Donnerstag, August 14, 2008

COBOL ist nicht totzukriegen

State controller John Chiang has said it would take six months to re-configure California's aging COBOL-based payroll system in order to cut the salaries of California's 200,000 state employees, under an order from Governor Arnold Schwarzenegger to try and rein in the deficit. [...]

Ironically, the only ones who can make the changes - part time retired COBOL programmers - were among 10,000 employees laid off as part of the cuts.

Quelle: COBOL thwarts California's Governator | The Register

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Freitag, Juli 11, 2008

Lasst die Swisscom nicht über unsere Breitband-Zukunft entscheiden!

Zum Vorschlag von Sunrise, das Glasfasernetz in eine staatlich gelenkte Firma auszulagern, meint Schloter: "In diesem Fall werden die gesamte Infrastruktur und die Technologieentscheide nicht mehr durch den Wettbewerb bestimmt, sondern durch staatliche Vorgaben."

Quelle: ICT News - Carsten Schloter wehrt sich gegen staatlichen Aufbau eines Glasfasernetzes

Deshalb gehört der Schweizerische Schienenverkehr seit hundert Jahren zu den weltweit schlechtesten in der Welt, gell Carsten? Was will den Schloter genau? Eine grüne anstelle einer weissen Glasfaser? Der Wettbewerb wird über die Dienste entschieden, die über die Glasfaser angeboten werden.

Ich will mir gar nicht vorstellen, dass die Swisscom auch dieses Mal wieder als Gewinner aus der Diskussion hervorgehen würde. Carsten Schloter weiss genau, dass sein Unternehmen nur und ausschliesslich dank den seit Jahrzehnten geschröpften Monopolrenten so gut positioniert ist. Im freien Wettbewerb würde die Bude auf einen Bruchteil seiner jetzigen Grösse zusammenschrumpfen und von innovativeren Mitbewerbern in den Boden gestampft.

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Sonntag, Juni 29, 2008

Halten wir Mexiko im Auge

the brutal decline of the Cantarell field, and of overall Mexian production is likely to have brutal consequences, as the country loses its main source of exports and the Mexican government its main source of tax income. Social unrest, and massive migration toward the North could be one outcome...

Quelle: The Oil Drum | Countdown to $200 oil: $140 oil and speculation

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Sonntag, Februar 17, 2008

NZZ rehabilitiert Steuerhinterzieher

In der Sozial-, Gesundheits-, Arbeitsmarkt-, Regional-, Bildungs- oder Technologiepolitik werden wie wild Mittel umverteilt, und der tägliche Kampf um Vorteile in diesem Gewirr beherrscht die Politik. Dass unter einer solchen Politik die Steuermoral leidet, ist nicht erstaunlich: Den Bürgern bleibt ein grosser Teil ihrer Einkommen vorenthalten, Fiskus und Behörden verfügen über ein riesiges Instrumentarium, um die Umverteilung umzusetzen und bis in die Privatsphäre hinein zu überwachen.

Quelle: Deutschland sucht den Kampf mit allen Mitteln

In einem Staat gelten nun einmal Gesetze für alle. Wer sich nicht daran hält, wird bestraft. Ob das nun Scheininvalide, kriminelle Ausländer oder Steuerhinterzieher sind, spielt keine Rolle. Wem der hohe Steuerfuss nicht gefällt, hat grob gesagt drei legale Möglichkeiten:

  • Da bleiben und nichts tun
  • Da bleiben und versuchen, etwas zu ändern (mit ihren Millionenvermögen sollten Top-Manager doch fähig sein, in Berlin anständig lobbiern zu können, verflucht nochmal?!)
  • Die heute herrschende Mobilität ausnutzen und wegziehen

Gerade die Leute, die durch die freie Marktwirtschaft (teilweise übermässig und ungerechtfertigterweise) belohnt werden, sollten auch in der Wahl des Steuerparadieses den Markt spielen lassen. Man ist mobil und zügelt halt in dasjenige Land, dasjenige Bundesland und in diejenige Gemeinde, die die geringsten Steuerfuss aufweist. Steigt der Druck auf die Steuerhöllen, sollte gemäss der Logik des freien Marktes ein Einlenken stattfinden.

Aber nein, stattdessen versucht man es lieber mit krummen Touren, liechtensteinischen Banken und Stiftungs-Konstruktionen. Während bei kriminellen Ausländern kein Journalist darüber sinniert, dass vielleicht auch bei den Rahmenbedingungen etwas krumm laufen könnte, fordert der NZZ-Kommentator, Steuerhinterzieher mit Samthandschuhen anzufassen - denn diese sind "Opfer der Umstände". Bravo.

Übrigens: Als hätte der NZZ-Verlage die Razzien gerochen, behandelt das NZZ Folio des aktuellen Monats genau das: Steuern. Äusserst lesenswert.

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Sonntag, Februar 17, 2008

Steuerzahler muss Kummerbanken stützen

Die Liste der strauchelnden Banken wird immer grösser - der europäische Kontinent ist längst erreicht. Was mit Northern Rock in Grossbritannien begann, hat sich über Deutschland (IKB und neu BayernLB) in die Schweiz (UBS) nach Frankreich (Société Générale) fortgepflanzt (Liechtenstein ist anderweitig betroffen). Heute in den Medien:

Wunderbar. Ich kann mir keinen besseren Einsatzzweck für meine hart verdienten Steuergelder vorstellen als zur Rettung von Banken.

Immerhin beruhigt es, dass es in der Schweiz - abgesehen von der "bestgeführten Bank der Welt" mit ein paar Milliärdchen - noch zu keinen Kollateralschäden gekommen ist.

Kollabieren kommende Woche auch noch die us-amerikanischen "Monoliner", schaltet die Finanz-Party einen Gang höher.

Nachtrag

TDR über Northern Rock:

British taxpayers are now the proud owners of a bank they’ve already loaned more than 55 billion pounds to. [...]

Darling justified the move by adding that, “It is better for the Government to hold on to Northern Rock for a temporary period and as and when market conditions improve, the value of Northern Rock will grow and therefore the taxpayer will gain. The long-term ownership of this bank must lie in the private sector.”

Right. Who wants to own a bank that borrows money at long-term rates in order to lend it short-term to people who can’t repay it?

Quelle: Centro’s Reprieve & the Aussie Financial Services Bloodbath

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Donnerstag, Februar 14, 2008

(Doch nicht so) nutzloser Staat

Im Gegenteil, die Polemik gegen den Staat kann bös ins Auge gehen: «In den hitzigen Tagen von 1994 gab es Konservative, die witzelten, man müsse den Staat so klein machen, dass man ihn jederzeit in der Badewanne ertränken könne», schreibt Frum. «Seit wir zuschauen mussten, wie New Orleans tatsächlich in einem Hurrikan ertrunken ist, tönt das nicht mehr so lustig. Es gibt Dinge, die nur eine Regierung machen kann, und wenn wir Konservativen wieder mit dem Management der Regierung betraut werden wollen, dann müssen wir beweisen, dass wir den Staat achten und gewillt sind, ihn gut zu managen.»

Quelle: Ronald Reagans langer Schatten

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Sonntag, Februar 10, 2008

Reform der Banken-Boni?

[...] So hat Philipp Hildebrand, der Vizepräsident der Schweizerischen Nationalbank, in der «NZZ am Sonntag» vom 3. Februar für eine Änderung bei den Bonuszahlungen in dem Sinn plädiert, dass Banker langfristig an den Gewinnen wie an den Verlusten partizipieren müssen. Denn heute ist der Bonus nach oben praktisch unbeschränkt, nach unten auf null reduziert. Der Banker erhält mindestens sein Basissalär, doch Verluste tragen Bank und Aktionäre.

Quelle: CS legt Bonus-Latte höher

Wobei ich mir nicht sicher bin, wie man negative Boni in der Realität dann umsetzen will. Mir kommt auf Anhieb nur die "Auszahlung" der Boni in Form von Aktien in den Sinn - man kann ja den Bank-Angestellten Ende Jahr nicht einen Einzahlungsschein zukommen lassen, mit dem sie zu viel bezogene Boni rücküberweisen müssen ...

Nachtrag

Mann sollte Zeitungsartikel immer zuerst zu Ende lesen und danach erst seinen Senf loswerden:

Die Credit Suisse hat bei etlichen ihrer Händler einen solch revolutionären Schritt getan. «Wir haben», so Dougan, «ein System eingeführt, bei dem der Bonus zwei Jahre gesperrt ist. Wenn die Händler nächstes Jahr Verluste generieren, verlieren sie den letztjährigen Bonus.» Damit hätten sie einen Anreiz zur längerfristigen Performance ihres Geschäftes.

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Montag, Dezember 03, 2007

Langfinger unter sich

"Don't steal, the government hates competition!"

Quelle: Paul Right To Vote Against Rosa Parks Medal

Dieses Zitat enthält einen doppelten Sinn: a) der Staat "stiehlt" seinen Steuerzahlern das Geld aus dem Sack, b) er hasst Konkurrenz, was meiner Meinung nach auch einen Hinweis auf die freie Marktwirtschaft sein soll ...

Der ist auch ganz gut:

The Congressional Gold Medal is made of solid gold, and in every instance it is awarded, it can cost taxpayers upwards of $30,000. [...]

Paul also lamented the "supreme irony" of awarding a Buddhist leader with such a costly material gift when Buddhism eschews worldly possessions in favor of spiritual wealth.

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Sonntag, September 02, 2007

Privatisiert die US Army!

Gemäss der neoliberalen Denkweise würden doch solche Betrugsfälle dann der Vergangenheit angehören:

[...] Charlene Corley and her sister, Darlene Wooten, the owners of a small-parts company called C&D Distributors, shipped three machine screws costing $1.31 each to marines in Habbaniyah in Iraq. They then proceeded to charge the government $455,009 for transportation costs—and got paid.

[...] If only its officials could locate 190,000 assault rifles and handguns distributed during the past few years to Iraqi security forces. The Government Accountability Office reported recently that the weapons seem to have gone missing.

Quelle: Creative billing

Aber im Grunde ist die "Privatisierung" längst im Gange: Halliburton, Blackwater - Firmen, die im Iraq tausende Milizler stationiert haben und neben Infrastrukturprojekten und Versorgungsleistungen für reguläre Truppen auch Sicherheitsdienstleistungen anbieten. Eine Dokumentation beleuchtet das moralisch und kriegsrechtlich äusserst fragwürdige Outsourcing von typischen Aufgaben einer Besatzer-Armee:

IRAQ FOR SALE: The War Profiteers

Merke: Eine Privatisierung bringt bei Monopolaufgaben rein gar nichts, insbesondere wenn diese weiterhin von Steuergeldern finanziert werden.

Dank: Kollege Burgdorfer

Nachtrag

The privatisation of military functions from logistics to maintaining weapons has reached the point that the Pentagon now regards contractors as an integral part of its "total force". Amercia could not go to war without them.

The Economist, 22. September 2007, "Privateers under fire", S. 49.

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