Donnerstag, Oktober 29, 2009
Gesucht: Schweizer Wehrwillen
Den Schweizern ist irgendwann mal in den letzten Jahren der Wille abhandengekommen, sich gegen andere zur Wehr zu setzen.
Quelle: arlesheimreloaded-manfred-messmer - Vom Schweizer Unwillen, sich zu wehren
Wäre Mani Historiker, wüsste er, dass bereits Gen. Wille sel. den Wehrwillen unseres Volkes verloren gegangen sah. Das war um 1900. Seither ist er nie mehr aufgetaucht, dieser Wille, das Land bis auf den letzten Blutstropfen zu verteidigen. Doch irgendwie war es auch nicht wirklich nötig, denn kann sich jemand erinnern, wann die Schweizer Armee das letzte Mal an eine Front gezogen ist?
Labels: Armee, Blogosphäre, Krieg, Medien, Presse, Weltwoche
Dienstag, September 15, 2009
Die journalistischen Schweinegrippe-Hypochonder
Heute ist der 15. September, und eigentlich sollte das Land seit 15 Tagen durch tausende von Grippekranken lahmgelegt sein. Doch es war wohl nur ein Papiertiger:
Hoch gepokert – und einen Teil der Glaubwürdigkeit verspielt. Das hat der “Tages-Anzeiger” bei der Berichtsterstattung über die Schweizegrippe. Die Zeitung (oder sollte man sagen: “Boulevardblatt”) hat sich dabei im Hype um die Grippe ganz besonders hervorgetan. Das Wort “Schweinegrippe” erschien im “Tagi” in diesem Jahr bis Ende August insgesamt 312, in den Schweizer Medien insgesamt 4444 Mal.
Quelle: Weltis Welt » “Tagi” mit Schweinegrippe
Nun, wie ich gestern bereits auf Twitter geschrieben habe: Ich möchte mit einem Streetparade-Lovemobil vor das Bundesamt für Gesundheit fahren und anschliessend deren Werbespot mit Beat Schlatter ("S'isch käi Witz!") mit ca. 200 Dezibel nonstopp, Tag und Nacht abspielen.
Statt so munter und frischfröhlich dem Schweinegrippe-Hype angefeuert zu haben, hätten die Hirnis dort lieber praktikable und einschneidende Massnahmen präsentiert, wie in unserem Gesundheitssystem Kosten gespart und die Prämienzahler entlastet werden könnten.
Aber eben, das Triumvirat - eine Verschwörung von Bundesangestellten, Pharama-Multis und Verlegern - hatte andere Prioritäten. Ich hoffe, dass die Impfstoff-, Seifencreme- und Mundschutzproduzenten sowie Blättlimacher die gewünschten Gewinne einfahren konnten.
Labels: Bundesverwaltung, Gesundheit, Krankheiten, Medien, Presse
Donnerstag, September 10, 2009
Die wohl kurzlebigste Zeitung der Schweiz
Die "Bürgerliche Presse Zürichs" erschien nur gerade 5 Mal - während des Landesstreiks im November 1918.
Durch den Streik war die Druckerei der NZZ lahmgelegt, das Bürgertum konnte sich nur noch über das sozialistische "Volksrecht" informieren, weshalb vom Militär und besorgten Bürgern kurzerhand eine Ersatzzeitung aus dem Boden gestampft wurde.
Labels: Geschichte, Medien, Presse, Schweiz, Zürich
Freitag, Juli 31, 2009
Bahnhof Neuenegg
Unser heiliger Bahnhof kommt im heutigen Magazin voll und ganz auf seine Kosten:
Hier in Neuenegg (BE) ist die Schweiz noch nicht totgeputzt, hier riecht es nach Fremde und nach Pisse.
Quelle: Das Magazin » Warten auf Vase
Freitag, Juli 24, 2009
Politik determiniert Sexualleben
Scheiss auf den Homo oeconomicus, der Homo politicus ist das (sexuelle) Mass aller Dinge:
Sozis und Grüne haben weniger Sex als FDP-Wähler.
Dafür steigen Mitte-Rechts-Wähler öfters in fremde Betten: 54 Prozent geben Seitensprünge zu. Vier Prozent mehr als bei den SPD-Wählern, den klassichen [sic!] Erben der freizügigen 68er-Generation. Die sexuell zufriedenen Liberalen sind gemäss Befragung am treuesten.
Quantität weisen linke Wähler beim Pornokonsum aus: Sie liegen mit 17 Prozent regelmässiger Konsumenten deutlich vor den anderen Parteigängern.
Quelle: Neue Studie: Sozis haben weniger Sex - Liebe - Liebe & Erotik - Blick.ch (via Jetzt auch noch das...)
Labels: Beziehung, Deutschland, Erotik, Politik, Pornographie, Presse, Sex, Studie
Mittwoch, Juli 22, 2009
Bye bye, close-up!
Endlich! Was habe ich mich jeden Monat über diesen Scheissprospekt genervt, der mir auf Grund meines Academica-Kontos bei der Crédit Suisse ungefragt zugestellt wurde:
Versand des Filmmagazins close-up! wird eingestellt
[...] Ciné-Card-Inhaber erhalten das close-up! bereits seit über 10 Jahren nach Hause zugesendet. Da sich die Sicherung von Sponsorenleistungen immer schwieriger gestaltet und der Postverstand des close-up! mit erheblichen Portokosten verbunden ist, müssen wir die Heimzustellung der Printausgabe ab der der nächsten Ausgabe (September 2009) leider einstellen.
Quelle: Brief vom 22. Juli 2009.
Ganz klar: Das Internet hat ein solches Magazin überflüssig gemacht. Nicht nur, weil ich mich heute im Netz sowohl viel ausführlich und ohne kommerziellen Bias über das Kinoprogramm informieren als auch gleich die Tickets für den Kinobesuch einkaufen und ausdrucken kann, sondern auch, weil es irgendwie doch immer lächerlich war, ein Heftli über Filme herauszubringen, welches aus offensichtlichen Gründen nicht mal die entsprechenden Trailer abspielen konnte ... Etwa so lächerlich, als würde jemand Podcasts niederschreiben.
Da erstaunt es doch sehr, dass man wieder mal nur halbe Sachen machen wollte:
Gleichzeitig können wir Ihnen mitteilen, dass wir das close-up! ab sofort - anstelle einer Printabomöglichkiet - als E-Paper unentgeltlich online anbieten. Die aktuelle elektronische Ausgabe kann jeden Monat auf www.kitag.com [...] abgerufen werden. Sofern Sie über einen Internetanschluss verfügen, müssen Sie zu Hause somit auch künftig nicht auf die Lektüre des close-up! verzichten.
Selbstverständlich liegt die aktuelle Ausgabe nach wie vor in allen kitag-Kinofoyers in den close-up!-Ständern für Sie bereit.
Nana, lieber Teleclub. In 1-2 Jahren wird das Projekt endgültig Geschichte sein.
Dienstag, Juli 21, 2009
Die Gefahr "Frau"
[...] Doch in dieser Verachtung steckt ein rechtes Stück Angst. Dieses Angstgefühl äusserst sich sehr deutlich in einer 1923 veröffentlichten antisozialistischen Broschüre. Sie stammt von E. Steinmann, Sekretär der Freisinnigen Partei, und W. Bretscher, Chefredaktor der "Neuen Zürcher Zeitung". Die Autoren verweisen auf wissenschaftliche Experten und erklären, dass eine Frau, die sich an einer Revolte beteilige, im Gegensatz zum Mann, absolut jedes moralische Gefühl verloren habe. Wenn die Frau aus ihrer natürlichen Umwelt, d.h. der Familie heraustrete, um sich öffentlichen Angelegenheiten zuzuwenden, gehe sie jeglicher Bezeihung zu moralischen Werten und Bindungen verlustig; sie sei daher, und insbesondere auf Seiten der Sozialisten, ein äusserst gefährliches Wesen.
Quelle: Jost, "Die reaktionäre Avantgarde", 1992, S. 100.
So schlimm ist es dann glücklicherweise doch nicht herausgekommen ... oder?
Meine Lieblingsberufgsruppe, die Rechtsverdreher, haben im Kampf gegen die Emanzipation - analog zur FDP und der NZZ - den Vogel abgeschossen:
Die Advokaten hinwiederum sprechen an ihrem Jahreskongress von 1910 in Genf den Frauen schlicht die Befähigung ab, diesen Beruf korrekt ausüben zu können. Der den Frauen angeborene Geist der Subjektivität, so die Herren Advokaten, erlaube es ihnen nicht, gerecht zu urteilen.
Quelle: Jost, "Die reaktionäre Avantgarde", 1992, S. 104.
Labels: FDP, Geschichte, Geschlechter, Journalismus, Medien, NZZ, Politik, Presse
Dienstag, Juli 21, 2009
Der Todeskampf der Presseindustrie wie wir sie Jahrzehntelang kannten
Old-school news companies aren’t like that — the editorial staff makes up only a fraction of the total head count at major newspaper and magazine companies. The question these companies should be asking is, “How do we keep reporting and publishing good content?” Instead, though, they’re asking “How do we keep making enough money to support our existing management and advertising divisions?” It’s dinosaurs and mammals.
Quelle: Daring Fireball: Charging for Access to News Sites
Sprich: Schlussendlich kämpfen die managenden Manager, Hausjuristen und Marketing-Fuzzis um ihr Überleben - nur logisch, dass die Journalisten (die "gemanagten" Sklaven) als erstes über die Klippe springen müssen, während man gleichzeitig Bullshit wie die espace.card auf den Markt drückt, der mit dem Kerngeschäft absolut nichts zu tun hat. Und am Ende werden sich die BWLer am Sitzungstisch verdutzt fragen, wo die Inhalte geblieben sind ...
Labels: Medien, Presse, Web, Wirtschaftskrise
Montag, Juli 20, 2009
Die Schweinegrippe wird [furchterregende Begriffe hier einsetzen]
Several people in the UK have quite possibly got swine flu, but this doesn't necessarily mean the end of civilisation.
... Of course flu is nothing to be, umm, sneezed at. It kills about 1,500 people in the UK every winter - but of course that is dull old people flu, not this headline-friendly new flu.
Quelle: Swine flu will [enter scare words here]... • The Register
Kann jemand bitte die unheilige Allianz aus BAG und Medienhäusern abstellen?
Labels: Gesundheit, Grossbritannien, Katastrophen, Krankheiten, Medien, Presse, Schweiz
Samstag, Juli 11, 2009
Bei der NZZ ist Unerfahrenheit Trumpf ...
Und das ausgerechnet beim Mutterblatt aller Schweizer Liberalen!
Wie Markus Spillmann ausführt, habe er sich bewusst für eine internationale Agentur entschieden, die zudem noch wenig Erfahrung im Zeitungsbereich habe.
Quelle: persoenlich.com - Medien - Im September kommt die neue NZZ
Samstag, Juni 06, 2009
Wieso die Konsolidierung der Presse not tut
Soeben auf Spiegel Online gelesen:
Air France hat am Freitag angekündigt, die betreffenden Sensoren an seiner Airbus-Flotte zu ersetzen. Letzte Signale des abgestürzten Flugzeugs belegen nach jüngsten Erkenntnissen bisherige Informationen, wonach die Maschine ohne Autopilot flog. Laut Arslanian, der für die französische Ermittlungsbehörde BEA arbeitet, ist allerdings unklar, ob der Autopilot bewusst ausgeschaltet wurde oder ob sich das Gerät wegen widersprüchlicher Computer-Informationen über die Fluggeschwindigkeit selbst abschaltete.
Letzte Signale des abgestürzten Flugzeugs belegten am Samstag nach Erkenntnissen der Ermittler die bisher nur als Mutmaßung kursierende Information, dass der Airbus zum Zeitpunkt des Absturzes ohne Autopilot flog. Es sei aber unklar, ob die Piloten von Flug AF 447 den Autopiloten ausschalteten oder ob sich das Gerät wegen widersprüchlicher Informationen des Computersystems über die Fluggeschwindigkeit selbst abschaltete, erklärte Arslanian.
Was zeigt uns diese Wiederholung? Personen, die sich "Journalisten" nennen, tun heute anscheinend nichts anderes mehr, als Pressemitteilungen mittels Copy&Paste zu neuen Artikeln zusammenzufassen. Dagegen muss man nichts einwenden - wenn man aber einen solch anforderungslosen Job ausübt, sollte einem doch um Himmels Willen bittesehr auffallen, wenn man denselben Müll in zwei aufeinanderfolgenden Absätzen wiederholt ...
Labels: Arbeitsleben, Internet, Job, Journalismus, Medien, Presse, Spiegel
Montag, Mai 04, 2009
Bye bye, .ch
Mit der Einstellung von «.ch» schrumpft das Angebot an Gratisblättern in der Deutschschweizist auf noch drei Titel.
Quelle: Die Pendlerzeitung «.ch» wird eingestellt (Medien, NZZ Online)
Somit trennen uns nur noch drei Gratisblätter von der Rückkehr des qualitativen Journalismus ... Aber wahrscheinlich haben 20min, Blick am Abend und ... (wie hiess Nummer drei schon wieder?) leider zu viel Flurschaden angerichtet, weshalb nun alle Redaktionen das Gefühl haben, nur noch mit pressetechnischen Soap Operas ihre Leserschaft finden zu können.
Dienstag, April 28, 2009
Der Untergang des Online-Journalismus
Hell hervorgehoben diejenigen Flächen der Seite, die sich mit der eigentlichen Information auseinandersetzen ...
Wer sich mehr für den Artikel als die Gedanken über auf unzähligen Nachrichten-Sites wiedergegebenen Agenturmeldungen interessiert, sei auf N.J. girl arrested after posting nude pics verwiesen (das Original, von dem der Screenshot gemacht wurde, war leider nicht mehr auffindbar).
Labels: Funny, Journalismus, Online-Medien, Presse, Web, Zeitungen
Freitag, März 20, 2009
Woran das Zeitungswesen wirklich krankt
Society doesn’t need newspapers. What we need is journalism.
Quelle: Newspapers and Thinking the Unthinkable « Clay Shirky
Labels: Journalismus, Medien, Presse
Mittwoch, Juli 30, 2008
Ich bin Fan von Anti-Hacks
Wunderbar, dass jemand endlich einmal auf solche Dinge aufmerksam macht:
Mit einem Lifehack kann man am Auto schrauben, um den Benzinverbrauch zu senken; der Anti-Hack dazu wäre es, sich eine Wohnung zu suchen, die nicht so weit vom Büro entfernt ist (oder einen Job, der näher am Wohnort liegt), so dass man gar kein Auto mehr braucht.
Quelle: Der Link am Morgen: Was sind Anti-Hacks? » imgriff.com
Erinnert mich an meine Ferienlektüre, die Computerzeitschrift CHIP, die wir auf unserem TUIfly-Flug gratis mitlaufen lassen konnten. Dort wurde doch tatsächlich wieder einmal vorgekaut, wie man Windows "noch schneller macht" und "entschlackt". Da hat sich auf diesem Gebiet seit meiner Abkehr von Windows Anno Domini 2004 also überhaupt rein gar nichts geändert - irgendwie ernüchternd. Wie die Journalisten auf dieser Redaktion ein befriedigendes Arbeitsleben fristen, ist mir rätselhaft.
Item: Der Anti-Hack zu Registry Cleanern, Boot-Optimierern und Uninstall-Utilities wäre wohl einfach, einen Mac zu kaufen ...
Samstag, März 08, 2008
Die wahre Aufgabe der Presse
A journalist should never do anything that "hurts" the powerful, otherwise the powerful won't give access to the press any longer. Presumably, the press should only do things that please the powerful so that the powerful keep talking to the press, so that the press in turn can keep pleasing the powerful, in an endless, symbiotic, mutually beneficial cycle.
Quelle: Tucker Carlson unintentionally reveals the role of the American press
Finde ich gut, gefällt mir.
Labels: Grossbritannien, Medien, Presse, USA
Sonntag, März 25, 2007
Föderalismus ist ...
[...] Der Kanton Bern erstritt sich seine Lötschberg-Neat. Föderalismus ist, wenn man zwei Löcher bohrt, wo eines genügt. Blöd ist, aber nur für die kommenden Generationen, dass man auch eines zu viel bezahlen muss.
Quelle: Der Bund, 24. März 2007, "149 Jahre Bahnhofleiden", S. 2.

Abonnieren
