Dienstag, September 30, 2008

Handy-TV im künstlichen Koma

Aber die gute alte Swisscom muss ihre durch die Monopolrente erzielten übermässigen Gewinne ja irgendwie loswerden, deshalb wird alles ins Handy-TV gebuttert:

Swisscom will ab dem 1. Oktober ihr TV-Angebot fürs Mobiltelefon erweitern.

Quelle: ICT News - Swisscom mit erweitertem TV-Angebot fürs Handy

Motto: "Und auch weiterhin schaut niemand zu!"

Selbst Kollege Randal, der sich vor ca. einem Jahr auf dem Heimweg vom Europapark Star Wars auf einem 8cm2 Bildschirm angetan hat (bis der Akku leer war), hat mit solchen Macken aufgehört. Mitgeholfen hat sicherlich, dass er die eierlegende Wollmilchsau von Sony Ericsson irgendwann einmal verloren hat und jetzt Fäbis Handy austrägt, das - für die Mitmenschen erfreulich- kein Handy-TV mitbringt.

Kennt da draussen jemand jemanden, der sich regelmässig Handy-TV antut? Ich jedenfalls nicht.

Labels: , ,

2 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Freitag, Juli 11, 2008

Lasst die Swisscom nicht über unsere Breitband-Zukunft entscheiden!

Zum Vorschlag von Sunrise, das Glasfasernetz in eine staatlich gelenkte Firma auszulagern, meint Schloter: "In diesem Fall werden die gesamte Infrastruktur und die Technologieentscheide nicht mehr durch den Wettbewerb bestimmt, sondern durch staatliche Vorgaben."

Quelle: ICT News - Carsten Schloter wehrt sich gegen staatlichen Aufbau eines Glasfasernetzes

Deshalb gehört der Schweizerische Schienenverkehr seit hundert Jahren zu den weltweit schlechtesten in der Welt, gell Carsten? Was will den Schloter genau? Eine grüne anstelle einer weissen Glasfaser? Der Wettbewerb wird über die Dienste entschieden, die über die Glasfaser angeboten werden.

Ich will mir gar nicht vorstellen, dass die Swisscom auch dieses Mal wieder als Gewinner aus der Diskussion hervorgehen würde. Carsten Schloter weiss genau, dass sein Unternehmen nur und ausschliesslich dank den seit Jahrzehnten geschröpften Monopolrenten so gut positioniert ist. Im freien Wettbewerb würde die Bude auf einen Bruchteil seiner jetzigen Grösse zusammenschrumpfen und von innovativeren Mitbewerbern in den Boden gestampft.

Labels: , , ,

5 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Freitag, Juli 04, 2008

Ich bleibe Orange-Kunde

Bravo Orange!

Orange lanciert das neue Apple iPhone 3G

Insbesondere die 1GB Datenvolumen inkl. finde ich im Vergleich zum Monopolisten Swisscom sehr generös. Auch wenn ich keine YouTube-Videos auf meinem iPhone schauen werde - es ist beruhigend zu wissen, jeden Monat noch einige 100MB spatzig zu haben.

Labels: , , ,

5 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Samstag, März 08, 2008

Soll ich ein gecracktes iPhone kaufen?

Das hat mich soeben ein Bekannter gefragt. Wie immer bin ich äusserst konservativ und pessimistisch:

Ich kenne einige Schweizer Kollegen, die sich ein iPhone geleistet haben. Aus meiner Sicht gibt es aber grosse Nachteile:

  • Zukünftige Updates. Jedes Mal, wenn neue Updates rauskommen, muss man beten und hoffen, dass jemand eine Schwachstelle ausfindig macht, um das Telefon wieder für Applikationen dritter zu entsperren und den SIM-Lock aufzuheben. Die Vorstellung des SDK vom Donnerstag zeigt wider einmal klar, dass Apple kontinuierlich neue Funktionen in die Software einbauen und freischalten wird. Im schlimmsten Fall endest du mit einem Telefon, das mit Software-Version 1.x läuft und sich nicht mehr aktualisieren lässt, während die offiziellen Swisscom-Kunden um dich herum längst mit 2.x unterwegs sind.
  • Keine anständigen Daten-Abos. Klar macht es Spass, mit dem iPhone per WLAN unterwegs zu sein. Doch noch längst gibt es nicht überall WLAN-Hotspots, und schon gar nicht offene und kostenlose. Das iPhone wird erst dann zum Killer-Tool, wenn der künftige Mobilfunkanbieter einen EDGE/UMTS-Datenplan mit Flatrate anbietet. Dann kann es dir egal sein, wo du dich befindest und dass du die Daten per Mobilnetz abrufst.
  • UMTS-Modell. Je länger du seit dem Verkaufsstart gewartet hast, desto wahrscheinlicher wird die Veröffentlichung des Hochgeschwindigkeits-Modells mit UMTS. Da die Swisscom das iPhone immer noch nicht veröffentlicht hat, vermute ich langsam, dass man gleich mit Version 2.0 in den Markt einsteigen will.

Das 16GB-Modell kostet in den USA 499 USD oder 511 CHF. Aus den oben genannten Gründen rechtfertigt sich die Marge von 340 CHF für das gecrackte iPhone von Nicolas K. nicht.

Quelle: Mail von mir an den Bekannten, 8. März 2008.

Labels: , ,

4 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, März 05, 2008

Swisscom am Scheideweg


Schriften-Mischmasch Swisscom
Originally uploaded by emeidi

"naja irgendwie geitmer ds neue "image" e chli ufe sänder. iz sisi plötzlech vom einte ufe ander tag brutal fürdi da" - "ja, u huere brutal sisi da für di"

Quelle: Chat mit einem Bekannten

Abgesehen davon gibt es anhand der Medienmitteilung (mindestens) zwei Dinge zu bemängeln:

  • Das neue Logo mag zwar schön farbig, schön nichtssagend und "dreidimensional" daherkommen - doch die schwarz-weiss Version ist unbrauchbar. Die Layouter werden dem alten, auch im schwarz-weiss-Druck gestochen scharfen Logo noch lange nachtrauern.
  • Die Swisscom Standard-Schriftart ist und bleibt die Frutiger. Wäre ja auch Wahnsinn gewesen, diese in Rente zu schicken. Da an der Frutiger im neuen Logo aber ein Typograph (ob Profi oder Praktikant ist mir noch nicht ganz klar) Hand angelegt hat, beisst sich die Sache; zeigt gleichzeitig aber auch auf, was der Schriftsetzer für minime Anpassungen vorgenommen hat:
    • Kleines 's' zum Wortbeginn
    • Bögli beim 'i'
    • Schlankere 'w' und 's'
    • Runderes 'c', etwas schlanker
    • Weniger gequetschtes 'o' (wobei man am obigen Beispiel meisterhaft erkennen kann, wieso mit Word verfasste Medienmitteilungen Übelkeit auslösen: Das Kerning von 'o' und 'm' des Titels der Medienmitteilung ist haarsträubend)
    • Bögli beim 'm'

Labels: , , ,

4 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, März 05, 2008

Neuer Chef-Kostümierer bei Hostpoint

Yvan Knapp wird beim Hosting-Unternehmen Hostpoint am 1. April seine Tätigkeit als CCO (Chief Costumer Officer) aufnehmen. [...]

Quelle: Hostpoint holt Head of Webhosting von Swisscom

Die Einführung der neuen Corporate Identity (neudeutsch auch "Erscheinungsbild" genannt), welches zufälligerweise auch mit der betriebsweiten Entdeckung des "Du" einher geht hat Herrn Knapp wohl den Rest gegeben, weshalb er sich einer neuen Stelle zuwendet. Wenn der verheissungsvolle Stellenbeschrieb stimmt, wird er aber erst wieder an der Fasnacht 2009 richtig viel zu tun kriegen ...

PS: Hostpoint ist meiner Meinung nach nicht zu retten, indem man neue, gutbezahlte Köpfe ins Boot holt. Das Geld hätte man besser in die Erweiterung der Server-Infrastruktur gesteckt und die Zahl der VirtualHosts pro Server verringert ... Und so lädt meine Mediawiki-Installation weiterhin in gähnend langsamen 5 Sekunden pro Seite. Juhu!

Labels: , , ,

2 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Donnerstag, Januar 10, 2008

Hype: Animierte 3D-Logos

Die Swisscom hat ihres kürzlich vorgestellt, nun ist Xerox mit einem neuen Logo an der Reihe:

[...] And you can do animation with a symbol that you just can't do with a wordmark."

Quelle: Xerox, The Very, Very, Very Shiny Company

Aha. Ich kann gar nicht warten, bis alle grossen Unternehmen auf dieser Erde ihr Logo dreidimensionalisiert und animiert haben. Spätestens dann werden diejenigen Logos klar aus der Menge herausstechen, die weder Musik machen, noch sich bewegen, noch dreidimensional daherkommen.

(Angesichts dieser Entwicklung hat Sunrise doppelt abgeloost: Brand und seine Mannen haben nicht nur ein äusserst hässliches Logo angedreht erhalten - nein, es ist zudem weder dreidimensional, noch lässt es sich animieren)

Immerhin ...

... gefällt mir die typographische Aufbereitung des geschichtsträchtigen Namens.

Labels: , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, Januar 09, 2008

Nun will auch Sunrise die Swisscom aufspalten

Sunrise-CEO Christoph Brand fordert in einem Interview mit der Handelszeitung die Aufspaltung von Swisscom in die Bereiche Dienste und Netze.

Quelle: Sunrise-CEO Christoph Brand verlangt Aufspaltung von Swisscom in Netze und Dienste

Das sage ich doch schon lange - wie würde die Schweiz aussehen, wenn wir je drei Autobahnbetreiber und Schienengesellschaften hätten, die alle ihre eigenen Routen von Bern nach Zürich führen würden? Der Wettbewerb muss nicht bei der Infrastruktur spielen, sondern bei den Dienstleistungen, die über die Infrastruktur abgewickelt werden.

Die unabhängige Netzgesellschaft würde wie Autobahnen und Schienen dem Staat gehören, während private Unternehmen Leitungskapazität mieten würden. Nicht nur würde so endlich eine Preistransparenz hergestellt, sondern auch ein Innovationsfeuerwerk gezündet: Kleine, kreative Unternehmen könnten ohne Probleme Kapazität mieten und neue, ungewohnte Dienstleistungen anbieten. Ideen und Erfindungen, die in den trägen Grosskonzerne Swisscom und Cablecom niemals den Sprung über die erste Hierarchiestufe machen würden.

Bei der Strommarktliberalisierung hat man die Erkenntnis von der Trennung von Infrastruktur und Dienstleistung bereits einfliessen lassen: Mit Swissgrid wird es eine Netzgesellschaft geben, die nichts anderes macht, als die Stromkabel und -masten zu unterhalten.

Und auch die EU realisiert langsam, dass man einen historischen Fehler begangen hat, als man die ehemals monopolistischen Telekom-Konzerne in die freie Marktwirtschaft entliess, ohne ihnen die Hoheit über die Kabel zu nehmen.

Wie die Monopolisten denken, illustriert Swisscom-CEO Carsten Schloter:

„Weil Sunrise nicht investieren will, möchte sie unser Unternehmen enteignen“, wehrt sich Schloter.

Lieber Herr Schloter, wennschon will Sunrise dem Schweizer Volk das zurückgeben, das Sie uns enteignet haben. Wir haben während Jahrzehnten den Bau eben dieser Leitungen mit unseren Steuer- und Gebührengeldern finanziert - nur um die Infrastruktur langsam aber sicher aus unseren Händen entgleiten und in die Privatwirtschaft abdriften zu sehen.

Labels: , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Freitag, Dezember 14, 2007

Neues Swisscom Logo


Neues Swisscom Logo
Originally uploaded by emeidi

Quelle: Swisscom - Brand 2008

  • Typographie: Gefällt mir (kommt ja auch von einem Profi aus der Schweiz)
  • Graphische Komponente: Wie auch beim Monopol-Betrieb selber ist nicht ganz klar, was dieses rot-blau-weisse Ding eigentlich bedeuten soll (wie auch bei Sunrise zeichnet sich ein britisches Unternehmen für den Vorschlag verantwortlich)

Fazit: Die Rangliste der besten CIs bleibt unverändert: Orange vor Sunrise (langsam gewöhne ich mich an den Sonnenuntergang) vor Swisscom.

Nachtrag

Ausdruckslose Logos scheinen eine durchaus britische Krankheit zu sein:

Dank: LuLu

Nachtrag 3

Einige ausgewählte Kommentare zum Artikel Swisscom mit neuem Markenauftritt auf Persoenlich.com:

[...] Ich frage mich schon ob bei Swisscom wirklich Profis am Werk sind oder ob man hier einfach durch "Schnickschnack" geblendet wurde. Wenigstens ist die Typo ok. Aber wo bleibt die solide Schweizer Graphik. Wieder eine verpasste Chance. Nach dem Super Gau Credit Suisse.

Was ist das? Eine Schreckschraube.

"Die Dynamik im Logo soll beim Betrachter Emotionen auslösen." So ein Schwachsinn kann nur einem theorieverseuchten HWV/HSG-Fuzzi ohne jegliche Erdung einfallen.

Grauenhaft! - m m m lalala... Grässlich. Dann doch noch lieber Blocher im Bundesrat.

Ja, doch. Jedem Swisscomchef sein Logo. Wo käme man hin, wenn er nicht sein eigenes Zeichen setzen könnte. Schliesslich soll die Nachwelt wissen, dass man da war. Koste es was es wolle.

Da haben wohl mal wieder irgendwelche Manager entschieden, die nichts - aber auch rein gar nichts - von sauberer (Schweizer-) Graphik verstehen.

Ich finde jedoch, dass die Vaginalflatterschiene besser zum Sommerteam passt als zur Swisscom.

Ein weiterer Beitrag aus der Kategorie "selbst gebastelt"... Sieht aus wie Powerpoint oderso...

Toll, jetzt hat also die Hirslanden-Klinik auch ein Herz-Lungen-Center. Oder habe ich was falsch verstanden?

Labels: ,

4 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, November 18, 2007

Swisscom mit einer Weltneuheit


Swisscom mit einer Weltneuheit
Originally uploaded by emeidi

Das kommt mir vor, als hätte VW vor fünf Jahren entschieden, die Beifahrertüre ihrer Personenwagen ab Werk zu verschweissen, um heute stolz anzukündigen, dass diese Türen als Weltneuheit inskünftig geöffnet werden können ...

Taxcard-Anekdote

Wie habe ich mich vor drei Jahren aufgeregt, als ich am Samstag ans Gurtenfestival auf den Berner Hausberg stieg und dummerweise mein Handy bei meiner Freundin in Wabern liegen gelassen hatte. Bevor ich sie über ein öffentliches Telefon kontaktieren konnte, musste ich im Gurten-Restaurant zuerst für fünf Franken eine Taxcard kaufen. Mittlerweile ist der Restbetrag von ca. zwei Franken verfallen.

Labels: , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, November 04, 2007

Mit dem Teufel ins Bett?

Die Swisscom will ihre Konkurrenten zu einem gemeinsamen Vorgehen beim Auf- und Ausbau eines landesweiten Glasfasernetzes für die Privathaushalte gewinnen.

Quelle: Swisscom: Glasfasernetz mit Konkurrenz ausbauen

Nein, nein und nochmals nein! Wenn schon alle zusammenspannen, um ein Glasfasernetz aufzuziehen, dann nur in der Form einer von Swisscom, Cablecom, Orange, Sunrise und Tele2 unabhängigen Netzgesellschaft.

Wie sich in einem Gespräch mit einem Kollegen kürzlich herausgestellt hat, wird es eine solche Netzgesellschaft beispielsweise bei der Strommarktliberalisierung geben: swissgrid - Die nationale Netzgesellschaft.

Nur so kann für jeden Dienstleister ein diskriminierungsfreier Zugang zum Netz gewährleistet werden, ohne dass gleichzeitig eine Vielzahl von Glasfaser-Kabel zu jedem Haushalt geführt werden muss! Genau diese wahnwitzige Idee schwebt dem Carsten vor:

Man biete den Mitbewerbern an, sich an den Bauprojekten der Swisscom zu beteiligen und ihre eigenen Leitungen einzulegen, sagte Swisscom-Konzernchef Carsten Schloter in einem Interview der «SonntagsZeitung». [...]

Labels: , , , ,

1 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Samstag, September 08, 2007

Journalist versteht den Telekom-Markt nicht

Letzte Woche berichtete die SonntagsZeitung über ein neues Angebot der Swisscom. Es verknüpft erstmals schnelles Internet mit Mobiltelefonie. Keine grosse Geschichte, eine kleine Notiz.

Und was machen die Konkurrenten der Swisscom? Sie machen nicht das nahe Liegende und lancieren neue, noch bessere Angebote. Sie beklagen sich und jammern lieber. Sunrise will sogar rechtlich gegen das Angebot vorgehen und bereitet eine Klage bei der Wettbewerbskommission vor.

Die Konkurrenten befürchten, dass die Swisscom ihre Marktstellung weiter ausbauen könnte. Sunrise-CEO Christoph Brand glaubt gar, dass wir bald wieder eine PTT haben werden.

Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn die Swisscom ihre Marktposition hartnäckig verteidigt. Bei den Breitbandanschlüssen konnte sie deutlich zulegen - auf Kosten der jammernden Konkurrenz.

Die Swisscom für ihren Erfolg zu schelten, zeugt von geringem Unternehmergeist. Wenn überhaupt, müssten die Kritiker die Schweizer Politiker an den Pranger stellen, die während Jahren die Entbündelung der Hausanschlüsse verschlafen haben.

Bald zehn Jahre nach der Öffnung des Telekommunikationsmarktes haben die Konsumenten Besseres verdient. Zum Beispiel innovative und günstige Produkte. Gerade im Mobilfunk wäre dies längst möglich. So wie in den umliegenden Ländern. Das ist der eigentliche Jammer.

Quelle: SonntagsZeitung, 2. September 2007, "Jammern bringt nichts", S. 23

Lieber Beat Schmid, Sie haben doch schlicht und ergreifend keine Ahnung von dem ganzen Schlamassel, den uns die Swisscom seit Jahren einbrockt ... Wie bitteschön soll der Markt spielen, wenn die Monopolbude ihre Leitungen mit Zähnen und Füssen verteidigt, gleichzeitig das zufälligerweise zum Unternehmen gehörden Bluewin bevorzugt?

Immerhin gehe ich mit Ihnen einer Meinung, wenn Sie die Politiker in Bundesbern in die Pflicht nehmen - aber auch dort versagen die Papier-Privatisierer auf der ganzen Linie; getreu dem Motto: "Wir unechten Liberalen".

Labels: , ,

1 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Samstag, September 01, 2007

Betty TV auf der Intensivstation

[...] Swisscom verlagert den operationellen Betrieb nach Deutschland. Für die 35 Mitarbeitenden in der Schweiz besteht ein Sozialplan. [...] Swisscom überlegt sich aber offenbar, ganz aus dem Geschäft Betty TV auszusteigen. Denn auch für Betty TV Deutschland würden „verschiedene strategische Optionen“ geprüft, teilt Swisscom heute mit.

Betty TV dürfte Swisscom viel Geld gekostet haben. Swisscom hatte rund 300'000 Fernbedienungen produzieren lassen, in der Schweiz zählte Betty TV nach einem Jahr auf dem Markt allerdings nur 10'000 Kunden. Diese Fehleinschätzung habe das Betriebsergebnis im ersten Halbjahr um 60 Millionen Franken geschmälert, sagte Swisscom-CEO Carsten Schloter.

Quelle: Swisscom schiebt Betty TV nach Deutschland ab

Die Herren studierte BWLer müssen halt immer zuerst auf die harte Tour (sprich: In Praxis) erfahren, dass ein Produkt wirklich ein Flop ist. Ich habe bereits vor fast einem Jahr Bedenken geäussert, dass Betty TV ein Marktschlager wird.

Solche Investitionen, die mit dem Kerngeschäft überhaupt nichts mehr zu tun haben, sollten die Alarmglocken bei uns Bürgern schrillen lassen: Da verfügt eine Firma einfach über zu viele liquide Mittel und zu wenig fähige Manager, als dabei etwas Gutes dabei herauskommen könnte. Ein Wunder, dass die Swisscom nicht bereits Hunderternötli aus Flugzeugen über unseren Dörfern abwirft ...

Was mich an der ganze Sachen am Meisten stört: Es handelt sich bei Swisscom leider nicht um ein Privatunternehmen. Der Abschreiber von 60 Millionen betrifft uns Schweizer Steuerzahler einerseits durch die Beteiligung des Bundes am Unternehmen, andererseits uns Endkunden, die während Jahrzehnten nicht anders konnten, als dem Monopolbetrieb überteurte Gebühren zu bezahlen. Anstelle in immer risikohaftere Projekte zu investieren, fordere ich erneut: Senkt endlich die Anschlussgebühren!

Labels:

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Donnerstag, August 02, 2007

Bye bye, Betty TV!

Die Vögel zwitscherten tiefgreifende Änderungen in den letzten Tagen von den Dächern, nun scheint das Ende nicht mehr fern:

Swisscom will Betty TV einstellen

Swisscom überlegt sich, die interaktive Fernbedienung Betty TV wieder vom Markt zu nehmen. Ein Entscheid sei noch nicht gefallen, erklärt Swisscom-Sprecher Carsten Roetz gegenüber Cash Daily. Seit Anfang Jahr seien nicht viele neue Kunden dazu gekommen und neue Marketing-Aktionen seien keine geplant, schreibt die Wirtschaftsgratiszeitung.

Quelle: Swisscom will Betty TV einstellen

Wie immer: Jemand hatte eine glänzende Idee, fand einen Geldgeber - und nach Unsummen von Ausgaben merkt man, dass man lieber auf das Bauchgefühl und den Common Sense gehört hätte: Fernsehen ist etwas äusserst passives (abgesehen von diesen ollen Telefon-Quizshows), die Zuschauer lassen sich kaum über Nacht zu "aktiven" Nutzern erziehen. Hinzu kam die umständliche Installation der Gerätschaften - der Todesstoss war vorprogrammiert.

Schenkt mir jemand seine Betty-Fernbedienung, wenn der Laden endgültig dicht macht? Das wäre ein ausgesprochen schönes Sammlerstück für den Setzkasten ...

Labels: , , ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, Juni 12, 2007

Wie steht es eigentlich um ... Betty TV?

Im Oktober 2006 titelte ich BluewinTV und Betty - beides Flops? - und ich sollte Recht behalten. Aber unter völlig verschiedenen Vorzeichen.

Bluewin TV

Das IPTV-Produkt traf anscheinend doch den Nerv der Zeit - die Kunden liefen "in Scharen" von einem Monopolanbieter zum nächsten über (mein Beileid) - um ruckelnde Fernsehbilder und "Lags" beim Ton in Kauf zu nehmen. Ich selbst hatte einige Monate vor der Einführung des eigentlich geplanten Produkts bereits Besuch einer Vertreterin erhalten - und lehnte deren Angebot - in Form eines PVRs mit Abo - dankend ab.

Eigentlich sollte der Zulauf den Anbieter, Bluewin und dahinter der grosse Telekomriese (der nicht mal Telefonrechnungen gebacken kriegt), ja freuen. Doch um die Dienstleistung von den oben genannten Problemen zu kurieren, musste man sich zuerst die italienische Fastweb einverleiben. Kostenpunkt: gegen 6 Milliarden SFr. Mit dem Kauf besitzt Swisscom nun das Know-How, microsoft- und ruckelfreies IPTV einzuführen. Zudem hat Fastweb eine "Technik" entwickelt, mit der man ohne Kundenbesuch abklären kann, ob seine Hausinstallation VDSL-tauglich ist, oder erst für 1400 SFr. pro Haus aufgerüstet werden muss.

In weniger als zwei Jahren wird der Betrieb aber kostendeckend sein, wie uns ein Swisscom-Manager verspricht. Wunschdenken oder Realität? Ist der Fastweb-Kauf in diese Kalkulation bereits eingerechnet?

Betty TV

Ich kenne immer noch niemanden in meinem nahen und entfernten Bekanntenkreis, der sich die Betty-Fernbedienung gekauft hat.

Leider schweigt sich auch die offizielle Web-Site darüber aus, ob es sich beim Produkt wirklich um einen Verkaufsschlager handelt.

Zum Glück gibt es die schweizerische Blogosphäre und ihre Berichterstatter:

[...] Wenn ich allerdings im Handbuch nachlese - was man eigentlich ja erst NACH dem Kauf tut - und sehe, dass für die Installation (Installation?!) einer Fernbedienung zehn Seiten vonnöten sind, dann weiss ich nicht so recht, ob das etwas Zeitmässiges sein kann.

Quelle: What the f*** is Betty TV?

Die Verantwortlichen der interaktiven Fernbedienung «Betty TV» benehmen sich wie Kinder im dunklen Wald, die laut vor sich hinpfeifen, um ihr Unwohlsein zu überdecken. [...] Im vergangenen August sei eine Zahl von 5000 Kunden bekannt gegeben worden, sagte er [Swisscom-Sprecher Neuhaus], neuere Zahlen gebe es nicht. Gauchat hatte vor Jahresfrist auf «mehrere Zehntausend Verkäufe» gehofft, und innerhalb eines Jahres wollte er «eine sechsstellige Zahl knacken». [...] Eine Zahl von 6000 Geräten im Markt dürfte realistischer sein, von denen überdies 4000 verschenkt worden waren.

Laut Swisscom-Sprecher Neuhaus brauchen 30 Prozent der Betty-Benützer das Gerät «konstant», es sei eine «grosse Kundenakzeptanz» festzustellen, und der Telecom-Riese sei «sehr zufrieden» damit.

Quelle: Betty TV: Grosse Versprechen und nix gehalten. (zitiert den KleinReport)

Anscheinend verursachen die Betty-Datensignale (die werden optisch übertragen?! WTF?) auf SF1 und SF2 zudem auch zu Problemen mit gewissen digitalen TVs:

Ja, ich weiss. Es ist eine wilde Schlussfolgerung. Aber ich behaupte:
Diese gehassten Betty-TV Flimmer-Punkte verursachen Probleme mit Deinterlacern und trüben ganz extrem den TV-Genuss. Auch wenn das auf den ersten Blick sehr abenteuerlich tönt, so lassen die Beobachtungen keinen anderen Schluss zu.

Quelle: Abenteuerlich: Stört Betty-TV gewisse Deinterlacer?

Fazit: Wäre Betty TV an der Börse kotiert, würde ich auf diese Firma wohl die erste Put-Option meines Trader-Lebens setzen.

Labels: ,

0 Kommentare | neuen Kommentar verfassen