Donnerstag, Mai 15, 2008
Evilution
Die Bibel hat eben doch recht! "I want to believe" hatte doch schon Fox Mulder als Poster an seiner Tapete kleben ...
Labels: Funny, Religion, Wissenschaft
Donnerstag, Mai 01, 2008
Thomas Fuchs ein Kreationist?
284/07 Motion Burn, Adelboden (EDU) - Schöpfungslehre in der Schule
Für Annahme der Motion stimmen: Aebischer, Barth, Bernhard-Kirchhofer, Blaser-Gerber, Brand, Brönnimann (Belp), Brun, Friedli, Früh, Fuchs, Graber, Hadorn, Jost, Kronauer, Küng-Marnet, Lemann, Reber, Rösti, Ruchti, Schmid, Schneiter, Schwarz-Sommer, Studer (23 Ratsmitglieder)
Dagegen stimmen: [...] (99 Ratsmitglieder)
Der Stimme enthalten sich: Baumgartner, Bieri (Goldiwil), Brönnimann (Zimmerwald), Firscher (Meiringen), Freiburghaus, Geissbühler, Gfeller, Gränicher, Haas, Haldimann, Hess, Kast, Klopfenstein, Löföfel-Wenger, Messerli (Kirchdorf), Neuenschwander, Pauli, Rérat, Rufer-Wüthrich, Schnegg, Schnegg-Affolter, Schori (Spiegel), Sommer (Melchnau), Steiner, Streiff-Feller (25 Ratsmitglieder)
Quelle: Tagblatt 2008 • 04 Aprilsession • 10 09-04-2008 Morgen S. 391-421 GEF-ERZ (S. 408 bis 415)
Dank: Daniel
Sonntag, April 20, 2008
Die Polygamisten von Eldorado, Texas
Momentan sorgt die Sekte Fundamentalistische Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, eine Absplitterung von den Mormonen in Utah, für Schlagzeilen:
[...] investigators saw numerous underage girls who were pregnant, and took statements from others who told of entering into polygamous marriages in their early teens.
Quelle: Trouble on the West Texas prairie
Die Sekte soll sich in Eldorado, Texas, in der Abgeschiedenheit ein kleines Reich erbaut haben (erinnert vom Konzept her an die Amische - "unsere" frühen Schweizer Kolonisten in den USA), wo der Polygamie gefrönt wird (was aus liberaler Sicht hier bereits im Dezember 2007 diskutiert wurde).
A propos
Die Sache erinnert mich daran, mich endlich auf die Suche nach folgendem Streifen zu machen: September Dawn, ein Film über ein von Mormonen verübtes Massaker an westwärts ziehenden Siedlern.
Labels: Religion
Samstag, Dezember 29, 2007
Streitpunkt Polygamie
Blogger Winkelried über ein Thema, das seiner Meinung nach auch in Bälde hierzulande für brennende Städte sorgen wird:
Verbot der Polygamie rassistisch?
In den letzten Jahren haben linke Kreise mit dem Antirassismusgesetz viele Sonderrechte für Migranten herausschlagen können. Äussert ein Schweizer sein Unbehagen über die steigende Kriminalität, setzt er sich sofort dem Vorwurf des Rassismus aus. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis ein Gericht die Polygamie für Muslime als rassendiskriminierend aufhebt, weil es die Religionsfreiheit einschränke. In Schweden laufen bereits solche Bestrebungen. Prof. Stefan Lindskog will mit Hilfe einiger Abgeordneten genau das erreichen.
Quelle: Verbot der Polygamie rassistisch?
Der Artikel regte meine grauen Zellen an. Als gesellschaftsliberaler Mensch sponnen sich Gedanken aneinander und ich stiess zur Frage vor: Ja, wieso verbieten wir eigentlich die Polygamie?
Ein Relikt christlicher Traditionen, könnte man respektlos behaupten - ein Relikt, das bis heute in unserem Zivilgesetzbuch harrt. Dieselben Personen akzeptieren diese Regel, ohne in den letzten Jahren jemals einen Fuss in die Kirche gesetzt oder eine Passage aus der Bibel gelesen zu haben
Selbstverständlich befürworte ich keine Abschaffung der Paragraphenfülle, um Polygamie muslimischer Prägung einzuführen (davor hat Winkelried nämlich Angst - der Unterdrückung muslimischer Frauen!). Nein, wenn schon, dann müsste es eine Polygamie liberaler Prägung sein. Und siehe da, eine kurze Internet-Recherche förderte denn auch einen ansprechenden Beitrag zu Tage:
The most frequently encountered argument against polygyny is the claim that it exploits women, and is a continuation of the traditional subjection of women to men. Women were indeed exploited in many monogamous and polygynist traditional societies, when they were frequently forced to marry men that they did not want to.
That hardly describes the situation these days in the United States, the rest of the developed world, and much of the developing world. Women choose their partners, and refuse to marry men who they do not want to marry, regardless of their parents' feelings or the ardor of suitors. In this world, a woman would not have to enter into a polygamist household if she would not want to. Would-be polygamist men would have to persuade second or third wives that it is worth it, because of their wealth, good looks, kindness, or in other ways. If she is willing to become an additional wife, why should laws prevent that?
Quelle: Is There a Case for Legalizing Polygamy?
Schlussfolgerung: Weniger Staat, mehr Eigenverantwortung. Jeder Mensch kann selber festlegen, wieviele Partner er heiraten will.
Positiver Nebeneffekt: Der Bedarf an Juristen wird exorbitant zunehmen - man stelle sich Scheidungsprozesse vor. Was an Heiratsgesetzen abgeschafft werden könnte, müsste wohl ein mehrfaches an Scheidungsgesetzen hervorrufen.
Labels: Geschlechter, Gesellschaft, Religion
Mittwoch, November 14, 2007
Katholische Kirche in fragwürdigen Gewässern
Bischof Kurt Koch braucht in seiner Stellungnahme harte Worte: Eine Anerkennung des Urteils im Streit um den Röschenzer Priester Franz Sabo käme «einer Kapitulation der Kirche vor dem Staat gleich». Aus dem gleichen Grund könne er das Urteil auch nicht ans Bundesgericht weiterziehen. Der Gerichtsentscheid sei «eine «ungeheuerliche Infragestellung der ganzen Rechtsordnung der römisch-katholischen Kirche».
[...] Ein solcher Kniefall dürfe «einem Bischof nicht zugemutet werden». Kein souveräner Staat würde eine solche Kritik an seiner Rechtsordnung akzeptieren, schreibt Koch. Angesichts dieses «totalen Affronts» habe er unverzüglich den Vatikan informiert.
Quelle: Der Bund, 13. November 2007, "Kniefall vor dem Staat", S. 5.
Mutet es nicht komisch an, wenn in den letzten Jahren eine Minderheit von hier lebenden Muslimen gegeisselt wurde, weil das Grüppchen die Scharia (oder welche religiös hergeleiteten Gesetze auch immer) über hier geltende Gesetze stellten - und die katholische Kirche diese fragwürdige Bewegung völlig überraschend links überholt?
Nun also bläst auch ein Katholischer Bischof in dasselbe Horn - doch wo bleibt der Aufschrei derjenigen, die noch vor kurzem einer Islamisierung unseres Landes mitsamt der Einführung der Scharia befürchteten? Ob nun Mohammed, Bischof Koch oder der Heilige Christoph B. die Autorität des Staates und seiner Gerichte in Frage stellt, spielt aus meiner Sicht keine Rolle. Alle sind sie Ewiggestrige, die an alten (bis uralten) Zöpfen nachhängen, von einem romantisierten Bild der vergangenen Tagen träumen und damit die heutige Welt schlicht und einfach verkennen.
Lieber Bischof Koch, lieber Papa Razzinger, liebe Katholische Kirche - wachen Sie bitte endlich im 21. Jahrhundert auf!
Säkularer Staat - jetzt!
Wenn Einmischung in innerkirchliche Angelegenheiten Schule machen sollte, liess der offensichtlich zornige Bischof erklären, müsste die Kirche für eine völlige Trennung von Kirche und Staat eintreten. Eine Entlassung eines Priesters, sagen dazu die Staatsrechtler , wäre dann als rein privatrechtliche Angelegenheit tatsächlich einfacher. Sie erinnern aber daran, dass dann auch die Privilegien einer Landeskirche verloren gingen, zum Beispiel die Möglichkeit , Kirchensteuern durch den Staat eintreiben zu lassen. Eine Trennung von Kirche und Staat sei nur über eine Volksabstimmung zu machen .
Lieber Würdenträger Koch - mit dieser Aussage haben sie mit mir nun doch noch einen Anhänger gefunden. Sie haben Recht! Es wird endlich Zeit, die marginalisierte Rolle der Landeskirchen anzuerkennen und die letzte Nabelschnur vom Staat zu trennen.
"Unsere" Kirche ist das Wankdorf Center, unsere Kirche ist Westside in Brünnen - dort erlangen wir unsere Erlösung, dort legen wir unsere Schulden ab zu. Und schliesslich sind diese "Kirchen" deutlich grösser, als alle Gebilde, die die Protestanten und Katholiken in ihrer Geschichte je erbaut haben. Nämlich.
Mittwoch, Oktober 31, 2007
Kreatonisten an der Uni
[...] Ich selber bin Akademikerin und muss ehrlich sagen, dass es doch enorm viel Glaube braucht, um zu denken, dass die Erde aus Schleim und Zeit (Evolutionsprinzip) entstanden sei. Dass die Erde bzw. das ganze Unversium vom allmächtigen, dreieinigen Gott der Bibel geschaffen wurde, ist da viel einfacher zu glauben. Ich wünsche auch dir, dass du vom heiligen Geist erfüllt wirst und dann über die wirklichen Lügen in dieser Welt schreiben wirst!
Quelle: Kommentar auf den Artikel Phiten Halsketten: Schabernack
Als Einstiegslektüre empfehle ich Hoimar von Dietfurts Im Anfang war der Wasserstoff. Ihm gelingt es auf verständliche Weise, den Menschen als vermeintliche "Krone der Schöpfung" aus dem Mittelpunkt unseres Denkens zu stossen.
Die Natur ist eben gerade nicht einem Masterplan gefolgt, an dessen Ende der komplexe Organismus Mensch stand. Die bittere und schmerzhaft zu akzeptierende Wahrheit ist: Wir waren ein Zufallsprodukt! Genau so gut hätte es etwas völlig anderes geben können. Und gibt es wohl auch - anderswo.
Die Annahme, dass wir das zwingende, unvermeidliche Resultat einer zielgerichteten Evolution sein müssen, ist typisch für Gedankengänge von Kreationisten. Verfechter der Evolutionstheorie (wie akkurat Darwins Theorie auch sein mag sei dahingestellt) hingegen legen eher Wert darauf, dass die Natur in der langen Geschichte des Universums und unseres Planeten unzählige Irrläufer produziert hat, aus denen ein Bruchteil zufällig "bessere" Versionen von Organismen den Faden des Lebens weitergesponnen haben. Der Rest hat sich als nicht lebensfähig erwiesen und ist deshalb ausgestorben.
Der einzig wahre Gott
Als nächstes möchte ich festhalten, dass jeder Mensch glauben kann, was er will - solange er gegen keine geltenden Gesetze des Staates verstösst, seine "heilige" Schrift über alles andere stellt und mit ihr völlig abstruse Handlungen zu rechtfertigen versucht.
Wenn die Akademikerin (wohl eine Studierte der Theologie, nicht der Naturwissenschaften) hingegen schreibt ...
Dass die Erde bzw. das ganze Unversium vom allmächtigen, dreieinigen Gott der Bibel geschaffen wurde, ist da viel einfacher zu glauben.
... sträuben sich mir endgültig die Haare. Hätte sie die Referenz auf den christlichen Gott weggelassen, hätte ich mich zurückgehalten.
Doch die Annahme, dass wir und unsere Welt nicht nur von einer übernatürlichen Kraft, sondern noch von der in der christlichen Bibel beschriebenen dreifaltigen Gottheit geschaffen wurde, ist mir höchst suspekt. Dass eine bestimmte Gruppierung in Anspruch nimmt, ihn nicht nur genau zu kennen, sondern auch noch behauptet, "ihr" (Bild von) Gott sei der einzig Wahre, müsste ihn doch zur Weissglut treiben ...
Wenn es einen Gott gäbe, dann ist er Gott jedes seiner Geschöpfe, ob schwarz oder weiss, jung oder alt, Frau oder Mann, Mörder oder Erzeuger von Leben. Gott aus der Sicht von Christen (und ausschliesslich für Christen) darzustellen, wäre doch Gotteslästerung - denn dem Menschen geziemt es nicht, sich ein Bild von Gott zu machen (sagt ... sic! die Bibel). Man sollte es tunlichst vermeiden, sich unter Gott irgendeinen Samichlaus mit weissem Bart vorzustellen. Gott ist, und er ist in allen und jedem, hat keine feste Form. Niemand hat Gott für sich gepachtet - so er denn existiert.
Die Bibel und der Historiker
Ich als Historiker betrachte die "heilige Schrift", also das Alte und Neue Testament, als Quelle wie jede andere auch. Immer im Hinterkopf, dass daran dutzende Personen über Jahrhunderte hinweg mitgeschrieben haben; die Texte unzählige Male abgeschrieben wurden und in der Übersetzung aus dem Hebräischen und Griechischen der schonungslosen Interpretation des Übersetzers ausgeliefert waren.
Wer solche Jahrtausende alte Schriftstücke blindlings wortgetreu auslegt, muss sich auf einige kritische Fragen gewappnet machen. Wären Christen konsequent, würden sei auch ägyptische Hyroglyphen oder griechische und römische Texte als Wort Gottes erachten und anbeten. Oder wieso soll die Bibel "heiliger" sein als andere Texte? Weil jemand sagt, dass das jemand gesagt hat, der es von jemanden zugetragen erhalten hat, der wiederum von jemanden versichert erhalten hat ...
Sinn und Zweck der Bibel
In einer kürzlich stattgefunden Diskussion mit meinem Vater habe ich klar gemacht, dass die heilige Schrift der Christen (und aller anderen Religionen) für mich höchstens als moralisch-ethische Lebenshilfe akzeptiert werden könnte und die Kirchen nur gerade die Aufgabe des Sonntags-Psychologen und Trau- und Abdankungsaltars übernehmen sollten. Weltliche Dinge. Niemals aber sollte mir jemand die Bibel - und somit Gottes angeblich gesprochenes Wort - näher bringen wollen.
Die Bibel wurde zu Zeiten einer Agrargesellschaft im Nahen Osten verfasst und spiegelt die damalige Lebensweise wider. Viele konkrete Dinge in der Bibel sind spezifisch auf diese längst vergangene Epoche gemünzt und können, nein dürfen, in der heutigen Zeit nicht mehr angewendet werden.
Nehmen wir das Verbot des Konsums von Schweinefleisch (im Koran - aus der Bibel fällt mir gerade nichts auffälliges ein): Hätte "Gott" die heutigen Hygiene-Standards gekannt, hätte er sich niemals zu einer solchen für immer-und-ewig geltenden Aussagen durchgerungen.
Die Vermutung liegt bei solchen Regeln aber sowieso nahe, dass es nicht "Gott" war, der zu seinen Schäfchen gesprochen hat, sondern ein selbsternannter (menschlicher) Anführer, dem schlicht und einfach die Gesundheit seiner Gefolgsleute am Herzen lag. Denn Führer zu sein ohne Geführte macht nicht wirklich Spass ...
Labels: Gesellschaft, Leben, Religion, Wissenschaft
Dienstag, Mai 15, 2007
Scientology und der Kult
Gestern Abend habe ich mir mit Genuss eine Folge von BBCs Panorama angeschaut, in der dem interessierten Ferngucker während dreissig Minuten die äusserst freundliche Kirche Sekte "Scientology" und deren Methoden näher gebracht wurden.
Ungeübt im Umgang mit der Öffentlichkeit des 21. Jahrhunderts
Hätte Scientology im Vorfeld um die Doku nicht ein solches Geschrei gemacht und wäre so Tage vor der Ausstrahlung auf Digg.com gelandet, so wäre diese Folge unbemerkt an mir vorbeigegangen. Doch die Jünger der Sekte wollten es anders, und so kam, wie es kommen musste: Die ganze Welt schaute hin - und lacht sich einen ab.
Inhalt der Sendung
Kurz zusammengefasst: Ein Fernseh-Journalist beginnt Recherchen über Scientology und lehnt sich danach genüsslich zurück, als die Sektenanhänger unruhig werden und ihr wahres Ich ans Tageslicht bringen. Für jeden kritischen Zeitgeist ein Must-See (die Doku sollte bald auf YouTube, Google Video und im Bittorrent-Netzwerk auftauchen).
Kult oder kein Kult?
Die wichtigste Erkenntnis ist: Die Begriffe "Scientology" und "Cult" scheuen sich wie der Teufel das Weihwasser; wie Kalium H2O; wie Uran-238 die Neutronen. Deshalb denke ich, dass diese beiden Wörter auch in meinem Blog einige Male in der Nähe erwähnt werden sollten, um etwas Google-Bombing zu betreiben.
Aftermath
Scientology schlägt zurück und scheut keine Kosten (im Film wurde ausführlich erläutert, wie Kritiker Mundtot gemacht werden sollen):
Mit dieser Web-Site wird bestätigt, was bereits einige Forscher postuliert haben: Man verpacke Propaganda in ein seriöses Kleid - und die Leute fallen darauf herein. Solange jedenfalls, bis sie die kleine Fusszeile zur Kenntnis nehmen:
© 1996-2007 Church of Scientology International. All Rights Reserved.
Ich jedenfalls fand den Film gelungen und empfehle ihn der Blogosphäre zur gelegentliche Konsultation. Besonders lustig: Die Flucht der BBC-Crew auf die Toilette als einziger Scientologen-freier Ort.
Labels: Religion

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