Mittwoch, 1. April 2026

Schweiz: Kommen nun drei neue AKWs?

Seit 1969 kamen in der Schweiz Nuklearreaktoren ans Netz. Als letztes das AKW Leibstadt. 1984, vier Jahre nach meiner Geburt, begann es zuverlässigen, günstigen, und CO2-armen Strom zu produzieren.

Danach ergab man sich der Jute-Sack-Fraktion, und baute kein neues AKW mehr. Dafür werden wir nun büssen. Nach dem Ukraine-Krieg zeigt uns bald der Iran-Krieg auf, wie abhängig wir von Energielieferungen aus dem Ausland sind. Hätten sich unsere Väter und Mütter (falls sie nicht sogar selbst Teil des Problems waren) realistisch verhalten, hätten wir seit 1984 noch ein paar Reaktoren ans Netz genommen, und vor allem vor ein paar völlig unnötig, irrational das noch voll funktionsfähige AKW Mühleberg verschrottet.

Nun gibt es aber einen Schimmer Hoffnung, dass auf Grund der kommenden Energiekrise die Realos das Ruder übernehmen und wir so rasch wie möglich drei neue AKWs planen, genehmigen, bestellen, und bauen. Keine Schweizer Spezialwünsche, erprobte Reaktoren von der Stange.

Wieso drei? ChatGPT sagt mir, dass wir über die Wintermonate eine Lücke von 5 bis 10 Terrawattstunden (TWh) haben, welche mit 1 bis 2 Gigawatt (GW) zusätzlicher, stetiger Stromproduktion gestopft werden kann. Reaktoren der neuesten Generation liefern zwischen 1.1 und 1.7 GW, somit sollten uns drei Reaktoren die nötige Resilienz geben, um die Lücke zu füllen, aber auch, um die älteren Nukleardampfer wenn nötig zu warten und so auf ein möglichst langes Leben vorzubereiten.

Die grösste Sorge machen mir die Bewilligungs- und Einspracheprozesse. Es besteht die riesige Gefahr, dass die Gesuche von Beamten monate- und jahrelang von einer Seite des Schreibtisch auf den anderen verschoben werden, alle paar Tage und Wochen neue Fragen und „Biiig Problems“ auftauchen, die man klären möchte, ohne aber je einen Entscheid zu fällen (weil, dann, nun ja, ist man verantwortlich dafür und könnte belangt werden — welcher Beamte möchte das schon?). Danach wird es auf allen Ebenen Einsprachen von Linken, Grünen und NGOs, hageln, über alle Instanzen hinweg, mit unzähligen Rekursmöglichkeiten, mit extrem langen Prozesszeiten.

Dem muss ein Riegel geschoben werden.

In der Pandemie wurde völlig grundlos von Notrecht Gebrauch gemacht. Nun, ich schlage vor, dass wir dieses Mittel für einmal pragmatisch und realpolitisch anwenden, um unser Land vor dem akuten Energietod retten, und die nächsten Generationen energietechnisch optimal aufzustellen.

Hinzu kommt der Ausbau der Wasserkraft. Aus meiner Sicht in Kombination mit Atomkraft deutlich bessere „Batterien“ als dass wir kurzlebige, mit überteuertem kWh-Preis Lithium-Ionen-Batterien aus China importieren.

Ich will keine Gaskraftwerke, die mit konstanten Gasflüssen aus Russland, dem Nahen Osten oder den USA am Leben erhalten werden müssen. Ich will keine Windräder, die unsere wunderschöne Schweizer Natur verschandeln und nur dann Energie liefern, wenn es dem Wettergott passt, und genau so wenig will ich als Staat auf Solarenergie setzen im Wissen, dass die Sonne hierzulande am kürzesten Tag (21. Dezember) acht Stunden scheint, und wir irgendwie 16 Stunden überbrücken müssen. Die Deutschen haben voll auf dieses tote Pferd gesetzt, und ich habe absolut kein Problem, denen am Mittag die im Überfluss generierte Solarenergie abzunehmen (und dafür von denen noch Geld zu kriegen), um sie in Wasserkraft umzuwandeln, und den Deutschen dann für gutes Geld wieder zu verkaufen, wenn deren PV-Anlagen null Ertrag liefern. Aber das natürlich auch erst, wenn wir unsere Bedürfnisse als Land gestillt haben.

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Mittwoch, 1. April 2026

Iran-Krieg: Meine Aktien-Spekulationen

Am Freitag, 6. März 2026, am Mittwoch, 11. März 2026, und Freitag, 27. März 2026, bin ich mit dem Kauf folgender Titel in den vermutlich bald volatilsten Aktienmarkt meines Lebens rein:

  • Ajinomoto. Nahrungsmittel- und Biotech. Beliefert die Halbleiterindustrie (!) mit Ajinomoto Build-up Film (ABF) zur Isolation von Halbleitern. +0.9%
  • CF Industries. Dünger. +16.9%
  • CMB.TECH (ehemals Euronav NV). Erdöltankerfirma. -3.9%
  • Nutrien. Dünger. +-0%
  • Yara International. Dünger. +26.2%
  • Global X Uranium UCITS ETF USD Accumulating. Atomkraft-ETF (derzeit der schlechteste performende Kauf). -7.6%
  • iShares MSCI World Energy Sector UCITS ETF USD. Energie-ETF mit riesiger Exposure gegen die Erdölindustrie. +13.7%

Anfänglich sah meine Auswahl als kompletter Fehler aus, aber es scheint, als sei ich aus irgendeinem Grund einfach „zu früh“ rein und einige Titel haben sich nun doch so entwickelt, wie ich ursprünglich erhoffte. Dabei brauchte es wirklich nicht viel Kenntnisse, um das sich anbahnende Disaster einzusehen.

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Montag, 30. März 2026

Iran-Krieg: Schockwelle unterwegs

Der Countdown läuft

Die Grafik von JP Morgan in diesem Tweet zeigt auf, wann die Erdöl-Lieferungen aus dem Nahen Osten in den verschiedenen Weltregionen versiegen:

  • Afrika: 20. März bis 1. April
  • Asien: 1. April
  • Europa: 10. April (gemäss einem Tweet erreicht spätestens am 3. April der letzte Tanker das Vereinigte Königreich)
  • USA: 15. April
  • Australien: 20. April

Was bedeutet das konkret?

Das lese ich so, dass an ungefähr dem Tag der letzte volle Tanker aus dem Persischen Golf nach tage- respektive wochenlanger Fahrt seinen Zielhafen erreicht.

Sprich das sind Schiffe, die vor, am, oder noch kurz nach dem verhängnisvollen 28. Februar 2026 die Strasse von Hormuz passiert haben.

Einschub: Ja, ich weiss, es passieren weiterhin vereinzelt Schiffe die Strasse von Hormuz, aber nicht annähernd in der Menge vor dem „völkerrechtswidrigen“ Angriffs der USA und Israels auf den Iran. Und wenn Schiffe die Strasse passieren, dann nur solche, welche an Iran-freundliche Länder liefern, und/oder dem iranischen Regime einen Obulus bezahlt haben.

Am Zielhafen wird das Erdöl aus dem Schiff gepumpt und direkt? oder via Tanks? in lokale Raffinerien eingespeist, damit es dort zu Erdölprodukten verarbeitet und diese dann dem lokalen Markt zugeführt werden können (Benzin, Diesel, aber vielleicht auch Plasticgrundstoffe, Dünger und was die Petrochemie sonst noch alles aus der dunklen Brühe hervorzaubert).

Ab dem oben genannten Tag hat jede Weltregion ein Problem, einige ein weniger Grosses, andere ein Riesiges — je nachdem, welchen Anteil das Öl aus der Golfregion an der Gesamtversorgung ausmacht.

Vergleiche zur Pandemie, und dem Boxing Day/Stephanstag-Tsunami

Auf Twitter lese ich vermehrt Vergleiche zur „Pandemie“: Wir befänden uns jetzt gerade im Februar 2020, sprich ein paar Wochen vor den (bescheuerten) Lockdowns.

Mir gefällt ein anderer Vergleich besser (eventuell auf Grund meines aktuellen Standorts): Khao Lak, 26. Dezember 2004. Die meisten Touristen stehen am Strand, ganz nah an der ursprünglichen Wasserlinie, und schauen fasziniert zu, wie sich das Meer zurückzieht, und in weiter Ferne sieht man die Tsunamiwelle auf das Land zurollen … so wie Stefan Kuhn es gefilmt hat: A Look Back at the 2004 Boxing Day Tsunami. Wer zu dem Zeitpunkt nicht geistesgegenwärtig reagiert und das Richtige getan hat, war wenige Minuten später tot.

Kaskade

Das Problem mit den wegfallenden Erdöllieferungen aus den Golf-Staaten kaskadiert sich folgendermassen: Angefangen bei den Förderländern, deren Zwischenlagerungstanks vor Ort voll sind, da die aus dem Boden geholte Brühe nicht mehr auf Schiffe verladen werden kann.

Das bedeutet, dass man dann die Pumpen abstellen muss, sonst laufen die Tanks über. Die Pumpdinger, so habe ich mittlerweile verstanden, kann man dann nicht einfach so mir nichts dir nichts wie ein Lichtschalter betätigen, anwerfen, und dann sprudelt es wieder munter fröhlich. Wenn ich es richtig verstanden habe geht es hier um das Problem mit der „flow rate“, sprich um ausreichend Druck, um das Erdöl aus dem Boden zu drücken.

Der Engpass betrifft alle nachgelagerten Industrien in aller Welt, die just-in-time produzieren und darauf angewiesen sind, dass täglich neue Öl-Ladungen eintreffen.

In der nördlichen Heimsphäre ist jetzt auch der Beginn für die Pflanzsaison, und hier benötigt man Dünger. Kunstdünger wird aus Gas aus dem Nahen Osten hergestellt.

Und schlussendlich erreicht es uns Normalbürger, die dem täglichen Leben nachgehen: Mit dem Auto zur Arbeit fahren, Essen einkaufen, Medikamente konsumieren, Einkommen erwirtschaften, Hypotheken abzahlen und einfach normale tägliche Lebenskosten bezahlen müssen.

SPR: Die Rettung?

Die meisten Ländern haben zwar strategische Ölreserven, sprich übergrosse „Benzinkanister“, deren Inhalt man dann in einer solchen Situation freigeben kann. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass aus dem Nahen Osten kein Erdöl mehr angeliefert wird — sprich man stösst das Problem höchstens ein paar Wochen, Monate oder ein Jahr in die Zukunft. Japan hat aus den 1930ern gelernt (übrigens: ein direkter Link zu Pearl Harbor), und verfügt weltweit über eines der grössten Strategic Petrolium Reserve (SPR)-Lager, um ganze 254 Tage überbrücken zu können. Die Schweiz: 135 bis 140 Tage (Switzerland stopping short of releasing oil reserves, says president).

Dann kommt der „Strömungsabriss“ mitsamt dem Schock halt dann; ausser man schafft es irgendwie, bis zu dem Tag wieder mindestens täglich die Mengen an Erdöl herbeizukarren, die gerade verbraucht werden. Möglich, aber fraglich, denn die ganze Welt braucht dann den „Stoff“. Und: Sind die strategischen Ölreserven mal leer, hat man absolut keine Resilienz mehr. Fallen dann die Lieferungen ein paar Tage oder Wochen aus, ist Lichter Löschen angesagt. Und: Eigentlich müsste man ab dem Zeitpunkt der erschöpften SPR soviel Erdöl importieren, dass man nicht nur den Tagesbedarf decken kann, sondern möglichst viel zusätzliches Öl, um die Reservetanks so rasch als möglich wieder zu füllen.

Leiser Gedanke: Schwarzstartfähigkeit unserer Ölversorgung?

Was ich mich beim Schreiben dieses Artikels plötzlich gefragt habe: Kaltstart, oder Schwarzstartfähigkeit (der Begriff aus der Stromerzeugungsindustrie). Wie viele Erdölfelder in welchen Regionen müssen wie lange offline gehen, damit wir unsere gesamte globale Förder- und Transportkette nicht mehr starten können? Sprich dass Zielländer über kein Diesel mehr verfügen, um Tanker oder Tankzüge zu den Produktionsorten zu fahren oder schippern, und sich bei den Erdölfeldern nicht genügend Tanker und Diesel befinden, um ausreichend Erdöl zu verladen und zu verschiffen, damit eine Region wieder nachhaltig „online“ kommt … spannend, aber auch extrem beängstigend.

Die kommende Knappheit spiegelt sich zunehmend im Erdölpreis wieder, aber ich gehe davon aus, dass dieser Preis einerseits manipuliert wird, und andererseits viele Marktteilnehmer aus mir unerklärlichen Gründen noch nicht realisieren, auf was für einen Eisberg wir zusteuern. Wie Leute durchaus richtig bemerken, führt ein zu hoher Erdölpreis zu „demand destruction“. Doch: Nur Irre und ein paar Grüne wünschen sich das.

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Sonntag, 29. März 2026

Versuch der Mülltrennung im Wohnturm in Bangkok

Kürzlich wurden im Abfallraum unseres Stocks folgendes Schild aufgemacht, und zusätzliche Abfallcontainer installiert:

Zu Hause in der Schweiz trenne ich Abfälle (Papier, Karton, Büchsen/Dosen, PET-Flaschen, Batterien) und verwende lokale Entsorgungshöfe für eine effiziente Entsorgung.

Hier bin ich aus folgenden Gründen skeptisch:

  • Bewohner aus allen Herren Ländern Die Wohntürme hier sind ein kleiner Mikrokosmos von unterschiedlichsten Nationalitäten: Thais, Chinesen, (vermutlich) Japaner, (vermutlich) Koreaner, Inder, Russen, Ukrainer, Europäer. Bei einigen Ethnien habe ich grosse Bedenken, dass die ihren Abfall wirklich sortieren (ein Blick in den Müllkübel bestätigt mir das immer wieder). Mülltrennung funktioniert meiner Meinung nach nur, wenn sich alle daran halten (sprich in High Trust Societies wie der Schweiz, Deutschland, oder beispielsweise Japan — und ich wage zu behaupten, dass die Mülltrennung auch in der Schweiz aus bekannten Gründen zunehmend leidet).
  • Nachgelagerte Konsolidierung? Was passiert mit den Container, wenn sie von der Putzfrau (ja, ich habe noch nie einen Putzmann gesehen) abgeholt werden? Geht dann alles in denselben grossen Container? Und selbst wenn die Trennung hier eingehalten wird — was passiert nach der Abholung? Ich befürchte, sobald der Müll aus den Augen ist, ist er auch aus dem Sinn.
  • Manuelle Sortierung im Entsorgungshof? Bei nächtlichen Fussmärschen vom Fitness nach Hause sehe ich manchmal Personen, welche die Müllsäcke an den Strassenrändern nach verwertbarem Material erlesen. Passiert das auf Grund des ersten Punkts dann auch zwingend in den Entsorgungshöfen? Müsste meiner Meinung nach, denn sonst sind die von den Wohnturmbewohnern „sortierten“ Abfälle garantiert unrein.

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Sonntag, 29. März 2026

Erfolgreiche Invasion Irans: Unrealistisch

In den ersten Tagen des Ukraine-Krieges waren ungefähr 200’000 russische Soldaten am Angriff beteiligt. Kommentatoren sagten bereits zu dem Zeitpunkt, dass es unrealistisch sei, ein Land wie die Ukraine (41 Millionen Einwohner, 600’000 Quadratkilometer Fläche) als Angreifer mit so einer kleinen Armee einzunehmen. Die Schätzungen gehen von 400’000 bis zu einer Million Soldaten aus, um mit dem Plan erfolgreich zu sein.

Iran beansprucht eine Fläche von 1’700’000 Quadratkilometer und zählt über 90 Millionen Bewohner. Im Gegensatz zur flachen Ukraine ist Iran eine Festung, umrundet von Gebirgen. Irak besetzte in den 1980ern maximal 20’000 Quadratkilometer im Grenzgebiet.

Nach Informationen ziehen die US-Amerikaner derzeit weniger als 10’000 Soldaten in der Golfregionen zusammen (unter anderem die 82nd Airborne, eine schnelle, leichte (!) Eingreiftruppe, sowie U.S. Marines, welche momentan auf der USS Boxer und Tripoli.

Somit ist aus meiner Sicht völlig unrealistisch, dass die Amerikaner den Iran auf diese Weise unter Kontrolle bringen wollen. Selbst wenn wir also einen massiv reduzierten Einsatz in Betracht ziehen, sehe ich nicht, wie so wenig Personal ein oder mehrere Insel, oder den Küstenstreifen entlang der Strasse von Hormuz effektiv verteidigen können.

Sind wir gespannt, was Pistol Pete und seine Generäle planen.

Nachtrag: Angabegemäss hat der Iran bereits amerikanische Truppen angegriffen, die sich — mangels funktionierender, ausreichend geschützter Basen — temporär in Hotels in Dubai abgesetzt sowie sich auf einer Insel der Vereinigten Arabischen Emirate installiert haben.

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Sonntag, 29. März 2026

armasuisse-Hausjuristen: Bonus verdient!

Die Juristen bei armasuisse sind die Spitze unserer Fachkräftepyramide:

Zuerst überzeugen sie die VBS-Militärführung, den Bundesrat wie auch das Schweizer Volch, dass wir von den Amerikanern 36 F-35 Kampfflugzeuge zum „Fixpreis“ kaufen (Plot Twist: Nein, tun wir nicht). Nun gibt es wohl nur 30 Flieger, weil der Bundesrat es (aus verständlichen Gründen) nicht wagt, einen Nachtragskredit vor das Volk zu bringen. Zu gross die Gefahr, dass der Nachkredit abgelehnt wird.

Nun die nächste Schmach für die Juristen-Truppe: Die Amerikaner haben uns kürzlich mitgeteilt, dass die fünf Patriot-Abwehrbatterien mitsamt Munition (PAC-3) auf Grund eines von Israel beauftragten, kürzlich vom Zaun gebrochenen, völlig unnötigen „Forever Wars“ im Nahen Osten frühestens zwischen 2030 und 2033 geliefert werden können. Die Bestellung von 2022 sah eigentlich vor, dass die Lieferung 2028 abgeschlossen sei.

Die armasuisse-Juristen hatten nach dem Studium der Lage nun eine geniale Idee: Wir stoppen vorerst die Zahlungen für den Patriot-Kauf!

Was offenbar niemand realisiert hat: Schweizer Waffenkäufe in den USA werden aus einem grossen Topf unter Kontrolle der USA bezahlt. Die Amerikaner haben nun einfach das im Fonds liegende F-35 Geld abgezogen, um Verbindlichkeiten im Patriot-Kauf zu decken (US circumvents Swiss payment freeze for Patriot air-defence system). Clown Emoji.

Dies wirft einige Fragen auf:

  • Liest bei armasuisse jemand Verträge, bevor sie unterzeichnet werden?
  • Noch wichtiger: Verstehen die Juristen bei armasuisse die Verträge?
  • Wie gross ist die Juristenhorde bei armasuisse? Was kostet uns die Truppe?
  • Haben diese Fehler in Serie irgendwelche Konsequenzen auf die Truppe?

Mein Senf:

Erstens: Hätte man diese Käufe nicht in die Wagschale werfen können, als Hüftschuss-Donnie uns 39 Prozent Zölle aufbinden wollte? In der jetzigen Situation muss man sich fragen, ob man nicht lieber einen Ende mit Schrecken (wir treten von beiden Waffenkaufs-Verträgen zurück, und schreiben notfalls die bereits geleisteten Zahlungen ab) als ein Schrecken ohne Ende erleben möchte.

Zweitens: Ein Bekannter ist der Meinung, dass wir die Patriot-Batterien zwar voll bezahlen, aber nie zu sehen kriegen werden, weil das US-Imperium bis dann komplett am Arsch ist. Was irgendwie auch zeigt, wie vertrauenswürdig das Imperium mittlerweile ist, und wie viel Vertrauen man noch in das Überleben des Landes setzt.

Drittens: Der Ukraine- und der Iran-Krieg zeigen meiner Meinung nach offensichtlich, dass unsere Militärs im glänzenden Waffenkatalog die falschen Waffen zum Kauf ausgewählt haben (analog zur alten IT-Weisheit: „Nobody ever got fired for buying Microsoft“).

Meine Laien-Sicht: Die Schweiz sollte primär einmal zusammen mit der ETH versuchen, führend in einfacher (!; sprich nicht von militärischen Sonderwünschen kompliziert) Drohnentechnologie zu werden (vermutlich ist da der Zug schon abgefahren), inklusive autarker Massenfertigung mit heimischen KMUs. Gleichzeitig sollten wir eine autarke Raketenindustrie aufbauen (Reichweite: Kurz- und Mittelstrecke), und schlussendlich zeigt die aktuelle Situation, dass wir vermutlich rein mit der Präsenz von ein paar dutzend, einsatzfähigen Atombomben die Existenz das Landes für die nächsten 100 Jahre sicherstellen können. Positiver Nebeneffekt: Dieser Entscheid ebnet hoffentlich den Weg für eine nukleare Renaissance im Land, für den Ausbau und die Erneuerung der zivilen Nutzung der Kernkraft.

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Freitag, 27. März 2026

Iran-Krieg: Ohrenbetäubende Stille bestimmter Exponenten in den USA

Derzeit reden sich Trump und Pistol Pete im Iran-Krieg um Kopf und Kragen — auf gut Berndeutsch: „si si tagtäglech u huere am umeplodere“.

Kein Wunder, Narzisst Trump ist über den (für ihn unerwarteten) Verlauf gekränkt und will die Lage schönreden. Ausserdem ist er in seiner zweiten und letzten Amtszeit, und sein biblisches Alter macht sich bemerkbar. Noch nicht so krass wie seinerzeit bei Sleepy Joe, aber Trump hat noch etwas weniger als drei Jahre vor sich. Bei Biden wurde seine Demenz in den letzten zwei Jahren wirklich schlimm. Zu verlieren hat er im übertragenen Sinne aber nichts mehr, in Realität aber zerstört er gerade sein Vermächtnis. Unnötigerweise.

Pistol Pete, mit seinem liederlichen Lebenswandel und seinem limitierten Intellekt, hat gemäss dem Peter Prinzip die für ihn höchstmögliche Karrierestufe erreicht. Der ehemalige Fox-Moderator macht jetzt das Beste aus seiner Publizität, solange er kann. Und Reden, sorry, „Plodere“, nun, das kann er, auch wenn er oft nicht viel sagt.

Andernorts ist es verdächtig — ohrenbetäubend — still:

  • Vize-Präsident JD Vance: Bei Amtsantritt sah alles so schön aus: Nach Trumps zweiter Amtszeit würde er als junger, republikanischer JFK, „from rag to riches“ als Kandidat in den Präsidentschaftswahlkampf gehen und vom Elektorat als neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Hätte er nicht viel falsch gemacht, hätte er zwei Amtszeiten hingelegt und den Republikanern so zu insgesamt zwölf Jahren Regierungsmacht verholfen.
  • Aussenminister (Secretary of State) Marco Rubio: Dito. Neben seiner Vendetta mit Kuba aspiriert er ebenfalls darauf, 2028 zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten gekürt und danach zum POTUS gewählt zu werden. Er ist älter als Vance, das heisst seine Uhr tickt etwas lauter, und vor allem ist er mit vierzehn Jahren im Senat in Washington komplett in den Apparat integriert und bestens mit den Lobby-Organisationen und dem Deep State verzahnt.
  • Elon Musk: Ansonsten nimmt der Tausendsassassa auf Twitter kaum ein Blatt vor den Mund. Doch bezüglich des Iran-Kriegs hat der Gute meines Wissens bis heute, 28. März 2026, noch keinen einzigen Tweet abgesetzt. Sonst hat er immer eine Meinung, doch hier will er sich offenbar nicht auf die Äste heraus lassen.

Ein aus meiner Sicht eindeutiges Indiz: Da der Krieg nicht wie erhofft verläuft, liest man heute JD Vance in tense call with Benjamin Netanyahu as he rips Israel’s PM for selling ‚easy‘ Iran war to Trump. Natürlich hat das das Team um JD Vance geleakt mit der Hoffnung, dass er als Kritiker des Kriegs dargestellt wird, und so in Meinungsumfragen unbeschadet aus dem Schlamassel rauskommt.

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Freitag, 20. März 2026

Europäisches Brot in On Nut, Bangkok

Nach Wochen in Thailand vermisst meinereiner europäische Kost.

Som Tam Isaan-style, Phat kaphrao, Larb mu, Larb gai, thailändischen Omeletten und was man sich hier sonst für ein Trinkgeld gönnt ist gut und recht.

Regelmässig sehne ich mich aber nach einem saftigen Cheeseburger, Pommes Frites (McDonald’s, nicht CP Brand Mikrowellen-Burger im 7-eleven) — oder einem schönen geschmacksvollem Rib Eye-Steak medium rare gegart.

Oder Brot, unser europäisches Grundnahrungsmittel.

Weilt man in On Nut, kann man seine europäische Brotsehnsucht folgendermassen mit (fast) authentischem Gebäck stillen:

  • Zimt. (Google Maps-Link) Die Zweigstelle in der Habito Mall hat Boarische Bretzen, und noch eine langgezogene Form von Laugengebäck. Nicht perfekt, aber schmeckt ausreichend gut, wenn man Heimweh hat. Das Pain au Chocolat ist meiner Meinung nach mittelmässig, aber immer noch besser als nichts.
  • Epicurian French Bakery. (Google Maps-Link) Die besten Croissants und Pains au Chocolat, die ich hier in Bangkok bisher gegessen habe. Das Baguette ist OK, wird an der feuchten Luft aber schnell pampig (normalerweise bin ich mir gewohnt, dass dieses Brot nach einem Tag hart wird). Bonus: Die Bäckerei ist auf Grab, unter Restaurant Food Delivery, und liefert direkt zum Fusse unseres Wohnturms.

Das ganze hat natürlich seinen Preis: Kauft man sich an einem Tag einige Gebäcke, bezahlt man locker ein Abendessen inklusive Getränke in einem nicht-touristischen thailändischen Restaurant — für zwei Personen.

Der nahegelegene Big C (Google Maps-Link) hat auch Pain au Chocolat, und ein spezialisierter thailändischer Gebäckladen auf demselben Stock bietet auch Gebäcke an — aber die kommen nicht an die europäische Erwartungen heran.

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Samstag, 14. März 2026

Erneut aus aktuellem Anlass: H. J. Mackinder (1904): The Geographical Pivot of History

Am 24. Februar 2022 veröffentlichte ich hier folgenden Blog-Post:

Aus aktuellem Anlass: H. J. Mackinder (1904): The Geographical Pivot of History

Seit dem 28. Februar 2026 hat die Welt leider wieder eine neue Chance, in den nächsten Weltkrieg (und ersten Atomkrieg?) reinzuschlittern.

Nach allem, was in den letzten vier Jahren passiert ist (Nordstream, Strafzölle, um nur zwei zu nennen), ist für mich klar: Mackinder hat mehr Gültigkeit als je. Wollen wir als europäische Nationen und Kulturen langfristig eigenständig weiterbestehen, müssen wir uns jetzt ein für allemal von den USA emanzipieren, und uns gegen Eurasien neuorientieren. Und ja, das bedeutet dass wir einen Weg finden müssen, mit Russland (dem für die europäische Elite aktuelle Verkörperung des „absolut Bösen“), China, und allem, was dazwischen liegt (ja, auch dem Iran), irgendwie zu arrangieren. Wer diese grösste zusammenhängende Landmasse auf diesem Planeten kontrolliert, kontrolliert schlussendlich die Welt.

Tun wir das, tun wir gut daran, ganz zu Anfang den deutschen Moralaposteln einen Maulkorb zu verpassen.

Gelingt uns diese Neuorientierung nicht, werden wir als eunuchisierte Vasallen zusammen mit dem nordamerikanischen Imperium rascher untergehen, als uns lieb sein kann.

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Samstag, 14. März 2026

Poor Man’s Toniebox

Ein Kollege hat mir empfohlen, ein Einschlaflied auszuwählen, und das Baby regelmässig damit in den Schlaf zu wiegen.

Sobald der Nachwuchs auf die Melodie konditioniert sei („wie ein dressierter Hund“, bemerkte ich lapidar, was er nicht verneinte), klappe es erstaunlich gut, den Nachwuchs rasch und effektiv zum Einschlafen zu bringen.

Wir üben aktuell noch, und es funktioniert noch nicht wie gewünscht. Momentan habe ich das Gefühl, dass es wirklich könnte.

Auf Grund meiner amerikanischen Prägung seit 2010 habe ich mich für „Twinkle Twinkle Little Star“ entschieden. Erinnerungen an den kulturellen Einfluss eines untergehenden Imperiums …

Anfänglich spielte ich diesen YouTube-Song auf meinem iPhone ab. Irgendwann war mir das zu mühsam, und ich begann, mich nach einem dedizierten Abspielgerät umzusehen.

Von einem guten Kollegen kenne ich die Toniebox. Vereinfacht gesagt ein Lautsprecher mit einem proprietären MP3-Player mit WiFi-Anbindung, der über einen Server des Herstellers („Tonie Cloud“) sauber lizenziertes Audiomaterial bezieht und abspielt. Der Clou: Sind die Kinder erst einmal mobil, kann man ihnen offizielle Tonie-Figuren kaufen, welche einen NFC-Chip eingebaut haben, die dem Lautsprecher sagen, welches Audiomaterial vom Server heruntergeladen und abgespielt werden soll.

Natürlich haben ITler das Ding reverse engineered, um meines Wissens NFC-Tags zu klonen, aber auch um eigene Aufnahmen auf das Gerät zu laden und lokal abzuspielen.

Einschub: Das gab’s auch schon in den 1980ern, in analoger und ungeschützter Form; das waren damals einfach Kassetten, mit TKKG-, Drei Fragezeichen- und Knight Rider-Episoden. Selbstverständlich konnte man diese nach belieben kopieren, zum Ärger der Rechteinhaber.

Zurück zur Toniebox: Kostenpunkt: Mindestens 80 Hämmer für den „smarten“ Lautsprecher. Die NFC-Figuren gehen ab 15.90 CHF über die Ladentheke.

Wenn man diese Box hier in Thailand überhaupt findet, dann zu überteuerten Preisen. Zu teuer, vor allem, weil unser Baby ja noch gar nicht selber mit der Toniebox spielen kann.

Meine improvisierte Lösung:

  • HOCO HC22 (auf der Herstellerseite nicht mehr geführt, vermutlich Auslaufmodell) Lautsprecher mit Bluetooth, einem USB-A-Port für einen USB-Stick, einem USB-C-Port zum Laden der 1200mAh Batterie des Lautsprechers, einem SD Card-Slot (aus irgendeinem mir unerklärlichen Grund „TF“ genannt, „Trans-Flash“), FM-Radio sowie einem AUX-Eingang (3.5mm Klinke). Kompaktes Design (passt in knapp in die Hosentasche), mit 272g tragbar, aber definitiv nicht leicht — aber dementsprechend fühlt sich das Gerät wertig an. Das Gehäuse verfügt auch über eine Schlaufe, mit welchem man den Lautsprecher an einem Haken oder Karabiner aufhängen kann. Kostenpunkt: 7.55 CHF
  • SanDisk Classic 10, 32GB P/N SDSQUNR-032G-GN3MN, Kostenpunkt: 8.10 CHF
  • HOCO UA25 SD Card-Adapter (beide Grössen) auf USB-C. Kostenpunkt: 4.05 CHF

Sobald man im Besitz des Materials ist, braucht man nur noch MP3-Dateien (M4A habe ich nicht getestet), lädt diese über den Adapter auf die SD Card, schiebt die SD Card in den Lautsprecher, wechselt in den SD Card-Modus, und beginnt die Songs abzuspielen.

Kritik: Die Reduktion auf 4 Buttons (Power On, – (minus), + (plus), Play) und die Doppelbelegung (short press, long press) und das Fehlen der Bestätigung von Tastendrücken mit einer Stimme machen die Bedienung nicht optimal — aber machbar. Auch gefällt mir nicht, dass die Lautstärke bei jedem Neustart auf die (für ein Baby zu laute) Standardeinstellung zurückfällt.

Und ja, bevor kommentiert wird: Ich bin mir bewusst, dass mein Use Case nicht derselbe ist wie derjenige von Eltern von älteren Kindern, welche man selbständig beschäftigen und die Möglichkeit geben möchte, ihr Lieblingshörspiel zu hören.

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