Donnerstag, März 04, 2010
Vier Wege, wie man Geld ausgeben kann
- You can spend your own money on yourself. When you do that, why then you really watch out what you’re doing, and you try to get the most for your money.
- You can spend your own money on somebody else. For example, I buy a birthday present for someone. Well, then I’m not so careful about the content of the present, but I’m very careful about the cost.
- I can spend somebody else’s money on myself. And if I spend somebody else’s money on myself, then I’m sure going to have a good lunch!
- I can spend somebody else’s money on somebody else. And if I spend somebody else’s money on somebody else, I’m not concerned about how much it is, and I’m not concerned about what I get.
Quelle: Milton Friedman on the four ways you can spend money - (37signals)
Ich als Politiker mag natürlich Punkt 4 ganz besonders ...
Mittwoch, März 03, 2010
Wettbewerb der SP Kanton Bern
Als braver Parteisoldat, wie ich nun einer bin, füge ich auf Bitten der Mutterpartei selbstverständlich gerne folgenden Wettbewerbs-Banner in meinem Blog ein und führe die verlinkte Web-Site zu einem hoffentlich guten Google-Rank:
Gleichzeitig möchte ich aber zu Ausdruck geben, dass ich die Vermischung von Wettbewerben mit Politik — und das ausgerechnet von einer finanziell nicht rosig gebetteten Partei — höchst bedenklich finde. Das Vorgehen erinnert mich an die Krankenkassen, die mittlerweile jeden Herbst jenste Wettbewerbe starten, um an die Adressen der begehrten jungen und guten Risiken zu gelangen. Beide Vorgehensweisen zeigen auf, wie sehr die Krankenkassen und die Parteien offensichtlich von ihrem Weg abgekommen sind.
Ich wage zu behaupten, dass man mit solchen Wettbewerben keine einzige Stimme zusätzlich macht. Gegenargumente sind als Kommentare gerne willkommen.
Labels: Bern, Kritik, Partei, Politik, Schweiz, SP, Wettbewerb
Mittwoch, Februar 24, 2010
Parlamentarier: 40 Vorstösse pro Woche
Zur Arbeitslast des Parlaments tragen auch die Vorstösse bei, welche die im internationalen Vergleich mit grosszügigen Einzelrechten ausgestatteten Parlamentarier Session für Session einreichen. Anreize im Parlamentsgesetz zur Zurückhaltung blieben wirkungslos: 2009 erreichte die Vorstosszahl mit 2275 einen neuen Rekord. Einzelne Medien belohnen jene Parlamentarier mit Aufmerksamkeit und guten Ranking-Resultaten, die viele Vorstösse einreichen und mit langen Voten den Ratsbetrieb verlangsamen. Folgen dieser Anreize sind ein oft unnötiger Ressourcenverschleiss in Verwaltung und Parlament.
Quelle: Reformen in eigener Sache (Schweiz, NZZ Online)
Solange aus den Vorstössen nicht ein mehrfaches an Gesetzesseiten hervorgeht ...
Freitag, Februar 12, 2010
Anecken gehört dazu
Ironically, by procrastinating on the difficult choices, by trying not to get anyone mad, and by treating everyone equally “nicely” regardless of their contributions, you’ll simply ensure that the only people you’ll wind up angering are the most creative and productive people in the organization.
Quelle: The Benefits of Pissing People Off
Labels: Alltag, Gesellschaft, Leben, Politik, Schweiz
Donnerstag, Dezember 31, 2009
Nach dem Minarett- nun das Kamelverbot
Es gibt kaum Minarette bei uns. Ebenso gut hätte man die Kamele in der Schweiz verbieten können, die auch irgendwie muslimisch sind.
Quelle: «Ich lasse mir mein Land nicht wegnehmen» - Schweiz: Standard - bernerzeitung.ch
Lesenswerter Artikel zum Beginn der neuen Dekade ...
Labels: Gesellschaft, Islam, Politik, Schweiz, SVP
Sonntag, Dezember 27, 2009
Bauernpolitiker sind überall gleich
But Bachmann isn’t the only welfare recipient on Capitol Hill. As it turns out, there is a filthy-rich class of absentee farmers—both in and out of Congress—who demand free-market rules by day and collect their government welfare checks in the mail at night, payments that subsidize businesses that otherwise would fail.
Quelle: Truthdig - Michele Bachmann: Welfare Queen
Ob in der Schweiz oder in den USA — sie verlangen für den Rest der Bevölkerung die freie Marktwirtschaft und mehr Verantwortung, fordern für sich aber Subventionen und Schutz vor dem Markt. Steuern zahlen sie oftmals auch keine. Ach, und sie sind die ersten, die billige Arbeitskräfte ins Land holen ...
Chuck Grassley, the longtime Republican senator from Iowa who warns his constituents of Obama’s “trend toward socialism,” has seen his family collect $1 million in federal handouts over an 11-year period, with Grassley’s son receiving $699,248 and the senator himself pocketing $238,974.
Labels: Bauern, Landwirtschaft, Politik, Schweiz, Staat, USA
Sonntag, Dezember 27, 2009
Äusserst beunruhigende Aussichten
Coming right to the point, the fixers face not just one crisis, but many. They have a growth model that no longer works. They have aging populations and social welfare obligations that can't be met. They have limits on available resources, including the most basic ones - land, water, and energy. They have a money system headed for a crack-up, and an economic theory that was only effective when it wasn't necessary. Now that it is needed, the Keynesian fix is useless. If a recovery depends on borrowed money, what do you do when lenders won't give you any?
Quelle: Economists With Their One-stop Solution: Stimulate Consumer Spending
Ich werde es garantiert noch erleben, wenn uns der Scheiss um die Ohren fliegt ...
Bonner geht in einem früheren Artikel noch etwas genauer auf das "Problem" ein:
With 6 billion people now competing for stuff, the whole idea of having a lot of stuff is being called into question. In the first place, there's not enough stuff around to permit everyone to have as much as Americans - at least not without some huge technological breakthroughs. In the second place, Americans have run out of money to buy stuff. In the third place, it takes a lot of energy to make and transport so much stuff; the US no longer has access to cheap energy. And finally, the US economic model - in which growth is a result of stimulating consumers to buy more stuff - no longer works.
Quelle: Supposed to Believe Investors Can Avoid Calamities of Past by Studying Previous Market Cycles
Labels: Alltag, Finanzen, Finanzkrise, Gesellschaft, Politik, Weltgeschehen, Wirtschaftskrise, Zukunft
Montag, Dezember 21, 2009
Die FDP sollte "liberal" aus ihrem Parteinamen streichen
Das Diskussionspapier ist geheim und bietet Sprengstoff: Die FDP arbeitet an einem neuen Modell für die Krankenkassen: Wer gesund und fit ist, soll einen Bonus auf die Prämie erhalten, berichtete die «SonntagsZeitung».
Auch wie dick jemand ist, soll die Prämie beeinflussen. Um das zu beurteilen, wurde in den Diskussionen bei der FDP der Body-Mass-Index als Referenzgrösse vorgeschlagen.
Leute finanziell zu bestrafen, die dick sind, ist absurd — und entspricht überhaupt nicht dem liberalen Credo. Was, wenn ein Übergewichtiger nie ins Krankenhaus muss und über 100-jährig wird? Der Ansatz müsste — wennschon — ein anderer sein: Wer ungesund lebt und deswegen nachweisbar hohe Krankheitskosten generiert, wird stärker an deren Tilgung beteiligt. Erst wenn jemand also ins Spital eingeliefert wird, wird Regress auf ihn genommen — wenn ihm fahrlässiges Verhalten nachgewiesen werden kann.
Konkret würde das bedeuten, dass der Extrembergsteiger bei einem schlimmen Unfall am Berg ebenso zur Kasse gebeten würde wie der Kettenraucher, der wegen Lungenkrebs in Behandlung kommt. Oder der Raser, den es um den Baum gewickelt hat.
Natürlich würde eine solche Gesetzesanpassung auch der grossen FDP-Klientel (den Advokaten) mehr als gelegen kommen. Man stelle sich vor, wie viele Gerichtsfälle es künftig zu behandeln gäbe, in welchen Richter den Angeklagten nachweisen müssten, dass ihr Lungenkrebs direkt auf das Rauchen zurückzuführen ist. Sozusagen die Invalidenversicherisierung des Gesundheitswesens, wo der juristisch-medizinische Komplex längst viel "Wertschöpfung" generiert, obwohl gerade das bei den Bürgerlichen nie ein Thema ist.
Doch als Politiker setze ich ein riesiges Fragezeichen hinter solche Vorhaben. Will die FDP wirklich festlegen, wann eine Tätigkeit noch gesund ist und wann nicht mehr? 10 Zigaretten pro Tag — hohe Selbstbeteiligung, 9 Zigaretten — von Gesunden subventionierte Selbstbeteiligung? Dies ist eine bis ins Detail staatlich verordnete Steuerung unseres Alltages, gegen die sich doch eine Gewerbepartei strikte zur Wehr setzen müsste ...
Stutzen musste ich aber bei folgender Aussage:
Da ist Heinrich von Grünigen, Präsident der Adipositas-Stiftung, anderer Meinung. Die Stiftung setzt sich für Menschen mit Übergewicht ein. 30 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind übergewichtig, 8 Prozent krankhaft fettleibig. «Gerade Leute aus sozial schwächeren Schichten, haben weniger Zeit und Geld, um sich um ihre Gesundheit zu kümmern. Sie würden unter so einer Regelung zusätzlich leiden», sagt von Grünigen.
Ehrlich gesagt widerspreche ich hier Herr von Grünigen. Das Problem liesse sich relativ leicht beheben: Weniger TV, weniger Videospiele, weniger Fast-Food, mehr Bewegung, mehr Sport, gesündere Nahrung. Der "Unterschicht" mit diesem Freipassvor Anpassungen an ihrem Lebenswandel auszuschliessen, ist äusserst törricht.
Labels: FDP, Gesundheit, Politik, Schweiz, Versicherungen
Samstag, Dezember 19, 2009
Junge Lehrerin kämpft für das "Grüss Gott"
Heute habe ich von einem bürgerlichen Politiker aus meinem Kollegenkreis folgendes Mail erhalten, dass angeblich von einer "jungen schweizerischen Lehrerin" verfasst wurde. Es macht derzeit — wohl nicht zufälligerweise einige Wochen nach der Abstimmung über die Minarettinitiative — die Runde durch die schweizerischen Mailboxen:
Liebe verantwortliche Landes- und Bezirksschulräte, liebe Politiker und liebe Journalisten der diversen schweizerischen Zeitschriften! Wenn wir in der Schweiz nicht mehr "Grüß Gott" sagen dürfen, gibt es nur eine Alternative: Wem dieses "Grüß Gott" nicht gefällt, der muss es ja nicht sagen, aber wen es stört, dass Schweizer untereinander "Grüß Gott" sagen, der hat das Recht, die Schweiz zu verlassen und sich in einem anderen Land niederzulassen! Schön langsam sollten auch wir in der Schweiz wach werden!!!
Zu Schulbeginn wurden in Schweizer Schulen die Kinder von ihren Klassenvorständen informiert, wie man sich in der Gesellschaft zu verhalten hätte. Grüßen, Bitte und Danke sagen, einfach höflich und freundlich sein.
Weiters wurde ihnen aber auch mitgeteilt, dass das bei uns in der Schweiz so vertraute "Grüß Gott" nicht mehr verwendet werden darf, da das die muslimischen Mitschüler beleidigen könnte. Dazu kann man als Otto Normalbürger eigentlich nichts mehr anfügen und nur mehr den Kopf schütteln.
Ich kann's gar nicht glauben. Ist aber wahr, Ihr könnt Euch gerne in der Schweiz in den Volksschulen erkundigen.
DIE EINWANDERER UND NICHT DIE Schweizer SOLLEN SICH ANPASSEN!!!
Ich bin es leid, zu erleben, wie diese Nation sich Gedanken macht darüber, ob wir irgendein Individuum oder seine Kultur beleidigen könnten. Die Mehrheit der Schweizer steht patriotisch zu unserem Land. Aber immer und überall hört man Stimmen angeblich 'politisch korrekter' Kreise, die befürchten, unser Patriotismus könnte andere beleidigen. Versteht das bitte nicht falsch, ich bin keineswegs gegen Einwanderung; die meisten Einwanderer kamen in die Schweiz, weil sie sich hier ein besseres Leben erhofften.
Es gibt aber ein paar Dinge, die sich Neuankömmlinge, und offenbar auch hier Geborene, unbedingt hinter die Ohren schreiben sollten. Die Idee von Schweizern als multikultureller Gemeinschaft hat bisher nur eine ziemliche Verwässerung unserer Souveränität und unserer nationalen Identität geführt.Als Schweizer haben wir unsere eigene Kultur, unsere eigene Gesellschaftsordnung, unsere eigene Sprachen und unseren eigenen Lebensstil.
Diese Kultur hat sich während Jahrhunderten entwickelt aus Kämpfen, Versuchen und Siegen von Millionen Männern und Frauen, die Freiheit suchten.
Wir sprechen hier Deutsch, nicht Türkisch, Albanisch, Jugoslawisch, Libanesisch, Arabisch, Chinesisch, Japanisch, Russisch, oder irgendeine andere Sprache. Wenn Sie also Teil unserer Gesellschaft werden wollen, dann lernen Sie gefälligst die deutsche Sprache! 'Im Namen Gottes' ist unser nationales Motto. Das ist nicht irgendein politischer Slogan der rechten Parteien. Wir haben dieses Motto angenommen, weil christliche Männer und Frauen diesen Staat nach christlichen Prinzipien gegründet und entwickelt haben.
Wenn Sie sich durch Gott beleidigt fühlen, dann schlage ich vor, Sie wählen einen anderen Ort auf der Welt als Ihren neuen Wohnsitz, denn Gott ist nun mal Teil unserer schweizerischen Kultur.
Wenn Sie das Kreuz in der Schule empört, oder wenn Ihnen der christliche Glaube nicht gefällt oder wenn Sie nicht bereit sind, die in der Schweiz geltenden Gesetze einzuhalten, dann sollten Sie ernsthaft erwägen, in einen anderen Teil dieses Planeten zu ziehen, er ist groß genug.
Wir sind hier glücklich und zufrieden mit unserer Kultur und haben nicht den geringsten (!) Wunsch, uns gross zu verändern. Es ist uns auch völlig egal, wie die Dinge dort liefen, wo Sie herkamen.
Dies ist UNSER STAAT, UNSER LAND, und UNSERE LEBENSART, und wir gönnen Ihnen gerne jede Möglichkeit, dies alles und unseren Wohlstand mit uns zugenießen.
Aber wenn Sie nichts anderes tun als reklamieren, stöhnen und schimpfen über unsere Fahne, unser Gelöbnis, unser nationales Motto oder unseren Lebensstil, dann möchte ich Sie ganz dringend ermutigen, von einer anderen, großartigen schweizerischen Freiheit Gebrauch zu machen, nämlich vom "RECHT, UNS ZU VERLASSEN, WENN ES IHNEN NICHT PASST!"Wenn Sie hier nicht glücklich sind, so wie es ist, dann hauen Sie ab! Wir haben Sie nicht gezwungen, herzukommen. Sie haben uns darum gebeten, hier bleiben zu dürfen. Also akzeptieren Sie gefälligst das Land, das SIE akzeptiert hat. Eigentlich ganz einfach, wenn Sie darüber nachdenken, oder?
Wenn wir dieses Schreiben an unsere Freunde (und Gegner) weiterleiten, dann werden es früher oder später auch die Reklamierer in die Finger bekommen.
Versuchen könnte man's wenigstens.
Egal, wie oft Ihr es empfangt... sendet es einfach weiter an alle, die Ihr kennt!
Braucht es ein Studium der Geschichte, um hier an einigen Stellen zu stocken und Quellenkritik anzubringen? Mir ist folgendes aufgefallen:
- Der Schreibstil entspricht vollkommen nicht einer "jungen schweizerischen Lehrerin", die in deutscher Sprache geschult sein sollte. Unter anderem sind mir die vielen Apostrophs ins Auge gestochen. Das ist kein schöner Schreibstil. Und das scharfe S (ß) braucht hierzulande niemand, Sie Landesveräterin! Bitte stellen Sie auf Ihrem Computer doch "Deutsch (Schweiz)" als Standardsprache ein — falls Sie wirklich aus der Schweiz Propaganda betreiben. Ach ja, und nach den Satzzeichen wie dem Punkt schreibt man konsequent ein Leerzeichen.
- Ich kann mich nicht erinnern, wann mich jemand mit "Grüss Gott" begrüsst hat. Und das ist auch gut so — Gott hat im 21. Jahrhundert in einer Begrüssung absolut rein gar nichts verloren.
- Haben wir in der Schweiz "Schulvorstände"? Bei uns nennt man das doch Schulleitungen und Schulkommissionen ...
- Ich kann mich nicht erinnern, dass in einem Schulzimmer, das ich in den letzten 29 Jahren gesehen habe, jemals ein Kreuz gehangen hat. Und ich bin sehr froh darum, dass wir hierzulande nicht italienische Zustände haben.
- Die dumme Nuss von "Lehrerin" blendet geflissentlich aus, dass es in der Schweiz vier Landessprachen gibt. Dieser germanophile alldeutsche Orientierung hat unser Land bereits einmal an den Rande des Zusammenbruchs gebracht — 1914–18. Zur Erinnerung: In der Schweiz spricht man offiziell Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch.
- Die Schweiz wurde als christlicher Bundesstaat gegründet?! Wo bittesehr kommt in der Tell-Saga Gott vor? Was für ein Bullshit. Ausserdem leben wir nicht mehr 1291, sondern 2009 — Ewiggestrige sollten den Gesellschaftswandel — wenn schon nicht akzeptieren — zumindest zur Kenntnis nehmen. Als 1980 Geborener darf ich ohne zu Lügen behaupten, dass Gott überhaupt nicht Teil "meiner" Kultur ist.
- Ich frage mich sowieso, wie viele der Minarettverbieter jeden Sonntag in die Kirche pilgern und am Mittagstisch ein Gebet sprechen. Die Zahl wird sich in Grenzen halten.
- Abgesehen davon, dass wie überall in rechtspopulistischen Kreisen behauptet, in der Schweiz keine homogene Kultur existiert — ein St. Galler unterscheidet sich markant von einem Deutschfreiburger, der Romands hat ein völlig anderes Weltbild als der Appenzell-Innerrhoder.
- Wieso Multikulturalität unsere Souveränität "verwischt", muss man mir bitteschön noch jemand genauer erklären.
- "Millionen von kämpfenden Männer und Frauen"? Gut, dass die Frauen offensichtlich gekämpft haben, aber es war auch richtig schweizerisch, ihnen bis in die 1970er das Stimm- und Wahlrecht vorzuenthalten. So sind wir halt, wir vorbildlichen Schweizer.
Alles in allem habe ich das Gefühl, dass dieses Mail aus Deutschland — Bayern vielleicht — oder aus dem rechtspopulistischen Kärnten stammt, welches von den erzkatholischen Patrioten (und nicht von Juden, Muslimen oder Atheisten) ja mittlerweile lehrbuchmässig zu Grund gerichtet wurde. Es scheint, dass einige Passagen, bspw. diejenige über die Souveränitat des Volkes, erst anschliessend von einem Zweitautor hinzugefügt wurde, damit es auch in der Schweiz versendet werden konnte.
Meine Gedanken zur Religion im schweizerischen Alltag
- Religion gehört nicht ins Schulzimmer, Religion gehört auch nicht in den Alltag — Religion gehört in die eigenen vier Wände. Insbesondere gehören die christlichen Feiertage allesamt abgeschafft.
- Sonderbehandlungen von strengläubigen Katholiken, Reformierten, Muslimen, Juden, Buddhisten und Mitgliedern sonstiger Freikirchen und Sekten gehören abgeschafft. Sei es bezüglich Feier- und Sonntagen, sei es bezüglich dem Schwimmbadbesuch oder sonstigen angeblichen "Konflikten" mit dem Glauben.
Nachtrag
Es ist wirklich ein Hoax, sprich ein seit Jahren (!) zirkulierender Kettenbrief mit Ursprung in Österreich:
Immer wieder tauchen Falschmeldungen auf, wonach es an manchen Linzer Schulen Kindern verboten sei, "Grüß Gott" zu sagen. Recherchen des Landesschulrats ergaben, dass das absolut unzutreffend sei.
Quelle: "Grüß Gott" an Schulen verboten?
Labels: Bildung, Erziehung, Gesellschaft, Gott, Islam, Politik, Religion, Schule, Schweiz
Freitag, Dezember 18, 2009
Die Schweiz schaute bei der Crédit Suisse einfach weg
Weil die Schweiz offenbar nicht in der Lage ist, internationale Sanktionen, bei denen sie mitmacht, bei hier tätigen Unternehmen durchzusetzen, kassieren die USA das Bussgeld.
Quelle: arlesheimreloaded-manfred-messmer - Ein weiterer Pflock für die Abzockerinitiative
Labels: Banken, Finanzen, Kriminalität, Politik, Schweiz, USA
Mittwoch, Dezember 16, 2009
Notrufknopf für den Web-Browser
What would Jesus do?
Frau Nationalrätin Schmid-Federer (CVP) hat die Antwort gefunden und macht dank dem "Notrufknopf" das Internet zu einem besseren Ort:
In Deutschland wird derzeit, vom Bund der Kriminalbeamten lanciert, das Konzept eines Internet-Notrufknopfes als Bestandteil des Browsers diskutiert, mit dem rechtswidrige Inhalte direkt an die Polizei gemeldet werden können.
Wie geil ist das denn? 2011 werde ich garantiert CVP wählen ... die Jesus-Internet-Partei. Immerhin scheinen die Christen durch solche Fürze temporär davon abgehalten, jüdische und muslimische Friedhöfen zu verbieten.
Labels: Funny, Internet, Kriminalität, Politik, Schweiz, Sicherheit
Montag, Dezember 07, 2009
Die USA kriegen die neue, tolerante Schweiz zu Gesicht
O-Ton Jon Stewart: "Die Schweizer haben also den Bau von Minaretten verboten ... Hmmm, das lässt vermuten, dass in der Schweiz die Zahl solcher Bauvorhaben etwas aus dem Ruder gelaufen ist — Was? Es stehen gerade mal 4 Minarette im ganzen Land?! Sind die nicht ganz bei Trost?"
| The Daily Show With Jon Stewart | Mon - Thurs 11p / 10c | |||
| Oliver's Travels - Switzerland | ||||
| ||||
Dank: Raffi
Sonntag, Dezember 06, 2009
Die bisher beste Reaktion auf das Minarettverbot
Böses Erwachen für Anti-MInarett-Initiant Ulrich Schlüer letzten Sonntag: Um halb acht hielt ein Auto mit aufgesetztem Lautsprecher vor seinem Haus und liess ohrenbetäubenden Muezzin-Gesang erschallen. Bevor die aufgewachten und aufgebrachten Nachbarn den Fahrer schnappen konnten, machte er sich aus dem Staub. Die avisierte Polizei soll ihn allerdings erwischt haben. [...]
Quelle: SonntagsZeitung vom 6. Dezember 2009, "Politohr", S. 3.
Labels: Abstimmung, Funny, Minarett, Politik, Schweiz
Sonntag, Dezember 06, 2009
Der beste Kommentar zum Minarettverbot
Aus der Ecke der Linken, Toleranten und Gutmenschen (also auch aus meiner Ecke!) kommt aus der Feder von Charles Lewinsky der bisher beste Kommentar über den Ausgang der Initiative über das Verbot des Baus von Minaretten:
Im Lauf des Abstimmungskampfes haben wir viele Argumente gehört, die nur ein Eidenbenz (oder sein PR-Spezialist) erfunden haben konnte. «Ich bin gegen Minarette, weil ich mich für Frauenrechte einsetze.» Einleuchtend. Weil Frauenrechte und Minarette ja dasselbe sind. So wie Fahrräder und Bratwürste. «Ich bin für die Minarett-Initiative, weil man in Saudiarabien keine Kirchen bauen darf.» Klar. Man beweist seine moralische Überlegenheit am besten, indem man das, was man verurteilt, selber tut. «Ich bin für die Minarett-Initiative, weil die Schweiz sonst islamisiert wird.» Natürlich, die verdammten Ausländer wollen unser Land übernehmen. Die U-17-Nationalmannschaft haben sie schon unterwandert. Und im Zürcher Tram werden die Stationen auch schon hochdeutsch angesagt. Wehret den Anfängen.
Der Hammer ...
... folgt aber erst etwas später:
1893. Damals war die Familie Schlüer noch nicht einmal eingebürgert.
Wenn Schlüer so weitermacht, sollten wir echten Schweizer, die seit Jahrhunderten auf diesem Boden leben, diese deutschen Fötzel vom Stamme Schlüer und Blocher ein für allemal über Bord der MS Switzerland werfen. Aber halt! Dann würden wir den Feind mit seinen eigenen Methoden bekämpfen.
Labels: Abstimmung, Islam, Kommentar, Medien, Politik, Schweiz
Sonntag, Dezember 06, 2009
The Onion über das Minarett-Verbot
"I guess there are some Swiss who believe Islamic customs are a threat to their national identity. This is all very eye-opening to me, because I never even knew there was a Swiss national identity."
Quelle: Swiss Vote Down New Minarets | The Onion - America's Finest News Source
So humorvoll The Onion ist — hier haben sie tatsächlich recht.
Freitag, Dezember 04, 2009
Climategate — oder: Hier sind Rohdaten!
So sehr ich Messmers Ergüsse mag (er schreibt sozusagen die Weltwoche unter den wenigen Schweizer Blogs, die ich mir regelmässig zu Gemüte führe) ... aber was zum Teufel schwafelt er da?
Und wie es sich gehört, für eine richtige Glaubensgemeinschaft, gibt es die Esoteriker, welche die Rohdaten zu den Glaubenssätzen besitzen (gut, die sind inzwischen vernichtet worden), die sie uns, dem profanen Volk in einfache Glaubenssätze und Regeln übersetzen.
Quelle: arlesheimreloaded-manfred-messmer - Der Hockey Stick-Kult
Herr Messmer, die Datengrundlagen für den Hockey-Stick sind sehr, sehr simpel! Wenn man den Klimawandel aufzeigen will, zieht man am Besten die guten, alten Temperaturmesswerte herbei. Den aus irgendeinem Grund sprach man früher immer von Klimaerwärmung — auch wenn der Begriff heute mit dem allgemeineren "Klimawandel" ersetzt wird.
In der Schweiz wurden diese beispielsweise seit 1864 von der Schweizerischen Meteorologischen Centralanstalt mit unzähligen, über das ganze Land verteilten Messstationen erhoben und jährlich in den Annalen abgedruckt.
Abgedruckt, Herr Messmer! Sie können also — man verzeihe mir den Ausdruck — gopferdelli nochmal in die nächste wissenschaftliche Bibliothek (oder direkt zur SMA nach Zürich) gehen und dort die Annalen eines jeden Jahres seit 1864 auf Papier bestaunen.
Da Sie ja (korrekterweise) den baldigen Tod der klassischen Presse auf Grund des Internets predigen, möchte ich es nicht unterlassen, Sie auch noch darauf hinzuweisen, dass Meteoschweiz — man höre und staune! — die Monatsmittel der wichtigsten Messstationen kostenlos im Netz zum Download anbietet. Diese Dienstleistung nennt sich treffenderweise ...
Langjährige homogene Temperatur- und Niederschlagsreihen der Schweiz
Sie können diese Daten also abgreifen, in Excel importieren und ihre eigenen Plausibilitätsberechnungen anstellen. Es ist nicht so kompliziert — wer in der Schule Arithmetik und Statistik gelernt hat, sollte über die nötigen Grundlagen verfügen, um mit den Rohdaten die nötigen Berechnungen anzustellen.
Ihr Einwand, dass die heutigen Forscher die Rohdaten absichtlich unter Verschluss halten oder gar löschen, um ihre Manipulationen zu verschleiern, ist damit nichtig. Denn wie soll ein Wetterbeobachter um 1920 von der viele Jahrzehnte später etablierten globalen Verschwörung um den Klimawandel gewusst und die Daten dementsprechend getürkt haben? Wenn Sie also an eine Verschwörung glauben, holen sie sich lieber die Annalen auf Papier. Denn so ist ausgeschlossen, dass ein neumodischer Klimawissenschaftler dreingepfuscht hat.
Anmerkung 1: Für die Kenner der Materie: Ja, ich weiss, dass die elektronischen Daten von SMA "homogenisiert" werden. Messmer würde gerade hier die Scharlatanerie der Meteorologen vermuten — in Tat und Wahrheit geht es aber nur darum, dass die Messreihen angepasst werden müssen, wenn die Messstation verschoben wird. So lag die Messstation Bern um 1916 beispielsweise noch am westlichen Ende der Schanzeneckstrasse.
Anmerkung 2: Ich gehe mit meiner studentischen Naivität natürlich davon aus, dass sich die Temperaturkurve des Hockeysticks bereits mit solchen Messdaten klar aufzeigen lässt. Ich habe diese Kurve aber noch nie selbst berechnet! Sollte dies nicht der Fall sein, würde ich gewisse Zweifel der Climategatler selbstverständlich verstehen.
Labels: Blogosphäre, Klima, Politik, Umwelt
Donnerstag, Dezember 03, 2009
Gedankenfetzen zum Minarettverbot
- Ironie des Schicksals: Mit dem Begriff "Minarett" enthält nun sogar die Schweizerische Bundesverfassung ein arabisch-islamisches Wort ...
- Ich wünsche den Bundesrichtern bereits jetzt viel Spass, eine juristische Definition von "Minarett" zu ergrübeln. Handelt es sich um einen Turm? Oder muss ein Turm noch zusätzliche besondere Eigenschaften aufweisen, damit er ein Minarett ist? (Ja, ich weiss — der Stammtischpolterer und Büetzer wird sagen: Bullshit, wo liegt das verdammte Problem? Doch lasst euch sagen, ich weiss langsam, wie Juristen ticken — und die Herleitung einer Definition für "Minarette" ist ein verdammt riesiges Problem für diese Berufsgruppe!)
- Die Abstimmung ist korrekt abgelaufen; weshalb entschuldigen sich nun unsere Bundesräte für das Stimmverhalten "ihres" Volkes?! Auch wenn ich ein Nein in die Urne gelegt habe — Plebiszit ist Plebiszit, dafür muss man sich (derzeit noch) nun wirklich nicht entschuldigen. Alle politischen Pappnasen, die sich jetzt schon bei irgendwem aus dem Ausland entschuldigt haben, sollen ihren Job an den Nagel hängen. Damit man mich aber nicht falsch versteht: Ich begrüsse es selbstverständlich, wenn Micheline Calmy-Rey ausländischen Botschaftern die direkte Demokratie Schweizerischer Prägung erklärt und damit die Wogen glättet. Aber Entschuldigen? Für was?
- Aus diesem Grund habe ich auch lange gezögert, der "Ich schäme mich ..."-Facebook-Gruppe beizutreten. "Schämen" ist irgendwie das falsche Wort ... so emotional.
- Die Aufforderung der Facebook-Grüppeler, ein weisses Armband als Protest gegen den Ausgang der Abstimmung zu tragen, finde ich hirnrissig.
- Roger Köppel sollte in den Rang eines ausserordentlichen Botschafters gehievt werden — so wie er derzeit Medienauftritte für ausländische Stationen realisiert ...
- Mich nerven die Trittbrettfahrer!
- Insbesondere das katholische "Fähnchen im Wind" Darbellay und seiner bescheuerten Idee, nun auch noch die Totenruhe in die Verfassung aufzunehmen ("Die Erstellung nicht-christlicher Friedhöfe ist verboten"?). Stoppt den mal jemand?
- Und da gibt es ja noch all diese Jesus-Parteien wie die EDU, die nach hunderttausenden Kirchenaustritten nun auch ihre Glanzstunde kommen sehen. Im Namen des Vaters, des Sohnes, des Heiligen Geists — bitte verschont mich mit dem Christentum. Und nun soll ausgerechnet noch die "christliche Leitkultur" plötzlich in der Bundesverfassung verankert werden? Wer gibt zu sowas seine Unterschrift her? Wann die Mehrheit der Minarettverbötler wohl das letztes Mal andächtig in der Kirche sass?
- Und natürlich nervt auch dieser türkische Europaminister, der — völlig uneigennützig, versteht sich — seine Glaubensbrüder dazu aufruft, alles Geld von Schweizer Bankkonti in das osmanische Reich überzusiedeln ... Trotz Minarettverbot und UBS-Debakel ist unser Ruf als Finanzplatz noch nicht derart am Arsch, dass die reichen Ölscheiche im Nahen Osten ihr Geld (viel Geld!) vollständig den einheimischen und regionalen Banken anvertrauen würden.
- Das Geschrei um Boykotte ist völlig übertrieben. Wenn wir in 3–6 Monate Bilanz ziehen, wird sich kaum ein Einbruch bemerkbar machen. Protestieren ist das eine — die so schön glänzende Rolex im Schaufenster dann deshalb nicht zu kaufen, verbietet das Ego.
- Heute Abend hat ein Bekannter erzählt, dass alle akademisch Gebildeten in seinem Kollegenkreis ausnahmslos ein Nein in die Urne gelegt hätten. Sobald er aber seine Büetzer-Kollegen gefragt hätte, seien alle für ein Ja eingestanden.
Labels: Abstimmung, Islam, Politik, Schweiz
Mittwoch, Dezember 02, 2009
Bald wieder 1933?
Die Moslems können wir nicht in hohem Bogen aus der Schweiz ausweisen und deren Religion verbieten - noch haben wir eine Glaubensfreiheit, [...]
[...] gibt es keine Not, etwas daran zu ändern, so wiederwärtig viele Sitten des Islams, und rückschrittlich viele Länder, wo er in Rein- und Reinstkultur ausgelebt, sind.
... (und dabei nicht gemerkt haben, dass in Brüssel schon mehr als die Hälfte der Säuglinge, die in den Spitälern zur Welt kommen, auf ur-belgische Vornamen wie Mohammed, Omar oder Aisha hören)
Quelle: Die Minarettinitiative und ihr wahres Ziel | Snoop InfoSystems
Wenn die in René Läderachs geäussertem Blog-Artikel Worte aber von allen 57.4 Prozent der Stimmenden geteilt werden, sollten diese lieber heute als morgen mit dem Bau von Konzentrationslagern und den Deportationen beginnen. Irgendwie wäre es doch ineffizient, im Rythmus von einigen Jahren hier ein Bauverbötchen und dort ein Kleidungsverbötchen (Burka) in die Bundeverfassung aufzunehmen, wenn das eigentliche Ziel doch längst beschlossen ist: Die Ausschaffung aller Muslime aus dem Lande.
Und da auch die Deutschen es in den 1930er nicht geschafft haben, die unliebsamen Juden aus den besetzten Gebieten zu schaffen ... nun, wir wissen, wie die "Endlösung der Judenfrage" schlussendlich ausgesehen hat.
Doch wer gedacht hat, dass diese wiedergeborenen Faschisten spätestens dann aufhören, wenn sie den hinterletzten Anhänger des Islams aus der Schweiz vertrieben haben, hat sich gewaltig getäuscht:
der Initiative wahres Ziel waren die vereinigten Gutmenschen, die sich seit Sonntag Abend schämen, Schweizer zu sein. Die Gutmenschen, oder wie es Martin Beglinger vom Tagi ausdrückt, das "linksliberale, städtische Milieu", auf das sich der Tagi konzentriert. Alle 'Islamversteher', 'Menschenrechtler', Anhänger der Political Correctness, Stars und Sternchen,
[...] diejenigen, die heute in den Städten gegen das Abstimmungsresultat demonstriert haben, [...] und sich noch nicht die Frage gestellt haben (aber sollten), ob sie noch in dieses Land gehören.
Nachdem die "Muslimfrage" gelöst ist und die Islamgegner sich nach getaner Arbeit auf die Schultern klopfen, ist dann gleich noch der linke Abschaum dran. Mit dem hat man nämlich noch einige grosse Rechnungen zu begleichen.
Wer auch immer am Sonntag ein Ja in die Urne gelegt hat, muss damit leben, solchen xenophoben Spinnern einen unglaublichen Schub und eine (jetzt noch nicht in ihrer vollen Tragweite fassbare) Bestätigung ihrer Sichtweise gegeben zu haben. Ob man es nun wollte oder nicht:
Und wenn die Linke gemeint hat, dass wir jetzt bis 2011 unser Pulver verschossen haben - nach dem blauen Auge vom Sonntag dürfte die noch ihr blaues Wunder erleben. Unsere Verfassung hat noch ein grosses Verbesserungspotential, und in zwei Jahren sind wieder Wahlen.
Und plötzlich könnte die Sache eine Eigendynamik annehmen, die den Kontinent nach Jahrzehnten des Friedens wieder ins Elend stürzt. Gegen Minderheiten einen "Präventivkrieg" führen, damit diese in 20–30 Jahren nicht Krieg gegen uns führen, wenn sie — wie vorausgesagt — mehr als 50 Prozent der europäischen Bevölkerung ausmachen? Das ist durchaus legitim und rechtfertigt alle Mittel. Offensichtlich denken einige Subjekte unter uns genau nach diesem Schema.
Dienstag, Dezember 01, 2009
Die Volksmeinung zur Minarett-Initiative
Heute hatte ich die Gelegenheit, zusammen mit zwei Büetzer — sprich: Automechanikern — in meinem Alter (ca. 30-jährig) nach Hause zu fahren. Irgendwann einmal fiel das Thema unweigerlich auf die Minarettverbots-Initiative. Nachfolgend in drei träfen Kernaussagen die Stimmung, wie sie derzeit wohl von vielen im "Stimmvolk" geteilt wird:
- Über Menschenrechte abstimmen? Der Moritz L. habe heute im Radio in einem Interview in Frage gestellt, ob dem Volk wirklich Vorlagen zur Abstimmung unterbreitet werden sollten, die Menschenrechte tangieren oder diese gar abschaffen wollten. Meine Beifahrer waren klar der Meinung, dass man durchaus über Artikel der Menschen- und Bürgerrechte abstimmen sollte. Beschämend war eine solche Aussage besonders deshalb, weil einer der beiden französisch-schweizerischer Doppelbürger ist und sein Vater aus dem Land der Aufklärung — und der Menschenrechte! — stammt. Um den guten, alten Benjamin zu zitieren: "Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety." Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. In der Gefahr, mich als elitärer Intellektueller hinzustellen: Wer solchen Müll rauslässt, hat vergessen, was unser Land die letzten 150 Jahre zu dem gemacht hat, was es heute ist. Offensichtlich aber ohne die politische Mitwirkung der Frauen.
- O-Ton: "Wieso das Geschrei? Die Muslime können ihre Religion ja weiterhin ausüben! Auch ohne Minarett!" In dieselbe Kerbe schlägt auch Köppels lapidare Aussage im österreichischen Fernsehen, dass die Muslime ja niemand gezwungen habe, sich in der Schweiz niederzulassen. Falls sie wirklich ein Minarett auf ihrer Glaubensstätte benötigten, sollen sie halt in ein anderes Land auswandern. Als liberal denkender Mensch ist die Frage, ob Muslime nun zwingend ein Minarett brauchen oder nicht, nebensächlich. Das Problem ist anderweitig gelagert: Darf ich als Nicht-Muslim (und in meinem Fall: Atheist) dieser Religionsgruppe vorschreiben wie — respektive wie nicht — sie ihre Religion auszuüben hat? Und zwar auch dann, wenn gegen keine hierzulande geltende Gesetze verstossen wurde? Wenn diese Tendenz weiterbesteht und zu wuchern beginnt, stehen wir bald vor verdammt grossen Problemen.
- "Versuch mal, in Saudi-Arabien eine Kathedrale zu bauen!" Diese Aussage, die ich bereits in meinem gestrigen Blog-Artikel auseinandergenommen habe, ist paradox: Einerseits sagen wir ja gerade, dass wir westlich (und meinetwegen christlich) geprägt sind, eine Demokratie haben, die Menschenrechte und Gleichstellung der Frau verteidigen. Wir unterscheiden uns dadurch klar von Saudi-Arabien und dergleichen. Doch um unser Vorgehen zu begründen, ziehen wir dann genau solche Unrechtsstaaten heran und bedienen uns deren ureigensten Mittel. Damit stellen wir uns auf dieselbe Stufe wie die autoritären, von Männern dominierten Gemeinschaften auf der arabischen Halbinsel, die sich aus irgendeinem Grund "Staat" nennen. Die Argumentation meiner Beifahrer ging aber noch weiter: "Wenn du meine Wohnung betrittst, sage ich auch, was ich toleriere und was nicht!" Meine Gegenfrage, wer so anmassend sei, die Schweiz, ein Kanton oder eine Gemeinde als "sein" Haus zu bezeichnen, wurde leider nicht beantwortet. Selbst eine Wohnung ist meistens von mehr als einer Person bewohnt, und es lebt sich erfahrungsgemäss besser, wenn nicht einer befiehlt und der andere zu gehorchen hat, sondern wenn man sich gegenseitig respektiert und die Bedürfnisse des Anderen wenn schon nicht völlig nachvollziehen kann, dann zumindest achten sollte.
Auch ich bin kein glühender Verfechter des Islams — im Grunde bin ich der Meinung, dass Religion in den eigenen vier Wänden ausgeübt werden und Aussenstehende damit nicht behelligt werden sollten. Durchaus sind zu diesem Thema noch viele Diskussionen zu führen. Aber bitte auf einer Ebene, die dem selbsterklärten liberalen Rechtsstaat würdig sind.
Und doch möchte ich wieder einmal davor warnen, den Anfängen zu wehren — und so zwangsläufig wieder die Nazi-Keule hervorzuholen. Denn jetzt sind (aus Sicht der Befürworter der Initiative) ausschliesslich Fremde und eine kleine Religionsgemeinschaft von einem Verbot betroffen. Doch wer garantiert, dass nun nicht alsbald weitere Verbote lanciert werden sollen, die plötzlich auf "Einheimische" wie dich und mich abgemünzt sind — auf Romands, die Romanen im Graubünden oder italienischsprachige im Tessin; auf Frauen oder Männer; Linke oder Grüne; Blonde oder Braunhaarige; blauäugige oder hellbraunäugige; Homosexuelle oder Bisexuelle?
Genau vor solchen Aktionen habe ich mit Blick auf einige Rechtsaussen-Exponenten der SVP immer Angst. Sobald sie sich genügend sicher fühlen und die Macht auf ihrer Seite wähnen, könnte es sehr rasch sehr ungemütlich werden für sehr viele Leute unserer Gesellschaft — auch solche, die am Sonntag das Verbot noch unterstützt haben. Wer solches Misstrauen und einen derartigen Menschenhass schürt, ist nur allzuschnell der Zauberlehrling, der die aufgeschäumte Wut plötzlich nicht mehr unter Kontrolle hat. Die Kraft der Emotionen entlädt sich plötzlich gegen sich selbst, die Seinen und nur allzurasch auch gegen die zu verteidigenden Werte. Und stürzt im Kampf gegen das Fremde und Andersartige die Nation vollends ins Verderben.
Labels: Abstimmung, Islam, Politik, Religion, Schweiz
Dienstag, Dezember 01, 2009
Pakistaner pochen auf "interreligiöse Harmonie"
Erst am späten Montagnachmittag versammelten sich die ersten wütenden Menschen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad, um gegen das Schweizer Minarett-Verbot zu demonstrieren. [...]
Yahya Mudschahid, ein Sprecher der islamischen Hilfsorganisation Jamaat-ud-Dawa, der eine Nähe zur Terrorgruppe Lashkar-e-Toiba nachgesagt wird, nannte die Schweizer Entscheidung einen "Schlag gegen die interreligiöse Harmonie". "Diese Entscheidung verletzt die Prinzipien der gegenseitigen Verständigung und der religiösen Toleranz." Der Westen rühme sich immer, "Meister der religiösen Toleranz und der interreligiösen Harmonie" zu sein, aber das Ergebnis der Schweizer Volksabstimmung offenbare die Vorurteile gegen Muslime.
Eine 5-sekündige Google-Suche bringt dann folgenden Text zu Tage:
Besonders seit den 1990ern wurden Christen wegen angeblicher Blasphemie verhaftet. Laut dem Daily Telegraph wurden in Faisalabad Kirchen zerstört. In Pakistan gab es 2005 Bombendrohungen.
Die Christen in Pakistan werden nach dem Tod von Benazir Bhutto wieder zunehmend verfolgt; es erfolgen immer wieder Massaker an der christlichen Bevölkerung.[2][3] Bei einem Brandanschlag von mehreren hundert Mitgliedern einer islamistischen Gruppe auf die Christengemeinde in der Provinz Punjab waren am Samstag mindestens acht Menschen getötet worden. Über 70 Häuser und zwei Kirchen wurden zerstört. Grund für die Übergriffe von Islamisten ist das geltende Blasphemie-Gesetz sowie die hudud-Verordnungen (Hadd-Strafe).[4][5]
Quelle: Christentum in Pakistan – Wikipedia
Natürlich sollte sich die Schweiz nicht an Pakistan messen — wir sind eine aufgeklärte Demokratie, die den Menschenrechten verpflichtet ist. Nur weil in Saudi Arabien keine christliche Kirchen gebaut werden dürfen, ist dies noch lange kein Grund, uns auf dieses Niveau herabzulassen und deren Messlatte auch für unsere Politik zu verwenden. Wir müssen uns mit anderen westlichen Nationen messen, nicht mit autoritären muslimischen Regimes!
Und doch sollte man zumindest Aussagen gerade solcher Pakistaner in einen entsprechenden Kontext setzen, wie ich es gerade getan habe.
Abgesehen von den paar Heissmachern am rechts-aussen-Flügel, die sich nun in ihrem Wahlerfolg sonnen, wird es die Schweizer Bevölkerung garantiert nicht soweit kommen lassen. Kein Zweifel, dass Polizei und Rechtstaat hierzulande gegen solche Übergriffe vehement einschreiten würden. Auch die Bevölkerung würden spätestens dann ein klares Statement abgeben, — nämlich, dass zwischen einem Bauverbot für Minarette und tätlichen Übergriffen auf Religionsgemeinschaften ein himmelweiter Unterschied existiert. Davon bin ich überzeugt. Sonst steht die Neuauflage des Dritten Reichs in den Startlöchern, und ich müsste nach Skandinavien auswandern.
Labels: Abstimmung, Islam, Pakistan, Politik, Schweiz, Wahlen
Dienstag, Dezember 01, 2009
Wiederholung der Minarett-Abstimmung auf Facebook
Auf Facebook ist der Fall klar:
- Ich schäme mich für das Resultat der Minarett-Initiative! — 58'127 Mitglieder
- Ich schäme mich NICHT für das Resultat der Minarett-Initiative! — 17'574 Mitglieder
Via: twitpic — thbenkoe
Wahrscheinlich hat Longchamps gfs bei ihrer Befragung der Wählermeinung dummerweise eine Mehrheit der 1'000 Leute erwischt, die sich mittlerweile in der erstgenannten Gruppe tummeln ...
Interessant wäre aber noch der Zusatz:
"Ich schäme mich für das Resultat der Minarett-Initiative ... UND HABE LETZTEN SONNTAG AUCH WIRKLICH MEINE STIMME GEGEN DIE INITIATIVE ABGEGEBEN"
Labels: Abstimmung, Demokratie, Facebook, Funny, Islam, Politik, Schweiz, Wahlen, Web
Sonntag, November 29, 2009
Minarette verboten!
Es ist vollbracht, hierzulande wird das Bauverbot für Minarette in der Verfassung verankert. Na dann schauen wir mal, ob sich die Schwarzmalerei und Angstmacherei des Bundesrates bewahrheitet:
Besonders die Regierung, aber auch die Wirtschaft hatten sich gegen die Vorlage ausgesprochen, weil sie bei einer Annahme Folgen für das Verhältnis zur arabischen Welt oder gar Terroranschläge fürchten. Folgen könnte auch der Handel mit arabischen Ländern haben.
Quelle: FTD.de | Schweizer Volksentscheid: Trend deutet auf Mehrheit für Minarett-Verbot
Nun, bezüglich Lybien haben wir ja schon alles vergeigt. Da bleiben nur noch ein paar Dutzend muslimische Nationen in dieser Welt, mit denen wir es auch noch verscherzen könnten ...
Ich persönlich habe noch meine Zweifel, ob es wirklich zu Boykotten kommen wird. Und von Terroranschlägen habe ich erst recht nicht Angst: Einer Religionsgemeinschaft den Bau von Türmen zu verbieten ist doch ein anderes paar Schuhe als mit der Armee in eine fremdes Land einzumarschieren, wie es die Terroropfer USA, Grossbritannien, Spanien getan haben.
Ein schwacher Trost zudem: Spätestens beim ersten terroristischen Angriff in der Schweiz hätten die Terroristen jegliches Verständnis in der hiesigen muslimischen Wohnbevölkerung verspielt.
Wirtschaft
Hier hat das Schweizer Volk in einem grossen Zielkonflikt für einmal die emotionale statt die pragmatische Schiene gewählt:
Zuerst gilt es dem idealistisch gesinnten Zeitgenossen vor Augen zu rufen, was wir Schweizer seit 1848 — und wohl schon zuvor — waren und heute immer noch sind: Opportunistenwölfe in Neutralitätsschafspelzen! Soll heissen: Wenn man es verkaufen kann, produzieren wir es. So weit so gut, hat es uns doch in einigen Bereichen an die Weltmarktspitze gebracht.
Quelle: Mein Senf zum Waffenexport
Gerne rufe ich dem Schweizer aber in Erinnerung, dass wir noch so sehr Symptombekämpfung betreiben können — Minarette sind solche Symptome — aber wenn es uns wirklich Ernst wäre, hätten wir uns längst von Öllieferungen aus dem Nahen Osten unabhängig gemacht. Schliesslich fliessen unsere Benzingelder unter anderem auch in den Bau von Minaretten und in die Ausbildung von teilweise fundamentalistischen Priestern.
Doch da hört die eine emotionale Schiene auf (Xenophobie), und da beginnt die andere emotionale Schiene (Auto und Individualverkehr).
Demokratie
Ich als Linker habe natürlich gegen die Initiative gestimmt. Doch heute erleben wir nun einmal wieder Demokratie in ihrer Urform:
- Die Mehrheit gewinnt
- Demokratisch gefällte Entscheide sind auszuführen, egal, wie kontrovers sie sein mögen (solange sie nicht gegen geltendes Recht verstossen)
Vielleicht wäre es klüger gewesen, nicht mit dem Kopf durch die Wand zu wollen — bleibt zu hoffen, dass die hier lebende, mehrheitlich angepasste muslimische Bevölkerung diesen "Schuss vor den Bug" irgendwie verdauen kann.
Sonstige Bemerkungen zum Schluss:
- Wie viele Baurichtlinien sich wohl sonst noch in unserer Verfassung finden?
- Wenn Köppel und seine Statistikschergen recht haben, können die Muslime in unserem Land im Jahr 2050 diese Bestimmung mit einer komfortablen Mehrheit wieder aus der Verfassung kippen.
- Wer als gläubiger, auswanderungsfreudiger Muslim ein Minarett auf seiner Moschee braucht, dem wird empfohlen, in andere Länder auszuweichen — bspw. Grossbritannien.
Labels: Abstimmung, Islam, Politik, Schweiz
Donnerstag, November 26, 2009
Die BKW hat offensichtlich zu viel Reserven
Die Waadtländer Bevölkerung stimmt am 29. November über die Haltung ihres Kantons gegenüber einem neuen AKW Mühleberg ab. Wie der Regierungsrat heute im Grossen Rat informierte, mischt sich die BKW mit 500'000 Franken in die Politik des Nachbarkantons ein.
Statt endlich in Windturbinen und Solardächer zu investieren, verschleudert die BKW viel Geld für politische Propaganda.
Quelle: Medienmitteilung SP/JUSO-Fraktion vom 24. November 2009
Labels: Abstimmung, Atomkraft, Bern, BKW, Energie, Kanton, Politik
Montag, November 23, 2009
Mein Senf zum Waffenexport
Wenige Tage vor der Abstimmungen gehen die Emotionen über die Kriegsmaterialausfuhrverbotsinitiative (Mann ist das ein langes Wort!) hoch. Heute in fiel mir im Getümmel des Zibelemärits und herumfliegenden Konfettibomben wieder einmal die Plakatwerbung der Gegner der Initiative auf: Es stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel, so die Kernaussage. Was sowohl stimmt, als wohl auch gleich die einzig einigermassen von Waffen losgelöste Meldung ist, die man dem Stimmenden in dieser Sache überbringen kann. Und ja, vermutungsgemäss hat die Waffenlobby recht: Verbieten wir die Ausfuhr, verlagern die Unternehmen die Produktion halt ins Nahe gelegene Ausland. Auf Gewinne aus diesem Geschäft verzichtet kein BWLer freiwillig.
Zuerst gilt es dem idealistisch gesinnten Zeitgenossen vor Augen zu rufen, was wir Schweizer seit 1848 — und wohl schon zuvor — waren und heute immer noch sind: Opportunistenwölfe in Neutralitätsschafspelzen! Soll heissen: Wenn man es verkaufen kann, produzieren wir es. So weit so gut, hat es uns doch in einigen Bereichen an die Weltmarktspitze gebracht.
Das einzige Problem an Waffen ist aber, dass diese von niemandem gekauft werden, um sie ins Wohnzimmer zu stellen, sondern entweder um abzuschrecken (dann ist's noch nicht ganz so schlimm) oder aber um sie ihrem klassischen Anwendungszweck zuzuführen: Um damit Menschen umzubringen, was dann wirklich der schlimmschte anzunehmende Fall ist.
Mit diesem Hintergrundwissen bewaffnet [sic!] ist es relativ einfach, den Ausgang dieser einen Abstimmung vorauszusagen.
Und doch möchte ich fragen: Können Manager, die Waffenfirmen managen und nun mit dem Erhalt von Arbeitsplätzen das wohl schlagendste Argument entdeckt zu haben — können diese Leute wirklich unser Vertrauen erwecken? Wer nicht mit der Wimper zu zucken Waffen ausführt und dabei regungslos in Kauf nimmt, dass damit "Tote" produziert werden — kann der im Gegenzug wirklich derart viel Mitgefühl für "Arbeitsplätze" zeigen? Ich glaube eher nein ... Diese Jungs kalkulieren auch hier kaltblütig, wie sie es im Geschäftsleben gelernt haben. Aber im seinem Innersten ist halt jeder Schweizer ein kleiner Waffenhändler. Bleiben wir dabei!
Freitag, November 13, 2009
Köppel ist definitiv reif für den Vaterschaftsurlaub
Köppels Editorial in der Weltwoche 46.09 kann man ja nun wirklich kaum ernst nehmen — ich würde es als klaren Tiefpunkt in der Geschichte der Köppelschen Weltwoche klassifizieren:
Die vielen Ausfälle, Pannen und Verspätungen der SBB in letzter Zeit sind nicht das Resultat von schlechtem Management, sondern werden durch Übernutzung und Überlastung verursacht.
Quelle: Editorial: Zuwanderung, Weltwoche 46.09, S. 5.
... ... ...?! Habe ich jetzt richtig gelesen? Köppel zeigt Verständnis für die SBB? Einen Staatsbetrieb?! Zugleich entlässt er das SBB-Management aus jeglicher Schuld — obwohl einige Medien in letzter Zeit darüber berichtet haben, dass es gerade dieses "Management" verpasst habe, rechtzeitig und in ausreichendem Mass in den Werterhalt der Infrastruktur zu investieren?
Er erwähnt auch die Staus auf den Autobahnen, um zu folgern, dass das Land übervölkert sei. Nun, Staus und Komplikationen im Zugsverkehr gründen nicht zuletzt doch gerade darauf, dass Leute von Köppels Weltauffassung seit jeher den Steuerwettbewerb zwischen den Gemeinden und Kantonen loben. Dies führt konsequenterweise dazu, dass man eben nicht in der Stadt, sondern auf der grünen Wiese sein Häuschen errichtet, mindestens zwei PKWs anschafft und in Zukunft frisch-fröhlich 10-20 Kilometer auf die Arbeit in die Stadt pendelt.
Hat nicht die Weltwoche gerade in der letzten Ausgabe die 150 besten Gemeinden gekürt und dem Ranking eine möglichst tiefe Steuersatz als Hauptkriterium zu Grunde gelegt? Der Verkehrskollaps ist ein Resultat dieser unsinnigen optimalen Fokussierung auf Dinge, die wirklich zählen im Leben! Wer will schon in 5 Minuten auf der Arbeit sein, wenn er alleine in seinem 3 Meter langem, 2 Tonnen schweren Gefährt eine Stunde im Stau stehen kann? Hauptsache, er bezahlt weniger Steuern.
Thomas Held, Chefdenker des Think Tanks Avenir Suisse, verwies in einer Fernsehdiskussion zum Thema kürzlich auf die japanische Metropole Tokio. Will die Schweiz mit ihren sperrangelweit geöffneten Grenzen zum europäischen Pendant eines asiatischen Models werden?
Herr Köppel, schauen sie, ein Rat unter Freunden: Möchten Sie den Chefredaktorposten nicht lieber abgeben und künftig einen mittelmässigen Blog führen? Ihre Recherchefähigkeiten stempeln Sie zu einem völlig inkompetenten Journalisten.
Zugegeben, Tokio ist eine Millionenstadt — als Moloch würde ich die Hauptstadt Japans aber dann doch wieder nicht bezeichnen. Abgesehen davon sollte die japanische Migrationspolitik gerade Sie zu impulsiven Freudentänzen verleiten: Ist es nicht Allgemeinwissen, dass die Japaner in Asien wohl die rigideste Migrationspolitik verfolgen (abgesehen vielleicht von Nordkorea), um ihr Volk und ihre Kultur möglichst homogen zu halten?
Und hier hat Sie dann wohl ihr Baby vom Beenden des Satzes abgehalten:
... Trotz komfortablen Mehrspurtunneln staut sich der Verkehr. Da es an bebaubaren Zonen fehlt, wurden seelenlose Wohnquartiere. Thomas Held, ...
Hä?
Labels: Einwanderung, Kritik, Medien, Migration, Politik, Raumentwicklung, Zürich
Sonntag, November 01, 2009
Drupal im Weissen Haus
O'Reilly lobt Drupals "riesige" Bibliothek an Modulen, mit denen whitehouse.gov zum Beispiel skalierbare Livechats anbieten und seine Inhalte in mehrere Sprachen übersetzen könne. Außerdem werde die Webseite durch Drupal sicherer.
Quelle: heise open - Open Source zieht ins Weiße Haus ein
Dass das Weisse Haus unter der Fuchtel von Obama langsam mit der Adaption von Opensource-Software beginnt, ist äusserst lobenswert. Ich frage mich aber, ob man diesen Einstellungswechsel ausgerechnet mit Drupal gehörig feiern sollte.
Meine Kritikpunkte:
- "riesige" Bibliothek an Modulen Für Microsoft Windows gibt es auch zig-Millionen Applikationen. Dass Mac OS X heute unter Computerspezialisten klar das Betriebssystem der Wahl ist, zeigt, dass man wohl eher die Qualität statt die Quantität von Applikationen, Modulen oder Erweiterungen beurteilen sollte, die für ein Betriebssystem (oder CMS) existiert. Abgesehen davon muss man sich bewusst sein, dass viele dieser "riesigen Bibliothek" an Erweiterungen für Drupal durch deren raschen Versionssprünge gar nicht mit der aktuellen Version kompatibel sind.
- Skalierbare Livechats Mal ehrlich ... das Weisse Haus stellt auf ein neues CMS um — und ausgerechnet Live-Chats müssen als das Killerfeature herhalten? Abgesehen davon, dass ich mich frage, wie viele Beamte eingestellt werden müssen, um chatwilligen Antwort zu geben, frage ich mich schon ein wenig, ob Livechats angesichts der Situation des Landes wirklich lebenswichtig sind.
- Inhalte in mehrere Sprachen übersetzen Viel Spass — und mein Beileid an die Entwickler. Um Drupal wirklich bis in die letzte Ritze (bspw. Taxonomy) multilingual zu machen, wird es den einen oder anderen Death March geben.
- werde die Webseite durch Drupal sicherer. Ja klar. So sicher wie Wordpress in den letzten Jahren? Viel Spass in der Drupal/Modul-Upgrade-Hölle.
Labels: CMS, Drupal, OSS, Politik, USA, Web, Web-Entwicklung
Sonntag, Oktober 25, 2009
Linker Bettelbrief
was man halt so schreibt, wenn man ein Linker ist.
Quelle: arlesheimreloaded-manfred-messmer - E-Mail von den Jusos
Freitag, Oktober 16, 2009
Christlich-soziale Fundis wollen mein Geld
Deshalb will seine Partei einen Vorstoss einreichen, der vorsieht, dass alle, die aus der Kirche austreten, eine Atheistensteuer zahlen sollen.
Quelle: 20 Minuten Online - Junge CVP fordert Atheistensteuer - Schweiz
Volltreffer, liebe JCVPler.
Versuchen wir es mit einem Analogon: Nur weil jemand sein Zeitungsabo kündet, heisst das noch lange nicht, dass man ihm künftig keine Abonnementsrechnung mehr zusendet. Wäre ja gelacht, wenn man es den Schweizern so einfach machen würde, die Zeitung zu wechseln. Oder, noch schlimmer: Gar keine Zeitung mehr abonnieren zu wollen. Das geht einfach nicht, da muss ein Irrtum vorliegen! Denn wenn das alle tun würden, gingen die Zeitungsverlage allesamt konkurs! Personen, die einmal eine Zeitung abonniert hatten, obliegt die heilige Pflicht, bis an ihr Lebensende Geld an den Verlag zu zahlen. Marktwirtschaft? Kennt man bei bibelfreundlichen Politikern offensichtlich nicht.
Was die JCVP erst andenkt, ist in den USA bereits seit langem Praxis: US-Amerikaner, die im Ausland leben und dort ein Einkommen erzielen, haben der Steuerbehörde IRS in vielen Fällen weiterhin Rechenschaft abzulegen:
United States Citizens and resident aliens who live and work abroad may be able to exclude all or part of their foreign salary or wages from their income when filing their U.S. federal tax return.
Quelle: Five Facts about the Foreign Earned Income Exclusion
Der kleinste gemeinsame Nenner dieser so ungleichen Gebilde: Sowohl die Kirche als auch die USA sind faktisch bankrott und greifen nach jedem Strohhalm, um ihre leeren Kassen wieder zu füllen. Wenn sie da die Rechnung nur nicht ohne Wirt gemacht haben ...
Via: Wir brauchen wirklich eine Furzideen-Steuer
Freitag, Oktober 09, 2009
Frieden
Mehr als Rebeccas Stückfrieden habe ich den sich überstürzenden Ereignissen um Herr Obama nicht beizufügen:
Obama for Piece Prize!!!!! :-)
Quelle: Facebook | Rebecca M. Obama for Piece Prize!!!!! :-)
Sonntag, Oktober 04, 2009
Mit Twitter den Iran revolutionieren?
Vom Trojanischen Pferd zu Twitter, von der heiligen Maschine Baudelaires zum Handyfoto: Die Geschichte des Protests wäre nichts ohne zeitgemäße Technik und Kommunikationsmittel - entscheidend aber, das zeigen die aktuellen Demonstrationen in Iran, ist der Wille zum Handeln.
Vage erinnert man sich an die längst vergangenen "heissen" Tage in Teheran. Fortschrittliche Zeitgenossen, in ihren klimatisierten Büros auf teuren Sesseln sitzend, färbten ihre Profilbilder auf Twitter grün ein und hatten wohl tatsächlich das Gefühl, sich so nicht nur mit den unterdrückten Persern zu solidarisieren, sondern auch die Protester tatkräftig zu unterstützen.
Es wäre wohl die erste "Revolution" gewesen, die man von der Hängematte aus mit ein paar Mausklicks gewonnen hätte. Die Realität sah dann leider etwas anders aus - und Ahmadinejad waltet und schaltet weiterhin unbehelligt.
Labels: Bevölkerung, Iran, Kampf, Politik, Revolution, Staat, Staatsschutz
Donnerstag, Oktober 01, 2009
NYT berichtet über das Schweizer Gesundheitssystem
Like every other country in Europe, Switzerland guarantees health care for all its citizens. But the system here does not remotely resemble the model of bureaucratic, socialized medicine often cited by opponents of universal coverage in the United States.
Quelle: Swiss Model for Health Care Is Gaining Admirers - NYTimes.com
Dank der UBS, Steuerhinterziehern und der Polanski-Festnahme schafft es die Schweiz in die us-amerikanische Presse. Deutlich positiver geht es im Artikel der New York Times über das schweizerische Gesundheitssystem zu und her. Dieser Artikel gehört zur Pflichtlektüre für alle, die sich gerne einmal für den Blick von aussen interessieren.
Zugegeben, aus Sicht der Amis (deren geiles Motto bekanntlich lautet: "Jahrelang Krankenkassenprämien zahlen, um im Notfall die Leistung verweigert und die Police gekündigt zu bekommen") ist unser System wohl ein Klon des Paradieses. Wir Schweizer hingegen sollten nicht zu den schlechten Beispielen herab-, sondern zu den guten hinaufblicken. Es gibt noch viel zu tun!
Labels: Gesundheit, Gesundheitssystem, Politik, Schweiz, USA
Mittwoch, September 30, 2009
Photoshopped? Bald mit Pflicht-Hinweis!
In case you hadn’t heard, earlier this month fifty politicians put a law in front of French parliament under which digitally manipulated images would bear the somewhat rueful label “Retouched photograph aimed at changing a person’s physical appearance.” The goal is essentially one of public health and consumer expectation: don’t try looking like this at home.
Quelle: Subtraction.com: The Meaning of Photoshop
Ich sehe die Mehrheit aller Plakatreklamen mit solchen Hinweisen verunstaltet. Fürchterlich, dabei haben diese Magersuchts-Models doch überhaupt nichts Verwerfliches an sich!
Die Franzosen könnten dieses Gesetz noch derart auf die Spitze treiben, dass man wie bei den Zigaretten mindestens 50 % des Plakats mit diesem Hinweis zupflastern müsste.
Labels: Frankreich, Gesellschaft, Kunst, Medien, Photographie, Politik, Werbung
Sonntag, September 27, 2009
Verlierer und Sieger der Bundestagswahlen in Deutschland 2009
Es muss einem schon zu denken geben, wenn die SPD während einer Wirtschaftskrise so massiv an Stimmen verliert. Aber dennoch gilt es auch die vermeintlichen Gewinner auf den Boden der Tatsachen zu holen:
CDU und CSU erreichen mit gerade einmal knapp 34 Prozent nicht einmal das Niveau von vor vier Jahren. Damit fährt Merkel das schlechteste Ergebnis für die Union bei einer Bundestagswahl seit der Wahl 1949 ein.
In den USA wurde letztes Jahr der erste Schwarze zum Präsidenten gewählt - in Deutschland ist absehbar, dass mit Guido Westerwelle der erste Schwule zum Aussenminister wird. Als gesellschaftlich sehr liberaler Mensch freut mich dies sehr.
Labels: Deutschland, Politik, Wahlen, Wahlkampf
Mittwoch, September 23, 2009
Wann fluten die Chinesen den Dollarmarkt?
But just wait until the United States loses their trust. In a matter of minutes, China could dump enough US dollars to set off alarms all over the world. All of a sudden, dollar holders would rush for the exits - each one trying to get out before the others. In minutes, the dollar market could collapse...taking down US Treasury bonds with it.
Quelle: US Dollar Declining as China's Currency Rises
Bleibt zu hoffen, dass der Schweizer Franken dann zur Fluchtwährung - und wir somit zu sehr, sehr reichen Leuten werden. Dann kaufe ich mir für den Preis eines rostigen Kleinwagens eine Villa in Beverly Hills.
Übrigens: Es fehlen noch 2 Rappen bis zur Parität!
Mittwoch, September 23, 2009
Wenn Politiker schwafeln
Die Mehrheit unserer Importe kommt aus dem Ausland.
Dienstag, September 22, 2009
Deutschland hat keine Wahl
Frontal21 zeichnet ein treffendes Psychogramm Deutschlands: die grösste Bundestagsfraktion sind die Nichtwähler, die Hälfte der Parteimitglieder sind über 50, sämtliche Parteiprogramme versprechen alles und nichts, Ordnungsämter treiben Jungunternehmen in die Insolvenz, zwischen Hartz IV und Topbanker gibts nix mehr. Gute Wahl, Deutschland!
Quelle: Facebook-Status von Dennis Nordmann
Labels: Deutschland, Politik, Wahlen, Wahlkampf
Dienstag, September 22, 2009
Mindestvorrat an Gold
Der Nationalrat will der Nationalbank (SNB) nicht in ihre Goldpolitik hineinreden. Er lehnte am Montag fünf parlamentarische Initiativen der SVP klar ab, welche den Goldvorrat der SNB zum unantastbaren «Notvorrat» und zur «Schatztruhe» erklären wollten.
[...] Das Gold - mindestens 1000 Tonnen - müsse in der Schweiz gelagert werden.
Quelle: Keine Mindestgrenze für die Goldreserven (Schweiz, NZZ Online)
Da hätte ich für einmal ohne zu zögern zusammen mit den SVP-Abgeordneten gestimmt.
Labels: Finanzen, Gold, Parlament, Politik, Schweiz, SVP, Wirtschaft
Samstag, September 19, 2009
Grossräte fordern Bierverbot
Die Szenen betrunkener Jugendlicher sollen bald der Vergangenheit angehören. Grossräte wollen im Kanton Bern Bier für unter 18-Jährige verbieten.
Quelle: Grossräte fordern Bierverbot - News Region: Kanton Bern - bernerzeitung.ch
Mit dieser Methode hatten die Deutschen schon in den 1980ern Erfolg, als sie dem Wald das Sterben verboten.
Liebe Grossräte, ich verstehe euer Anliegen und die hehren Ziele durchaus. Doch denkt daran, dass Gesetze nicht nur erlassen, sondern auch durchgesetzt werden müssen. Deshalb bringt dieses dumme Verbot rein gar nichts, bis nicht jemand die Verkaufsstellen wie auch Bier-konsumierende Jugendlichen kontrolliert. Kurz: Ihr müsst gleichzeitig auch mehr Polizisten ausbilden und anstellen. Ausser ihr geht dann selber auf Pirsch und haltet die illegal saufenden Jugendlichen an ...
Heute: Dauersaufsendung
Heute, nach dem verdienten Ausschlafen am Samstag, erwachte ich gerade zum richtigen Zeitpunkt und hatte das Vergnügen, den Ude auf ARD das erste Fass Bier am Münchner Oktoberfest "ozapfen" zu sehen.
Während die Schweizer National- und Ständeräte sich noch die Köpfe darüber zerbrechen, ob man schweizerische Fernsehanstalten erlauben soll, Werbespots für alkoholhaltige Getränke zu schalten, macht das erste deutsche Fernsehen vor, wie eine Dauerwerbesendung für Spaten, Hacker-Pschorr, Augustinerbräu, Hofbräu, Löwenbräu und Paulaner ausschaut. Da sieht man dann sogar Moderatorinnen im Dirndl das Mass anheben, in die Kamera zu prosten und sagen: "So gut schmeckt halt nur ein Oktoberfestbier!" Wenigstens hat sie nicht gleich noch gerülpst ...
Labels: Alkohol, Bern, Bier, Jugend, Kanton, München, Oktoberfest, Politik, Polizei, Schweiz
Samstag, September 19, 2009
Stadtberner Bürgerliche ohne Sitzleder
Ausgerechnet der rechte Flügel, der für die lange Sitzung verantwortlich ist, hat besonders viele Abwesenheiten zu verzeichnen. Details finden Sie unter dem Link «Anwesenheitsliste Stadträte».
Quelle: Bern: Welche Stadträte bis 03.00 Uhr aushielten... - News Region: Bern & Region - bernerzeitung.ch
Natürlich werden die Bürgerlichen umgehend den Spiess umdrehen und die Linken einerseits als Sitzungsgelder-Fürsorgeempfänger brandmarken, andererseits darauf verweisen, dass man als bürgerlicher Politiker auch mal nach Hause muss, um die Steuerzahlungen zu erwirtschaften, die von den Linken dann so bereitwillig "umverteilt" werden. Ist doch immer dieselbe Leier ...
Nachtrag
Bernhard Eicher enttäuscht - wie üblich - nicht! Besonders ihm gratuliere ich für die Ausdauer.
Donnerstag, September 17, 2009
Diplomierter Gemeinderat
Bald haben die Milizler an der Urne keine Chance mehr:
Die Weiterbildung BV Bern bietet, in Kooperation mit dem VBG und dem AGR, einen berufsbegleitenden Kurs zur Erlangung des Diploms als Gemeindepolitikerin bzw. Gemeindepolitiker an.
Quelle: Bildungszentrum für Wirtschaft und Dienstleistung - Diplomlehrgang für Gemeindepolitiker/-innen
Das Problem ist, dass ich mich mit diesem Diplom auf dem "Arbeitsmarkt" für Gemeinderäte nicht wie mit üblichen beruflichen Weiterbildungen bewegen kann - Gemeinderat kann ich ausschliesslich in meiner Wohngemeinde werden. Somit sehe ich den Nutzen hier nicht ganz - ausser ich wechsle notorisch den Wohnort, um aus dem Diplom das Maximum herauszuholen.
Wer bereits gewählt ist, wird das nötige Wissen wie in den letzten Jahrzehnten von der Pike auf erlernen, während es für Möchtegern-Gemeinderäte doch irgendwie vermessen klingt, einen solchen Kurs einige Jahre vor der "geplanten" Wahl in den Gemeinderat in Angriff zu nehmen. Ist ja auch irgendwie komisch, oder?
Aber ich kann mich täuschen und dieser Lehrgang wird zum Renner ...
Labels: Ausbildung, Bern, Gemeinden, Kanton, Politik, Weiterbildung
Donnerstag, September 17, 2009
Bundesratswahltransparenz
und nochmals Lüscher draufgeschrieben
Quelle: Lukas Reimann (lukasreimann) on Twitter
Mist, wieso habe - im Gegensatz zu Kobi - verpasst, dass Reimann aus der Bundesversammlung twittert?!
Labels: Blogosphäre, Bundesrat, Internet, Politik, Schweiz, Twitter
Dienstag, September 15, 2009
Bundesratswahl vom 16. September 2009: Die (Un)Prognose
Morgen ist gleich ein doppelt (un)bedeutender Tag: Einerseits wählt die Bundesversammlungen ein neues Mitglied in die Exekutive des Landes, andererseits mühe ich mich für 45 Minuten durch die mündliche Lizentiatsprüfung. Themen: Landesstreik 1918 und Französische Revolution. Die Bundesratswahl wird wohl ohne vor- und nachgängigen Streik auskommen und eine Revolution, nun, die ist dieses Jahr irgendwie auch nicht zu erwarten.
Da die Medien bezüglich der Bundesratswahl derzeit förmlich ausflippen - wohl nicht zuletzt auf Grund der Wirtschaftskrise, die die Journalisten unter Druck setzt, ihre Titel mit boulevardesken Mitteln en masse zu verkaufen - halte ich mich für einmal äusserst kurz. Die Sache muss nüchtern betrachtet werden und rechtfertigt den bisher kolpotierten Wahlkrimi garantiert nicht.
Meine Prognose:
Didier Burkhalter wird zum 112. Bundesrat der Schweiz gewählt
Wieso? Nun, er wäre aus meiner Sicht ein perfektes Exekutivmitglied der Schweiz. Erst seit der Ankündigung des Rücktritts von Pascal Couchepin kennt man ihn, als das Kandidatenkarussell so richtig in Schwung gekommen ist. Für mich ist er ein unbeschriebenes Blatt, ein Leisetreter und wird im Bundesrat sicherlich fleissig und pflichtbewusst an die Arbeit gehen - genau wie wir Schweizer uns insgeheim eben einen Bundesrat vorstellen. Wir mögen Leute vom Kaliber Obamas und Kennedys irgendwie nicht wirklich - und das ist meiner Meinung nach auch gut so.
Natürlich darf man die Wahlarithmetik nicht aus den Augen lassen. Wie ich Kollege Zgräsch bereits am Samstag in der Enge des Fonds von Hebos 206er erläutert habe, glaube ich nämlich nicht, dass die SP geschlossen für Schwaller stimmen wird. Nicht wenige der welschen Sozialdemokraten werden sich meiner Meinung nach für Burkhalter entscheiden, weil der Schwaller aus ihrer Sicht ein Deutschschweizer ist (was ich ebenfalls so sehe).
Damit wir uns recht verstehen: Burkhalter ist meine Prognose, nicht mein Wunschkandidat. Denn logischerweise hege ich grosse Sympathien für Schwaller, da er nur wenige Kilometer von meinem Heimatort lebt und - viel wichtiger - Seislerdeutsch spricht. Der deutschsprachige Sensebezirk des Kanton Fribourg - früher das Armenhaus des Kantons - hätte nun wirklich einmal einen Bundesrat verdient! Schade, dass Schwaller in der Arena angekündigt hat, nur dieses eine Mal zur Wahl anzutreten. Wenn ich aber mit den Ohren eines Politikers seine Aussage richtig verstanden habe, bleibt ein Hoffnungsschimmer: Wählt die Bundesversammlung ihn nach 2009, ohne dass er kandidiert hat, würde er die Wahl annehmen ...
Ausserdem darf man nicht vergessen, dass die SP wohl über kurz oder lang ihren Leuenberger ersetzen muss. Deshalb könnte dies ein weiterer Punkt für Burkhalter und gegen Schwaller sein - denn so hätte man (hoffentlich, den so sicher ist bei Bundesratswahlen leider seit einigen Jahren nichts mehr) bei der Besetzung des SP-Sitzes die FDP im Boot.
Aber äbe - meistens kommt es anders, zweitens als man denkt.
Samstag, September 12, 2009
AT&T und Glenn Beck
AT&T 3G-Netzqualität und Glenn Beck - das sind Themen, die derzeit die USA Reddit beschäftigen:
AT&T is sponsoring a keynote address by Glenn Beck in Michigan. It's now clear that AT&T is spending more money sponsoring hate speech than upgrading its piece of shit network.
Freitag, September 11, 2009
Islam als Landeskirche?
Die Islamische Gemeinde im Kanton Luzern soll den Status einer Landeskirche bekommen. Damit wäre sie berechtigt, Kirchensteuern einzuziehen.
Quelle: Kanton Luzern will Islam zur Landeskirche machen (Schweiz, NZZ Online)
Ich bin dagegen. Aber aus anderen Gründen als wohl 99.9 % der restlichen Gegner: Aus meiner Sicht sollten nämlich nicht noch mehr Kirchen den Status einer "Landeskirche" erhalten, sondern im Gegenteil, allen Kirchen sollte dieser Status gestrichen werden.
Religion ist Privatsache, die man zu Hause in den eigenen vier Wänden praktizieren soll. Der Staat hat nur sicherzustellen, dass bei der Ausübung der Religion die hierzulande geltenden Gesetze - insbesondere die Verfassungsartikel - eingehalten werden.
Labels: Gesetz, Islam, Katholizismus, Luzern, Politik, Religion, Schweiz
Donnerstag, September 10, 2009
Private Ausgaben und öffentliche Ausgaben
Public spending isn't the same as private spending. It is usually spending for things that people wouldn't buy if they had a choice.
Quelle: US Economy Still on Runway as Recovery Won't Fly
1 + 1 = 2, lieber Bill! Irgendwie logisch, dass ich mir als Konsument keine Strasse kaufe, diese instandhalte, Wasserleitungen verloche und repariere.
Labels: Funny, Politik, Wirtschaft, Wissen
Dienstag, September 08, 2009
Je höher ein Politiker, umso korrupter?
Doug French, einer dieser Österreicher drüben bei Mises, sieht in Politikern den Antichrist in Person:
The only improvements take place in the process of doing bad things: lying, cheating, manipulating, stealing, and killing. The price of political services is constantly increasing, whether in tax dollars paid or in the bribes owed for protection (also known as campaign contributions). There is no obsolescence, planned or otherwise. And as Hayek famously argued, in politics, the worst get on top. And there is no accountability: the higher the office, the more criminal wrongdoing a person can get away with.
Quelle: The Trouble with Democracy: Maslow Meets Hoppe - Doug French - Mises Institute
Schön, schön. Mit Blick auf die Bankenkrise muss ich leider feststellen, dass die Österreicher diese Aussage problemlos auf die Topetage der Banken ummünzen könnten. Tun sie aber nicht, weil nichts ihr Weltbild von einer perfekten Marktwirtschaft trüben kann.
Ah, und Politiker kann man - im Gegensatz zu Ospels - immerhin abwählen.
Labels: Kapitalismus, Marktwirtschaft, Politik, USA, Wirtschaft
Montag, September 07, 2009
Wieso Obama wirklich gegen McCain gesiegt hat
A large part of Mr. Obama's appeal as a candidate last year had to with presenting himself as an intelligent adult -- as opposed to a parent figure (or a crazy old uncle in the case of John McCain).
Quelle: The Labor Day Blues - Clusterfuck Nation
Montag, September 07, 2009
Kalifornien zerfällt
Kaliforniens Infrastruktur ist am Arsch. Zwei Meldungen vom heutigen Tage:
Ein Riss in einer Verstrebung der kalifornischen Bay Bridge, die San Francisco und die Nachbarstadt Oakland verbindet, könnte zu einer längeren Schliessung der Brücke führen.
Quelle: Riss in Brücke bei San Francisco entdeckt (Panorama, NZZ Online)
Das geplatzte Stahlrohr mit einem Durchmesser von knapp 1,60 Metern ist fast hundert Jahre alt. Nach Angaben der Behörden sollte es bei Renovierungsarbeiten demnächst ersetzt werden.
Quelle: Rohrbruch: Straßen in Los Angeles stehen unter Wasser - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama
Keine Ahnung, wie der faktisch bankrotte Staat seine Infrastruktur in Zukunft unterhalten will. Ich jedenfalls sehe schwarz für diese Gegend.
Labels: Finanzen, Infrastruktur, Kalifornien, Politik, USA, Wirtschaft
Montag, September 07, 2009
Was tut der Westen eigentlich in Afghanistan?
In Afghanistan sollen zur Präsidentschaftswahl mehr als 800 Wahllokale zum Schein eingerichtet worden sein. Einem Bericht zufolge existierten sie nur auf dem Papier - meldeten allerdings mehrere tausend Stimmen für Staatschef Karzai.
Aus meiner Sicht muss man dieses Volk sich selbst überlassen - die Armeen sind innert Wochen abzuziehen, die Hilfe an die Bevölkerung ist einzustellen. Ich denke nicht, dass dieser Wahlfälscher nur einen Tag ohne Schutz seiner westlichen "Freunde" in seinem Amt überlebt.
Aber halt, weil eine selten blöde westliche Nation es klug findet, ja genügend Waffen zu exportieren (und ich dachte schon, die hätten dort nur noch Investment-Banker, Casino-Bardamen und Burger-Flipper), können wir sicher sein, dass mit solchen Waffen bald wieder eine grosse Party veranstaltet wird.
Labels: Afghanistan, Krieg, Naher Osten, Politik, USA, Waffen, Wahlen
Montag, September 07, 2009
Ach diese Norweger ...
The Norwegians only drink to save the planet!
Aber ehrlich gesagt finde ich es gut, wenn die USA ihr jetziges Gesundheitssystem beibehalten. Wie sonst könnte man sonst die Neoliberalen mit ihren Furzideen für ein marktwirtschaftliches Gesundheitssystem schneller zum Schweigen bringen als mit einem Hinweis auf das Gesundheitsdisaster in den USA?
(Bei alldem darf man aber nicht vergessen, dass die Norweger sich ein solches Paradies nur aufbauen konnten, weil sie der ganzen Welt ihr Erdöl und -gas verkaufen)
Labels: Gesundheit, Norwegen, Politik
Sonntag, September 06, 2009
Blocher und das "durchschnittliche" Familieneinkommen
Alt-Bundesrat Christoph Blocher gibt, wenn er ins Feld zieht, alles. So behauptete er in einem Inserat, die Mehrwertsteuererhöhung von 0.4 Prozent für die IV werde die Schweizer massiv belasten, konkret: Für eine durchschnittliche vierköpfige Familie bedeute dies Mehrausgaben von 1000 Franken pro Jahr. Wir rechnen: Eine solche Familie müsste, um auf 1000 Franken Mehrkosten zu kommen, für eine Viertelmillion Franken konsumiert haben - die Wohnungsmiete käme noch dazu. Macht also ein Familieneinkommen von gesamthaft mindestens 300'000 Franken. Wir folgern: Entweder hat Volkstribun Blocher keine Ahnung von der durchschnittlichen Schweizer Familie. Oder er ist schlicht vom Haushaltsbudget der Familie Blocher ausgegangen.
Quelle: SonntagsZeitung, "Politohr", 6. September 2009, S. 3.
Donnerstag, August 27, 2009
Ungeduldige Newsnetz-Journis
Wem dient die Geheimniskrämerei? Den Geiseln oder Merz?
Quelle: Wem dient die Geheimniskrämerei? Den Geiseln oder Merz? - Schweiz: Standard - bernerzeitung.ch
Egal, wem's wirklich nützt - ich jedenfalls weiss, wer sich tödlich darüber aufregt: Die ganze Online Journalisten-Bande, die mangels Informationen alte Artikel rezyklieren und sich Vermutungen und Hypothesen aus den Fingern saugen müssen. Ach ihr armen, armen Newsnetzschreiberlinge ... *tätschel*
Nachtrag
Seit zwei Tagen steht das Flugzeug des Bundes auf dem Militärflughafen in Tripolis. Schweizer Politikern reisst langsam der Geduldsfaden.
Den Journalisten von Newsnetz übrigens auch ...
Montag, August 24, 2009
Mehr Unterbrecherwerbung auch in der Schweiz
Wie das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) erläutert, führen Änderungen der EU-Richtlinie «Fernsehen ohne Grenzen» und des Übereinkommens des Europarates über das grenzüberschreitende Fernsehen dazu, dass die in der Schweiz ausgestrahlten Fernsehsender der Nachbarländer Deutschland, Frankreich und Italien mehr Freiheiten haben als hiesige TV-Stationen.
Deshalb sollen die Regeln für schweizerische Programme gelockert werden. So sollen alle Fernsehsender mehr Unterbrecherwerbung ausstrahlen dürfen.
Quelle: Die Regeln für die Fernsehwerbung werden gelockert (Schweiz, NZZ Online)
Schön und gut - ein Grund mehr, zukünftig noch mehr Podcasts des Schweizer Fernsehens herunterzuladen, Kinofilme auf DVD zu kaufen und Serien in der Originalsprache am Tag nach deren Erstausstrahlung aus dem Netz zu laden. Selbstverständlich mit herausgeschnittener Werbung.
Mit noch mehr Unterbrecherwerbung, die sich für TV-Unternehmen höchstens kurzfristig wirtschaftlich lohnen wird (ausser die Werbeausgaben werden wegen der Krise weiter zurückgefahren), schlägt die traditionelle rückständige Fernsehwirtschaft des 20. Jahrhunderts einen weiteren Nagel in ihren Sarg.
Sonntag, August 23, 2009
Aufschrei wegen Lybien (mit Nachtrag)
Man kann es so sehen: Herr Clinton reiste nach Nordkorea, um zwei Amerikanerinnen heimzuholen und Herr Merz reiste nach Libyen, um zwei Schweizer heimzuholen, die seit Wochen als Geiseln festgehalten werden. Das war diese diplomatische Formel allemal wert.
Quelle: Arlesheim Reloaded. Mäuse schultern Elefanten. - Herr Merz entschuldigt sich
Ich stelle mich auf die Seiten der Pragmatiker. Sobald wir haben, was wir wollen (unsere Landsleute), sollten wir diesem skurilen Staat mit einem Weirdo an der Spitze konsequent aus dem Weg gehen.
Nachtrag
Nach der Lektüre der SonntagsZeitung und weiterer Nachrichten, u.a. dem Kommentar der NZZ mit dem doch recht aufschreckenden Titel "Nun hat Ghadhafi drei Schweizer Geiseln", muss ich meine Meinung - etwas - revidieren.
Wichtigstes Ziel ist immer noch, dass die zwei Schweizer nun endlich wohlbehalten nach Hause zurückkehren können. Ich folge aber Jean Zieglers Argumentation, dass der Vertrag nur hätte unterzeichnet werden sollen, wenn Merz die Geiseln gleichzeitig ausgehändigt worden wären. Merz flog aber ohne diese im Bundesratsjet nach Hause.
Auch widerspricht es jeglicher Logik, dass der Bundespräsident nicht auf die Verwaltung (in diesem Fall das EDA) gehört und deren Vertragsentwurf durchgesetzt hat, sondern anscheinend frisch-fröhlich irgendein Fötzel unterschrieben hat, der ihm von einem Lakaien Ghadaffis vorgelegt wurde. Insbesondere, weil das EDA offensichtlich ganz klare Anweisungen ausgearbeitet hatte, welche Wörter im Vertrag vorkommen durften und welche nicht.
Andererseits muss man trotzdem die Relationen wahren: Wie viele "falsche" Wörter in einem Vertrag sind zwei Schweizer Staatsbürger wert, die in Geiselhaft gehalten werden? Aus meiner Sicht sehr viel, sofern die Konsequenzen für unser Land tragbar sind. Und in diesem Fall sind sie es.
In der SonntagsZeitung liess mich aber noch ein anderer Satz aufhorchen: Dass Merz der Schweizer Wirtschaft noch etwas schuldig war - denn anscheinend ist Lybien ein wichtier Handelspartner. Aus linker Sicht nähern wir uns so wieder einmal in unserer "neutralen" Geschichte dem unsäglichen Punkt, den wir in schöner Regelmässigkeit wieder antreffen. Sei es wegen jüdischem Raubgold, die Zusammenarbeit mit dem Apartheid-Regime in Südafrika, Waffenlieferungen in Krisenregionen und schlussendlich - völlig aktuell - das UBS-Debakel - anscheinend ist unser Land, insbesondere die ökonomisch-politische Elite schlicht und einfach lernresistent. Aus dieser Sicht hat die Schweiz diesen Vertrag mehr als nur verdient. Wer Geschäftsinteressen über alles stellt, muss seine Prostitution zwangsweise in Kauf nehmen. Aber hey, ich sehe Helvetia mit gelüpften Rock säuseln: "I was young and needed the money!"
Donnerstag, August 20, 2009
Top, die UBS-Wette gilt
Was für den Bund beim Verkauf tatsächlich herausschaut, ist noch unklar. Derzeit würden die Offerten entgegengenommen, sagte Peter Siegenthaler, Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung, am späten Mittwochabend auf Anfrage. Im Laufe des Donnerstag soll dieser Prozess abgeschlossen sein. Dann werde auch klar sein, welchen Preis der Bund für das Paket gelöst habe, sagte Siegenthaler.
Quelle: Der Bund steigt bei der UBS aus - News Wirtschaft: Unternehmen - bernerzeitung.ch
Am 20. Juni 2009 habe ich im Hübeli mit Pesche B. gewettet, dass das mitmischeln des Bundes bei der UBS in einem Verlust für die Eidgenossenschaft enden wird. Nun, wie es ausschaut, werde ich wohl einen Teil der Wette verlieren - denn die Pflichtwandelanleihe soll nun eingelöst werden. Kein schlechter Zeitpunkt, würde ich meinen. Denn nach 1929 kam ja bekanntlich 1932.
Aber vergessen wir die dutzenden Milliarden an "Toxic Papers" nicht, die die UBS zusammen mit der SNB noch in unbeschrifteten Mülleimern im Hinterhof hält ...
A propos UBS-Wetten: Wo bleiben jetzt eigentlich Benkös UBS-Spaghetti???
Labels: Banken, Blogosphäre, Politik, Schweiz, UBS
Dienstag, August 18, 2009
Raser-Initiative geht zu wenig weit
Neben einer intensiven verkehrspsychologischen Therapie empfhielt Widmer begleitende Massnahmen wie eine Null-Promille-Lösung für Neufahrer, intensivere Kontrollen an neuralgischen Punkten oder Fahrtenschreiber für Raser, die wieder autofahren dürfen.
Quelle: Die Raser-Initiative kommt (Schweiz, NZZ Online)
Ist ja logisch, dass der Verkehrspsychologe seinem Berufsstand mehr Arbeit zuschanzen möchte. Aus meiner Sicht kann man die Therapie aber aus dem Massnahmenkatalog streichen. Harte Strafen, Null-Promille für Neufahrer unterstütze ich sofort. Ein Schwerpunkt sollte aber auf Kontrollen gelegt werden. Und Fahrtenschreiber - die Kosten für den Einbau trägt selbstverständlich der Raser. Der Entzug des Führerscheins ist aus meiner Sicht weiterhin ein probates Mittel, obwohl man so nie ausschliessen kann, dass der notorische Raser halt auch ohne Schein unterwegs ist.
Montag, August 17, 2009
Cash for Clunkers und Obamacare
All we can do now is give cars away, or give US citizens free money to buy them -- which we are obviously already doing with "Cash for Clunkers" -- which is additionally hilarious in the same nation that is deeply paranoid about the government giving anybody free health care. What a nation of morons we have become.
Quelle: The First Die-off - Clusterfuck Nation
Labels: Auto, Gesundheit, Industrie, Politik, USA, Wirtschaft
Donnerstag, August 06, 2009
Die Österreicher rufen nach den Quacksalbern
For example, individuals who are presently compelled to remain as pharmacists but who have the ability to be physicians, would be attracted by the higher income of physicians and become physicians. [...] To a great extent, the medical needs of poorer people could be adequately served by men and women who presently must practice merely as nurses, pharmacists, or paramedics. Today, the only source of medical care for such people is licensed physicians. The situation is analogous to requiring that a poor person who would be happy to buy a hamburger at McDonalds and can afford to do so, buy his hamburger at a much more expensive restaurant, that he cannot afford.
Quelle: The Real Right to Medical Care versus Socialized Medicine - George Reisman - Mises Institute
Die Jünger von Mises rufen fröhlich "He, das ist freie Marktwirtschaft!" Schön und gut - leider klappt das mit der freien Marktwirtschaft vermutlich nur schlecht, wenn ich nach der ersten Behandlung durch einen Quacksalber sterbe ... Die Kernaussage in dieser elenden Textwüste ist aber ganz klar: Zweiklassenmedizin. Und da die Mehrheit des Stimmvolkes in die zweite Klasse ausweichen müsste, ist es mehr als illusorisch zu glauben, dass die Österreicher ihr Gesundheitssystem jemals mit demokratischen Mitteln durchsetzen werden können.
Sind wir gespannt.
Labels: Gesundheit, Gesundheitssystem, Krankheiten, Politik
Samstag, August 01, 2009
Unfreiwillige Erwähnung in der 1. August-Rede
Da besuche ich völlig ahnungslos die Bundesfeier hier in Neuenegg (Das Magazin findet pünktlich zum 1. August: "hier riecht es nach Fremde und nach Pisse"), um dem Apéro zu huldigen und eine Bratwurst zu verdrücken (kostenlos, notabene, damit die Ränge gefüllt werden) — aber natürlich auch, um den Worten des diesjährigen Festredners Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP) zu lauschen.
Namentliche Erwähnung
Seine süffisante, abwechslungsreiche Rede neigt sich schon langsam dem Ende zu, als ich plötzlich hellwach werde:
... Nutzen wir also dieses Fest, um miteinander in Kontakt zu treten! Ich beispielsweise würde mich freuen, wenn ich mit einem Blogger aus Ihrer Gemeinde - Mario Aeby heisst er - einige Worte wechseln könnte. Er hat mich nämlich in einem Artikel verewigt. Bei meiner Ankunft hat man mir zuerst gesagt, er sei nicht da, in den Ferien - doch kurz vor meiner Rede wurde mir dann mitgeteilt, dass er doch hier sei ...
(sinngemäss)
Ooops. Danke jedenfalls für die "Würdigung", die mir selbstverständlich die Röte ins Gesicht trieb und die Kollegen um mich herum in schallendes Gelächter ausbrechen liess. Peinlicher war eigentlich nur, dass ich mich um Gottes Willen nicht mehr erinnern konnte, dass ich a) überhaupt einmal über Herrn Neuhaus gebloggt habe, und b) was der Inhalt des Artikels war.
Doch der Blogger von heute ist optimal vernetzt - und so googelte ich mit meinem iPhone 3G S nach "christoph neuhaus emeidi" und fand prompt den angesprochenen Artikel. Er stammt aus meiner Blogger-Steinzeit und ist - glücklicherweise - für einen Artikel über die SVP äusserst zahm ausgefallen. Einzig Kollege Zgräsch musste laut herauslachen, als er die wohl angriffigste Passage des Artikels las:
[...] Wer austeilt, sollte auch Einstecken können, liebe SVP! Immer diese weinerlichen Typen ...
Quelle: Medienspiegel (Selten dämlicher Titel für einen Blog-Artikel, aber henusode - Jugendsünden)
Konfrontation
Selbstverständlich liess ich mir es nicht nehmen, die Aufforderung des Gastes anzunehmen und ihm nach der Rede persönlich zu gratulieren. Er entpuppte sich als äusserst freundlicher, intelligenter Kerl mit guter Sachkenntnis. Anscheinend hatte er nicht nur meine scharfzüngige Polemik, sondern auch noch andere Artikel gelesen; unter anderem Wahlanalysen - und liess mich wissen, dass er diese als mehrheitlich valide einstufte. Von einem Nebenfach-Politologe hört man das natürlich gern! Noch mehr überrascht war ich, als er sogar wusste, wer mein Vater war und wie er hiess. Chapeau, Herr Neuhaus! Es freut mich zu wissen, dass mindestens einer unserer Regierungsräte mit Google umzugehen weiss.
Zu meiner Ehrrettung muss ich erwähnen, dass ich selbstverständlich auch nicht untätig geblieben war und mich vor der "Konfrontation" nicht nur über meinen "Senf", sondern auch über den Werdegang des Regierungsrates informiert hatte. Auf seiner Homepage liest man, dass er
lic.rer.pol. (Betriebs-, Volkswirtschaft und Politologie)
sei. Ich habe mir mittlerweile zum Sport gemacht, in solchen Fällen die Titel der jeweiligen Lizentiatsarbeiten im Bibliothekskatalog nachzuschlagen. So wusste ich, dass er seinen Abschluss 1997 mit einer Arbeit über
Wertschöpfungsstudie am Beispiel des Rado Swiss Open Gstaad
Neuhaus, Christoph. Lizentiatsarb. Betriebswirtschaftslehre Bern, 1997.
Quelle: IDS Basel Bern 001483261
erlangt hatte. Da sich die Gelegenheit nicht bot, spielte ich diesen Trumpf nicht aus.
Baldiger Wahlkampf
Mit Blick auf den bald beginnenden Wahlkampf liess er mich übrigens wissen, dass er sich überlegt habe, mit Bloggen zu beginnen und und gar einen Twitter-Benutzerkonto zu eröffnen - Regierungsräte, die Web 2.0-Schlagworte nicht nur vom Hörensagen kennen, sondern auch wissen, was sich konkret dahinter verbirgt, hat man gerne!
Auch wenn wir das politische Heu nicht auf derselben Bühne haben, wünsche ich ihm auf alle Fälle einen begegnungsreichen und vor allem erfolgreichen Wahlkampf - und hoffe, bald seinen brandneuen Twitter-Feed abonnieren zu dürfen.
Montag, Juli 27, 2009
Worte und Taten in der politischen Opposition
So meinte Robert Grimm einmal, man vergesse, "dass die Taktik der Propaganda nicht die Taktik der Aktion ist, dass das, war wir propagandistisch aufstellen und verwerten, das, was wir an Agitation leisten, um die geistige Bildung der Massen zu beschleunigen und zu erweitern, häufig mit dem verwechselt wird, was konkret, was taktisch möglich ist."
Quelle: Hans-Ulrich Jost: "Linksradikalismus in der Schweiz 1914-1918", Bern, 1973. S. 11.
Labels: Geschichte, Politik, Schweiz, SP
Freitag, Juli 24, 2009
USA: 5 Jahre lang keine neuen Jobs mehr
The Census Bureau predicts that the U.S population will grow over five years. But the numbers of new jobs will remain static. [...]
This job-stagnation is a recipe for all sorts of bad things at the local, state and national levels. Government budgets won't balance, so I guess we can plan on more "cost saving" measures such as releasing prisoners early and closing schools. Yep, that's how to build a great nation... More criminals and fewer well-educated citizens.
Quelle: Federal Reserve Predicted that U.S. Unemployment Rate Would Surpass 10%
Labels: Finanzen, Gesellschaft, Politik, USA, Wirtschaftskrise
Freitag, Juli 24, 2009
Politik determiniert Sexualleben
Scheiss auf den Homo oeconomicus, der Homo politicus ist das (sexuelle) Mass aller Dinge:
Sozis und Grüne haben weniger Sex als FDP-Wähler.
Dafür steigen Mitte-Rechts-Wähler öfters in fremde Betten: 54 Prozent geben Seitensprünge zu. Vier Prozent mehr als bei den SPD-Wählern, den klassichen [sic!] Erben der freizügigen 68er-Generation. Die sexuell zufriedenen Liberalen sind gemäss Befragung am treuesten.
Quantität weisen linke Wähler beim Pornokonsum aus: Sie liegen mit 17 Prozent regelmässiger Konsumenten deutlich vor den anderen Parteigängern.
Quelle: Neue Studie: Sozis haben weniger Sex - Liebe - Liebe & Erotik - Blick.ch (via Jetzt auch noch das...)
Labels: Beziehung, Deutschland, Erotik, Politik, Pornographie, Presse, Sex, Studie

Abonnieren
