Dienstag, August 05, 2008

Hybrid-Autos: Batterie ist Schlüsseltechnologie

Der amerikanische Zulieferer Cobasys kann die für den Wagen benötigten Nickel-Metallhydrid-Batterien nicht liefern - deshalb hat Daimler einen Rechtsstreit mit Cobasys begonnen.

Quelle: Hybrid-Geländewagen: Daimler verklagt Batterielieferanten - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

An diesen Auto-Batterien wird sich der Westen noch die Zähne ausbeissen. Eine lange Lebensdauer und eine grosse Speicherkapazität ist gefordert - mit gleichzeitig möglichst geringem Gewicht. Ah, und billig sollte der Klotz auch noch sein.

Mal schauen, ob die Ingenieure dies gebacken kriegen. Für Spekulanten ist der Fall klar: Batterie-Hersteller analysieren und danach gezielt investieren. Damit lässt sich in den nächsten Jahren ein Heidengeld verdienen.

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Sonntag, Juli 06, 2008

State of the Oil Union 2008

Mehr als Matt Simmons (Peak Oil-Guru der ersten Stunde) muss man nicht gelesen haben, um sich ein realitätsnahes Bild über die Ölversorgung unserer Welt zu machen. Insbesondere alle "Die Technik wird es schon richten"-Verfechter sollten sich die Präsentation ganz genau anschauen:

School's Out: Let The Summer Begin

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Mittwoch, Juli 02, 2008

Euro08 - Ausser Kosten ... ?

«Unterschiedliche Branchen können von diesem Ereignis profitieren», sagt Christian Moesch vom Institut für Freizeit und Tourismus. «Das Optimum wurde allerdings bei der Euro 2008 nicht erreicht, trotzdem sind die Verantwortlichen mehrheitlich zufrieden», fasst Moesch das Echo zusammen. Vor allem der Lebensmittelsektor und die Gastronomie in den Innenstädten erwirtschafteten zusätzliche Umsätze. [...] «Obwohl die hohen Erwartungen an die Besucherzahlen nicht ganz erfüllt wurden, fällt die Bilanz bezüglich der Ökonomie insgesamt positiv aus», fügt Moesch hinzu.

Die Euro 2008 hat als Veranstaltung öffentliche Güter produziert: Erlebnisse, kollektive Begeisterung, Image. Diese Form von öffentlichem Konsum kann auch für die Volkswirtschaft relevant sein und zum individuellen Wohlstand beitragen, so eine Annahme der Berner Studie. Eine ähnliche Studie zur Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland hat gezeigt, dass sich das Image der Deutschen zwar während einem Jahr verbessert hat, aber danach die alten Vorurteile wiedergekehrt sind.

Quelle: Universität Bern - Uniaktuell - Holland verleiht Bern Flügel

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Montag, Juni 02, 2008

Schnauze voll von all den Neuigkeiten

Kernprodukte Nachricht und Update frustrieren junge Rezipienten offenbar mehr, als dass sie Informationsbedürfnisse befriedigen. Quer durch die Stichprobe äußerten die Befragten, dass sie sich von der Nachrichtenflut überfordert fühlen.

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Quelle: SPIEGEL ONLINE - Druckversion - Studie: Von Nachrichten ermüdet - Netzwelt

Die von AP in Auftrag gegebene Studie zum Download: A New Model For News. Studying the Deep Structure of Young-Adult News Consumption.

Besonders beruhigend für alle Medienwissenschafts-Studenten, die sich vielleicht bereits einige Male Sorgen um die Berufsaussichten gemacht haben:

[...] Junge Leser wollten nicht nur wissen, was Stand der Dinge ist, sondern auch, was etwas bedeute und wie es sich weiterentwickeln könne

In einer Zeit, wo sich jede Bude "Medienunternehmen" nennen, Agenturmeldungen einkaufen und verwursteln kann, braucht es wieder mehr Qualitätsjournalismus. Journalismus, der Interpretationen liefert und auch nicht scheut, eigene Meinungen kund zu tun.

Einziger Haken: Der informationsgesättigte Konsument ist selbstverständlich nicht bereit, für das Produkt zu bezahlen ... Schöne, neue Welt!

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Samstag, Mai 31, 2008

Da Ubergeek ist aus Maniac Mansion entwischt ...

... und baut jetzt Super-Computer! (Womit das Geek-Klischee wieder einmal bestätigt wäre)

Der Junge erinnert mich unweigerlich an Bernard aus den Lucasarts Adventures Maniac Mansion und The Day of the Tentacle (DOTT):

Quelle: Maniac Mansion

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Mittwoch, Mai 28, 2008

Schweizerischer Peak Oil-Kompromiss

The way it works is that one side claims that Peak Oil is taking place right now, whereas the other side claims that it won't occur for another 50 years, and rather than trying to establish the facts, the committee aims to come up with a paper that everyone is willing to sign; and so, official Switzerland issues the "verdict" that Peak Oil will take place 25 years from now.

Quelle: The Oil Drum | Report on First General Assembly of ASPO Switzerland, May 24th 2008, University of Basel

Super, und ich verpass die Peak-Oil-Konferenz innerhalb der Eidgenossenschaft doch glatt:

Peak Oil

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Dienstag, Mai 27, 2008

Nintendo weckt den Höhlenmenschen in uns

Melanie wird das gar nicht gerne hören - denn in Beziehungsfragen ist das Argument "Dieses Verhalten stammt aus der Zeit der Höhlenmenschen" ein wahrer Totschläger:

Men now have a proper excuse for spending hours glued to a games console, thanks to new research which has concluded that videogames force blokes to revert to their caveman roots.

Quelle: Videogames feed your inner cavemen, says report | Register Hardware

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Dienstag, Mai 27, 2008

Ökonomen haben sich selbst reingelegt

NICE is an acronym for “non-inflationary consistent expansion,” according to Mr. King. It is his way of describing what other economists called the “great moderation,” a period so agreeable that they gave themselves credit for it. Macro economists believed they had finally mastered the art of central banking – so perfectly manipulating the credit cycle as to produce growth without causing the consumer price inflation that typically accompanies it.

Quelle: The Average Investor Makes Far More By Accident than by Fund Manager

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Sonntag, Mai 25, 2008

IEA probes fears that oil will run out | Business | The Observer

The International Energy Agency has ordered an inquiry into whether the world could run out of oil,

Quelle: IEA probes fears that oil will run out | Business | The Observer

Blöde Frage - die wollen mir doch nicht erzählen, dass man bei der IEA bisher davon ausgegangen sind, dass Erdöl kein finiter Rohstoff ist?

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Sonntag, Mai 18, 2008

Wird es kühler? Top, die Klimawette gilt!

Die Wette, die wir vorschlagen, ist ganz einfach und bezieht sich direkt auf die Voraussage, die Keenlyside et al. in ihrem Nature-Artikel über die globale Temperatur treffen. Sollte die Durchschnittstemperatur in den Jahren 2000 bis 2010 (ihre erste Voraussage) tatsächlich niedriger oder gleich der Durchschnittstemperatur in den Jahren von 1994 bis 2004 (*) sein, zahlen wir ihnen 2500 Euro. Ist sie höher, zahlen sie uns 2500 Euro. Wer diesen Teil der Wette gewinnt, wird sich Ende 2010 erweisen.

[...] Der Fairness halber sehen wir auch eine Ausstiegsklausel vor. Im Falle eines großen Vulkanausbruchs oder eines Meteoriteneinschlags auf die Erde, der die Temperaturen unter das Niveau von 1994-2004 drückt, ließen sich die Voraussagen von Keenlyside et al. nicht mehr verifizieren. Dann gilt die Wette als unentschieden.

Quelle: KlimaLounge | Die Klimawette

Dank: Drew

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Samstag, Mai 17, 2008

Juristen urteilen über Brüste

Unter Badenden des 21. Jahrhunderts sei die weibliche Brust privat, während die männliche Brust es nicht sei, betonte auch Richter Anthony Hughes.

Quelle: espace.ch - Anstarren der weiblichen Brust ist tabu

Da wurde von den Juristen wohl alles gesagt, was gesagt werden musste (Wo bleiben die Randale der Feministinnen mangels Gleichberechtigung der Geschlechter?). Mir bleibt da eigentlich nur noch folgendes Zitat:

Er war Jurist und auch sonst von mäßigem Verstand

Quelle: „Er war ein Jurist und auch sonst von mäßigem Verstand.“…

Ferner: Gratulation an all diejenigen, die seit gestern Freitag, 17. Mai 2008, als Advocati und Advocatae ihr Unwesen treiben und ihre Altersvorsorge - lieber spät als nie "z'grächtem" - sichern können ...

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Donnerstag, Mai 15, 2008

Evilution

Die Bibel hat eben doch recht! "I want to believe" hatte doch schon Fox Mulder als Poster an seiner Tapete kleben ...

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Samstag, April 19, 2008

Beurteilung der Sicherheit eines komplexen Systems

Soviel zum "Geschtr isches ja o guet cho!" ...

[...] There are several references to flights that had gone before. The acceptance and success of these flights is taken as evidence of safety. But erosion and blow-by are not what the design expected. They are warnings that something is wrong. The equipment is not operating as expected, and therefore there is a danger that it can operate with even wider deviations in this unexpected and not thoroughly understood way. The fact that this danger did not lead to a catastrophe before is no guarantee that it will not the next time, unless it is completely understood. When playing Russian roulette the fact that the first shot got off safely is little comfort for the next.

Quelle: Personal observations on the reliability of the Shuttle

Via: The Six Dumbest Ideas in Computer Security (auch sehr lesenswert!)

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Freitag, April 18, 2008

Malthus reloaded?

[...] Was auf den ersten Blick wie die kurzfristige Folge einiger Dürren und Missernten aussieht, könnte sich zur dauerhaften Versorgungskrise auswachsen: Das globale Nahrungsangebot hält mit der wachsenden Nachfrage nicht mehr Schritt.

"Was wir gerade sehen, ist nur der Anfang einer langfristigen Entwicklung", sagt der Agrarökonom Harald von Witzke. "Wir werden über die nächsten Jahre eine mäßige, aber stetige Verknappung von Nahrungsprodukten sehen." [...]

Quelle: Dossier Not für die Welt

Hmmm, gab es nicht mal in dunkler Vergangenheit ein Ökonom, der vor Überbevölkerung und Hunger warnte? Nun, die Nutzung der fossilen Energieträger Kohle und Erdöl machten ihm für zwei Jahrhunderte einen Strich durch die Rechnung ... Kommt nun das Comeback?

Und wieder einmal möchte ich behaupten: Wir leben in einer wahrlich interessanten Zeit. Es wird zwar kein Honigschlecken werden, aber Hauptsache ich bin mit von der Partie!

Zurzeit lebt die Menschheit von der Substanz. In sieben der vergangenen acht Jahre wurde mehr Weizen verbraucht als produziert. Das ging bislang gut, weil die Speicher voll waren. Jetzt sind sie leer - gemessen am Verbrauch so leer wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. "Die Lagerbestände sind auf Pipelineniveau", sagt Abbassian.

Einen Puffer gegen unvorhergesehene Ereignisse wie weitere Ernteausfälle gibt es nicht mehr.

"Die Welt weiß noch gar nicht, wie verwundbar sie wirklich ist", sagt Rohstoffexperte Rogers. Der sich abzeichnende Klimawandel werde in den kommenden Jahren möglicherweise Wetterkapriolen hervorrufen. "Und wenn das passiert, dann werden die Preise durch die Decke gehen."

Hatten wir übrigens 1916/17 auch. Lager leer, Missernte, Krieg - Party on! Was 1918 folgte wissen wir als im Geschichtsunterricht aufmerksame Schüler ja ...

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Sonntag, April 13, 2008

Falsche Hoffnung auf Hydrogen

Hydrogen wird ja gerne als die Lösung unserer Probleme mit den schwindenden fossilen Energieträgern gesehen. Doch halt:

[...] For example, an electrical current can split water into hydrogen and oxygen, but energy is needed to make that electricity. It might come from nuclear, solar, wind, geothermal, or whatever, but it has to come from somewhere.

[...] That said, you would never get any more energy out of burning the hydrogen than it cost you to make it in the first place.

Quelle: Why is hydrogen seen as a more viable energy source than wind or solar?

Wer sich mit den Hauptsätzen der Thermodynamik auskennt, weiss dies natürlich längst. Immer noch aber gibt es Leute, die Energie aus dem Nichts entstehen sehen ...

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Sonntag, Februar 17, 2008

Schlankheitswahn

[...] Anzunehmen ist, dass sich bei der Wahrnehmung die Gewichte buchstäblich etwas verschoben haben, bedingt durch die in den letzten zwei Jahrzehnten aufgekommene Schlank-und-fit-Welle, hinter welcher eine daran fett verdienende Industrie sowie zahllose Beratungsstellen stehen.

[...] Dabei ist nicht mal so sicher, ob ein paar Kilo Übergewicht (womit nicht Fettleibigkeit gemeint ist) überhaupt sonderlich schädlich sind, und ebenso wenig lässt sich eindeutig belegen, dass aus dicken Kindern automatisch dicke Erwachsene werden.

Quelle: BernerZeitung, 28. Januar 2008, "Es wird dick aufgetragen - oft zu dick", S. 35.

Was ich selber auch schon oft beobachten konnte:

[...] Übergewicht ist häufig ein soziales Problem, der Anteil übergewichtiger Kinder ist unter Ärmeren, Ausländern und weniger Gebildeten um einiges höher als bei Besserverdienenden.

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Mittwoch, Januar 16, 2008

VALS-Typologie

[...] This typology is divided into four major categories, with a total of nine lifestyles. These are:

  • Need-Driven
    • -Survivor lifestyle
    • -Sustainer lifestyle
  • Outer-Directed
    • -Belonger lifestyle
    • -Emulator lifestyle
    • -Achiever lifestyle
  • Inner-Directed
    • -I-Am-Me lifestyle
    • -Experiential lifestyle
    • -Societally Conscious lifestyle
  • Combined Outer- and Inner-Directed
    • -Integrated lifestyle

Quelle: SRI's Values and Lifestyle Program

Erwähnt in Folge 3 (Three: There is a Policeman Inside All Our Heads: He Must Be Destroyed) der Dokumentation THE CENTURY OF THE SELF

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Montag, Dezember 17, 2007

Die Juristerei und die Satzzeichen

The situation was even worse in the law, where a long English tradition held that punctuation marks were not actually part of statutes (and, therefore, courts could not consider punctuation when interpreting them). Not surprisingly, lawmakers took a devil-may-care approach to punctuation. Often, the whole business of punctuation was left to the discretion of scriveners, who liked to show their chops by inserting as many varied marks as possible.

Quelle: Clause and Effect

Deshalb sollte man die Verfassungs- und Gesetzestexte alle paar Jahrzehnte wieder neu schreiben. Juristen können so gleich doppelt beschäftigt werden: Einerseits beim Ausarbeiten der neuen Texte, andererseits bei der Interpretation dieser.

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Samstag, Dezember 15, 2007

Klimaskeptiker, -propagandisten und -hysteriker

Dabei ist der gebräuchliche Begriff „Klimaskeptiker“ eigentlich unzutreffend. Wer einmal versucht hat, sachlich mit „Klimaskeptikern“ zu diskutieren, der weiß, dass sie keineswegs einen gesunden Skeptizismus pflegen, sich also (wie die meisten Wissenschaftler) nur durch gute Belege von etwas überzeugen lassen. Im Gegenteil: ähnlich wie Kreationisten haben sie eine festgefahrene Meinung zum Thema, die sich durch kein Sachargument erschüttern lässt. Sie klammern sich an jeden argumentativen Strohalm, mit dem sich das Klimaproblem verleugnen und die Öffentlichkeit verwirren lässt.

Mangels Sachargumenten diffamieren die „Klimaskeptiker“ uns Klimaforscher zunehmend schriller als „Klimapropagandisten“ (Maxeiner) oder als „Klimahysteriker“ (Günter Ederer in „Report“).

Quelle: Alles nur Klimahysterie?

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Montag, November 19, 2007

Nachgemessen

Judging from the average porn flick, romance novel, or locker room conversation, a Martian landing on Earth would probably assume that intercourse would last somewhere in the vicinity of 40 minutes. But if that Martian were to actually enter into a relationship, he might be in for a big disappointment. Such marathon sessions are the exception to the rule; surveys find that the average sex session lasts from three to ten minutes. Not that any of this should be so surprising—the average hotel porn viewer watches for just 12 minutes.

Quelle: Five Shocking Stats About Men and Sex

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Mittwoch, November 14, 2007

Mathematik in der Finanzwirtschaft

According to the Goldman Sachs mathematical models… August, Year of Our Lord 2007, was a very special month. Things were happening then that were only supposed to happen about once in every 100,000 years.

Either that… or the Goldman Sachs models were wrong…

Quelle: Goldman Sachs Was Wrong & 2 Million Families May Lose Their Homes

“We are seeing things that were 25-standard deviation events, several days in a row,” said David Viniar, CFO of the smartest financial firm in the world, Goldman Sachs [...]

When you make loans to people who can’t pay the money back, trouble is only a couple standard deviations away. [...]

Vielleicht sollte man in der Finanzwirtschaft wieder auf etwas mehr Grips und etwas weniger mathematische Modelle vertrauen ... Aber was weiss ich Tor schon?

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Freitag, November 09, 2007

Wer sind die besten Ökonomen?

[...] But reported in the International Herald Tribune was the curious finding that people who had studied economics for 6 months scored no better on tests of basic economic principles than people who had never opened an economics book. The researchers were too timid, in our opinion. A follow-up study will show that those who go on to study economics at an advanced level will actually score lower than those who never studied it at all. It is a value-subtracting discipline. The longer you study it, the less you know.

Quelle: The Dollar Bull is a Lie

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Sonntag, November 04, 2007

Von Angebot und Nachfrage

As a matter of fact, the world production of oil has now held constant for about 30 months, but the world's demand for oil has been steadily going up.

Quelle: PEAK OIL -- (House of Representatives - November 01, 2007)

Da kommt mit doch just dieser alte Witz über Ökonomen in den Sinn:

Two economists find themselves locked in a basement. They're not sure what time it is, because it's dark and they can't read their watches. They think it's nearly dinner time, cause they're starting to feel hungry. But they're not worried; they are not starting to panic - because they know that their demand will create sandwiches for them!

Quelle: A Tale of Two Economists

Hmmm - wenn das so weitergeht, können wir alle unsere Ökonomie-Lehrbücher verbrennen!

Würde die freie Marktwirtschaft spielen, wären schon längst neue Erdöl-Reserven erschlossen worden, deren Erschliessung bis anhin zu teuer gewesen wäre. Müssen wir wirklich mehr als drei Jahre warten, bis die Öl-Multis reagieren?!

Komisch nur, dass die Technologie, die uns vor Peak Oil bewahren wird, leider in den letzten zwanzig Jahren nicht mehr fähig war, grosse, unerschlossene Erdöl-Lager zu entdecken:

And by the way, for the past 20 years or so we have had incredibly improved techniques for finding oil. So for those of who tell you not to worry, it's out there, where? We've been scouring the world for the last 20 years with computer modeling and 3-D seismic, and our discovery has been down, down, down.

Quelle: PEAK OIL -- (House of Representatives - November 01, 2007)

Aha, vielleicht blenden wir einfach einen massgeblichen Faktor aus:

Economics may teach that money is a store of value, but unfortunately this cannot be true when an economy is in a period of long-term contraction. Economists have developed their theories looking at an atypical period in the world's history--one where growth was the norm. They have never stopped to realize that our world is finite, so infinite growth is not possible. Their theories may hold for a specific time period, but aren't true in general.

Quelle: Economic Impact of Peak Oil Part 3: What's Ahead?

Ein einfacher Vergleich für den Mann auf der Strasse:

Putting a dozen straws in the soda will not result in more soda, will it? It's a limited amount. There is a limited amount.

Quelle: PEAK OIL -- (House of Representatives - November 01, 2007)

Nachtrag

Asians understand that what is important is not who consumes the apples, but who owns the orchard.

Quelle: Sinking Currency, Sinking Country

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Mittwoch, Oktober 31, 2007

Kreatonisten an der Uni

[...] Ich selber bin Akademikerin und muss ehrlich sagen, dass es doch enorm viel Glaube braucht, um zu denken, dass die Erde aus Schleim und Zeit (Evolutionsprinzip) entstanden sei. Dass die Erde bzw. das ganze Unversium vom allmächtigen, dreieinigen Gott der Bibel geschaffen wurde, ist da viel einfacher zu glauben. Ich wünsche auch dir, dass du vom heiligen Geist erfüllt wirst und dann über die wirklichen Lügen in dieser Welt schreiben wirst!

Quelle: Kommentar auf den Artikel Phiten Halsketten: Schabernack

Als Einstiegslektüre empfehle ich Hoimar von Dietfurts Im Anfang war der Wasserstoff. Ihm gelingt es auf verständliche Weise, den Menschen als vermeintliche "Krone der Schöpfung" aus dem Mittelpunkt unseres Denkens zu stossen.

Die Natur ist eben gerade nicht einem Masterplan gefolgt, an dessen Ende der komplexe Organismus Mensch stand. Die bittere und schmerzhaft zu akzeptierende Wahrheit ist: Wir waren ein Zufallsprodukt! Genau so gut hätte es etwas völlig anderes geben können. Und gibt es wohl auch - anderswo.

Die Annahme, dass wir das zwingende, unvermeidliche Resultat einer zielgerichteten Evolution sein müssen, ist typisch für Gedankengänge von Kreationisten. Verfechter der Evolutionstheorie (wie akkurat Darwins Theorie auch sein mag sei dahingestellt) hingegen legen eher Wert darauf, dass die Natur in der langen Geschichte des Universums und unseres Planeten unzählige Irrläufer produziert hat, aus denen ein Bruchteil zufällig "bessere" Versionen von Organismen den Faden des Lebens weitergesponnen haben. Der Rest hat sich als nicht lebensfähig erwiesen und ist deshalb ausgestorben.

Der einzig wahre Gott

Als nächstes möchte ich festhalten, dass jeder Mensch glauben kann, was er will - solange er gegen keine geltenden Gesetze des Staates verstösst, seine "heilige" Schrift über alles andere stellt und mit ihr völlig abstruse Handlungen zu rechtfertigen versucht.

Wenn die Akademikerin (wohl eine Studierte der Theologie, nicht der Naturwissenschaften) hingegen schreibt ...

Dass die Erde bzw. das ganze Unversium vom allmächtigen, dreieinigen Gott der Bibel geschaffen wurde, ist da viel einfacher zu glauben.

... sträuben sich mir endgültig die Haare. Hätte sie die Referenz auf den christlichen Gott weggelassen, hätte ich mich zurückgehalten.

Doch die Annahme, dass wir und unsere Welt nicht nur von einer übernatürlichen Kraft, sondern noch von der in der christlichen Bibel beschriebenen dreifaltigen Gottheit geschaffen wurde, ist mir höchst suspekt. Dass eine bestimmte Gruppierung in Anspruch nimmt, ihn nicht nur genau zu kennen, sondern auch noch behauptet, "ihr" (Bild von) Gott sei der einzig Wahre, müsste ihn doch zur Weissglut treiben ...

Wenn es einen Gott gäbe, dann ist er Gott jedes seiner Geschöpfe, ob schwarz oder weiss, jung oder alt, Frau oder Mann, Mörder oder Erzeuger von Leben. Gott aus der Sicht von Christen (und ausschliesslich für Christen) darzustellen, wäre doch Gotteslästerung - denn dem Menschen geziemt es nicht, sich ein Bild von Gott zu machen (sagt ... sic! die Bibel). Man sollte es tunlichst vermeiden, sich unter Gott irgendeinen Samichlaus mit weissem Bart vorzustellen. Gott ist, und er ist in allen und jedem, hat keine feste Form. Niemand hat Gott für sich gepachtet - so er denn existiert.

Die Bibel und der Historiker

Ich als Historiker betrachte die "heilige Schrift", also das Alte und Neue Testament, als Quelle wie jede andere auch. Immer im Hinterkopf, dass daran dutzende Personen über Jahrhunderte hinweg mitgeschrieben haben; die Texte unzählige Male abgeschrieben wurden und in der Übersetzung aus dem Hebräischen und Griechischen der schonungslosen Interpretation des Übersetzers ausgeliefert waren.

Wer solche Jahrtausende alte Schriftstücke blindlings wortgetreu auslegt, muss sich auf einige kritische Fragen gewappnet machen. Wären Christen konsequent, würden sei auch ägyptische Hyroglyphen oder griechische und römische Texte als Wort Gottes erachten und anbeten. Oder wieso soll die Bibel "heiliger" sein als andere Texte? Weil jemand sagt, dass das jemand gesagt hat, der es von jemanden zugetragen erhalten hat, der wiederum von jemanden versichert erhalten hat ...

Sinn und Zweck der Bibel

In einer kürzlich stattgefunden Diskussion mit meinem Vater habe ich klar gemacht, dass die heilige Schrift der Christen (und aller anderen Religionen) für mich höchstens als moralisch-ethische Lebenshilfe akzeptiert werden könnte und die Kirchen nur gerade die Aufgabe des Sonntags-Psychologen und Trau- und Abdankungsaltars übernehmen sollten. Weltliche Dinge. Niemals aber sollte mir jemand die Bibel - und somit Gottes angeblich gesprochenes Wort - näher bringen wollen.

Die Bibel wurde zu Zeiten einer Agrargesellschaft im Nahen Osten verfasst und spiegelt die damalige Lebensweise wider. Viele konkrete Dinge in der Bibel sind spezifisch auf diese längst vergangene Epoche gemünzt und können, nein dürfen, in der heutigen Zeit nicht mehr angewendet werden.

Nehmen wir das Verbot des Konsums von Schweinefleisch (im Koran - aus der Bibel fällt mir gerade nichts auffälliges ein): Hätte "Gott" die heutigen Hygiene-Standards gekannt, hätte er sich niemals zu einer solchen für immer-und-ewig geltenden Aussagen durchgerungen.

Die Vermutung liegt bei solchen Regeln aber sowieso nahe, dass es nicht "Gott" war, der zu seinen Schäfchen gesprochen hat, sondern ein selbsternannter (menschlicher) Anführer, dem schlicht und einfach die Gesundheit seiner Gefolgsleute am Herzen lag. Denn Führer zu sein ohne Geführte macht nicht wirklich Spass ...

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Sonntag, September 30, 2007

Munition für Klima-Skeptiker

Björn Lomborg hat ein Buch geschrieben, dass alle, die Geheimpläne der Natur und eine Verschwörung der Internationalen Grünen längst vermutet haben, wieder ruhig schlafen lässt:

Cool It: The Skeptical Environmentalist's Guide to Global Warming

Entwarnung! Kümmern wir uns wieder um die wirklichen Probleme der heutigen Welt - über den Stand des eigenen Aktienportfolios und über die Farbe des Leder-Interieurs des demnächst anzuschaffenden PKWs.

Über das Buch selber kann und will ich mich nicht äussern (denn ich habe es weder gelesen, noch habe ich das vor) - und zudem hat sich bereits jemand anderes die Mühe und Zeit genommen, einen Querschnitt über die Rezensionen zu liefern.

Der versierte Informatiker kann sich das Schmunzeln nicht verkneifen, wenn Lomborg in einem Interview propagiert:

[...] My point is that maybe we shouldn't have put up the first ones [Windmühlen in Dänemark]. We should have invested in research and development and waited to put up bigger, better windmills.

But wasn't that a necessary process? Creating the first windmills is what led to the development of better ones.

Quelle: Bjørn Lomborg feels a chill

Logo! Wenn das der heilige Ford gewüsst hätte, dann wäre nach dem Model T lange gar nichts gekommen, aber dann eines Tages dem staundenden Publikum am Autosalon völlig unerwartet der 3-Liter Lupo präsentiert worden.

Völlig abwegig, zum Schluss dieser Diskussion auch noch Steve Jobs als Antwort auf "Don Quichotte" Lomborg zu zitieren. Aber es macht eben durchaus Sinn:

I have received hundreds of emails from iPhone customers who are upset about Apple dropping the price of iPhone by $200 two months after it went on sale. [...]

Second, being in technology for 30+ years I can attest to the fact that the technology road is bumpy. There is always change and improvement, and there is always someone who bought a product before a particular cutoff date and misses the new price or the new operating system or the new whatever. This is life in the technology lane. If you always wait for the next price cut or to buy the new improved model, you'll never buy any technology product because there is always something better and less expensive on the horizon.

Quelle: To all iPhone customers:

Das geht aber eben nur, wenn es sogenannte Early Adopters (sprich: Idioten) gibt, die Hardware sofort bei ihrem Erscheinen kaufen - auch wenn das Stück Leiterplatten und Transistoren nach wenigen Monaten nur noch halb so viel kostet und halb soviel leistet wie der Nachfolger.

Dasselbe mit den Occasion-Autos: Wo kämen Occasion-Autos her, würden alle nur noch Occasion-Wagen kaufen? Na? Eben.

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Samstag, September 08, 2007

Validität einer Untersuchung

Männer mit intensiver und länger andauernder Handy-Nutzung besitzen deutlich weniger gut bewegliche Spermien und einen tieferen Anteil an Spermien mit normaler Form. Männer, die ihr Handy nur sporadisch nutzen oder gar keines besitzen, weisen klar bessere Werte auf.

Quelle: saldo, 29. August 2007, "Unfruchtbar wegen Handy?", S. 5.

Ich bezweifle die Validität dieser Untersuchung. Wieso? Ich verorte Vielnutzer von Handies unter denjenigen Personen, die es geschäftlich einsetzen (von den armen Seelen einmal abgesehen, die privat ebenso viele Stunden wie ein Manager an der Strippe hängen). Ich denke mir, dass ein vielbeschäftigter Manager mit 70-Stunden-Woche eine Vielzahl anderer negativer Einflussfaktoren auf seine Spermien einwirken lässt: Stress, wenig Schlaf, kaum Sex, schlechte Ernährung, Drogen- und Medikamentenmissbrauch. Mit dem Handy zu telefonieren ist da nur noch ein Tropfen auf den feuerheissen Stein - oder werden Spermien seit neuestem im Mittelohr produziert?

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Sonntag, Juli 29, 2007

Peak Grain

Niall Ferguson, in der Historikerzunft kein Unbekannter (und auch kein Unbestrittener), warnt neben dem Klimawandel und Peak Oil nun auch noch von Peak Grain:

The fact is that world per capita cereal production has already passed its peak, which was back in the mid-Eighties, not least because of collapsing production in the former Soviet Union and sub-Saharan Africa. Simultaneously, however, rising incomes in Asia are causing a surge in worldwide food demand.

Quelle:

Was hat Asien respektive die dort in Veränderung begriffene Ernährungsgewohnheiten mit dem Problem zu tun? Nun, anstelle jeden Tag am Morgen, Mittag und Abend Reis zu essen, möchten die wohlhabenden Chinesen nun auch ein saftiges Stück Fleisch auf dem Teller zu haben.

Das Kernproblem dabei: Zur Produktion einer tierischer Kalorie benötigt man aber ein Vielfaches an pflanzlichen Kalorien (Gras, Kraftfutter, Küchenabfälle bei Schweinen).

Unerwartete Effekte

Dies ist mit ein Grund, wieso Frauen in Japan stark an Brustumfang zugelegt haben (es wird bitte nicht geschmunzelt!):

Anyway, Japanese boobs are getting large. But why? It is said that the change of eating habits brought this delightful change. Thanks to the economic growth, Japanese can take meals of richer nutritions now. At the first look, it may sound very convincing, but wait. Let's compare the economic growth and boobical growth.

Quelle: A study on J-Boobs -the growth of Japanese boobs and their future-

Als reichste Nation in Asien konnte sich Japan als erstes Land in der Region eine teurere Ernährung leisten. Zudem wurden durch die amerikanische Okkupation nach dem Zweiten Weltkrieg mit Nachdruck amerikanische Ernährungsmuster eingeführt ("Hambaaaga"). Beides zusammen bedeutet: Anstelle Reis (das äusserst gesunde Sushi ist auch für viele Japaner teuer) gibt es nun viel Fett und viel Zucker. Es besteht zu befürchten, dass die Lebenserwartung der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegsgeneration die höchste sein wird, die Japan je gesehen hat. (Das wäre dann die von mir gemünzte "Peak Life Expectancy")

Erste Auswirkungen auch in der Schweiz?

Already the symptoms of the coming food shortage are detectable. The International Monetary Fund recorded a 23 per cent rise in world food prices during the last 18 months. Maybe you've observed it yourself. I certainly have.

Quelle:

Als Angehöriger der Generation Konsum weiss ich zwar ganz genau, wie hoch Minutenpreise auf andere Mobilfunknetze sind oder wie teuer ein Auto ist - doch Nahrungsmittelpreise? Keine Ahnung. Bei Der Preis Ist Heiss wurde ich bereits in der ersten Runde rausfaulen.

Deshalb die Frage an die Leute da draussen: Sind Nahrungsmittel in den letzten 18 Monaten wirklich/spürbar teurer geworden? Ich habe noch nichts davon bemerkt - aber das will nichts heissen!

Nachtrag

Na also, schon geht's bei unserem nördlichen Nachbarn los:

Hintergrund der Aufregung ist eine Mitteilung der Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP) der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft vom Wochenende. Darin werden Preissteigerungen für Molkereiprodukte von bis zu 50 Prozent prognostiziert. Verantwortlich für die Entwicklung seien hauptsächlich die Rohstoffknappheit und die große Nachfrage auf dem Weltmarkt.

Quelle: Politiker erbost über höhere Milchpreise

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Montag, Juli 23, 2007

Nichts als Regen - nasser Juli

Dank dem Zugriff auf in Echtzeit aktualisierte Wetterdaten kann ich vermelden: In diesem Monat Juli (2007) sind im Raum Bern (Station 1, Station 2) bereits 170mm Niederschlag gemessen worden. Der Monatsschnitt der Jahre 1901-1960 betrug hingegen für die Station Bern-Liebefeld nur 116.15 Millimeter. Und noch ist der Monat nicht zu Ende!

Wie sieht der Vergleich zu anderen Jahren seit Beginn der instrumentellen Messung von Wetterparametern aus? In insgesamt 20 Jahren wurden Niederschlagsmengen von 170mm oder mehr gemessen. Wenn es so weitergeht, schlägt das Wetter den "Rekord" von 2000 - notabene das einzige Jahr seit meiner Geburt 1980, das derart hohe Niederschlagsmengen gesehen hat.

Quelle: Die verlinkte PDF-Datei wurde aus meiner privaten MySQL-Datentabelle generiert, die ich aus den csv-Dateien von Meteoschweiz kompiliert habe: Langjährige homogene Temperatur- und Niederschlagsreihen der Schweiz Aus Rücksicht auf die Nutzungsbedingungen von Meteoschweiz stelle ich den Datenbank-Dump nicht öffentlich ins Netz (private Anfragen sind aber durchaus willkommen).

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Montag, Juli 23, 2007

Phiten Halsketten: Schabernack

Das westliche Wirtschaftssystem baut darauf auf, konstant zu wachsen. Dabei darf auch künstlich Nachfrage generiert werden, die die Leute zum Konsum anregt. Die gelegentliche Absurdität dieses Prozesses lässt sich an Hand eines Produktes vorstellen, das im 19. Jahrhundert wohl von Scharlatanen an Schaumärkten vertrieben worden wäre:

Titan Halsketten des Herstellers Phiten

Selbstverständlich möchte ich niemanden vorschreiben, was er mit seinem hart verdienten Geld kaufen will. Bei mir ist das primär Computer-Hardware (die nach guter, alter kapitalistischer Manier zusätzlichen Umsatz und Gewinn generiert, der wiederum investiert werden kann), drüben bei Smythe kann es auch einmal ein Lifestyle-Accessoire sein.

Was aber sind Phiten Halsketten? Lifestyle-Produkte? Medikamente? Zahlen die Krankenkassen? Gibt es bei PubMed wissenschaftliche Studien über die WIrksamkeit dieses Humbugs?

Feststellungen

  • Elektrische Schaltung/Überbrückung, die (glücklicherweise) nicht in unseren Körper eingebaut, sondern ausserhalb getragen werden kann:

    Der japanische Chiropraktiker Hirata hat ein revolutionäres Verfahren entwickelt (Phild-Processing), mit dem Titan-Nanopartikel und Gold-Nanopartikel so behandelt werden können, dass sie in der Lage sind, die elektrischen Ströme des Körpers zu regulieren und zu harmonisieren.

    Quelle: Wissenswertes

  • Halskettchen für den stolzen Preis von 40 bis 50 SFr. bedeuten primär einmal eine horrende Marge für den Hersteller. Verdient haben sie es durchaus - wer Dummheit der Konsumenten in bare Münze umwandelt, verdient meinen Respekt.
  • Das Tragen des Kettchens scheint insbesondere bei Leuten mit Hochschulbildung weit verbreitet zu sein (nicht-repräsentative Stichprobe in meinem Kollegenkreis). Ich zweifle spätestens jetzt an den Selektionsmechanismen unseres Bildungssystems und frage mich, wie man durch das Studium kommt, ohne mit wissenschaftlichen Grundlagen in Berührung zu kommen. Glauben die Träger etwa gar an den Kreationismus?
  • Wer die Texte auf der Web-Site des Hersteller liest, wird mit mehr Technobabbel konfrontiert als in einer Folge Star Trek:

    Besonders in der Serie Voyager innerhalb des Star-Trek-Universums wurde häufig auf Technobabble zurückgegriffen, indem teils minutenlang durch die Anhäufung technischer Fantasiebegriffe versucht wurde, Schwächen in der Handlung zu kompensieren.

    Quelle: Technobabble

  • Am Gurtenfestival sprach ich mit einer KV-Angestellten, die schwört, seit dem Kauf eines solchen Halskettchens keine Kopfschmerzen mehr zu haben. Für mich spricht das nicht für die Wirkung des Kettelis, als viel eher auf den seit Jahrzehnten bekannten Placebo-Effekt.
  • A propos: Ihren Freund wird's freuen ... Sollte Phiten das Ding nicht eher als Lustförderung für das Schlafzimmer verkaufen? Ab jetzt zählt die Ausrede "Schatz, heute nicht, ich habe Kopfschmerzen!" der Vergangenheit an.

Die letzten Zweifel räumt diese Grafik des Wirkungsprozesses aus:

Quelle: hiten Rakuwa Neck

Beda gefordert

Es wäre durchaus an der Zeit, dass sich der umtriebige Beda M. Stadler in der NZZaS einmal diesem Hokuspokus annimmt. Wer Homöpathie verteufelt, sollte konsequenterweise auch Phiten in die Wüste schicken.

Parallelen

Wer auf Phiten-Produkte steht, sollte sich schleunigst auch einen SpiritPod zulegen.

Weiterführende Links

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Mittwoch, Juni 20, 2007

Die Oekonomen entdecken die Realität

Die Wirtschaftswissenschaften stiessen mit ihrem Bild des Homo oeconomicus, der, immer aus Eigennutz, rationale Entscheidungen zur Profitmaximierung trifft, an eine Grenze. Man merkte, da stimmt was nicht, der Mensch ist anders, auch irrational, unvernünftig, emotional, manchmal gegen seine ureigensten Interessen verstossend. Oder, wie der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz mir vor ein paar Jahren sagte: «Die Nobelpreisträger Daniel Kahneman und Vernon L. Smith haben zum Glück herausgefunden, dass viele ökonomische Theorien realitätsfremd sind.» -Warum? «Weil die Menschen offenbar systematisch unsystematisch handeln. Die beiden haben bewiesen, dass die meisten Menschen weit weniger egoistisch sind, als die Ökonomen annahmen.» Dann sind alle Wirtschaftsmodelle falsch? «Man muss leider annehmen, dass sie die Wahrheit verfehlen.»

Quelle: Eine Frage des Selbstvertrauens

Schön, dass auch diese Akademiker-Gruppe langsam aber sicher ihre eigenen Theorien entlarvt. Störend ist höchstens, dass mittlerweile ein Grossteil der westlichen Bevölkerung auf die alleinseligmachende Marktwirtschaft eingeschworen wurde. Ich beachte die Verinnerlichung dieses Denkens nicht zuletzt auch bei mir: Die Theorien lassen sich auf fast alle Lebensbereiche übertragen und erklären dort vom Werben um die Partnerin bis zur Wahl des Verkehrsmittels so ziemlich jede Handlung einer Person. Ob dies aber der Wahrheit entspricht und unsere, von der liberalen Gehirnwäsche verschont gebliebenen Vorfahren mit solchen Erklärungsversuchen auch einverstanden wären?

Wie die Lehrer so die Schüler?

Ferner wird durch solche "Enthüllungen" meine Abneigung gegenüber Studenten gewisser Fachrichtungen nicht gerade gelindert. Es besteht zu befürchten, dass diese realitätsfern studieren. Was soll's, so weit ich mich erinnern mag, sind es einige der billigsten Studiengänge an den hiesigen Unis (Ha! Und schon wieder ertappe ich mich in der Argumentationsspirale ebendieser unechten Theoretiker - "money is everything!").

Die Doku zum Thema

The Trap: What Happened to Our Dream of Freedom

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Mittwoch, März 28, 2007

Klimaerwärmung? Alles Schwindel!

Urs Paul Engeler und die Weltwoche tarnen sich mit einem (fast) perfekten englischen Akzent und widerlegen, was uns eine Verschwörung von tausenden (diese Zahl wird im Video übrigens auch demontiert) Klimawissenschaftlern weismachen will:

Channel 4: The Great Global Warming Swindle
Offizielle Web-Site

Wobei ich zugeben muss, dass Klimaforschung wirklich eine "Industrie" geworden ist. Doch um milliardenschwere Öl-Konzerne und deren Marionetten mit ihrem Spin (könnte das Video nicht von Esso & Co. finanziert worden sein?) zu bekämpfen, muss man das halt werden. Besonders amüsant, dass die zitierten Wissenschaftler gegen Zensur innerhalb Forscherkreisen wettern - während dies die Multis doch seit Jahrzehnten machen .

Wer in der Diskussion auch immer Recht hat: Ob CO2 nun gut oder schlecht ist - soviel wie heute wurde von dem Gas noch nie künstlich ausgestossen. Das muss geändert werden. Ob wir in 50 Jahren das ganze Jahr hindurch mit Flip-Flops und Bermudas durch die Gegend watscheln, oder wie ein Eskimo daherkommen.

Nachtrag

(Ich habe das Video nun ganz durchgeschaut - in ein paar Jahren können wir ja auf diesen Artikel hier wieder zurückkommen. Entweder ist es mir dann äusserst peinlich, daran erinnert zu werden, oder aber es gibt niemanden mehr, den ein Blog im Internet interessiert ... *smile*)

Nachtrag II

Als Quellenkritik muss nach dem Schauen des Videos folgender Artikel gelesen werden (Danke, Anonymous):

Swindled - oder warum nicht jedes Propagandafilmchen Aufmerksamkeit verdient

Kurz zusammengefasst die Vorwürfe an die Produzenten des Streifens (gekürzte Wiedergabe des oben genannten Blog Artikels):

  • Der Regisseur ist kein unbeschriebenes Blatt und für seinen Thesen-Journalismus bekannt (und wurde auch schon deswegen gerügt)
  • Professor Carl Wunsch distanziert sich von der Art, wie er im Dokumentarfilm zu Worte kommt:

    What we now have is an out-and-out propaganda piece, in which there is not even a gesture toward balance or explanation of why many of the extended inferences drawn in the film are not widely accepted by the scientific community. There are so many examples, it's hard to know where to begin, so I will cite only one: a speaker asserts, as is true, that carbon dioxide is only a small fraction of the atmospheric mass. The viewer is left to infer that means it couldn't really matter. But even a beginning meteorology student could tell you that the relative masses of gases are irrelevant to their effects on radiative balance. A director not intending to produce pure propaganda would have tried to eliminate that piece of disinformation.

    Quelle: Partial Response to the London Channel 4 Film "The Great Global Warming Swindle"

  • Die Grafiken enthalten bewusste und unbewusste Fehler; der Produzent hatte Kenntnis davon.
  • Die Forscher hinter der Sonnenflecken-Theorie haben gravierende Fehler in ihren Berechnungen gemacht (Hockeyschläger-Kurve gibt es bei den Solar-Aktivitäten nicht!)
  • Der 75-jährige Herausgeber von New Scientist hatte das Amt im Alter von 31 bis 35 Jahre inne - also vor vierzig Jahren!

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