Donnerstag, November 19, 2009
Fortschrittliche Steuereintreiber im Kanton Bern
Ab der 1. Rate 2010 bietet die Steuerverwaltung des Kantons Bern als erste Steuerverwaltung der Schweiz die E-Rechnung an.
Quelle: Mail von 10minuten@fin.be.ch vom 18. November 2009, 10:45 Uhr.
Bravo, ich habe mich gleich als Abonnent dieser Lösung eingetragen. Unter Crédit Suisses DirectNet findet sich der Rechnungssteller unter "Steuerverwaltung des Kantons Bern".
Nachtrag
Während mich die Staatsangestellten meines Wohnkantons mit ihrer fortschrittlichen Vorgehensweise erfreuen, hinkt ausgerechnet die SWICA als Privatunternehmen der technischen Entwicklung meilenweit nach. Unglaublich, dass ich dieses Mail bereits im Mai 2007 verfasst habe und sich seither absolut nichts getan hat:
Guten Tag Herr X
On 07.05.2007, at 10:29, X wrote:
Besten Dank für Ihre Anfrage. Eine Einführung von Paynet ist bei SWICA vorgesehen, jedoch aufgrund anderer Abhänigkeiten nicht unmittelbar bevorstehend.
Im nächsten Jahr wird SWICA die IT Software wechseln und in diesem Zusammenhang werden auch derartige neue Funktionen schrittweise mit eingeführt. Zu welchem Zeitpunkt allerdings genau die Funktionen der Paynet Rechnung erfolgen, kann ich heute noch nicht sagen.
Gerne wollte ich nachfragen, wie weit Sie heute, zweieinhalb Jahre nach meiner Anfrage mit dem Projekt "Elektronische Rechnung" sind.
Anlass für das Nachhaken: Ich habe heute erfahren, dass die Steuerverwaltung des Kantons Bern ab der nächsten Rate elektronische Rechnungen verschickt. Wenn die öffentliche Hand elektronische Rechnungen einführt, sollte es der Privatwirtschaft doch innert nützlicher Frist auch gelingen?
Danke für Ihre Antwort!
Viele Grüsse
Mario Aeby
Quelle: Mail an Herr X von SWICA, 19. November 2009, 13:43 Uhr.
Man wird den Verdacht nicht los, dass dieses Versicherungsunternehmen lieber für Abermillionen Franken Werbungen schaltet, Wettbewerbe veranstaltet und Jagd auf "gesunde" Versicherte macht, als Geld in verbesserte Dienstleistungen für bestehende Kunden zu stecken.
Nachtrag 2
Die Antwort ist eingetroffen:
Die Verbesserung unseres Kundenservices ist uns ein grosses Anliegen. Erfahrungen zeigen, dass die grosse Mehrheit unserer Kunden konventionelle Rechnungen bevorzugt. Trotzdem bleibt die Einführung von Paynet Rechnungen eine Möglichkeit, die wir prüfen. Sollten diese Zahlungsart bei uns eingeführt werden, werden wir unsere Kunden rechtzeitig darüber informieren.
Quelle: Mail von Frau Y von SWICA, 20. November 2009, 09:55 Uhr
Freitag, Oktober 16, 2009
Christlich-soziale Fundis wollen mein Geld
Deshalb will seine Partei einen Vorstoss einreichen, der vorsieht, dass alle, die aus der Kirche austreten, eine Atheistensteuer zahlen sollen.
Quelle: 20 Minuten Online - Junge CVP fordert Atheistensteuer - Schweiz
Volltreffer, liebe JCVPler.
Versuchen wir es mit einem Analogon: Nur weil jemand sein Zeitungsabo kündet, heisst das noch lange nicht, dass man ihm künftig keine Abonnementsrechnung mehr zusendet. Wäre ja gelacht, wenn man es den Schweizern so einfach machen würde, die Zeitung zu wechseln. Oder, noch schlimmer: Gar keine Zeitung mehr abonnieren zu wollen. Das geht einfach nicht, da muss ein Irrtum vorliegen! Denn wenn das alle tun würden, gingen die Zeitungsverlage allesamt konkurs! Personen, die einmal eine Zeitung abonniert hatten, obliegt die heilige Pflicht, bis an ihr Lebensende Geld an den Verlag zu zahlen. Marktwirtschaft? Kennt man bei bibelfreundlichen Politikern offensichtlich nicht.
Was die JCVP erst andenkt, ist in den USA bereits seit langem Praxis: US-Amerikaner, die im Ausland leben und dort ein Einkommen erzielen, haben der Steuerbehörde IRS in vielen Fällen weiterhin Rechenschaft abzulegen:
United States Citizens and resident aliens who live and work abroad may be able to exclude all or part of their foreign salary or wages from their income when filing their U.S. federal tax return.
Quelle: Five Facts about the Foreign Earned Income Exclusion
Der kleinste gemeinsame Nenner dieser so ungleichen Gebilde: Sowohl die Kirche als auch die USA sind faktisch bankrott und greifen nach jedem Strohhalm, um ihre leeren Kassen wieder zu füllen. Wenn sie da die Rechnung nur nicht ohne Wirt gemacht haben ...
Via: Wir brauchen wirklich eine Furzideen-Steuer
Montag, September 21, 2009
Kein Wunder brachten die Amis ihr Geld in die Schweiz
The US government will track US citizens everywhere to get tax money. If you leave to work in another country, you still pay US income taxes. America and North Korea are the only countries that tax you on your worldwide income.
Quelle: Naturally the Feds Want to Raise as Much Money as They Can
Das wäre ja so, als würde mir meine Heimatgemeinde Giffers (FR) jährlich eine Steuerrechnung zusenden.
Nachtrag
Und es wird noch schlimmer:
If you want to give up your citizenship, you have to give up nearly half your wealth above a certain level. The Economist magazine calls it 'America's Berlin Wall.' [...] Once you're gone, you're not legally allowed to come back and visit family and friends. Yes, if the government decides you have renounced citizenship for tax purposes, a federal law prohibits you from entering the country ever again.
Mittwoch, September 09, 2009
Verzweifelte Suche nach neuen Einnahmequellen
Ein Gespenst geht um ... das Gespenst von der Nutzbarmachung neuer Einnahmequellen. In dieser Woche schauen wir uns Frankreich und die USA genauer an:
Die französische Regierung erwägt die Einführung einer Steuer auf Mobilfunkmasten.
Quelle: heise online - 08.09.09 - Französische Regierung erwägt Besteuerung von Mobilfunkantennen
Frankreich will damit die Gewerbesteuer senken. Genial - eine Steuer senken, und eine neue dazuerfinden.
Wer in die USA einreist, muss sich dafür vorher online anmelden, sich forsche Fragen gefallen lassen - und demnächst womöglich noch eine Einreisegebühr berappen.
Quelle: US-Gesetzentwurf: Zehn Dollar Einreisesteuer für Touristen | tagesschau.de
Die Amis wollen damit nicht etwa ihre Schulden von 12 Trillionen Dollar abtragen, sondern ... Tourismus-Werbung finanzieren. Tolle Idee von den Yankees. Dann macht die Einreise in die USA künftig dreifach Spass:
- Die Jungs sind scharf auf Fingerabdrücke
- Sie lieben es, mich wie einen Terroristen zu behandeln
- Und schlussendlich drücke ich für diese rüde Behandlung auch noch Geld ab
Liebe us-amerikanische "Tourismus-Experten", viel eher verscheucht ihr so Touristen als dass ihr neue hinzugewinnt.
Labels: Finanzen, Frankreich, Steuern, USA, Wirtschaftskrise
Sonntag, Juli 05, 2009
Bank- oder Bankkundengeheimnis?
Nicht nur UBS, Credit Suisse oder ZKB, auch viele Auslandbanken trennen sich von jedem Kunden, der ihnen früher oder sdpäter Ärger mit den Behörden eintragen könnte. Es rollt eine Well von Kontoschliessungen. Sie betrifft nicht nur amerikanische, sondern auch europäische Kunden. Bevor es zu spät ist, wollen sich weitsichtige Finanzinstitute absichern. Das "Bankkundengeheimnis" schrumpft zu dem, was es schon immer war, nämlich dem Bankgeheimnis: Trotz allen verlogenen Beteuerungen hatte immer das Interesse der Bank und nicht das ihrer Kunden Vorrang.
Quelle: "Roger de Weck: Erst die Bank, dann wir", SonntagsZeitung, 5. Juli 2009, S. 5.
Labels: Finanzen, Schweiz, Steuerhinterziehung, Steuern
Freitag, Juni 26, 2009
Steuereinnahmen in Kalifornien
39% year-over-year drop in personal income tax receipts, a 52% drop in corporate tax receipts, and an 8% drop in sales tax receipts.
Quelle: Unsustainable Economic Activity
Ich wünsche den Politikern viel Spass, diesem enormen Spardruck gewachsen zu sein. Da bringen Einsparungen mit der Rasenmähermethoden überhaupt nichts mehr - hier müssen ganze Leistungsblöcke gestrichen werden. Nur welche? Ich empfehle Bildung, Feuerwehr und Polizei - braucht man für die McJobs eh nicht mehr. Und vielleicht sollte man sich mal überlegen, die Drögeler zu entkriminalisieren und Platz in den Gefängnissen zu schaffen ...
Und gleichzeitig wollen sie für 40 Milliarden eine Hochgeschwindigkeitsstrecke von Los Angeles nach San Francisco bauen? Träumt weiter ... die Zeit der grossen Infrastrukturprojekte ist in den USA definitiv vorbei.
Labels: Kalifornien, Politik, Steuern, USA, Wirtschaftskrise
Samstag, Juni 20, 2009
CO2-Abgabe geht in unsere Taschen
Offenbar stossen wir immer noch zu viel CO2 aus, und deswegen müssen wir jetzt dem Staat dafür Geld abgeben, damit er das böse CO2 aufkaufen kann, von dem die Pflanzen leben.
Quelle: Wirtschaftsförderung, Swiss-style | Snoop InfoSystems
Das ist nur die halbe Wahrheit: Mittels den Krankenkassenprämien erhalten alle Schweizer einen identischen Anteil an der eingezahlten CO2-Abgabe. Folglich macht derjenige einen Nettogewinn, der so wenig CO2-Abgaben wie möglich bezahlt.
Labels: Abgaben, CO2, Klimarappen, Schweiz, Steuern
Freitag, April 03, 2009
Von Starken und Schwachen
Ein Bankenanalyst zur "grauen" Liste:
«Recht des Stärkeren setzt sich immer mehr durch»
Quelle: «Recht des Stärkeren setzt sich immer mehr durch» (Nachrichten, NZZ Online)
Ich kann mich nicht erinnern, wann sich in der Menschheitsgeschichte jemals der Schwächere durchgesetzt hat ... abgesehen davon waren die Banker doch bisher immer auf der Seite der "Stärkeren", nicht?
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Samstag, März 21, 2009
Kleine Fehler in der Steuererklärung?!
"Allerdings finde ich es persönlich bedauerlich, dass die Schweiz sich nun für ausländische Bankkunden auch auf ein System einlässt, das kleine Fehler in der Steuererklärung sofort kriminalisiert."
Quelle: FTD.de - Steuerhinterziehung: Deutsche Banken geraten ins Zwielicht - Deutschland
Für Multi-Millionäre und -Milliardäre wird es tatsächlich eine Lappalie sein, wenn man vergisst, dem Fiskus einige im Ausland lagernde Milliönchen anzugeben. Für den Staat und all die anderen Steuerzahler, für die keine Stiftungen in Liechtenstein arrangiert werden, sind solche Aussagen Herbert Scheidts (Bank Vontobel) nichts weiter als blanker Hohn.
Dienstag, Januar 27, 2009
Wenn 5 mal 200'000 keine Million ist
Ab 1 Mio. Euro müssen Steuersünder hinter Gittern. Das ist die bisher gängige Interpretation eines Urteils des Bundesgerichtshofs. Doch der Zumwinkel-Prozess brachte eine überraschend neue Erkenntnis: Wer fünf Mal 200.000 Euro hinterzieht, hinterzieht noch lange nicht eine Million.
Quelle: FTD.de - Recht + Steuern: Glückliche Fügung für Steuersünder - Recht + Steuern
Labels: Deutschland, Mathematik, Recht, Steuern
Montag, November 17, 2008
Steuerverwaltung Bern VoIPt!
Wundern Sie sich nicht, wenn Sie künftig eine/n Mitarbeitende/n der Steuerverwaltung direkt anrufen und auch für Biel, Burgdorf und Thun 031 6xx xx xx wählen müssen. Wir haben die Kreisverwaltungen in keiner Art und Weise zentralisiert, sondern diese lediglich an die zentrale Telefonieanlage in Bern angeschlossen. Neu telefoniert nämlich die gesamte Steuerverwaltung – zur Zeit noch ohne die Kreisverwaltung in Moutier – über vorhandene Datenleitungen mit Voice over IP (VoIP).
Dadurch ist es möglich, dass wir alle rund 300'000 Anrufe, die jährlich über die zentrale Nummer 0848 844 411 bei uns eintreffen, kostenlos – weil intern – an die Kreisverwaltungen weiterleiten können. Ein weiteres Plus: Alle Mitarbeitenden innerhalb der Steuerverwaltung telefonieren nun gebührenfrei.
Quelle: Mail von 10minuten@fin.be.ch vom 14. November 2008.
Und dann sagt man immer, wir Berner seien langsam. Bezüglich Informationstechnologie scheint die kantonalbernische Steuerverwaltung nicht auf die Nase gefallen zu sein - bereits mit der TaxMe CD als auch mit TaxMe online verfügen wir Berner über einfach zu bedienende Software, um unsere Steuern zeitsparend zu erfassen (wobei ich immer noch Bekannt haben, die lieber dem Papier vertrauen. Es könnte ja sein, dass die Software falsch rechnet und man 50 Rappen zu viel steuern zahlt - Skandal!)
PS: Nur die Bern-Jurassier fahren anscheinend noch ein Sonderzüglein ... Wen wunderts?
Labels: Bern, IT, Steuern, Verwaltung, VoIP
Freitag, Oktober 17, 2008
Guten Steuerzahlern darf geholfen werden
Dass jetzt plötzlich mit Steuergeldern Fehler der Banken ausgebügelt würden, das sei schon gewöhnungsbedürftig. Aber immerhin zahlten die Banken und ihr Personal ja auch Steuern, und das nicht zu knapp.
Quelle: «Was unterscheidet uns von einem Eierhändler?» (Zürich , NZZ Online)
Heute habe ich den ganzen Tag nur solche Scheiss-Argumente gehört ... Wenn dass das neue Kriterium für Bail-Outs ist, kann die Schweiz in Zukunft täglich Unternehmen und Private retten ...
Labels: Banken, Finanzkrise, Schweiz, Steuern, UBS
Dienstag, August 19, 2008
Jetzt wird die bernische Steuererklärung voll digital
Belege elektronisch einreichen/anzeigen
Nachträglich von der Steuerverwaltung eingeforderte Belege können neu einfach und praktisch via TaxMe-Portal elektronisch eingereicht werden. Die elektronisch eingereichten Belege werden unter «Meine Veranlagung» in der Rubrik «Elektronische Belege» angezeigt.
Quelle: Mail "10 Minuten - aktuelles aus Ihrer Steuerverwaltung" vom 15. August 2008.
Na endlich! Seit wir auf der Arbeit einen Farblaserkopierer haben, der Vorlagen auch "nur" einscannt und einem als PDF mailt, digitalisiere ich mit diesem Ding fast jeden Bürokram, der auf der Arbeit anfällt (von Hand auszufüllende Formulare, aber auch Notizen von Sitzungen etc.) Somit könnte ich in Zukunft auch Belege in PDFs scannen und so bei der Steuerverwaltung einreichen.
(Was mich jetzt Wunder nähme: Welches Dokumenten-Management-System läuft bei der Steuerverwaltung in Bern?)
Montag, August 04, 2008
Pendlerpauschale: Ja, aber nur für Smarts
"Ich verstehe nicht, warum 15 Liter Spritverbrauch pro 100 Kilometer bei einem Geländewagen als Dienstkraftfahrzeug steuerlich abgesetzt werden können, wenn der Halter ein solches Auto für seine beruflichen Tätigkeiten nicht braucht"
Recht hat Sigmar!
Labels: Deutschland, Steuern, Umwelt, Verkehr
Dienstag, März 11, 2008
Was man mit Steuergeldern so alles anstellen kann
Die Streikenden können bei ihrem Arbeitskampf auf einen grossen Rückhalt zählen. Die Stadtregierung von Bellinzona will ihnen mit 100’000 Franken unter die Arme greifen. Ein entsprechender Kredit an den Gemeinderat wurde heute verabschiedet.
Quelle: SBB setzen Streikende unter Druck
Ich hätte da noch andere Vorschläge:
- Transportkapazität einkaufen. Natürlich bei SBB Cargo. Und damit tonnenweise Steine aus dem Tessin durch die Alpen und wieder zurück transportieren.
- Aufstockung Arbeitslosenversicherung. Denn die Arbeitslosen kommen (leider) bestimmt.
- Gründung einer eigenen Cargo-Gesellschaft. Um damit die SBB zu konkurrenzieren.
- Spende an den ASTAG. Vielleicht können ja die Lastwägeler aushelfen?
Labels: Finanzen, SBB, Schweiz, Steuern, Wirtschaft
Sonntag, Februar 17, 2008
NZZ rehabilitiert Steuerhinterzieher
In der Sozial-, Gesundheits-, Arbeitsmarkt-, Regional-, Bildungs- oder Technologiepolitik werden wie wild Mittel umverteilt, und der tägliche Kampf um Vorteile in diesem Gewirr beherrscht die Politik. Dass unter einer solchen Politik die Steuermoral leidet, ist nicht erstaunlich: Den Bürgern bleibt ein grosser Teil ihrer Einkommen vorenthalten, Fiskus und Behörden verfügen über ein riesiges Instrumentarium, um die Umverteilung umzusetzen und bis in die Privatsphäre hinein zu überwachen.
Quelle: Deutschland sucht den Kampf mit allen Mitteln
In einem Staat gelten nun einmal Gesetze für alle. Wer sich nicht daran hält, wird bestraft. Ob das nun Scheininvalide, kriminelle Ausländer oder Steuerhinterzieher sind, spielt keine Rolle. Wem der hohe Steuerfuss nicht gefällt, hat grob gesagt drei legale Möglichkeiten:
- Da bleiben und nichts tun
- Da bleiben und versuchen, etwas zu ändern (mit ihren Millionenvermögen sollten Top-Manager doch fähig sein, in Berlin anständig lobbiern zu können, verflucht nochmal?!)
- Die heute herrschende Mobilität ausnutzen und wegziehen
Gerade die Leute, die durch die freie Marktwirtschaft (teilweise übermässig und ungerechtfertigterweise) belohnt werden, sollten auch in der Wahl des Steuerparadieses den Markt spielen lassen. Man ist mobil und zügelt halt in dasjenige Land, dasjenige Bundesland und in diejenige Gemeinde, die die geringsten Steuerfuss aufweist. Steigt der Druck auf die Steuerhöllen, sollte gemäss der Logik des freien Marktes ein Einlenken stattfinden.
Aber nein, stattdessen versucht man es lieber mit krummen Touren, liechtensteinischen Banken und Stiftungs-Konstruktionen. Während bei kriminellen Ausländern kein Journalist darüber sinniert, dass vielleicht auch bei den Rahmenbedingungen etwas krumm laufen könnte, fordert der NZZ-Kommentator, Steuerhinterzieher mit Samthandschuhen anzufassen - denn diese sind "Opfer der Umstände". Bravo.
Übrigens: Als hätte der NZZ-Verlage die Razzien gerochen, behandelt das NZZ Folio des aktuellen Monats genau das: Steuern. Äusserst lesenswert.
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