenig Volk.
Das Ende der Direkten Demokratie
Anwesend waren 77 Stimmberechtigte von Total 3426, was nach Adam Riese eine Stimmbeteiligung von sagenhaften 2,24 Prozent entsprach. Wir Schweizer haben jeden Grund, auf unsere direkte Demokratie (auf lokaler Ebene) stolz zu sein. Ich frage mich manchmal nur, ob sie wirklich durch die EU, kriminelle Ausländer und Muslime bedroht ist oder doch eher durch eine gewisse Gleichgültigkeit der Dorfbevölkerung ...
Auffallende Formalien
Heute achtete ich mich speziell auf die Standardsprüche, die der Vorsitzende - wohl gemäss traditionell überliefertem Protokoll - zu sagen hat. Unter anderem erfuhr ich so, dass Neuzugezogene erst nach einer "Schonfrist" von drei Monaten an der Versammlung abstimmen dürfen. Dem vorangegangen war die Information über die abwesenden Personen, die sich - wie es sich für richtige Eidgenossen gehört - entschuldigen liessen. Zum Glück taten dies nicht alle 3426 minus 77 Stimmberechtigten, sondern nur eine handvoll Dorfprominenz.
Wenn sich einer meiner nicht sonderlich direkt-demokratisch veranlagten Kollegen für die nächste Versammlung einen Scherz erlauben will: Meldet euch ab! Ich werde mir ein Schmunzeln garantiert nicht verkneifen können.
Kickbacks für smarte Voter!
Wer im Gegenteil selbst vorbeischauen möchte: Für die Anwesenden gibt es kostenlos Mineralwuasser! Und wie meine Leser wissen, sollten wir unserer Gesundheit Willen alle mehr Wasser saufen! Die Gemeinde schaut also gut zu ihrer politisch aktiven Bevölkerung. Man stelle sich vor, es würde anstelle Mineralwasser Freibier ausgeschenkt ... in entspannter Atmosphäre liesse sich doch viel lockerer diskutieren?!
Viel Geld
Die Anwesenden schafften es im Laufe des Abends, glatt 500'000 SFr. für Kredite zu sprechen. Jeder anwesende Stimmberechtigte hatte so umgerechnet für je knapp 6'500 SFr. seine Hand gehoben. Nicht schlecht - ein solcher Stundenlohn lässt sich sehen.
Gewiefte Taktiker
Ein gewisser Krimi fand dann doch noch beim vorletzten Traktandum statt. Die Genehmigung der Gemeinderechnung 2006 verhiess einen Geldsegen in Form von unerwarteten Steuereinnahmen von juristischen Personen (Frage: Darf man die juristischen Personen, umgangssprachlich "Unternehmen", eigentlich nicht bei Namen nennen? Die meisten in der Dorfpolitik bewanderten wissen doch längst, um welche "juristische Person" es sich dabei handelt ...).
Man hatte also unplanmässig 1'000'000 SFr. (= 1 Million) zu verrechnen. Was sollte man damit tun? Es gab auf den ersten Blick eine Möglichkeit: Wir rechnen die "Kiste" (dieses äusserst respektlose Wort fiel in der Tat! *smile*) dem Kapitalvermögen der Gemeinde an.
Doch der Gemeinderat und die Finanzkommission hatten anderes vor: Dieses Geld sollte gemäss NRM ("Neues Rechnungsmodell" - Stewä weiss da vielleicht mehr ...) abgeschrieben werden. "Abschreibung" - das war doch einer dieser Begriffe, die ich ein, zwei Male im Wirtschaftskunde-Unterricht gehört hatte?
Was an der Versammlung niemand erklären konnte, damit es auch ein Primarschüler verstand, schaffte mein Vater schlussendlich bei der Heimfahrt: Mit der Abschreibung bindet man das Geld gleich in die laufende Planung ein und benutzt es zwingend für kommende Investitionen - man kommt also nicht in Versuchung, das Geld in einer schwachen Minute doch plötzlich für andere Vorhaben einzusetzen.
Der anwesenden Fraktion der SVP passte diese Abschreibung nicht in den Kram und man forderte eine Abstimmung heraus: Das Geld sollte nun doch dem Eigenkapital angerechnet und nicht abgeschrieben werden. Die wahren Hintergründe der SVP erschlossen sich den Finanzfüchsen der anderen Parteien relativ rasch: Indem man dieses Geld dem Eigenkapital anrechnete, sollte man rechtzeitig zur Budget-Versammlung im November ein gutes Argument für Steuersenkungen zur Hand haben. Mit elf "Steuerzehnteln" (auch so ein Gemeindeversammlungsbegriff, der mir überhaupt nichts sagt) hätten sich wohl viele für diesen nicht weitsichtigen Entscheid gewinnen können. Von Steuersenkungen sagte der SVP-Vertreter kein Sterbenswörtchen, was zu der komischen Situation führte, als die Gegner dieses Vorschlags plötzlich "Steuersenkungen" ansprachen.
Wieso ist eine Steuersenkung denn eine derart schlechte Idee? "Wir profitieren doch alle davon!" ist man versucht zu sagen. Das stimmt, kurzfristig betrachtet. Doch: a) Die Gemeinde Neuenegg ist immer noch mit 7 Millionen verschuldet. b) In den nächsten Jahren sind grosse Investitionen zu erwarten (man sprach von über 4 Millionen SFr.). Anscheinend ist es in solchen Situationen intelligenter, das Geld gleich für Investitionen auf die Seite zu legen. Mir soll's recht sein.
Als Reaktion äusserte sich ein Vertreter der Finanzkommission mit allem Nachdruck gegen den Vorschlag. Hinzu kamen die in solchen Fällen üblichen Meinungsäusserungen der anderen zwei Parteien (FDP und SP), die beide dem Gemeinderat und der Finanzkommission folgen wollten. Schliesslich hätten sich die beiden Gremien mit darin einsitzenden Sachverständigen wohl etwas überlegt, als sie sich für eine Abschreibung und nicht für die Erhöhung des Eigenkapitals entschieden hätten, hiess es von beiden Seiten.
Das Abstimmungsresultat fiel unerwartet klar aus: Der Vorschlag der SVP wurde von 19 Nasen unterstützt und so bachab geschickt. Einen so klaren Ausgang hatten die Versammlungs-Erfahrenen anscheinend nicht erwartet.
Eine Debatte zur Steuersenkung ist so wohl hoffentlich vom Tisch - und die Gemeindefinanzen wieder näher daran, in einigen Jahren von meiner Generation ohne Stöhnen übernommen werden zu können. Denn auch hier sollte eine vernünftige Nachhaltigkeit das erklärte Ziel sein.
Ferner liefen
- Das "Volk" hat den Gemeinderat beauftragt, einen Käufer für das älteste erhaltene Haus in Neuenegg ("Beerihus") zu finden
- Umfangreiche Arbeiten zur Erneuerung des Kanalisationsnetzes können begonnen werden
- In Thörishaus wird ein Bachlauf mit verschiedenen Massnahmen optimiert, um gegen künftige Hochwassser gewappnet zu sein. Anstösser haben erreicht, dass die Planungen auf der Gemeinde aufliegen und fordern, dass die von Landwirten geleisteten und von der Gemeinde vergüteten Unterhaltsarbeiten besser kontrolliert werden.
- Zwei Kreditabrechnungen wurden genehmigt. Die unschöne Überschreitung von 121.90 SFr. bei Traktandum 7 sei nicht etwa auf einen ganz exakten Rechnungssteller, sondern auf Entsorgungsgebühren zurückzuführen.
Montag, Mai 21, 2007
Die Agentin auf geheimer Mission
Meine wohl treueste Blog-Leserin und begnadete Party-Gastgeberin (und ZuckerSnackbäckerin) wurde "heute" (wann war es, ihr Nasen?) von einer TV-Kamera gefilmt. Die geheime Mission: Unterstützung der liebenliebenden Brüder beim Kampf um die 5gegen5-Krone.
Dank geht an Melaney, die mich gerade noch rechtzeitig auf den Blog-Artikel aus den urbanen Gefilden hingewiesen hat. So stand ich bereit, nur das blöde ggrab wollte just in diesem Moment nicht:
m_fill_video: timeout waiting with all buffers filled
Deshalb gibt es hier leider nur Stills und keine bewegte Bilder zu sehen ... *snüff*
Kritik
- Smythe Ich habe ihn noch nie so korrekt gesehen - da könnte sogar Randal einpacken. Wieso die Anspannung? "Giu, mau chli locker blibe!" Wieso gerade dir die "3. Säule" nicht in den Sinn gekommen ist, ist mir immer noch ein Rätsel. Souverän aber die Gottheit Saturn - nicht nur Lat-Lehrer Gysels Herz wird höher geschlagen haben. Diese Grimasse - priceless!
- Claudia Die Zahnbürstli-Geschichte habe ich nicht ganz begriffen ("Weimer mau tusche? Ha da ono füf ipackti umeliege"), die Top-Antwort entschädigte aber für alle Fragezeichen.
- Fäbi "Ääääh?" Aber: Noch nie hat eine Ratlose derart süss dreingeblickt.
- Räbeli Nichts zu motzen.
- Ölä Huh, der war ja anfänglich auch noch mit von der Partie ... Charakteristisch?
Alles in allem gelungen. Die Performance lässt sich noch nicht ganz mit Smythes Portfolio vergleichen, aber man soll ja den Tag bekanntlich nicht vor dem Abend loben: Steigerungspotential ist durchaus vorhanden! Morgen will ich 200 Punkte sehen.
Beschwerde
Dass die Stelzbockfraktion von engsten Verwandten und Mitbewohnerinnen nach stelzböckischer Manier ausmanövriert wurde, nehme ich euch noch lange übel, ihr nasigen "Brothers of Love"! Für uns hätte es garantiert noch ein paar Stehplätzchen gehabt.
Belastendes Material
Restliche Bilder der eigentlichen Protagonisten finden sich auf Flickr.
Labels: Blogosphäre, Neuenegg
Mittwoch, April 18, 2007
Nationalratswahlen vom 26. Oktober 1919
Das waren noch Zeiten, als die "grosse Partei" hier in Neuenegg noch wirklich unglaublich gross war und 76% Stimmenanteil holte.
| Partei | Stimmen | Prozent |
| Grütlianer | 505 | 3.11 |
| Sozialdemokraten | 2'580 | 15.87 |
| Fortschrittspartei | 746 | 4.59 |
| Bauern- und Gewerbepartei | 12'397 | 76.28 |
| Evangelische Volkspartei | 9 | 0.06 |
| Katholische Volkspartei | 1 | 0.01 |
| Pari libéral pop jurassien | 14 | 0.09 |
| 16'252 | 100.00 |
Dienstag, April 17, 2007
Fundamentalkritik aus Neuenegg
Das SP-Konzept, dass Frauen ums Verrecken in jeder Beziehung Männer sein müssen, ist ein Grund für den Zustand unserer Jugend ohne Anstand, ohne Moral und ohne Verantwortungsgefühl. Sei es auf wirtschaftlicher Ebene, auf Steuerebene oder beim Krankenkassenwesen, bei der IV-Versicherung oder eben bei der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau - die ad absurdum geführte Gleichmacher- und Fürsorge-Ideologie der SP verstösst gegen sämtliche Naturgesetze und erzeugt, wo man hinschaut, Pseudo-Opfer, Staatsverschuldung, Kriminalität, Arbeitslosigkeit, Ungerechtigkeit und allgemeinen gesellschaftlichen Niedergang.
Bernd Grütter, Neuenegg BE
Quelle: SonntagsBlick, 25. März 2007, "Frage der Woche vom 18. März 2007 - Finden Sie es gut, wenn Mütter berufstätig sind?".
Irgendwie habe ich das ungute Gefühl, dass Herr Grütter im Wahlherbst keine SP-Liste einlegen wird ... Immerhin: Würden wir alle Frauen wieder an den Herd abkommandieren, wären wir auf einen Schlag all' unsere Probleme los. Das sind doch wahrlich goldene Perspektiven.
Freitag, April 13, 2007
Neuenegg kriegt seine völkische Partei
Wer die letzte NeueneggerZeitung nicht nur überflogen, sondern aufmerksam durchgelesen hat, weiss die Neuigkeit bereits: Neuenegg erhält neben den im Gemeinderat vertretenen SVP, SP und FDP eine weitere aktive Partei:
Toll, denkt man auf den ersten Blick - Jugendliche, die beim Wort Politik nicht ins Gähnen verfallen, sondern aktiv anpacken und sich einbringen wollen. Gerade heute sollten Politiker froh sein um jede junge Seele, die versucht, den Altherren-Club zu sprengen und längerfristig selber zu einem Altherren (Endstation: Bundeshaus) zu werden.
Bestandesaufnahme
Doch was haben sich die fünf Jungsporne aus dem Neuenegger Hinterland (dort, wo man sich noch mit der Mistgabel in der Hand vom Miststock her gute Nacht zuruft) eigentlich auf die Fahne geschrieben? Die Partei-Web-Site hält auch hier die passende Antwort in Form eines Parteiprogramms bereit:
Als erstes fällt (leider!) diese blöde PDF-Werbung von pdfmailer.de auf - Jungs, bitte, für was gibt es denn Mac OS X oder FreePDFXP für Windows-Betriebssysteme?
Das hellbraun gefärbte Parteiprogramm
Item. Nachfolgend einige quellenkritische Ausschnitte aus dem Programm:
Wir sind eines von den wenigen Ländern, die in der jüngeren Vergangenheit von keinen grösseren Tumulten heimgesucht wurden.
Tumulte - ein lustiges Wort. Denkt man an die brennenden Autos in den Banlieues von Paris? Und wann war denn gleich der letzte Antifa-Abendspaziergang in Bern ... ?
Dies liegt nicht zuletzt an unserer Schweizer-Mentalität [...]
Gibt es wirklich eine "Schweizer" Mentalität? Ich zähle mindestens drei Mentalitäten: Die deutschschweizerische (wobei sich die Bernische von der Zürcherischen meilenweit unterscheidet), die welsche sowie die italienische. Wahrscheinlich sind es aber noch viele, viele mehr. Die Schweiz ist nicht homogen, sondern äusserst heterogen.
Dieses [politische] System, das uns von den anderen Ländern unterscheidet, ist es zu verdanken, dass wir international einen sehr guten Ruf pflegen.
Naja, ob der Föderalismus in der heutigen, globalisierten Welt wirklich der Grund für unser positives Ansehen ist? War da nicht eher das mit der Schoggi, dem Wy, dem Käs' und den Bergen? Völlig am Rande könnte man auch die Grossbanken UBS und Crédit Suisse erwähnen, die dank dem Bankgeheimnis und dem Motto "Business first, questions later" enorme Vermögen verwalten.
Unsere Ausbildungen und Hochschulen geniessen auf der ganzen Welt grosses Ansehen.
Dem ist nichts beizufügen - doch steigern kann man sich jederzeit. Es besteht kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen.
Durch verschiedene Einflüsse ist dieser Ruf aber in Gefahr. Der Jugend wird der “schweizerische” Perfektionismus nicht mehr weitervermittelt.
Mumpiz. Die Züge fahren pünktlich wie eh und je, das duale Bildungssystem produziert weiterhin fähige Arbeitnehmer. Was will man mehr?
Es liegt vor allem in den Händen der Eltern, ob sich unser Land auch in Zukunft auf junge, arbeitswillige Leute verlassen kann.
Politik, Wirtschaft, Staat, Lehrer, Eltern - es sind alle gefordert, nicht nur die Eltern. Zusammen packen wir es!
Um den Eltern bei diesem Unterfangen unter die Arme zu greifen, braucht es eine Politik, die Familien schützt und jedem Kind eine anständige Bildung ermöglicht.
Das wurde glatt dem SP-Parteiprogramm abgeschrieben, oder?
Deshalb braucht es junge, bürgerliche Politik die unseren Sonderstatus noch zu schätzen weiss.
Der "Sonderfall Schweiz" wird in der Geschichtsforschung heftig diskutiert und ist wohl eher ein selbstfabrizierter Mythos als ein Fakt ... Auch frage ich mich, ob es sich bei dem vorliegenden Parteiprogramm wirklich um bürgerliche Politik handelt.
Unsere Wirtschaft erlebte im 2006 einen grossen Aufschwung, der vor allem durch mehr Umsätze im Export-Geschäft ermöglicht wurde. Auf diesem Gewinn darf aber jetzt nicht ausgeruht werden, sondern es hängt jetzt von führenden Politikern ab, mit diesen Gewinnen auch richtig umzugehen. Einerseits muss das arbeitende Volk direkt davon profitieren, andererseits darf man jetzt auch nicht mit grosser Kelle das Geld verteilen und darauf hoffen, dass dieser Aufschwung einfach anhält.
Naja, ich sehe die VWLer vor dem Monitor schmunzeln. Es wäre schön, wenn unsere Wirtschaft derart trivial beschrieben werden könnte.
Nebenbei: Das "arbeitende Volk" - dieser Begriff will einfach nicht so in die heutige Zeit passen.
Diese Massnahmen dürfen aber nicht bewirken, dass die Hochpreisinsel noch weiter gefestigt wird.
Willkommen im Boot - Cassis de Dijon, heute und jetzt! Das unterschreibt auch die SP sofort. Parallelimporte und Einfuhr patentgeschützter Produkte, damit das "arbeitende Volk" mit weniger Geld mehr Güter des täglichen Gebrauchs konsumieren kann.
Bei den Verträgen ist aber darauf zu achten, dass sie unserer Wirtschaft nicht schaden, wie es in der Vergangenheit der Fall war.
Beweise, Watson! 1993 hätten wir es in der Hand gehabt ...
Schliesslich sind wir in vielen Bereichen nicht vom Ausland abhängig, sondern das Ausland von uns.
Falsch - Geld kann man nicht fressen. Die Schweiz kann sich seit Jahrzehnten nicht mehr selbst ernähren. Wenn es hart auf hart geht, ist die Ernährung des Volkes das einzige, was zählt. Literaturtipp: Herbert Backe, Minister in Nazi-Deutschland, schreibt 1942 über die Nahrungsfreiheit Europas ...
Jegliche Störungen durch Gewalt und Drogen an Schulen sind aktiv zu bekämpfen. [...] Die CHJugend ist daher gegen das Reduzieren der Mitteln für Schulen aus übermässigem Sparen.
Ditto.
Der CHJugend ist es ein grosses Anliegen, auch Kinder mit sozialer Benachteilung optimal auszubilden und für den Arbeitsmarkt zu motivieren.
Verblüffend, wie sehr sich die Positionen von SP und CHJugend ähneln ...
Die Ausländer und Asylpolitik der CHJugend basiert auf dem Ziel eines friedlichen humanitären Zusammenlebens zwischen Ausländern und Schweizer Bürgern.
Frieden auf Erden!
Für uns Mitglieder der CHJugend ist der Schweizer Pass nicht einfach nur ein Ausweis, welcher eine Identität bestätigt, sondern zugleich ein Ausweis für Anstand und Ehre.
Dann gibt es in unserem Land Gefängnisse seit 1848 nur für Ausländer? Leider gibt es immer wieder schwarze Schafe - auch immer wieder in den eigenen Reihen.
Stets stehen wir von der CHJugend ein, für unsere humanitäre Tradition und Liebenswürdigkeit den politischen Verfolgten auf dieser Welt.
Hoffentlich gilt die Nächstenliebe auch gegenüber Kommunisten? *smile*
Die CHJugend verfolgt aber klar das Ziel, Flüchtlinge, die aus rein wirtschaftlichen Interessen in unser Land kommen, kein Asyl zu gewähren.
Ha, werft die Deutschen raus! Wirtschaftsflüchtlinge das ...
Es darf nicht sein, dass in einem so fortschrittlichen und entwickeltem Land wie der Schweiz, Familien mit mehreren Kindern benachteiligt werden. Dies versucht die CHJugend zu verbessern, damit die Kinder unseres Landes eine Jugend haben, die nicht von den Geldsorgen der Eltern geprägt ist.
Bravo! Kinder zu haben soll nie mehr ein Armutsrisiko sein.
Der CHJugend ist der Meinung, dass mindestens ein Elternteil für die Kinder da sein sollte.
Und das kann auch mal der Pappi sein!
Unsere Landwirtschaft ist die wichtigste Versorgerquelle von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln, [...] Die Politik braucht Bauern und Bauern brauchen die Unterstützung der Politik.
Die Schweiz ist nicht autark. Landwirtschaftliche Hilfsmittel (Traktoren, Benzin, Energie) stammen aus dem Ausland ebenso wie die Hilfskräfte (Portugiesen, die für Hungerlöhne auf unseren Feldern arbeiten). Auch Dünger und Saatgut stellen wir nicht ohne fremde Hilfe her. Die Bauern brauchen die Politiker ungleich mehr als umgekehrt.
Um dies zu verhindern müssen die Gehälter gerade bei der ALV weiterhin tief gehalten werden und im Gleichzug die Löhne steigen ,so dass ein Arbeitsloser denn Sinn an der Arbeit nicht verliert.
Die erste Forderung habe ich schon unzählige Male gehört, zweitere ist mir aber völlig neu. Durchwegs ein verfolgenswerter Ansatz - ich erinnere mich an die Einführung von Mindestlöhnen.
Dunkle Wolken
Wer nur das Parteiprogramm liest, wird also - falls er sich nicht gerade ausführlich mit einer kleinen deutschen Arbeiterpartei im Deutschland der Zwanziger/Dreissiger-Jahre befasst hat - kaum Böses denken. Klar, teilweise sind die Aussagen sehr vage gehalten. Als Linker kann ich aber bestätigen: Wir haben dem Papier nach (vereinzelt!) ähnliche Ziele, aber auch andere Interpretationen und Herangehensweisen. Schön, dass wir am selben Strick ziehen! Könnte man zumindest meinen ...
Spricht man hingegen mit Leuten, die wiederum Leute kennen, die den Parteiexponenten Nahe stehen, so ziehen dann doch etwas dunklere Wolken auf. So soll über einen der Jungpolitiker gesagt werden, dass er sich wohl "etwas zu lange" in Langenthal aufgehalten habe ... Auch soll sich einer der Burschen in der S-Bahn pauschal über Gymnasiasten moquiert haben ("Alles Linke!") und deren Auslöschung gefordert haben - was wiederum der Forderung nach der bestmöglichen Schulbildung (für alle!) widerspricht und auch nicht so auf einen Inhaber des roten Büchleins mit weissem Kreuz ("Anstand und Ehre") passen will.
Samstag, Oktober 28, 2006
Jungbürgerfeier Neuenegg 2006
Gestern durfte ich an der diesjährigen Jungbürgerfeier der Gemeinde Neuenegg im Restaurant zum Zimmermann auf der Süri teilnehmen und als Festredner eine Ansprache halten. Allfällig Interessierten möchte ich meine Worte nicht vorenthalten:
Die Rede scheint den Anwesenden gefallen zu haben - vor allem der Passus "... ein Hort der Friedlichkeit und der Nächstenliebe" sorgte für Erheiterung.
Auf Platz waren neben dem (fast) vollständigen Gemeinderat 21 JungbürgerInnen (50% der Angeschriebenen), die mehrheitlich von ihren Eltern begleitet wurden. Nach der Rede gab es ein vorzügliches Fondue zu geniessen, während dem man sich über politische wie auch apolitische Themen unterhalten konnte.
Es hat mich gefreut, an diesem Anlass teilgenommen zu haben und hoffe, dass die Anwesenden freude an meiner Rede hatten.
PS: Die Kunde über meinen Partyguide-Hack scheint auch die Dorfjugend erreicht zu haben - ich wurde jedenfalls (wie erwartet/befürchtet) darauf angesprochen. Die allgemeine Meinung zum Thema war positiv, auch wenn ich den jungen Burschten davon abgeraten habe, es mir gleich zu tun - die Querelen mit der Justiz sind es nicht wert.
Labels: Neuenegg, Partyguide
Dienstag, Oktober 24, 2006
Bundesrat in Neuenegg
Es ist zwar schon eine Weile her, aber unsere Gemeinde wurde 1850 von einem der ersten Bundesräte der Schweiz beehrt: Ulrich Ochsenbein nahm an der Beerdigung von Pfarrer Rudolf Albrecht Bähler teil, wie ich es gerade in Kathrin von Niederhäuserns Lizentiat "Mentalitäten und Sensibilitäten im bikonfessionellen Sensebezirk : Annäherung an die "geistige Heimat" der bernischen Sondergesellschaft im katholischen Umfeld des 19. Jahrhunderts : Aufbau und Entwicklungslinien einer reformierten Diaspora" lese.
Wieso der hohe Besuch? Bähler war eben nicht nur Pfarrer, sondern auch Mitstreiter in der Freisinnigen Partei - heute sieht man dagegen die Personalunion von Pfarrer und Politiker kaum mehr.
Labels: Neuenegg
Donnerstag, Oktober 12, 2006
Neueneggerin will Music-Star werden!
Bevor es grippe-bedingt zu christlichen Zeiten ins Bett geht, werden die Blog-Feeds gecheckt. Fredy erzählt uns über eine 10M-Ethernet-Installation und das iBGP (das BGP kenne ich nur dank einem kürzlich erschienen c't-Artikel, den ich aber nicht durchgelesen habe - für was auch, mit Fredy haben wir ja einen Fachmann für solche Dinge in der Blogosphäre).
Seiner Aufforderung, doch gefälligst das Blog von local.ch zu abonnieren, komme ich umgehend nach und entdecke denn auch gleich einen Artikel, der mein Zu-Bett-Gehen noch weiter hinauszögert:
Wer wird der nächste MusicStar?
Das wissen wir auch noch nicht. Jedoch wissen wir wer aus deiner Nachbarschaft mitmacht! [...]
Quelle: Wer wird der nächste MusicStar?
Neuenegg
Tatsächlich - sehr schön gemacht. Und natürlich zoome ich nach Neuenegg (Hint: Zwischen Bern und Fribourg):
Und es gibt jemand aus dem Dorf, und die werte Dame singt auch gar nicht mal schlecht: *froi*
Denise (17) aus Neuenegg (RealVideo)
Lokalprominenz. Hält sich desöfteren donnerstags im In-Schuppen Disco Outside auf ... und kennt Kollege Torquie! ("Giele, hautet eifach d'Frässe, i zahlenech es Wasser!"). Hat auch einen Partyguide-Account (wieder einmal als abschreckendes Beispiel, wie rasch Social Engineering mittels Informationsfetzen aus verschiedenen Web-Angeboten funktionieren kann). Alte Schwedin! *zwinker* Groupies haben also die Möglichkeit, Avancen via Partyguide zu lancieren ...
Überstorf
Schweift der Blick gen Süden, gleich um den Miststock herum, findet sich noch eine Kandidatin aus dem Niemandsland um Überstorf:
Sonja (16) aus Überstorf (RealVideo)
Schmitten
Etwas gegen Westen findet sich eine weitere wackere Kämpferin aus dem ehrwürdigen "Schmütten" resp. Schmitten (FR):
Stefanie (21) aus Schmitten
Giffers
Sogar in meinem Heimatort Giffers findet sich eine unerschrocken Sängerin:
Stephanie (17) aus Giffers (RealVideo)
Die Chancen stehen gut, dass sie den Geschlechtsnamen Aeby trägt ;-)
Frauenkiste
Schade, keine Männer (Tipp: Richtung Bern kommen sie dann hervor ...)
Viel Spass mit den Gesangsstücken, und vergesst nicht zu voten!
Vom Sinn der Datenaufbereitung
Dieses kleine Beispiel zeigt, wie eine riesige Datensammlung (Casting-Clips) derart aufbereitet werden kann, dass Benutzer die Informationen subjektiv filtern und in kleinen Häppchen konsumieren können. Ein wahrlich vorbildlicher Einsatz eines GIS-Systems. Da drauf muss man erst kommen!
Labels: Neuenegg, Partyguide
Donnerstag, August 10, 2006
Heute in "heute" ...
Wegen angeblichem "Hack" auf Partyguide.ch
Strafanzeige gegen Blogger
NEUENEGG BE. Der Berner Mario Aeby (25) bloggte über Sicherheitslücken bei Partyguide.ch. Nun reichten die Macher Strafanzeige ein und verpetzten ihn beim Chef.
[...]
Quelle: Strafanzeige gegen Blogger
Endlich ...
... erfahren Benutzer von Partyguide auf breiter Basis über die Unsicherheit des Community-Portals. Ich bin mir sicher, dass dieser zusätzliche Druck förderlich für die Sicherheit des Portals sein wird. Und vielleicht sogar den einen oder anderen Nutzer sensibilisiert, grundsätzlich vorsichtiger mit Passwörtern und persönlichen Daten im Internet zu hantieren.
In den Partyguide-Foren wird bereits Rege diskutiert. Löblich. (Dank: Torquie)
Jason vs. Mario
Jetzt gerade erreicht mich noch der Hinweis auf die Stellungnahme Jason Fellmanns auf den 'heute'-Artikel.
Lustiges Bildli - der Zeitung kann man garantiert nicht vorwerfen, dass zu wenig personalisiert wird *grins*.
Ich betone ein weiteres Mal: Ich habe die Zugangsdaten erst veröffentlicht, als die Passwörter bereits vom Betreiber geändert worden waren (wie sonst könnte ich das E-Mail abdrucken, dass einem kompromittierten User zugesandt wurde?!)
Mir ist zudem immer noch unverständlich, wieso Benutzer mit unsicheren Passwörtern dieses nicht beim nächsten Login zwingend wechseln mussten?
Aber eben ... In unserem nächsten Leben ist zwischen mir und Jason alles vergessen und wir gehen einen Saufen. Versprochen. Vielleicht programmieren wir dann ja sogar zusammen eine Party-Web-Site? (Dank: Torquie)
Nocheinmal genau so?
Jein.
Ich weiss zwar jetzt, ...
- ... dass in der Schweiz jeder jeden anzeigen kann,
- ... wie eine Befragung bei der Polizei abläuft,
- ... wie eine Hausdurchsuchung vonstatten geht (der Server darf nicht ordnungsgemäss heruntergefahren werden, sondern der Stromstecker muss im laufenden Betrieb gezogen werden),
- ... dass 808GB Festplattendaten beim Freund und Helfer in Bern nun quasi als Backup gelagert werden und auf die Beweissicherung warten,
- ... dass die Hardware dank meinem Kooperationswillen mit dem Hüter von Gesetz und Ordnung bereits nach knapp einer Woche anstelle nach drei bis vier Monaten wieder freigegeben wurde,
- ... dass die Blogosphäre zur Angelegenheit nicht geschwiegen hat und Solidarität, aber auch Kritik ausgeteilt hat, die ich zu Herzen nehmen werde
- ... ich nicht zuletzt bei meinen Kollegen für Unterhaltung ("du siech wirsch so öppis vo iglochet, aeby!") gesorgt habe,
- ... ich von unzähligen Tipps und gutgemeinten Ratschlägen förmlich erschlagen wurde (u.a. Gegenklage, Anzeige wegen Ehrverletzung, Anwalt nehmen),
- ... ich unbedingt eine Rechtschutzversicherung abschliessen muss,
- ... dass mein Umgang mit telefonischen Anfragen von Seiten der Medien verbessert werden konnte,
- ... dass der Hack erst so richtig an Nachrichtenwert gewann (und die nötige Reizschwelle überschritt), als Strafanzeige gegen mich erlassen wurde und Partyguide danach (nachdoppelnd?) zur Feder griff,
Dennoch: Alles in allem hinterlässt die ganze Sache einen zwiespältigen Eindruck. Nahe legen kann ich solche Aktionen niemandem.
Labels: Neuenegg, Partyguide
Sonntag, Juli 23, 2006
Nachmittag an der Aare im Muribad
Gestern Mittag wurde ich von Kollege Belina aufgeboten, mit ihm das Muri-Bad in ... der Leser errät es ... in Muri zu besuchen. Die Aufforderung kam mir gerade Recht und ich begab mich zuerst mit dem Fahrrad nach Flamatt, um danach mit der S1 Richtung Ostermundigen chauffiert zu werden, wo ich - nach einem kurzen Besuch beim Bancomat der Valiant und des örtlichen Coops zwecks Verpflegung - auf den 10er Bus umstieg, der mich zum Galgenfeld führte. ÖV pur - die Überschreitung der gestrigen Grenzwerte wird definitiv nicht auf mich zurückzuführen sein.
Nach einer kleinen Vernissage (Kollege Belina ist ein verhinderter Künstler) in dem vom Abbruch bedrohten Idyllhaus ging es dann mit den Fahrrädern am Paul Klee Museum vorbei über Wittigkofen und Gümligen nach Muri an die Aare hinunter.
Auf dem von PKWs überfüllten Parkplatz stellten wir die Fahrräder ab, sicherten sie mit Schlössern (dazu später mehr) und begaben uns dem Aare-Ufer entlang Richtung Badi. Nach einem Obulus von sagenhaften vier Franken wurde uns Einlass gewährt.
Erstes Aare-Bad 2003
Wir machten uns am betonierten Ufer gemütlich und begaben uns alsbald in die Aare - mein erstes Aare-Bad dieses Jahr, notabene! Von der Holzbrücke aus (er sprang, ich watete ins kühle Nass hinein) gings etwa zehn Minuten den reissenden Fluss hinunter.
Nachdem wir beim Ausstieg noch Kollege Börnar getroffen hatte, der im Gummiboot beim Bad einen Zwischenhalt einlegte, um den leergesoffenen Biervorrat zu erneuern (Thun bis Muri scheint eine süffige Strecke zu sein ...) trockneten wir uns auf unseren Tüchern.
Leider überraschte uns ein plötzlich einsetzender Regenfall, während dem wir uns genötigt sahen, im nahen Restaurant Schutz zu suchen. Nach etwa 10-20 Minuten war der Spuk vorbei - und das Bad leer. Noch weitere 20 Minuten später schien uns die Sonne wieder ins Gesicht, was unseren Aufenthalt bis etwa 19.00 Uhr verlängerte.
Verhinderter Turmspringer
Kollege Belina sah sich gegen Ende unsers Aufenthalts zum Sprungturm hingezogen, wo sehr wahrscheinlich türkischstämmige Jugendliche allerlei Wasserbomben und Saltos produzierten.
In der Folge durfte ich einigen gewagte Absprünge meines Kollegen beiwohnen, womit er die anderen Springer deutlich in den Schatten sttellte. Hätte ich in der Jury gesessen, hätte es 9er oder 10er geschneit. Seine Jugend als Kunstturner machte sich deutlich bemerkbar: Vorwärts- und Rückwärtssaltos und Eintauchen fast ohne Geräusch und Wasserspritzer - so machen's die Profis! Und schlussendlich machten sich auch noch die genetischen Überreste unserer affigen Vorfahren bemerkbar, als er einem Äffchen gleich vom Ein-Meter-Brett Richtung Drei-Meter-Brett hechtete und sich daran mit Händen festhielt ...
Belina ist eben nicht nur ein verhinderter Künstler, sondern auch ein verhinderter Turmspringer und Kunstturner.
Von Schlüsseln und Schlössern
Als die Sonne hinter Wolken dem Untergang entgegen verschwunden war und sich in uns ein grösseres Hungergefühl breit machte, entschieden wir uns für die Heimkehr.
Der Schreck sass tief, als ich bei "meinem" Velo (von Kollege Belina mitsamt Schloss aus dem eigenen Velokeller bereitgestellt) feststellen musste, dass der Schlüssel nicht ins Schloss passte. Himmelarsch! Konnte das wahr sein?!
Wir begaben uns beide auf den Fussweg Richtung Bitzius-Schulhaus, um den richtigen Schlüssel holen zu gehen. In der ersten Kurve realisierte ich aber glücklicherweise, dass ich mein Schloss nicht an den Metallpfosten, sondern nur den Rahmen des anderen Fahrrads geschlungen hatte. Wir kehrten also zurück, Belina entfernte das seinige Schloss vom Metallpfosten - und los ging unsere Reise.
Wer also diesen Samstag nach 19 Uhr zwei Deppen ihre zusammengeketteten Fahrrädern durch Muri und Wittigkofen stossen sah - das wären dann wohl wir gewesen ...
Abendessen
Nach einer etwas längeren Stosserei zurück in der Laubegg hatten wir uns ein stärkendes Mahl reichlich verdient. Auf dem Menu-Plan standen Spaghetti mit einer Arrabiata-Sosse, die von Hobby-Koch Belina noch verfeinert wurde in dem er zuerst Zwiebelstücke in Olivenöl anbrut und danach noch Thon und Basilikum in der "blodernden" Sosse versenkte. Natürlich durfte auch die Gaumenfreude nicht vernachlässigt werden, weshalb wir aus den Tiefen des Belinschen Weinkellers einen edlen Cabernet Sauvignon aus Australien hervorzauberten (den wir im Verhältnis 1:2 bis etwa in die Hälfte leerten).
Abschied
Um etwa halb Zwölf ging es dann wieder mit dem ÖV Richtung Neuenegg - inmitten der ausgehfreudigen Berner fiel ich mit meinen Badschlarpen und Badeshorts doch etwas auf.
Solche ausgedehnten Ausflüge sollte man öfters machen - auf Grund unseres zunehmenden Alters scheint es aber nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sich solche Events stark häufen werden.
Labels: Neuenegg
Donnerstag, Juli 20, 2006
Downgrading of Da Özel, ne?
Das von Kollege Darud befürchtete "Downgrade" seines Kollegen Da Özel, ne? (meine Wenigkeit) zu einem Beziehungsmenschen rechtzeitig zur Rückkehr meiner











